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Wahlen in Simbabwe

Die Opposition will gewonnen haben. Resultate kommen nur langsam und unvollständig raus. Wer spielt hier welches Spiel? Hier ein paar Gedanken dazu.

Es war bestimmt ein guter Zug der Opposition den Wahlsieg zu verkünden. Nehmen wir einmal an, diese Behauptung wäre frei erfunden (1). Verkündet Mugabe seinen Sieg verstärkte sich der Verdacht er hätte betrogen, insbesondere nach all den unsauberen Manövern vor den Wahlen. Eine Mobilisierungen der Massen hängt damit als zusätzliche Drohung zum Imageverlust in der Luft (2).

Das Zögern der Regierung die Resultate zu veröffentlichen, ist natürlich verdächtig. Sie scheint ganz im Interesse eines in die Ecke gedrängten Wahlverlierers, der aber noch an den Resultaten feilen kann: Die Diskrepanz darf nicht zu gross sein, zu den Zahlen die die Opposition herausgegeben hat. Es erlaubt auch die letzten Wahlen ‘nachzuspielen’ wo die Regierungspartei einen anfänglichen Vorsprung der Opposition in urbanen Gebieten auf dem Land aufholte. Entlädt sich die Spannung, besteht zudem die Option den Ausnahmezustand zu verhängen.

Man sollte aber nicht vergessen, dass Mugabe, obwohl er diktatorial regiert, sich an die Macht klammert und das Land total heruntergewirtschaftet hat (die Inflationsrate liegt weit über 100’000%) trotzdem noch viel Unterstützung vor allem bei der Landbevölkerung geniesst. Er gilt nach wie vor bei vielen als Freiheitsheld. Ausschliesslich in die Schablone des Monsters darf er wohl nicht gepresst werden, auch wenn diese Facette heute bei ihm zu dominieren scheint.

Was wird Mugabe also tun? Möglichkeiten gibt es mehrere. Ich denke (3) eine der besten Möglichkeiten wäre für Mugabe vielleicht ein knappes Wahlresultat bekannt zu geben und die Präsidentenwahlen in die zweite Runde gehen lassen. Das würde ihm noch etwas Zeit verschaffen (4).

Einen kleinen Eindruck von der Stimmung in Simbabwe geben uns Blogger die vor Ort über die Wahlen berichten. Die BBC hat solche Stimmen zusammengestellt.

(1) Ich kann das im Moment nicht nachprüfen und es gibt kaum westliche Journalisten die dies könnten.
(2) Zumindest im Westen hat Mugabe da wohl kaum noch etwas zu verlieren.
(3) Vorsicht, typische Einleitung von mir für Armchair Theorising
(4) Milosevic hat genau dies jedoch auch probiert, ohne Erfolg wie wir heute wissen