Ringe in der Hintergrundstrahlung wollen Penrose und Gurzadyan nachgewiesen haben wollen und die sie als Beleg für ihr CCC-Modell betrachten. Bild: Gurzadyan & Penrose, arXiv:1302.5162.

Sir Roger Penrose ist nicht irgendwer. Nach dem mittlerweile 88jährigen Physiker (Jahrgang 1931) sind eine Menge Dinge benannt: die Moore-Penrose-Pseudoinverse einer Matrix. Die Penrose-Parkettierung, ein Kachelmuster, mit dem man eine Fläche auslegen kann, ohne dass sich ein Grundmuster wiederholt. Die Penrose-Diagramme zur Darstellung von Unendlichkeiten. Der Penrose-Prozess, über den Schwarze Löcher Rotationsenergie verlieren können. Die Penrose-Hawking-Singularitätssätze, denen gemäß im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie der Anfang des Universums und das Zentrum eines Schwarzen Lochs Singularitäten sein müssen. Und es war niemand anderer als Penrose, der berechnete, dass ein kollabierender Neutronenstern zu einer Singularität zusammenstürzen muss. Er legte zudem den Grundstein für die Schleifen-Quantengravitation, der wichtigsten Konkurrenztheorie zur Stringtheorie (von der er nicht viel hält). Sein englischsprachiger Wikipedia-Artikel listet noch eine ganze Menge anderer Begriffe auf, die mit Penrose verbunden sind. Sir Roger Penrose hat also einen bedeutenden Namen. Er wurde mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft. Nur ein Nobelpreis fehlt ihm.

Warum die ganze Lobhudelei? Neulich hörte ich Penrose in einem Interview über seine Theorie eines zyklischen Universums reden. Und wenn sie nicht von Penrose persönlich vorgetragen worden wäre, der in dem Interview keineswegs senil klang, hätte ich sie für ausgemachten Unsinn gehalten. Aber angesichts des prominenten Namens erscheint mir das etwas anmaßend und ich möchte die Idee statt dessen einmal hier vorstellen.

 

Ungeliebte Inflation

Bei den Boltzmann-Hirnen hatte ich das Konzept der Entropie vorgestellt. Da diese im Universum gemäß dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik stets steigt, muss das Universum in einem Zustand geringer Entropie begonnen haben. Die offene Frage ist, wie dieser Zustand zustande kam. Gemäß der Theorie der kosmischen Inflation hat sich der ursprünglich gekrümmte, ungleichförmig dichte (Vakuumfluktuationen!) und winzig kleine Raum in Sekundenbruchteilen gigantisch aufgebläht. Danach war er, jedenfalls soweit unser Blick reicht, flach, gleichmäßig mit Materie angefüllt und riesengroß, und dies entspricht einer Abnahme der Entropie in einem vorgegebenen Volumen. Nach der Inflation gab es zunächst nur Strahlung, nur Photonen (und vermutlich Gravitonen), die allesamt masselos waren und aus denen erst durch einen noch nicht vollständig verstandenen Paarerzeugungsprozess massebehaftete Teilchen entstanden, bei denen am Ende Materie gegenüber Antimaterie die Oberhand behielt. Penrose hält von der Inflationstheorie gar nichts, er gab ihr nach ihrem Erscheinen 1981 nur zwei Wochen, denn sie verletze den 2. Hauptsatz. Aber sie hat sich dennoch bis heute gehalten und ist mittlerweile gar zur vorherrschenden Theorie über den Beginn des Universums geworden.

Das Ende des Universums ist gemäß der derzeitig anerkannten Theorie ein ewig expandierendes Universum, in dem alle Materie irgendwann einmal in Schwarzen Löchern endet: die Reste von verloschenen Sternen in Galaxien, die nicht selbst Schwarze Löcher sind, lösen sich entweder durch Protonenzerfall auf, oder verlieren durch Abstrahlung von Gravitationswellen, und damit Gravitonen, langsam an Energie und sinken zum Zentrum der Galaxie, wo sie vom zentralen Schwarzen Loch vereinnahmt werden. Und die Schwarzen Löcher lösen sich dann durch die Abstrahlung von Hawking-Strahlung langsam zu Photonen auf. Am Ende hat man so nach ungefähr 10100 Jahren ein riesengroßes Universum, das von extrem langwelliger Strahlung (durch die kosmische Expansion) aus Photonen und Gravitonen erfüllt ist. Das sieht nun dem ursprünglichen Universum irgendwie ähnlich. Es ist nur um einen immensen Faktor größer und kälter.

 

Wenn dem Universum alle Maßstäbe verloren gehen…

Penroses Idee ist nun die folgende: Was wäre, wenn man das Ende des Universums als Beginn eines neuen Universum betrachten würde, in dem einfach die Maßstäbe um etliche hundert Zehnerpotenzen vergrößert sind? So ähnlich, wie man in der (finanziellen) Hyperinflation in den 1920ern der Reichsmark einfach hinten ein paar Nullen wegnahm, damit ein Brot nicht mehr ein paar Milliarden Mark kostete, kann man das riesige Universum in Raum und Zeit schrumpfen, indem man die Entfernungs- und Zeitskalen neu definiert. Die geschrumpften Wellenlängen der Strahlung würden dann viel höheren Temperaturen entsprechen. Und schwups hat man einen neuen Urknall, ganz ohne Inflation! Das Ganze kann sich dann beliebig oft wiederholen, immer eine Skalenstufe höher.

Klingt zunächst absurd. Denn aus den von der kosmischen Expansion absurd lang gewordenen Wellenlängen der Photonen sollen ja wieder Teilchen hervorgehen, die beim Urknall bei Milliarden Kelvin und ultrakurzwelligen Gammastrahlen mit Wellenlängen im Bereich eines Protonendurchmessers entstanden. Aber was, außer der Wellenlänge, ist der Unterschied zwischen Photonen, die im Urknall Teilchen bildeten, und Photonen, die nach 10100 Jahren durch die kosmische Expansion auf Wellenlängen gestreckt wurden, gegenüber denen der Durchmesser unseres heutigen beobachtbaren Universums ein Nichts wäre? Es gibt keinen!

Elektromagnetische Wellen gibt es in allen Wellenlängen, es gibt weder nach unten noch nach oben eine Begrenzung (außer der mutmaßlichen Planck-Länge auf der einen und der Größe des Universums auf der anderen Seite), und die Energie E, die in einem Photon mit einer gewissen Wellenlänge steckt, hängt einfach über die Gleichung E=h·c/λ von der Wellenlänge λ ab (c/λ=f ist hierbei die Frequenz des Lichts mit der Einheit 1/s = Hertz). h und c sind Naturkonstanten, das Plancksche Wirkungsquantum h und die Lichtgeschwindigkeit c. Skaliert man nun die Strecken und Zeiten um, dann kommen ganz andere Energien heraus.

In einem Universum, in dem es nur noch (ruhe-)masselose Teilchen gibt, fehlt jeglicher Maßstab für Raum und Zeit. Es gibt keine Uhren mehr, denn Photonen (wie auch die masselosen Gravitonen) haben keine Eigenzeit – für sie ist eine Unendlichkeit nur ein Augenblick – und ansonsten wäre nichts mehr da, welches eine haben könnte. Eine Uhr setzt etwas voraus, das ticken kann, das eine charakteristische Frequenz hat: egal, ob es das Schwingen eines Pendels ist, das eines elektronischen Quarzes oder ob man Wellenzüge abzählt, die der Übergang eines Elektrons von einem Energiezustand zu einem anderen erzeugt – so funktionieren Atomuhren. Zwar hätten die Photonen im ansonsten leeren Raum natürlich auch ihre Eigenfrequenzen (f=c/λ), aber wenn es keinen Maßstab gibt, an dem man eine bestimmte Wellenlänge als Maßeinheit festmachen kann, dann ist nicht definiert, welches Photon mit welcher Frequenz den Zeittakt vorgibt. Somit gibt es keinen Zeitmaßstab mehr und die Energie eines Photons ist unbestimmt, also beliebig. Wenn der Zeitmaßstab weg fällt, ist auch der Streckenmaßstab nicht mehr gegeben, denn unser Meter ist heutzutage über die Lichtgeschwindigkeit und eine Zeitspanne definiert, nämlich 1/299792458tel der Strecke, die das Licht in einer Sekunde zurücklegt. Folglich ist die Situation von langwelligen Photonen in einem riesengroßen Universum über einen sehr langen Zeitraum von demjenigen mit kurzwelligen Photonen in einem winzigen Universum über Sekundenbruchteile nicht unterscheidbar, wenn man keinen Vergleichsmaßstab mehr hat. Warum sollen dann also nicht im Kleinen wie im Großen die gleichen physikalischen Prozesse ablaufen können?

Das einzige Problem, das Penrose sieht, seien die Elektronen, weil sie gemäß der akzeptierten Quantenphysik (im Gegensatz zu den Protonen) nicht zerfallen können und durch die Expansion des Universums isoliert innerhalb kosmologischer Horizonte enden können, in denen sie nie die Chance hätten, mit einem Positron zusammen zu treffen und zu annihilieren. Damit bleiben Uhren übrig. Vielleicht, so spekuliert Penrose, irre sich die Quantenphysik aber auch einfach und die Elektronen könnten doch irgendwann zerfallen [1].

 

Ein Trick in zwei Achsen

Man kann das Problem auch geometrisch betrachten. Wir haben vor einer Weile das Konzept der mitbewegten Entfernung kennengelernt. Bei diesem Entfernungsmaß wächst der Maßstab mit der kosmischen Expansion, d.h. die Galaxien entfernen sich in mitbewegter Entfernung nicht voneinander (außer durch lokale Eigenbewegungen). In einem vorgegebenen Radius mitbewegter Entfernung sind für alle Zeiten dieselben Galaxien eingeschlossen. In einem solchen Maßstab dargestellt ist das beobachtbare Universum kein expandierender Trichter, sondern ein Zylinder mit festem Radius, vom Urknall an bis in die unendliche Zukunft. Geht man in die Vergangenheit, so landet man bei der Urknallsingularität, die aber in mitbewegter Entfernung kein Punkt mehr ist, sondern ein unendlichfach aufgeweiteter Radius, der perfekt auf das obere Ende eines entsprechenden Zylinders eines Vorgängeruniversums passen würde, welcher nach unendlicher Zeit in mitbewegter Entfernung unendlich geschrumpft werden würde.

Die Höhe des Zylinders entspräche einer Zeitdauer, die bei einem offenen Universum zunächst unendlich lang wäre. Zur mitbewegten Entfernung gibt es auch ein passendes Zeitmaß, die “konforme Zeit”, die einfach der Zeit entspricht, die das Licht zum Zurücklegen einer bestimmen mitbewegten Entfernung benötigt. Da das Universum in 14 Milliarden Jahren in gewöhnlichen Entfernungen (“Eigendistanzen”) gemessen den doppelten Durchmesser haben wird (der Skalenfaktor des Universums, der für heute zu 1 festgelegt ist, wird dann 2 sein), braucht ein Lichtstrahl zum Durchqueren einer mit der Hubbleexpansion auf das Doppelte angewachsenen Strecke (z.B. den Durchmesser eines großen Galaxienhaufens) zu dieser Zeit doppelt so lange in gewöhnlicher Zeit, wie er heute brauchen würde. In konformer Zeit braucht er aber genau so lange, weil beim Skalenfaktor 2 die konforme Zeit im Vergleich zur gewöhnlichen Zeit nur halb so langsam vergeht wie beim Skalenfaktor 1. In einem Raumzeitdiagramm mit der Entfernung auf der x-Achse und der Zeit auf der y-Achse bilden die Weltlinien von Photonen (also Licht) bekanntlich Geraden; bei passender Skalierung mit einer Lichtsekunde und einer Sekunde als gleich lange Einheiten auf Raum- bzw. Zeitachse hat die Gerade einen 45°-Winkel zu beiden Achsen. In einem Diagramm mit mitbewegter Entfernung auf der x-Achse erscheint die Weltlinie eines Lichtstrahls genau dann als Gerade, wenn die Zeit in konformer Zeit gemessen wird.

Die drei Diagramme zeigen die gleiche Entwicklung des Universums in verschiedenen Koordinatensystemen. Das oberste Bild zeigt Eigendistanz (also die mit einem imaginären Maßband gemessene Entfernung) auf der x-Achse und die gewöhnliche Zeit auf der y-Achse (rechts als Skalenfaktor, d.h. relativer Größe des Universums zu heute). Durch die beschleunigte Expansion des Universums sind fast alle eingezeichneten Weltlinien krumm. Die fein gepunkteten Weltlinien geben etwa an, wo sich im Raum (relativ zur Hintergrundstrahlung) ruhende Objekte aus Sicht des Beobachters zu verschiedenen Zeiten wiederfinden. Der gestrichelte Partikelhorizont (particle horizon) gibt an, wie weit sich zwei beim Urknall in Gegenrichtung davon eilende Photonen in der Summe aus ihrer Lichtgeschwindigkeit und der Raumexpansion voneinander entfernt haben können. Der hier nicht anschaulich nachvollziehbare Ereignishorizont (event horizon) gibt an, aus welcher Entfernung uns jemals noch Strahlung erreichen kann, die sich beim jeweiligen Weltalter auf den Weg zu uns machte. Das Diagramm ist bei 25 Milliarden Jahren und beim Skalenfaktor ≈2 zeitlich oben abgeschnitten.
Im zweiten Bild ist die x-Achse auf mitbewegte Entfernung umgestellt, d.h. die Expansion wird herausgerechnet und alle Entfernungen ruhender Objekte (fein gestrichelte senkrechte Weltlinien) sind konstant. Die beiden Horizonte (Partikel und Ereignis) krümmen sich nun nach oben, da die Lichtgeschwindigkeit in mitbewegter Entfernung mit 1/Skalenfaktor fällt.
Im dritten Bild ist die Zeitskala zusätzlich auf konforme Zeit umgestellt, die mit 1/Skalenfaktor so skaliert ist, dass Licht bei mitbewegter Entfernung wieder Geraden im Diagramm bildet. Der Lichtkegel (light cone) zeigt uns z.B., von wie weit entfernt uns heute Licht noch erreicht – die Quellen sind in mitbewegter Entfernung (= Eigendistanz heute) höchstens 46 Milliarden Lichtjahre entfernt, der heutige Durchmesser des beobachtbaren Universums. Der Ereignishorizont durchmisst 62 Milliarden Lichtjahre und markiert die endgültige Größe des beobachtbaren Universums. Sein Lichtkegel schneidet die 0-Entfernung bei unendlichem Skalenfaktor, d.h. nach unendlicher gewöhnlicher Zeit, die in konformer Zeit jedoch den endlichen Wert von 62 Milliarden Jahren hat. Somit wird die unendliche Lebensdauer des Universums auf eine endliche Zeitskala abgebildet, das Diagramm enthält die gesamte Lebensdauer des Universums. Bild: Davis & Lineweaver, arXiv, gemeinfrei.

In konformer Zeit wird zudem eine unendlich lange Zeitdauer auf eine endliche Strecke abgebildet (siehe Bild oben). Wir haben im Artikel über die Expansion des Universums gelernt, dass es einen kosmologischen Ereignishorizont gibt, über den wir nicht hinaus blicken können. Heute erreicht uns gerade noch Licht, das von Quellen stammt, die durch die Raumexpansion mittlerweile 46 Milliarden Lichtjahre entfernt sind. Je älter das Universum wird, von desto weiter weg kann uns noch Licht erreichen, aber da die Expansion sich beschleunigt, wird es für das Licht zunehmend schwieriger, mit der Expansion Schritt zu halten. Licht von Quellen, die heute (bei den bekannten Parametern des ΛCDM-Modells) 62 Milliarden Lichtjahre entfernt sind, braucht nach gewöhnlicher Zeitmessung unendlich lange, um uns zu erreichen, und Licht von noch weiter weg erreicht uns nie, es ist auf ewig von unserem beobachtbaren Universum kausal entkoppelt. In mitbewegter Entfernung wird diese Strecke immer und ewig 62 Milliarden Lichtjahre groß bleiben, und das Licht erreicht uns von dort logischerweise nach 62 Milliarden Jahren konformer Zeitmessung. Da uns von weiter weg Licht nie erreicht, entsprechen 62 Milliarden Jahre dem Weltalter in konformer Zeit, die in gewöhnlichem Zeitmaßstab unendlich lange dauern.

 

Das Verlegen einer kosmologischen Pipeline

Damit erhält man in konformer Zeit und mitbewegter Entfernung gemessen praktisch stapelbare “röhrenförmige” Universen, die nahtlos aneinander anknüpfen und die sich in endloser Folge wiederholen können. Deswegen heißt die von Penrose und Vahe Gurzadyan entwickelte Theorie CCC (Cyclic Conformal Cosmology) – zu Deutsch “zyklische konforme Kosmologie”. Jede “Röhre” nennt Penrose ein Äon, welches in gewöhnlicher Zeitrechnung unendlich lange dauert. Die CCC kommt ohne Inflation aus, denn den Temperaturausgleich und die homogene Verteilung der Energie zu Beginn eines Äons hat das Äon davor hergestellt, indem sich die darin entstandene Strahlung über sehr lange Zeit gleichmäßig verteilen konnte. Die Entropie kann hier stetig wachsen, aber da durch die Neuskalierung beim Übergang von einem Äon zum nächsten der Raumzeitmaßstab neu skaliert wird, wird auch die Entropie gewissermaßen neu eingenullt (re-normiert): das gedachte Behältnis, in dem sich die Materie aufhält, wird geschrumpft, so als ob das aus einer Gasflasche ausgetretene Gas sich in einer größeren Flasche wiederfindet und man die Ansicht herauszoomt. Ein solches Universum hat dann auch kein Boltzmannhirn-Problem, weil immer genug Baumaterial für biologische Hirne nachgeliefert wird.

So werden in der CCC die Universen aneinander geknüpft: Links die Sicht in gewöhnlichen Koordinaten, wo ein Universum mit einem Urknall beginnt und dann ins Unendliche expandiert und abkühlt. In konformen Koordinaten (rechts) bleibt der Durchmesser konstant, was bedeutet, dass die Urknall-Singularität unendlich expandiert wird und das unendliche Ende des Universums unendlich komprimiert werden muss. Dann passen Äonen von Universen nahtlos aneinander und können ein zyklisches Universum bilden. Bild: Autor, gemeinfrei.

Die Strahlung, die über unendlich lange Zeit im Universum herumschwirrt, wird dabei durch die konforme, unendlich große Stauchung der Zeit auf eine endliche Dauer unendlich verstärkt, d.h. man hätte beim Übergang von einem Äon zum nächsten mathematisch genau die Situation des Urknalls, die in einem Punkt unendlich hoher Dichte und Temperatur beginnt.

 

Verräterische Ringe?

Die CCC mag eine nette Idee sein, aber ist sie auch eine Theorie, die sich belegen oder falsifizieren lässt? Penrose sagt ja, und er will die Belege bereits gefunden haben. Und zwar liegt der Zerfall der größten supermassereichen Schwarzen Löcher in der Nähe des Übergangs von einem Äon zum nächsten (auch wenn unendlich viel reale Zeit dazwischen liegt, ist es in konformer Zeit nicht viel). Das Verdampfen eines Schwarzen Lochs setzt über die Zeit eine gewaltige Energiemenge frei – nämlich das Masseäquivalent des supermassereichen Schwarzen Lochs gemäß E=mc² -, welche durch die Kompression der Abstrahldauer in der konformen Zeitskala eine enorme Leistung freisetzt. Die Strahlung sollte daher in der kosmischen Hintergrundstrahlung aufspürbar sein, und zwar als Ringe von 4° Winkeldurchmesser. Der Durchmesser wird bestimmt durch die Ausbreitung der Strahlung in konformer Zeit bis zum Zeitpunkt der Freisetzung der Hintergrundstrahlung; die Breite des Ringes hängt davon ab, wie lange die Abstrahlung zuvor erfolgte, und da die Hawking Strahlung mit abnehmender Masse eines Schwarzen Lochs langsam zunimmt und dann nach explosionsartigem Anstieg abrupt endet, sollten die Ringe innen scharf begrenzt sein, jedoch nach außen diffus.

Die Quellen solcher Ringe nennt Penrose Hawking-Punkte und sie sollten in der Inflationstheorie nicht auftreten – Ereignisse vor oder während der Inflation wären viel stärker vergrößert; nach der Inflation sollte es keine Abhängigkeiten über mehr als 1° Winkelabstand geben dürfen. In einer Arbeit vom August 2013 [3] wollen Penrose und Gurzadyan jedoch solche Ringe von Hawking-Punkten in der Hintergrundstrahlung gefunden haben. Zwar wollte keiner der Gutachter der Theorie folgen, so Penrose [8], es konnte ihm und dem Koautor aber auch kein Gutachter einen Fehler in der Argumentation nachweisen und somit sah sich der Verleger wider Willen genötigt, die Arbeit zu veröffentlichen. Eine Entgegnung von DeAbreu, Contreras und Scott aus dem Jahr 2015 [4] warf den Autoren vor, dass die Kreise auch durch Zufall entstanden sein könnten (wenn sie nämlich genau zum Ende der Inflation verursacht worden wären). Daraufhin führte das Penrose-Team zehntausend Simulationen auf der Basis der Inflationstheorie durch [5] und fand nur in 2 von 10.000 Simulationen eine zufällige Entstehung von Strukturen dieser Größe und Flankensteilheit, so dass sie mit 99,98% ausschließen, dass die Kreise zufällig entstanden sind.

Violente Ereignisse im vergangenen Äon, wie etwa der Zerfall eines supermassereichen Schwarzen Lochs, verursachen ringförmige Strukturen in der Hintergrundstrahlung des folgenden Äons mit einer charakteristischen Größe, die davon abhängt, wie lange vor dem folgenden Urknall das Ereignis stattfand. Wenn ein Objekt vor dem Ereignis bereits über eine gewisse Zeit lang Energie abgegeben hatte, so hat der Ring eine gewisse Dicke, die von der Zeitspanne abhängt, über welche die Energiefreisetzung erfolgte. Da die Freisetzung beim Zerfall Schwarzer Löcher langsam zunimmt und explosionsartig endet, sollten die Ringe nach innen scharf begrenzt sein und nach außen hin diffus. Nach solchen Ringen haben Gurzadyan und Penrose in der Hintergrundstrahlung gesucht. Bild: Gurzadyan & Penrose, arXiv:1011.3706.

Die Position von 352 Ringen in der Hintergrundstrahlung mit mehr als 15 µK Temperaturerhöhung zum Hintergrund, die sie aufgespürt haben wollen und als Beleg für die CCC betrachten. Links die Zentren, rechts die Umrandungen in galaktischen Koordinaten. Der Bereich in der Mitte, der von der Milchstraße verdeckt wird, ist ausgespart. Bild: Gurzadyan & Penrose, arXiv:1302.5162.

Andere Kosmologen halten die Theorie hingegen für eine mathematische Spielerei und nehmen sie nicht ernst; die meisten seiner Arbeiten zum Thema erschienen nur auf arXiv. Wohl weil ihnen der physikalische Mechanismus fehlt, der die Reskalierung vom riesigen kalten Universum zu einem winzigen, heißen herbei führt und dann wieder Teilchen hervorbringt. Das ganze erscheint ihnen zu ad-hoc, also ohne bedingende Grundlage in den Raum gestellt. Mir erscheint sie, wie eingangs gesagt, ebenfalls sehr an den Haaren herbeigezogen, zum Beispiel dass die ewige Existenz von ein paar Elektronen den konformen Übergang verhindern soll, oder dass es möglich sein soll, dass Elementarteilchen entstehen können, gegen die unser heutiges beobachtbares Universum winzig klein wäre. Aber sie stammt immerhin von einem Sir Roger Penrose und es gibt eine ganze Reihe von Arbeiten auch anderer Autoren dazu. Ein interessanter Gedankengang ist sie auf jeden Fall.

 

Referenzen

[1] Roger Penrose, “Before the Big Bang: An Outrageous New Perspective and its Implications for Particle Physics“, Proceedings of the EPAC 2006, p.2759-2767, 26.06.2006, Edinburgh, Scotland.

[2] V. G. Gurzadyan, R. Penrose, “Concentric circles in WMAP data may provide evidence ofviolent pre-Big-Bang activity”, 16. November 2010; arXiv:1011.3706.

[3] V. G. Gurzadyan, R. Penrose, “On CCC-predicted concentric low-variance circles in the CMB sky“, The European Physical Journal Plus, 25. Februar 2013; arXiv:1302.5162.

[4] Adam DeAbreu, Dagoberto Contreras, Douglas Scott, “Searching for concentric low variance circles in the cosmic microwave background“, Journal of Cosmology and Astroparticle Physics 2015(12), August 2015; arXiv:1508.05158.

[5] Daniel An, Krzysztof A. Meissner, Pawel Nurowski, Roger Penrose, “Apparent evidence for Hawking points in the CMB Sky”, 17. Dezember 2018; arXiv:1808.01740.

[6] Jason Palmer, “Cosmos may show echoes of events before Big Bang” BBC News, 27. November 2010.

[7] Edwin Cartlidge, “New evidence for cyclic universe claimed by Roger Penrose and colleagues“, PhysicsWorld, 21. August 2018.

[8] “Conformal Cyclic Cosmology. Roger Penrose and Hannah Fry – Oxford Mathematics London Public Lecture now online“, University of Oxford, Mathematical Institute, 6. November 2018.

[9] Sean Carroll, “Penrose’s Cyclic Cosmology“, Preposterous Universe Blog, 7. Dezember 2010.

[10] Brian Koberlein, “The Strange Physics of Cyclic Conformal Cosmology“, 21. Dezember 2015.

[11] en.wikipedia.org, “Conformal cyclic cosmology“.

Kommentare (40)

  1. #1 Chemiker
    9. September 2019

    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2012/08/19/roger-penroses-zyklisches-universum/?all=1

    Du bist nicht der erste, der darüber schreibt. Ich habe das Ar­gu­ment mit den feh­len­den Teil­chen im­mer für ko­misch ge­hal­ten (Haw­king-Strah­lung muß doch auch Elek­tro­nen/Po­si­tro­nen-Paare ent­hal­ten, wenn die Tem­pe­ra­tur des Lochs in den MeV-Be­reich kommt), der fau­le Trick, al­les mit­be­wegt zu messen, sieht da­ge­gen nur wie ein fau­ler Trick aus — aber so­lan­ge man keine The­o­rie hat, kann man eben nur basteln.

    Und wenn es wirklich diese 4°-Ringe gibt, dann hat Penrose na­tür­lich ei­nen ech­ten Pluspunkt. War­um ist er der ein­zi­ge, der sie sieht?

  2. #2 Captain E.
    9. September 2019

    Ich frage mich nur gerade, was diese “kosmische Hyperinflations-Währungsreform” genau auslösen soll? Wieso soll ein Universum im einen Augenblick (falls es so etwas wie “Zeit” dann noch gibt!) riesengroß und extrem kalt und im nächsten winzig klein und superheiß sein?

  3. #3 Alderamin
    9. September 2019

    @Chemiker

    Oh, der Artikel von Martin ist mir bei meiner Suche nicht unter die Finger gekommen. Aber soweit ich sehe hat er das Thema anders behandelt und zu dieser Zeit (noch vor meiner Scienceblogs-Zeit) waren einige der hier behandelten Papers noch nicht erschienen.

  4. #4 Alderamin
    9. September 2019

    @Captain E.

    Ich frage mich nur gerade, was diese “kosmische Hyperinflations-Währungsreform” genau auslösen soll?

    Wenn ich das richtig verstanden habe: nichts. Man kann ja den im 3. Bild (dem von mir gemalten) links dargestellten Standpunkt einnehmen, wobei hier eigentlich das Folgeuniversum so “breit” anfängt wie das davor aufhört (die Urknallsingularität des Folgeuniversums ist das unendliche Ende des Vorgängers, wobei wohl weder die Singularität wirklich angenommen wird noch die Unendlichkeit davor, sondern es dürfte eine gewisse endliche Überlappung geben), dann ist die Expansion ein kontinuierlicher Vorgang und der nächste Urknall findet nur aus makroskopischer Sicht des folgenden Äons statt; im Äon davor ist er ein schrecklich kalte Ödnis aus langwelligen Photonen. Was sich ändert ist lediglich die Perspektive, das ist wie bei einem Fraktal, im Großen wiederholt sich das Kleine. Aus Sicht und auf der Skala des folgenden Äons ist das davor nur ein kurzer Moment nach der Singularität und alles wiederholt sich im Großen, weil es selbstähnlich ist. Die Umskalierung macht es nur anschaulich für uns, aber sie passiert nicht in der Realität.

    Falls ich Penrose richtig verstanden habe, sein Buch habe ich (offenbar im Gegensatz zu Martin, der mich gerne korrigieren mag) nicht gelesen. Kann also auch sein, dass ich das missverstanden habe.

  5. #5 Captain E.
    9. September 2019

    @Alderamin:

    Das mit der Neuskalierung ist ja noch einfach, aber mit dieser “endlichen Überlappung” habe ich so meine Probleme.

    Apropos Neuskalierung: Auf was leben wir wohl aus der Sicht des nächsten Universums? Auf einem Elektron, einem Neutrino, einem Quark? 😉

  6. #6 Aveneer
    9. September 2019

    Physiker*innnen tauchen immer wieder mit Modellen zu „Zyklischen Universen“ auf, wenn sie nur lange genug in den mathematischen Beschreibungen dessen was uns ausmacht abgetaucht waren.

    Wenn „das Ende“ physikalisch/mathematisch dem Anfang entspricht, dann ist es wohl nur unser „Verstand“ der immer noch einen Unterschied sehen möchte.

    Wenn das Ende einem „ruhe“masselosen Zustand entspricht, dann geht das Ende in den Anfangszustand über…Ein „BigRip“ an jedem Punkt im Raum entspricht doch dem Bild eines Urknalls.

    Neuskalierung.
    Für das letzte Teilchen in Universum 1 sieht der End-Zustand wie der Anfang von Universum 2 aus.
    Eine Art „Kollaps der Globalen-Wellenfunktion“ – Ich finde, dass das ein passendes Bild ist.

    Der Letzte macht das Licht aus/an 🙂

  7. #7 Alderamin
    9. September 2019

    @Captain E.

    die endliche Überlappung setze ich mal voraus, dazu hat er nichts direkt gesagt (Video in Ref. [8]), aber man kann ja nicht unendlich lange warten, um danach erst ein neues Universum zu starten, und ein Punkt am Anfang ist auch unphysikalisch, also denke ich mal, dass die Universen bei sehr langer Zeit und großer endicher Ausdehnung ineinander übergehen, wobei das vergangene Äon aus Sicht des neuen Äons als kleines endliches Anfangsvolumen erscheint, das hinreichend heiß zur Teilchenerzeugung ist. Das jeweils bezogen auf ein endliches beobachtbares Universum.

  8. #8 Captain E.
    9. September 2019

    Anders gefragt: Wenn in diesem Nachfolgeuniversum die Physiker zurück rechnen, wie das Universum kurz nach dem Urknall ausgesehen hat, was wäre denn dann der Stand der Dinge in “unserem” Universum gewesen, also für einen (vermutlich unmöglichen) Beobachter innerhalb unseres Bezugsrahmens? Wären etwa die Protonen und Schwarze Löcher bereits vollständig zerfallen oder hätte es noch Reste davon gegeben?

    Übrigens: Zu Beginn unseres Universums soll es ja sehr symmetrisch gewesen sein. Die Symmetrie hat danach abgenommen. Der Zerfall von allem und jedem bedeutete aber eine Steigerung der Symmetrie zum Ende hin. Das dürfte die Überlegung von Penrose gewesen sein.

  9. #9 bote
    9. September 2019

    Ein schlauer Kopf , dieser Penrose, mit konformer Zeit und konformen Koordinaten kann man auch die unendliche Wiederkehr des Big Bang erklären.
    Man sollte nicht daran herummäkeln, sondern erst mal was Besseres bieten.

  10. #10 Captain E.
    9. September 2019

    @bote:

    Wieso, wer mäkelt denn hier herum? Wir haben halt nur unsere Schwierigkeiten, das Konzept zu erfassen, und natürlich fragen wir uns, ob das wohl alles stimmen kann.

  11. #11 Alderamin
    9. September 2019

    @Captain E.

    Anders gefragt: Wenn in diesem Nachfolgeuniversum die Physiker zurück rechnen, wie das Universum kurz nach dem Urknall ausgesehen hat, was wäre denn dann der Stand der Dinge in “unserem” Universum gewesen, also für einen (vermutlich unmöglichen) Beobachter innerhalb unseres Bezugsrahmens? Wären etwa die Protonen und Schwarze Löcher bereits vollständig zerfallen oder hätte es noch Reste davon gegeben?

    Ja, das Universum wäre gleichmäßig von Strahlung erfüllt, eben wie während der Inflation.

    Übrigens: Zu Beginn unseres Universums soll es ja sehr symmetrisch gewesen sein. Die Symmetrie hat danach abgenommen. Der Zerfall von allem und jedem bedeutete aber eine Steigerung der Symmetrie zum Ende hin. Das dürfte die Überlegung von Penrose gewesen sein.

    Bei der Gravitation ist die Entropie dann klein, wenn alles noch aufeinander zufallen kann, und wenn es zusammenkracht und Hitze entsteht, ist die Entropie größer. Die maximale Entropie wird bei Schwarzen Löchern erreicht, kleiner kann nichts zusammenfallen. Wenn die zu Hawking-Strahlung zerfallen, wird Wärme aus ihnen. Wenn sich das Universum ausbreitet, steigt die Entropie (mehr Fallhöhe). Schrumpft man alles durch einen Skalenwechsel, wird die Entropie mitgeschrumpft, weil die Fallhöhe wieder klein ist. (besser: erscheint!) In Wahrheit nimmt man aber nur der Hyperinflation der Entropie hinten ein paar Nullen weg, in Wahrheit steigt sie immer weiter.

  12. #12 Captain E.
    9. September 2019

    @Alderamin:

    Die Physiker nehmen winzige Variationen zu Beginn des Urknalls an, aus denen dann unser heutiges Universum entstanden ist. Hat Penrose recht, dürften diese Nano- und Piko-Fluktuationen die Überreste des vorherigen Universums gewesen sein – mal so rein ins Blaue hinein spekuliert.

    Was für eine Vorstellung!!!

  13. #13 JoselB
    9. September 2019

    Wenn ich das richtig sehe, ist die Definition der Entropie fest mit der Definition von Raum und Zeit verknüpft. Es bedarf einer Vergrößerung der Freiheitsgrade, damit die Entropie steigen kann. Durch die Umstellung auf konformen Raum und Zeit wäre meine Erwartung, dass es auch eine konforme Entropie gibt, die sich in einem Bereich um einen konstanten Wert aufhält.

    Kosmologisch gesehen würde die Entropie nicht wirklich zunehmen, sondern wäre ein Artefakt unserer sich verkürzenden Maßstäbe relativ zur konformen Raumzeit. Allerdings stellt sich mir die Frage, inwiefern das mit der Entwicklung von Galaxien, schwarzen Löchern und deren Zerstrahlung aussieht? Ich glaube kaum, dass diese in fester Korrelation zur expandierenden Raumzeit stehen.

    Oder auch: Warum sollte z.B. der Übergang zwischen zwei Hyperfeinstrukturniveaus gegen einen unendlich kurzen Zeitabschnitt relativ zur konformen Raumzeit streben, dann irgendwann erneut im sehr Großen (¿oder Unendlichen?) beginnen und die gleiche Entwicklung nochmal durchführen, aber dabei über große Raumbereiche hinweg gleichmäßig voranschreiten? Alles andere hätten wir ja schon längst entdeckt. Mir kommt das auch sehr unwahrscheinlich vor, hätte aber interessante Konsequenzen.

  14. #14 Till
    9. September 2019

    Wenn sich unser Universum immer schneller ausdehnt und irgendwann alle Materie zerstrahlt ist, dann gibt es ja nur noch photonen, die immer langwelliger werden. Gleichzeitig ist aber der Ereignishorizont durch die Lichtgeschwindigkeit beschränkt. Was passiert mit den photonen, wenn die Wellenlänge größer wird als der Ereignishorizont? Dann kann das E-Feld ja nicht mehr mit dem B-Feld interagieren um die Ausbreitung fortzusetzen. Wäre das evtl. ein “guter Zeitpunkt” in dem irgendwelche Erhaltungssätze eine Neuskalierung erzwingen?

  15. #15 Joseph Kuhn
    9. September 2019

    Frage eines Physik-Laien, ich hoffe, sie ist nicht zu verständnislos, um überhaupt beantwortet werden zu können: Beginnt das neue Äon bei Penrose schlagartig mit dem Verlust der letzten Uhr und wenn ja, woher „wissen“ die hinterbliebenen Photonen und Gravitonen, dass es so weit ist? Und warum entstehen genau ab da in neuer Skalierung neue Elementarteilchen, nicht schon vorher?

  16. #16 Alderamin
    9. September 2019

    @Till

    Wenn sich unser Universum immer schneller ausdehnt und irgendwann alle Materie zerstrahlt ist, dann gibt es ja nur noch photonen, die immer langwelliger werden. Gleichzeitig ist aber der Ereignishorizont durch die Lichtgeschwindigkeit beschränkt. Was passiert mit den photonen, wenn die Wellenlänge größer wird als der Ereignishorizont?

    Der Ereignishorizont ist in mitbewegter Entfernung beschränkt, aber nicht in Eigendistanz (nur durch das jeweilige Weltalter). Der Ereignishorizont wächst im Letzteren ins Unermessliche.
    Lichtwellen breiten sich entlang des Partikelhorizonts aus, der von ihrem Entstehungsort- und -zeitpunkt startet. Wie man in den Bildern oben sieht, verläßt dieser den Ereignishorizont (früher oder später, je früher oder später das Licht ausgesendet wird). Sollte eigentlich kein Problem verursachen.

  17. #17 Alderamin
    9. September 2019

    @Joseph Kuhn

    Beginnt das neue Äon bei Penrose schlagartig mit dem Verlust der letzten Uhr und wenn ja, woher „wissen“ die hinterbliebenen Photonen und Gravitonen, dass es so weit ist?

    Denke nicht, sondern es beginnt, wenn es aus Sicht einer hinreichend großen Skala groß und heiß genug ist, um Partikel zu bilden. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das Vorhandensein irgendwelcher Elektronen in irgendeiner Ecke des Universums irgendeinen Einfluss auf den Übergang eines Äons in das nächste haben sollte.

    Und warum entstehen genau ab da in neuer Skalierung neue Elementarteilchen, nicht schon vorher

    Gute Frage, habe ich mir auch gestellt. Ich nehme mal an, da es für die Teilchen heiß genug sein muss, muss der Maßstab in Raum und Zeit groß genug sein, um genug Energie für die Paarbildung einzuschließen, und das ist er heutzutage noch nicht. Auf der anderen Seite würden wir wahrscheinlich davon auch nichts mitbekommen, weil die Teilchen so riesig wären, dass unser beobachtbares Universum spielend in Ihnen Platz fände.

    Aber da müsste man eigentlich Sir Penrose (oder seine Koautoren) fragen, wie er (sie) sich das vorstellen. Ich maße hier nur Mut…

  18. #18 M
    Bolivien
    10. September 2019

    Von diesen Überlegungen Penrose’ hatte ich vorher nichts mitbekommen. Danke für den Artikel!
    Mir ist momentan noch überhaupt nicht klar, wie Energie- etc.-Erhaltung da reinpassen. Oder die Planckgrößen.
    Muss das ganze vor unendlichen Äonen angefangen haben, oder könnte man, wenn man die Planckgrößen als ‘Überbleibsel’ des ersten Äons annimmt, zurückrechnen in der wievielten Äonengeneration wir uns gerade befinden?

  19. #19 H.M.Voynich
    10. September 2019

    Beim Versuch, mir riesige Elementarteilchen vorzustellen, stoße ich wieder auf das Problem, wie Größe überhaupt definiert ist. Sprechen wir (außerhalb der String-Theorie) nicht immer von Punkt-Teilchen, die gar keine Ausdehnung haben?

  20. #20 Dirk Freyling
    Erde
    10. September 2019

    @H.M.Voynich,

    die Frage nach der »Ausdehnung« von Elementarteilchen setzt einen realitätsnahen Anschauungswunsch voraus, der im Standardmodell der Teilchenphysik (SM) nahezu nicht existent ist. Wie aus postuliert masselosen Punktobjekten Masse und Raum werden, wird im SM nicht erklärt.

    Zur Orientierung: Das SM zielt darauf ab, Materie-Entstehung und Wechselwirkungen durch rein abstrakte mathematische Symmetrien (Eichsymmetrien mit ihren Eichgruppen) zu erfassen.

    Der mathematische Ansatz des Standardmodells der Teilchenphysik, geht von nulldimensionalen, masselosen Objekten aus und liefert offensichtlich keine Anbindung an die wahrnehmbare physikalische Realität in der Masse und Ausdehnung Fundamentaleigenschaften darstellen.

    Die Definition der Masse eines Teilchens bezieht sich im Rahmen des Standardmodells ausschließlich auf ihre kinematische Wirkung. Ihre Wirkung als Quelle eines Gravitationsfeldes bleibt unberücksichtigt, wie auch die Gravitationswechselwirkung die im Standardmodell nicht beschrieben werden kann.

    Alle »Materieteilchen« im Standardmodell sind postuliert Fermionen (Spinwert: ½) und werden durch vierkomponentige Spinoren beschrieben. Die vier Einträge entsprechen – grob gesagt – der Beschreibung von Teilchen und Antiteilchen mit jeweils zwei möglichen Spineinstellungen.

    Die euphemistische Nachkorrektur mittels Higgs-Mechanismus verleiht zwar im Denkmodell des SM Teilchen theoretisch Masse, nur wird erstens dadurch die ursprüngliche Formulierung “verletzt”, zweitens stimmt die Aussage, das der Higgs-Formalismus den Teilchen Masse gibt, gar nicht, da exemplarisch Quarks basierendes Proton und Neutron über das Higgs-Feld nur ungefähr 1% ihrer jeweiligen Massen erhalten und drittens die vermeintlichen massegebenden Terme gar keine Massenberechnung beinhalten. Die Massenwerte folgen hier nicht aus einer physikalischen Gleichung sondern müssen als freie Parameter bekannt sein. Das bedeutet, auch das „higgs-korrigierte“ Standardmodell der Teilchenphysik kann weder Masse(n) erklären und schon gar nicht berechnen. Die einzig der herrschenden Physik bekannte direkte Massen-Wechselwirkung, die Gravitation, kann das Standardmodell überhaupt nicht abbilden. Des Weiteren: Um die Fermionenmassen durch Kopplung der Fermionen an das Higgs-Feld zu erzeugen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die Massen der rechts- und linkshändigen Fermionen müssen gleich sein. Das Neutrino muß masselos bleiben. Diese Grundbedingung steht in einem eklatanten Widerspruch zu Neutrino-Oszillationen (Nobelpreis 2015), die zwingend Neutrinomassen voraussetzen.

    Die fehlende phänomenologische Begründung des SM zur Ausdehnung ist inhärent mit der fehlenden phänomenologischen Begründung der Masse im SM verbunden.

  21. #21 Krypto
    10. September 2019

    Danke, Alderamin!
    Sehr gut und verständlich geschrieben; ich kannte zwar die CCC-Grundidee, aber die Feinheiten sind mir bisher entgangen.

  22. #22 Wizzy
    11. September 2019

    Es hat aber nicht jedes von Penrose Universen ein ähnliches inneres Aussehen? Das Verhältnis der Wechselwirkungen zueinander bestimmt ja unsere alltägliche Materie – selbst auf anderen Zeit + Raumskalen gibt es dann z.B. keine Chemie mE.

  23. #23 Wizzy
    11. September 2019

    Universen=Äonen

  24. #24 anders
    12. September 2019

    Eine interessante Theorie/Hypothese. Nunja, mit den Ringen besteht zumindest theoretisch eine Falsifizierungsmöglichkeit was sie von reinen Spekulationen deutlich abhebt. Schlagende Argumente dagegen wurde offenbar noch nicht gefunden.

    Was ich mir durchaus vorstellen kann, ist, dass eine Reskalierung alles skaliert was auch die Möglichkeit aller möglichen physikalisch/chemischen Reaktionen umfasst.
    Probleme mit dem Renormierungsmechanismus bzw. der Reskalierung bzw. seiner Herleitung habe ich ansonsten auch: Ich kanns mir schlicht nicht vorstellen. Das gilt aber genauso für die Frage wie bzw. warum das Universum überhaupt seinen Anfang nahm wie wir ihn derzeit wahrnehmen.

  25. #25 Alderamin
    12. September 2019

    @Wizzy

    Es hat aber nicht jedes von Penrose Universen ein ähnliches inneres Aussehen? Das Verhältnis der Wechselwirkungen zueinander bestimmt ja unsere alltägliche Materie – selbst auf anderen Zeit + Raumskalen gibt es dann z.B. keine Chemie mE.

    Doch, die Penrose-Äonen sollen sich alle gleichen, weil die Reskalierung alles wieder reproduziert (wenn ich das richtig verstanden habe). Im Großen wiederholt sich das Kleine. Wäre jedenfalls die physikalische Interpretation – mathematisch arbeitet er ja mit der konformen Skala, auf der sich alles wiederholt. Aber die Skala sind ja nur Koordinaten, nichts Reales. Wenn das stimmen soll, dann muss das auch in anderen Koordinaten funktionieren.

  26. #26 Alderamin
    12. September 2019

    @anders

    Probleme mit dem Renormierungsmechanismus bzw. der Reskalierung bzw. seiner Herleitung habe ich ansonsten auch: Ich kanns mir schlicht nicht vorstellen.

    Geht mir (und offenbar den Gutachern seiner Arbeiten) genau so, aber daran zieht er sich im verlinkten Interview (Ref. [8]) dann hoch – das sei ja kein Argument. Aber er behauptet, also muss er auch belegen. Und diese Kreise, die er da gefunden haben will, sind nicht unumstritten und könnten, falls sie echt sind, auch andere Gründe haben. Gut, seine Simulationen haben sie im Standard-Modell nicht reproduziert, aber vielleicht gibt’s ja noch andere Effekte, die wir noch nicht kennen und die somit auch nicht simuliert wurden, die solche Ringe erzeugen könnten.

  27. #27 demolog
    12. September 2019

    Meine Erleuchtung ist wohl schon soweit und so erfüllend fortgeschritten, dass ich sogar solcherart Theorien und Lösungs-Konstrukte, die letztlich quasi vom Anfang und gleichzeitig vom Ende allen Seins handeln, und die, wie im Beitrag erwähnt, kaum wer zu denken willig ist, mit meinen eigendlich eher bescheidenen Fähigkeiten, mir irgendwie zusammendichten kann.

    Das lässt auch in anderer Hinsicht einiges vermuten lassen. Etwa, wie das so ist mit dem Geist und wie daraus unser Bewusstsein wird.

    Und was das so alles mit der Politik zu tun hat…undsoweiter…
    Manche Hinterfragung bestimmter Begebenheiten enthüllen geradezu fundamentale Bedingungen und Zusammenhänge. Und da so fundamental, daher kann man in alle Wirklichkeitsbereiche hineindeuten.
    Am Ende wird man dann Verschwöhrungstheoretiker genannt, weil ..

    … ja weil man irgendwie ein bischen zu sehr “erleuchtet” wurde.
    “Spinner” dieser Art kennt man ja auch aus anderen Zusammenhängen.

    Aber Penrose würde man ja nun nicht als “Spinner” bezeichnen, oder?
    Der Fehler muß dann wohl bei mir liegen.

    Übrigens:
    Jede Erleuchtung beginnt praktisch mit der Einsicht, das es doch wohl unverantwortbar ist, wie wir unsere Kinder behandeln. Siehe die gegenwärtig öfter vorkommenden schlagartigen “Sinneswandeln” sogar von Rapstars, die sodann plötzlich darüber sinnieren, wie Kinder allgemein so behandelt werden.

    Darüber hätte ich auch eine Theorie. Und wie es dann dazu kommt, das man plötzlich Krebs diagnostiziert bekommt. Oder eine andere Krankheit.

    Und weil ich neulich offenbar unerwartet auf einen seltsam kontraintuitiven Mechnanismus der menschlichen Psyche und Mentalität gekommen bin (der übrigens in der Popkultur angekommen ist: The Big Bang Theory – in der Folge, wo Scheldon will, dass ihm alle konsequent widersprechen). Seitdem bekomme ich auch keinen Widerspruch mehr in den Kommentaren. Sondern nur die Bekundung, dass man ja keine Ahnung hätte und deshalb nichts dazu sagen kann. Dummstellen neuerdings.

    Was, wie ich mich erinnere, vor langer Zeit schon ein subtiler Ratschlag war: Besser man stelle sich dumm, weil umgekehrt ginge es ja nicht, wenn dazu nicht das Knowhow hätte.

    Als Folge dieser Erkenntnis: der Strategiewechsel, weil man einen, der die Strategie vesteht, nicht mit der Strategie an der Nase herumführen kann. Und nun ist Behaviorismus dran, … der durch Funkwellen, die Energie in organisches Gewebe einbringen, sodass eine Verhaltensänderung so erzwungen werden kann.

    Die “große Freiheit” der neuen Welt/zeit ist somit eine Finte….ein großer Schwindel, der durch unbewusste Manipulation unterminiert wird.

    Und damit einhergehend: die Gefahr, dass dieser Funkwellen-Energieeintrag schwere Schäden erzeugt, die das Leben schwer beschädigen können. Mikrowellenwaffe in Infrastruktur eingebaut.

    Schöne, neue Welt. Um Gott zu bekämpfen, damit es keine Revolutionen mehr gibt, ist den Menschen alles recht.
    Denn in der Regel enden solche “Machtübernahmen” ja damit, dass einer wie Napoleon über Europa rast und alle alten Strukturen niederreisst. Mit Hitler war es ja genauso.
    Sorry für die Gleichstellung. Aber die Grundlagen sind es ja auch: gleich. Nur, was man daraus macht, kann variieren.

    Bedeutet das eigendlich, dass ein Hauptschüler, der fantastische Ahnungen hat, praktisch ein Abklatsch der Geistesgrößen sei, die sich so in der Welt als Autoritäten ihrer Disziplin (oder gar Primaten ihrer Art) andienen?

    Was Penrose und seine Theorien angeht: Ich habe ein Buch von ihm. Und vielleicht funktioniert es ja tatsächlich, dass man das Buch nur auf den Nachttisch zu liegen haben braucht, um zumindest den Grundgedanken der Inhalte daraus irgendwie “glauben” zu können, obwohl man das im Buch geschriebene so gar nicht verstanden hat.

    Man sieht es jeden Abend und jeden Morgen da liegen und damit ist das Priming perfekt.

    Es unter dem Kopfkissen liegen zu haben, hat da wohl eher den gegenteiligen Effekt: Es nervt, wenn man das Ding immer dann zu fassen bekommt, wenn man es am wenigsten will.
    Im Effekt wäre dann die Ablehnung des Inhaltes die Folge…mutmaßlich.

    Es bedeutet aber auch, das “Erleuchtung” die Erfüllung des Glaubenszwangs sei.

    Und niemand sich darüber wirklich freuen sollte, erleuchtet zu sein. Oder dazu gezungen zu sein.

  28. #28 Quanteder
    Bielefeld
    13. September 2019

    @demolog . . . .. „Fürchte dich nicht!“ Es kommt halt zusammen, was bereits seit Äonen zusammen hält.

  29. #29 demolog
    15. September 2019

    Quanteder
    Bielefeld
    13. September 2019

    [Edit Alderamin: Off topic; kann nicht erkennen, dass das Geschriebene noch in irgendeinem Zusammenhang mit dem Artikelthema hier steht.]

  30. #30 Alderamin
    17. September 2019

    @demolog

    Das ist hier ist hier Laberkasten sondern der Diskussionsbereich eines Artikels, das Thema ist Penroses Modell des Universums. Frei über jedes Thema reden kann man z.B. bei Florian Freistetter im Verschwörungsgeplauder.

  31. #31 Quanteder
    Bielefeld . . . ..
    18. September 2019

    #25 @Alderamin

    Aber die [konforme] Skala sind ja nur Koordinaten, nichts Reales.

    Penrose setzt Realität voraus. Das wir Realität durch, wie du beschreibst, durch nicht Reales beschreiben, ist nur ein Verständnisproblem. Ein Verständnisproblem welches uns das Penrose-Modell nur schwer verstehen lässt.
    Ich stelle mir eine Linie vor. Aus der mich umgebenden Realität habe ich gelernt, eine Linie in meine Realität (meine Vorstellungskraft) zu projizieren. Aus meiner Realität kann ich mittels eines Stiftes und eines Lineals eine Linie auf meinen Tisch zeichnen. Ein physikalischer Vorgang zwischen verschiedenen Realitäten.

  32. #32 Alderamin
    18. September 2019

    @Quanteder

    Penrose setzt Realität voraus. Das wir Realität durch, wie du beschreibst, durch nicht Reales beschreiben, ist nur ein Verständnisproblem. Ein Verständnisproblem welches uns das Penrose-Modell nur schwer verstehen lässt.

    Koordinaten sind eine Abstraktion der Realität, die jedem Ort ein Zahlentripel (oder Quadrupel, wenn die Zeit mit eingeht) zuweisen. Es gibt dafür unendlich viele Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile haben – z.B. kann ich auf der Erde Orte am besten in Polarkoordinaten angeben (geogr. Länge und Breite; den Radius lässt man für die Erdoberfläche weg) – es wäre alternativ möglich, cartesische (x-y-z) Koordinaten gemäß irgendwelcher Hauptrichtungen anzugeben, nur wäre das äußerst unpraktisch (die dadurch ermittelten Entfernungen wären geradlinig durch den Erdkörper berechnet und man müsste die genaue Form der Erd”kugel” berücksichtigen, die in Wahrheit gar keine Kugel ist).

    Besonders evident sind die verschiedenen Koordinatenwahlen bei einer Abbildung auf eine ebene Karte. So gibt es Projektionen, die die Pole nicht abbilden können und die Entfernungen in der Arktis total überzeichnen.

    Aber egal welche Koordinaten ich wähle, die Erde an sich ist immer die gleiche und sie hat Pole und die Entfernungen in der Arktis sind kürzer als auf vielen Karten. So verhält es sich auch mit Penroses konformen Koordinaten. In konformen Koordinaten sieht das Ende des Universums wie ein Urknall aus. Es ist aber dennoch ein kalter Endzustand auf völlig anderen Dimensionen als zu Beginn; er kann ja begründen, dass man ohne Maßstäbe und Uhren tatsächlich keinen Unterschied feststellen könnte und die Physik folglich selbstähnlich sein müsse. Dennoch wird das Universum nicht wirklich geschrumpft, nur die Sicht auf dasselbe. Die Wellenlänge irgendeines willkürlichen Photons wird über den Wechsel von einem Äon ins nächste immer länger werden, nie abrupt gekürzt. Das ist bei anderer Koordinatenwahl offensichtlich. Dem Weltall muss es egal sein, in welchen Koordinaten wir es darstellen.

    Nur so und nicht anders kann ich das Modell nachvollziehen.

  33. #33 Quanteder
    Bielefeld . . . ..
    19. September 2019

    #32 @Alderamin

    Dem Weltall muss es egal sein, in welchen Koordinaten wir es darstellen.

    Ein sehr persönlicher Bezug auf das Universum. Vielleicht eine Schlussfolgerung aus einer Selbstähnlichkeit von Physik?

  34. #34 Quanteder
    19. September 2019

    #32 @Alderamin

    Nur so und nicht anders kann ich das Modell nachvollziehen.

    Das schliesst ja die Möglichkeit ein, es anders sehen zu können. Nur eben nicht in dieser Person.
    Falls Physik Selbstähnlich wäre, wäre ihr die Person auch egal. Sie würde die Wahrheit des Universums auch in dieser Person zu Tage (ans Licht, öffentlich, spürbar … ) bringen. Dies gilt für alle Personen auf der Erde.
    Ich schliesse aus deiner Aussage, das die Anwesenheit von Menschen im Universum genug Raum und Zeit bietet, eine Selbstähnlichkeit von Physik zu beweisen.

  35. #35 Alderamin
    19. September 2019

    @Quanteder

    Dem Weltall muss es egal sein, in welchen Koordinaten wir es darstellen.

    Ein sehr persönlicher Bezug auf das Universum. Vielleicht eine Schlussfolgerung aus einer Selbstähnlichkeit von Physik?

    Nein, das ist einfach eine Folge davon, dass Koordinatensystem etwas von Menschen Erdachtes sind. Keine Menschen (oder denkende Aliens) -> keine Koordinaten. Aber sehr wohl Raumzeit und Objekte/Photonen darin.

  36. #36 Alderamin
    19. September 2019

    @Quanteder

    Das schliesst ja die Möglichkeit ein, es anders sehen zu können. Nur eben nicht in dieser Person.

    Diese Person versucht Penrose zu verstehen und in Einklang mit dem zu bringen, was sie über die Kosmologie weiß.

    Falls Physik Selbstähnlich wäre, wäre ihr die Person auch egal. Sie würde die Wahrheit des Universums auch in dieser Person zu Tage (ans Licht, öffentlich, spürbar … ) bringen. Dies gilt für alle Personen auf der Erde.

    Sicher. Mensch kann sich irren. Ich auch. Und Penrose.

    Ich schliesse aus deiner Aussage, das die Anwesenheit von Menschen im Universum genug Raum und Zeit bietet, eine Selbstähnlichkeit von Physik zu beweisen.

    Das habe ich nicht gesagt und es sind da durchaus Zweifel angebracht. Penrose hat nirgends gesagt, wie groß sein Universum am Ende des Äons sein soll (möglicherweise sogar unendlich, in konformen Koordinaten bleibt es dann trotzdem endlich und zeitlich begrenzt, aber in Wahrheit sind das Polstellen), jedenfalls muss es um einen riesigen Faktor (deutlich größer als 10100 größer sein als heute (wir reden über mindestens 10100 Jahre und die Expansion beschleunigt sich). Wie sollen wir jemals belegen, dass auf dieser Dimension (und in konformen Zeiträumen) so etwas wie Elementarteilchen entstehen können?

    Penrose hat lediglich seine mutmaßlichen Kreise in der Hintergrundstrahlung, die ein Indiz sein könnten. Für einen Beweis reicht das sicher nicht (Beweise gibt’s in der Physik eigentlich sowieso nicht, aber auch für die Anerkennung der Theorie als plausible Erklärung ist das ziemlich dünn).

  37. #37 Quanteder
    20. September 2019

    #35 @Alderamin

    Nein, das ist einfach eine Folge davon, dass Koordinatensystem etwas von Menschen Erdachtes sind. Keine Menschen (oder denkende Aliens) -> keine Koordinaten. Aber sehr wohl Raumzeit und Objekte/Photonen darin.

    „Erdachtes“ steht ja nicht ausserhalb des Universums/Äon. Meine erdachte Linie aus #31 ist ja auch eine Folge aus der Realität eines Äon-Physik (Raumzeit, Objekte/Photonen), eines Äon-Chemie (Raumzeit, Objekte), eines Äon-Biologie (Raumzeit, Objekte) und einem Äon-Mathematik (Raumzeit, Objekte).
    Ich habe die Realität um mich herum abstrahiert, das Penrose-Modell hergenommen und vertikal zusammengeschoben und erhalte 3 ineinander geschobene reale Zylinder und 1 „nichtrealen“ Zylinder, welche per Draufsicht die von Penrose gefundenen Ringe darstellen.
    Meine Schlussfolgerung: der Mensch ist dem Universum selbstähnlich, eine Summe von Real+Unreal = 1

  38. #38 Quanteder
    20. September 2019

    #36 @Alderamin

    Wie sollen wir jemals belegen, dass auf dieser Dimension (und in konformen Zeiträumen) so etwas wie Elementarteilchen entstehen können?

    Wir nehmen dafür die selbstähnliche, geschrumpfte Kopie des Universums, den/die Menschen auf der Erde und setzen beide ins Verhältnis zum ∞Universum.
    Der zweite Teil meines Gedankens, eine erdachte, unrealistisch Linie auf einem Tisch zur Realität werden zu lassen, entspräche folglich die unrealen, erdachten Ideen von Menschen in ihren zu Reälität werdenden Bewegungen zu beobachten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden uns helfen Dunkle Materie und Dunkle Energie besser zu verstehen und werden herausfinden wie Elementarteilchen entstehen können 🙂

  39. #39 rolak
    22. September 2019

    Beim mal-wieder-in-die-Abos-gucken fand sich etwas passendes (für mich) Neues und die Erinnerung an Gesehenes.

  40. #40 Alderamin
    22. September 2019

    @rolak

    Danke für die Links. Wobei, so wie’s Dir mit Podcasts geht, geht’s mir mit langen Videos … 😉