Clavel und ihre Kollegen haben dieses Lichtecho detailliert analysiert und konnten dabei herausfinden, dass die beiden Strahlungsausbrüche des schwarzen Lochs während der letzten paar hundert Jahre stattgefunden haben muss (soll heißen: die Strahlung die nicht an den Wolken zu uns reflektiert worden ist und auf direktem Weg zu uns kam, hat die Erde schon vor ein paar hundert Jahren passiert). Es gab zwei unterschiedliche Strahlungsausbrüche (und das ist das erste Mal, das man zwei solche Ereignisse gleichzeitig beobachtet). Das schwarze Loch hat also mindestens zweimal irgendetwas verschluckt. Ob das nun ein “frischer” Stern war oder diverse andere Gas- oder Trümmerteile die das schwarze Loch schon länger umkreist haben, lässt sich aus den Aufnahmen noch nicht sagen. Dazu muss man mehr Daten sammeln und die Angelegenheit genauer analysieren.

Die bisherigen Aufnahmen gibt es hier noch mal als Video zusammengefasst:

Ich finde ich diese Art von Untersuchung höchst beeindruckend. Ein Echo zu hören ist für uns nicht weiter bemerkenswert. Aber im Weltall können wir die Echos vergangener Ereignisse sehen!

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Kommentare (3)

  1. #1 Kallewirsch
    7. November 2013

    Es ist schon erstaunlich was heutzutage alles geht. In meiner Jugend wurde noch über Black Holes spekuliert, Cygnus X1 war der erste heiße Kandidat, und heute können wir sagen, wann das BH in den letzten paar hundert Jahren was vorgeworfen bekam (ich will absichtlich den Begriff einsaugen vermeiden).

    Ich bin ja schon höllisch neugierig, wie es mit der G2-Wolke in den nächsten Jahren weiter geht und die ersten realen Filme auftauchen. Bisher gibt es ja nur Simulationen. Ob wohl in den Daten tatsächlich ein schwarzes Loch auftaucht, an dessen Rand die Strahlung abrupt verschwindet? 🙂 So wie ich mir das eben naiv vorstelle 🙂

  2. #2 Alderamin
    7. November 2013

    @Kallewirsch

    Ausser mit dem Event-Horizon-Radioteleskop-Array kann man nicht annähernd die Gegend um das Schwarze Loch auflösen.

    Man wird vor allem die Röntgenstrahlung von Sgr A* nachweisen können, falls Material hineinfällt.

    Anscheinend ist die Spitze der Wolke schon durch den nächsten Punkt zum Schwarzen Loch (“Peribothron”) durch und auf dem Rückweg. Seitdem nichts neues.

    http://www.skyandtelescope.com/community/skyblog/newsblog/Snack-Starts-Swinging-Around-Black-Hole-216778081.html

  3. #3 Jaque de Roek
    10. November 2013

    @Kallewirsch
    > wann das BH in den letzten paar hundert Jahren was vorgeworfen bekam (ich will absichtlich den Begriff einsaugen vermeiden)

    Einsaugen impliziert zwar eine falsche Vorstellung des Vorgangs, aber deine passive Formulierung lässt mir die Nackenhaare eher stramm stehen, denn sie unterstützt unterschwellig eine Personifikation von Kausalvorgängen zu einer Gottesvorstellung, oder wenigstens einen Schicksalsglauben.

    You feel me, bro?