daenikenDieser Artikel ist Teil einer Serie, in der ich das Buch “Was ich jahrzehntelang verschwiegen habe”* von Erich von Däniken bespreche. Die bisher erschienenen Teile der Serie sind hier zu finden. Eine ausführliche Erläuterung zum Sinn und der Vorgehensweise meiner Rezension ist hier nachzulesen.

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Ich habe ja schon in der Einleitung zu dieser Buchbesprechung erwähnt, dass Däniken eigentlich nicht mehr all zu viel übrig haben kann, was er “jahrzehntelang verschwiegen” hat. Bei den fast 50 Bücher und den Filmen/Fernsehserien die er in den letzten fast 50 Jahren produziert hat, war eigentlich schon alles dabei.

Ich habe früher schon einige der Bücher von Däniken gelesen und mich auch damals immer schon ein wenig geärgert, dass er eigentlich immer wieder die gleichen Geschichten erzählt. Insofern war ich gespannt, ob er in seinem aktuellen Buch tatsächlich etwas wirklich Neues vorstellt…

Aber das ist nicht der Fall. Auch die Geschichte, die Däniken angeblich “jahrzehntelang verschwiegen” hat, entpuppen sich als (zumindest für Leute die so etwas) interessant altbekannte und gut dokumentierte Fälle und vor allem Fälle, die schon ausführlich in Dänikens alten Büchern behandelt worden sind.

Däniken zeigt uns jede Menge alten UFO-Kram (Bild: public domain)

Däniken zeigt uns jede Menge alten UFO-Kram (Bild: public domain)

Die Geschichte mit der Däniken sein UFO-Buch beginnt, hat sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel. Es geht um das UFO, das der japanische Pilot Kenjo Terauchi am 17. November 1986 gesehen haben will. Däniken berichtet, wie Terauchi sich als großer Fan seiner Arbeit geoutet und ihn kontaktiert hat. Natürlich um ihm die ganze geheimen Dinge zu erzählen, die er eigentlich gar nicht erzählen darf. Aber Däniken bekam sie zu hören und erzählt noch einmal die Geschichte, die damals auch in diversen Zeitungen zu lesen war. Terauchi sah ein UFO; etwas, das er für ihn wie eine “gigantische Walnuss” von den Ausmaßen eines Flugzeugträgers aussah. Das Ding flog, wie UFOs das eben so machen, neben ihm her; überholte ihn, fiel zurück, und so weiter. Und dann verschwand es wieder.

In seiner Beschreibung des Falls greift Däniken auf eine Taktik zurück, die sich durch das ganze Buch zieht: Das Argumentum ad misericordiam beziehungsweise “Mitleidargument” (oder Appeal to pity) – eine Variation des “Galileo Gambits”. Immer wieder erklärt Däniken, wie es denen ergeht, die sich mit den Themen beschäftigen, mit denen er sich beschäftigt:

“Die meisten Betroffenen leiden still in sich hinein, denn wer hienieden versucht, die UFO-Problematik zu verteidigen, ist ganz einfach ‘bescheuert’. Ernsthafte Menschen befassen sich nicht damit. Basta! Und die wenigen, die es trotzdem versuchen, landen gleich auf dem Müllhaufen der Lächerlichkeit. Sie werden – rumsdibums – aus der Gesellschaft der Ernsthaften hinausgeschmissen.”

Oder anders formuliert: “Schaut, wie sehr man mich wegen meiner Meinung angreift! Da muss ich doch recht haben!”

Mit solchen Scheinargumenten kommt man natürlich tatsächlich nicht weit. Und wer trotzdem so tut, darf durchaus damit rechnen, nicht zur “Gesellschaft der Ernsthaften” gezählt zu werden. Umso mehr, als Däniken auch hier das tut, was er mit großer Begeisterung in all seinen Werken tut: Seine Sicht der Dinge zu präsentieren ohne zu erwähnen, dass es da noch andere Fakten gibt, die dieser Sicht der Dinge widersprechen.

Er schreibt zum Beispiel:

“Zuerst stellte der Flugkapitän fest, er habe nie etwas von UFOs gehalten. Für derartige Dummheiten habe er keine Zeit gehabt. Dies änderte sich radikal nach seiner unmöglichen Begegnung vom 7. (sic!) November 1986.”

Die ausführliche Dokumentation der US-Luftfahrtsbehörde FAA weiß aber zu berichten, dass Kerauchi auch schon vor dem Zwischenfall von 1986 von der Begegnung mit UFOs, die er für Raumschiffe hielt, erzählt hat (siehe dazu diese extrem ausführliche Besprechung des Falls). Er dürfte also nicht der objektive, unvoreingenommene Zeuge sein, als den Däniken ihn darstellt… Dieses Scheinargument ist unter der Bezeichnung Cherry Picking bekannt: Die Taktik, sich aus all den vorhandenen Fakten nur diejenigen herauszusuchen die die eigene These unterstützen und den Rest zu ignorieren.

Die weitere Themen des ersten Kapitels sind ebenfalls alte und längst bekannte UFO-Geschichten:

  • Die Pascagoula-Entführung aus dem Jahr 1973, über die man hier einen ausführlichen und kritischen Bericht mit vielen Referenzen finden kann.
  • Den “Entführung”sfall von Barney und Betty Hill aus dem Jahr 1961, der seit Jahrzehnten in keinem UFO-Buch fehlen darf, vor allem wegen der “Sternenkarte”, an die sich Betty Hill (angeblich) unter Hypnose erinnert hat und die so super mit den realen Sternen übereinstimmen soll. Was sie aber nicht tut, wie man zB hier oder hier mit vielen weiteren Referenzen und Quellen nachlesen kann.
  • Und natürlich darf auch der Psychiater John Mack nicht fehlen, der sich auf das Hypnotisieren von angeblichen UFO-Entführungsopfern spezialisiert hat und über den Carl Sagan viel Erhellendes zu sagen weiß.

Nazi-UFOs gibt es diesmal auch noch (vielleicht zeigt sich da die Nähe des Kopp-Verlags?) und das wars dann fürs erste Kapitel, das mit einem weiteren Seitenhieb auf die “Sektierer der Wahrheitsverblendung” endet…

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Kommentare (46)

  1. #1 rolak
    3. Januar 2016

    entpuppen sich als (zumindest für Leute die so etwas) interessant altbekannte

    Laß mich raten: Das Ergebnis, wenn eine hin und her revidierte Textänderung wg irgendwas anderem Interessanten unterbrochen und nicht wieder aufgenommen wird? Geschieht mir Schusselchen nämlich des öfteren so ;‑) Herr Lembke, ich versuche zu lösen:

    entpuppen sich (zumindest für Leute, die so etwas interessiert) als altbekannte


    ebenfalls alte und längst bekannte UFO-Geschichten

    Ja aber die Details, die teuflischen Details (oder sinds hier alieneske?). Da wird doch sicherlich irgendwo in der Fallbeschreibung ein Komma anders gesetzt sein, werden die Nichtbelege anders sortiert sein — und last but not least kann auf die implizite Titelfrage “..verschwiegen habe?” auch mit “Nix” geantwortet werden.
    A bisserl neugierig wäre ich auf pikante Details zu seiner Freundschaft mit Alien Tomy, gibt er da evtl seinen Senf zu oder ist speziell dort Schweigen im Blätterwalde?

    btw: Wenn der Stil der Vorschau in die reale Darstellung übergeht, ist irgendwo ein <i> bzw <em> offen…

  2. #2 Ein Schornsteinfeger aus dem Westfälischen machte in seinem Urlaub vor, wie leicht der Erfolgsautor Erich von Däniken zu widerlegen ist.
    3. Januar 2016

    Auch sonst stimmte von Dänikens Schilderungen wieder, nach Kaufholds Angaben, so gut wie nichts. Statt aus grauen Vorzeiten und geheimen Höhlensystemen waren die Werke kaum älter als zwanzig Jahre und stammten, erklärte Crespi-Nachfolger Priester Flores, von Indios aus der Nachbarschaft. Die hatten sie für den Pater aus Dankbarkeit angefertigt. “Herr Däniken”, schimpfte Schrott-Verwalter Flores, “hat mit unserem Namen Hirngespinste verbreitet. Möge er stumm werden und die Erde ihn verschlingen.”

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14019072.html

  3. #3 Catweazle
    MUC
    3. Januar 2016

    Ich freue mich schon auf die ersten “echten” Aufnahmen von den vielen UFO’s die ja ständig den Planeten Erde heimsuchen. Überlegt mal was Milliarden von Menschen mit Full-HD oder gar 4K Kameras an ihren Smartphones und Tablets so alles aufzeichnen könn(t)en. Natürlich verbessern sich auch gleichzeitig die technischen Möglichkeiten um die eine oder andere Sichtung zu faken. Aber im Ernst, wer kommt auf solch abstruse Ideen?

  4. #4 Alisier
    3. Januar 2016

    “Argumentum ad misericordiam” klingt schon sehr gut, und muss deswegen auch Substanz haben. Es muss! Woran sollen wir denn sonst in dieser von wissenschaftlicher Herzenskälte überschwemmten Welt noch glauben?

  5. #5 Dampier
    3. Januar 2016

    Däniken berichtet, wie Terauchi sich als großer Fan seiner Arbeit geoutet und ihn kontaktiert hat. Natürlich um ihm die ganze geheimen Dinge zu erzählen, die er eigentlich gar nicht erzählen darf. Aber Däniken bekam sie zu hören und erzählt noch einmal die Geschichte

    Wird denn irgendwie deutlich, was an der Geschichte jetzt neu ist und bisher verschwiegen war, oder erzählt er die einfach nochmal nach? Frage gilt auch für die anderen Geschichten.

    Über die Nazi-UFOs hätte ich auch gern noch mehr erfahren, also was genau er da nochmal aufwärmt, das ist ja auch ein ziemlich wucherndes Geschichten-Biotop …

  6. #6 Dampier
    3. Januar 2016

    Hmm … u – f – o scheint auch den Spam- bzw. Mod-Filter zu triggern. Das könnte bei dieser Serie ziemlich fatal sein ;]

  7. #7 Artur57
    3. Januar 2016

    Von Vertuschung der Vorfälle kann ja nun wohl kaum mehr die Rede sein, wenn alle drei Fälle ihren Wikipedia-Eintrag haben. Nur eben: sie überzeugen auch in dieser exponierten Lage nicht.

    Habe nun das mit dem japanischen Piloten durchgelesen und da fällt doch als erstes auf: es gibt kein einziges Foto. Da fliegt ein Objekt in der Größe eines Flugzeugträgers neben dem Jumbojet her und Pilot, Besatzung und Passagiere kommen nicht auf die Idee, auf den Auslöser zu drücken. Schon deswegen kann man den Fall zu den Akten legen.

    Natürlich passt Däniken auch bestens in die politische Agenda des Kopp-Verlags, die kurz gesagt darin besteht, die Kernlügen der Nazi-Bewegung zu verbreiten. Demnach war die Französische Revolution das Werk einer jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung, die uns seither für dumm verkauft und uns mit Unwahrheiten verblendet. Dem stehen Helden gegenüber, die die Impflüge enttarnen und den Moonhoax und natürlich das Prachtexemplar Erich von Däniken.

    Der Kopp-Verlag schadet nicht nur der Wissenschaft, der Mist, den er produziert ergießt sich auch über die Politforen und wird leider viel zu oft geglaubt. Der Kopp-Verlag hat zwei Seiten, von denen die eine noch schlechter ist als die andere. Eine Gegenaufklärung ist mehr als überfällig.

  8. #8 Silava
    3. Januar 2016

    @Catweazle
    https://xkcd.com/1235/

    Man kann Digitalfotos nicht so einfach fälschen, da gibt es intelligente Algorithmen, die bemerken das meistens. Bzw. das menschliche Auge erkennt auch leicht Ungereimtheiten. Und nachdem wir nicht mit glaubwürdigen UFO-Fotos bzw. UFO-Filmen überschwemmt werden hat sich das Thema außerirdische UFOs mittlerweile erledigt. EvD sollte mehr Russel Munroe lesen, da würde er noch was vernünftiges lernen.

  9. #9 Artur57
    3. Januar 2016

    @Silava

    Da gab es ja diesen Sommer eine interessante Auseinandersetzung, als dieser Bellingcat versuchte, den Russen gefälschte Satellitenbilder nachzuweisen. Da kam einiges an technischen Details zur Sprache.

  10. #10 Braunschweiger
    3. Januar 2016

    @Silava: Russel Munroe?

    Oder doch Randall Munroe?

  11. #11 Herb
    3. Januar 2016

    Ich wünsche mir dann doch lieber wieder wissenschaftliche Buchbesprechungen. Das Einzige was mich an Däniken und Konsorten interessiert ist die Antwort auf die Frage: hat der denn wirklich ein Rad ab (wenn ja – welches) oder macht der das alles um Kohle zu verdienen? Letzteres würde mir dann doch ein wenig Respekt abringen. Sich nach 50 Bücher und unzähligen Vorträge nicht über die Leichtgläubigkeit seiner “Jünger” schlapp gelacht zu haben, zeugt von großer Selbstbeherrschung.
    Vielleicht können die Psychologen in dieser Runde mal was dazu sagen, dann wären wir wieder im wissenschaftlichen Fahrwasser.

  12. #12 peer
    3. Januar 2016

    @Herb: Mein Opa (!) stand in regem Briefkontakt mit von Däniken und wird wohl sogar in irgendeinem Buch von ihm zitiert. Zumindest anfangs war van Däniken tatsächlich wohl eher ein Sammler von merkwürdigen Gescichten und damals war er interessiert eine alternative zur herkömmlichen Wissenschaft zu bieten. IIRC (ist lange her, ich war noch klein) hat er damals durchaus auch gesagt, dass er nicht weiß, ob seine Sicht der Dinge “richtig” ist, aber er meinte eben, es wäre eine Möglichkeit.
    Ob er sich jetzt im Laufe der Jahrzehnte immer mehr auf seine Thesen versteift hat, weil er wirklich von denen überzeugt ist, oder ob er einfach gut daran verdient und seine Leser keine Interesse an Selkbstkritik haben, kann ich aber nicht beurteilen… Mein Opa ist lange tot und damit ist mein Bezug abgebrochen – an den kruden Theorien war ich selbst nie interessiert.

  13. #13 rolak
    3. Januar 2016

    ob seine Sicht der Dinge “richtig” ist, aber er meinte eben, es wäre eine Möglichkeit.

    Das sind ja auch schon die beiden ganz großen Fehler, peer:

    a) (richtig|falsch) ist ein moralisches GegenteilPaar, (wahr|unwahr) ein mathematisches – doch für naturwissenschaftliche Hypothesen/Theorien ist nur (effektiv|ineffektiv) relevant, also ob aus dem Modell gemachte Vorhersagen zutreffen oder nicht. Hat EvD überhaupt irgendetwas in Richtung Modell geliefert? Nö.

    b) Im gewissen Sinne ist alles mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit möglich, fragt sich halt nur, wie sehr. Und bei 1:FastAlles wie bei dem EvDschen Gebrabbel brauchts enorm starke Belege, um es überhaupt in Betracht zu ziehen. Doch geliefert hat er halt nur – weiteres Gebrabbel.

    Zusammengefaßt: Das sind nur rhetorische Nebelkerzen der Güteklasse ‘bedeutungsschwanger, doch inhaltsleer’.

  14. #14 Artur57
    3. Januar 2016

    Ich muss ihn jetzt ein klein wenig in Schutz nehmen: EvD hat bewirkt, dass der gesamte Planet nach Anzeichen von Besuchen Außerirdischer durchsucht und alle Beweise zusammen getragen wurden. Ist ja erstens interessant und dass diese Fundstücke entschieden zu mager sind, um als Beweis zu dienen, ist ja auch ein Ergebnis. Das man ohne den Erich nicht hätte.

    Es muss ja auch mal jemand etwas Nettes über ihn sagen.

  15. #15 Alisier
    3. Januar 2016

    Um die Beweise aufzubewahren reicht es aber doch einen Fingerhut bereit zu halten….denn es gab nicht einen Einzigen, und es war auch keiner zu erwarten.
    Jahre seines Lebens zu investieren, um nach Dingen zu suchen, die gar nicht existieren können, ist schon ausgesprochen dämlich. Da kann ich mir Besseres und Sinnvolleres vorstellen.
    Allerdings gibt es auch wenig Hirngespinste, mit denen man derartig viel Geld verdienen kann.

  16. #16 rolak
    3. Januar 2016

    alle Beweise zusammen getragen

    Das ist eine der wenigen großen Fragen der Menschheit, die bereit eindeutig beantwortet werden konnte, Artur57: “Wieviele Beweise für eine außerirdische Präsenz auf Erden passen auf eine StecknadelSpitze?” – “Alle”.

    auch mal jemand etwas Nettes .. sagen

    Mehr als das ist nicht drin, muß reichen.

  17. #17 Frank D
    3. Januar 2016

    Doach, das ist etwas neues, den bislang hat sich Däniken nie zu UFOs geäußert. Noch vor wenigen Jahren (2012?) hat er sogar ganz konkret geäußert, dass er von all diesem Zeugs nicht hält, und er nicht an aktuelle Besuche glaubt (kann er für seine messianische Hauptthese der Wiederkunft auch nicht brauchen :) )
    Das zeigt nur, dass er sich inzwischen an jeden Strohhalm klammert.

  18. #18 Herr Senf
    3. Januar 2016

    Vielleicht hat der Ghostwriter nicht viel Lust gehabt
    oder nur viel Murks auf’s Papier gebracht.
    Geld war alle, mußte schnell äh bissel her – wie egal.

  19. #19 Artur57
    3. Januar 2016

    @rolak

    “Wieviele Beweise für eine außerirdische Präsenz auf Erden passen auf eine StecknadelSpitze?” – “Alle”.

    Okay, das wissen wir jetzt. Aber stand das denn schon im Voraus fest? Nein, denn die wissenschaftliche Objektivität verlangt, dass man das zunächst einmal offen lässt. Diese Möglichkeit ist immerhin denkbar und die Öffentlichkeit will das wissen.

  20. #20 rolak
    3. Januar 2016

    die wissenschaftliche Objektivität verlangt, dass man das zunächst einmal offen lässt

    Nein, Artur57, ganz im Gegenteil: eine schlichte Behauptung braucht in der Naturwissenschaft niemand ernst zu nehmen (im Gegensatz zu anderen Gebieten, könnte zB auch üble Nachrede sein). Die zum Ernstnehmen notwendigen Belege gab es doch gar nicht.

  21. #21 Nemesis
    3. Januar 2016

    @Artur57

    Diese Möglichkeit ist immerhin denkbar und die Öffentlichkeit will das wissen.

    Rein wissenschaftlich betrachtet ist diese Möglichkeit jedoch extrem unwahrscheinlich. Eines der grössten Propleme sehe ich in den gigantischen Entfernungen, die spekulative Aliens zurücklegen müssten, um uns zu besuchen. Allein unsere Galaxy hat eine Ausdehnung von rund 100 000 Lichtjahren und bisher wurden keine habitablen Planeten in unserer Galaxy gefunden, soweit ich weiss. Die Aliens müssten also, selbst wenn sie mit Lichtgeschwindigkeit reisen würden (was nicht nur ich für unmöglich halte) mehrere Tausend Jahre, Jahrzigtausende oder gar Jahrhunderttausende Reisezeit in Kauf nehmen^^

  22. #22 knorke
    3. Januar 2016

    Ich glaube schon, dass der Däniken in den 60ern noch glaubte, dass an seinen Theorien was dran war. Er hat ja glaube ich nicht gelernt wissenschaftlich zu arbeiten und hat sich dem Thema auf einem anderen Weg genähert. Wenn ich mal tippen müsste würde ich sagen, dass er schon mindestens seit den 80ern den glauben an seine eigenen Thesen verloren hat. Das wird ein schleichender Prozess gewesen sein, aber inzwischen macht er das wahrscheinlich ausschließlich der Kohle wegen. Er bringt ja auchn nix Neues ran und hat daran auch kein Interesse. Alles schonmal irgendwo hingeschrieben. Wenn nicht von ihm, dann von Sitchin, Langbein, Fiebag oder irgendwelchen anderen Autoren aus der Ecke UFA / Altertum / Paläo-Seti. Aber wenn man nur lange genug wartet, dann haben genug es vergessen. Oder besser noch: Sind beim Lesen durchströmt vom wonnigen Gefühl des Wiedererkennens.

    … Der Brüller ist die Mimikry-Hypothese, die in diesen Kreisen eine gewisse Bedeutung hat. Die hat diesen ganzen Bereich vorangebracht, jedenfalls in der Hinsicht, dass man einfache und offenkundige Widersprüche (wie sehen die Aliens, Raumschiffe, Technik etc. aus) fix umdeutete und sich damit das publizieren arg erleichterte.

  23. #23 Jürgen
    4. Januar 2016

    @Artur57:
    >> … und Pilot, Besatzung und Passagiere kommen nicht auf die Idee, auf den Auslöser zu drücken.

    Laut Wikipedia-Artikel war es eine Frachtmaschine. Passagiere gabs also nicht und dass die Cockpit-Crew in der Vor-Digital-Ära keine Kamera dabei hatte ist zumindest denkbar.

    Allerdings soll die Fracht aus Beaujolais bestanden haben! Da hätte ich als Ermittler erst mal die Ladung nachgezählt …

  24. #24 Artur57
    4. Januar 2016

    Also ich fasse mal zusammen: Florians Artikel ist gänzlich überflüssig, Däniken ist ein Scharlatan und war als solcher immer zu erkennen und er ist aus diesem Grunde einfach zu ignorieren. Einspruch: das ist meiner Meinung nach genau die Einstellung, die dafür gesorgt hat, dass der Kopp-Verlag nun weit höhere Auflagen hat als seriöse Verlage.

    Däniken hat in den 60-ern begonnen, als die Zeitungen voll waren von Ufo-Meldungen. Weil die Wissenschaft das schon damals ignorierte, beschloss er, selbst in den Ring zu springen. Bis dahin keine Kritik. Aber dass seine “Zeugen” doch sehr zweifelhaft waren und offenbar finanzielle Interessen hatten, das hätte ihm dann doch auffallen müssen. Nebst der Fragwürdigkeit seiner Artefakte, die er sicher auch bemerkt hat. Was aber seinem Umsatz nicht schadete.

    Und warum? Weil ihn die etablierte Wissenschaft gewähren ließ. Ich lese nun seit über 30 Jahren Spektrum der Wissenschaft und da wurde er nie mit einem Wort erwähnt. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass Orte und Vorkommnisse, die er erwähnt, regelrecht gemieden werden. Das heißt, dass er die Wissenschaft vor sich hertreiben kann und diese ihn zwanghaft ignoriert. Ja dann hat der Kopp-Verlag freie Bahn.

    Däniken-Kritiker Ernst von Khoun war als Privatmann unterwegs und nicht Angehöriger einer Universität. Wie überhaupt diese Debunker-Bewegung per Definition nicht neutral ist und wie die Gegenseite über nur zweifelhafte Ausbildung und Ausrüstung verfügt. Wer Klarheit schaffen könnte, wäre die Wissenschaft, aber diese hat das bisher in sträflicher Weise versäumt.

    Däniken wird sich ja nun in Kürze biologisch erledigen, aber dann kommt für die nächsten 50 Jahre etwas anderes, sagen wir Kornkreise. Wieso kann da nicht eine Universität ein Team hin schicken und die behaupteten Felder messen? Und wissenschaftlich fundierte Aussagen über deren Entstehung machen? Offenbar wäre das Erscheinen in einem Kornkreis mit dem sofortigen Karriereende gekoppelt. Ja dann hat der Kopp-Verlag freie Bahn.

    Insofern habe ich es begrüßt, dass Däniken hier endlich einmal massiv angegriffen wird. Endlich. Es muss doch wenigstens jetzt etwas getan werden, um diesem Kopp das Wasser abzugraben.

  25. #25 Dietmar
    4. Januar 2016

    Ich lese nun seit über 30 Jahren Spektrum der Wissenschaft und da wurde er nie mit einem Wort erwähnt.

    Da gehört er auch nicht hin.

  26. #26 Jonas Schimke
    4. Januar 2016

    @Dietmar,

    das sehe ich anders: gerade eine populärwissenschaftliche Zeitschrift, die von vielen gelesen wird, könnte hier einfach Aufklärung betreiben und Däniken als Scharlatan entlarven.

    Die Frage, ob es Leben außerhalb der Erde gibt, ob es eventuell sogar intelligentes Leben außerhalb der Erde gibt (ich lasse die Frage, ob es intelligentes Leben AUF der Erde gibt, einmal außen vor :-) ) und ob ein solches die Erde eventuell schon besucht haben könnte, besitzt doch eine große Faszination.

    Dass letztere Frage eindeutig negativ beantwortet werden muss, ist nur für diejenigen selbstverständlich, die sich schon einmal ausführlicher mit dem Thema beschäftigt haben. Hier kann auch BdW eine Informationslücke füllen.

    Auch die Widerlegung absurder Thesen, soweit sie sich auf naturwissenschaftliche Themen beziehen, kann und sollte zu den Aufgaben seriöser populärwissenschaftlicher Zeitschriften gehören.

  27. #27 stillerleser
    4. Januar 2016

    @Nemesis:

    Die Aliens müssten also, selbst wenn sie mit Lichtgeschwindigkeit reisen würden (was nicht nur ich für unmöglich halte) mehrere Tausend Jahre, Jahrzigtausende oder gar Jahrhunderttausende Reisezeit in Kauf nehmen^^

    Nein. Könnten die Aliens tatsächlich mit LG reisen wären sie instantan hier. Für ein Photon vergeht überhaupt keine Zeit. Für ein massebehaftetes Objekt ist die LG bekannterweise nicht erreichbar. Was aber theoretisch möglich ist ist eine beliebige Annäherung and die LG. Die Aliens könnten aufgrund der Zeitdilatation daher innerhalb von Monaten, Tagen oder gar Stunden die ganze Milchstrasse durchfliegen und hier eintreffen. Für alle Außenstehenden würden dabei gut 100 000 Jahre vergehen, nicht aber für die reisenden Aliens.
    Zugegeben: Aufgrund der Beschleunigungsphasen wird das mit den Stunden oder Tagen für eine Milchstrassendurchquerung schwierig. Es sei denn die Aliens haben Trägheitsdämpfer. 😉

  28. #28 bikerdet
    4. Januar 2016

    @ Artur57 in #24 :

    Ne, Kornkreise sind doch sowas von out :

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kornkreis

    Die haben doch eine eigene Wiki-Seite. Da ist nichts mystisches mehr dran, seit Firmen das als Reklamegag nutzen ….

  29. #29 Nemesis
    4. Januar 2016

    @stillerleser, #27

    Ok, berechtigter Einwand, aufgrund der Zeitdilatation vergeht die Zeit an Bord einer hypothetischen fliegenden Untertasse ja umso langsamer, je schneller es sich fortbewegt. Allerdings nimmt die Masse der Untertasse umso mehr zu, je schneller es sich fortbewegt und geht bei Erreichen der Lichtgeschwindigkeit gegen Unendlich, es wäre also quasi auch unendliche Energie nötig, um die Untertasse auf Lichtgeschwiindigkeit zu bringen. So richtig?

  30. #30 Dietmar
    4. Januar 2016

    @Jonas Schimke:

    Auch die Widerlegung absurder Thesen, soweit sie sich auf naturwissenschaftliche Themen beziehen, kann und sollte zu den Aufgaben seriöser populärwissenschaftlicher Zeitschriften gehören.

    Ich erwarte von einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift, dass sie mir allgemeinverständlich erklärt, was wissenschaftlich Stand der Dinge ist. Erkenntnisse über den Bau der Pyramiden oder der Maja-Schrift beispielweise. Irrelevant ist es, sich mit Crackpots auseinander zu setzen, die immer nur sagen, könnten das nicht Aliens (huuuu!) gewesen sein. Däniken: “Das Relief sieht aus, wie ein Astronaut mit Helm und Antenne.” Spektrum der Wissenschaft: “Nein, das ist XY.” oder “Können wir noch nicht oder vielleicht niemals deuten.” Däniken: “Sieht trotzdem so aus. Könnte es nicht sein, dass ….” ad nauseam.

    Nein, das gehört da einfach nicht hin.

  31. #31 Frank D
    4. Januar 2016

    Mal ne kleine Werbung: Ich habe seit 1998 eine “kleine” Webseite die sich mit Däniken & Co auseinandersetzt:

    http://doernenburg.alien.de
    und bald erweitert und verbessert unter
    http://pyramidengeheimnisse.de

  32. #32 Bullet
    4. Januar 2016

    Wissen wa doch. :)
    BTW: wo is eigentlich der Mecklenburger Makler hin? 😀

  33. #33 Dietmar
    4. Januar 2016

    Frank Ds Werbung unterstützend: Ich finde die Seite klasse.

  34. #34 stillerleser
    4. Januar 2016

    ….es wäre also quasi auch unendliche Energie nötig, um die Untertasse auf Lichtgeschwiindigkeit zu bringen. So richtig?

    Ja. Deswegen ist eben die LG für Objekte mit Ruhemasse nicht erreichbar. Und von der den Aliens zur Verfühung stehenden Energie hängt ab wie nah sie an die LG rankommen. Und davon wie sie einen Zusammenstoß mit interstellaren Staubteilchen verhindern können.

  35. #35 Dampier
    4. Januar 2016

    @Frank D

    Ich habe seit 1998 eine “kleine” Webseite die sich mit Däniken & Co auseinandersetzt

    Hey, die Seite kenn ich von früher. Cool. Dann ich kann ich dir ja auf diesem Wege mal für die schönen Leseabenteuer danken :))

    grz
    Dampier

  36. #36 knorke
    4. Januar 2016

    @FrankD
    Ich lese da immer wieder mal und ich mag die Seite sehr (nicht wegen der 90er Jahre Optik :-p ). Inhaltlich eine tolle SeiteAuch wenn seit einigen jahren inhaltlich nichts dazukam. War dann auch der Sargnagel für mein bisschen Restfaszination für die Paläo-Seti oder Altertumsesoterik. Und dafür bin ich sehr dankbar.

    Insbesondere die Themen “Alter der Pyramiden” und “Funktion der Pyramiden” sind ja auch sowas wie das kleine Einmaleins in der “Beweisführung” einschlägiger Schaumschläger. Daher finde ich es toll, dass mal irgendwo allgemeinverständlich Fakten präsentiert wurden die sich sehr nah an den einschlägigen Kernbehauptungen orientieren. Habe grade neulich wieder die ganze Hitat-Thematik nachgelesen und musste schmunzeln.

    Wäre absolut nicht traurig drum, wenn da mal was Neues dazukäme, muss ich sagen.

  37. #37 Frank D
    4. Januar 2016

    @Knorke: Ich bin dabei, ich ziehe gerade um auf pyramidengeheimnisse.de und überarbeite und erweitere die Seiten da, und es sind schon eine Menge neuer Artikel in den Startlöchern. Immer noch in 90er-Optik weil die dummerweise gut ankommt, unter Mystery-Fans :)
    Unter “Was ist neu” stehen die Änderungen, z.B. eine neue Besprechung zu “Licht der Pharaonen” über Dendera :)
    Im Moment arbeite ich aber an den englischen Seiten…

  38. #38 awmrkl
    5. Januar 2016

    @Frank D

    Auch ich möchte mich bei Dir bedanken für die Arbeit und den Aufwand, den Du seit mind. Usenet-Zeiten treibst – und seitdem ich das Ganze beobachte und toll finde!

  39. […] von Däniken packt aus: “Unmögliche Begegnungen” mit UFOs und Aliens, Astrodicticum simplex am 3. Januar […]

  40. #40 Trottelreiner
    5. Januar 2016

    @Jürgen:
    Alternativ würde ich mich durch Zeit und Ort (Ende des Kalten Krieges, Nähe zur möglichen Flugroute von sowjetischen Bombern) fragen, ob das Ganze einfach eine aus dem Ruder gelaufene US-Abfangaktion war. Mangelnde Aufklärung durch das Militär ließe sich dann durch eine, äh, gewisse Scham erklären daß einem selbst so etwas passieren konnte

    Daß die Angaben der Besatzung sich etwas spektakulärer anhören ließe sich dann durch Kommunikation an Bord erklären.

  41. #41 Trottelreiner
    5. Januar 2016

    Oder es handelte sich u.a. um einen sowjetischen Bomber der die Luftabwehr testen wollte:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Tupolev_Tu-160

  42. #42 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Januar 2016

    Na, diese Ankündigung dürfte EvD ja sehr gut in die Karten spielen: http://www.bild.de/news/mystery-themen/ufo/hillary-clinton-will-ufo-akten-oeffnen-44020562.bild.html

  43. #43 advanceddeepspacepropeller
    6. Januar 2016
  44. #44 Kronfoth
    Deutschland
    28. Februar 2016

    Klar das sich hier wieder nur Nörgler tummeln. Ein neues Buch ist ist doch toll. Es gibt auch Menschen die gerade erst beginnen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wieso sollen diese 30 Jahre alte Bücher lesen? Glauben werdet ihr Skeptiker ja doch erst wenn ein Ufo bei der WM im Stadion landet!

  45. #45 Captain E.
    29. Februar 2016

    Und EvD-Fans werden es erst glauben, dass ihr Idol nur Murks verzapft hat, wenn der es selber zugibt, nicht wahr? Wer weiß – vielleicht tut er ja testamentarisch. Ihn würde es dann ja nicht mehr stören.

  46. #46 noch'n Flo
    Schoggiland
    29. Februar 2016

    @ Kronfoth:

    Klar das sich hier wieder nur Nörgler tummeln.

    Nur weil man nicht alles blind glaubt und sich mit bestimmten Themen kritisch auseinandersetzt, ist man gleich ein Nörgler?

    Glauben werdet ihr Skeptiker ja doch erst wenn ein Ufo bei der WM im Stadion landet!

    Du hast das Prinzip nicht verstanden: wir Skeptiker wollen wissen, nicht glauben.