notenschluessel Einen schönen Sonntag allen LeserInnen. Croissant

Cembaloklang versetzt mich in meiner Phantasie sehr leicht in eine andere Zeit. Wenn ich ein Cembalo spielen höre und die Augen schließe, sehe ich mich mit Schnallenschuhen und barockem Gehrock über Holzdielen eilen oder schreiten – je nach Tempo -, ein Menuett tanzen oder an einer langen Tafel in einem kerzenbeleuchteten Saal speisen 🙂

Der hier schon “gefeaturete” F. Couperin hatte einen Onkel namens Louis, der auch ein fähiger Musiker und besonders guter Cembalist war. Von ihm stammt der  “Tombeau de M. Blancrocher”, den es heute hier zu hören gibt.

 

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Kommentare (9)

  1. #1 MX
    26/01/2014

    “Wenn ich ein Cembalo spielen höre und die Augen schließe, sehe ich mich mit Schnallenschuhen und barockem Gehrock über Holzdielen eilen “

    Reicht da Cembalomusik oder musst Du noch was dazu Rauchen? 😉

    Schöne Musik.

  2. #2 rolak
    26/01/2014

    Reicht da?

    Aber sicher doch, MX, Du verwechselst das höchstwahrscheinlich mit der nächsten, zugegebenermaßen zum Verwechseln ähnlich klingenden Stufe, dem “mit barockem Gehrock, Schnallenschuh und Holzbein über Planken eilen”. Dafür müßtest Du allerdings etwas mehr tun – insbesondere, wenn Du auf Augenklappe unf Papagei bestehst.

    Der auch hier wahrzunehmende Effekt könnte daran liegen, daß ein Cembalo genau wie auch Lure oder Drehleier den Nimbus eines ausgestorbenen Instrumentes hat. Und Film und Fernsehen schon Abermilliarden prägende Bilder in den Schädel pumpten… Wenn das Stichwort ‘Friedrich der Große’ fällt, kommen ähnliche Bilder hoch: Weiße Perücke unter Zweispitz, Schnallenschuhe und Gehrock schon wieder, diesmal sogar mit edlem Gehstock – und auf jeden Fall ne Holzquerflöte. Eben das seit Otto Gebühr als Standard Vorgegebene 😉

  3. #3 MX
    26/01/2014

    Ah, rolak, auch schon wach. “Mit barockem Gehrock, Schnallenschuh und Holzbein über Planken eilen” – so sehe ich Cornelius eigentlich immer, auch ohne ein Cembalo zu rauchen.

  4. #4 Gefbo
    26/01/2014

    Ich muss bei Cembalos immer an ein Zitat von Thomas Bleecham denken, der sagte, Cembalos klängen wie auf einem Blechdach kopulierende Skelette.

  5. #5 Cornelius Courts
    28/01/2014
  6. #6 rolak
    28/01/2014

    seriously?

    Nun ja, Cornelius, wenn die Antwort nach meinen Absätzen sortiert wird, dann ‘nein, ja’.

  7. #7 Marcel
    Bonn
    02/02/2014

    Ich möchte an dieser Stelle Kubricks “Barry Lyndon” empfehlen.
    Laut Kritiken eine realistische Darstellung der Barockzeit. Das Buch ist auch ganz herrlich geschrieben!

  8. #8 Dalek
    Norden
    20/02/2014

    Moin,

    also das mit dem Cembalo als aussterbendem Instrument ist IMHO gewagt. Nach meinem laienhaften Eindruck erlebt das Instrument sogar eine Art Comeback. Gutes Beispiel sind die Cembalo-Konzerte von JSB in der Interpretation von Retrospect Ensemble / Matthew Hall. Ich habe mich bis dato nämlich immer gefragt, wieso diese Konzerte eigentlich heißen, wie sie heißen, klingt doch das Cembalo in den meisten Interpretationen immer bestenfalls ab und zu mal als Alibi durch. Alle haben sich wohl geschämt, dem seit eh und jeh als “aussterbend” und “wenig interessant” geltenden Instrument seinen verdienten Platz einzuräumen.

    Matthew Hall gibt dem Harpsichord die leitende Rolle in diesen Konzerten wieder, und wie! Ich mag nun mal zwar ein Bach-“Fan” sein, aber beileibe kein “Kenner”, deswegen kann ich mit Fug und Recht behaupten: so habe ich diese Musik noch nie gehört.

    Herzliche Empfehlung meinerseits – nicht zuletzt auch wegen der exzellenten Aufnahmequalität von Linn Records.

  9. #9 Wilhelm Leonhard Schuster
    21/02/2014

    ……So habe ich diese Musik noch nie gehört….!
    Das erinnert mich an die unzähligen Organisten der
    kleinsten Dorfkirche, die, auf löchriger Orgel mit angefressenen Pfeifen, IHRER Orgel, bei mäßigem
    Können, Töne entlocken und ihrem Publikum Bach nahe bringen möchten. (Manchmal möchte man sich die Ohren zustopfen)!
    Und doch, muß ich jetzt, im Alter, diese Organisten irgendwie bewundern, die sich Sonntag für Sonntag (während ich noch, im Bette mich lümmele),aufopfern, die Tasten IHRER Orgel zu bewegen.
    Trotz, meist mäßigem Können: Hochachtung!