…so kann man zumindest auf der Webseite des U.S. Senate Committee on Environment and Public Works lesen. Der als IPCC-Kritiker bekannte US-Senator James Inhofe will den Inhalt der Erklärung und die Liste der Unterzeichner in den nächsten 24 Stunden veröffentlichen.

Vorab gibt es einige Auszüge aus den angekündigten Statements der “650 Wissenschaftler” zu lesen. Der eine oder andere bekannte Name ist in der Tat dabei – und die wenigen von Inhofe freigegebenen Zitate sind keine angenehme Lektüre:

“Global warming has become a new religion.”

Ivar Giaever, Physiker, Nobelpreisträger (1973)

“Warming fears are the worst scientific scandal in the history. When people come to know what the truth is, they will feel deceived by science and scientists.”

Kiminori Itoh, Chemiker, ehemals IPCC, jetzt Autor eines Klimaskeptik-Buches

“It is a blatant lie put forth in the media that makes it seem there is only a fringe of scientists who don’t buy into anthropogenic global warming.”

Stanley B. Goldberg, Meteorologe, NOAA

“Even doubling or tripling the amount of carbon dioxide will virtually have little impact, as water vapour and water condensed on particles as clouds dominate the worldwide scene and always will.”

Geoffrey G. Duffy, Geologe, University of Auckland

[Das ist im Grunde ein schon so lange aus dem Weg geräumtes Argument, dass ich den passenden Gegenartikel gleich mal mit verlinke.]

“For how many years must the planet cool before we begin to understand that the planet is not warming? For how many years must cooling go on?”

David Gee, Geologe, ehemaliger Professor der Uppsala-Universität (heute Rentner)

“The global warming scaremongering has its justification in the fact that it is something that generates funds.”

Eduardo Tonni, Paläontologe, Universität von La Plata, ehemals IPCC

Und so weiter und so fort… Hinweise auf belastbare Argumente lassen sich in den veröffentlichten Zitaten praktisch nicht finden, lediglich Angriffe auf das IPCC und die Klimaforscher-Gemeinde, verknüpft mit den bekannten Verschwörungstheorien (“Das machen die alles nur, um Forschungsgelder einstecken zu können”).

Spätestens morgen soll der Inhofe-Bericht veröffentlicht werden, der angeblich auch peer-rewiewte Studien beinhalten soll, die belegen, dass der aktuelle Erwärmungstrend zu 50% von Sonnenaktivitäten bestimmt wird, eine im Grunde längst verworfene Theorie der Skeptiker-Gemeinde. Da fragt man sich, wie das mit dem peer review funktioniert haben soll, denn offenbar sind die Studien noch in keiner Fachzeitschrift erschienen…

Was können wir da also erwarten? Eine Luftblase mit den bekannten zwanzig bis dreißig Skeptikern aus dem wissenschaftlichen Bereich, aufgefüllt mit unbekannten Namen und nicht-autorisierten Nennungen? Oder tatsächlich mehr als 600 ernst zu nehmende Unterschriften universitärer Forscher?

Der Kommentarbereich ist für Spekulationen geöffnet…

Kommentare (24)

  1. #1 David Marjanović
    11. Dezember 2008

    <gähn>

    Imhofe und seine Realitätsverweigerer sind nur noch Unterhaltung, so wie fstdt.com (“Fundies say the darndest things”).

  2. #2 Christian Reinboth
    11. Dezember 2008

    @David Marjanović: Wenns nur von Inhofe allein wäre, würde sich das Warten gar nicht erst lohnen. Da aber noch andere mit dabei sind (von Giaver war mir beispielsweise noch nicht bekannt, dass er sich zu den “Skeptikern” zählt)… Ich bin bloss mal gespannt, wie das mit der “peer-reviewten” Forschung zum Sonneneinfluss laufen soll, die ja noch nirgendwo erschienen ist. Und ein Senatsbericht bietet sich für eine bahnbrechende wissenschaftliche Erstveröffentlichung wohl kaum an…

  3. #3 Arnulf
    11. Dezember 2008

    Dass Giaever sich gern als Klimaskeptiker aufspielt (und seine Argumente aus einer schnellen Google-Recherche bezieht), hat er ja bereits während der Nobeltagung in Lindau bewiesen.
    Und unter Skeptikern macht derzeit dieses GRL-Paper zum Sonneneinfluss die Runde (ohne dass ich es jetzt selbst gelesen hätte).

  4. #4 Ludmila
    11. Dezember 2008

    Das ist doch nur wieder der alte Versuch mit Autorität statt mit Argumenten zu punkten.

    650 Wissenschaftler soll sich wohl nach total viel anhören. Aber mal ehrlich. Angesichts der Zahl der Forscher weltweit, die das Gegenteil sagen und das auch belegen können, sind 650 prozentual weit unter dem Promille-Bereich anzusehen und dienen keinesfalls als Beleg für einen ernsthaften Diskurs. Insbesondere wenn man sich angesichts der Belege so in Schweigen hüllt.

  5. #5 Rincewind
    12. Dezember 2008

    @ Ludmilla: Dem Argument “per Autorität” das Argument “per Mehrheit” entgegenzusetzen ist jetzt aber auch nicht besonders wissenschaftlich.

  6. #6 student_b
    12. Dezember 2008

    http://scienceblogs.com/deltoid/2008/12/650_international_scientists_e.php?utm_source=mostactive&utm_medium=link

    und

    http://climateprogress.org/2008/12/11/inhofe-morano-recycles-long-debunked-denier-talking-points-will-the-media-be-fooled-again/

    are both good reads about those lists (in English of course).

    Wichtigster Punkt scheint zu sein, dass diese Liste einfach aus einer alten Listen von 400 Namen besteht der nun 250 neue hinzugefügt wurden. Die alte Liste von Inhofe war schon relativ schräg (wer dort alles zum Klimawissenschaftler erklärt wurde…), die neue scheint nicht besser (oder weniger lustig) zu sein.

  7. #7 Christian Reinboth
    12. Dezember 2008

    @student_b: Och nee – das ist bloss nochmal die gleiche Liste vom letzten Jahr. Die mit den Fernseh-Wetteransagern und den Unternehmensberatern? 😀 Da hatte ich nach dem Intro mit Giaver aber schon mehr erwartet…

  8. #8 Christian Reinboth
    12. Dezember 2008

    Sehe gerade, dass der Bericht inzwischen auf der Webseite steht:

    http://epw.senate.gov/public/index.cfm?FuseAction=Files.View&FileStore_id=37283205-c4eb-4523-b1d3-c6e8faf14e84

    Werd ihn mir mal herunterladen und die Liste studieren.

  9. #9 RainbowNet-Blog
    12. Dezember 2008

    Leider macht diese “Erklärung” bereits seit einigen Wochen hierzulande die Runde in Blogs und Klimaskeptiker-Websites. Ein paar Minuten Recherche würden aufzeigen, dass es sich bei dieser Website um eine PR-Organisation der Republikaner handelt, die offenbar ein kleines Green-Washing für G.W.Bush inszenieren. Es dürfte nur eine Frage von Tagen oder Wochen sein, bis Spiegel und Konsorten auch auf diesen Zug aufspringen, so wie es bereits beim “Great Global Warming Swindle” Schund-Video geschah.

  10. #10 Christian Reinboth
    12. Dezember 2008

    @RainbowNet-Blog: Die Kapriolen von Inhofe sind zu Genüge bekannt. Auf der Liste (inzwischen konnte ich sie schon mal überfliegen) finden sich in der Tat viele Namen aus dem letzten Jahr, so dass es scheinbar doch nur wieder eine Neuauflage zu sein scheint.

    Die angekündigte wissenschaftliche Studie, die angeblich den Zusammenhang zwischen Sonnenzyklen und Klimawandel beweisen soll, habe ich auch noch nicht gefunden (231 Seiten sind aber auch viel Lesestoff). Lediglich einen obskuren Verweis auf ein offenbar neuerschienenes Buch aus Norwegen (“Solar Max”):

    http://www.solarmax.no/Hjem.html

    Also entweder es findet sich noch mehr oder aber jemand aus Inhofes Stab hat nicht verstanden, was der Begriff “peer review” bedeutet…

  11. #11 sil
    12. Dezember 2008

    Zitat Cristian Reinboth:
    nicht verstanden, was der Begriff “peer review” bedeutet…

    Da fällt mir doch gleich einer dazu ein:
    Pee reviewed

  12. #12 Ludmila
    12. Dezember 2008

    @Rincewind: Eigentlich verwenden wir als Wissenschaftler ständig das “Argument der Mehrheit”, wenn man mal ganz ehrlich ist. Aber eben nur als ein Argument von vielen.

    Als Fachfremden bleibt einem eigentlich nur verschiedene Möglichkeiten übrig, um zu prüfen, ob die Arbeit sinnvoll ist:

    1. Man schaut, ob das, was man versteht, dem eigenen Spezialwissen widerspricht.
    2. Man schaut, was die Autoren sonst noch so publiziert haben und ob es zusammenpasst.
    3. Man sucht nach Gegenstimmen und unterzieht die derselben Prüfung wie Punkt 1 und 2.
    4. Man schaut sich an, zu welcher Idee mehr publiziert wurde, da wir davon ausgehen, dass gute zutreffende Ideen sich gut weiterspinnen lassen können, während falsche Ideen sich als Sackgasse erweisen. Im Grunde ist Punkt 4 ein Argument nach Mehrheit, weil man die detaillierten Argumente nicht wirklich nachvollziehen kann.

  13. #13 RainbowNet-Blog
    12. Dezember 2008

    @Ludmila: genau das müssten Fachfremde (wie ich) tun, aber leider tun das viele nicht. Man braucht wirklich nur ein paar Google Anfragen um zu sehen, dass Leute wie beispielsweise der gute Singer zu “Instututen” gehört, die von Exxon finanziert werden und dass derselbe Singer früher für die Tabakindustrie genau dieselbe Desinformation betrieb. Aber der Mensch ist leider oft so, dass er nichts hinterfragt, was ihm genehm ist. So haben sogenannte Klimaskeptiker ein leichtes Spiel. Ein paar wirre Unsicherheiten streuen und schon sind alle glücklich und sagten den Klimawandel ab. Es muss natürlich nicht immer die Mehrheit Recht haben, aber wenn eine Minderheit grösstenteils aus Lobbyisten besteht, sollte man den Denkapparat doch irgendwann einschalten.

  14. #14 Sven Türpe
    12. Dezember 2008

    Wenn man den Denkapparat einschaltet, wird einem zuerst auffallen, dass der nicht weiter ausgeführte Vorwurf “irgendwie mit Exxon in Verbindung zu bringen” nichts anderes ist als ein Streuen wirrer Unsicherheiten. Wann genau hat eigentlich die Verschwörungstheorie Eingang in den Kanon wissenschaftlichen Argumentierens gefunden und welches Glaubenbekenntnis legt ab, wer Exxon ohne weitere Begründung für den Inbegriff des Bösen hält?

    Leider wird man gerade in (Netz-)Debatten, in denen es ums Klima geht, weit öfter mit solchem Nonsens konfrontiert als mit gelassen vorgetragenen inhaltlichen Argumenten. Das ist verständlich, sind solche Debatten doch im Kern politisch und eine politische Einstellung, die sich auf die Wissenschaft beruft, ist dadurch noch lange nicht dasselbe wie die Wissenschaft selbst, ja nicht einmal unbedingt im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist aber auch ärgerlich, denn wenn man nicht höllisch aufpasst, gerät man in die Versuchung, mit dem offenkundigen Nonsens auch gleich noch ein Stück Wissenschaft abzulehnen — um die es eigentlich überhaupt nicht geht.

  15. #15 Rincewind
    12. Dezember 2008

    @RainbowNet-Blog: Mir geht dieses ewige Gebashe von Wissenschaftlern, die angeblich gekauft sind und damit völlig unglaubwürdig, sowas auf die Nerven. Es ist eine armselige Argumentation.Wäre es nicht etwas sinnvoller, mal auf das zu achten, was sie überhaupt sagen?
    Wissen Sie überhaupt, wer Fred Singer ist? Er hat als einer der ersten überhaupt auf die Problematik von CO2 und Methan hingewiesen.

    Ich erlaube mir, einen kleinen Lebenslauf Singers hier reinzukopieren von jemandem, dem vermutlich dieses Singer-Gebashe ebenso auf den Nerv ging, und sich mal etwas intensiver mit ihm befasst hat:
    ——————————-

    Siegfried Frederick Singer wurde am 27.09.1924 in Wien geboren. Über seine Kindheit habe ich nichts gefunden, das ist in diesem Zusammenhang auch unwichtig. Seine akademische Ausbildung erhielt er an der Ohio State University (Elektroingenieur) und an der Princeton University (Physiker).

    Sein ursprüngliches Fachgebiet war die „Physik der Atmosphäre“ (so heißt diese physikalische Teildisziplin in Deutschland) – es ist im Prinzip das das grundlegende Fachgebiet der heutigen Klimaforschung (und wohl zu unterscheiden von der Klimatologie als einer Disziplin der klassischen Meteorologie). Es ist zu bemerken, daß man bis heute „Klimaforschung“ an keiner deutschen Universität studieren kann, Klimaforscher im engeren Sinne sind eben Meteorologen, Physiker, Chemiker, Biologen, Geologen, Geographen und ihrer entsprechenden Teildisziplinen und Verknüpfungen wie Ozeanologen (Rahmstorf), Geophysiker, Astrophysiker, Biochemiker, Klimatologen usw..

    Im zweiten Weltkrieg (von 1944 bis 1946) war Singer für die US Navy tätig, er hat am Bau der ersten elektronischen Rechenmaschinen mitgewirkt.

    Von 1946 bis 1950 arbeitete Singer als Forscher am Höhenforschungsprogramm der Johns Hopkins Universität mit. Dieses fand auf Basis modifizierter V2-Raketen, die von der Gruppe „eingemeindeter“ deutscher Raketenbauer unter Wernher von Braun in White Sands gestartet wurden, statt. Singers Themen waren die Kosmische Strahlung, das Ozon in der Hochatmosphäre und der Aufbau der Ionosphäre.

    Von 1950 bis 1953 war Singer als Beobachter für das US Office of Naval Research in London und berichtete über die europäischen Forschungsanstrengungen in Kernphysik, Astrophysik und Geophysik.

    Von 1953 bis 1962 war Singer Direktor des Zentrums für Atmosphären- und Astrophysik sowie Professor für Physik an der Universität Maryland. Seine Arbeitsschwerpunkte aus dieser Zeit lauteten Raketentechnik, Satellitentechnik, Fernerkundung, kosmische Strahlung, Strahlungsgürtel, die Magnetosphäre, der Mond, Meteoriten und die Allgemeine Relativitätstheorie.

    Von 1962 bis 1964 war Singer der erste Direktor des Zentrums der USA für Wettersatelliten, zugeordnet damals dem Wirtschaftsministerium, seine Tätigkeit umfaßte u.a. den Aufbau eines Datenmanagementsystems für Fernerkundungsdaten von Satelliten.

    Von 1964 bis 1967 war Singer Dekan der Schule für Umweltwissenschaften und Planetenphysik an der Universität von Miami, er hat insbesondere den Ausbau des ozeanographischen Institutes vorangetrieben und dort die Fachbereiche für Atmosphärenphysik und Geophysik gegründet.

    Von 1967 bis 1970 arbeitete er als Forscher für das US Innenministerium auf den Gebieten Atmosphärenphysik und Ozeanologie.

    Von 1970 bis 1971 arbeitete er in der Leitungsebene der US Umweltschutzbehörde, dabei forschte er insbesondere auf dem Gebiet des Umwelteinflusses von Überschallflugzeugen.

    Von 1971 bis 1994 war er Professor für Umweltwissenschaften an der Universität von Virginia. Seine Forschungsthemen umfaßten den sauren Regen, den Treibhauseffekt, die Wirkungen von Ozon, den Einfluß des Bevölkerungswachstums auf die Umwelt und Fragen der Öl- und Energieversorgung.

    Parallel dazu:

    * von 1987 bis 1989 Chefwissenschaftler des US Verkehrsministeriums (Themen: GPS und Luftverkehrsmanagement)
    * von 1989 bis 1994 Professor am Institut für Astrophysik in Gainesville (Themen: Weltraumschrott und interplanetare Materie)

    Seit 1989 ist er Direktor und Präsident des “Science and Environmental Policy Project”, einer unabhängigen Nonprofit-Organisation in Form einer Stiftung, die ich als klassischen Think Tank an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bezeichnen würde.

    Weiterhin arbeitet er seit 1994 als Professor am Institut für Humanwissenschaften der George Mason Universität.

    Hinzu treten eine ganze Reihe von Gastprofessuren an diversen Universitäten, die ich hier nicht mehr im einzelnen aufführen möchte. Auch in diesen spiegelt sich die Bandbreite dieses Mannes wieder, Klimawandel, Umweltwissenschaften, Atmosphärenphysik, Raumfahrt, Energieversorgung – alles Themen, die er auch bei seinen Gastaufenthalten abdeckte.

    Bei dieser beeindruckenden Fülle an Positionen bleiben diverse Auszeichnungen nicht aus. Singer selbst führt im Internet eine Liste von 12 Auszeichnungen an, behauptet aber, diese wäre nicht vollständig. Die wichtigsten aus meiner Sicht sind die Goldmedaille des US Wirtschaftsministeriums für die Entwicklung und das Management von Wettersatelliten und die Wissenschaftsmedaille der Britischen Gesellschaft für die interplanetare Raumfahrt (Singer war deren erster Träger). Singer ist Mitglied in zahlreichen internationalen wissenschaftlichen Gremien und Vereinigungen, denen man nur auf Einladung beitreten kann, hat eine Ehrendoktorwürde der Universität von Ohio sowie Auszeichnungen der NASA und des Präsidenten (Eisenhower) erhalten.

    Als seine wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse können geltend gemacht werden:

    * erste Messungen der kosmischen Strahlung (Singer ist Mitentdecker der kosmischen Strahlung) und des Ozongehaltes der Hochatmosphäre (1947-1950)
    * Entdeckung elektrischer Strömungen in der Ionosphäre (1949)
    * erste Berechnungen des Alters von Meteoriten (1952)
    * Vorhersage des später entdeckten Strahlungsgürtels um die Erde (van-Allen-Gürtel) (1956)
    * Theorien zum Ursprung des Mondes und der Marsmonde Phobos und Deimos (Einfangtheorien, aller Wahrscheinlichkeit nach aber unterdessen für den Mond widerlegt) (1966)
    * Erste Berechnung des Anstieges von Methan in der Atmosphäre und seiner Effekte in der Stratosphäre auf Basis des Bevölkerungswachstums, diese grundlegende Arbeit hat in der Debatte über das Ozonloch in der Tat eine wichtige Rolle gespielt und ist bis heute grundlegend für die Modellierung des Treibhauseffektes (1971)

    Daneben hat Singer eine Vielzahl an Satelliten und Raketen entworfen und auch ökonomisch im Bereich der Entwicklung der Ölpreise gearbeitet. Fred Singer hat 17 Fach- und populärwissenschaftliche Bücher geschrieben, von denen sich 10 explizit den Themenkomplexen Klima und Umwelt widmen. Er hat mehr als 200 wissenschaftliche Facharbeiten in den gängigen Journalen (peer-reviewed) veröffentlicht. Hinzu treten mehr als 200 allgemeine Veröffentlichungen in Publikumszeitschriften und –zeitungen.

    Singer hat Zeit seines Lebens Beratertätigkeiten wahrgenommen, für diverse US Präsidenten ebenso, wie für diverse Ministerien und die Gouverneure diverser Bundesstaaten. Er hat für die NASA und andere Bundesbehörden gearbeitet. Und ja, er hat auch intensiv mit Unternehmen aus der freien Wirtschaft zusammengearbeitet – und das macht er bis heute. Zu den Unternehmen, für die er Forschungsarbeiten und Studien durchführt und durchgeführt hat, zählen General Electric, Ford, General Motors, EXXON, Shell, Lockheed, McDonnell-Douglas und IBM.

    Gesondert zu erwähnen ist das Buch “Global Effects of Environmental Pollution” (1970), das Singer gemeinsam mit Roger Revelle verfaßte. Letzterer gilt als einer der ersten Wissenschaftler, der auf den zunehmenden CO2-Gehalt der Atmosphäre und einen möglichen sich verstärkenden Treibhauseffekt hinwies. Das besagte Buch war demzufolge auch die erste Veröffentlichung dieser Art, die den Treibhauseffekt beinhaltete.

  16. #16 Georg Hoffmann
    13. Dezember 2008

    @Rincewind
    “Das besagte Buch war demzufolge auch die erste Veröffentlichung dieser Art, die den Treibhauseffekt beinhaltete.”
    Bei weitem nicht. Das ist alles deutlich aelter.
    Siehe etwa hier:
    http://www.aip.org/history/climate/co2.htm
    Singer war nie in irgendeiner auch nur peripher relevanten Weise mit dem Thema CO2 und Methan und/oder Treibhauseffekt beschaeftigt. In den letzten 25 Jahren hat er genau eine Rang A Veroeffentlichung zum Thema, als dritter Co-Autor.
    Fuer Singer gilt mehr noch als fuer viele andere, was Naomi Oreskes auf den Punkt brachte:
    Alternde ehemalige Wissenschaftsstars im erbitterten Kampf um Aufmerksamkeit. (Sie sagte das ueber Dyson Freeman und Claude Allegre, aber Singer passt auch ganz gut.

  17. #17 Martin Landhirt
    15. Dezember 2008

    Lösungen finden sich im Ursprung. Sehnt man sich auf das Urpotenzial. Also der Gesamtkörper, das Universum. Stellt man fest, das alles erschaffene aus Atomen besteht. Welches ist der grösste manipulative Faktor von Intellektuellen Menschen geschaffene? Denken sie immer daran, die Wahrheit ist immer einfach. Es sind unserer effizentesten Energie versorger. Die Kernkraftwerke. Beim spalten des Atoms wird ein ureigenes erschaffe entzweit. Also wir kratzen am Schöpfungsbild. Welches weder durch die Wissenschaft und der Religion verstanden wird. Die Entdeckung und die Forschung führen nicht auf dieselben Interessengemeinschaften zurück. Die Ursprung idee dieses Gefüges, das in den 20jahren enstanden ist kommt Walter Russel zu gute. Wissenschatler des 19-Jahrhundert. Er warnte vor seinem Ableben diese Intellektuellen Intressensgeinschaften eindringlichst vor Klimaerwärmung durch Kerntrennung. Leider ging kein verständis hervor. Gier, die verherlichung des Egos, haben uns das eingebrockt. Es gibt diese Universalen Denkmodele, niedergeschrieben von dem Edecker, Walter Russel. Er fand die Isotope, Uridium und Urium.

  18. #18 David Marjanović
    16. Dezember 2008

    Inhofe: less honest than the Discovery Institute

    Das klingt nach emotionaler Übertreibung. Aber schockierenderweise stimmt es. Bei der “Dissent from Darwinism”-Liste muss man wenigstens selbst unterschreiben; Inhofe (…nicht Imhofe… ups…) setzt einen einfach so auf seine Liste, wenn er meint, was man sagt, ließe sich in seinem Sinn interpretieren. Und wenn man dann protestiert, ignoriert er das einfach. Außerdem sind es nur 604, nicht “mehr als 650”, wenn man die doppelten Einträge nur einmal zählt.

    Klimaerwärmung durch Kerntrennung.

    WTF.

    Er fand die Isotope, Uridium und Urium.

    Erstens sind das nicht “die Isotope”; wenn es sie gäbe, wären sie Elemente. Zweitens gibt es sie nicht.

    (Und drittens schreibt man Russell immer mit Doppel-L… aber wenigstens existieren dann Leute, die so heißen…)

  19. #19 David Marjanović
    16. Dezember 2008

    Hier ein besonders krasses Beispiel von Inhofes Unehrlichkeit: gutes altes quote-mining.

  20. #20 Ebel
    18. Dezember 2008

    Wetter und Klima haben viele Ansatzpunkte. Dabei kann der eine oder andere Faktor den einen oder anderen Faktor zeitweise überlagern. Um zu schlüssigen Aussagen zu kommen ist die Theorie gefragt – und hier hapert es auf beiden Seiten: diejenigen, die den Treibhauseffekt bejahen sagen etwa pauschal: “Ihr müßt unseren Rechenmodellen glauben” und die Klimaskeptiker: “Was interessieren irgendwelche nicht nachvollziehbaren Rechenmodelle, die Tatsachen sprechen eine andere Sprache”. Dabei sind Tatsachen so und so zu interpretieren, je nach dem wie man was heranzieht. “Nichts ist praktischer als eine gute Theorie” http://www2.tu-berlin.de/foreign-relations/archiv/tui50_51/mueller.pdf
    oder Einstein: “Eine gute Theorie zeichne sich dadurch aus, daß sie hinsichtlich der physikalischen Beweisführung mit einer geringen Zahl von Postulaten auskomme.” http://www.katharinen.ingolstadt.de/…instein.htm

    Und solange immer mit der Absorption die “Beweisführung” geschieht, kann diese Theorie nicht überzeugend sein, denn in der Troposphäre ist der Temperaturgradient nicht durch die Strahlungsbilanz gegeben, sondern durch gasdynamische Prozesse – und die Emission aus den Treibhausgasen ist größer als die Absorption. Der Treibhauseffekt ist nur verständlich mit den Änderungen am oberen Rand der Troposphäre, der Tropopause.

    Und da wird das sogar als “Überraschende Einsichten zum Klimawechsel” bezeichnet: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15297/1.html

    Also da besteht erheblicher Bedarf an seriöser Erklärung des Treibhauseffekts. Dann wird auch Klimaskeptikern der Boden entzogen und vielleicht kommen dann auch bei anderen zusätzliche Einsichten.

    Das Zweiflußmodell ist ja schön, aber die Verbindung zur Erklärung der Tropopause fehlt, wie groß ist die Abweichung zwischen realen Besetzungszahlen und LTE usw. Es fehlt also viel. Einiges kann man ganz schwer und selten in der Fachliteratur finden – aber sonst…

    MfG
    Ebel

  21. #21 peter
    22. Dezember 2008

    wenn man die aussagen auf ihre aussagen reduziert, haben die zitierten herren schon recht: der vergleich mit einer einer religion ist ziemlich treffend, wie man hier 1a nachverfolgen kann. der schiere gedanke daran, der “klimawandel” sei nicht anthropogenen verursacht, wird gleich verurteilt. jeder versuch, anders zu denken, gleich im keim erstickt. da fehlt nur noch der wunsch nach hexenverbrennungen.

    das paläoklima zeichnet sich durch große schwankungen aus, und wir befinden uns nunmal am wendepunkt einer kaltphase[1]; es mag ja durchaus sein, dass unsere erzeugnisse dem prozess als katalysator dienen. und wenn, dann erhöhen wir die durchschnittstemperatur sicherlich nicht um 40°C.

    Die zukunft gehörte schon immer den formen, die mit der änderung fertig wurden [stichwort energieeffizienz]- und das waren die minimalisten, zu denen der mensch eindeutig gehört. der planet geht ja nicht zugrunde, bloß weil eine gattung ausstirbt[2]. und wenns nicht alle von “uns” schaffen, werden sich vielleicht doch ein paar humanoide irgendwo einfrieren, bis die die bedingungen wieder netter werden und sie krieg führenden ottern[3] das leben schwer machen können.

    theropodae haben sicher auch rumgeheult, kurz bevor sie ausstarben, und trotzdem hats noch für eine einen coup gereicht: ihre “nachfahren” können fliegen.[4]

    “die einzige veränderung im universum ist die veränderung, und der weise passt sich dieser an”[5]. fazit: anstatt was gegen mögliche anthropogene einflüsse zu tun, sollten wir uns einfach besser anpassen. seid fruchtbar und vermehret euch! unehelich und promiskuitiv versteht sich ;O)

    da hat man einmal zeit für blogs, sucht sich ein “wissenschaftliches” aus und muss feststellen, dass akademiker auch nur menschen sind…

    —————
    [1] http://www.geologieinfo.de/palaeoklima/
    [2] jedes halbwegs seriöse buch mit dem thema “evolution” (smith, ridley…)
    [3] http://www.southparkstudios.com/guide/1013/
    [4] http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=2517308
    [5] white dwarf 66 (2003), games workshop Ltd., S.55 (vorletzter satz)

  22. #22 mh
    22. Dezember 2008

    Lustig: Ein Wirtschaftsinformatiker, der sich über seriöse Skeptiker lustig machen will…

  23. #23 Christian Reinboth
    22. Dezember 2008

    @mh: Ich mache mich keinsfalls über die seriöse Skeptiker lustig – die Annahme, dass die Klimaforschung größtenteils von Profitgier motiviert ist, wie beispielsweise Tonni andeutet, kann ja aber wohl kaum als besonders seriöse Kritik gelten. So wie es aussieht, werden viele der 650 Wissenschaftler nicht mal gefragt, ob ihre Namen überhaupt auf der Liste auftauchen dürfen. Wie seriös das ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Abgesehen davon wüsste ich nicht, warum ich aufgrund meines Fachgebietes nicht dazu qualifiziert sein sollte, eine Meinung zum Inhofe-Bericht zu äußern…

  24. #24 mh
    23. Dezember 2008

    ja genau, und die theologen sollten sich unbedingt auch noch äußern!! schließlich weiß doch jeder doch skeptiker böse sind….