Das Politiker manchmal wenig Ahnung haben, ist nicht neu. Ganz besonders fällt das aber in Österreich auf und zwar, wenn man sich die Wissenschaftspolitik ansieht. Über die österreichischen Wissenschaftsministerinnen und -minister hab ich mich hier ja schon oft aufgeregt. Ob das ihr Hang zur Astrologie ist, ob sie sich über zuviele Studenten beschweren, ob sie völlig dumme Ideen haben, Wissenschaftspreise an Esoteriker verleihen oder ob sie die Forschung gleich komplett tot sparen wollen: die Liste der Unfähigkeiten ist lang. Und das waren nur die Wissenschaftsminister der Bundesregierung! Jede Partei hat ja auch noch eigene Wissenschaftssprecher (Schnell! Wer kann sie alle nennen, ohne bei Google nachzusehen? Ich musste sogar schon heftig überlegen bis mir der Name der aktuellen Wissenschaftsministerin eingefallen ist…) und auch ansonstens müsste es eigentlich viele Politiker geben, die sich mit Wissenschaft beschäftigen. Ja, müsste…

In seinem Blog (und im Online-Standard ) schreibt Klaus Taschwer über genau das Problem der mangelnden Wissenschaft in der Politik:

“Mir ist jedenfalls kein Politiker außer den jeweiligen Ministerinnen und Wissenschaftssprechern in Erinnerung, die in letzter Zeit durch die geringste Wissenschaftsaffinität aufgefallen wäre.

Aber wer weiß: Vielleicht ist das böse Gerücht ja auch falsch, dass beim Vortrag von Cern-Chef Rolf Heuer vor ein paar Monaten im Parlament genau 0,0 Abgeordnete anwesend waren. Außerdem könnte an dem Tag auch ein Fußballmatch oder eine Veranstaltung bei den Salzburger Festspiele stattgefunden haben, die natürlich weit bessere Fotogelegenheiten hergeben. Weil was gibt es Besseres als demonstrierte Sport- oder Kulturaffinität. Aber sich öffentlich für Wissenschaft zu interessieren – bitte nicht! Man könnte ja glatt als Intellektueller dastehen!”

Und wenn man sich ansieht, welche Parteien in Österreich Wahlen gewinnen (die grausliche FPÖ will nun übrigens auch nach Deutschland expandieren) dann scheint es wirklich so zu sein, als würde man umso mehr Stimmen gewinnen, je dümmer man sich gibt.

Aber (und eigentlich sollten Politiker das auch wissen) Wissenschaft ist natürlich von großer Bedeutung für die Entwicklung eines Landes. Wer die Wissenschaft ständig vernachlässigt, der verliert irgendwann den Anschluss an den Rest der Welt. Leider geht es hier halt um Prozesse die i.A. länger dauern als die typische Wahlperiode – und daher ist das den Politikern meistens wurscht. Taschwer schlägt aber trotzdem vor zu versuchen, den Politikern einen kleinen Anreiz zu bieten, sich mehr mit Wissenschaft zu beschäftigen:

“Um das Interesse der österreichischen Politiker an Wissenschaft doch ein klein wenig zu heben, habe ich mir (…) eine bescheidene Gegenmaßnahme ausgedacht: einen Preis für wissenschaftlich besonders bemühte Politiker. Weil wenn schon alljährlich der österreichische Wissenschafter des Jahres und alle zwei Jahre von den jeweiligen Ministerien Staatspreisträger für Wissenschafts- und Bildungsjournalismus ausgelobt werden, könnte man ja auch einmal den Spieß umdrehen und den am meisten an Forschung interessierten Politiker des Landes eine Auszeichnung verleihen.”

Nette Idee! Blöd nur, dass mir so spontan jetzt nicht wirklich ein österreichischer Politiker einfällt, den man hier nominieren könnte… (zumindest wenn man nur die aktuellen heranzieht). Habt ihr Ideen? Ich vermute ja stark, dass sich das Engagement für die Wissenschaft eher auf regionaler Ebene finden lassen wird als in der “großen” Politik.

P.S. Und zur Not kann man immer noch einen Negativpreis für den wissenschaftsfeindlichsten Politiker einführen…


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Kommentare (65)

  1. #1 Lichtecho
    24. Oktober 2010

    Haben wir nicht letztlich die Politiker, die wir verdienen? Jedesmal wenn auf Focus- oder ZEIT-Online (die beiden Seiten die ich regelmäßig besuche) von einem Zukunftsprojekt oder Grundlagenforschung die Rede ist, findet sich sofort ein bunter Strauß an Kommentatoren ein, die darüber schimpfen, für was unser Staat so alles Geld ausgibt. Die Leute wollen eben möglichst viel von ihren Steuern möglichst unmittelbar zurück haben. Dass unser Staat auch Zukunftsaufgaben hat und ein reiches Land wie unseres auch eine Verpflichtung hat, Menschheitsfragen nachzugehen, die über den vollen Bauch hinausgehen, wird nicht gesehen. Kann man es da Politikern verübeln, wenn sie lieber in Fußballstadien auf Wählerfang gehen oder wie Roth/Özdemir der aufgehetzten Meute hinterlaufen?

  2. #2 Florian Freistetter
    24. Oktober 2010

    @Lichtecho: “Kann man es da Politikern verübeln, wenn sie lieber in Fußballstadien auf Wählerfang gehen oder wie Roth/Özdemir der aufgehetzten Meute hinterlaufen? “

    Jein. Kommt halt drauf an, wie man sich den idealen Politiker vorstellt. Ist das einer, der einfach das macht, was die Mehrheit der Wähler gern will? Oder einer, der eine gewissen Vorstellung davon hat, wie die Dinge sein sollen und probiert, die Menschen davon zu überzeugen?

  3. #3 Fatmike182
    24. Oktober 2010

    Leider wirklich ein Oxymoron. Häupl wäre ja zB Naturwissenschaftler, über den Kurt Grünewald lass ich mir Richtung Wissenschaft auch nichts kommen. Dafür erhebe ich gegen die Unterstellung, Wissenchaftsminister seien w.affin Einapruch. wenn dem so wäre würde Ö besser dastehen.

  4. #4 Naria
    24. Oktober 2010

    “dann verliert man irgendwann den Anschluss an den Rest der Welt”
    Nur wenn die im Rest der Welt nicht genauso dämlich wären…

  5. #5 Andylee
    24. Oktober 2010

    nana, hier ist doch einer dieser österreichischen politiker *wink, hüpf*

    und er liest dein blog! und er empfieht es weiter!

    Sooo schlimm kann die situation also gar nicht sein 🙂

  6. #6 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Florian Freistetter

    Warum machen sie nicht einfach wissenschaftliche Entdeckungen, gehen damit an die Öffentlichkeit und verkaufen sie, wenn es doch so wertvoll ist für die Menschen, was sie zu bieten haben. Warum ist es von vornherein für sie klar, auf Kosten der Allgemeinheit leben zu müssen. Das würde ich gerne einmal wissen?

  7. #7 Lichtecho
    24. Oktober 2010

    Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Guido spricht nicht für “die Allgemeinheit”. Mir jedenfalls fallen tausend andere “Kosten der Allgemeinheit” ein, die ich zuerst streichen würde, bevor ich bei der Naturwissenschaft sparen würde.

  8. #8 Florian Freistetter
    24. Oktober 2010

    @Guido: “Warum machen sie nicht einfach wissenschaftliche Entdeckungen, gehen damit an die Öffentlichkeit und verkaufen sie, wenn es doch so wertvoll ist für die Menschen, was sie zu bieten haben. Warum ist es von vornherein für sie klar, auf Kosten der Allgemeinheit leben zu müssen. Das würde ich gerne einmal wissen? “

    Sorry, jemand der so einen primitiven, vorurteilbelasteten Unsinn von sich gibt, ist nicht satisfaktionsfähig…

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/06/der-wert-der-sinnlosigkeit.php

  9. #9 Gluecypher
    24. Oktober 2010

    @Guido

    Tja, mal wieder einer, der weiß, was gut für die Gesellschaft ist. Hier bist Du richtig.

  10. #10 NK
    24. Oktober 2010

    Ich habe mit dem Zugangserschwernisgesetz die Erfahrung gemacht, dass die Realität in der Politik nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt, von wissenschaftlichem Denken gar nicht zu reden.
    Es ist eigentlich traurig.

  11. #11 Guido
    24. Oktober 2010

    Was Gescheiteres fällt Dir dazu nicht ein? Nicht satisfaktionsfähig? Was soll das in diesem Zusammenhang heissen?

  12. #12 Florian Freistetter
    24. Oktober 2010

    @Guido: “Nicht satisfaktionsfähig? Was soll das in diesem Zusammenhang heissen? “

    Das ich jemanden der so einen Unsinn von sich gibt wie du intellektuell nicht für fähig genug halte eine vernünftige Diskussion zu diesem Thema zu führen und ich das deswegen auch nicht machen werden.

  13. #13 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Gluecypher

    Ich weiss es gar nicht so genau. Aber Ihr tut ja so als ob Ihr es ganz genau wüsstest.
    Und dabei sind es zum Grossteil hohle Phrasen.

  14. #14 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Florian Freistetter

    Du hast Nichts zu sagen dazu, das ist die einfache Wahrheit. Weil mein Vorwurf stimmt. Ihr würdet wahrscheinlich verhungern wenn ihr wirklich von eurer Arbeit leben müsstest. So lässt man sich vom Staat aushalten und versucht den Anschein zu erwecken, es sei unglaublich wertvoll was man tut. Es ist nutzlos und z.T. für die Menschen und ihr Leben gefährlich.

  15. #15 Gluecypher
    24. Oktober 2010

    @Guido

    Du hast Nichts zu sagen dazu, das ist die einfache Wahrheit. Weil mein Vorwurf stimmt. Ihr würdet wahrscheinlich verhungern wenn ihr wirklich von eurer Arbeit leben müsstest.

    Und Du würdest ohne die Arbeit und Leistung von Wissenschaftlern immer noch ohne elektrisches Licht, Kühlschrank und Internet existieren. Wobei, ein Guido ohne Internet hätte einen gewissen Charme, dann müssten wir Dein hohles Geschwafel nicht ertragen. Aber hey, von jemandem, der Lichtnahrung für eine ernsthafte Hypothese hält, kann man nichts anderes erwarten.

    Was mich zu der Frage bringt: “Was leistest Du denn nützliches für die Menschheit und kannst Du davon Leben?”

  16. #16 Maulwurf
    24. Oktober 2010

    @ Guido
    Nö, ich kann verdammt gut von meiner Arbeit als Chemiker leben. Und das schönste daran, Du bezahlst täglich für die Produkte welche ich herstelle.
    Da du aber offentsichtlich keine Ahnung hast, geh in den Garten und spiele

  17. #17 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Lichtecho

    Die da wären?
    Die anderen Sparmöglichkeiten, meine ich.
    Ich kann nur für mich sprechen als ein Mitglied der Allgemeinheit, die mit ihren Steuern den Wissenschaftsbetrieb ermöglicht. Und so finde ich es angemessen nachzufragen, was da mit auch meinem Geld gemacht wird.

  18. #18 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Maulwurf

    Ich fürchte Du hast recht, dass ich Dir hin und wieder was von Deinem Gerümpel abkaufe, weil es zu gut getarnt ist. Das ist aber noch kein Argument für den wirklichen Wert.

  19. #19 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Gluecypher

    Zuerst bist Du dran. Wovon lebst Du.

  20. #20 Gluecypher
    24. Oktober 2010

    Ich will mal nicht so sein und Dir die unverdiente Antwort geben: Werkstoffwissenschaftler, in einem produzierenden Betrieb tätig und ohne mich gäbe es keine 22nm Microchips. Stichwort: Wafer-Chucks. Also das, was Du in Deinem Computer verwendest, um Deine halbgaren Hirnfürze hier abzuladen.

  21. #21 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Gluecypher

    Man kann ohne elektrisches Licht, Kühlschrank und Internet wunderbar leben.
    Tausende Jahre ist man ohne diese Dinge ausgekommen.
    Und hat recht gut gelebt. So wichtig sind diese Dinge nicht, wenn man das Leben anders organisiert. Ich habe das selbst einmal ein Jahr probiert im Dschungel in Indien und es war eine schöne Zeit. Eure Errungenschaften sind entbehrlich, nur wollt ihr das halt nicht einsehen. Oder gab es zu Mozarts Zeiten Kühlschränke oder Internet? Dass ihr damit die Natur so versaut habt, dass man nur mehr schwer direkt davon leben kann, wirst Du ja wohl nicht im Ernst als Argument anführen.
    War Sokrates ein Idiot weil er keinen Kühlschrank hatte?

  22. #22 Maulwurf
    24. Oktober 2010

    @ Guido,
    nö es ist nicht getarnt. Kann jeder sehen das es Kunststoff ist (sogar ohne entsprechende Ausbildung).

  23. #23 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Gluecypher

    Ohne dich gäbe es keine 22nm Microchips.
    Ok, ersten glaube ich Dir das nicht weil sie sonst wahrscheinlich dein Kollege
    erfunden hätte. Und zweitens kann ich mir eine Welt ohne 22nm Microchips
    wunderbar vorstellen. Sie würden mir nicht abgehen. Das Argument, das ich dann das jetzt nicht am Computer schreiben könnte, ist nicht wirklich intelligent.

  24. #24 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Maulwurf

    Du meinst das Zeug das nicht recyclebar ist und auf ewige Zeiten unseren Planeten versauen wird. Meinst Du das?

  25. #25 Gluecypher
    24. Oktober 2010

    @Guido

    Man kann ohne elektrisches Licht, Kühlschrank und Internet wunderbar leben.
    Tausende Jahre ist man ohne diese Dinge ausgekommen.

    Ach jaaaaaaaa, ich vergaß, früüüüüher war ALLES besser. Macht ja nichts, dass Du Dir heute keine Sorgen mehr machen musst, an Lebensmittelvergiftung abzukratzen. Stichwort: durchgehende Kühlkette. Und dass Du heute doppelt so lange leben kannst, als vor …sagen wir mal …..200 Jahren macht ja nichts. Und dass Du heute Deine Scheisse mit Wasser in einer Qualität runterspülen kannst, die 1 Milliarde Menschen nicht zum trinken haben, auch egal. Und dass vor 200 Jahren 2 von 5 Kindern nicht die Pubertät erlebt haben, weil sie an – heute vermeidbaren oder behandelbaren – Krankheiten abgekratzt sind. D’rauf geschissen! Früher war alles viel geiler! Und dass 3% Deiner Steuergelder für so unverantwortlichen Unfug wie Bildung und Wissenschaft ausgegeben werden ist ja auch wirklich eine bodenlose Unverschämtheit! Komischerweise haben so ziemlich alle, die die glorreiche Alte Zeit &trade in den Himmel loben, einen Kühlschrank, elektrisches Licht und (dummerweise) auch einen Computer mit I-Net-Zugang zuhause und nutzen auch sonst schamlos die Früchte der Wissenschaft, die ja abgrundtief böse ist. Benutzt Du Deinen Kopp’ auch zum denken oder hast Du den bloss, weil es blöde aussieht, wenn die Haare direkt aus dem Hals wachsen?

  26. #26 pal
    24. Oktober 2010

    @ Florian

    Bitte bereite dem ein Ende. Dieser dumpfe Grundsatztroll möchte ohne Wissenschaft leben. Gewähre ihm doch die Gefälligkeit und lass ihn woanders trollen. Zum Thema kam jetzt m.E. auch nichts, also kein Verlust.

  27. #27 Maulwurf
    24. Oktober 2010

    @ Guido
    genau das meine ich, doch auf Ewig?
    Deine Aussage zeigt mal wieder wie wenig Ahnung du hast!

  28. #28 Gluecypher
    24. Oktober 2010

    Ok, ersten glaube ich Dir das nicht weil sie sonst wahrscheinlich dein Kollege
    erfunden hätte. Und zweitens kann ich mir eine Welt ohne 22nm Microchips
    wunderbar vorstellen.

    Ich habe sie nicht erfunden, sondern ich sorge dafür, dass sie auf den MArkt kommen. Wir liefern unverzichtbare Teile für die Herstellung. Und nein. Sokrates war kein Idiot, weil er keinen Kühlschrank hatte, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er gerne einen gehabt hätte.

    Also los, schmeiss Deinen Kühlschrank weg, melde Deinen I-Net-Zugang ab, klemm die Stromversorgung in Deiner Wohnung ab und dreh’ den Haupthahn zu. Deiner Meinung nach geht Dir dann ja nichts ab. Und dann kannst Du ja Florian Deinen nächsten Post auf Papyrus an seine Adresse schicken, er kann ihn ja dann hier eintippen. Ach neee, scheisse, geht ja auch nicht, da die Post sich ja auch auf die pööööhse, pöööhse Technologie verlässt. Musst Du eben ein paar Stafetten-Läufer organisieren, die den Brief weitertragen, genauso wie zu Sokrates’ Zeiten.

    Meine Hacke, bist Du ein ignoranter Troll!

  29. #29 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Gluecypher

    Du musst nicht gleich ausflippen, wir können da schon eine grundsätzliche Diskussion führen. Freistetter beklagt die ach so unfreundliche Politik, die ihm nicht das Geld schubkarrenweise in den Rachen stopft damit er die “Dynamik extrasolarer Planeten und die Probleme virtueller Observatorien” erkunden kann, was mich zur bescheidenen Frage veranlasst wozu das gut ist, da ich es ja bezahlen muss.
    Das wird man ja noch fragen dürfen. Denn das Argument bei nicht offensichtlich erkennbarem Nutzten handle es sich automatisch um Grundlagenforschung, halte ich für äusserst zweifelhaft.
    Das Rad ist sowieso nicht zurückzudrehen nur könnte man es halt drastisch verlangsamen was mir mehr als sinnvoll erscheinen würde. Auch für die Beteiligten.
    Wahrscheinlich nicht für Alle, aber für die, die sinnvollerweise in diesem Betrieb arbeiten.

  30. #30 Guido
    24. Oktober 2010

    @ pal

    Junger Freund, Du musst nicht gleich nach Zensur schreien, nur weil man etwas grundsätzlicher diskutieren will. Ich weiss schon dass ich in dieser Welt lebe und
    komme auch mit den Dingen ganz gut zurecht. Ich habe sogar Teile aus Plastik zuhause. Nur darüber reden wird man ja noch dürfen, wen sich einer beklagt, dass
    die Politik zu ihm so unfreundlich ist und ihn nicht entsprechend alimentiert,
    wo er doch zu den grössten Wohltätern der Menschheit sich zählen darf.
    Das ist es eben, woran ich zweifle. Ich will einfach auf die Janus-Köpfigkeit der Profession hinweisen. Die sich immer mehr herausstellt, wie ich meine.

  31. #31 pal
    24. Oktober 2010

    @ Alter Troll

    Sinnloses Genöle ist keine Diskussion.

  32. #32 S.S.T.
    24. Oktober 2010

    @Guido

    Nutzen von Forschung? Besser gesagt Nutzen von Grundlagenforschung? Wenn man das so genau vorhersagen könnte! Es wird in zahllose Richtungen geforscht, denn wo genau man die erquickenden Oasen (schön näch?) findet, weiß niemand, noch nicht mal der Wind.

    Falls Du tatsächlich mal Wert auf eine Liste von ‘nutzlosen’ Grundlagen legst, gib Laut. Die Liste ist ziemlich lang.

    Mach ein paar Vorschläge: Was sollte man genau wie und mit einem Minimum an Aufwand erforschen? Aber etwas, dass noch nicht in der Mangel ist.

    Wäre man im Besitz einer Kristallkugel ließe sich der Forschungsaufwand vermutlich auf 1% drücken. Also sollte man sich an die Erforschung von Kristallkugeln machen?!

    Irgendwann hieß es mal, dass man so 5.000-10.000 neue Verbindungen für ein neues Arzneimittel braucht. Falls Dir eine Abkürzung bekannt sein sollte, her damit, und Dir den Nobelpreis.

    Und in Dein Stammbuch: Forschung, insbesondere Grundlagenforschung ist ein höchst undankbares und schwieriges Gebiet; die Goldtöpfchen am Ende des Regenbogens sind höchst rar. Und dennoch verdankst Du einen Großteil Deines Wohlstands der Forschung, die hier getrieben wird und getrieben wurde.

  33. #33 Sputnic
    24. Oktober 2010

    Merkt ihr nicht, wie ihr diesen Troll anfüttert? Er wird sein esoterisches Geschwurbelkonglomerat absondern, so lange er Beachtung findet, obwohl er weiß, dass er niemanden überzeugen kann. Jedes valide Argument wird hingegen nur seine Weltverschwörung stärken.

  34. #34 Sputnic
    24. Oktober 2010

    Hier gibt es bestimmt auch was zu Lichtnahrung
    http://knowyourmeme.com/memes/troll-science-troll-physics

  35. #35 S.S.T.
    24. Oktober 2010

    @Sputnic

    Leider hast Du recht. Andererseits sollte man aber auch solche Pseudoargumente nicht unkommentiert lassen. Ggf. könnte Jemand auf die Idee kommen, dass man keine besseren Argumente hätte. Außerdem macht es gelegentlich Spaß mit einem Troll zu spielen: Kss, kss, komm, fass.

  36. #36 Guido
    24. Oktober 2010

    S.S.T.

    Menschen habe auch ohne Wissenschaft gelebt, und nach ihrer Hinterlassenschaft zu urteilen nicht so schlecht. Also ist dein Credo einfach nicht wahr.
    Und Deine Goldtöpfchen wahrscheinlich verzichtbar. Und damit ein Grossteil des Betriebs. Das das für die Beteiligten nicht so angenehm ist, liegt in der Natur der Sache. Ist aber für die Wahrheitsfindung nicht wirklich von Belang.
    Dieser Riesenbetrieb ist drauf und dran immer mehr faule Eier zu produzieren.
    Die Tierarten, die am Aussterben sind oder schon ausgestorben sind, wird uns niemand zurückgegen können, auch wenn die Wissenschaftler noch so ein grosses Maul haben.
    Detto die Pflanzen. Wenn sie weg sind sie weg. Unwiderruflich. Sie sind durch den
    22nm Microchip nicht zu ersetzen. Auch ohne Kristallkugel könnte man den Wissenschaftsbetrieb beschränken, was über kurz oder lang sowieso passieren muss.
    Jedes 5. Kind leidet an seelischen Störungen, die Medizin ist machtlos obwohl diese Forschungen Milliarden verschlungen haben. Der Machbarkeitswahn der diese Profession beflügelt, wird meiner Meinung nach hauptsächlich von Hoffnung und Lügen getragen.
    Wieviel davon man wirklich braucht, um einen vernünftig Betrieb aufrecht zu erhalten, weiss ich nicht. Ich bin mir aber sicher sehr viel weniger als es heute gibt.
    Da liegt ein risiges Einsparungspotenzial, ohne irgendwem zu schaden, höchsten dass halt Beteilgte ihre Arbeit verlieren. Aber ich denke, das muss man in Kauf nehmen.

  37. #37 Anhaltiner
    24. Oktober 2010

    Scheint ja gerade groß in Mode zu sein zu sagen: “Weil ich Steurn zahle, werde ich wohl einzelne Projekte in Abrede stellen dürfen!” Wer am Freitag Zeit hatte konnte einen 7-Stündigen Crash-Kurs in Verkehrsplanung und Eisenbahntechnik verfolgen (auch auf youtube zu sehen). Halbe Energietechniker, Klimatologen, Vogelkundler und Meeresbilogen sind wir ja schon (und -innen!) Wurde nun mal Zeit zum Futurologen ausgebildet zu werden.

    Ich persönlich finde es spannend wie alte, längst vergessene, Forschung wieder aktuell wird.
    Die Frage “Wie halte ich Wehrmachtspanzer am Laufen” ist ja wieder aktuell geworden.

  38. #38 S.S.T.
    24. Oktober 2010

    @ Sputnic

    O.k. der letzte Beitrag vom @Guido hat mich überzeugt. Dont feed the Trolls.

  39. #39 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Anhaltiner

    Nur geht es halt auch nicht so dass man sagt : Ich bin der Fachmann und du hältst die Schnauze und bezahlst. So funktioniert das jetzt und ich meine das das geändert werden sollte.

  40. #40 Bjoern
    24. Oktober 2010

    @Guido:

    Ich bin der Fachmann und du hältst die Schnauze und bezahlst. So funktioniert das jetzt und ich meine das das geändert werden sollte.

    Dann mach’ doch mal einen konstruktiven Vorschlag, was genau geändert werden soll. Soll deiner Ansicht nach die Allgemeinbevölkerung, ohne jegliche Kenntnisse, um was es eigentlich geht, bestimmen, welche Forschungen finanziert werden oder nicht? Oder wie stellst du dir das vor?

  41. #41 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Bjoern

    schwierig, Ich bin kein Fachmann des Betriebs.
    Kürzung der Mittel. (zumindest ein Einfrieren)
    konkrete Ziele der Forschung müssen definiert werden.
    Die Menschen haben ein Recht zu wissen, was mit ihrem Geld geschieht.
    Bei Nichterreichen in angemessener Zeit muss es möglich sein, dass Projekt abzustellen.
    Die Zahl der Studierenden sollte beschränkt werden.
    Durch ein Probejahr und oder durch Aufnahmsprüfungen (Akademien haben das schon lange). Eine(r) der wirklich passioniert ist schafft auch eine Karriere wenn er einmal abgewiesen wird. Das ist sowieso schon im Gange. Den Menschen sollte so früh wie möglich reiner Wein eingeschenkt werden über die Karrieremöglichkeiten in der Wissenschaft um ihnen eine Umorientierung so früh wie möglich zu ermöglichen Betrügereien (abgeschriebene Dissertationen) müssen härter bestraft werden.
    (einfach durch Aberkennung des Titels) und zwar auch wennn es einen Wissenschaftsminister betrifft.
    Mehr Augenmerk auf Wissenschafts-Ethik
    Das gilt für die Hochschulen und den subventionierten Betrieb.

    Krasse, offensichtlich absichtliche Fälschungen bei Studien um einen Vorteil zu erzielen ziehen eine Berufsverbot nach sich.
    Die Industrie muss von Gesetz wegen für Folgeschäden der Anwendung von Erfindungen haftbar gemacht werden. Das wäre ein ganz wichtiger Punkt.
    Der angerichtete Schaden muss zumindest finanziell vergütet werden.
    Das würde die Reihen lichten.
    Am Besten wäre natürlich, die Wissenschaft würde ihren Dünkel auf ein Mindestmass beschränken und einsehen, dass sie nicht nur segensreiches über die Menschheit gebracht haben. Aber das ist wohl naiv.
    Situationen, wie in der Medizin, wo man jahrelang vom Dogma ausgeht, dass es für jede Krankheit ein Gen gibt und dieses man nur auffinden müsse, sind bei näherer
    Überlegung einfach schwachsinnig. Trotzdem wurden da Milliarden investiert um am Ende kleinlaut eingestehen zu müssen, dass das so nicht stimmt.

  42. #42 Maulwurf
    24. Oktober 2010

    @Guido
    Krasse, offensichtlich absichtliche Fälschungen bei Studien um einen Vorteil zu erzielen ziehen eine Berufsverbot nach sich.
    Genial Deine Forderungen. Dadurch hätten wir keine Homöopathie mehr, keine Esoterik mehr usw. Wo kannn ich unterschrieben?

  43. #43 Schmidts Katze
    24. Oktober 2010

    Jawoll, Forscher in die Produktion!!!

    Bei der Ernte helfen statt Sterne gucken!
    Am Fließband sitzen statt Protonen kollidieren lassen!

    Ach nee, Fließband gäb’s dann ja gar nicht.

    Mann, Mann.

  44. #44 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Schmidts Katze

    Wer hat das gesagt? Lesen wirst Du ja wohl können.

  45. #45 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Maulwurf

    Du musst Dir wohl die richtige Lüge überlegen. Zuerst heisst es dass Alle Studien belegen, dass Homöopathie Nonsense ist. Jetzt behauptest Du das die Studien gefälscht sind. Was stimmt jetzt?

  46. #46 Basilius
    24. Oktober 2010

    @Guido
    Ach je, das sind aber recht naive Vorstellungen davon, wie einfach es wäre, alles im Leben besser und richtiger zu machen. Was meinst Du wievielen Menschen Du ziemlich empfindlich auf die Füße trittst allein schon mit der mehr als vage definierten Forderung:

    Bei Nichterreichen in angemessener Zeit muss es möglich sein, dass Projekt abzustellen.

    Ich bezweifle nicht, daß Du nur die besten Absichten hast. Aber leider geht das im Leben nicht so einfach. Wer bestimmt, was die “angemessene Zeit” ist? Du, oder ich? Wenn Du das bestimmst, was glaubst Du, wieviele andere dagegen sind? Und wahrscheinlich auch noch gute Gründe dafür haben? Das selbe Spiel gilt für so ziemlich alles andere, was Du angeführt hast. Tut mir leid, aber so so einfach ist das nicht.

  47. #47 Maulwurf
    24. Oktober 2010

    @ Guido
    Sie sind ein Meister der Schopenhauer to go Diskussion (http://www.stupidedia.org/stupi/Schopenhauer_to_go)
    Als geh in der Fussgängerzone und nerve andere Menschen mit Deinem Nonsens.

  48. #48 Schmidts Katze
    24. Oktober 2010

    Was hast du denn damit gemeint:

    Ihr würdet wahrscheinlich verhungern wenn ihr wirklich von eurer Arbeit leben müsstest.

    Da liegt ein risiges Einsparungspotenzial, ohne irgendwem zu schaden, höchsten dass halt Beteilgte ihre Arbeit verlieren.

  49. #49 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Schmidts Katze

    Klar ist man im nachinein immer gescheiter, nur wenn man bedenkt was in den Wissenschaftsbetrieb Geld reingeflossen ist, um z.B. eine Atombombe zu erfinden,
    die ganze Städte im Handumdrehen vernichtet und Schäden anrichtet für Generationen oder Die Krebsforschung die bisher Milliarden verschlungen hat ohne dass auch nur Einer weiss, was Krebs genau ist, dann sehe ich hier schon gewaltige Einsparungspotentiale.

  50. #50 Guido
    24. Oktober 2010

    @ Basilius

    Klar ist das naiv, das weiss ich schon, es sind auch nur Gedanken, wie man der Sache Herr werden könnte. Es ist so naiv wie der Gedanke, man könnte den Drogenhandel völlig unterbinden. Auch da würde man Einigen empfindlich auf die Zehen steigen. Was wirklich passieren wird, ist das sich die Menschen einfach von der Wissenschaft abwenden werden, weil immer mehr draufkommen, dass zwischen den Erfindungen der Wissenschaft und der Klima und den sonstigen Katastrophen ein Zusammenhang besteht. Und es ist zu befürchten, dass uns kommende Generationen dafür verfluchen werden, was wir ihnen hinterlassen.

  51. #51 Basilius
    24. Oktober 2010

    @Guido
    Daß wir durchaus verantwortlich sind, für das was wir unseren nachfolgenden Generationen so hinterlassen ist selbstredend und muß ich doch wohl nicht extra betonen? Aber was hat das mit Grundlagenforschung zu tun? Daß es in Ungarn in der Aluminiumfabrik zu so einem schlimmen Unfall gekommen ist, ist doch nicht direkt die “Schuld” der Wissenschaft. Oder ist die Wissenschaft direkt an so einer Geschichte wie Brent Spar “schuld”? Das Argument, daß es uns allen ohne die Wissenschaft besser ginge ist eine romantische Vorstellung, welche sich nur ein paar Menschen in den wohlhabenden Industrienationen leisten können. Diese Vorstellung ist aber falsch und will nur einseitig negative Entwicklungen sehen, verkennt aber die schlichte Tatsache, daß letztlich allein dank der Wissenschaft in den letzten c.a 100-150 Jahren die Lebenserwartung um das doppelte zugenommen hat. Die Frage, ob es und damit jetzt besser geht wird schon allein dadurch beantwortet, daß letztlich fast keiner auf diese Errungenschaften ernsthaft verzichten will. Unsere Nachfolgenden Generationen können von uns mit der gleichen Berechtigung verlangen, daß wir uns gefälligst jetzt sofort auf den Hosenboden setzen und unser Gehirn anstrengen, um ein paar Lösungen für die Zukunft zu finden. Jetzt auf Grundlagenforschung zu verzichten oder Projekte einfach zu stoppen kann eine völlig fahrlässige Vernachlässigung darstellen. Oder sollen wir einfach weiter in den Tag hinein leben? Unsere Enkel können sich dann ja irgendwann mal Gedanken machen, wenn es ihnen wichtiger vorkommt? Wenn wir Ihnen die ganze Forschungsarbeit und das ganze Aufräumen hinterlassen werden sie uns zu recht verfluchen. Schon mal von der Seite aus betrachtet?

  52. #52 TheBug
    24. Oktober 2010

    Warum verirren sich denn so viele Vollpfosten auf diesen Blog? Es steht doch “Science” im Titel, also nicht unbedingt für Leute mit einem IQ unter Raumtemperatur (in Celsius) geeignet.

    @Guido: Tu doch mal der beschworenen Allgemeinheit einen Dienst und entferne Dich aus dem Genpool. Ach, sorry, Dachlatten wie Du wissen ja nicht mal was das ist. Also ganz einfach: Erschieß Dich Du Blindgänger.

    Ist ja echt unerträglich, dass das Bildungsprekariat sich unkontrolliert im Internet bewegen darf und das alles von unseren Steuergeldern über Hartz IV finanziert. Kommende Generationen werden uns noch dafür verfluchen, dass wir solche Fehlentwicklungen nicht mit nassen Waschlappen erschlagen haben.

  53. #53 Florian Freistetter
    24. Oktober 2010

    @Guido: “Du hast Nichts zu sagen dazu, das ist die einfache Wahrheit.”

    Ich hab jede Menge zu diesem Thema zu sagen und auch schon gesagt. Hier z.b.http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/05/das-zentrale-lemma-uber-die-anwendung-neuer-technologien.php oder hier http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/10/krebs-neid-bomben-und-ein-pladoyer-fur-die-grundlagenforschung.php oder hier http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/06/der-wert-der-sinnlosigkeit.php

    Aber jemand der mit so primitiv-dummen Vorurteilen wie du hier ankommt, den halte ich nicht für fähig hier auf Augenhöhe mitzudiskutieren. Wenn du tatsächlich so dumm bist und meinst, Grundlagenforschung wäre Zeitverschwendung (oder man könne vorher festlegen, was “sinnvolle” Forschung ist und was nicht), dann hast du so viele wesentliche Dinge nicht verstanden das es keinen Zweck macht, dir das zu erklären. Da ists besser, du bleibst in deiner dumpfen, primitiven Trollecke hocken und nervst hier nicht weiter rum.

  54. #54 Florian Freistetter
    24. Oktober 2010

    @The Bug: Auch wenns schwer fällt: bitte halbwegs höflich bleiben…

    @Guido: Warum treibst du dich eigentlich noch hier im Internet rum? Mach dich auf in den Wald; weg von der bösen Wissenschaft die alles kaputt macht. Vom genütlichen Zuhause aus (rate mal, wem du das verdankst?) kann jeder schimpfen. Sei konsequent und verzieh dich in die wissenschaftsfreie Höhle – dort gehts dir sicher besser. Ich hab jedenfalls keine Lust mehr mich mit dem völligen Unsinn rumzuärgern den du von dir gibst (allein was du über die Krebsforschung sagst…).

  55. #55 TheBug
    25. Oktober 2010

    @florian: Sorry, das war das Äusserste was ich dazu hin kriegen konnte 😉

    Immer wieder bemerkenswert wie sich die Leute, die Grundlagenforschung ablehnen, im rein kommerziell entstandenen Internet herumtreiben, als wenn es DARPA und CERN nicht geben würde.

  56. #56 Costa
    25. Oktober 2010

    Hi,

    uhm, grade läuft Harry Potter im Fernsehn – die sich dort tummelnden Trolle sind aber deutlich weniger beharrlich.

    Aber mal im Ernst, was ist das denn für eine Vorstellung: Die Wissenschaft als Entität, eine klar definierte Gruppe von Menschen mit klar definierten Zielen. Lebt nur ein Mensch auf der Erde, wird er vermutlich versuchen, sich dieses Dasein angenehmer zu gestalten. Auch jener wird feststellen, dass mehr Rüben anzubauen weniger erfolgreich zum Ziel führt, als Kenntnisse über das Leben und die Umwelt an sich.
    Analog verhalten sich X Menschen, nur dass sie von den (Er-)Kenntnissen der anderen profitieren.
    Das ist aber nicht ‘Die Wissenschaft’, sondern dieser Teil des menschlichen Verhaltens – strukturiertes Vorgehen inkludiert – wird Wissenschaft genannt. Jeder Anwesende dürfte zustimmen, dass einige ‘Projekte’ ziemlich in die Hose – euphemistisch ausgedrückt – gegangen sind, aber dieses Risiko birgt jeder neue Tag und jeder neue Schritt. In der Annahme, dass es keinen Gott gibt/gab, der die Welt und ihre Teile zusammenfügte, halte ich es für Schwachsinn, die Menschen/die Menschheit und die Wissenschaft zu trennen, d.h. anzunehmen, dass ‘die Wissenschaft’ irgendwann in die Welt gebracht wurd. Es ist romantisierend, anzunehmen, wir/ihr/sie könnten zu irgendeinem Zustand zurückkehren und würden besser leben. Jeder Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte ist auch Teil der Wissenschaftsgeschichte. Einen Ausschnitt herzunehmen und einem anderen überlegen zu erklären ist ignorant und wohl auch dumm. Fehler der Wissenschaft zuzuschreiben, heißt Fehler dem menschlichen Verhalten zuzuschreiben. Dieses Verhalten zu negieren führt zu nix und ist nicht diskutabel, denn es ist wesentlicher Bestandteil dessen, was uns alle ausmacht (auch Erkenntnisstheorie, Geschichtsforschung etc. ist Wissenschaft). D.h. natürlich nicht, einen Persilschein auszustellen, aber aus Fehlern zu lernen ist eben auch Teil der Wissenschaft. Ohne dieser würden wohl viele morgens aufwachen und sich erneut wundern, warum die Privat-Destille wieder mal explodiert ist – sofern sie es soweit gebracht haben.
    Auch ich glaube, dass grade die Grundlagenforschung hin und wieder mal verständlich erklären muss, was sie treibt. Aber das braucht auch Zuhörer; und es scheint tatsächlich manchmal so, als ob Fußball und halbseidene Versprechungen der Esotherikbewegung mehr Aufmerksamkeit erregen und die basalen Bedürfnisse besser befriedigen als eben etwas Knoffhoff.

    @Guido
    “Die Menschen haben ein Recht zu wissen, was mit ihrem Geld geschieht.” – Das haben sie und sie haben es! Jeder kann es wissen, wenn er es möchte; ob er es versteht ist eine andere Frage. Aber frag mal 80 Mio. Bürger und bringe deren Meinung unter einen Hut!

    “Die Zahl der Studierenden sollte beschränkt werden.” – Und alle solten was werden? Landwirte? (schnell mal bei Google geschaut:) Ein Landwirt ernährt heute 133 Menschen, um 1900 nur 4. Danke Wissenschaft! Zurück zur Subsistenzwirtschaft hieße, einen Großteil der Bevölkerung sterben zu lassen oder massive Umweltverschmutzung in Kauf zu nehmen.
    “Durch ein Probejahr und oder durch Aufnahmsprüfungen” – das ist das Studium! ‘Wissenschaft” und nicht “Wissen ist geschaffen” – die Erfolge vorher abzusehen ist absurd.
    “Augenmerk auf Wissenschafts-Ethik ” – ‘Mehr’ habe ich nicht zitiert, da du sicher auch nicht weißt, wie hoch der Augenmerk heute ist. Eine Kernkraftwerksexplosion erzeugt enorme Aufmerksamkeit und läßt die Arbeit all der ethtisch-korrekten Forscher verblassen. Falsche Risikorechnung.
    “Krasse, offensichtlich absichtliche Fälschungen […] Berufsverbot” – denke, dass der Wissenschaftsbetrieb schon dafür sorgt. Ob das auch im produzierenden Gewerbe so ist, wage ich zu bezweifeln.
    “Industrie muss von Gesetz wegen für Folgeschäden der Anwendung von Erfindungen haftbar gemacht werden.” Das ist begrenzt schon so; dem Entdecker aber alle Folgeschäden anzurechnen wäre wohl etwas unfair. Aber ich stimme bedingt zu: Alle möchten nutznießen bis die Folgekosten zu tragen sind.
    “Am Besten wäre natürlich, die Wissenschaft würde ihren Dünkel auf ein Mindestmass beschränken…” – sofern ein Mindestmaß erlaubt ist! Ich würde dich, Guido, bitten, deine Düklen mal gründlich zu überdenken.
    “Situationen, wie in der Medizin, wo man jahrelang vom Dogma ausgeht, dass es für jede Krankheit ein Gen gibt und dieses man nur auffinden müsse, sind bei näherer
    Überlegung einfach schwachsinnig.” – Was soll das denn? Mein Freund hat Krebs und kein Arzt hat ihm irgendwelche blödsinningen Versprechungen gemacht – aber sie haben ihm geholfen und er kann noch ‘nen bißchen weiterleben. Ich glaube aber tatsächlich, dass die Wahrnehmung und die Berichterstattung oft nicht die Realität wiederspiegeln. Wenn Galileo mal wieder berichtet, ‘Wissenschaftler haben bewiesen, dass …’ – und das geglaubt wird, liegt der Mangel nun wirklich nicht bei der Wissenschaft sondern beim Rezipienten. Die Liste der Krankheiten, die erst in den letzten 100 Jahren geheilt werden können, dürfte recht lang sein. Und über meinen Freund würde ich ohne entsprechende Fortschritte ausschließlich in der Vergangenheitsform reden. Erwartest du 100%ige Trefferquoten?

    Ich vermute, dass auch solch ein langer Beitrag sinnfrei ist und eigentlich auf den Inhalt diverser Vor-Poster hätte verdichtet werden können, aber…

    Sofern ich mich nicht irre, ist es Florians Anliegen, über die Grundlagenforschung zu berichten und ‘Rechenschaft’ abzulegen. Das Wirken beschränkt sich nicht auf Berichte über neue Erkenntnisse in der Himmelsmechanik, sondern bezieht das dadurch gewonnene Wissen in diversen ‘populärwissenschaftlichen’ und aufklärerischen Beiträgen ein. (Ein – meines Erachtens nach – zu wenig genanntes Argument für LHC etc. ist ja auch die durch solche Projekte gewonnene Erfahrung für das produzierende Gewerbe.)

    To make a long story short: Vereinfachen ist immer blöd!

    Grüße
    Costa

  57. #57 Bjoern
    25. Oktober 2010

    @Guido: So – zwar spät, aber hier auch noch mein Senf dazu.

    schwierig, Ich bin kein Fachmann des Betriebs.

    Du spielst dich aber wie einer auf!

    Kürzung der Mittel. (zumindest ein Einfrieren)

    Und wer entscheidet wie, die Mittel für was gekürzt / eingefroren werden?

    konkrete Ziele der Forschung müssen definiert werden.

    Wenn du “konkrete Ziele” in dem Sinne meinst “das und das soll nachher rauskommen”: das wird schon seit Ewigkeiten gemacht. Wenn du “konkrete Ziele” in dem Sinne meinst “das und das soll nachher an konkreten Anwendungen dabei rausspringen”: das ist in vielen Bereichen der Forschung praktisch unmöglich.

    Die Menschen haben ein Recht zu wissen, was mit ihrem Geld geschieht.

    Haben Sie. Jeder kann sich jederzeit informieren. Dafür haben Universitäten z. B. Homepages, falls das dir noch nicht aufgefallen ist…

    Bei Nichterreichen in angemessener Zeit muss es möglich sein, dass Projekt abzustellen.

    Wie oben schon Basilius fragte: wer legt fest, welche Zeit angemessen ist?

    Die Zahl der Studierenden sollte beschränkt werden.

    Äh, dass wir eh schon einen Fachkräftemangel haben, macht ja nichts, oder…?

    Den Menschen sollte so früh wie möglich reiner Wein eingeschenkt werden über die Karrieremöglichkeiten in der Wissenschaft um ihnen eine Umorientierung so früh wie möglich zu ermöglichen

    Über Berufschancen in allen möglichen Berufen kann man sich jederzeit selbst informieren, und in den meisten Schulen gibt es eine Berufsberatung. Warum sollte man ausgerechnet über die Wissenschaft noch mehr aufklären?

    Die Industrie muss von Gesetz wegen für Folgeschäden der Anwendung von Erfindungen haftbar gemacht werden. Das wäre ein ganz wichtiger Punkt.
    Der angerichtete Schaden muss zumindest finanziell vergütet werden.

    Das (und einige andere deiner Punkte, auf die ich nicht näher eingegangen bin) hat jetzt aber mit Wissenschaft nicht mehr so viel zu tun…

    Am Besten wäre natürlich, die Wissenschaft würde ihren Dünkel auf ein Mindestmass beschränken und einsehen, dass sie nicht nur segensreiches über die Menschheit gebracht haben.

    Wie schon andere bemerkten: “die Wissenschaft” als monolithischen Block gibt es nicht. Aber sehr vielen, wohl den meisten, einzelnen Wissenschaftlern ist es sehr wohl bewusst, dass sie “nicht nur segensreiches über die Menschheit gebracht haben”.

    Aber ist dir eigentlich klar, dass das nicht nur die Schuld der Wissenschaft ist? Die Wissenschaft stellt Erfindungen zur Verfügung – was die Menschheit dann damit macht (gutes oder böses), ist nicht mehr die Entscheidung der Wissenschaft, sondern der Gesellschaft als Ganzes! Also hör’ bitte auf, so zu tun, als wäre alleine die Wissenschaft schuld an Atombomben, Klimawandel usw.

    Situationen, wie in der Medizin, wo man jahrelang vom Dogma ausgeht, dass es für jede Krankheit ein Gen gibt und dieses man nur auffinden müsse, sind bei näherer Überlegung einfach schwachsinnig. Trotzdem wurden da Milliarden investiert um am Ende kleinlaut eingestehen zu müssen, dass das so nicht stimmt.

    Wäre mir neu, dass es in der Medizin je so ein Dogma gab. Belege diese Behauptungen bitte.

    …ohne dass auch nur Einer weiss, was Krebs genau ist,…

    Bitte was?!? Was Krebs ist, ist gut bekannt – nur wie er entsteht, ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt! Und falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte: wir können heutzutage weit mehr Krebsarten weit verlässlicher heilen als noch vor 50 Jahren. Hat die böse, böse Krebsforschung also nicht vielleicht doch etwas gebracht…?

  58. #58 TheBug
    25. Oktober 2010

    Die Zahl der Studierenden sollte beschränkt werden.

    Ja, alle Macht den Deppen.

    Typisches Verhalten des Bildungsprekariats, Wissen ist suspekt und soll unterdrückt werden. Wie wäre es denn noch mit ein paar Scheiterhaufen für Leute die zu viele Fragen stellen?

  59. #59 JV
    25. Oktober 2010

    Die Industrie muss von Gesetz wegen für Folgeschäden der Anwendung von Erfindungen haftbar gemacht werden. Das wäre ein ganz wichtiger Punkt.

    Wenn jemand mit dem Auto einen Menschen umfährt, muss also Daimler zahlen?

  60. #60 Bullet
    25. Oktober 2010

    omg.

    Oh Emm Geh.
    Ich will ja jetzt nicht rumschreien, aber Gluecyphers Bonmot “halbgare Hirnfürze” trifft es ziemlich gut. Costas Kommentar hatte ich auch schon in den Fingerspitzen.

    Und ja: Sokrates hätte wahrscheinlich vom exzessiven Ausüben einer Tätigkeit, die ich hier nicht nennen darf, einen Krampf in seiner motorischen Haupthand bekommen, wenn er einen Kühlschrank samt fließwasserbetriebenem Generator gehabt hätte. Jedenfalls solange, bis um dieses eine Gerät der nächste Krieg ausgebrochen wäre, der wohl leider zur Folge gehabt hätte, daß dieses Wunder zerstört wird.
    Guido, Guido. Nur ein klitzekleines Bißchen nachdenken. Bitte.

  61. #61 MartinB
    25. Oktober 2010

    Von keiner Ahnung getrübt auch diese Aussage:

    Bei Nichterreichen in angemessener Zeit muss es möglich sein, dass Projekt abzustellen.

    Geradezu revolutionär.

    Warum muss ich eigentlich für meine Projekte Zwischenberichte und Fortsetzungsanträge schreiben, wo doch Projekte anscheinend gar nicht abgestellt werden können? Kann mal einer die DFG anrufen und denen Bescheid sagen, dass es sowas gar nicht gibt? Da spar ich viel Arbeit.

  62. #62 JV
    25. Oktober 2010

    Menschen habe auch ohne Wissenschaft gelebt, und nach ihrer Hinterlassenschaft zu urteilen nicht so schlecht.

    Wie auch immer das zu verstehen ist: Wenn mit “Wissenschaft” entsprechende Institutionen und Personal gemeint ist, gut, dann vielleicht.
    Aber für mich klingt das eher, als wüsste Guido nicht so wirklich, was “Wissenschaft” letzten Endes IST, wenn man mal moderne Geräte und Vorgehensweisen beiseiteschiebt: Nämlich die systematische Lösungssuche zu einem Problem. Sobald der Mensch gewahr wurde, dass er nachdenken kann, hat er “Wissenschaft” betrieben.

  63. #63 regow
    25. Oktober 2010

    Da gab es ja noch den Tuppy.
    Wann war den der – Google – Wiki –
    1987 − 1989 österreichischer Bundesminister für Wissenschaft und Forschung

  64. #64 Nele
    25. Oktober 2010

    Wer war denn der “Tuppy”? Kannst du das mir, dem Nordseeanrainer erklären? 😉

  65. #65 Threepoints...
    29. Oktober 2010

    Die Österreicher sind schon recht phänomenal. Wenn sie sich nachweislich in jede mögliche Kamera stellen wollen, dann hat es wol damit zu tun, dass sie auch ein Fernsehprogramm für erwartete Quoten um 500 000 Zuschauer machen und es dann sogar als erfolgreich bezeichnen. Das gilt dann aber wohl nur für Österreichische Verhältnisse. Solch Zustände müssen schizophrene Verhaltensweisen hervorbringen….!

    Auch das Verhältnis der Geseellschaft zu ihrer Politik scheint empfindlich gestört zu sein. Solche Fehlleistungen können z.B. gut in der kleinen Serie “Wir sind Kaiser” beobachtet werden.
    Dort ist dann auch gut zu erkennen, wann sich eine Volksgemeinschaft für zivilisiert und fortschrittlich versteht … nämlich immer dann, wenn sich alles in der ärgsten Übertreibung und Zuspitzung wiederspiegelt…!
    Mit solchen Einreden möchte man sich wohl eigendlich ausreden, was so die Tagesordnung betrifft.

    Aber hauptsächlich kämpft wohl gerade der Österreicher (in der Politik) gegen den Verfall der Landes- beziehungsweise Standestradition…. (siehe “Wir sind Kaiser”). Das schaut sich dann so richtig niedlich an. Ich liebe es anzusehen.