Bevor ich in meinen Sommerurlaub aufgebrochen bin, habe ich von der bevorstehenden Ankunft der Raumsonde Hayabusa2 beim Asteroid Ryugu berichtet. Jetzt ist der Urlaub vorbei. Das ist für mich persönlich zwar traurig, aber zumindest kann ich nun berichten, was die japanische Raumsonde in der Zwischenzeit getrieben hat.

Das, was geplant war: Eine Annäherung an den Asteroiden um erste detailreiche Bilder zu machen. Diese hier zum Beispiel:

Sie wurden aus einem Abstand von 20 Kilometern gemacht um zu prüfen, ob auch alle Instrumente korrekt funktionieren (tun sie). Aber selbst wenn es nur Testaufnahmen sind, sind sie faszinierend. Man sieht – besonders im zweiten Bild – jede Menge Trümmer und große Brocken herumliegen, was auf eine interessante Vergangenheit des Asteroids hindeutet. Wo kommt zum Beispiel der komische große Brocken her, der auf dem zweiten Bild ganz oben liegt? Solche Bilder sind auch wichtig, um einen vernünftigen Platz für die Landeeinheit zu finden. Denn man will die Brocken ja auch aus der Nähe sehen, um herauszufinden, wo sie herkommen und was sie uns über die Vergangenheit von Ryugu verraten können.

Am 20. Juli hat Hayabusa2 eine Aufnahme aus nur noch 6 Kilometer Entfernung gemacht:

Hier ist in der Bildmitte vor allem der flache, große Krater zu erkennen. Wieder so ein komisches Ding, das interessantes über die Vergangenheit erzählen wird. Ist der Krater tiefer und nur mit “Schutt” angefüllt? Wie alt ist das Ding bzw. wie lang haben die ganzen Brocken gebraucht, um sich in und um den Krater abzulagern? Jede Menge Fragen auf die Hayabusa2 hoffentlich Antworten finden wird.

Vorerst aber geht es mit Annäherungen und Erkundungen weiter. Gestern hat die Sonde ihre Position in 5 Kilometer Entfernung erreicht und wird weitere Aufnahmen machen. Dann geht es mit Aufnahmen aus einem Kilometer weiter. Und ab September besteht dann die erste Möglichkeit für eine Landung! Ihr könnt euch hier auf dem Laufenden halten oder auf der neu gestalteten englischsprachigen Homepage. Oder schaut einfach regelmäßig in meinem Blog vorbei!

P.S. Ich habs ja nicht so mit japanischen Comics. Aber wenn eine Comic-Sonde auf ein Comic-Teleskop trifft und beide plaudern, dann hat das schon was:

Kommentare (25)

  1. #1 noch'n Flo
    Schoggiland
    2. August 2018

    Könnte eventuell jemand mal den Comic übersetzen? Vielleicht liest ja Basilios gerade hier mit?

    Die Texte in den Sprechblasen lassen sich nämlich leider nicht mit c/p in ein Übersetzungsprogramm eingeben (und wie das mit der Tastatureingabe von Kanji funktioniert, entzieht sich leider meiner Kenntnis).

    Den Text unter dem Comic übersetzt der Google Translator immerhin so:

    【Alma-Teleskop unter Manga】 Asteroiden-Erkundungsmaschine Hayabusa 2 Ein wenig mehr, bis haya 2 _ jaxa den Zielasteroiden Ryugu erreicht. Obwohl es bei der Untersuchung der Oberfläche nicht im Detail auf eine Sonde ankommt, sind Asteroiden auch wichtige Beobachtungsziele für das Alma-Teleskop.

  2. #2 tomtoo
    2. August 2018

    Also rund sieht das Ding nicht aus. Nicht mal Kartoffel unrund. Nein, wie ein Würfel, zumindest aus der Perspektive. Würfelt Gott doch?

  3. #3 Godot
    2. August 2018

    Hm, wie kann eigentlich bei einem so kleinen Objekt und entsprechender Mikrogavitation ein so großer Krater entstehen? Ich würde naiv bei einem größeen Einschlag eine Trümmerwolke erwarten die größer ist als der Asteroid und daher keinen derartigen Krater?

  4. #4 Spritkopf
    2. August 2018

    @Godot
    Das, was den Krater bei Einschlägen verursacht, ist die schlagartige Verdampfung von Material. Wenn ein Impaktor mit einem Geschwindigkeit von einigen km/s irgendwo reinhämmert, wird sehr viel Energie frei, die in Form von Hitze zur Materialverdampfung führt. Das hat mit der Mikrogravitation auf einem Asteroiden erstmal nichts zu tun.

    Für Meteoriteneinschläge auf der Erde gibt es die Faustformel, dass ein Impaktor einen Krater von etwa dem 10fachen seiner Größe verursacht. Ob das für einen Einschlag auf einem Asteroiden übertragbar ist, weiß ich nicht, aber demnach hätte der Impaktor auf Ryugu einen Durchmesser von etwa 20 Metern gehabt.

  5. #5 Spritkopf
    2. August 2018

    dass ein Impaktor einen Krater von etwa dem 10fachen seiner Größe verursacht

    Abhängig natürlich vom Material des Meteoriten (Gesteinsmeteorit oder Eisennickel-Meteorit) und von seiner Einschlaggeschwindigkeit.

  6. #6 Marich
    2. August 2018

    Wie fest gepackt wird das Ding wohl aufgrund des gravitativen Klumpens sein?

    Woher weiß man, dass man gerade langsam genug auftrifft, um den Asteroid nicht … “zerbersten” zu lassen?

    Bzw. noch spannender eigentlich: selbst wenn man hinreichend langsam landet und aufgrund der Minigravitation keine große Gewichtskraft durch “Herumstehen” ausübt, muss man ja den Boden manipulieren, indem irgendwie kinetische Energie auf diesen überträgt – wie weiß man, wie dolle man zuschlagen darf, ohne dass man die Sonde direkt wieder herunterschlägt?

    (also vong Reactio > Gewichtskraft her)

  7. #7 tomtoo
    2. August 2018

    @Marich
    Meines Wissens wird keine der noch zu landenten sonden etwas herrausschlagen. Hayabusa wird mit Hilfe eines Projektils Material aus dem Asteroiden schlagen und dann im Vobeiflug einsammeln

  8. #8 Braunschweiger
    2. August 2018

    eine Aliensonde…
    Ganz klar eine Aliensonde auf Basis eines Kuboktaeders oder ähnlich. Die NASA sucht ja angeblich nach solchen Möglichkeiten. Oder doch JAXA?

  9. #9 tomtoo
    2. August 2018

    Die Borg lassen grüßen. Ausserdem ist das ganz klar kein Eischlagskrater, sondern eine eingestaubte Parabolantenne. ; )

  10. #10 Spritkopf
    2. August 2018

    @tomtoo

    kein Eischlagskrater

    Die gibt es ja auch nur bei der Produktion von Kuchenteig oder Baiser.

  11. #11 tomtoo
    2. August 2018

    @Spritkopf
    mööp. ; )

  12. #12 dadadavid
    Wien
    2. August 2018

    @noch’n Flo:

    Das Comic liest sich etwa so (von rechts oben nach links unten):
    (das 12m-teleskop spricht mit dem 7m-teleskop)

    7: 12m, 12m! Ich hab gehört, Hayabusa 2 wird schon bald bei diesem Asteroiden ankommen!
    12: Ah ja, Ryuuguu heißt der, oder?
    7: So cool! Wie’s da wohl aussieht? Ob’s da auch ein Schloss gibt? Ob da wohl auch wer wohnt?
    12: Hm, ich glaube, das ist eher … unwahrscheinlich…
    7: Ich würde das auch so gerne sehen wollen…
    12: Wenn du dich sehr anstrengst, könntest du das vielleicht schaffen, vielleicht aber auch nicht.
    12: Aber imerhin gehen auch von Asterioden Radiowellen aus.
    12: Allerdings… ist Ryuuguu sehr klein… Juno ist ca. 250x größer!
    7: Hä?
    12: Hast du etwa noch nie den Asteroiden Juno beobachtet?
    7: Ah genau! Irgendwann will ich den auch sehen!
    12: Seine Form klar zu sehen ist schwierig, aber du kannst garantiert die Radiowellen einfangen!
    Wenn es nur mehr Menschen gäbe, die sagen “Ich will das selbst sehen!”, dann würden auch wir die Möglichkeit dazu bekommen…

    Ryuuguu ist übrigens – wenn man es mit Kanji schreibt – 竜宮 – der Palast des Drachenkönigs am Grund des Meeres: https://en.wikipedia.org/wiki/Ry%C5%ABg%C5%AB-j%C5%8D

  13. #13 Tox
    2. August 2018

    Wenn ich das richtig verstehe, sind das in dem Comic zwei Antennen von ALMA, eine mit 7 m Durchmesser die andere mit 12 m Durchmesser (die dann auch 7m-kun und 12m-kun heißen).

  14. #14 stone1
    2. August 2018

    @tomtoo

    Die Borg lassen grüßen

    Dieser Kubus muss mal wieder in die Waschstraße, verstaubt wie er ist. ; )

  15. #15 pederm
    2. August 2018

    Ich bin ja eher für “verdengelter Oktaeder”, oder ist der Querschnitt am Äquator doch eher kreisförmig?
    Da ist übrigens schon wieder so ein Planetenzerstörerstrahler wie beim Todesstern, remember Mimas (https://de.wikipedia.org/wiki/Mimas_(Mond))? Das Imperium war hier!

  16. #16 noch'n Flo
    Schoggiland
    2. August 2018

    @ dadadavid:

    Vielen Dank für die Übersetzung! Und den Schlusssatz

    Wenn es nur mehr Menschen gäbe, die sagen “Ich will das selbst sehen!”, dann würden auch wir die Möglichkeit dazu bekommen…

    kann ich nur unterschreiben.

  17. #17 Dampier
    2. August 2018

    @dadadavid, danke für die Übersetzung.

    Also mir sieht das eher nach sowas aus …
    https://en.wikipedia.org/wiki/Decagonal_bipyramid

  18. #18 Marvin
    kleine Planet im Seitenarm einer Galaxie
    2. August 2018

    Grandios. Ich freue mich mehr Bilder,
    wirkt hoffentlich gegen Depressionen.

  19. #19 tomtoo
    2. August 2018

    @Marvin
    Zumindest zum Schmuzeln regt die Seite an.

    http://www.hayabusa2.jaxa.jp/topics/20180626_e/index_e.html

  20. #20 H Schmidt
    2. August 2018

    warum lässt man die Antenne nicht als Lofar zurück. Als Teleskop. Können wir das nicht generell auf allen Asteroiden machen?
    Es kommen so einige an der Erde vorbei.
    Ach entschuldigung, bin ja esoteriker

  21. #21 Braunschweiger
    5. August 2018

    @H. Schmidt:
    Falls die Frage ernst gemeint war: weil hier der naive Wunsch an den technischen Gegebenheiten der Realität scheitert.
    Eine Lofar-Antenne sieht völlig anders aus als die High-Gain-Antennen von Satelliten, und diese wären auch viel zu klein im Vergleich zu den üblichen Array-Antennen von 25m Durchmesser. Für ein Array ist die Phasenlage der Einzelantennen zu kennen, und dies ist bei einem von der Erde weit entfernten Objekt in Bewegung kaum machbar. Man benötigt eine sehr genaue Positionsbestimmung und eine hochgenaue Zeitbestimmung, und dafür ist dann der Aufwand sehr hoch. Bei Satelliten in einer hochgenau bekannten Erdumlaufbahn hat man das gerade noch hinbekommen.

  22. #22 anderer Michael
    7. August 2018

    Etwas verstehe ich nicht.
    Im Comic ist die Rede von Radiowellen, ausgehend vom Asteroiden. Stimmt das?

  23. #23 Florian Freistetter
    7. August 2018

    @anderer Michael: Ja, das ist absolut möglich. Natürlich steht da kein Sender der Radioprogramm aussendet. Aber diverse Moleküle – Wasser zum Beispiel – können Radiostrahlung produzieren. Siehe zB hier: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/09/06/zucker-im-weltall/?all=1

  24. #24 anderer Michael
    7. August 2018

    Donnerwetter! Was es alles gibt. Man lernt aus japanischen Kindercomics.

  25. […] landen, Bodenproben nehmen, und so weiter. Das passiert – gerade steht eine Raumsonde wieder kurz vor einer Landung auf einem Asteroiden – aber es ist teuer. Es braucht Zeit. Es gibt 779.736 Asteroiden und wir können immer nur […]