Wissenschaft zu erklären ist schwierig. Denn Wissenschaft ist schwierig. Wäre sie es nicht, dann müsste man nicht jahrelang an Universitäten studieren um wenigstens die Grundlagen dessen zu lernen, was man erforschen will. Jedes wissenschaftliche Ergebnis basiert auf anderen Ergebnissen, die wieder auf anderen Ergebnissen basieren, und so weiter. Naturwissenschaft kommt nicht ohne Mathematik aus und definitiv nicht ohne eine komplizierte Fachsprache. Mathematik und Jargon sind nötig, um ausreichend exakt über die Dinge reden zu können. Denn Wissenschaft ist idealerweise immer so exakt wie möglich. Und genau da kollidiert die Wissenschaft mit der Öffentlichkeitsarbeit.

Will man ein wissenschaftliches Ergebnis mit der Öffentlichkeit diskutieren, kann man die Kenntnis der Fachsprache nicht voraussetzen. Man kann auch kein Detailwissen voraussetzen. Man kann eigentlich gar nichts voraussetzen und muss das Thema so präsentieren, dass es auch jemand verstehen kann, der sich bisher noch nie damit beschäftigt hat. Natürlich geht das nicht. Um ein Thema genau so gut zu verstehen wie die Wissenschaftler, die die Forschung durchgeführt haben, muss man selbst Wissenschaftler sein. Öffentlichkeitsarbeit, Wissenschaftskommunukation und Lehre müssen immer Kompromisse sein. Man kann nicht ALLES erzählen und man kann nicht ABSOLUT EXAKT sein. Aber genau damit scheinen viele Wissenschaftler Probleme zu haben. Sie sind es gewohnt, immer so exakt wie möglich zu sein, nichts auszulassen und vor allem nichts zu sagen, was nicht richtig ist. Der Mikrobiologe und Lehrer Tyler DeWitt nennt das die “Tyrannei der Präzision” und sieht darin eine große Gefahr für die Vermittlung von Wissen. In einem TED-Talk spricht er über seine Erfahrung mit Lehrmaterialien, die so präzise sind, dass sie kein Laie und Schüler mehr versteht:

Vermutlich werden viele anderer Meinung sein als DeWitt. Viele werden trotz allem denken, das es unverantwortlich ist, Dinge zu sagen, die nicht absolut richtig sind. Und das stimmt natürlich auch. Werden Dinge so sehr vereinfacht, dass sie schlicht und einfach falsch sind, ist niemandem geholfen. Aber – und da hat Tyler DeWitt vollkommen recht – es gibt eine Art “Grauzone”. Wenn ich zum Beispiel über den Unterschied zwischen Planeten und Asteroiden spreche, dann kann (und werde) ich erzählen, dass Asteroiden wegen ihrer geringen Eigengravitation unförmig sind, während Planeten schwer genug sind, um dank ihrer größeren Masse zu einem sphärischen Himmelskörper zu kollabieren. Und das ist falsch. Denn Planeten sind nicht kugelförmig. Durch die Rotation sind die Planeten an den Polen abgeplattet. Unregelmäßigkeiten in der Massenverteilung im Inneren der Planeten veformen sie noch mehr. Und Gebirge, Ozeane, etc stellen weitere Unregelmäßigkeiten dar. Planeten sind NICHT rund. Aber dieses Maß an Präzision geht am eigentlich Punkt vorbei, nämlich den Unterschied zwischen Planeten und Asteroiden zu erklären. Meiner Meinung nach ist völlig legitim, eine Vereinfachung dieser Art zu machen, anstatt die Leute zu verwirren.

Wissenschaftler sollten dieses Konzept eigentlich gewohnt sein. Auch in der Forschung arbeitet man immer mit Näherungen, von denen man weiß, dass sie eigentlich nicht richtig sind. Wenn Astronomen die Bewegung der Planeten berechnen, dann verwenden sie so gut wie immer die Newtonschen Gravitationsgleichungen, obwohl seit fast 100 Jahren bekannt ist, das diese nicht exakt sind. Die korrekte Art, um gravitative Interaktion zwischen Himmelksörpern zu beschreiben, wäre die Anwendung von Einsteins Gleichungen aus der Allgemeinen Relativitätstheorie. Aber dieses Maß an Exaktheit ist für die meisten Anwendungen nicht nötig. Es wäre sogar kontraproduktiv, weil Einsteins Gleichungen viel komplizierter und aufwendiger zu lösen sind. Man kommt zum gleichen Ergebnis und das viel schneller, wenn man Newtons Gleichungen verwendet. Obwohl sie “falsch” sind.

Der Einsatz von Näherungen ist eine Methode, die äußerst erfolgreich in allen wissenschaftlichen Disziplinen verwendet wird. Warum nicht auch in der Öffentlichkeitsarbeit…

Kommentare (44)

  1. #1 Dracyon
    2. März 2013

    Hey Florian!

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du das mit Absicht machst, aber ich glaube, du redest eigentlich von der “Präzision”. Unter “Präzession” versteht man die Bewegung der Figurenachse eines Kreisels entlang eines Kegelmantels um dessen Drehachse.

    Um es mit der Präzision einmal richtig zu übertreiben: Die Mechanik-Grundkursvorlesung im Physikstudium könnte man natürlich auch vollkommen richtig und systematisch mithilfe der spez. Relativitätstheorie, der Quantenmechanik oder auch sofort mit Methoden der Quantenfeldtheorie einführen. Aber natürlich wäre das ungefähr so produktiv, wie wenn ich versuchen würde, einer Schnecke die Grundzüge der Elektrodynamik zu erklären.

    Spaß beiseite…
    Ich denke, das zentrale Problem bei der Öffentlichkeitsarbeit ist immer, dass man manchmal Sachen nicht so weit vereinfachen kann, dass sie jeder versteht. Also muss man doch etwas genauer werden und richtig erklären; allerdings kann man ja nicht verlangen, dass man dazu zuerst sämtliches wissenschaftliches Grundwissen vermittelt. Da hat niemand was von. Aber genauso kann man nichts davon voraussetzen…

    Also: was tun?

  2. #2 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @Dracyon: “ber ich glaube, du redest eigentlich von der “Präzision”. Unter “Präzession” versteht man die Bewegung der Figurenachse eines Kreisels entlang eines Kegelmantels um dessen Drehachse.”

    Verdammt! Du hast natürlich recht. Das ist der Astronomen-Reflex: Wenn ich anfange “Präz” zu tippen, gehts ganz automatisch mit “ession” weiter, weil ich das Wort so oft benutze…

    “dass man manchmal Sachen nicht so weit vereinfachen kann, dass sie jeder versteht.”

    Hast du da ein Beispiel? Ich denke, das ist schon möglich. Natürlich gibt es Themen, wo man durch die Vereinfachung viel verliert und Themen, wo es weniger ist. Aber zumindest auf nem ganz grundlegenden Level sollte es schon möglich sein, jedes Thema verständlich zusammenzufassen.

  3. #3 Dracyon
    2. März 2013

    Hi Florian!

    Das mit der Präzession kenne ich… Meine Kommilitonen bringen das auch gelegentlich durcheinander. Man bekommt da ein Auge für… *lol*

    Wie du liest, bin ich Physikstudent, also habe ich nicht genügend Einblick in die meisten Forschungsgebiete. Ich habe das einem spontanen Impuls folgend geschrieben, da ich dieses Gefühl gelegentlich bei Nachhilfe oder Tutorium habe.
    Ich möchte es gerne erklären, aber mir kommt da einfach keine passende Vereinfachung oder Analogie, mit der man das verstehen könnte. Kann aber auch nur an mangelnder Übung liegen…
    Vermutlich gibt es sogar für alles gute Vereinfachungen, daher sollte ich eigentlich eher postulieren, dass das Problem vielmehr ist, genau diese zu finden.

    Manchmal können Analogien oder Größenvergleiche bestimmt gute Dienste leisten, aber als ich gestern versucht habe, mir die Verhältnisse zwischen Atomhülle und Kern mithilfe eines Stecknadelkopfes zu veranschaulichen (Kern = Stecknadelkopf => Atomhülle = 300m im Durchmesser => Stecknadelkopf = 10xBahndurchmesser der Erde um die Sonne), musste ich einsehen, dass das mindestens ebenso unanschaulich ist, wie die tatsächlichen Abmaße. Wie also könnte man nun jemand ahnungslosem eine Idee von den Abmaßen eines Atomkernes vermitteln, so dass derjenige sich das vorstellen kann?

  4. #4 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @Dracyon: “Wie also könnte man nun jemand ahnungslosem eine Idee von den Abmaßen eines Atomkernes vermitteln, so dass derjenige sich das vorstellen kann?”

    Naja wirklich verstehen, auf einem intuitiven Level, werden wir Menschen weder die atomaren noch die astronomischen Skalen. Ein Atomkern ist genauso abstrakt für uns wie ein Lichtjahr. Veranschaulichungen gibt es genug und manche funktionieren besser als andere. Ich probier es immer mit Menschen. Also z.B. mit der Vorstellung, man würde so weit schrumpfen, dass man so groß ist wie ein Atomkern. Wie viele Schritte müssen wir dann gehen, um zu den Elektronen zu gelangen? Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann müssten das bei einem Heliumatom ca. 220.000 Schritte sein. In der echten Welt wären das ca. 180 Kilometer! Also eine ganz ordentliche Wanderung…

  5. #5 madM
    2. März 2013

    Teds Video ist genial, und sein Anliegen ist real.

  6. #6 Stefan Rahmstorf
    2. März 2013

    In dem Beispiel ist die Lösung doch einfach: nur das Wort “nahezu” hinzufügen. Planeten sind nahezu rund. Dann ist es nicht mehr falsch. Es findet sich immer eine Lösung, die verständlich ist ohne falsch zu sein.

  7. #7 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @STefan Rahmstorf: “In dem Beispiel ist die Lösung doch einfach: nur das Wort “nahezu” hinzufügen. Planeten sind nahezu rund. Dann ist es nicht mehr falsch.

    Aber das erinnert sehr an das Beispiel aus dem Video. Da werden auch “nur” Worte hinzugefügt oder leicht verändert. Aus der DNA wird Nukleinsäure, und so weiter. Viele kleine Änderungen der Präzision wegen resultieren dann am Ende in einem Text voller irrelevanter Details den kein Laie mehr durchblickt.

    ” Es findet sich immer eine Lösung, die verständlich ist ohne falsch zu sein.”

    Mein Beispiel mit den Planeten war natürlich nur ein Beispiel. Das einfügen von “nahezu” ist hier kein Problem. Aber es ist auch nicht direkt falsch, einen Planeten “rund” zu nennen. Machen wir im Alltag ja auch. Ein Fussball ist rund. Ein Würfel ist quadratisch. Und so weiter. Obwohl ein Fussball NICHT rund ist und ein Würfel NICHT quadratisch – sondern eben nur näherungsweise. Aber es wäre nicht zielführend, dieses Maß an Präzision ständig aufrecht zu erhalten. Man gewinnt dadurch nichts.

  8. #8 Bjoern
    2. März 2013

    Aber zumindest auf nem ganz grundlegenden Level sollte es schon möglich sein, jedes Thema verständlich zusammenzufassen.

    Hm… ist zwar nicht direkt ein Beispiel aus der Physik (nur auf Umwegen über die String-Theorie), sondern aus der Mathematik – aber wie wäre es mit “Warum gibt es genau 5 exzeptionelle (halb-einfache) Lie-Algebren?”

    Was eine Lie-Gruppe ist, kann man ja noch halbwegs anschaulich erklären, bei Lie-Algebren wird’s schon schwieriger, beim Begriff “halb-einfach” schon extrem schwierig – und bei den exzeptionellen sehe ich wirklich keine Chance mehr!

  9. #9 Bjoern
    2. März 2013

    …und irgendwie fällt mir dazu auch der XKCD-Cartoon ein… 😉
    http://www.xkcd.com/895/

  10. #10 HF
    2. März 2013

    Es muss immer Angebote auf allen möglichen Niveaus geben, der Interessierte sucht sich eben immer das heraus, was er gerade noch so eben verstehen und anwenden kann. Auf der Angebotsseite ist es so gut wie unmöglich, immer genau das Richtige zu treffen. Woran merkt man denn, dass man etwas falsch gelernt hat? Doch nur daran, dass später an anderer Stelle etwas nicht passt. Für viele ist das genau die Stelle, wo sie und der Lehrer aufgeben. Wenn Unterricht modern und zielführend organisiert ist, wird diese Klippe angeblich vermieden. Schön wär’s. Die einen fallen ganz heraus und den anderen entgeht eine Erkenntnis. Schade eigentlich.

  11. #11 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @Bjoern: ““Warum gibt es genau 5 exzeptionelle (halb-einfache) Lie-Algebren?””

    Naja, das würde ich nicht unbedingt “grundlegend” nennen. Wenn jemand auf diesem Gebiet forscht, dann wäre das “grundlegende”, das erklärt werden kann, eben “Was sind Lie-Algebren so ca. und warum will man etwas darüber rausfinden?”. Detailfragen, die nur Experten verstehen wird es immer geben…

  12. #12 bioGEN
    2. März 2013

    Das Video von DeWitt ist deswegen so klasse, weil er Beisterung zeigt. Und genau dies ist die Grundlage, ohne Begeisterung oder Interesse lernen wir nichts oder es fällt unendlich viel schwerer. Da unterscheidet sich Wissenschaft nicht von irgendeinem anderen Thema, auch nicht bei Kommunikation innerhalb der Wissenschaft. Die Vermittlung von Wissen funktioniert nicht, wenn der Lehrende seine Begeisterung nicht auszudrücken vermag. Ich bin davon überzeugt, dass fast jeder Wissenschaftler das große Glück hatte, in der Schule sein Interesse für die Wissenschaft gefunden zu haben. Und das hat wohl meist mit dem Lehrer und dessen Begeisterung für sein Fach zu tun. Begeisterung führt dazu, dass man Schülern, Laien etwas wirklich erklären will, nämlich so, dass es verstanden wird. Und dann denkt man automatisch darüber nach, wie man erklärt. Einfache, simple Zeichnungen, einfache Worte, Erklärungen von Begriffen. Präzision ist hierbei wirklich unnötig und kontraproduktiv.

  13. #13 Anwalts_Liebling
    2. März 2013

    wenn ich Vorträge halte im Rahmen von Projektarbeit (EDV, SAP), habe ich immer mehrere Versionen Parat…. die “Chef-Version” – relativ abstrakt und ungenau, wenig Fachbegriffe und die “Kollegen-Version” – bis auf Tabellen/Feldebene. Das Dilemma von FF erlebt man dann laufend – jeder Vortrag wird ein Adventure – die pingeligen Kollegen wollen es noch genauer, den Chefs ist das Abstrakte schon zu Fachchinesisch. Der dauernde Hinweis! “aber Sie müssen doch die Gelder freigeben” (o.ä.) zieht nicht… ich habe mir mittlerweile angewöhnt (was FF nicht machen kann, bzw. nur bedingt), Videos zu drehen bzw. Termine in den Fachbereichen zu machen. Dann kann man das Problem gleich zeigen – und jeder kann dann sehen und erleben um was es geht… aber wie das mit Weltraum gehen soll… *grins*

  14. #14 Zhar The Mad
    2. März 2013

    Nun, ich finde es auch sehr wichtig zugänglich die Informationen zu übermitteln, keinem ist gehofen wenn wir nur noch fachausdrücke verwenden und umgangssprache vermeiden, aber wir sollten auch nicht vergessen, das wir Wissenschaft vermitteln wollen. Wir erzählen keine inhaltsangabe einer soap. Versteht mich nict falsch, ich selbst greife auf personifizierungen zurück um vorgänge begreiflicher zu machen, aber eines ist mir dabei wichtig: zu zeigen, dass das nicht so ist und dass da mehr ist. Wissenschaft ist neugier und unglaublich komplex und genau diese Komplexität ist Teil der Schönheit, teil des interesses. Wenn ein Schüler eine geschlossene Gescichte bekommt, dann ist sie für ihn geschlossen, und gibt keinen zusätzlichen Anreiz Fragen zu stellen.
    Asteroiden sind nicht schwer genug um rund zu werden wie Planeten. Abgeschlossene Geschichte, unterschied begriffen, nichts dagegen, aber die Frage ‘Sind Planeten wirklich rund?’ werden hier nur die wenigsten entwickeln, mit dem richtigen anstoß sinds schon ein paar mehr und ein neues Feld faszinierender Dinge wird aufgestoßen. Rotation(fliehkraft), inhomogene Massenverteilung, die zu krummen meeresoberflächen führt.. klar kann man jemanden mit details erschlagen, aber zumindest im nebensatzt sollte man erwähnen, dass da mehr ist, sollte man fragen fördern, denn fragen ist wissenschaft, definitionen verstehen nur ein notweniger teil, aber nicht der antrieb.
    und ja ich habe ‘inhomogen’ verwendet, und ja man darf trotz aller einfachheit ruhig mal etwas neues dazu lehrnen.
    Lange rede kurzer sinn:
    Ja, macht es einfach und verständlich, aber macht es nicht zu einfach und zu verständlich, zeigt dass da mehr ist, dass da immer mehr ist und es sich lohnt zu fragen, immer.

  15. #15 Realistischer
    2. März 2013

    Ob Planeten rund oder nahezu rund oder was sind ist ja eigentlich nur eine Nebensache. Es könnte ja auch, rein hypothetisch, einen Asteroiden geben der zufälliger Weise rund ist, und trotzdem würde man ihn Asteroid nennen.

    Weil das eigentliche Kriterium die Eigengravitation ist.

    Ich stelle mal die hier provokante Behauptung in den Raum dass es nicht weniger, sondern mehr an Präzision braucht. Aber an der richtigen Stelle, und die ist nicht immer möglichst weit hinter dem Komma.

  16. #16 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @Zhar The Mad: “Asteroiden sind nicht schwer genug um rund zu werden wie Planeten. Abgeschlossene Geschichte”

    Wieso meinst du, man würde immer nur abgeschlossene Geschichten? Nichts spricht dagegen zu sagen, dass da noch viel mehr zu wissen ist. Aber man muss eben auch den Punkt rüberbringen, um den es geht.

    ” aber die Frage ‘Sind Planeten wirklich rund?’ werden hier nur die wenigsten entwickeln, (…) und ein neues Feld faszinierender Dinge wird aufgestoßen. Rotation(fliehkraft), inhomogene Massenverteilung, die zu krummen meeresoberflächen führt.”

    Wie gesagt: Man muss einen Punkt rüberbringen. Wenn man das vor lauter neu auftauchender Fragen nicht schafft, kann man es gleich lassen. Und nochmal: Niemand behauptet, dass man das auf eine Art machen muss, die suggeriert, das wäre die absolute Wahrheit und keine weitere Erkenntnis mehr möglich.

    ” Ja, macht es einfach und verständlich, aber macht es nicht zu einfach und zu verständlich, zeigt dass da mehr ist, dass da immer mehr ist und es sich lohnt zu fragen, immer.”

    Nichts davon widerspricht der Aussage des Artikels bzw. des Videos…

  17. #17 naturundwirtschaft
    2. März 2013

    Ich weiß nicht, warum Wissenschaftler damit Probleme haben sollten etwas vereinfacht und somit nicht 100% richtig zu erklären. Letztendlich machen sie doch täglich genau das selbe auf einem höheren Niveau, wenn sie Modelle und Theoreien aufstellen.
    So gesehen sagen sie auch nur in den seltensten Fällen etwas zu 100% richtig.

  18. #18 Zhar The Mad
    2. März 2013

    @FF
    Nichts spricht dagegen zu sagen, dass da noch viel mehr zu wissen ist.

    Genau darum ging es mir, es war auch nicht als kontra zum artikel gemeint (vielleicht ein bisschen gegen das video). Ich wollte nur ergenzend deutlich darauf hinweisen, weil es mir eben wichtig ist und das gefühl hatte der ein oder andere Leser/Zuhörer könnte diesen Punkt übersehen.
    was ich gestehen muss:

    Wenn man [den Punkt rüberbringen] vor lauter neu auftauchender Fragen nicht schafft, kann man es gleich lassen.

    Die richtige Dosierung entgleitet mir derweilen..
    Und dass die Dosierung nicht bei null liegt, was keiner expliziet behauptet hat, wollte ich nur hervorheben, weiter ncihts.
    Ich wollte niemanden angreifen oder kritisieren, sie schon mal garnicht, zeigt u.a. dies doch, dass sie ausreichend neigierde wecken können.

    das erinnert mich etwas an futurama: “A:ich sage ihnen ihre 3ct Titansteuer geht zu weit! B:Und ich sage ihnen ihre 3ct Titansteuer geht nicht weit genug!”
    ich denke wir reden von der selben sache aus verschiedenen Richtungen.

  19. #19 bikerdet
    2. März 2013

    Ich glaube, das das Problem ein ganz anderes ist, nämlich das Publikum.

    Hierbei ist Publikum einfach jeder, der einen Vortrag hört. Aber jeder Mensch hat nun mal einen anderen Wissenstand und der Anspruch bei den Vorträgen ist ein anderer. So wie von Anwalts_Liebling in #13 beschrieben. Spreche ich vor Laien, im Leistungskurs eines Gymnasiums, vor Studenten an der Uni oder vor meinem Chef. Immer kann und muss der Vortragende den ‘Päzisionslevel’ anpassen.

    In einem Blog geht das nicht so einfach. Wer hier mitliest, bekommt es in jedem Beitrag zu sehen. Einerseits wird jede Vereinfachung angeprangert, andererseits wird ein Blog der ALLE Aspekte einer Sache 100% exakt beschreiben will unlesbar. Wer will sich schon 2000 Seiten Erklärung zum Thema ‘Sonne’ antun, wenn es eigendlich um den Einfluss der Sonnenflecken auf’s Wetter (falls vorhanden) geht.

    Hierbei einen Mittelweg zu finden ist schwerlich möglich. Wir sollten also alle ein bischen gelassener mit solchen Sachen umgehen. Toll finde ich es immer, wenn FF dazuschreibt : ‘Habe ich hier genauer erklärt …’
    Geht natürlich nicht immer, besonders bei neusten Neuigkeiten 😉

  20. #20 Pete
    2. März 2013

    Und damit sind wir wieder bei den TV-Dokus von neulich angelangt. Die finden die Wissenschaftler doch so graesslich, haben wir hier dasselbe Problem, die notwendige Vereinfachung?

    Pete

  21. #21 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @Pete: “Und damit sind wir wieder bei den TV-Dokus von neulich angelangt. “

    Welche Dokus meinst du genau?

    “Die finden die Wissenschaftler doch so graesslich, haben wir hier dasselbe Problem, die notwendige Vereinfachung?”

    Wissenschaftler finden Dokus i.A. normalerweise nur dann grässlich, wenn die Vereinfachung ZU groß sind. Oder, was bei vielen Dokus leider der Fall ist: Wenn schlicht und einfach Unsinn erzählt wird, weil die Produzenten nicht recherchieren.

  22. #22 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    2. März 2013

    Ich muss sagen dass ich noch auf der Suche nach der Kartoffel bin, deren Umriss dem Erdumriss näher kommt als eine Kugel bzw. ein abgeflachter Rotationselliptoid.

    Allgemein frage ich mich aber, ob sich unsere Gesellschaft spürbar verändern würde, wenn wir allgemein ein höheres Präzisions- und Wahrhaftigkeitsethos hätten.

    Ein praktisches Beispiel soll verdeutlichen was ich meine: Vor wenigen Tagen erst hörte ich im Radio einen Beitrag, bei dem beiläufig über Grönemeyer, um den es ging, gesagt wurde, dies sei der erfolgreichste deutschsprachige Rockmusiker bislang gewesen. Das wurde nicht näher ausgeführt, was aber wohl nötig wäre, denn was soll das sein, “erfolgreich”? Fragt man 100 Leute, und zählt, wieviele den Namen kennen? Wie viele einen Titel benennen oder anträllern können? Wer wieviele Musikträger verkauft hat? Dann würden Liveauftritte nicht bewertet? Oder rechnet man die Einnahmen in Euro? Dann sind ältere Musiker aufgrund von Inflationseffekten benachteiligt. Wer ist überhaupt Rockmusiker? Ist Peter Maffay Rockmusiker? Eher als Grönemeyer, der irgendwo zwischen Pop, Schlager und Rock siedelt für meinen Geschmack. Wie zählt man einen Niedecken, der seinen Erfolg mit BAP unter mehreren Personen vielleicht teilen muss – zumindest wenn man in Euro Einkommen durch Kunst zählt, und nicht in goldenen Platten.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich glaube der Journalist hat überhaupt nichts recherchiert und einfach etwas wiedergegeben, was er so ähnlich mal wo anders gehört hat. Vielleicht war Grönemeyer mal ein Jahr lang der bestverkaufende dt.-sprachige Musiker. Ich bin aber kein Grönemeyerfan – vielleicht unterschätze ich ihn maßlos. Dass er insgesamt erfolgreicher war als Lindenberg kann ich mir kaum vorstellen.

    Aber in den Medien wird gerne zu Superlativen gegriffen. Als ob die Radiohörer abdrehen, wenn der Sprecher vom dritterfolgreichsten oder einem der erfolgreichsten Irgendwas redet.

    Wenn ich lese oder höre, wie oft Superlative benutzt werden, wenn jemand parteilich seinen Standpunkt verdeutlicht, dann zweifle ich oft, ob die Leute den Unterschied zwischen immer, meistens, oft und manchmal kennen, zwischen alle, viele manche und wenige, zwischen nie, selten, sporadisch und oft usw.
    Aber wenn es um Verträge geht, etwa `all you in can eat` oder `in alle Netze` usw., da kennen die Kunden sehr wohl die Bedeutung.

    Das ist natürlich nur ein schmaler Ausschnitt des Problems Genauigkeit – sicher die leichteste Variante.

  23. #23 bikerdet
    2. März 2013

    @ Stefan W.
    Allgemein frage ich mich aber, ob sich unsere Gesellschaft spürbar verändern würde, wenn wir allgemein ein höheres Präzisions- und Wahrhaftigkeitsethos hätten.

    Genau Dein Grönemeier Beispiel zeigt doch genau das Problem. Wer will, neben der Info das Grönemeier (auf einem Gebiet ?) der erfolgreichste Deutsche Musiker sei, auch sämtliche Aspekte, wer, was, warum, mit welcher Studie, durch wen belegt, mit wieviel Befragten, in welcher Kategorie, welchen Einnahmen usw. lesen MÜSSEN ? Wenn ich unter dieser Voraussetzung irgendetwas Interessantes schreiben will, geht das nicht mehr unter 1000 Seiten und tage- bis wochenlanger Recheche.

    Vereinfachungen sind, um den Text überhaupt noch für die Masse der Leute les- bzw. verstehbar zu machen, einfach notwendig.
    Natürlich darf die Vereinfachung keine falsche Aussage erzeugen. Aber mal ehrlich, auch ich weis, das die Erde keine exakte Kugel ist. Aber für das Verständnis der Unterschiede zu Asteroiden / Kometen macht es keinen Unterschied

  24. #24 Hans
    2. März 2013

    Aus Beitrag #3

    Manchmal können Analogien oder Größenvergleiche bestimmt gute Dienste leisten, … Wie also könnte man nun jemand ahnungslosem eine Idee von den Abmaßen eines Atomkernes vermitteln, so dass derjenige sich das vorstellen kann?

    Wie wäre es mit Stecknadelkopf – Oberer Tribühnenrand eines Olympia-Stadions, das in der Grösse verdoppelt wurde?

  25. #25 Pete
    2. März 2013

    @FF (#21),
    ich meinte nur allgemein die Darstellung der wissenschaft und wissenschaftsdokus im TV, Du hattest doch neulich einen Blogbeitrag dazu.
    Dass es gute, weniger gute und “graessliche” Dokus gibt, unbestritten. Es gibt auch welche, die sind an sich nicht so schlecht, aber schlecht aus dem Englischen uebersetzt. Besonders aergerlich, weil vermeidbar.
    Aber das ist ja nicht Thema hier, meine Frage war eher, wie stark diese Dokus an/unter der Vereinfachung leiden.

    Pete

  26. #26 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @pete: Naja, pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es gibt höchst geniale Dokus (i.A. von der BBC; z.B. mit Brian Cox) und grottenschlechte, i.A. die, die auf NTV oder N24 laufen…

  27. #27 Erik
    2. März 2013

    Dass die Sprache der Wissenschaft stellenweise zu nerdig ist, ist den Schweizer Studenten schon länger ein Dorn im Auge:

    http://m.heise.de/tp/blogs/6/152463

    Ich hab ja nichts gegen sprachliche Präzision, aber wie der Herr im Video schon anschaulich dargelegt hat: Komm auf den Punkt! Es hat keinen Sinn, der Präzision halber dermaßen viele Details einzubauen, dass dem Publikum die Aussage entgeht. Um beim Beispiel aus dem Film zu bleiben: Dass Viren nicht alle nur über DNA verfügen, sondern einige stattdessen über RNA, hat in einem Vortrag über ihre Wirkungsweise nichts verloren. Den Unkundigen hilft dieses Detail nicht beim Verstehen, die Kundigen haben es irgendwo im Hinterkopf und brauchen es nicht noch mal zu erfahren. Ideal ist es natürlich, wenn man schon mit einer einfachen Aussage ohne viele Details den Nagel auf den Kopf trifft. Aber dann ist auch das Thema einfach und man kann sich diese ganze Diskussion sparen.

    Und zum Thema Emotionen: Es ist einfach kontraproduktiv, Emotionen (namentlich Begeisterung) komplett aus der Wissenschaft verdrängen zu wollen. Den ganzen Tag Halligalli zu veranstalten hat Nachteile, aber Begeisterung ist IMO die beste Triebfeder: Ist sie erst gespannt, läuft man zur Höchstform auf, alles geht quasi von allein und wird auch gut. Begeisterung wirkt außerdem auch ansteckend. Hat man es erst geschafft, seine Faszination für das Thema auf das Publikum zu übertragen, wird es sehr empfänglich und der Vortrag ein Klacks.

    Grueße
    Erik

  28. #28 Erfahrener Blödkopp
    nun ja
    2. März 2013

    um es kurz zu fassen: man muss Alles in Frage stellen ist das, was ich aus meinem Studium mitgenommen habe. Und es gibt immer mehr als eine Möglichkeit, Sachverhalte darzustellen. Dem Chef sagt man: Wer viel fragt, muss weniger laufen. Und dem Lehrling: Was du nicht im Kopp hast, haste in de Beene. Und wer einem Grunschüler zu erklären versucht, dass Geschwindigkeit die erste Ableitung der Beschleunigung nach der Zeit ist, hat schon verloren, im doppelten Sinne.

  29. #29 MX
    2. März 2013

    Ob man wirklich alles verständlich machen kann? Auch das:
    http://scienceblogs.de/mathlog/2013/03/01/topologie-von-flchen-cclxi/

    😉

  30. #30 Exmathelehrer
    3. März 2013

    Ich habe das als Mathelehrer in einer Jahrgangstufe 10 in einem Gymnasium erlebt.

    Da wird verlangt, dass man zwischen Funktion und Graph unterscheidet, mit dem Erfolg, dass da solche Ungetüme wie “Funktionsgleichung einer Funktion t, deren Graph die Tangente an den Graphen einer Funktion f im Berührpunkt B(a|f(a)) ist” auftauchen. “Die Tangente t an die Funktion f mit Berührpunkt B=(a|f(a))=(a|t(a))” ist unerwünscht. Insbesondere das “=” zwischen “B” und “(a|f(a))” wird als “schwerer Fehler” gewertet.

    “Ganzrationale Funktionen”, das klingt wie Holzeisenbahn oder Doppelhaushälfte, werden in einem Ungetüm von Satz so definiert, dass die Null-Funktion nicht dazu gehört, und anschließend behauptet, dass das Summen und Differenzen von Pozenzfunktionen seien.
    Zuerst einmal zu klären, dass es gar keine Differenzen von Zahlen, sondern nur Gegenzahlen gibt, und dann die Addition von Funktionen zu definieren, und festzustellen, dass es da auch eine Null gibt, ist unerwünscht. Das sei viel zu theoretisch, sagte man mir. Ich durfte die Dinger auch nicht Polynome nennen.

    Grenzwerte werden gar nicht mehr gemacht. Dafür ist wegen G12 angeblich zu wenig Zeit. Aber dann wird so wischiwasche “das Verhalten von Funktionen für x gegen unendlich” gemacht.

    Die Elemente der Definitionsmenge heißen x-Werte, und die Funktionswerte heißen y-Werte. Und dann wundert man sich, warum die Schüler an f(2x) verzweifeln.

    Das hat System. Warum sonst wird inzwischen der/die KlassensprecherIn von den Schülerinnen und Schülern gewählt?

  31. […] die man als Leser sowieso nicht so ganz ernst nehmen soll. Und man soll ja eh nicht immer so krümelkackerig präzise sein, […]

  32. #32 botein6603
    3. März 2013

    Vieleicht passt das nicht ganz hierher und doch…
    …und dann gibt es dieses, dass so oder so alles auf den Kopf in der Wissenschaft stellt. Sinds auch noch Vertreter der wissenschaftlichen Zunft. Prof. , Dr.
    http://www.kongress-erfahrung.de/
    Das ist meinerseits auf keinen Fall Werbung für diesen Kongress, nur wird dort ein Potential aufgefahren und Massen erreicht, denen dann die Biophotonen und Quanten heilerisch aus den Zellen quellen.
    Das macht es für den Laien noch viel schwieriger und dadurch Verführbarer für das Kongressorientierte Gedankengut.

  33. #33 Nyarlathotep
    3. März 2013

    naja, dass die erde oder generell die planeten keine exakte, perfekte kugel darstellen, ist klar. aber dennoch halte ich es für richtig, sie trotzdem als kugel zu bezeichnen, da sie augenscheinlich die form einer kugel haben. sprich: die abweichungen sind so gering, dass sie mit bloßem auge nicht oder kaum zu erkennen sind. dem menschlichen auge erscheint ein planet also dennoch als kugelförmig. man kann auch päpstlicher als der papst sein. 😉 in diversen berechnungen spielt es vielleicht eine rolle, dass sie keine perfekte kugel sind, aber für normale anwendungen und erklärungen, vor allem im alltag, sind planeten sehr wohl eine kugel.

  34. #34 Sven Rudloff
    3. März 2013

    Ich muss bei dem Thema an einen Vortrag Deines Fachkollegen Phil Plait bei NECSS vor einigen Jahren denken. Er sprach dort über das “letzte Epsilon”. Gemeint war, dass Wissenschaftler in ihrer Profession immer sehr genau sein müssen, und das schließt auch die Existenz des letzten, bisher nicht aufgeklärten Fehlers, der Ungenauigkeit, der Unsicherheit der Aussage ein. Wissenschaftler müssen dieses Epsilon, diesen Zweifel, offensichtlich machen. Das aber nimmt ihnen die Verständlichkeit und Aussagekraft gegebüber Laien. Der Mensch muss leben und dafür Ja/Nein-Entscheidungen treffen. Vereinfachung und Zuspitzung ist notwendig, um voran zu kommen. Und dafür muss ein Wissenschaftler in der Kommunikation des Epsion eben auch mal Null werden lassen.

  35. #35 KeinAnfang
    3. März 2013

    Ich muss da bioGEN recht geben in die umgekehrte Richtung.
    Bei uns an der UNI hatten wir Physik bei einem Professor, der war leider vollkommen langweilig. Er war engagiert, nett, freundlich, … alles was man sich von einem Professor wünschen konnte. Doch seine Vorlesungen waren nicht auszuhalten. Zu Beginn waren etwa 200 Zuhörer da, am Ende nur mehr drei. Ich hab etwa bis zur Halbzeit ausgehalten (da waren noch etwa 10 Leute da). Doch als ich während eines Vortrages, sogar mit Experimenten, mehrmals eingeschlafen bin, habe ich praktisch das einzige mal während meines Studiums eine Vorlesung mir nicht angehört, wo es keine zeitlichen Probleme mit anderen Vorlesungen gab.

    Dagegen waren die Professoren von “Mikrobielle Ökologie” und “Mykologie” faszinierend. Eigentlich habe ich mir die Vorlesungen nur aus Zeitgründen angehört, weil ich mit einer Kollegin nicht in der Kälte draußen auf eine anschließende Vorlesung warten wollte. Doch das Zeug war so interessant, dass aus einem angehenden Analytischen/Physikalischen Chemiker ein Biochemiker wurde in nur einer Woche.

  36. #36 Beobachter
    Die unverhohlene Praxis der Tyrannei...
    4. März 2013

    Strategische Präzision um hiermit jene perfiden globalen Ziele langfristig zu erreichen, nur wo zum Teufel bleibt die weltweite Wissenschaftskommunikation darüber!?

  37. #37 Dietmar
    4. März 2013

    @Beobachter: Scherz? Oder was soll der Quatsch hier?

  38. #38 Bjoern
    4. März 2013

    @Florian:

    Naja, das würde ich nicht unbedingt “grundlegend” nennen. Wenn jemand auf diesem Gebiet forscht, dann wäre das “grundlegende”, das erklärt werden kann, eben “Was sind Lie-Algebren so ca. und warum will man etwas darüber rausfinden?”. Detailfragen, die nur Experten verstehen wird es immer geben…

    Hm, da kommt es wohl darauf an, was du in deinem ursprünglichen Satz (“Aber zumindest auf nem ganz grundlegenden Level sollte es schon möglich sein, jedes Thema verständlich zusammenzufassen.”) mit “Thema” gemeint hattest. Für mich wäre halt die erwähnte Frage über die exzeptionellen Lie-Algebren auch schon ein Thema…

  39. #39 Florian Freistetter
    4. März 2013

    @Bjoern: “Für mich wäre halt die erwähnte Frage über die exzeptionellen Lie-Algebren auch schon ein Thema…”

    Aber halt ein Thema auf einem extremen Detaillevel, das man nur mit Rückgriff auf die grundlegendere Thematik halbwegs anschaulich machen kann. Stell dir vor, ein Programmierer sitzt am Rechner und bastelt an einer komplizierten Subroutine eines Programms rum. Wenn dann wer fragt “Was machst du da?” nutzt es auch nichts, wenn der irgendwas von “Ich probier herauszufinden, warum die Einträge der Referenzmatrix ständig falsch indiziert werden und schreibe eine neue Perl-Routine, die das Problem löst” erzählt. Besser wäre es, wenn er sagt “Ich arbeite an einem Programm, das später in der Buchhaltung zur Berechnung der Gehaltserhöhungen eingesetzt wird”.

  40. #40 Joe Dramiga
    Kabalagala
    5. März 2013

    @FlorianTyrannei der Genauigkeit (damit meine ich das englische Accuracy) waere eigentlich besser. Präzision beschreibt nur wie nah die einzelnen Messwerte aneinander liegen, nicht wie nah sie am wahren Wert liegen. Eine Messung kan sehr praezise sein z.B
    3.31, 3.32, 3.30, 3.31, 3.30 und doch sehr ungenau wenn der wahre Wert ist 5.7.

  41. #41 wrentzsch
    z
    6. März 2013

    Liegt die Lösung des Problems nicht in der Kausalität und dem gezielten Dimensionswechsel weil Naturgesetze in allen Dimensionen gleich gelten. Zum Beipiel hätte ich das Universum und den Urknall mit immer weiteren Zerfall in Stufen erklärt auf Basis 1/c²>0 unabhängig wie groß 1 ist.

  42. #42 DeLuRo
    7. März 2013

    @wrentzsch: Irgendwie verstehe ich dich nicht, und also kann ich der Lösung nicht folgen…

    Es ist doch "1"\,=\,1 , oder?

  43. […] – Angst davor haben, sich direkt an die Öffentlichkeit zu wenden. Sie unterliegen der “Tyrannei der Präzision” und wollen in der Öffentlichkeit keine Fehler machen. Aber so wie die Journalisten sollten sie […]

  44. […] zu tun haben oder die Dynamik der Lagrangepunkte. Das kann sogar eher kontraproduktiv sein, wie ich hier schon mal erklärt […]