Ich lese gerne Bücher über die Geschichte der Astronomie. Und da stößt man natürlich sehr oft auf diverse Astronomen, über die man mehr erfahren will. Meistens findet sich dann auch irgendwo eine Biografie mit weiterführenden Informationen. Es sei denn, der Astronom ist eine Astronomin. Denn auch die findet man in der Wissenschaftsgeschichte immer wieder und sie sind leider lange nicht so prominent wie ihre männlichen Kollegen. Ich hatte eigentlich vor, das Jahr 2015 für eine monatliche Serie über Astronominnen zu nutzen und wollte eigentlich für jeden Monat eine entsprechende Biografie auswählen und vorstellen. Aber leider habe ich feststellen müssen, dass es auf dem Buchmarkt sehr wenige biografische Bücher über Astronominnen gibt. Ich wollte mich ursprünglich auf deutschsprachige Ausgaben, die im normalen Handel erhältlich sind beschränken – aber nach ein wenig Recherche war ich froh, wenn ich überhaupt Bücher gefunden habe! Ich hoffe, es reicht am Ende für eine monatliche Serie; ein paar Bücher konnte ich dann doch noch auftreiben. Aber wenn ihr noch entsprechende Vorschläge habt, dann sagt bitte Bescheid!

In den bisherigen Teilen dieser Serie habe ich Frauen vorgestellt, die alle enorm wichtige Arbeit geleistet haben. Und alle mussten damit Leben, dass ihre Arbeit nicht die Anerkennung gefunden hat, die sie verdient gehabt hätte. Keine von ihnen wurde mit dem bedeutendsten Preis der Wissenschaft ausgezeichnet: dem Nobelpreis. Bei einigen von ihnen lag das auch daran, dass der Preis zu ihren Lebzeiten noch nicht existierte. Andere, wie Lise Meitner, wurden schlicht und einfach übergangen.

Es gab bis heute überhaupt nur zwei Frauen, die einen Physik-Nobelpreis bekommen haben. Die erste kennt jeder: Marie Curie ist zu Recht berühmt und gehört zu den wenigen Menschen, die zwei Nobelpreise in unterschiedlichen Disziplinen bekommen haben. Aber nachdem Curie 1903 als erste Frau ausgezeichnet wurde, hat es 60 Jahre gedauert, bevor wieder eine Physikerin für ihre Arbeit geehrt wurde. Den Namen dieser zweiten Physik-Nobelpreisträgerin werden vermutlich die wenigsten kennen: Maria Goeppert-Mayer.

Maria Goeppert-Mayer (Bild: Public Domain)

Maria Goeppert-Mayer (Bild: Public Domain)

Aber auch wenn Goeppert-Mayer den Nobelpreis bekommen hat, hatte sie wie ihre Kolleginnen in den Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor mit der Diskriminierung zu kämpfen, unter der die Frauen in der Wissenschaft auch heute immer noch leiden. Wenn auch nicht mehr ganz so stark wie Goeppert-Mayer: Sie bekam erst im Alter von 53 Jahren eine bezahlte Stelle an einer Universität, obwohl sie ihr ganzes Leben lang als Wissenschaftlerin gearbeitet hatte.

Aber von Anfang an: Maria Goeppert wurde 1906 in Oberschlesien geboren, übersiedelte mit ihren Eltern aber schon bald nach Göttingen. Ihr Vater war Kinderarzt und auch Goepperts Großvater, Urgroßvater und Ururugroßvater waren Universitätsprofessoren. Maria wuchs also in einer Familie auf, in der wissenschaftliche Arbeit und das Universitätsleben seit Generationen verankert war und ihr Vater ging ganz selbstverständlich davon aus, dass auch Maria diese Tradition fortsetzen würde und förderte sie sein ganzes Leben lang. Maria interessierte sich sehr für Mathematik, aber entschied sich dann später doch, ihre Doktorarbeit in der Physik zu schreiben. Der Weg dahin war allerdings schwierig. Es war zwar damals nicht mehr unmöglich, als Frau an einer deutschen Universität zu studieren und zu promovieren, aber Maria musste mehr Hürden überwinden als ihre männlichen Kollegen. Das schaffte sie aber problemlos und im Jahr 1930 schloss sie ihre Doktorarbeit zum Thema “Über Elementarakte mit zwei Quantensprüngen” unter der Betreuung des berühmten Max Born ab.

Im gleichen Jahr übersiedelte sie in die USA. Sie hatte in den Jahren zuvor den Physiker/Chemiker Joe Mayer kennengelernt, als der bei einem Besuch an der Uni Göttingen im Haus der Familie Goeppert zu Gast war. Die verliebten sich und auch Joe war froh, eine Frau gefunden zu haben, die wie er selbst von der Wissenschaft fasziniert war. In den USA arbeitete sie zuerst an der John-Hopkins-Universität und dann an der Columbia University. Sie hielt Vorlesungen, forschte und machte all das, was ihre männlichen Kollegen auch machten. Nur bezahlt wurde sie nie dafür… Zu Beginn ihrer Arbeit an der John-Hopkins-Universität wurden ihr nur ein 200 Dollar pro Jahr angeboten und auch nicht für ihre wissenschaftliche Arbeit sondern für die Hilfe bei der Übersetzung deutscher Texte. Das war ca. ein Zehntel des Gehalts, das ein männlicher Forscher an ihrer Stelle bekommen hätte und selbst diese Bezahlung wollte die Uni einsparen, bevor sie durch Proteste von Goeppert-Mayers Kollegen daran gehindert wurde.

Nachdem ihr Mann Joe zur Columbia University wechselte, wurde die Lage für Maria noch unangenehmer. Sie bekam nun gar kein Gehalt mehr und wurde von der Uni überhaupt nicht in irgendeiner offiziellen Form anerkannt. Sie hatte erst kurz zuvor gemeinsam mit ihrem Mann ein Lehrbuch über statistische Physik fertiggestellt und wollte eigentlich ihren akademischen Arbeitsplatz neben ihrem Namen als Autorin angeben. Ihr Kollege, der Nobelpreisträger Harold Urey setzte sich bei der Universität dafür ein, ihr wenigstens eine unbezahlte Stelle ohne irgendwelche weiteren Rechte zu geben, damit sie zumindest offiziell zur Fakultät der Columbia Universität gehören würde. Aber auch das wurde abgelehnt…

An Goeppert-Mayers Arbeit war man aber weiterhin interessiert. Sie beschäftigte sich mit Quantenmechanik und der Theorie von Atomen und ihren Isotopen. Das wurde besonders relevant, als die USA in den 1940er Jahren begannen, die erste Atombombe zu bauen. Maria war beim Atomwaffenprogramm beschäftigt – später auch in leitender Funktion; war allerdings selbst nie sehr erfreut darüber, an diesem Projekt mitarbeiten zu müssen und war erschüttert, dass die USA die Waffe tatsächlich einsetzten.

Nach dem Krieg nutzte ihr die Arbeit beim Atomprogramm aber nicht viel. Als Joe Mayer einen neuen Job an der Universität von Chicago bekam, wurde sie zwar ebenfalls angestellt, aber wieder einmal ohne Bezahlung. Erst 1953 bekam sie eine offizielle und bezahlte Professorenstelle und erfüllte damit endlich ihren und den Wunsch ihres Vaters, die Familientradition der Goeppert-Professoren fortzusetzen.

In Chicago arbeitete sie mit Edward Teller und Enrico Fermi zusammen. Besonders Fermi inspirierte sie zu der Forschung, auf der sie ihre größten Erfolge feiern sollte. Es ging um die sogenannten magischen Zahlen: Bestimmte Atome sind besonders stabil und daher im Universum auch häufiger als andere (zum Beispiel Helium, Sauerstoff, Blei oder Zinn). All diese Atomkerne hatten eine bestimmte Zahl an Neutronen oder Protonen: die “magischen Zahlen”. Aber warum das so war, wusste damals niemand.

Warum sind die Elemente so wie sie sind? Maria Goeppert-Mayer hat dazu beigetragen, das zu verstehen. (Bild: Public Domain)

Warum sind die Elemente so wie sie sind? Maria Goeppert-Mayer hat dazu beigetragen, das zu verstehen. (Bild: Public Domain)

Bei einem Gespräch mit Fermi hatte Goeppert-Mayer aber eine spontane Eingebung, mit der sich das Phänomen erklären ist. Sie verstand, dass es mit der sogenannten “Spin-Orbit-Kopplung” zu tun haben musste. Anschaulich erklärte sie ihre Idee so: Wenn Paare in einem Tanzsaal tanzen, dann drehen sie sich einerseits um sich selbst, andererseits aber auch alle gemeinsam im Kreis herum durch den Saal selbst. Wenn sich alle genau auf die richtige Art und Weise und koordiniert bewegen, dann haben viel mehr Paare Platz als wenn sie irgendwie tanzen würden. Die magischen Zahlen der Kernteilchen in den Atomen entsprechen also einem Ring tanzender Paare, der maximal dicht besetzt ist und der deswegen auch viel stabiler gegenüber äußeren Störungen ist. Diese Erklärung der magischen Zahlen war nicht nur an sich bemerkenswert, sondern außerdem auch noch eine Bestätigung für das Schalenmodell der Kernphysik, das erst durch Goeppert-Mayers Arbeit richtig verstanden werden konnte (nicht zu verwechseln übrigens mit dem Schalenmodell zur Beschreibung von Elektronen in der Hülle von Atomen).

Und damit ist auch klar, wieso die Physikerin Maria Goeppert-Mayer in meiner Serie über Frauen in der Astronomie absolut passend aufgehoben ist. Wenn man Sterne verstehen will, dann muss man zwangsläufig auch verstehen, wie die Atomkerne aufgebaut sind. Denn Sterne erzeugen ihre Energie, in dem sie durch Kernfusion genau diesen inneren Aufbau verändern. Wenn sie bei Supernova-Explosionen ihr Leben beenden, dann finden kernphysikalische Prozesse statt, die ohne Goeppert-Mayers Arbeit nicht verstanden werden könnten. Und so weiter – die Astronomie beschäftigt sich zwar meist mit den großen Dingen im Universum. Aber um die zu verstehen, muss man eben auch Ahnung von den kleinsten Objekten haben!

Im Jahr 1960 übersiedelte das Ehepaar Mayer nach La Jolla in Kalifornien, wo sie beide eine volle Professorenstelle bekamen. Und im Jahr 1963 folgte der größte Triumph in Goeppert-Mayers Karriere: Gemeinsam mit Hans Jensen, mit dem Goeppert-Mayer das Schalenmodell des Atomkerns ausführlich ausgearbeitet hatte und Eugene Wigner bekam sie den Physik-Nobelpreis. Sie war die zweite Frau, der das gelang und die erste theoretische Physikerin (Und wie berichteten die Zeitungen? Mit Schlagzeilen wie “Mutter aus La Jolla gewinnt Nobelpreis”).

Goeppert-Mayer genoss die Preisverleihung in Schweden, stellte aber fest: “Zu meiner Überraschung war den Preis zu gewinnen nicht halb so aufregend wie es war die wissenschaftliche Arbeit zu machen.”. Goeppert-Mayer starb 1973 an einem Herzinfarkt und sie war bis heute die letzte Frau, die einen Physik-Nobelpreis bekommen hat…

goeppner

Angesichts der Bedeutung ihrer Arbeit ist es eigentlich kaum verständlich, dass ihr Name heute in der Öffentlichkeit so unbekannt ist. Aber dieses Phänomen ist leider nicht überraschend – bei den bisher in meiner Serie behandelten Frauen war es ja nicht anders. Aber zumindest gibt es über Goeppert-Mayers Leben wenigstens ein paar Bücher. Ich habe “Maria Goeppert Mayer: Physicist”* von Joseph Ferry gelesen. Das kurze Werk ist leider nicht recht billig, aber es fast das Leben der Physikerin gut und verständlich zusammen und geht besonders auf die Schwierigkeiten ein, mit denen Goeppert-Mayer als Frau in der Naturwissenschaft zu kämpfen hatte. Es gibt auch ein deutsches Buch: “Der letzte Physiknobelpreis für eine Frau? Maria Goeppert Mayer: Eine Göttingerin erobert die Atomkerne: Nobelpreis 1963. Zum 50. Jubiläum”* von Daniela Wuensch, das allerdings noch teurer und derzeit nur gebraucht erhältlich ist. Es soll aber laut Verlag Ende 2015 eine neue und überarbeitete Auflage des Buchs erscheinen, die man auch schon vorbestellen kann (was ich getan habe und davon berichten werde, wenn ich das Buch gelesen habe).

Ich bin ja momentan in Lindau bei der Tagung der Nobelpreisträger. Dort werde ich sicher jede Menge interessante Leute treffen. Aber Physik-Nobelpreisträgerinnen werden nicht dabei sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich das bald ändert. Denn es hat definitiv mehr als nur zwei Frauen gegeben, die es verdient hätten, diese Auszeichnung verliehen zu bekommen!

*Affiliate-Links

Kommentare (41)

  1. #1 Ilse
    28. Juni 2015

    Unglaublich, mit welcher Zähigkeit und wohl auch Geduld sich hochintelligente Frauen gegen (männliche?) Ignoranz beweisen mussten und wohl auf vielen Gebieten immer noch müssen.
    Danke für die interessante Buchbesprechung. Macht Lust auf Lektüre, werde das Buch auch vorbestellen.

  2. #2 Ludger
    28. Juni 2015

    Florian Freistetter:

    […] Sie hielt Vorlesungen, forschte und machte all das, was ihre männlichen Kollegen auch machten. Nur bezahlt wurde sie nie dafür… Zu Beginn ihrer Arbeit an der John-Hopkins-Universität wurden ihr nur ein 200 Dollar pro Jahr angeboten und auch nicht für ihre wissenschaftliche Arbeit sondern für die Hilfe bei der Übersetzung deutscher Texte.

    Dafür gab es einen (jedenfalls offiziellen) Grund:

    Dort lehrte sie an den Universitäten, an denen ihr Mann tätig war, jedoch verhinderten es die strengen Regeln gegen den Nepotismus lange, daß sie eine Anstellung erhielt.

    [Hervorhebung durch mich]
    Zitat aus : Weidenmüller, Hans, “Mayer, Maria, geborene Göppert” in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 549 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn119155680.html
    (Der Link stand in der deutschsprachigen Wikipedia.)

  3. #3 Florian Freistetter
    28. Juni 2015

    @Ludger: “rhinderten es die strengen Regeln gegen den Nepotismus lange, daß sie eine Anstellung erhielt. “

    So mega-streng können die auch nicht gewesen sein. Denn als Mayer ne Stelle in Kalifornien angeboten bekam wollte ihre Uni sie mit einem höheren Gehalt bei sich behalten und schuf die Regel kurzerhand ab…

  4. #4 Artur57
    28. Juni 2015

    Jetzt bin ich ein ganz klein wenig irritiert. Nach Wikipedia beginnt die Reihe der magischen Nukleide mit 2 8 20 28, hingegen hier mit 6 14 28. Wie das?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Magische_Zahl_%28Physik%29#Stabilit.C3.A4tseigenschaften

    Also mir gefallen Florians Zahlen besser. Kleines Geplänkel am Sonntagmorgen: was wäre denn eine Konstellation, bei der alle Protonen denselben Abstand zu allen Nachbarn haben? Richtig, das sind die platonischen Körper. Nun ist 6 gerade die Eckenzahl des Oktaeders und 14 die Summe der Ecken, wenn man dem Oktaeder einen dazu dualen Würfel mit 8 Ecken einbeschreibt .

    Womit ich nichts gesagt haben will und auch nicht, wie stets vermutet, das Wissenschaftsgebäude zum Einsturz bringen will.

  5. #5 T
    28. Juni 2015

    Die Bildunterschrift ist falsch: “Maria Goeppner-Mayer”

  6. #6 Ludger
    28. Juni 2015

    @ Florian #3
    Deswegen habe ich die Begründung eingeschränkt mit “(jedenfalls offiziellen)”. Man hätte ja als Maßnahme gegen Nepotismus auch Maria Goeppert-Mayer mit Gehalt einstellen können und ihren Ehemann gratis arbeiten lassen. Die Realitätsferne dieses Gedankens demonstriert, dass die Nepotismusverhinderung nur ein Vorwand war.

  7. #7 T
    28. Juni 2015

    Und im Text taucht der Fehler auch einige Male auf.

  8. #8 Florian Freistetter
    28. Juni 2015

    @T: Danke. Da ist mir der Name einer persönlichen Bekannten in die gedankliche Quere gekommen…

  9. #9 Bjoern
    28. Juni 2015

    @Florian:
    Ich muss mich Artur57 anschließen – die Abbildung ist wohl falsch. Die richtigen magischen Zahlen fangen mit 2, 8, 28 an, nicht mit 6, 14, 28.

    Und übrigens sagt man im Deutschen meist “Spin-Bahn-Kopplung”, nicht “Spin-Orbit-Kopplung”. 😉

    Zum Artikel: Unglaublich, dass es seit über 50 Jahren keine Physiknobelpreisträgerin gegeben hat! :-( Vlt. schafft es ja Lisa Randall…?

  10. #10 Florian Freistetter
    28. Juni 2015

    Bjoern: “Vlt. schafft es ja Lisa Randall…?”

    Hmm. Die hat zwar gute Arbeit gemacht, aber der ganze Stringtheorie-Kram ist leider nicht nobelgerecht. Nobelpreise gibts nur für Hypothesen die durch Beobachtungen bestätigt worden sind. Sonst hätte ja schon Hawking längst einen kriegen können (und Higgs nicht so lange warten müssen).

    Vera Rubin wäre aber zB eine passende Kandidatin.

  11. #11 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @Bjoern, Arthur57:
    Es scheint tatsächlich Diskrepanzen in den Angaben der Magischen Zahlen zu geben, zumindest innerhalb der Wikipedia. Jüngere Angaben geben wohl eher 2, 8, 20, 28… an, ältere die 6 und die 14, besonders auf Diagrammen, wie dem von Florian gezeigten. Bei Angaben außerhalb der Wikipedia scheint es an einigen Stellen so, als seien Angaben des Wikipedia-Artikels einfach übernommen worden.

    Möglicherweise beruhen die älteren Zahlen auf weiter zurückliegenden Untersuchungen und geben heute faktisch einige “Nebenmaxima” an, während die neueren Zahlen hoffentlich aktuelle Maxima der zugrunde liegenden Anregungsenergien zeigen. Auch ist mir unklar, ob die magischen Protonenzahlen dieselben sind wie die magischen Neutronenzahlen, denn z.B. auffällig ist doch der notwendige Neutronenüberschuss bei stabilen Isotopen in höheren Ordnungszahlen. Derartiges ist Kommentatoren in Wikipedia-Diskussionen auch schon aufgefallen.

    @Arthur57 #4: Es ist ja schön, wenn man Bezüge zu Platonischen Körpern findet; das ist anderen ebenso schon aufgefallen. Es nützt nur nicht viel, wenn man nicht zeigen kann, warum das sinnvoll sein soll bzw. warum es mehr als ein Zufall ist. Die Anzahlen von Elektronen im Schalenmodell haben auch eine gewisse Ähnlichkeit, und hier wäre der Bezug schon ein wenig naheliegender.

  12. #12 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @Florian: Was mich mal interessieren würde, wäre eine andere Minderheitengruppe neben den unterrepräsentierten Frauen unter den Physiknobelpreisträgern. Nämlich der Anteil der homosexuell veranlagten (männlichen) Preisträger, soweit überhaupt bekannt. Vermutlich ist der Duktus unter den Wissenschaftlern in so einem Fall auch heute noch konservativ, also faktisch eher verschweigend.

    Andererseits sind einige Preisträger bekannt, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzen, wie Literaturpreisträger Mario Vargs Llosa. Oder angeblich betroffen sind oder waren, wie Thomas Mann. Angeblich und unbestätigt seien Homosexuelle sogar erfolgreicher im Beruf (hieß es irgendwo). Interessant wäre es also, einmal Zahlen zu kennen und einen Vergleich mit der Durchschnittsbevölkerung anstellen zu können.

  13. #13 dgbrt
    28. Juni 2015

    Ich kann’s nicht lassen: Bei Higgs hat eine Messreihe gereicht. Auch wenn nur das CERN das messen kann, in den USA hat man in den 1990 Jahren die Mittel für ähnliche Beschleuniger gestrichen, dann sollte das CERN diese Messungen heute wenigstens nochmal bestätigen können.

    Ich finde es aber darüber hinaus sehr interessant, wie hier Frauen in den Vordergrund gestellt werden. Außer Lise Meitner und Marie Curie kennt man diese Frauen tatsächlich nicht; und das selbst, wenn die einen Nobel-Preis bekommen haben.

    Danke für diese tollen Recherchen.

  14. #14 Jens
    28. Juni 2015

    Spin-Orbit-Resonanz gibt es ja in Planetensystemen auch. Beispielsweise bewegt sich Merkur in einer 2:3 Resonanz während 2 Sonnenumläufen 3 x um seine Achse. Wie aber kann man sich so eine Resonanz in Atomkernen vorstellen? Bewegen sich hier die Protonen bzw. Neutronen auf Bahnen um das Zentrum des Atomkerns und rotieren dabei in einem ganzzahligen Verhältnis um ihre eigene Achse?

  15. #15 PDP10
    28. Juni 2015

    @dgbrt:

    “Außer Lise Meitner und Marie Curie kennt man diese Frauen tatsächlich nicht; und das selbst, wenn die einen Nobel-Preis bekommen haben. “

    Und Lise Meitner hat, wie Florian schon geschrieben hat, nicht mal einen bekommen.
    Den hat nur Otto Hahn bekommen, obwohl Meitners theoretische Arbeiten dem ganzen (der Kernspaltung) erst die revolutionäre Erklärung geliefert haben – und damit die eigentliche Entdeckung waren …

  16. #16 dgbrt
    28. Juni 2015

    @PDP10:
    Ja, Lise Meitner hat wie viele Frauen einfach nur die Arbeit gemacht. Deswegen sind die Recherchen, die Florian hier betreibt, besonders interessant.

    Einstein war Frauen gegenüber ein (S)chwein. Und ohne Milena (oder so ähnlich) hätte er niemals seine Theorien entwickeln können. Ohne das ganze Thema zu vertiefen, aber was wäre aus Albert E. ohne seine Frauen geworden???

  17. #17 Bjoern
    28. Juni 2015

    @dgbrt: “Bei Higgs hat eine Messreihe gereicht. Auch wenn nur das CERN das messen kann, in den USA hat man in den 1990 Jahren die Mittel für ähnliche Beschleuniger gestrichen, dann sollte das CERN diese Messungen heute wenigstens nochmal bestätigen können.”

    Das ist so nicht richtig: Am CERN hat man _zwei_ Messreihen gemacht – also effektiv _gibt_ es die von dir geforderte Bestätigung schon.

    Die Messungen wurden nämlich _unabhängig_ voneinander _gleichzeitig_ an zwei verschiedenen Detektoren gemacht: CMS und ATLAS.

    Und als offiziell wurde die Entdeckung erst anerkannt, als beide Detektoren unabhängig voneinander eine Abweichung von 5 sigma erreicht hatten.

  18. #18 Bjoern
    28. Juni 2015

    @Braunschweiger: In meiner Karlsruher Nuklidkarte (die ist zwar auch nicht mehr die neueste, aber auch nicht gerade uralt) finden sich jedenfalls auch die 2, 8, 20, 28, …

    ” Auch ist mir unklar, ob die magischen Protonenzahlen dieselben sind wie die magischen Neutronenzahlen, …”

    Soweit ich mich ans Studium erinnere, gibt es bei höheren Zahlen Abweichungen.

  19. #19 phunc
    28. Juni 2015

    Alte Lehrbücher haben bereits die Zahlen 2,8,20,28,50,82,126 als magische Zahlen angegeben, so zB im Lieser (Einführung in die Kernchemie, 1967) oder im Friedlander (Nuclear and Radiochemistey, 1981).

    2009 wurde eine Publikation zum 50-jährigen Bestehen der Karlsruher Nuklidkarte veröffentlicht (http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10967-009-0334-x). Darin ist sowohl eine Grafik enthalten, die die magischen Zahlen 2,8,20,… nochmal darstellt, sowie ein Verweis darauf, dass derweil neue Zahlen hinzugekommen sind. Allerdings bezieht sich das auf Bereiche der Nuklidkarte in denen besonders neutronenreiche Kerne vorliegen. Neue magische Zahlen wären also zB 16 oder 34, aber eben nur in speziellen Fällen. Auch in diesen Publikationen wird auf ältere Literatur verwiesen, so zB auf ein Paper von Maria Goeppert Mayer (http://dx.doi.org/10.1103/PhysRev.75.1969) aus dem Jahr 1949.

    Die Zahlen 6 und 14 sind hier nicht erwähnt. Entweder hat der Ersteller dieser Grafik sich auf Informationen berufen die nicht korrekt sind, eventuell ist ihm ein Fehler unterlaufen oder er wollte mit den Zahlen 6 und 14 etwas anderes ausdrücken. Gewiss ist, dass 6 und 14 keine magischen Zahlen sind und alle Informationen dazu vermutlich dadurch zustande gekommen sind, dass Leute diese Angaben einfach übernommen haben ohne sie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

  20. #20 Florian Freistetter
    28. Juni 2015

    @phunc: Ich habe (vielleicht fälschlicherweise) vertraut, dass die Grafik von Wikipedia korrekt ist. Wissenschaftliche Fehler verschwinden dort meist schnell. Kennt jemand ein freies Bild, das korrekt ist?

  21. #21 phunc
    28. Juni 2015

    @Florian

    Kein Problem. Ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass dort fehlerhafte Abbildungen unkommentiert weiter verwendet werden.

    Kenne aber leider keine Grafik, die du alternativ benutzen könntest.

  22. #22 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @Bjoern, phunc: Magische Zahlen

    Klingt vernünftig. — Die im Artikel oben gezeigte Karte/Tabelle und eine ähnliche gespiegelte in der Wikipedia haben keine Beschriftung bzgl. “magischer Zahlen”, und so gehe ich mal davon aus, dass ein anderes Phänomen dazu geführt hat, dass auch ein paar gleiche Zahlen dort stehen. Der Zusammenhang mit Florians Artikel war zumindest diesbezüglich etwas irreführend.

  23. #23 dgbrt
    28. Juni 2015

    Wir sollten hier nicht über Magische Zahlen reden, die ja auch wohl etwas esoterisch sind, sonder über Frauen, die mindestens genauso magisch waren oder noch sind.

    Und ich muss mich korrigieren, die erste Ehefrau von A. E. war
    Mileva Marić. Sie war eine Kommilitonin am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich und später seine erste Ehefrau. Marić war die erste Serbin und eine der ersten Frauen überhaupt, die ein Mathematik- und Physikstudium absolvierten.

    Später bekam sie dann den Erlös des Nobel-Preises von 1919, wie A. E. versprochen hatte; aber was aus dieser hochintelligenten Frau später geworden ist unbekannt. Und es gab da ein Kind, das müsste doch auch Einstein mit Nachnamen heißen…

    Aber vielleicht war diese Frau stark genug, um dieses Kapitel ihrer Vergangenheit zu löschen.

    Wer war der größere Macho zu der Zeit:
    Charlie Chaplin oder Albert Einstein?

    Ohne Frauen wären beide nur ein NICHTS in der Geschichte.

    Und auch heute werden Frauen doch nur über ihre Frisur definiert. Ich bin kein Fan von Angie, aber besser als Helmut Kohl macht die das allemal. Und die hat erfolgreich ein Physikstudium abgeschossen…

  24. #24 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @Florian #20: Diese Karte hier vom Wikipedia-Artikel “Magische Zahl (Physik)”. :-)
    Wenn auch Thema leicht verfehlt…

  25. #25 Braunschweiger
    28. Juni 2015

    @dgbrt: Magische Zahlen sind nicht esoterisch, sondern ziemlich gut definiert. Siehe Wikipedia.

    Die meisten Männer werden erst durch ihre Frauen emotional stabilisiert, und umgekehrt. Allgemeiner noch tut fast jedem Menschen ein passender Partner recht gut. Nicht erwähnt wird oft, weil auch schlecht dokumentiert, wann Menschen ihren Partnern etwas freiwillig geben, quasi aus Liebe geholfen haben. Geächtet werden sollte bloß, wenn Menschen ausgebeutet, ausgenutzt und beklaut werden, und es eben nicht freiwillig war.

    Charles Chaplin war das größere Arschloch, das ist aber bei vielen Erfolgsmenschen so. Siehe Bill Gates, Steve Jobs, …. (endlose Liste)

  26. #26 PDP10
    28. Juni 2015

    @dgbrt:

    “Und ohne Milena (oder so ähnlich) hätte er niemals seine Theorien entwickeln können. Ohne das ganze Thema zu vertiefen, aber was wäre aus Albert E. ohne seine Frauen geworden???”

    Die Dame heisst Mileva Maric.

    Ich weiss nicht viel über ihr Leben und ihre Arbeit aber so wie es aussieht, hat Albert sich ihr gegenüber nicht gerade sehr fein verhalten.
    Dass sie Einstein bei seiner Arbeit entscheidend unterstützt hat ist jedoch eine Legende:

    http://www.zeit.de/1990/47/keine-mutter-der-relativitaetstheorie

    (Eine Legende, die gerne immer wieder mal im Sommerloch von den Boulevarmedien durchgehechelt wird – vielleicht hält sie sich deswegen so hartnäckig … )

  27. #27 Florian Freistetter
    28. Juni 2015

    @pdp10: ” ist jedoch eine Legende”

    Genauso wie die Legende, das Einstein keine Mathematik konnte und sich deswegen helfen lassen musste. Was er tatsächlich damals nicht hatte, war das Wissen über die (zu der Zeit noch relativ neue) Riemannsche Methode zur Beschreibung gekrümmter Flächen. Aber die hat er dann halt mit Hilfe von Kollegen gelernt (wie man das halt so macht als Wissenschaftler – da muss man immer ständig neuen Kram und neue Methoden lernen).

  28. #28 PDP10
    28. Juni 2015

    @Florian:

    “Genauso wie die Legende, das Einstein keine Mathematik konnte”

    Jep! Und die kommt daher, dass irgendein unbedarfter Journalist mal Einsteins Abschlusszeugnis aus der Schule gesehen hat und darauf waren halt nur Sechsen …

    Allerdings war das ein Schweizer Zeugnis.
    Und die haben nun mal ein umgekehrtes Notensystem …

  29. #29 dgbrt
    28. Juni 2015

    @PDP10:
    Es ist wohl immer noch ein Geheimnis, wie die Schulnuten in der Schweiz damals gepolt waren. Und eine Sechs in RELIGION hat der wohl nicht bekommen,

    Und zurück zu dem Tenor hier: Er brauchte eine Große Frau an seiner Seite; und die kennt niemand!!!

  30. #30 Bjoern
    28. Juni 2015

    @Jens (sorry, habe deine Frage jetzt erst gesehen):

    In Atomkernen gibt es keine Spin-Orbit-Resonanz, sondern nur eine Spin-Bahn-Kopplung.

    Und das bedeutet, dass sich das Elektron (das man sich wegen seines magnetischen Moments als eine Art winzigen Magneten vorstellen kann), in dem Magnetfeld ausrichtet, das durch seine Bahnbewegung entsteht.Je nach Ausrichtung und je nach Bahn kann das zu einer Energiesteigerung oder -verminderung führen.
    (stark vereinfacht ausgedrückt!)

  31. #31 Florian Freistetter
    29. Juni 2015

    @dgbrt: “Und zurück zu dem Tenor hier: Er brauchte eine Große Frau an seiner Seite; und die kennt niemand!!!”

    Wozu genau hat er die – und noch dazu mit drei Ausrufezeichen – gebraucht?

  32. #32 Karla Kolumna
    29. Juni 2015

    @dgbrt: “Und zurück zu dem Tenor hier: Er brauchte eine Große Frau an seiner Seite; und die kennt niemand!!!”

    Wozu genau hat er die – und noch dazu mit drei Ausrufezeichen – gebraucht?

    Und wozu genau muss immer eine (große) Frau an der Seite oder hinter einem Mann stehen um ihm zu Erfolg zu verhelfen?!
    Es ist sicherlich so, dass einige männliche Erfolge eigentlich weibliche Erfolge sind,da (diese) Frauen keine Loby haben/hatten, aber ich schätze man kann bei den meisten doch anerkennen, dass sie selber die Ideen hatten.

    Ein Partner (Mann, Frau, Hund, Katze, Nilpferd, Marsianer, Harvey, Volleyball) verhalf sicher den meisten zu einem seelischen Ausgleich den sie für ihre Arbeit benötigten.
    Aber das hat glaube ich wenig mit dem Mann-Frau-Ding zu tun um das es meistens geht wenn jemand sagt “hinter einem großen Mann steht eine starke Frau”.
    Zusätzlich gibt es sicher genug, die gerade keinen Partner als Ausgleich benötigen. Da ist die Frau im Hintergrund bloß die namenlose Kraft die die Unordnung beseitigt damit das Gesundheitsamt nicht auf der Matte steht.

  33. #33 definition
    29. Juni 2015

    Was ich mich bei der ganzen Biografie frage, ist wovon Maria Goeppert-Mayer denn überhaupt gelebt hat, wenn sie Jahre lang für ihre Forschung nicht entlohnt wurde? Ich nehme mal an, ihre Eltern und später ihr Mann haben genug Geld verdient.
    Ich kann mir das irgendwie garnicht vorstellen, über mehrere Jahre ohne Bezahlung Spitzenforschung zu betreiben.

  34. #34 Uli
    29. Juni 2015

    Nun, zumindest die ESA hat sie nicht vergessen und darum ist direkt in der Nähe zum ESA ESOC in Darmstadt eine Strasse nach ihr benannt.
    Kam mir gleich so bekannt vor, der Name… 😉

  35. #35 hampel
    2. Juli 2015

    @dgbrt

    Es ist kein Geheimnis. Schweizer benutzen dieses System auch immer noch.
    Religion war nicht auf seinem Abschlusszeugnis ausgewiesen.

  36. #36 Franjo Schiller
    Mönchengladbach
    2. Juli 2015

    Lise Meitner ohne Nobelpreis – Kann der auch posthum verliehen werden?

  37. #37 PDP10
    3. Juli 2015

    @Franjo Schiller:

    “Lise Meitner ohne Nobelpreis – Kann der auch posthum verliehen werden?”

    Nein. Das schliessen die Statuten der Stiftung – also im Grunde das Testament von Alfred Nobel – aus.

    Nobel wollte damit sicher stellen, dass aktuelle Forschung, die die Menschheit weiter bringt, geehrt wird – und dass das ganze nicht zu einem Gedenkpreis wird.

  38. #38 PDP10
    3. Juli 2015

    @Franjo Schiller:

    Nachtrag:

    Und natürlich wollte er auch vor allem lebende Forscherinnen und Forscher ehren, damit die Geld von der Stiftung bekommen um weiter forschen zu können …

  39. #39 Franz
    3. Juli 2015

    Persönlich frage ich mich ja oft nach dem tatsächlichen Grund warum Frauen in der Wissenschaft nur am Rande mitspielen. An der Intelligenz liegts sicher nicht wenn man sich die Schulleistungen so ansieht, Ist es wirklich nur männlicher Territorialanspruch ? Das erscheint mir zu wenig. Unsere Firma sucht z.B: weibliche Techniker, aber es finden sich keine. Oder ist es ein Netzwerkproblem so wie bei den diversen Aufsichtsräten, wo man Frauen per Quote reindrücken will, wo aber auch Männer keine Chance haben wenn sie nicht im Netzwerk sind. Interessiert Frauen die Thematik Wissenschaft nicht ? Wurde das mal unabhängig analysiert ? Vielleicht liegst auch daran (Achtung Sarkasmus), dass Frauen eher der Nachbarin glauben als einer wissenschaftlichen Analyse.

  40. #40 Karla Kolumna
    3. Juli 2015

    @ Franz Persönlich frage ich mich ja oft nach dem tatsächlichen Grund warum Frauen in der Wissenschaft nur am Rande mitspielen.

    Ich glaube es ist eine Mischung aus allem.
    Ich kann nicht beurteilen wie wichtig es ist, aber ich glaube die meisten Mädchen und Frauen erleben selten Frauen als direkte Vorbilder in “Wissenschaft und Technik” (um es mal pauschal zusammenzufassen).

    Die Berufs- und Studienwahl ist unbestreitbar damit verknüpft was man als Kind oder Jugendlicher kennengelernt hat. Wie soll man auch einen eher exotischen Beruf ergreifen, wenn man bis dato nichts von dessen Existenz wusste. Das gilt in meinen Augen für Mädchen wie für Jungen.
    Und vielleicht ist es dann noch nötig jemanden kennenzulernen oder zu erleben mit dem man sich identifizieren kann, um sich in dem Beruf auch zu sehen.

    Ich glaube solche Frauen wie Florian sie hier in seinen Artikeln vorstellt sind sehr gute Vorbilder, aber ich glaube auch dass sie “zu weit weg” sind um Frauen und Mädchen direkt zu berühren.

    Wie sehr die durch die Gesellschaft transportierten Rollen (Frauen sind für Fürsorge-Berufe da) da wirklich eine Rolle spielt kann ich nicht beurteilen, aber ich schätze schon dass die Sprüche die auch ich mir anhören durfte (Mädchen sind fast immer schlecht in Mathe) jemandem der auf der Kippe steht zwischen verschiedenen Interessen die Waagschale ein wenig zur Seite rücken…

    Was die Wissenschaft als Job angeht, kann ich für mich sagen dass es definitiv nicht an meinem Geschlecht oder meiner Rollenvorstellung liegt, dass ich dort abgebrochen habe.
    Während des Studiums war die Wissenschaft mein Ziel, das lag mir. Ich wollte nicht reproduzieren, ich wollte aktiv mitwirken an der Wissenschaft und Technik.
    Aber die Arbeitsbedingungen wie ich sie in meiner kurzen Zeit erlebt habe, entsprechen einfach nicht meinem Sicherheitsbedürfnis das ich in einem Job brauche (Halbjahresverträge und Co) und die enge Struktur in der man sich Platz für Innovationen erkämpfen muss hat mich frustriert.
    Man produziert am Ende doch irgendwie für einen Auftraggeber unter festen Rahmenbedingungen mit zu wenig Budget, zu wenig Zeit, zu vielen Überstunden und hat Angst um seinen Job.
    Ich wollte nicht nach vielen Jahren aus dem Wissenschaftsbetrieb gekickt werden weil es nicht für eine Professur reicht und keine unbefristeten Stellen für die Leute darunter da sind. Mehrfach “entwurzelt” worden sein und eventuell sogar die Familienplanung aufgegeben haben.

    Aber das wird Männern wie Frauen so gehen und nicht der Grund für Frauenarmut in dem Bereich sein.

  41. #41 AndreasP
    13. August 2017

    Kleinigkeit, aber ein leider häufiger Fehler: Der Hopkins und seine Universität heißen nicht John, sondern Johns. “Johns Hopkins University”, also auf Deutsch Johns-Hopkins-Universität.