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Die Alternative für Deutschland

Als eidgenössischer Beobachter deutscher Politik fällt es mir etwas einfacher, skurrilere Phänomene an den Rändern mit einer gewissen Distanz zu betrachten. Etwas das beim heimischen Politbetrieb mir in der Regel mehr Selbstbehrrschung abverlangt. So ging es mir auch mit der Parteigründung der “Alternative für Deutschland” (AfD). Das der Euro ein Bonbon für Populisten ist habe ich kürzlich hier angesprochen. Was mich aber doch faszniert ist, wie hier eine Alternative beworben wird ohne laut auszusprechen, was diese Alternative ist. Ich glaube nicht, dass sie vielen gefallen würde.

Wie bei so vielen politischen Fragen gibt es keine 100% klare Antwort ob der Euro nun “gut” oder “schlecht” ist. Es sind Dinge, die gegeneinander abgewogen werden müssen und je nach Prioritäten ist es durchaus möglich, dass man zu unterschiedlichen Schlüssen kommt.  Um bei dieser Beschlussfindung zu helfen ist eben auch eine faktenbasierte Diskussion in einer Demokratie sehr wichtig. Bei Diskussionen um die europäische Währung entsteht bei mir oft der Eindruck, dass diese leider nicht stattfindet. Es dreht sich vieles um nationale Symbolik, Gewohnheiten und nur schlecht verstandenen Zusammenhänge. Ich möchte hier ein paar Punkte einer notwendigen Diskussion kurz aufgreifen, weil die AfD so scheint es mir, die propagierte Alternative nicht so klar umreisst.

Ich schicke gerne vorweg, dass ich der Meinung bin, dass der Euro unter dem Strich eine positive Entwicklung war. Dies ist aber eine politische Einschätzung nach der vorhin erwähnten Abwägung und gemäss meines Erachtens sinnvollen Prioritäten. Aber ganz unabhängig davon, ob man dieser Einschätzung zustimmt oder nicht, die nachfolgenden Aspekte (vielleicht bis auf meinen letzten Punkt) sind wichtig, um zu einer Einschätzung gelangen zu können. Sie alle basieren auf dem “Wahlprogramm” der AfD und Fragen die ich für zentral für die Diskussion halte, aber dort in meiner Einschätzung nicht genügend angesprochen gefunden habe.

Optimaler Währungsraum

Es gibt eine Theorie, wann ein Wirtschaftsraum sich eignet um eine Einheitswährung zu haben. Dazu gibt es verschiedene Kriterien (je nach Quelle ein paar mehr oder ein paar weniger). Dies sollte eine (wenn nicht die) zentrale Diskussionen sein, wenn wir über den Euro sprechen. Ohne in die Details zu gehen, könnte man diese Theorien so zusammenfassen: Wechselkurse können einen Ausgleichsmechanismus bieten, wenn eine Wirtschaftsgebiet (Irland, Benelux, Bayern, etc…) Probleme hat. Diese Anpassung über unterschiedliche Mechanismen (gesteuert oder automatisch) führt dann zu einem neuen Gleichgewicht und Absorption des ökonomischen Schocks. Die Kriterien beziehen sich alle auf die existierenden Möglichkeiten, einen solchen asymmetrischen Schock eben anderweitig (d.h. nicht durch Wechselkursfluktuationen) abzufedern.

Die EU erfüllt kaum alle Kriterien für einen optimalen Währungsraum. Aber die USA vermutlich auch nicht. Spätestens seit der Wiedervereinigung würde ich Deutschland auch als gutes Beispiel in diese Liste aufnehmen. Wenn man also sich gegen den Euro ausspricht, weil man denkt, dass er suboptimale Resultate liefert (ein Standpunkt für den es durchaus Argumente gibt), dann muss man erklären, warum eine nicht-optimaler Währungsraum schlechter ist als der andere. Oft können nämlich die gemachten Argumente genau so gut auf ein andere Einheit wie z.B. den Deutschmark Raum angewandt werden.

Wechselkurse als Ausgleichsmechanismus

Was besonders auffällt an der AfD Plattform ist, dass man so tut wie eine Rückkehr zur DM alle Problem lösen würde, man aber nicht sagt warum und wie das geschehen würde. Sprechen wir es doch aus: Deutschland muss über die Exporte dafür bezahlen. Würden nämlich die Wechselkurmechanismen wirken, heisst das nichts anderes, als das die DM gegenüber den anderen Währungen aufgewertet würde (wegen Inflation, Zinsdifferenzen oder gezielten Devisengeschäften anderer Zentralbanken). Das würde heissen, dass Deutsche Exporte sich für das Ausland verteuern (unter Umständen sogar massiv). Dies würde theoretisch so lange geschehen, bis sich wieder ein Gleichgewicht einpendelt, die Handelsbilanz sich ausgleicht und Deutsche Exporte ausreichend reduziert wurden. Nun bin ich mir ziemlich sicher: Wenn man dies offen sagen würde, ist damit kaum eine Wahl zu gewinnen. “Wir wollen, dass unser Exportsektor schrumpft, dass wir wieder mehr importieren und sich die Ausfuhrgüter verteuern. Dies geschieht am besten durch einen Prozess in dem unsere Absatzmärkte im Ausland sich auf unter Umständen längere inflationäre Phasen einstellen und uns mit kompetitiven Abwertungen konkurrenzieren.”

Damit wir uns richtig verstehen: Diese Logik ist ökonomisch nicht unbedingt verkehrt. Ich glaube aber nicht, dass sie von einer Gruppe ausgesprochen würde, die behauptet im nationalen Interesse zu handeln.

Fiskalunion

Wir bestehen auf dem uneingeschränkten Budgetrecht der nationalen Parlamente. Eine Transferunion oder gar einen zentralisierten Europastaat lehnen wir entschieden ab. (Quelle AfD)

Dies ist erneut ein Standpunkt für den es selbsverständlich Argumente gibt. Das Problem scheint mir aber, dass die AfD nicht erklärt, wo sie in ihrer Analyse das Problem sieht. Weil die Staatschuldenkrise entfaltete unter anderem ihre verheerende Wirkung, da die Staatsfinanzen völlig auf nationaler Ebene blieben, während Wirtschafts- und Währungspolitik teilweise oder vollständig transferiert wurden. Dieses Spannungsverhältnis ist das Hauptproblem. Will man wirklich auf der Basis einer Problemanalyse ergebnisoffen diskutieren, könnte die Lösung ebenso genau das Gegenteil der AfD Forderung sein. Ausser natürlich man argumentiert, dass per se diese Aufgaben besser auf nationaler Ebene aufgehoben sind. Dann müsste man aber auch dies offen legen und nicht den Euro dafür verantwortlich machen.

Geschichte

Was oft fehlt ist meines Erachtens eine historische und globale Perspektive. Der Euro entstand nicht aus dem Nichts. Es gab seit der Wärhungskonvertibilität nach dem zweiten Weltkrieg diverse Europäische Wechselkurssysteme und eine Interaktion mit dem Internationalen Währungsfonds. In den 70ern brach das internationale System zusammen und man sucht auch nach einer europäischen System (die Schlange im Tunnel hebe ich mir aber für ein anderes mal auf). Abwertungen und Austritte gab es dort auch immer wieder. Nicht zuletzt Länder des nun so oft gelobten “Nordens” hatten ihre Ökonomien durch kompetitive Abwertungen am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Eine Politik die unter anderem darauf beruht, dass ein anderer Staat (jede Abwertung ist gleichzeitig für jemand anderes eine Aufwertung) mit zahlt. Auch Grossbritannien musste Anfangs 90er eine Währungskrise lösen. Es ist also nicht so, dass Währungsprobleme etwas sind, dass der Euro erst in die Welt brachte.  Die Probleme sind einfach andere.

“Geordnete Auflösung”

Dieser Abschnitt ist zwar ein Detail aber es erscheint mir eben symptomatisch für Forderungen, die vermeiden konkret zu sein.  Schon die Kernforderungen auf der Startseite enthalten einen Widerspruch, der illustriert wie sehr man sich offensichtlich darauf abstützt, dass potentielle Wählende sich nicht mit konkreter Politik auseinandersetzen möchte, sondern sich nur an populistischen Forderungen etwas aufwärmen wollen.

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. (…)

Wir fordern dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert. [Quelle AfD, kursiv hinzugefügt]

Das das nicht beides geht, kann nur nicht klar sein, wenn man mit einem riesigen Ausmass an politischer Naivität an die Sache geht. Die AfD fordert hier, dass man im Porzellanladen mit dem Brecheisen abstauben geht.

Zu diesen vier grossen Themenbereiche kommt dann noch dass rhetorische Kleinholz, dass man bei allen politischen Parteien findet. Forderungen, die gut klingen, alle dafür sind, aber solange kein konkreter Plan da ist, vor allem warme Luft darstellen. Wir sind alle für “eine Stärkung der Demokratie” und “weniger Bürokratie”. Ich habe noch keine Politikerin oder Politiker getroffen, die/der sich für das Gegenteil einsetzt. Es gibt keinen Grund, warum man der AfD da mehr glauben soll.

Egal wo man sich positioniert in Bezug auf den Euro, die Alternative für Deutschland bietet bis jetzt keine klare Alternative. Oder zumindest nennt sie sie nicht beim Namen. Das ist nicht der versprochene frische Wind für die Politik.

Kommentare

  1. #1 Hanno
    April 16, 2013

    Ich muss ja sagen, ich wunder mich gerade, in welcher Art und Weise diese obskure Gruppierung von den Medien hofiert wird.

    Ich meine: Eine rechtspopulistische Partei, die selbst natürlich garnicht rechtspopulistisch sein will (aber sich von Republikanern und Junger Freiheit unterstützen lässt) – das ist doch nichts neues, sowas gibt’s vor quasi jeder Wahl. Mir fallen auf Anhieb mehrere solcher Gruppierungen ein (Bund freier Bürger, Pro-DM, Die Freiheit, Partei der Vernunft) die es in den letzten Jahren gab. Zum Teil sind das ja die selben Leute die früher in ähnliche Parteien unterwegs waren.

    Nur: Bisher hat man sowas als unbedetendes und eher skurriles Phänomen abgetan. Ich finde es total komisch, dass die Medien gerade auf diese AfD so abfahren und man geradezu den Eindruck hat, die wollen die nach oben schreiben.

  2. #2 Spoing
    April 16, 2013

    Naja deine ersten 3 Punkte lasse ich für mich nur abgeschwächt gelten. Nehmen wir hier mal eine Partei als Beispiel von dem ebenfalls Punkte vorhanden sind denen hier kaum jemand zu stimmt, welche aber sonst einen relativ breiten Bereich der Bevölkerung anspricht. Und zwar die Grünen.
    Punkt eins kann man hier Vergleichen mit dem Bereich der Alternativen Medizin: Warum das Eine besser ist als das Andere? Auch nur, weil es sich besser “anfühlt”
    Zum zweiten Punkt Wechselkurse:
    Auch hier ist die Partei nicht in der Pflicht über die Nachteile einer Entscheidung zu informieren. Wird bei der Energiewende auch nicht gemacht.
    Zur Fiskalunion könnte man bei den Grünen die Gentechnik nehmen. Da steht Gene drauf, das ist böse.
    Zur Geschichte: Sämtliche gentechnischen Veränderungen werden als “unnatürlich” dargestellt.

    Worauf ich bei diesen Vergleichen hinaus will. Auch wenn ich die Grünen nicht mag geschweige denn die AfD so sind die kritisierten Punkte kein Ausschluss dafür eine, aus eigener Sicht, erfolgreiche (Oppositions-) Politik zu betreiben. (An der Regierungszeit im Bund wollen sich die Grünen ja nur ungern messen lassen.)

    Ich stimme deinen Punkten und der Kritik an sich sonst komplett zu, nur sehe darin keine “skurrilere Phänomene” sondern eher politischen Normalfall bei den Parteien. Zumindest in den Bereichen wo sie keine Angst haben müssten die potentiellen Wähler würden sie auf einmal mit so etwas unangenehmen wie die Realität konfrontieren.

  3. #3 BreitSide
    April 16, 2013

    vvv

  4. #4 ali
    April 16, 2013

    @Spoing

    Vielleicht zuerst eine Klarstellung: Das “skurril” bezog sich auf die Tatsache, dass sich eine Partei gründet, die sich auf ein einziges sehr spezifisches und gerade aktuelles Thema einschiesst (und sogar mit dem Namen dafür wirbt). Die Argumentation halte ich nicht für skurriler als bei anderen.

    Erfolgreich ist halt Definitionssache. Wenn Erfolg am gewählt werden gemessen wird (womit ich übrigens kein Problem habe), dann hast du natürlich recht.

    Wenn man sich als populistisch orientierte Partei auf ein einziges Thema einschiesst ist es aber riskant, wenn der vorgeschlagene Lösungsansatz alles andere als populistisch ist, wenn man nur ein bisschen weiterbohrt. Das wäre so in etwas wie wenn man gegen Big Pharma wettert und dann von Bayer produzierte Globuli als Alternative preist. Das Zielpublikum würde das vermutlich nicht schätzen.

  5. #5 Spoing
    April 16, 2013

    Als “erfolgreich” würde ich eine Partei anhand des Einflusses auf das politische geschehen werten. Somit waren die Grünen in meinen Augen erfolgreicher als die SPD. Aber die Berliner SPD oder die CSU zum Beispiel erfolgreicher im Bezug auf auf die gesenkte Mehrwertsteuer als die FDP denn beide wollten sie laut Wahlprogramm dafür abgestraft wurde jedoch nur eine.

    Eine ein Programm-Partei ist natürlich riskant, wenn dieser Punkt substanzlos ist und überall ein Bischen Zuspruch bekommt, aber nirgends wirklich. In etwa wie die Piraten in der Vergangenheit, gibt es anfangs ein Potential von bis zu 10% aus enttäuschten aller Fraktionen. Sobald die Positionen jedoch klarer werden, springen die meisten wieder ab, da sie enttäuscht werden. Meiner Meinung nach hat man dort viele Leute, welche nicht verstehen, dass Demokratie ein Kompromiss ist. Diese verschaffen sich mit Radikalen Forderungen Gehör ohne ein zu sehen, das Radikalität eben nicht unser Weg ist. Sondern das alles ein Prozess ist. Die Grünen haben es damals richtig gemacht. (und damit viele enttäuscht) Sie haben ihr Generalziel beworben (Umweltschutz) und haben darüber nach einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels auch recht Radikale Forderungen durch bekommen (Atomausstieg und sehr hohe Spritpreise)

    Von daher kann ich das “Skurril” doch noch nach vollziehen, da es sich hier ja um ein nicht erreichbares, da absolutes Thema handelt, sie hierüber ja auch ihre Messlatte legen. Somit per Gründung ihr scheitern beschließen. Wobei es natürlich für eine Pro-DM Partei auch schwierig seien könnte generelle Ziele zu stecken ohne offen ins nationalistische über zu gehen.

  6. #6 DH
    April 16, 2013

    @ Hanno

    “Ich finde es total komisch, dass die Medien gerade auf diese AfD so abfahren und man geradezu den Eindruck hat, die wollen die nach oben schreiben.”

    Den Eindruck habe ich auch.

    @Ali

    “Was besonders auffällt an der AfD Plattform ist, dass man so tut wie eine Rückkehr zur DM alle Problem lösen würde,”

    Genau . Gerade die extreme Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen wird sich nicht einfach erledigen , wenn der Euro abgeschafft wird , vielmehr werden interessierte Finanzkreise immer darauf hinarbeiten , das gerade bestehende System so zu gestalten , daß die Pfründe in ihre Richtung fließen , ob Euro oder nicht.

    Eine Frage wird meines Erachtens zu wenig betrachtet : Würden die Mechanismen der Auf-und Abwertung – wieder eingeführt – übergaupt ausreichen , um ökonomische Ungleichgewichte auszugleichen?
    Oder müßten nicht ohnehin zusätzliche Mechanismen gefunden werden , um dieses Ziel zu erreichen?

  7. #7 yohak
    April 16, 2013

    Der Euro und mehr noch die Euro-Rettungspolitik werden in der Bevölkerung durchaus kontrovers gesehen, während es in der Politik von grünen bis CSU dazu fast nur eine Einheitsmeinung gibt. Das ist prinzipiell bedenklich. Es ist wesentlich für das Funktionieren eines demokratischen Systems, dass verschiedene Standpunkte kontrovers gegenüber gestellt werden. Auch wenn man prinzipiell für den Euro sein sollte, ist das Auftreten des AfD eher positiv zu sehen, weil es die Eurobefürworter zwingt. ihren Standpunkt argumentativ zu begründen.

  8. #8 AmbiValent
    April 16, 2013

    @yohak
    Was wäre denn die Alternative zu einer Rettung, die gleichzeitig an den Fiskalpakt gebunden ist?

    1) Soll dann kein Staat mehr gerettet werden, oder nur bestimmte Staaten nicht? (Welche?)

    2) Wenn zum Beispiel Spanien nicht mehr gerettet würde, was wäre das Resultat? Doch wohl rapide steigende Raten bei Anleihen, gefolgt von noch höheren Schulden. Und dann?

    a) Wenn man im Euro bliebe, könnte man das Geld durch starke Steuererhöhungen wieder reinholen, aber wer zahlt schon gerne Steuern, wenn er sein Geld rechtzeitig ins Ausland schaffen kann. Hatten wir alles schon.

    b) Wenn man ausscheidet, gibt es sofort Abwertungen der Peseta. Da hat man dann wieder zwei Möglichkeiten: Sind die alten Euro-Anleihen immer noch in Euro? Wenn ja, dann wird die nötige Rückzahlung die Verschuldung noch beschleunigen. Wenn nein, wissen die Anleger, dass sie massiv Geld verlieren können, wenn sie in Anleihen eines Landes investieren, das vielleicht aus der Euro-Zone gedrängt wird. Mit entsprechenden Auswirkungen nicht nur in Spanien, sondern auch in allen anderen Ländern, die mehr oder weniger kriseln.

    Ein Detail, das in der Diskussion oft überhaupt nicht erwähnt wird, ist die Organisation der Rettungsgelder. Überall wird gesagt, Deutschland muss zahlen, aber tatsächlich zahlen alle, die nicht selber gerettet werden. Dazu gehören eben auch Frankreich und Italien, die von den Vorgängern der AfD gerne als “fast bankrott” bezeichnet werden (würde dies tatsächlich stimmen, dann wäre Deutschland aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung ebenfalls hinüber) – Merkel ist momentan nur so mächtig, weil die Geberländer von ihren Interessen her hinter Deutschlands Position stehen. Hilft Deutschland überhaupt nicht, und steht dann jeder Staat wieder für sich allein, ist die Führungsrolle ganz schnell weg…

  9. #9 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 17, 2013

    @Ali Zum Punkt Geschichte

    Sehr viele Euroländer wie besonders Italien und in geringerem Umfang auch Frankreich, waren sehr hohe Inflationsraten gewöhnt und deren Wirtschaften kalkulierten entsprechend.

    Ein Umdenken der Bevölkerungen dieser Länder braucht Zeit.Sie sollten erkennen, daß eine hohe Inflationsrate schon immer” staatlich sanktionierter Betrug” an den eigenen(kleinen) Leuten gewesen ist.

    (Jeder Schuldner will durch eine deftige Inflation seine Schulden loshaben.)

    Das Problem ist ,daß die “Nordländer” die diesbezüglich geringfügig andere Denke haben,
    sich gegenüber den Süd und Ostländern was Stimmenanteil anlangt , nicht werden durchsetzen können.
    Wenn der Euro bleibt, wird wohl ein Zeitraum von ca. 30
    Jahren ins Land gehen müssen ,um “Währungspolitische Vernunft” (keine Länder Schulden mehr) in allen Ecken Europas walten zu lassen.

  10. [...] (Lesenswert zum Thema übrigens wie fast immer Ali Arbia bei den Scienceblogs) [...]

  11. #11 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    April 17, 2013

    Die AfD ist ja ein netter, hilfloser Versuch – oder wäre das ohne die Beteiligung von Rechtsextremisten. Erstaunlich, dass sich so viele Ökonomen hergeben für einen solchen Unsinn. Unsinn ist die AfD, weil sie (wie der Blogautor richtig beobachtet) zwar populistische Forderungen stellt, aber nicht erklärt, wie diese überhaupt zu erfüllen wären.

    Tatsächlich werden die Probleme der Währungsunion in Deutschland nicht nur von der AfD nicht angesprochen, und es gibt auch nicht nur von der AfD keine konkreten Vorschläge zu deren Lösung. Im Gegenteil, alle Parteien (mit Ausnahme der Linkspartei) adressieren erstaunlicherweise das Thema nicht. Die politische Diskussion in Deutschland geht an der Sache vorbei.

    Richtig ist im Artikel angeführt, dass mit einer Währungsunion nicht mehr über das Auf- und Abwerten von Währungen ein Ausgleich für unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen gemacht werden kann. Da gibt es dann nur zwei Möglichkeiten:

    Entweder müssen sich ab da alle Staaten auf Dauer in etwa gleich entwickeln. Das bedeutet die Vereinbarung eines gemeinsamen Inflationszieles. Das ist passiert: 2% wurden vereinbart. Daran hat sich allerdings nur Frankreich gehalten – Italien, Portugal, Spanien und einige andere liegen darüber, Deutschland und Österreich liegen ständig darunter. Somit lässt sich eine immer grössere Spannung im Euroraum nicht vermeiden.

    Oder aber es wird zur zweiten Methode gegriffen, wie sie auch in der Schweiz auf allen Ebenen genutzt wird: dem horizontalen Finanzausgleich. Der ist aber verteufelt worden und in der Folge verworfen, bevor die Währungsunion überhaupt gestartet wurde.

    Will man den Euro behalten, so müssen die bereits entstandenen Ungleichgewichte wieder aufgehoben werden: das bedeutet, Italien, Spanien, etc. müssen etwas kürzer treten, Zurückhaltung üben. Es bedeutet aber auch, Österreich und insbesondere Deutschland müssen endlich mit der Niedriglohnpolitik aufhören, und über einen längeren Zeitraum die Löhne mehr erhöhen, als die anderen Euroländer. Das wiederum will in Deutschland politisch niemand wahrhaben.

    Stattdessen passiert in Deutschland und in der EU etwa anderes: die politische Diskussion wird von allen Seiten emotionalisiert. Es werden Schuldige für die Fehlentwicklung gesucht. Das sollen aber nun nicht die politischen Führer sein, die tatsächlich vom Inflationsziel abgewichen sind. Sondern es wird in der Gesellschaft breit darüber schwadroniert, wie die “faulen Südländer” den Euro kaputt machten. Diese bis in den ungesunden Nationalismus gehenden quasi-rassistischen Vorwürfe bereiten den Nährboden für eben jene AfD, und sich auch der Grund für deren Rechtsextremismus-Probleme.

    Der Austeritätskurs, den EZB und Deutschland nun Spanien, Italien, Portugal etc. aufzwingen, wird wiederum gar nichts lösen, sondern verstärkt nur die Krise ins Unermessliche. Dessen katastrophale Auswirkungen, was Arbeitslosigkeit, Marktentwicklung und dadurch letztlich sogar die Staatsverschuldung der betroffenen Länder betrifft, sind nicht mehr zu übersehen.

    Aber alle Warnrufe seitens Ökonomen, die ihre Contenance noch nicht verloren haben, verhallen ungehört: Austerität (und nicht etwa gemässigte Zurückhaltung) soll es nun sein. Es ist schon bemerkenswert, dass niemand zu bemerken scheint, wie die Staatsschulden genau der Länder immer höher werden, die zwar ihre Ausgaben rigoros zurück geschraubt haben, dadurch aber auf der Einnahmenseite durch das Abwürgen ihrer Wirtschaft mehr verlieren als sie auf der Ausgabenseite einsparen können.

    Ich persönlich hätte gedacht, dieser historische Fehler Reichskanzler Brünings müsste den heutigen Politikern noch im Gedächtnis sein. Doch weit gefehlt.

    Und so nimmt das Unglück seinen Lauf…

  12. [...] Die Alternative für Deutschland Was besonders auffällt an der AfD Plattform ist, dass man so tut wie eine Rückkehr zur DM alle Problem lösen würde, man aber nicht sagt warum und wie das geschehen würde. Sprechen wir es doch aus: Deutschland muss über die Exporte dafür bezahlen. Würden nämlich die Wechselkurmechanismen wirken, heißt das nichts anderes, als das die DM gegenüber den anderen Währungen aufgewertet würde (wegen Inflation, Zinsdifferenzen oder gezielten Devisengeschäften anderer Zentralbanken). Das würde heißen, dass deutsche Exporte sich für das Ausland verteuern (unter Umständen sogar massiv). Quelle: ScienceBlogs [...]

  13. #13 Anonymous
    April 17, 2013

    [...] [...]

  14. #14 Matthias Süß
    Schwandorf
    April 17, 2013

    Ihre Ausführungen sind durchaus diskussionsfähig, wenn auch einseitig. Sie versuchen nur sehr rudimentär die Argumente “der Gegenseite” zu Berücksichtigen.

    So vergessen Sie beispielsweise, dass eine aufgewertete D-Mark verbilligten Import zur Folge hätte. In 100 Euro Export stecken ca. 60 Euro Import. Aus einer Aufwertung um 10 Prozent würden vergleichsweise moderate 4 Prozent. Das wurde von den Exporteuren schon zu D-Mark-Zeiten verkraftet. Ausserdem zog jede Aufwertung einen notwendig gewordenen Modernisierungsschub nach sich, was die Leistungsfähigkeit nachhaltig steigerte. Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass sich Konsumartikel des täglichen Bedarfs dadurch verbilligen würden. Das konnten Sie doch selbst in den letzten Monaten in Ihrem Lande verfolgen. Auch diese fortlaufende Entlastung war Teil des Erfolgsmodells Deutschland, eine soziale Abfederung, die jetzt nicht mehr funktioniert.

    Das ist ein roter Faden, der sich leider durch Ihren Artikel zieht.

  15. #15 Arbo
    http://krautism.blogspot.com
    April 17, 2013

    Was ich auch “skurril” finde, ist, dass die AfD in Frieden und Freundschaft mit den “lieben” Nachbarn leben will, aber das Zusammenleben in Europa dem “Wettbewerb” und der “Eigenverantwortung” überantworten möchte.

    Steuer- und Lohndumping sollen also weiterhin möglich sein, eine zentrale Regulierung solcher Ungleichheiten (in den Steuer- oder Sozialsystemen) wird abgelehnt.

    Wie eine gute freundschaftliche Nachbarschaft aber aussehen soll, in der ein Staat den anderen in den Ruin konkurriert (das ist letztlich die Kernkonsequenz der Wettbewerbsidee, jedenfalls so, wie sie derzeit von Deutschland praktiziert wird), das erschließt sich mir nicht.

    Meiner Meinung nach steckt deshalb hinter dieser Anti-Europa-Stimmung* und der Anti-Haltung gegen den Euro ein gehöriges Maß an Chauvinismus. Ich meine, diese Stimmung ist doch nur wegen dem Mythos der “starken DM” und unserer “guten” wirtschaftlichen Situation (dank Lohn-Dumping) möglich. Verhielte es sich anders, würde doch niemand für einen Nord-Euro, eine DM o. ä. plädieren.

    Arbo

    * Und ja, anti-europäisch ist die AfD – entgegen ihrer Lippenbekenntnisse -, da sie sich faktisch gegen eine Harmonisierung der Lebensverhältnisse und Sozialstandards wendet.

  16. #16 SUWE
    Düsseldorf
    April 17, 2013

    Hanno:
    einige von der INSM sind in der AdF.
    zur Zeit des Hamburger Appells 2006 hat der INSM massiv Anzeigen in WiWo etc.geschaltet.
    Eine Diskussion darüber im INSM blog die ich bezügl dieser Zusammenhänge anregen wollte.wurde gelöscht.

  17. #17 Arbo
    April 17, 2013

    @ SUWE:

    Kleine Korrektur, das war nicht 2006, sondern 2005, dem Jahr, als Hartz IV eingeführt wurde.

  18. #18 Wolf
    April 17, 2013

    Wieso sind die eigentlich “rechts” [im Sinne von "NeoNazi" oder wie oben geschrieben "Rechtsextremisten" (dies immerhin eine Stufe mit der NPD!)] ?

    Ist die CDU/CSU auch “rechts”?
    Ist alles was nicht “links” ist automatisch “rechts”?

    Oder wird der Begriff “rechts” einfach immer dann verwendet, wenn man mit den konservativeren Ideen anderer Parteien nicht einverstanden ist?

    Ist jetzt wirklich mal reine Neugierde.
    [Sorry, dass das nur am Rande mit dem Artikel zu tun hat]

  19. #19 Dr. Webbaer
    April 17, 2013

    Ausser natürlich man argumentiert, dass per se diese Aufgaben [Interessen, Währungen, politische Spezifika oder Bürgerwünsche] besser auf nationaler Ebene aufgehoben sind.

    Es gibt hier die zwei sich entgegenstehenden Menschen- Gesellschafts- oder allgemeiner: Kooperationsbilder, wobei das eine Bild die möglichst große Zentralität der Steuerung als gut & begrüßenswert versteht, das andere die Kompetivität einer wie auch immer gearteten Substruktur (in der Praxis im behandelten Zusammenhang oft: der Nationalstaat) betont und beim Zentralismus Stagnation und Abkehr vom Fortschritt meint feststellen zu können.

    Wobei wir dann bei der Philosophie wären: Philosophisch könnte man hier Hegel folgen und damit Kompetivität fordern wollen. – Der Schreiber dieser Zeilen wäre dabei, sogar Kompetivität bei Kleinstrukturen fordernd, also bspw. auf Unternehmensabteilungen und Unternehmensteams bezogen.

    MFG
    Dr. W (der den Euro demzufolge als sich langsam wegleidend einstuft, was aber viele Jahre dauern kann)

  20. #20 Dr. Webbaer
    April 17, 2013

    So sieht’s gleich besser aus, eine Voransicht wäre wirklich nicht schlecht:

    Ausser natürlich man argumentiert, dass per se diese Aufgaben [Interessen, Währungen, politische Spezifika oder Bürgerwünsche] besser auf nationaler Ebene aufgehoben sind.

    Es gibt hier die zwei sich entgegenstehenden Menschen- Gesellschafts- oder allgemeiner: Kooperationsbilder, wobei das eine Bild die möglichst große Zentralität der Steuerung als gut & begrüßenswert versteht, das andere die Kompetivität einer wie auch immer gearteten Substruktur (in der Praxis im behandelten Zusammenhang oft: der Nationalstaat) betont und beim Zentralismus Stagnation und Abkehr vom Fortschritt meint feststellen zu können.

    Wobei wir dann bei der Philosophie wären: Philosophisch könnte man hier Hegel folgen und damit Kompetivität fordern wollen. – Der Schreiber dieser Zeilen wäre dabei, sogar Kompetivität bei Kleinstrukturen fordernd, also bspw. auf Unternehmensabteilungen und Unternehmensteams bezogen.

    MFG
    Dr. W (der den Euro demzufolge als sich langsam wegleidend einstuft, was aber viele Jahre dauern kann)

  21. #21 SUWE
    April 17, 2013

    arbo

    yep.Danke für Korrektur.

  22. #22 Spoing
    April 17, 2013

    @Matthias Süß:
    Bei Preissteigerungen um 10% wäre ja auch durchaus noch alles im Lot, wir reden hier aber über ganz andere Größen.
    Gerade wenn man Emotionalität der Märkte berücksichtigt könnte ich mir auch 100% oder mehr vorstellen. Da wäre das Verhältnis dann bei 200€ zu 30€. Also mal eben um 70€ teurer als bspw. die Amerikanische Konkurrenz. Diesen Schock durch Innovation abfedern zu können ist Utopisch. Zudem würde Europa vorerst als Absatzmarkt wegbrechen, was im Gesamtbild zwar verkraftbar ist, für einige Branchen aber der Todesstoß wäre.

  23. #23 Salaminizer
    April 17, 2013

    Als Korrektiv der derzeitigen Politik ist diese Partei wohl notwendig. Euro hieß ja auch mal “no bail out”. Sie werden den Euro nicht abschaffen können, sie können aber Einfluß auf notwendige Korrekturen nehmen. Die Karre wurde schonmal vor die Wand gefahren, jetzt heißt es denen, die zurücksetzen, um das Auto nochmal mit Karacho vor die Wand zu setzen den Autoschlüssel abzunehmen;)

    Und wenn eine Spartenpartei sofort von den etablierten Parteien als “Nazi” beschimpft wird (ultimatives Totschlagsargument), dann kann man davon ausgehen, daß die derzeitigen Parteien zwar wissen, daß sie auf dem falschen Dampfer sind, es aber ums Verrecken nicht zugeben können oder wollen (geschweige denn ändern) und deswegen Kritiker mundtot machen müssen – man sollte sie dann alleine aus gesundem Menschenverstand schon wählen;)

    Zu den Pleitestaaten: dort bricht jetzt praktisch alles dahin ein, wo es hingehört. Sie haben unterm Euro Wirtschaftspolitik betrieben, als ob sie die Miesen wie gewohnt weginflationieren könnten. Ist aber nicht so. Der Euro hat gerade diesen Staaten einen gewissen Aufschwung/Wohlstand verpaßt (früher mußten sie für jede Drachme, für die sie im Ausland einkaufen auch etwas ins Ausland verkaufen, ansonsten ist die Drachme gegenüber der Auslandswährung gesunken und Importe (Öl zB) sind entsprechend teurer geworden), dummerweise ist jetzt payback time;)

    @ Volker Birk:
    Abwürgen der Konjunktur durch Sparen…Die Länder sitzen im Trichter. Sie können plötzlich nur noch das ausgeben was sie haben. Oder sie müßten sich Geld leihen.
    Dumm nur: es leiht ihnen keiner mehr was.
    Früher hat man in so einem Fall dann die Presse im Keller angeworfen und sich paar Scheinchen gedruckt (und somit etwas weginflationiert), das geht heute auch nicht mehr.
    Ergo sind sie am Arsch. Woher nehmen wenn nicht stehlen? Jetzt MUSS gespart werden, koste es, was es wolle (wenn man früher gespart hätte, hätte es weit weniger gekostet).

  24. #24 DH
    April 17, 2013

    In Kommentar #12 werden die “Nachdenkseiten” verlinkt.

    Empfehle , Hinweis 22 durchzulesen , dort wird darauf hingewiesen , daß einer der Vorstände der Partei offenbar für eine Abschaffung des Wahlrechts für Arbeitslose eintritt.

    Womit sich eindrucksvoll zeigt , wes Geistes Kind diese Partei tatsächlich ist , ganz offensichtlich ist sie in erheblichen Teilen besetzt mit jener Sorte von Kleinbürgern , die sich nur noch dann selber ertragen können , wenn sie ihren Selbsthass auf Andere projezieren.

    Darüberhinaus scheint es mir nicht unwahrscheinlich , daß sich hinter der Partei auch massive Interessen der Ökonomie verbergen , der Hype in unseren gleichgeschaltenen Medien ist ein starker Hinweis darauf.

  25. #25 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    April 17, 2013

    @Wolf: > http://www.sueddeutsche.de/politik/-1.1627458

    »Immerhin, Stefan Milkereit sitzt jetzt nicht mehr im Bundesvorstand der jungen Partei. Der hatte auf Twitter geschrieben, das “Multi-Kulti-Gen” führe zu “Mutationen und damit zu Krankheiten, die vorher bei Reinrassigkeit nicht vorhanden waren”. Das sei “wissenschaftlich erwiesen”. Der Mann sei zurückgetreten, bestätigt Frauke Petry schmallippig.«

    Das war einer der etwas krasseren Vorfälle.

    @Salaminizer: Staaten geben meistens nicht aus, was sie haben, sondern das, was sie einnehmen. Im Gegensatz zu beispielsweise Unternehmen hängen Einnahmen und Ausgaben aber direkt zusammen: Staatsausgaben beeinflussen wesentlich die konjunkturelle Entwicklung, und somit direkt die Steuereinnahmen. Deshalb sollten Saaten weder viel zu viel noch viel zu wenig ausgeben. Masshalten ist die vernünftige Haltung.

    Geben Staaten zu viel aus, so überhitzt die Wirtschaft. Ausserdem kann man die Steuereinnahmen nicht beliebig damit steigern. Geben Staaten zu wenig aus, bricht die Wirtschaft ein, und die fehlenden Steuereinnahmen reissen grössere Löcher als gespart werden kann. Das letztere kannst Du gerade z.B. in Spanien und Portugal beobachten.

    Übrigens gingen alle Versuche von Austeritätspolitik bisher gleich aus: katastrophale Arbeitslosigkeit, Zusammenbruch der Wirtschaft. Diesmal sieht’s ja wieder genau gleich aus.

    Was auf jeden Fall falsch ist, ist jedoch Länder wie Spanien und Italien in der Frage der Staatsschulden in einen Topf zu werfen. Spanien hatte, bevor es zum “Bankenretten” gezwungen wurde, nur etwas mehr als die Hälfte der Staatsschulden von z.B. Deutschland. Sogar nach dem “Bankenretten” (und obwohl die Staatsschulden dadurch verdoppelt wurden), hat Spanien immer noch weniger Schulden als Deutschland.

    Deshalb ist die Euro-Krise auch keine Schuldenkrise: die Staatsschulden korrelieren nicht mit den Krisensymptomen.

  26. #26 Tyler Durden Volland
    München
    April 17, 2013

    „Ich schicke gerne vorweg, dass ich der Meinung bin, dass der Euro unter dem Strich eine positive Entwicklung war.“

    Nun, für einen Schweizer ist das sicher richtig, aber Schweizer interessierten sich ja noch nie sonderlich für die Vor- und Nachteile von Nicht-Schweizern, solange nur, und das ist natürlich völlig legitim, ob etwas für Schweizer „eine positive Entwicklung war“.

    Selbstverständlich: „Deutschland muss über die Exporte dafür bezahlen.“ Halten sie die Leute in dieser Partei tatsächlich für zu dumm dies nicht zu wissen?
    Der deutsche Vorsprung bei den Exporten wurde in erster Linie durch Lohndrückerei und den Export von Arbeitsplätzen in billigst-Lohnländer erreicht.
    Eine Rückkehr zu „normalen“, stabileren Zuständen in Europa wird prinzipiell NUR nach dem Rückgang des deutschen Exportüberschusses möglich sein.
    Solche gewaltigen Exportüberschüsse wie die Deutschlands setzen ja selbstverständlich ebenso enorme Importüberschüsse, also Auslandsschulden, bei anderen voraus.
    Nur, mit dem Euro hat das nur insoweit zu tun als die verschuldeten Länder nun keine eigene Währung mehr haben, die sie abwerten könnten, wie man das im Normalfall in so einer Lage macht.
    Das Problem mit dem Euro und wohl auch der Grund für die Existenz dieser neuen Partei ist ein völlig anderes. Lange vor der Einführung des Euro gab es bereits genügend Stimmen, die unmissverständlich sagten warum die Einführung einer europaweiten Währung, ohne eine gleichzeitige Einführung einer europaweiten, zB steuerlicher, Finanzpolitik in ein Desaster wie das jetzige führen muss. Die Zulassung zur Gemeinschaftswährung für völlig ungeeigneter Staaten wie zB, in Ost-Europa, war ein weiteres, man kann es nicht anders nennen: Verbrechen, mit denen man die Interessen der Finanzwelt über die Interessen der Bürger stellt.
    Diese neue Partei tut nun das, was keine der fünf Einheitsparteien im deutschen Bundestag tut, sie macht einen konkreten Vorschlag wie man das GANZE Problem angehen kann.
    Normale Menschen sollten ein Problem mit dieser neuen Partei haben weil es sich bei diesen alten Herren um Reaktionäre handelt die ebenfalls keineswegs das Interesse der Bürger in Sinn hat, und deren Politik auf vielen anderen Gebieten massive negative Konsequenzen hätte.
    Diesen alten Herren zu unterstellen, sie könnten die Konsequenzen eines Euro Ausstiegs der Deutschen nicht vorhersehen ist einfach lächerlich.

  27. #27 Tyler Durden Volland
    München
    April 17, 2013

    Man kann dem Autor nur raten sich mal in der ZEIT diesen Artikel aufmerksam durchzulesen:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-04/europa-waehrungsunion-wettbewerb/komplettansicht

  28. #28 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 18, 2013

    Ich fürchte, es wird in der Tat dazu kommen ,daß am “Ende” alle verlieren werden, gleichgültig, welchen Weg man auch wählen wird.
    Deutschland will sich nicht isolieren lassen,scheut aber auch den Weg der Selbstaufgabe in Europa, denn auch dieser Weg wäre, wie mir scheint, ein Schritt in
    “Balkanische Verhältnisse” für ganz Europa.
    Der Balkan möge mir verzeihen.

    Die Idee zum Kerneuropa Karls des Großen(allerdings mit Spanien und Portugal, sowie vielleicht einigen Nordstaaten) zurückzukehren,scheint mir noch am vernünftigsten.
    Wenn Frankreich es schafft, wieder Leuten wie Guiscard de Estaing die Führung im Lande zu übergeben ,so mag ein solcher Kerle
    (ich weiß nicht ob ich den Namen richtig geschrieben habe)
    auch Präsident eines solchen Gebietes werden.
    (Frankreich wollte schon seid tausend Jahren “den Kaiser
    stellen” ,also sollen sie zeigen ob sie die besseren “Faschisten” sein werden.!)

  29. #29 ali
    April 18, 2013

    Da zweimal die Schweiz erwähnt wurde, fühle ich doch verpflichtet, ein bisschen etwas klarzustellen:

    @Matthias Süß

    Die Schweizer Nationalbank hat in der Regel vor allem ein Infaltionsziel. Sie darf zwar Gesamtwirtschafltliche Aspekte auch miteinbeziehen (die genau Formulierung, habe ich gerade nicht parat), das ist in der Regel aber zweite Priorität. Das wäre ja ganz in deinem Sinne. Interessanterweise wächst der Druck phasenweise soweit an, dass sie dann doch an den Devisenmärkten interveniert (z.B. wie ich in diesem Post 2009 geschrieben habe). Nun im Zusammenhang mit dem Euro ist das noch viel interessanter. Weil natürlich waren wir nicht Teil des Euroraumes gleichzeitig ist unsere Wirtschaft extrem EU orientiert (ich glaube es sind über 80% der Importe und Exporte). Das heisst die Zentralbank hat dafür gesorgt, dass der Kurs mehr oder weniger stabil blieb (so eine Art unilaterales Wechselkurssystem). Man glaubt lange so das Ei des Kolumbus gefunden zu haben. Mit der Eurokrise kamen aber die Zentralbanker mächtig ins Schwitzen und dies hat zu einer massive Stützungsaktion geführt (das festsetzen einer Wechselkursgrenze, ein radikaler Schritt für die Schweizer Nationalbank). Das der Franken gestützt wurde, wurde offensichtlich, als er zusammenbrach. Ich habe damals darüber gebloggt.

    Die Schweiz ist genau das, was du propagierst: Export orientiert, stark mit dem europäischen Markt verbunden und nicht Euromitglied. Um eine weitere Aufwertung zu verhindern, hat die Schweizer Zentralbank mit dem Brecheisen eingreifen müssen und Franken verschleudern müssen. Die Schweiz ist für dein Argument wohl das schlechtmöglichste Beispiel, da sie zeigt, dass eine Abwertung aller anderen Währungen ziemlich schnell die Schmerzgrenze überschreitet.

    @Tyler Durden Voland

    Nun, für einen Schweizer ist das sicher richtig, aber Schweizer interessierten sich ja noch nie sonderlich für die Vor- und Nachteile von Nicht-Schweizern, solange nur, und das ist natürlich völlig legitim, ob etwas für Schweizer „eine positive Entwicklung war“.

    Denkst du das es genetisch bedingt ist oder liegt es am Kulturkreis? Es interessiert mich halt warum ich offensichtlich wegen meines Passes nicht fähig bin, über meinen eigenen Nutzen hinaus, ein Problem zu erfassen.

    Nach diesem im besten Fall unsachlichen Einstieg, im schlimmsten Fall chauvinistischem Totschläger hatte ich eigentlich gar keine Lust mehr weiterzulesen.

    Eine Rückkehr zu „normalen“, stabileren Zuständen in Europa wird prinzipiell NUR nach dem Rückgang des deutschen Exportüberschusses möglich sein.

    Genau das habe ich geschrieben. Und ich glaube nicht, dass damit politisch ein Blumentopf zu gewinnen ist. Gegen den Euro zu wettern ist populär. Die Exporte via Wärungsfluktuationen zu drosseln wäre extrem unpopulär. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Schreiber des Manifests das auch verstehen. Wie ich im Eintrag sage, ökonomisch kann das durchaus sinnvoll sein. Politisch ist das aber eine Forderung die man nie hören wird. Es heisst ein Verlust von Arbeitsplätzen und Wachstum. Und das ist was ich kritisiere. Man versteckt sich hinter dem Euro-Hass, das Problem ist aber, dass wohl ein grosser Teil der Wählerinnen und Wähler nicht verstehen, was man genau fordert. Es gibt bestimmt einen Grund warum im Programm steht, “der Euro muss weg” und nicht “Deutschland muss weniger exportieren”.
    Mehr habe ich auch nicht behauptet.

    Lange vor der Einführung des Euro gab es bereits genügend Stimmen, die unmissverständlich sagten warum die Einführung einer europaweiten Währung, ohne eine gleichzeitige Einführung einer europaweiten, zB steuerlicher, Finanzpolitik in ein Desaster wie das jetzige führen muss.

    1. Grüsse an Captain Hindsight.
    2. Abschnitt “Geschichte” lesen!
    3. Abschnitt “Fiskalunion” lesen!
    4. Ost-Europa?

    Diese neue Partei tut nun das, was keine der fünf Einheitsparteien im deutschen Bundestag tut, sie macht einen konkreten Vorschlag wie man das GANZE Problem angehen kann. [Kursiv hinzugefügt]

    Nein, macht sie eben nicht. Sie gaukelt nur vor, dass sie es tun würde. Darum geht es in meinem Post.

  30. #30 ali
    April 18, 2013

    @Wilhelm Leonhard Schuster

    Deine Kommentare sind immer so allgemein gehalten, dass ich mich frage ob du einfach ein paar Textbausteine hast, die du dann je nach Thema reinwerfen kannst. Euro—> Karl der Grosse. Muslime –> Multikulti, 68er…

    Normalerweise hat es auch für solche Kommentare Platz, aber nicht systematisch. Also gilt nun auch hier die gleiche Warnung: Substanz oder Entvokalisierung.

    Wenn Frankreich es schafft, wieder Leuten wie Guiscard de Estaing die Führung im Lande zu übergeben ,so mag ein solcher Kerle (ich weiß nicht ob ich den Namen richtig geschrieben habe)

    Nein.

  31. #31 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 18, 2013

    @Ali s Thema lautet” Alternative für Deutschland!”
    Ich stelle fest, daß nicht nur ich die “obskure Idee ”
    >Kerneuropa < in die Diskussion bringe, sondern das Thema zwangsläufig längst diskutiert wird.

    Sollte die "Eurokatastrophe" tatsächlich eintreten,wird man über eine besser kontrollierbare Organisationsform
    Europas nachdenken müssen.

    "Spezielle Rettungsmaßnahmen" werden, so wie sie heutzutage praktiziert werden, nicht mehr ausreichen.

    Es sei denn einer erzwingt Jährlich für 10 Jahre 10 % Inflation.

    Alles Andere ist leeres Geschwafel!
    Dabei ist es völlig unerheblich ,ob ich bestimmte Namen richtig schreibe.

    Warum überschreiben Sie IHR Thema denn:
    " Die Alternative für Deutschland?"

    Im übrigen finde ich ihren Artikel gar nicht so schlecht.

    Thema ist doch zwangsläufig:Wie organisiert Europa sein Zahlungswesen,seine Finanzpolitik und seine politische Organisation für die nächsten 90 Jahre(Jahrhunderte).
    Irrwege und falsche Schritte sind da selbstverständlich zu Diskutieren.(AfD nicht von Interesse,oder doch sehr wenig)

    Wenn Ali dies nicht einsieht und bei mir kurzsichtige
    Lösungen anmahnt ,hat er das Grundproblem eben nicht erkannt.

  32. #32 Matthias Süß
    April 18, 2013

    @ali

    Es ist doch so, dass in der Schweiz die Verbraucherpreise teilweise über 30 Prozent gesunken sind. Dem Export hat der starke Schweizer Franken was ich in den Statistiken sehe nicht sehr geschadet. Dass Notenbanken intervenieren ist völlig normal, das Resultat ist entscheidend.

    Nun kurz zu ihren Ausführungen: Deutschland hängt bei weitem nicht so stark am Export in die EU, wie immer suggeriert wird. Seit Einführung der Gemeinschaftswährung ist der Export in den Euro-Raum sogar rückläufig im Vergleich zum Export in den Nicht-Euro-Raum. Auch muss man mit einbeziehen, dass der Export in den Euro-Raum mit ungedeckten Schecks bezahlt (Target-Kredite) bzw. erkauft wird (diverse europäische und internationale Töpfe).

    Jetzt hätte ich aber schon gerne, dass Sie noch auf meine Einwände aus meinen ersten Kommentar eingehen. Dankeschön!

  33. #33 para
    April 18, 2013

    @Matthias Süß

    Deutschland hängt bei weitem nicht so stark am Export in die EU, wie immer suggeriert wird.

    Was bedeutet jetzt genau “nicht so stark” und wer suggeriert eigentlich “immer” ? Mit relativen Begriffen ankommen ist eine Taktik die gern gefahren wird, aber im Grunde nichts aussagt wenn nicht der Vergleich mit dranhängt. Abgesehen davon widerspricht “nicht so stark” noch lange nicht einer Abhängigkeit. Auch wenn die Exporte sinken sagt das noch immer nichts über eine verminderte Abhängigket aus.

  34. #34 Wolf
    April 18, 2013

    @Volker Birk #25:

    Aha. Und? Ist der Typ zurückgetreten? Ja, also was?

    Es ist schon klar, dass bei Parteineugründungen gerne einige I***** mitmischen, die versuchen sich und ihre Ideen irgendwie unterzubringen, oder?

    Gibt und gab es überall.

    Beispiel:
    Theodor Schmidt-Kaler war bis 1981 Präsident der Astronomischen Gesellschaft und ist ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Künste und Wissenschaften.
    UND er ist einer der Mitunterzeichner des Heidelberger Manifestes in dem es u.a. heißt:”[...]„Mit großer Sorge beobachten wir die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen von Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums. (…) Völker sind (biologisch und kybernetisch) lebende Systeme höherer Ordnung mit voneinander verschiedenen Systemeigenschaften, die genetisch und durch Traditionen weitergegeben werden. Die Integration großer Massen nichtdeutscher Ausländer ist daher bei gleichzeitiger Erhaltung unseres Volkes nicht möglich und führt zu den bekannten ethnischen Katastrophen multikultureller Gesellschaften. Jedes Volk, auch das deutsche Volk, hat ein Naturrecht auf Erhaltung seiner Identität und Eigenart in seinem Wohngebiet. Die Achtung vor anderen Völkern gebietet ihre Erhaltung, nicht aber ihre Einschmelzung („Germanisierung“).“[...]”
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Manifest)

    Sind die Astronomische Gesellschaft und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Künste und Wissenschaften jetzt rechtsextreme Organisationen? Nach deiner Logik muss das so sein.

  35. #35 ali
    April 18, 2013

    @Matthias Süß

    Ich bin m.E. auf Ihre Argumente eingegangen in dem ich den von Ihnen eingebrachte Vergleich mit der Schweiz aufgegriffen habe und gezeigt, dass das Abseitsstehen für die Schweiz zu einer aktiven Abwertung der eigenen Währung führte. So kann das propagierte “Gleichgewicht” nicht erreicht werden. Es zeigt auch, das eine solche Schwächung der Exportindustrie politisch schwer durchzusetzen ist.

    Die Wählerinnen und Wähler interessieren sich halt mehr für die Exportarbeitsplätze als den billigeren Fetakäse. Ich habe auch nicht gesagt, dass eine Abwertung nicht auch positives mit sich bringen sondern eben von “Abwägen” gesprochen. Die Schweiz (nochmals, sie wurde von Ihnen ins Spiel gebracht), zeigt eben schön, wie die Politik eben die Prioritäten setzt.

    Oder worauf bezog sich die Nachfrage?

    Es ist doch so, dass in der Schweiz die Verbraucherpreise teilweise über 30 Prozent gesunken sind.

    Erstens waren es nur etwa -0.7% für 2012, ausser Sie beziehen sich auf spezfische Güter (dann ist die Zahl aber weniger interessant für die Diskussion). Was sind die Quellen für die Zahl?
    Zweitens wäre eine starkes Sinken der Konusmentenpreise (vor allem 30%!) ein deflationärer Albtraum. Das können Sie nicht wirklich wollen.

    Zum Thema “Bedeutung des Euroraumes für Exporte”: Kurzes Googlen ergab für 2009 62.3% in die EU und 42.7% in Euroländer (Wikipedia). Kann jeder für sich entscheiden ob das nun viel oder wenig ist.

    @Wilhelm Leonhard Schuster

    Assoziationen sind nicht mit Themenbezogenheit zu verwechseln. Aber das hatten wir schon im anderen Thread.

    Im übrigen finde ich ihren Artikel gar nicht so schlecht.

    Das ändert nichts an meiner Wahrnehmung der “Argumente”. Kein Wunder verstehen wir uns nicht in Bezug auf die Debattenkultur.

    Dabei ist es völlig unerheblich ,ob ich bestimmte Namen richtig schreibe.

    Ja. Du hast aber deine orthographischen Unsicherheit erwähnt, auf die ich dann reagierte. Ich wollte darauf hinweisen, dass du mit einer Investition von 10 Sekunden deines Lebens, den Namen des Präsidenten den du offenbar so bewunderst, hättest richtig schreiben können. Rechtschreibung ist definitiv kein Argument, das ärgert mich auch immer.

    Warum überschreiben Sie IHR Thema denn:
    ” Die Alternative für Deutschland?”

    Weil die Partei über die ich schreibe so heisst?

  36. #36 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 18, 2013

    @Ali ich habe mich nun mehr als 10 Sekunden mit” Giscard ”
    und Helmut befaßt und festgestellt ,daß das 2012 geführte”Spiegelgespräch ” beider Personen, das ich bislang nicht kannte, genau zu IHREM Thema hier paßt und absolut gelesen werden sollte.
    Übrigens Danke für den” 10 Sekunden “Hinweis!

  37. #37 Spoing
    April 18, 2013

    Zum Export im Euroraum. Richtig, etwa 75% könnte auch komplett ohne Euroraum überleben, aber wenn man 25% aller Exportabhängigen Unternehmen in kürzester Zeit schließen müsste würde das einen Schock aus lösen, bei dem unsere Arbeitslosenqoute locker auf 30% klettern würde. Vielleicht ist Deutschland auf Erde 2 weit glücklicher weil es den Euro nicht eingeführt hat. Vll ist es auch Sinnvoller langsam aus dem Euro aus zu steigen und mit dem Ländern im Norden eine neue Währung zu etablieren. Evtl ist sogar der Rausschmiss einiger Länder nicht die verkehrteste Idee, aber die radikale Auflösung zu erzwingen in dem Deutschland vom Veto-Recht gebraucht macht ist definitiver wirtschaftlicher Suizid.
    Ich würde sogar akzeptieren wenn jemand meint das wir dann in 20 Jahren trotzdem besser da stehen würden. Aber die 20 Jahre Horror vorher halte ich für Fakt wenn man den Euro mit der Brechstange abschafft.

    Zu den Schweizern. Die dürfen diese Koppelung übrigens nur da sie ein kleines Land sind und mitten in Europa liegen. Würde es sich hier um andere Länder handeln würde ein Abwertungswettlauf entstehen bei dem alle verlieren. China und Amerika handeln zum Teil schon so, was sehr bedenklich ist und auch nur wegen der Europäischen schwachen Position am Finanzmarkt möglich. (Ich habe zum Beispiel nie Verstanden warum aus Europa keine Kritik kam als die USA mal eben eine Billionen in den Markt geflutet haben).

    Was viele auch immer übersehen, bisher läuft alles genau wie man es bei einer Konsolidierung erwartet. Nur langsamer (Da größer).

  38. #38 ali
    April 18, 2013

    @Spoing

    Der Rest würde natürlich nicht zwangsläufig eingehen. Würde aber sicher schwer für sie.

    Betr. USA: Sie haben halt den grossen Vorteil dass der Dollar Referenzwährung ist. Öl usw. wird in Dollar gehandelt. Viele Schulden werden in Dollar gemacht. Und die USA haben ziemlich viel China-Bashing betrieben, was die Währung anbelangt.

  39. [...] Zoon Politicon (lesenswertes Blog, wie eigentlich alle bei Scienceblog) mit dem gleichen Thema. [...]

  40. #40 Matthias Süß
    April 19, 2013

    @ali

    Muss ich als Bayer jetzt schon einem Schweizer erzählen, was wochenlang in den Tageszeitungen stand.

    http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Diese-500-MigrosProdukte-werden-billiger–Verhandlungen-mit-CocaCola/story/24078174

    Und um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen. Es gab mehrere Preissenkungen und nicht nur beim größten Einzelhändler.

    Und Sie sind natürlich nicht auf meine Argumente eingegangen, sondern haben meine sogar noch verfälscht. Ich habe nie behauptet, wie Sie suggerieren, dass der EU-Währungsraum für den Deutschen Export keine Rolle spielt, sondern dass er im Vergleich zum Nicht-Euro-Raum deutlich an Bedeutung verloren hat und dass die Exporte – um es einfach auszudrücken – mit ungedeckten Schecks bezahlt wurden. Daher auch die uneinbringlichen Target-Verbindlichkeiten, die nun durch Tricks begrenzt und umgelagert werden, was aber in der Endwirkung keinen Unterschied macht. Sie sind auch nicht auf die weiteren positiven Aspekte einer harten Währung für die Volkswirtschaft eingegangen.

    Vielleicht habe ich mich getäuscht und ihr Artikel ist doch nur AfD-Bashing unter dem sehr knappen Denkmäntelchen minimalen Wissenschaftsanspruchs.

  41. #41 Adent
    April 19, 2013

    @Matthias Süß
    Ähm, in ihrem verlinkten Artikel steht, im Schnitt sanken die Preise um 4-10%. Wo also kommen die 30% her?
    Und was ist denn das für ein Schnitt 4-10%, sowas ist wieder typisches Boulevardpressegetöse.
    Man stelle sich mal vor die Inflation wäre im Schnitt 4-10%, ich denke dann würde man zunächst mal den Statistiker feuern.

  42. #42 ali
    April 19, 2013

    @Matthias Süß

    Muss ich als Bayer jetzt schon einem Schweizer erzählen, was wochenlang in den Tageszeitungen stand

    Sie haben von 30% gesprochen. Ich habe Ihnen die offiziellen Teurungszahlen des Bundesamtes für Statistik verlinkt. Der von Ihnen verlinkte Zeitungsartikel bestätigt weder Ihre Zahl noch scheint mir die von einer Tageszeitung abgeschriebene Pressmitteilung eines Grossverteilers ein sehr überzeugendes Argument. Sie verstehen sicher, dass ich mich lieber an das Bundesamt für Statistik halte. Ich hoffe, dass das BfS richtig liegt. Hätten wir tatsächlich eine Deflation in solchem Ausmass, hätte die SNB massiv versagt.

    Und Sie sind natürlich nicht auf meine Argumente eingegangen, sondern haben meine sogar noch verfälscht.

    Das habe Sie mir schon vorhin unterstellt. Ich habe signalisiert, dass ich der Meinung war, auf Ihre Argumente eingegangen zu sein. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten: Ich gehe nicht auf Sie ein, Sie nicht auf mich, wir reden aneinander vorbei, ich verstehe Sie nicht, Sie verstehen mich nicht… Es wäre nett, im Rahmen von good faith nicht gleich die für mich unvorteilhafteste Interpretation zu wählen. Meine Lust zu diskutieren sinkt nämlich sonst rapide. Ich versuche nochmals meinen Standpunkt zu erklären:

    Ich habe nie behauptet, wie Sie suggerieren, dass der EU-Währungsraum für den Deutschen Export keine Rolle spielt, sondern dass er im Vergleich zum Nicht-Euro-Raum deutlich an Bedeutung verloren hat

    “Keine Rolle” wäre auch eine unhaltbare Aussage. Sie haben jedoch geschrieben:

    Deutschland hängt bei weitem nicht so stark am Export in die EU, wie immer suggeriert wird. Seit Einführung der Gemeinschaftswährung ist der Export in den Euro-Raum sogar rückläufig im Vergleich zum Export in den Nicht-Euro-Raum.

    Nun ist das erstens nicht nur ein relatives Statement so wie ich das lese. Zweitens wenn es Ihnen nur darum geht, dass die Exporte zurückgegangen sind, sehe ich nur sehr beschränkt inwiefern das relevant ist für die Diskussion, was ein Euro-Austritt für Folgen haben würde.

    dass die Exporte – um es einfach auszudrücken – mit ungedeckten Schecks bezahlt wurden

    Ich verstehe nicht worauf Sie hinaus wollen. Ja, das ist ein zentraler Punkt der Eurokrise. Hätte es verschiedene, sich frei bewegende Währungen gegeben, hätten vielleicht Abwertungen diese Exporte nicht stattfinden lassen. Ist das nicht genau meine Aussage im Post? Die AfD sagt Deutschland exportiert zu viel. Wie schon erwähnt, ich glaube nicht, dass das ökonomisch falsch ist, ich glaube aber nicht, dass man damit Stimmen gewinnen kann. Mit Euro-Bashing bei uninformierten hingegen schon. Aber vielleicht erklären Sie mir einfach worauf Sie hinauswollen.

    Sie sind auch nicht auf die weiteren positiven Aspekte einer harten Währung für die Volkswirtschaft eingegangen.

    Doch bin ich. Ich habe geschrieben

    Ich habe auch nicht gesagt, dass eine Abwertung nicht auch positives mit sich bringen sondern eben von “Abwägen” gesprochen.

    Und ich wiederhole auch nochmals gerne mein allgemeineres Argument zu dem mich unserer Austausch geführt hat: Die Schweiz kann als counterfactual dienen (mit allen Einschränkungen, die ein solcher Vergleich halt haben muss). Und in diesem Fall wurde die Abwertungen nicht lange geduldet. Ich halte das für politisch nicht überraschend, weil alles andere wäre unpopulär. Dieses “alles andere” wird de facto von der AfD vorgeschlagen aber nicht gesagt, indem man sich lieber auf die (oft wenig informierte) Euro-Abneigung der Wählenden appelliert. Das ist auch die Aussage von meinem Blogpost.

    Und noch zu Ihrem Schlusssatz:

    Vielleicht habe ich mich getäuscht und ihr Artikel ist doch nur AfD-Bashing unter dem sehr knappen Denkmäntelchen minimalen Wissenschaftsanspruchs.

    Ich habe versucht meine Aussagen zu belegen und habe entsprechend Links angeführt. Wenn Sie nicht belegte Aussagen anzweifeln, können wir gerne schauen ob ich dafür auch Belege habe. Aber der Vorwurf des “Deckmäntelchen minimalen Wissenschaftsanspruches” ist etwas dreist. Sie haben z.B. Ihre “30%” mit einem Artikel belegt, der diese Zahl nicht nennt und noch dazu nicht gerade aus der Quelle der Wahl für Wirtschaftsnachrichten stammt (ja, die BaZ ist zwar schön farbig, aber nicht sonderlich bekannt für fundierte Wirtschaftshintergrundberichtserstattung). Ansonsten habe ich die Zahlen und Links (auch zu Ihren Argumenten) zu liefern versucht. Von Ihnen kamen primär die Vorwürfe. Ich möchte Sie also bitten, nicht gleich Unaufrichtigkeit zu unterstellen und dass Sie sich an Ihren eigenen Massstab messen,

  43. #43 Karsten
    April 19, 2013

    Unabhängig von meiner Einschätzung der AfD als Spasspartei analog der Biertrinkerunion empfehle ich die Lektüre des folgenden Artikels.

    http://www.misesde.org/?p=1231

    Ich bin nur mit wenigen Schlussfolgerungen des Autors einverstanden, aber die Beschreibung des eigentlichen Problems unseres Geldsystems ist meiner bescheidenen Einschätzung nach kompetent.

    Um noch etwas konstruktives zu diesem Artikel beizutragen:
    Unabhängig von der Währung sind die Weichen für immer die selben/ähnliche Probleme bereits gestellt.
    Ob man hunderttausende Immobilien in DM, EUR oder Zloti völlig überhöht bewertet ist irrelevant.
    Entscheidend ist die Tatsache, das eine falsche Bewertung vorgenommen wurde und warum dies so leichtfertig geschehen konnte.
    Unabhängig von den moralischen und beruflichen Unzulänglichkeiten der Geldverschieber, also der Leute die das Geld anderer Leute “arbeiten” lassen, gibt es das ursprünglichste Problem in unserem Geldsystem selbst.

    Die multiple Wertschöpfung (nur als Bsp.) ist nicht auf Dauer kompatibel mit der Realität, da die Prinzipien unseres Wirtschaftssystems (ganz früher mal Marktwirtschaft) einige feste Grundlagen benötigen. Eine diese Grundlagen ist nunmal eine vorhandene Geldmenge die äquivalent der Menge an real existierenden Produktionsmitteln ist.
    Nur mal als kleiner Fakt zu meiner ansonsten sehr allgemein gehaltenen Ausführung: Laut CIA World Fact Book gab es von 2009 auf 2010 eine Steigerung der weltweiten Geldmenge um rund 22 Billionen Dollar (unsere Billionen, nicht die amerikanischen billions).
    Kein Umsatz, eine Steigerung. 2009 gab es die Geldmenge x und 2010 die Geldmenge x+22Billionen.

    Ich hab das mal mit dem BSP Chinas verglichen, das bei rund 10 Billionen USD liegt. Zwar kann man diese Zahlen nicht direkt vergleichen, aber ich denke, dass folgende Aussage nicht allzu falsch ist:
    Zwischen 2009 und 2010 wurden zwei neue Chinas irgendwo auf den Globus gepflanzt, ohne dass es einer von uns bemerkt hat.

    Aber in dem oben verlinkten Artikel wird das ganze deutlich konkreter dargestellt und vor allem schlüssiger formuliert.

  44. #44 Spoing
    April 19, 2013

    @Karsten:
    Der Artikel ist bis “Kapitalismus ungleich Marktwirtschaft” gut zu lesen, danach gleitet er in Wunschvorstellungen und eigene Definitionen ab.
    Auch die böse “Multiple Wertschöpfung” (Ab “Es liegt an der Geldordnung” in dem Verlinkten Artikel) unterliegt einer falschen Sicht. Nämlich Geld müsse einem realen Wert gegenüber stehen. Das ist noch eine völlig veraltete Sicht, die selbst schon unter dem Goldstandart abgeschafft war. Geld ist einfach ein “knappes” Gut wie jedes andere. Jedes Gut ist mit jeden anderen tauschbar. Geld hat somit nichts mit den “realen” Gütern zu schaffen. Es ist nur eines neben vielen anderen. Auch bei den “realen Gütern” handelt es sich heut zu Tage nur noch selten um Objekte. Meist sind es Ideen. Gerade der Boom in der Programmierbranche macht das deutlicher denn je.
    Das Banken willkürlich Geld schöpfen können ist absolut kein Problem. Das Problem lag einzig in dem “too Big to fail” Status der Banken. (Also auch in der Verkettung der Banken untereinander). Denn der Wert des Geldes ist nur extrem indirekt von der Menge aller Güter abhängig, er hängt vom Vertrauen derer ab, die die Güter besitzen.

    Eine erhöhte Geldmenge macht nichts weiter, als das Vertrauen in die Währung zu “senken”. Die Güter also wertvoller (teurer) zu machen. (Gegenüber anderen Währungen dann natürlich billiger. Inländisch macht sich diese Teuerung durch Inflation bemerkbar).

    Wir haben eigentlich 4 völlig von einander unabhängige Krisen.
    Krise 1: Staatsschuldenkrise
    Einfach der Tatsache des Zinses geschuldet (Zinseszins ist keine böse Erfindung sondern eine Zwangsläufigkeit wenn man erlaubt in Verträge die Zeit zu berücksichtigen)
    Krise 2: Bankenkrise
    “To Big to Fail” ist Monopolstellung und somit Gift für den Sektor.
    Krise 3: Eurokrise
    Diese basiert auf der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Staaten. Die “Austeritär” Politik ist wirklich alternativlos sofern man keine dauerhafte Transferunion will. Stabilität braucht hier Zeit. Und die ist nun einmal teuer wie wir wissen.
    Krise 3,5 ist die Arbeitslosigkeit. Keine eigene Krise da es eine Zwangsläufigkeit der Sparmaßnamen ist.
    Krise 4: Währungskrieg
    Das künstliche drücken des Wechselkurses wie Amerika und China es machen ist alles andere als fein und führt bei einstieg Europas in dieses Spiel zu einer Gefährdung der Weltwirtschaft. Europa und Euro als die guten? Nein! Denn unsere Währung liegt auch am Boden, nur nicht künstlich.

    Um zum Thema zurück zu kommen: Die AfD erzählt jetzt, die Abschaffung des Euros würde all diese Probleme für Deutschland lösen. Wobei dieser bei Punkt eins und zwei keinen Einfluss hat und uns bei Punkt 4 eher hilft.

    Zum Währungskrieg:
    Es ist schon sehr witzig, dass es Ziel aller ist möglichst viel herzustellen was man den anderen schenken kann, nur gegen das Versprechen, dafür mal irgendwann mal etwas wieder zu bekommen. (Ja das ist soweit vereinfacht das es schon falsch ist, aber um es amüsant zu finden reicht es)

  45. #45 Dr. Webbaer
    April 19, 2013

    Herr Spoing:

    Wir haben eigentlich 4 völlig von einander unabhängige Krisen.

    Es gibt keinen ‘Währungskrieg’ und die Unabhängigkeit, die Sie zu erkennen glauben, erkennen Sie wohl primär auf Grund Ihrer eigenen Unabhängigkeit.

    MFG
    Dr. W

  46. #46 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 19, 2013

    Stimmt :Geld steht oft keinem realen Wert gegenüber.
    Beispiel: Ich kaufte vor 3 Tagen eine (neue) Quarz Wanduhr,
    (made in China) um jederzeit zu wissen ,ob ich” zeitgemäß” richtig liege . (Ali : Mir fällt das so manchesmal zugegebenermaßen sehr schwer.)
    Ich habe für diese meine Neugierde lediglich 1,5 Euronen
    ausgeben müssen.
    Dabei ist die Uhr hochgenau und zeigt mir gleichzeitig an, welche Temperatur die Luft meiner Umgebung hat und auch deren Luftfeuchtigkeit in %.

    Allein der Transport vom Herstellort in China zum Hafen in China, dann nach Hamburg und von Hamburg zum Verkaufsort , dürfte nicht billig sein.

    Irgendwie sehnt man sich nach dem nicht möglichen Goldstandard jeglicher Währung .

  47. #47 Dr. Webbaer
    April 19, 2013

    Irgendwie sehnt man sich nach dem nicht möglichen Goldstandard jeglicher Währung .

    Ketzerisch angemerkt würde so das Vertrauen in den Staat als Garanten des Vermögens dem Vertrauen in die Frauen als Garanten übertragen werden, haha.

    Aber es stimmt schon, i.p. Goldstandard gibt es wilde zur Esoterik neigende Bewegungen, die Web-Biotope füllen wie auslasten.

    MFG
    Dr. W (der sich nun gerne ausklinkt)

  48. #48 Spoing
    April 19, 2013

    Mir ist natürlich bewusst, dass diese Krisen teilweise einen gemeinsamen Ursprung haben und sich gegenseitig verstärken. Nur wollte ich noch einmal rausstellen, dass es 4 Krisen sind welche alle einzeln zu lösen sind. Es gibt hier kein einfaches Rezept mit dem man mal eben alle 4 Lösen kann.
    Auch würde das Lösen von nur 3 der 4 Probleme nicht ausreichen. Eines davon ins extrem gesteigert würde für einen Totalausfall völlig reichen. (Und den Punkt 3 den die AfD polemisch angeht ist davon noch die geringste Dystopie)
    Mit dem Währungskrieg meine ich das sich die 3 großen Währungen gegenseitig zu unterbieten versuchen. Das es auch andere Definitionen gibt ist mir klar. Das ich damit aber keine Spinnereien von Weltverschwörern und NWOlern meine, dachte ich wäre offensichtlich.
    Es ist viel mehr ein gefährliches handeln der 3 großen Währungen. Nämlich die

  49. #49 Derman
    April 19, 2013

    Schon mal gehört? “Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende”!

  50. #50 ali
    April 19, 2013

    @Derman

    Schon mal gehört? “Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende”!

    Genau. Politik sollte sich ausschliesslich auf Sprichwörter und Redewendungen abstützten.

  51. #51 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 20, 2013

    NB. Adenauer schlenkerte dieselben meisterlich nur so raus
    “und konnte” mit dem Chef der deutschen Bank !
    Und nicht nur mit DEM!

  52. #52 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 20, 2013

    Damals Sprecher der DB: Herman Josef Abs.!

  53. #53 Tyler Durden Volland
    München
    April 20, 2013

    „Denkst du das es genetisch bedingt ist oder liegt es am Kulturkreis?“

    Es wäre hilfreich seine Zeit nicht an dämlichen Fragen dieser Art verschwenden zu müssen. Die Schweizer sind weder mehr noch weniger geizig und habgierig als andere Menschen. Warum sollten sie sich von Problemen beeindrucken lassen, die zunächst mal nicht ihre eigenen sind und denen man mittelfristig durch Einfrieren der Wechselkurse begegnen kann?

    Was den Protektionismus angeht, so lässt sich die Spirale nur mehr sehr schwer anhalten, wenn sie einmal angeschoben wird. Und die Realität zeigt ja täglich, dass anscheinend jeder bereit ist diesen dümmsten aller Wege zu gehen. Euro, Yen und $$$ überholen sich gegenseitig im Abwerten. Einzig die Australier tun das Intelligente und wickeln ihre China Exporte direkt ab, ohne den Umweg über US $ zu nehmen. Das, und nur das, ist die Zukunft. Wer es besser weiss, der soll halt zahlen. Und Bürger die meinen weiterhin dieselben Politiker wählen zu müssen, die erst Recht.

    Ich habe auch nicht geschrieben, dass diese neue Partei irgend ein Problem lösen würde, sondern, dass sie populär wird, weil sie irgendetwas für alle Nachvollziehbares tun zu wollen behauptet. Wenn sie mir irgendwas unterstellen, dann wird’s einfacher wenn sie etwas nehmen, das ich tatsächlich geschrieben haben.
    Die Vorstellung ich würde ausgerechnet Leute wie Henkel für jemandem halten, der irgendetwas tun würde, das sich nicht ausschliesslich mit seinen eigenen Interessen deckt, ist lächerlich.

  54. #54 ali
    April 20, 2013

    @Tyler Durden Volland

    Es wäre hilfreich seine Zeit nicht an dämlichen Fragen dieser Art verschwenden zu müssen.

    Es wäre auch hilfreich, keine Antworten auf dämlichen rhetorische Fragen kommentieren zu müssen. Ebenso hilfreich wäre es, sie gar nicht erst stellen zu müssen, weil keine dämlichen Argumente gemacht werden.

    Aber nun muss ich wohl: Du suggerierst, dass ich den Nutzen des Euros aus der Schweizer Perspektive beurteilen würde (und implizit zumindest damit gewisse Faktoren deswegen nicht oder anders beurteile). Das ist unsachlich und irrelevant. Das hielt ich für so offensichtlich, dass ich eine rhetorische sarkastische Frage gestellt habe. Es scheint es ist doch nicht so offensichtlich.

    Ich habe auch nicht geschrieben, dass diese neue Partei irgend ein Problem lösen würde, sondern, dass sie populär wird, weil sie irgendetwas für alle Nachvollziehbares tun zu wollen behauptet.

    Dann musst du wohl formulieren was dein Problem ist mit meinem Eintrag, weil ich weiss nicht was dein Problem ist. Genau das kritisiere ich doch in meinem Post: Das man einfache Lösungen postuliert in dem man anti-Euro Knöpfe drückt, dies aber unehrlich ist. Ausser natürlich du bist der Meinung “vorzugeben etwas nachvollziehbares zu tun” sei an und für sich positiv und offeriere eine Alternative.

  55. [...] Die Alternative für Deutschland: [...]

  56. #56 Randifan
    April 21, 2013

    Wenn die Politiker nicht klüger handeln, dann ist es keine Überraschung wenn Populisten an Einflusss gewinnen. Aber es unrealistisch anzunehmen, irgendeine deutsche Regierung könnte in absehbarer Zeit den Euro abschaffen. Selbst dieser Anti-Europartei dürfte es bewusst sein.

  57. [...] Zoon Politicon: Die Alternative für Deutschland [...]

  58. #58 wereatheist
    April 23, 2013

    @#52: Der Abs, der Abs, der hat aber auch viel Glück gehabt…Oy vey, was hat der ein Glück gehabt…

  59. #59 wereatheist
    April 23, 2013

    Der Abs war ein praktizierender Nazi, der hinterher behauptet hat, nicht gläubig gewesen zu sein… -> vorhof-lampe

  60. #60 Wilhelm Leonhard Schuster
    April 23, 2013

    @wereatheist Wenn man den Abs absolut negativ sehen will dann allenfalls unter dem Gesichtspunkt:

    Eine (Geld) Krähe hakt der Anderen kein Auge aus.
    Dies zum angeblichen oder tatsächlichem Glück des Herrn Abs.

    Zum “ewigen Nazi”:Deutschland hat auf Balfour und allem was damit zusammenhängt, leider falsch reagiert.
    Ich weise in diesem Falle immer auf Benjamin Freedmann hin .Die Aussagen eines Adorno sind auch nicht von Pappe!
    Und Ilja Ehrenburg war selbst von Stalin nicht zu stoppen.
    Und das will was heißen.
    Der Deutsche Osten, fast ein Viertel des Landes ist vom Westen dem Untergang geweiht worden.(Da wohnten lauter praktizierente Nazis)!
    Übrigens ist Amerika bei der berechtigten Jagd nach seinen Feinden wie sich immer wieder zeigt nicht zimperlich.
    Ausgangssperre für eine ganze Großstadt (übrigens eine richtige Entscheidung in solchem Falle)
    ist mit Sicherheit nicht demokratisch sondern eine diktatorische Entscheidung.Sowas hat sich nicht mal Deutschland je geleistet.
    Also bitte die Geschichte und die Dinge etwas differenzierter betrachten.

  61. #61 die violetten
    April 24, 2013

    Kann dazu nur sagen das die neue politik das ist was wir machen!
    Und nicht seine Stimme abgeben egal uer welche Partei.
    Wir brauchen selbst tragende systeme und nicht diese Herrschafts burgen in Berlin .
    Sollen die doch wirtschaft machen und das volk macht die politik und nebenbei unsere eigene dezentrale komunale wirtschaft.
    L http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/michael-brueckner/crash-vorbote-notenbanken-fliehen-ins-gold.html

  62. #62 Adent
    April 25, 2013

    Auja, der Kopp-Verlag ein Leuchtturm des Wissens…

  63. #63 Adent
    April 25, 2013

    Sehr schön fand ich auch den kürzlichen Vorschlag des Postillions der AfD auf gar keinen Fall Euros zu spenden (das sei ja sonst Heuchelei und Betrug am Wähler wenn die das annehmen) sondern eher Lira oder alte DM Münzen oder Naturalien ….

  64. #64 Wilhelm Leonhard Schuster
    Mai 3, 2013

    Das Letzte was ich tun würde wäre:Bewerben der AfD.
    Grund :Ich sehe im Geiste die Euro Zerberusse, wie sie den letzten Buchstaben “D” ,zerfleischen würden.
    Frage : Ist das “populistisch” gedacht ? Oder nüchtern?
    Selbst der alte Kanzler Schmidt ist ratlos – dabei habe ich den >damals kanzelnd< als "Weltwirtschaftsspezialisten " sondergleichen erlebt. Immerhin,es tauchte ein fremdländisches Gesicht nebem ihm auf!

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