Dieser Text entstand eigentlich für ein anderes Medium; aus der Publikation dort wurde dann aber doch nichts weswegen ich ihn nun hier in meinem Blog veröffentliche

Ich bin Wissenschaftsautor. Viele meiner Texte veröffentliche ich ganz klassisch in Zeitungen, Magazinen oder in Büchern. Viele werden aber auch online im Internet publiziert und ich bemühe mich in diesem Fall immer, die Möglichkeiten des Mediums optimal auszunutzen. Multimediale Inhalte wie Videos gehören hier auf jeden Fall dazu. Wenn ich einen längeren Artikel zu einem bestimmten Thema schreibe, dann möchte ich meinen Leserinnen und Lesern gerne auch ein passendes Video anbieten, in dem die Inhalte noch einmal vertieft oder bestimmte Aspekte besonders eindringlich dargestellt werden. Aber wenn ich das versuche, stoße ich immer auf das selbe Problem: Diese Videos existieren nicht.

Früher war die Sache mit den Videos noch ganz anders! (Bild: Public Domain)

Früher war die Sache mit den Videos noch ganz anders! (Bild: Public Domain)

Zumindest nicht in deutscher Sprache. Als ich vor vielen Jahren anfing, ein eigenes Internetblog zu astronomischen beziehungsweise anderen wissenschaftlichen Themen zu schreiben, habe ich mich ganz bewusst dafür entschieden, meine Texte auf deutsch zu verfassen. Englisch ist zwar die Sprache in der alle Naturwissenschaftler miteinander kommunizieren. Aber meine Zielgruppe waren ja keine anderen Wissenschaftler sondern die Öffentlichkeit und zwar die Öffentlichkeit in Deutschland zu der ich auch ohne Internet einen direkt Kontakt haben kann. Ich will vor allem Menschen erreichen, die bis jetzt noch keinen Zugang zur Astronomie gefunden haben und ihnen zeigen, wie faszinierend die Beschäftigung mit dem Himmel sein kann. Ich will die Menschen erreichen, die Wissenschaft indifferent oder ablehnend gegenüberstehen und ihnen zeigen, wie wichtig die Erkenntnisse der Forschung für uns alle sind. Ich möchte Kinder und Jugendliche erreichen, in der Hoffnung in ihnen eine Begeisterung für die Wissenschaft zu wecken, die ein Leben lang anhält und sie unter Umständen sogar dazu inspiriert, selbst eine Laufbahn in der Forschung einzuschlagen.

Um das zu erreichen muss mein Angebot möglichst direkt sein und darf keine unnötigen Hürden vor dem Publikum aufbauen. Eine Fremdsprache ist aber genau so eine Hürde und jedes Mal wenn ich auf Videosuche gehe stellt sie sich mir erneut in den Weg. Natürlich: Jeder lernt heute in der Schule englisch. Aber nicht alle lernen es gut genug, um auch wissenschaftlichen Erklärungen folgen zu können. Viele Kinder haben die Fremdsprache noch nicht gut genug gelernt und viele Erwachsene haben das Gelernte schon wieder vergessen. So wichtig Englisch auch für die internationale Kommunikation zwischen Forschern ist, so wichtig ist Deutsch hierzulande für die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit!

Was Bücher, Zeitungsartikel und mittlerweile auch Internetblogs angeht, herrscht kaum ein Mangel an passenden Angeboten. Aber bei den Videos sieht die Sache immer noch trostlos aus. Wenn ich bei YouTube nach Material in deutscher Sprache zu einem astronomischen Thema suche, dann bekomme ich als typisches Ergebnis meistens zuerst einmal jede Menge Videos mit Dokumentationen aus dem Fernsehen. In so gut wie allen Fällen wurden die aber nicht von den Fernsehsendern selbst online gestellt sondern von irgendwelchen anonymen Nutzern ohne entsprechende Berechtigung hochgeladen, wodurch ich sie natürlich für meinen Zweck nicht mehr benutzen kann (alleine schon deswegen, weil solche Videos früher oder später gelöscht und damit auch die Verweise in meinen Texten obsolet werden). Handelt es sich um ein Thema, das auch auf den Lehrplänen der Schulen steht, findet man neben den unrechtmäßig kopierten Fernsehsendungen meistens auch Videos die aus Online-Nachhilfekursen, Fernschulen oder ähnlichen Quellen stammen. Dort sieht man dann Leute, die irgendwas auf Tafeln oder Whiteboards schreiben und dabei dem Anlass angemessen seriös und professoral vor sich hin dozieren. Das ganze wird mit einer Kamera und einer einzigen Einstellung gefilmt und der Ton mehr schlecht als recht aufgenommen. So scheint man sich in Deutschland die Vermittlung von Wissenschaft eben immer noch viel zu oft vorzustellen: Frontalunterricht, durchgeführt von einer seriösen Autoritätsperson (die im Allgemeinen männlich und ausreichend alt zu sein hat). Mit Videos dieser Art kann man vielleicht tatsächlich lernen – aber mit Sicherheit weder Begeisterung für die Wissenschaft noch die der Forschung innewohnende Faszination vermitteln.

Die dritte große Gruppe der deutschsprachigen Videos die mit Wissenschaft zu tun haben, machen Mitschnitte von öffentlichen Vorträgen aus. Hat man Glück, dann ist es eine offizielle Aufzeichnung und hat man noch mehr Glück, ist sie auch qualitativ hochwertig gefilmt. Problematisch für den Einsatz in der Wissensvermittlung übers Internet ist dann meistens die Länge. Der Vortrag ist zwar im Idealfall spannend und für die Öffentlichkeit verständlich, aber er dauert eben auch seine Zeit. Denn es ist eben ein Video eines öffentlichen Vortrags der auf die Bedürfnisse des Publikums vor Ort zugeschnitten ist und nicht dafür gedacht, Zuseher vor dem Computerbildschirm zu begeistern.

Ein bisschen besser schaffen das die Videomitschnitte der „Science Slams“. Von denen findet man mittlerweile eine große Menge im Internet und dort wird auch ein breites Themenspektrum behandelt. Die fünf bis zehnminütigen Kurzvorträge junger Wissenschaftler werden vor einem meistens ebenso jungem Publikum gehalten. Und da ein Science Slam kein gewöhnlicher Vortrag ist, sondern ein Wettbewerb bei dem es darum geht, die Zuhörer für die eigene Forschung zu begeistern und sie durch eine möglichst packende und originelle Vortragstechnik zu überzeugen, sind die Science Slams zwar nicht optimal, aber doch auch vergleichsweise gut für die Wissensvermittlung über das Internet geeignet. Für mich sind sie im Laufe der Zeit zu der wichtigsten Quelle deutschsprachiger Videos geworden, wenn ich wieder einmal auf der Suche nach multimedialen Inhalten für mein Blog bin.

Aber das alles ist natürlich alles nichts gegen das, was man im englischsprachigen Raum findet! Dort gibt es natürlich ebenfalls jede Menge urheberrechtlich zweifelhafte Kopien von Fernsehsendungen, Schulungsvideos aller Art und mitgeschnittene Vorträge. Aber zusätzlich dazu existiert auch eine nicht zu vernachlässigende Szene an echten Wissenschaftsvideos, die speziell für das Medium Internet und das dort vorhandene Publikum produziert werden. Es handelt sich dabei um professionelle Produktionen in denen echte Wissenschaftler echte Wissenschaft präsentieren und das auf eine Art und Weise, die in der immer noch etwas verschlafenen deutschen Forschungslandschaft mit Skepsis beobachtet wird. Da gibt es keine alten und dozierenden Professoren, keine Tafeln und Hörsäle sondern junge Wissenschaftler, flotte Grafiken und popkulturelle Anspielungen. Es gibt keine stundenlangen Abhandlungen, sondern kurze und knappe Videos die trotzdem genau die richtige Menge an Information liefern um ein Thema spannend zu vermitteln.

Und das mit großem Erfolg! Der Kanal „ASAPScience“ der jede Woche ein neues wissenschaftliches Thema in einem zwei bis fünfminütigen Video vorstellt, hat über 4 Millionen Abonnenten. Die Videos von „MinutePhysics“ in dem physikalische Fragen in wenigen Minuten erklärt werden, hat 3 Millionen Abonnenten und Beiträge wurden auch schon von Fernsehsendern wie NBC oder Online-Medien wie der HuffingtonPost aufgegriffen. Bei „Vsauce“ informieren sich über 9 Millionen Abonnenten über Themen aus Wissenschaft und Technik; bei der britischen Produktion „Numberphile“ lassen sich 1,3 Millionen Zuseher regelmäßig Mathematik erklären und der australische Physiker Derek Muller erreicht mit den Videos seines „Veritasium“-Kanals 2,7 Millionen Menschen (und war im August 2015 sogar Präsentator der Fernsehdokumentation „Uranium: Twisting the Dragon’s Tail“ die vom ZDF übersetzt und als „Uran und der Mensch“ bei Arte ausgestrahlt wurde – ich habe hier darüber berichtet).

Das Publikum für diese Art der Wissensvermittlung wäre sicherlich auch im deutschsprachigen Raum vorhanden. Und vor allem: Es wäre ein Publikum, das sich von den üblichen Zielgruppen unterscheidet! Gerade für junge Menschen spielen die klassischen Wege der Wissensvermittlung immer weniger eine relevante Rolle. Was auf der Wissenschaftsseite der Wochenzeitung steht oder spät Abends im Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens läuft, interessiert dort keinen. Genau so wenig wie öffentliche Vorträge an Universitäten oder dicke Bücher. Genau das merke ich auch selbst bei meiner eigenen Arbeit. Neben Zeitungsartikeln und Büchern (also den etablierten Wegen der Wissensvermittlung) produziere ich seit fast 3 Jahren auch einen eigenen Podcast mit kurzen Geschichten über Astronomie die sich jeder schnell und unkompliziert aufs Smartphone laden und dort anhören kann (zusätzlich kann man den Podcast auch als Video – ohne Bild – bei YouTube konsumieren). Bei der Kommunikation mit dem jeweiligen Publikum stelle ich aber immer wieder fest, dass es da fast keine Überschneidungen gibt. Die Leute, die sich meine Astronomiegeschichten anhören lesen im Allgemeinen weder mein Blog noch meine Bücher. Und die Blog- bzw. Bücherleser hören meinen Podcast kaum. Und vermutlich gibt es ebenso viele potentiell an Wissenschaft interessierte Menschen, die weder lesen noch hören, sondern sich lieber entsprechende Videos dazu ansehen wollen.

Für die gibt es aber im deutschsprachigen Raum kaum ein Angebot. Und falls doch, dann wird es so gut versteckt, das es kaum jemand findet. Zum Beispiel die unter Beteiligung der Universität Rostock produzierte Serie „Sturm des Wissens“. Im Rahmen des Wettbewerbs „Stadt der Wissenschaft“ hat der Verein “Rostock denkt 365°” eine Serie von zehnminütigen Internetvideos erstellt, bei denen das Genre der „Soap Opera“ im wissenschaftlichen Kontext interpretiert bzw. parodiert wurde. Es geht um junge Menschen die an verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen in Rostock studieren und dabei nicht nur die für eine Soap Opera typischen Handlungsstränge durchleben, sondern dabei auch Wissenschaft und den Alltag an Universität und im Labor vermitteln. Es war eine durchaus aufwendige Produktion mit mehr als 100 Mitarbeitern und einem Budget von 120.000 Euro. Als ich von dieser Sache erfahren habe, war ich zuerst sehr begeistert. „Sturm des Wissens“ war zwar nicht unbedingt mit den englischsprachigen Wissenschaftsvideos auf YouTube vergleichbar, aber unzweifelhaft ein für den deutschsprachigen Raum origineller Ansatz, neue Zielgruppen für die Wissenschaft zu gewinnen.

Ich wollte die Serie in einem ausführlichen Artikel für mein Internetblog vorstellen. Und dort natürlich dann auch die entsprechenden Videos der ersten Folgen zeigen. Aber eine Suche auf YouTube blieb erfolglos. Weder dort noch auf anderen Videoplattformen waren die Folgen von „Sturm des Wissens“ zu finden. Es gab sie tatsächlich ausschließlich auf der Homepage des Projekts selbst zu sehen. Eine für mich überraschende und auch unverständliche Situation. Denn wenn es darum geht, möglichst viele Menschen zu erreichen und vor allem Menschen, die man normalerweise nicht erreichen würde, dann bringt es natürlich absolut überhaupt nichts, die Verbreitung der Videos auf diese Weise zu beschränken. Das Internet und die Videoszene lebt von der Möglichkeit, Inhalte schnell und unkompliziert teilen und verbreiten zu können. Das aber war hier nicht möglich. Wer andere auf diese neue Videoserie hinweisen wollte, konnte nur einen Link auf die Homepage des Projekts setzen. Aber genau das ist schon ein Link und eine Hürde zu viel. Ein Video, das – so wie bei YouTube & Co üblich – auf einer anderen Seite direkt eingebunden werden kann, beispielsweise in einem Bericht über die Serie, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit angeklickt als ein Link, der irgendwo anders hin führt und wo man unter Umständen erst noch weiter suchen muss, bis man das Video auch findet. Bis es so weit ist, haben viele das Interesse schon wieder verloren.

Hinzu kommt: Wer nicht extra darauf hingewiesen wird, die Homepage des Projekts anzuklicken wird von „Sturm des Wissens“ auch nicht erfahren. Die Serie wird nicht bei Suchanfragen innerhalb von YouTube (bzw. den anderen Videoplattformen) auftauchen – aber genau dort suchen die Leute nach Informationen, die nicht an den Inhalten der üblichen Medien interessiert sind!

Ich habe damals die Produzenten der Serie direkt angesprochen und nach den Gründen für ihre Entscheidung gefragt, die Videos ausschließlich auf der eigenen Homepage zu präsentieren. Meiner Erfahrung aus ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit ist dafür oft die Sorge verantwortlich, die „Kontrolle“ zu verlieren, wenn man die Videos frei verbreiten kann. Aber gerade wenn es um Videos geht, ist diese Angst eigentlich unbegründet. Das Video bleibt ja immer das gleiche, selbst wenn es auf YouTube oder anderswo erscheint. Man verliert auch keine „Klicks“ (die ja immer dort besonders wichtig sind, wenn es um Sponsoren und Werbung geht), denn die werden ebenfalls immer gezählt, wenn jemand das Video betrachtet und das ganz unabhängig davon, wo das passiert.
Der eigentliche Grund für die Entscheidung „Sturm des Wissens“ war dann aber ein ganz anderer und einer, der die Situation der deutschsprachigen Wissenschaftsvideos kaum besser illustrieren könnte. Die Produzenten hatten extra für die Serie eigene Musik komponieren lassen. Musik, die GEMA-pflichtig war. Und damit war es natürlich nicht mehr möglich, die Videos auf irgendeine sinnvolle Art und Weise zu verbreiten. Hinzu kamen diverse andere bürokratische Gründe, Einwände und Bedenken von den vielen Behörden, Ämtern und öffentlichen Einrichtungen die bei der Erstellung beteiligt waren und am Ende hatte man zwar eine prinzipiell attraktive Serie an Wissenschaftsvideos die aber vollkommen an der Realität des Internets vorbei produziert wurde.

Gründe für die im Wesentlichen nicht vorhandene Wissenschaftsvideoszene in Deutschland gäbe es noch viele. Zum Beispiel die mangelnde Förderung der Öffentlichkeitsarbeit. Bei Projektanträge, Bewerbungen und anderen Gelegenheiten zur Beurteilung einer akademischen Karriere spielt immer noch hauptsächlich die wissenschaftliche Publikationsliste eine Rolle. Je mehr Fachaufsätze veröffentlicht worden sind, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Universitätslaufbahn. Engagement in Lehre oder Öffentlichkeitsarbeit hat bestenfalls keinen Einfluss, schlimmstenfalls schadet man damit seiner eigenen Karriere. Dabei gäbe es auch in Deutschland genug Forscherinnen und Forscher die nicht nur willens sondern auch fähig wären, Wissenschaft der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber sie können sich dieses Engagement nur selten leisten, wenn sie im gegenwärtigen System wissenschaftlich arbeiten wollen. Vor allem dann nicht, wenn es sich um einen zeitlich und technisch so aufwendigen Weg wie die Produktion von qualitativ hochwertigen Internetvideos handelt.

Sieht man sich an, wie Wissenschaft in den klassischen Medien – also zum Beispiel den Zeitungen oder dem öffentliche-rechtlichen Fernsehprogramm – präsentiert wird, dann hat man auch immer noch sehr oft das Gefühl, dass neue Wege nicht wirklich erwünscht sind. Wissenschaft scheint hierzulande immer noch viel zu oft als etwas angesehen zu werden, das kompliziert und schwer verständlich zu sein hat. Etwas, das nur von honorigen Experten präsentiert werden darf und etwas, über das sich auf keinen Fall leicht und locker (oder gar humorvoll!) plaudern lässt (was natürlich nicht stimmt).

Ein Blick in den englischsprachigen Raum zeigt allerdings, dass das nicht nur möglich ist, sondern hervorragend funktioniert und eine große Anzahl an Menschen begeistern kann. Dieses Potential wird in Deutschland leider verschenkt. Ansätze sind zwar vorhanden: Zum Beispiel einige Produktionen unter Beteiligung von Harald Lesch (der allerdings bei genauerer Betrachtung auch wieder nur das klassische Klischee des dozierenden Professors bedient). Oder der YouTube-Kanal des Wissenschaftsjournalisten Lars Fischer („Wir werden alle sterben“), auf dem aber mittlerweile leider kaum noch neue Videos veröffentlicht werden. Genau so wie bei den Videos von „Kurzgesagt“, die sich bei ihren grafisch aufwendigen Produktionen nicht nur stark an den englischsprachigen Vorbildern orientiert haben sondern mittlerweile selbst hauptsächlich auf englisch veröffentlicht werden (und bei fast 850.000 Abonnenten mit der internationalen Konkurrenz durchaus mithalten können).

Klar ist aber auch: Es ist noch jede Menge Luft nach oben! Auf Dauer wird die Gruppe an Menschen, die man mit den klassischen Methoden der Wissensvermittlung erreichen kann, immer kleiner werden. Irgendwann müssen Forscher und Forschungseinrichtungen sich dazu durchringen, auch das Medium der Wissenschaftsvideos nicht nur ernst zu nehmen sondern auch einen Weg finden, es seinen Möglichkeiten entsprechend zu nutzen. Die Menschen ändern sich ebenso wie ihr Umgang mit den Medien. Ob sie will oder nicht: Die Wissenschaftskommunikation muss sich anpassen.

Kommentare (36)

  1. #1 rolak
    17. Dezember 2015

    Jetz ist mir endlich klar, wie andere immer so früh von den neuen Artikeln erfahren: Per mail kommt die Nachricht deutlich eher als via rss-feed…

    btt: Die schon öfters gelesenen schwach unterdrückten KurzBeschwerden angenehm imfassend in Worte gefasst.

  2. #2 silava
    17. Dezember 2015

    Nachdem Florian meint die Überschneidungen seien gering oute ich mich mal:
    Ich lese ca. 70% der Astrodicticum Simplex Blogeinträge, höre ca. 50% der Sternengeschichten und habe 50% von Florians Büchern gelesen. Nur bei WRINT höre ich wirklich alle Folgen und ich war auf allen Vorträgen von Florian in meiner Stadt…

    Im Internet schaue ich mir fast nur englischsprachige Sachgeschichten-Videos an weil es auf Deutsch leider nur sehr wenige interessante Beiträge gibt. Ich denke es ist aber auch ziemlich aufwändig sowas semi-professionell und ansprechend zu erstellen.

  3. #3 Paavo
    17. Dezember 2015

    Die Tatsache, dass es kaum solche Inhalte in deutscher Sprache gibt, ist vor allem ein Huhn-Ei Problem. Zumindest wenn man sich die einsteigerfreundlichen Videos der Uni Nottingham anschaut. An der Ruhr-Universität hatte ich die Erstellung eines Videokanals für wissenschaftliche Themen schon vor einigen Jahren vorgeschlagen und bin an den Rückhalten der Obrigen gescheitert. Argumente waren die die geringe Professionalität und die sehr teuren Anlaufphasen, die ein solches Projekt mit sich bringen würden. Beide Argumente habe ich nie voll nachvollziehen können, denn ein solcher Kanal ist auch eine hervorragende Rekrutierungsmethode für unsere Hochschulen.
    Vermutlich stehen die Unis heute dem besser entgegen, Soziale Netzwerke und ihre Prominenz sei Dank.

  4. #4 Laptec
    17. Dezember 2015

    Einer meiner englischsprachigen Lieblingskanäle, der im Blogartikel noch nicht genannt wird ist PBS Space Time mit ca. 260 000 Abonenten. Bei dem gefällt mir besonders, dass er auch zum selber rechnen immer wieder einmal anregt.
    @silava: Im Moment lese ich ausschließlich den Blog, dafür zu 100% seit ich den Blog entdeckt habe. Den Podcast hab ich ausprobiert, finde ich aber nach lesen aller Blogartikel der Beteiligten nicht mehr spannend. Aber vielleicht gibt es zu Weihnachten ja ein Buch.

  5. #5 Fermat
    17. Dezember 2015

    Dann möchte ich mich auch mal outen:

    – Die meisten der Astrodicticum Simplex Blogeinträge
    – 100% der Sternengeschichten
    – 100% der neuen WRINT-Podcasts (die alten werden nach und nach aufgeholt)

  6. #6 Jörg W.
    17. Dezember 2015

    Ich versuche so etwas für medizin-Infos zu machen. Wir haben für Cochrane den Blog wissenwaswirkt.org aufgesetzt und im Plan sind auch Videos. Das Problem: Zeit. Als Projektleiter habe ich schon wenig Zeit dafür, um Videos auch noch mit anderen zu machen, müssten noch mehr Leute mehr Zeit dafür haben. Derzeit nicht vorhanden. Cochrane Uk hat 2 Vollzeitmitarbeiter für Social Media, da gibts schon ganz gutes Zeug inkl. seltener Videos http://www.evidentlycochrane.net/ nützt aber dem deutschen Sprachraum auch nichts. Werde auch heuer wieder versuchen, Geld (=Zeit) dafür aufzustellen.

  7. #7 Manuel W.
    17. Dezember 2015

    Ich finde, wenn es um deutsche Sachen geht, die Seite “http://www.urknall-weltall-leben.de” gar nicht schlecht. Die machen glaube ich genau so Videos, wie da gesucht werden.

  8. #8 DerSchmidpunkt
    17. Dezember 2015

    Ich bertreibe selbst zwei YouTube Kanäle mit wissenschaftlichen Themen und gerade auf dieser Plattform ist es schwierig sich gegen die ganzen Beauty- und DIY- Kanäle durchzusetzen. Auf YouTube möchten die meisten Menschen unterhalten werden und das kollidiert manchmal der Komplexität bei wissenschaftlichen Themen, was natürlich für diejenigen die über Hintergrundinformationen zu den Themen verfügen auch störend sein kann, da sie tiefere Einblicke erwarten. Deshalb gestaltet es sich problematisch beide Zielgruppen zu bedienen.
    Das es im englischsprachigen Raum anders aussieht liegt meiner Meinung nach einfach an einem generell viel größeren Publikum. Das generell ein großes Interesse an solchen Videos besteht kann ich bestätigen. Mittlerweile produziere ich Wissenschaftsvideos für Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

  9. #9 Hirk
    17. Dezember 2015

    Ich arbeite seit 16 Jahren in der Medienbranche. Wir produzieren jede Menge Videos für Web und TV, sind jedoch darauf angewiesen dafür bezahlt zu werden. Ich muss Miete zahlen und essen wie jeder Andere auch. Die meisten Kunden sind Banken und Versicherungen. Die deutsche Wissenschaft gibt sich im Allgemeinen mit selbst erstelltem Abfilmen von Vorlesungen zufrieden. Vermutlich ist da einfach kein Geld vorhanden. Ich denke das ist der Kern der Sache.

  10. #10 Michael M.
    17. Dezember 2015

    Da in Deutschland über allem was veröffentlicht wird das Damoklesschwert des Urheberrechts, GEMA, Verwertungsrecht, Musterschutz etc. und was weiß ich den noch alles, schwebt, denke ich das auch sehr viel Angst vorherrscht irgendetwas zu publizieren wo doch irgendein windiger Abmahnawalt sofort mit einer Unterlassungsklage drohen könnte.
    Und bevor man in finanzielle Schwierigkeiten kommt (nach dem Motto: Recht hat der der Recht bekommt und es sich leisten kann) wird statt dessen gar nichts öffentlich publiziert oder so versteckt das es auch keinen Wert hat.
    Wissenschaftliche Publikationen sollten frei von Ansprüchen Dritter sein, solange es nicht plumpe Kopieen sind oder wissenschaftliche Leistungen von anderen für sich beansprucht werden.

  11. #11 Bullet
    17. Dezember 2015

    Der eigentliche Grund für die Entscheidung „Sturm des Wissens“ war dann aber ein ganz anderer und einer, der die Situation der deutschsprachigen Wissenschaftsvideos kaum besser illustrieren könnte. Die Produzenten hatten extra für die Serie eigene Musik komponieren lassen. Musik, die GEMA-pflichtig war. Und damit war es natürlich nicht mehr möglich, die Videos auf irgendeine sinnvolle Art und Weise zu verbreiten.

    Musik ist nicht per se GEMA-pflichtig. Man muß sich explizit dafür entscheiden. Von daher ist dieses Problem bei “Sturm des Wissens” glatt selbstverschuldet.

  12. #12 Coen
    17. Dezember 2015

    Es ist nicht nur ein Problem der Wissensvermittlung für das Selbststudium sondern auch für die Präsentation zB in einem Planetarium. Es gibt eigentlich keine verwertbaren Clips, die astronomische Phänomene oder Abläufe darstellen. In fast allen Fällen muss man sich aus längeren Vorträgen oder Präsentationen etwas selbst zusammen schneiden. Die englische Tonspur herausnehmen ist kein Problem, aber die englischen Bezeichnungen kann man nicht “einfach so” im Clip ersetzen.

    Und Schülern die erschiedenen Bewegungen der Erde nur anhand von Bildern zu erklären ist eigentlich kaum vermittelbar. Den Satz “Wir sitzen in einem Raum mit Videotechnik und sie zeigen nur Bilder?” habe ich nicht nur einmal von Lehrern gehört.

  13. #13 Florian Freistetter
    17. Dezember 2015

    @Hirk: “Vermutlich ist da einfach kein Geld vorhanden. Ich denke das ist der Kern der Sache.”

    Naja, es gibt aber auch eine vergleichsweise lebendige Szene an Wissenschaftspodcasts und mit denen verdient man auch nicht wirklich was. Geld kann also nicht die einzige Motivation sein.

  14. #14 Florian Freistetter
    17. Dezember 2015

    @DerSchmidpunkt: “Auf YouTube möchten die meisten Menschen unterhalten werden und das kollidiert manchmal der Komplexität bei wissenschaftlichen Themen,”

    Das bestreite ich entschieden! Es ist ein Irrglaube zu denken, Wissenschaft könne nicht unterhaltsam sein. Sie muss nicht. Aber man kann Wissenschaft – so wie jedes andere Thema auch – unterhaltsam präsentieren.

  15. #15 Florian Freistetter
    17. Dezember 2015

    @Manuel: “Die machen glaube ich genau so Videos, wie da gesucht werden.”

    Das ist Lesch und den hab ich ja im Text erwähnt.

  16. #16 Hirk
    17. Dezember 2015

    “Naja, es gibt aber auch eine vergleichsweise lebendige Szene an Wissenschaftspodcasts und mit denen verdient man auch nicht wirklich was. Geld kann also nicht die einzige Motivation sein.”

    Hatte ich so nicht gemeint. Es ging mir nicht um Geld verdienen, sondern um Geld ausgeben für Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Zusammenhang dachte ich auch nicht an – meist gruselige – Wissenschaftspodcasts, nach Art des Frontal Unterrichts, sondern an erklärende CG Animationen (mein Arbeitsgebiet). Sowas will in DE kaum einer bezahlen (Im Bereich Bildung/Naturwissenschaft). Dieses Jahr hatte ich das zweifelhaft Vergnügen an mehreren Lehrmitteln (Texte und Bilder) mitzuarbeiten. Da war noch nicht mal Geld vorhanden, um die massenhaft in den Konzepten vorhandenen Grammatik und Rechtschreibfehler raus zu holen. Ich wollte das freiwillig übernehmen, aber die nötige Zeit war nicht im Budget. Beschämend!

  17. #17 michael
    17. Dezember 2015

    Ein Tipp von mir: die YouTube-Videos von Stephan Müller zum Thema Physik und Mathematik (https://www.youtube.com/user/trinatphys) sind zwar von einem Professor gemacht, aber sehr verständlich, locker und sympathisch. Da macht das Lernen Spaß.

  18. #18 DerSchmidpunkt
    17. Dezember 2015

    @Florian Freistetter: Ich habe nicht behauptet, dass Wissenschaft nicht unterhaltsam sein kann. Im Gegenteil, viele Themen eigenen sich sehr gut um sie unterhaltsam darzustellen. Es ist nur etwas problematisch den Inhalt für ein Fachpublikum und Laien gleichzeitig interessant zu gestalten. Beide Gruppen stellen sehr verschiedene Erwartungen und Ansprüche an so eine Präsentation und der Ersteller hat damit zu kämpfen, dass die Zuschauer über ein sehr unterschiedliches Vorwissen verfügen. Gerade auf Plattformen wie YouTube zeigt sich diese Differenz.
    Außerdem gibt viele qualitativ hochwertige Videos, auch in deutscher Sprache, nur lassen diese sich nicht sonderlich schnell finden, da das Ranking-System von YouTube einem da einen Strich durch die Rechnung macht.

  19. #19 PDP10
    17. Dezember 2015

    @Bullet:

    Musik ist nicht per se GEMA-pflichtig. Man muß sich explizit dafür entscheiden. Von daher ist dieses Problem bei “Sturm des Wissens” glatt selbstverschuldet.

    Dass der Fall bei oben angesprochener Musik so liegt mag sein.

    Aber:

    Deine Aussage stimmt so nicht, bzw. es ist genau andersrum. Siehe GEMA-Vermutung.

    Insbesondere den letzten Absatz.

    Du musst dich nicht nur explizit dafür entscheiden, dass deine Musik GEMA-frei ist. Du musst das der GEMA u.U. auch noch extra nachweisen. (Beweislast-Umkehr. Eigentlich ein No-Go in unserem Rechtssystem).

    Wenn du die zB selbst auf einem Konzert spielst und die GEMA dafür Gebühren sehen will.
    Oder du bei YT ein Video mit deiner Musik reinstellst, etc. pp.

  20. #20 griesl
    17. Dezember 2015

    @hirk
    “… – meist gruselige – Wissenschaftspodcasts, nach Art des Frontal Unterrichts …”
    Darf ich fragen welche du meinst, mir fällt diesbezüglich adhoc keiner ein.

  21. #21 Thomas Fester
    Leipzig
    17. Dezember 2015

    Ich habe mich vor etwa einem halben Jahr mit der Produktion von Wissenschaftsvideos selbständig gemacht (mein youtube-Kanal ist hier: https://www.youtube.com/channel/UCittg4tLzmxR_xsgWlwXpxA) und bin natürlich noch in der Findungsphase (betrifft sowohl Kunden als auch den eigenen Stil…) Ich werde nicht nur deutschsprachig arbeiten, und sowohl Videos für die Science-to-public als auch für die Science-to-science Kommunikation anbieten. Mein Schwerpunkt sind Videos zum Thema Bodenbiologie, aber ich bearbeite natürlich auch andere Themen. Ich hoffe langfristig die angesprochene Lücke mit schließen zu können…

  22. #22 bruno
    18. Dezember 2015

    Die Leute, die sich meine Astronomiegeschichten anhören lesen im Allgemeinen weder mein Blog noch meine Bücher. Und die Blog- bzw. Bücherleser hören meinen Podcast kaum.

    Evidenz?
    Kann ich mir schwer vorstellen….
    (me: 95% Artikel/ 100%Sternengeschichten/ 90% Wrint)

    Das Abstrakt dieses Artikels impleziert, zumindest für mich, dass sowohl sich die Institutionen und speziell die Politik bezüglich “Wissenschaftsvideos im Netz” beschränken. Was mich nicht weiter verwundert.
    Einer der wenigen Lautsprecher, die dieses Land noch hat, vermittelt das sehr schön: Volker Pispers. Seine Auftritte sollten dem mündigen Bürger eigentlich Pflicht sein… (alles auf der YT-Acedemy)

    Im Grossen und Ganzen hat zumindest die Politik aktuell kein besonderes Interesse daran, das Volk wissenschaftlich aufgeklärt zu bekommen.
    Man schaue sich nur Angelas Freundes(Frauen)kreis an….

    Warum das in England besser funktioniert…. kA. (vielleicht ist die Trennung in Ober- und Unterhaus besser als eine “One-Woman-Show” die an echter Politik scheinbar kein Interesse findet und statt dessen lieber den Neigungen ihrer Busenfreunde/ -freundinnen nachgeht… )

    Nebenbei: das mit der GEMA ist Unfug oder schlecht überliefert…. Dafür macht man Musik ja im Zweifelsfall selbst… um eben bei öffentlicher Präsentation keine Gebühren zahlen zu müssen….
    Und eben drum versehe ich z.B. meine YT-Videos mit selbstgemachter Musik…
    (…und Gema und Handwerkskammer und Berufsgenossenschaft sind staatlich akzeptierte schnorrende und vor allem sich selbst erhaltende kaiserliche Geschwüre in dieser Gesellschaft des 21ten Jhds. …. sorry… ich kann nicht anders…)

    BTW: In einem Artikel über populäre Wissenschaftskommunikation die Begriffe “obsolet” und “Whiteboards” und “noch die der Forschung innewohnende Faszination” zu benutzen …. hm! Grenzwertig. Nachdem letztens erst jemand Schüler in einem Einkaufszentrum nach englischsprachigen Werbesprüchen befragte…. [come in and find out] … [komm rein und find wieder raus] mehr als bedenklich…. 😉
    Und laut Artikel sollen ja u.a. Schüler angesprochen werden. 😉

  23. #23 Florian Freistetter
    18. Dezember 2015

    @bruno: “Kann ich mir schwer vorstellen….”

    Du bist ja auch nicht ich – und ich treffe ja immer wieder Hörer/Leser.

    “das mit der GEMA ist Unfug oder schlecht überliefert…. Dafür macht man Musik ja im Zweifelsfall selbst… um eben bei öffentlicher Präsentation keine Gebühren zahlen zu müssen….”

    Siehe dazu die Kommentare weiter oben.

    “n einem Artikel über populäre Wissenschaftskommunikation die Begriffe “obsolet” und “Whiteboards” und “noch die der Forschung innewohnende Faszination” zu benutzen …. hm! Grenzwertig.”

    Warum? Was ist daran “grenzwertig”? Sind ganz normale Wörter.

    “mehr als bedenklich…. “

    Hab ich da irgendwas verpasst? Jetzt ist der Text auch noch bedenklich?

  24. #24 Turi
    18. Dezember 2015

    @DerSchmidpunkt “Es ist nur etwas problematisch den Inhalt für ein Fachpublikum und Laien gleichzeitig interessant zu gestalten.”
    Ich glaube nicht, dass das überhaupt möglich ist. Und ich denke auch nicht, dass das die Aufgabe von Wissenschaftsvideos auf youtube ist. Bei solchen Videos geht es darum Wissenschaftskommunikation zu betreiben, inklusive “Lügen für Kinder”, also notwendige Vereinfachungen. Dabei wird nie das Niveau erreicht, um einen in der Sache ausgebildeten Fachmann neues Wissen zu vermitteln.
    Aber in der spezialisierten Welt in der wir Leben gibt es wenige Experten und viele Laien, also ist das eigentlich kein Problem. Und wenn die Videos wirklich gut sind, dann gut man sich die auch an, wenn man schon alles darin weiß.

  25. #25 Basilios
    Shingeki no Kyojin
    18. Dezember 2015

    @bruno
    Evidenz?
    Kann ich mir gut vorstellen….
    (me: 96% Artikel/ 0,0%Sternengeschichten/ 0% Wrint)

    Und nu?
    0_0

  26. #26 Peter Viehrig
    Berlin
    20. Dezember 2015

    Die geschilderten Probleme, ansprechende deutsche Astronomie-Videos bei YouTube&Co zu finden, kann ich bestätigen. Nach intensiver Suche nach Videos, die sich nicht auf kopierte Fernsehsendungen (denn die kenne ich fast immer bereits) oder Fünf-Minuten-Schnipsel beschränken, fand ich dann Sternstunde-Online.

    Leider mit der Dezemberausgabe 2015 eingestellt:

    youtube.com/channel/UC7s5LURflo522ekbxkTHD6g/videos

    Sponsorenmangel.

    Tja.

  27. #27 bikerdet
    20. Dezember 2015

    @ PDP10 in #19 :

    Natürlich musst Du Nachweise führen. Da könnte ja jeder kommen und behaupten das es seine Musik sei und die selbstverständlich GEMA-frei ist.

    Auch bei einer öffendlichen Vorführung / YT-Video ist es doch ganz einfach. Wenn die Band (beliebigen Namen einsetzen) ihre EIGENEN LIeder spielt, ist das GEMA-frei. Spielt sie ein Lied einer anderen Band, muss sie ebenfalls GEMA-Gebühren zahlen.

    Wie soll es sonst gehen ? Jeder Autor behauptet das er die Lieder selber geschrieben hat, ohne jeglichen Nachweis bringen zu müssen ? Wie würde das bei Dingen wie Autos aussehen ? Ich nehme einfach Dein Fahrzeug und behaupte es sei meins ??

  28. #28 Peter Viehrig
    Berlin
    20. Dezember 2015

    @bikerdet

    Ihr Bild ist insofern schief, daß die GEMA exakt dieses tut: Mein Auto nehmen und behaupten, sie habe Rechte daran. Und ich bin in der Nachweispflicht, daß dem nicht so ist.

    Der von @Manuel W. erwähnte Kanal “Urknall, Weltall und das Leben” ist tatsächlich sehenswert:

    youtube.com/channel/UClDnGiwSyTyu7gxO8X5U18g

    Ja, unter anderem auch von Lesch. Und ja, manchmal etwas dozierend. Angesichts des sonst unauffindbaren: Hervorragend!

    Und endlich mal nicht eingedampft auf 5 Minuten. Das gibt Zeit für die Veranschaulichung auch komplizierterer Sachverhalte. Insbesondere dem Herrn Gaßner gelingt das packend.

    Danke für den Hinweis.

  29. #29 PDP10
    20. Dezember 2015

    @bikerdet:

    Auch bei einer öffendlichen Vorführung / YT-Video ist es doch ganz einfach. Wenn die Band (beliebigen Namen einsetzen) ihre EIGENEN LIeder spielt, ist das GEMA-frei. Spielt sie ein Lied einer anderen Band, muss sie ebenfalls GEMA-Gebühren zahlen.

    Das ist eben nicht so einfach.

    Grundsätzlich werden erstmal für jede öffentliche (*) Aufführung von Musik GEMA Gebühren fällig. Auch eine Band, die ihre Lieder bei der GEMA angemeldet hat, muss bei Auftritten auf denen sie ihre eigenen Lieder spielt, diese Gebühren zahlen, was insbesondere für kleine Indie-Bands zum Problem werden kann. Kommen zu einem Konzert nur ein paar Leute, kann es schnell passieren, dass die zu zahlenden GEMA Gebühren die Einnahmen aus dem Konzert übersteigen.

    Bei Konzerten von Bands, die ihre Songs ganz bewusst nicht bei der GEMA angemeldet haben, gibts trotzdem erstmal einen Gebührenbescheid.
    Das ganze nennt sich GEMA-Vorbehalt.
    Der Veranstalter bzw. die Musiker sind dann in der Pflicht nachzuweisen, dass auf dem Konzert wirklich nur GEMA-freie Musik gespielt wurde.

    Das könntest du aber auch alles selber nachgelesen haben, wenn du mal kurz Google oder die Wikipedia zum Stichwort “GEMA-Vorbehalt” gefragt hättest (siehe zB mein Link oben).

    (*): Was in diesem Zusammenhang “öffentlich” ist, ist übrigens Gegenstand jeder Menge Rechtsstreitigkeiten mit der GEMA. Denn auch hier fasst die GEMA den Begriff zu ihren Gunsten so weit wie möglich auf.

  30. #30 Basilios
    Gurizaia no Kajitsu
    20. Dezember 2015

    @bikerdet
    Ich möchte alles bestätigen, was PDP10 hier über die GEMA erzählt. Ich halte das System GEMA für keine gute Lösung zur Erzielung des ursprünglich angepeilten Effekts.
    Ich muss allerdings auch zugegeben, daß ich Befangen bin, weil ich selber schon in der Situation war eine vollständige Liste der Songs aufzustellen, damit hinterher die Geier GEMA-Gebühren erheben können.
    Das kommt einem bei Traditionals besonders abstrus vor, weil selbige sich oft dadurch kennzeichnen, daß man in der Spalte: Komponist/Author nichts eintragen kann, weil das im dunkel der Zeit verloren ging und es einfach keinen mehr gibt der das weiß.
    -_-

  31. #31 Franz
    21. Dezember 2015

    Ja die GEMA (oder AMA in Österreich) ist besonders anstrengend, wenn dann 2 Monate, teilweise mit Anwalt über 7 Euro gestritten wird, weil eines der gespielten Lieder nicht ‘Allgemeingut’ ist, weil es eine Neufassung gibt, die aber wieder urheberrechtlich geschützt ist, man nachweisen muss, dass man die Neufassung nicht nachgesungen hat … blablabla.

    Deshalb für alle die in einer Just-for-fun Band spielen ein kleiner Tipp: Macht ein karitatives Event draus. Da haben viele was davon (Musiker, Gäste, Spendenempfänger), die Geier (AMA, Finanz) schauen durch die Finger und die Songwriter sind doch sowieso immer soooo sozial (sagen sie zumindest) und können also nichts dagegen haben.

  32. #32 Franz
    21. Dezember 2015

    Zurück zum Thema: Könnte man nicht die Originalinterpreten ansprechen ob man ihr Video mit einer neuen Tonspur versehen kann ? Sollte doch eine win-win Situation sein. Das Original bekommt eine höhere Reichweite und wir bekommen gute Videos.

  33. #33 Florian Freistetter
    21. Dezember 2015

    @Franz: “ob man ihr Video mit einer neuen Tonspur versehen kann ?”

    Die Frage ist nur: Wer ist “man”? Texte übersetzen, synchronisieren und sprechen ist nicht so einfach, wie sich das viele vorstellen. Vor allem, wenn es professionell passieren soll.

  34. #34 Franz
    22. Dezember 2015

    @Florian
    Das ist mir schon klar dass das nicht einfach ist, aber wie sieht das rechtlich aus ?

  35. #35 Florian Freistetter
    22. Dezember 2015

    @Franz: “aber wie sieht das rechtlich aus ?”

    Man muss die Rechteinhaber der Videos um Erlaubnis fragen (sofern die Videos nicht explizit unter einer CC-Lizenz veröffentlicht worden sind)

  36. #36 rolak
    9. Januar 2016

    Beim Durchstöbern der Neuigkeiten innerhalb der Abos fiel ein Video auf, das die Problematik imho schön verdeutlicht:
    – in D gibts dieselbe Diskussion (aka auch Verblendete), also Bedarf
    – viel in-Grafik-Text, viel Arbeit
    – anerkennen Hiesige die Relevanz auswärtiger Studien?

    Zusammengefaßt: Ists einfacher, zu übersetzen oder komplett neu aufzusetzen? Gibts überhaupt adäquate lokale Datenerhebungen?