Und schon ist das erste halbe Jahr ‘rum, unglaublich, wie schnell diese Zeit jetzt vergangen ist. Letztes Mal habe ich mich noch über das miese Wetter beschwert und es ist auch noch keine drei Wochen her, daß ich morgens ungläubig und kopfschüttelnd mit wiederausgemotteter Winterjacke durch dicken Schneeregen zur Arbeit radelte, doch inzwischen ist selbst hier unmißverständlich der Frühling eingezogen, es hat bestimmt schon zwei Tage am Stück nicht geregnet (!) und schon sieht das ganze wesentlich weniger trist aus.

sonnige Kiellinie

sonnige Kiellinie

und Osterglocken lange nach Ostern

und Osterglocken lange nach Ostern

Das lockt natürlich diverse nautische Besucher nach Kiel, z.B. aus Genua

aida

die AIDA

oder Russland

schiff

mächtiger Viermaster unaussprechlichen Namens

 

Inzwischen hatte ich auch schon mehrfach Besuch aus der Heimat, mit dem ich u.a. die Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal und das U-Boot in Laboe besichtigt habe.

uboot

die U995

 

uboot2

die haben da zu mehr als 30 Mann dringehockt, ist das nicht furchtbar?

Apropos Laboe: Die Fischbrötchen hier direkt am Strand, am besten verzehrt in einem Strandkorb sitzend, sind wirklich sehr gut und deutlich besser als anderswo.

Auf der Arbeit gehen die Dinge indes ihren gewohnten Gang: inmitten der riesigen Campus-Baustelle analysieren wir hier Tatortspuren, identifizieren skelettierte Leichen und stellen das Abstammungsverhältnis zwischen Personen fest. Nebenbei muß noch Zeit für die Forschung bleiben und meine wackere Doktorandin ist gerade auf den letzten Metern ihrer Arbeit (ich glaube, die wird richtig gut 🙂 ).

Gestern abend habe ich dann noch einen Vortrag auf der MediNight gehalten mit dem Ziel, MedizinstudentInnen in Kontakt mit der Wissenschaft und den Forschern an ihrer Fakultät zu bringen. Übrigens in genau dem Hörsaal, in dem ich vor exakt 10 Jahren, als ich hier einen kurzen Forschungsaufenthalt hatte, die Antrittsvorlesung von Reiner Siebert gehört habe. Das offizielle Motto des Abends, „from bench to bedside“ (dt. vom Labor ans Krankenbett) konnte ich zwar nicht bedienen, denn wir gehen ja eher „from bench to crime site“ (dt. vom Labor an den Tatort), aber das war schon in Ordnung und ich hatte den Eindruck, den Leuten hat’s gefallen.

Ich habe übrigens eine Beobachtung über die Nordlichter hier gemacht, die ich inzwischen etliche Male verifiziert habe und inzwischen für möglicherweise genetisch bedingt halte: die Leute hier sind unfähig, eine Rolltreppe korrekt zu benutzen. Wie das Wort schon andeutet, handelt es sich bei einer Rolltreppe um eine Treppe, also etwas, das man hinauf- oder hinabsteigt und das im Fall der Rolltreppe durch seine zusätzliche Eigenbewegung die Zeit zur Überbrückung der Höhendistanz verkürzt. Älteren, Verletzten oder Personen mit zum Zerbröseln neigenden Knochen zuliebe besteht die Möglichkeit, auf einer Rolltreppe auch nur zu stehen und sich passiv befördern zu lassen, dafür stellt man sich auf der rechten Seite der Treppe hin und läßt auf der linken Seite Platz für diejenigen, die die Treppe ihrem eigentlichen Zweck zuzuführen wünschen, nämlich, sie hinauf- oder hinabzusteigen.

ist das so schwer

das kann doch nicht so schwer sein?!

Dieser einfache Zusammenhang (, der es schon in die Wikipedia geschafft hat) ist den Leuten hier aber nicht nur unbekannt, sondern nicht einmal zu vermitteln: jedes Mal (!), wenn ich hier Rolltreppe hinauf- oder hinabsteige, stehen (!) Leute bräsig mitten auf der Treppe oder nebeneinander. Wenn ich dann höflich darum ersuche, „mal vorbei“ zu dürfen, blicke ich fast immer in völlig fassungs- und/oder ratlose Gesichter. Die Leute scheinen nicht einmal das Konzept zu begreifen, daß jemand auf einer Rolltreppe zu gehen wünscht und daran durch ihr sach- und zweckwidriges Herumstehen behindert wird. Es gab sogar schon Leute, die sich geweigert haben, Platz zu machen bzw. solange dafür gebraucht haben, daß wir bereits am Ende der Treppe angekommen waren, als sie es endlich geschafft hatten. Warum ist das hier so? Weiß jemand Rat? Wäre es hilfreich, wenn ich hier ehrenamtlich einmal in der Woche nachmittags einen Rolltreppenbenutzungskurs leiten würde? Kiel, ruf mich an, wenn Du da Hilfe brauchst!

Ach ja, Paquito, meinem Fahrrad geht es wieder gut. Ihm wurde bei einer Operation am offenen Tretlager ein neues Schaltwerk und eine neue Kette eingesetzt, er wurde geölt und neu eingestellt und die ganz schön abgewetzten Bremsbeläge wurden auch ersetzt und nun rollt und bremst er wieder wie ein junger Drahtesel.

Nächsten Monat ist dann Kieler Woche. Bin gespannt, ob das was taugt, oder ob das auch nur sowas wie Karneval am Meer mit Schiffen ist. Wenn ich da etwas spannendes sehe oder erlebe, erzähle ich Euch davon.

flattr this!

Kommentare (33)

  1. #1 Stefan S.
    20/05/2016

    Es ist schön zu lesen, dass Sie sich mittlerweile in Kiel ganz gut eingelebt haben. 🙂

    Bis jetzt gab es überall wo ich war Menschen die zumindest die linke Seite der Rolltreppen blockiert haben.
    In meiner Ursprungsstadt, im Ruhrgebiet, in Berlin…
    Das scheint mir ein verbreitetes Phänomen zu sein, es ist halt bequem sich nach oben fahren zu lassen.

    Meinetwegen können Menschen da auch gerne stehen wo sie wollen, ich fände es nur anständig, wenn man auf Nachfrage Platz machen würde, was mir auch einige Male verwährt blieb.

    Haben Sie, Dr. Courts, vorher in einer Stadt gelebt in der das nie passiert ist? Zumindest nicht signifikant?

  2. #2 rolak
    20/05/2016

    Rat?

    Entweder die Leute sehen es ein, oder man ärgert sich, oder man wird pampig:

    Eine Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr ist in der Regel dann gerechtfertigt, wenn eine schikanöse Behinderung, ein absichtliches Langsamfahren gemeinsam mit einem plötzlichen Ausscheren oder ein beharrliches Linksfahren bei freier rechter Straße vorliegt

    Mir ist zwar wg damaligem Nichtinteresse nicht klar, was die Bahnpolizei mit dem A. in Köln gemacht hat, der die Rolltreppe vorsätzlich blockierte (‘ihr kommt hier nicht vorbei’, ‘wir wollen alle nach oben’), doch eine Anzeige war fällig, als klar wurde, daß der knappe Anschluß verpaßt war.

    Paquito

    Beste Glückwünsche zur erfolgten Genesung – mein olles Radl hatte entschlossen, das mit dem Oxidieren durchzuziehen und ist jetzt durch ein perfekt (nein, nicht von mir) hergerichtetes Gebrauchtes ersetzt worden. In diebstahlverhindernd psychedelisch bunt :‑)

    Möge das mit der Kieler Woche nicht allzu enttäuschend sein!

  3. #3 rolak
    20/05/2016

    Oh, sorry, Quelle vergessen…

  4. #4 Jostef
    20/05/2016

    Finde ich ganz schrecklich, immer in Eile zu sein (oder sein zu müssen). Rolltreppen bringen einen mit ausreichend hoher Geschwindigkeit zum Ziel, ganz ohne sich bewegen zu müssen. Wenn man gewollt hätte dass sich Leute bewegen,hätte man ja normale Treppen gebaut.

  5. #5 noch'n Flo
    Schoggiland
    20/05/2016

    @ Jostef:

    Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass die Menschen auf einer Treppe dumm herumstehen, hätte er sich die Kniegelenke gespart.

  6. #6 Braunschweiger
    20/05/2016

    Kieler Woche (und auch die Travemünder in Lübeck) IST wie Karneval mit Anfassen, am Ufer mit Leuten, und auf dem Meer auch mal mit Schiffen. Sehen und Gesehen-werden, Schickimicki, lecker teuer Essen mit Sekt und Bussi-Bussi, oder auch volksnah mit Currywurst; entsprechend langweilige High-Style-Musik, oder Schunkel-Schunkel, oder an der Küste natürlich unverzichtbar: Shanties ohne Ende, mit Quetschkommode und Steuermannsbass. Und vor allem ist es Parkplatz-suchen ohne Ende, und wenn’s pressiert, dann das stille Örtchen, erst eins finden und dann auch noch anstehen.

    Das wirkliche schöne an einer maritimen Woche sind die vielen auf dem Wasser verteilten (meist) weißen Segel, am liebsten bei gemäßigtem Sonnenschein und blauem Himmel wie Wasser. Und wenn es eine Windjammerparade gibt, dann die, bevorzugt von einer Landungsbrücke aus. — Ehrlich gesagt: wenn man sich für die Wettbewerbe interessiert und ein Fernglas zur Hand nimmt, kann man da seinen Teil mitnehmen; nur ist alles im (Regional-)Fernsehen etwas leichter zu sehen.

    Übrigens:

    “mächtiger Viermaster unaussprechlichen Namens”…

    Wieso? — “Kruzenschtern” kann doch nicht so schwer sein, früher “Padua” benannt, Schwesterschiff der “Pamir” und der “Passat” (die heute in Travemünde liegt).

    • #7 rolak
      21/05/2016

      Schwesterschiff der “Pamir”

      Ah danke Braunschweiger, dieses gut aussehende Teil kam mir doch irgendwie vertraut vor…

  7. #8 Peter
    Augsburg
    20/05/2016

    In München funktioniert das seltsamerweise – leider, es ginge nämlich für alle oft schneller, wenn sich die Leute in zwei Reihen stellen würden. Jetzt läuft es nämlich so: Es bildet sich vor dem Eingang zur Rolltreppe eine große Menschentraube, die sich nur langsam und mühsam abbaut, weil sich alle in einer Reihe anordnen (schön ordentlich und umständlich mit ängstlichem Ausweichen ob der drohend automatisch laufenden Stufen) und dann auf der Treppe rechts stehen. Und niemand (!) auf der linken Seite geht … jeder könnte problemlos, aber keiner will … Abwärts läuft es anders, da laufen viele, aber aufwärts will kaum jemand gehen, weil die Stufen unangenehm hoch sind.

    • #9 rolak
      21/05/2016

      ginge nämlich für alle oft schneller

      Klingt wohlanalysiert, Peter, aber nur, weil das meiste fehlt: einerseits die zweite Satzhälfte, die es deutlich widersprüchlich macht ([leichte Umstellung] ginge nämlich oft schneller für alle, denen es egal ist, wie schnell es geht – sonst würden sie ja zum Tempo beitragen), andrerseits die ungeklärte Frage, wie selbstverständlich (aus Erfahrung: noch deutlich schlechter als auf der Straße von Autofahrer*n für ein Einsatzfahrzeug mit Sonderrechten) nach der Vorgabe für jemand schneller gehen wollenden Platz gemacht werden würde.

  8. #10 Braunschweiger
    20/05/2016

    Jaja, die dynamischen Überflieger unserer Zeit, die in wenigen Jahren ihren Dr. oder PD machen und auch auf Rolltreppen beides wollen, sowohl die mechanische als auch die körpereigene Beschleunigung nach oben. ;-) Tss-Tss…

    Nordlichter können stur sein und auch ihr Weltbild sehr eigen. Nicht nur, dass sie einen besonderen “nördlichen” Kaffee brauen, in denen der Löffel quasi “steht” (also fast so dick wie Pulver pur) oder besonders “wehrsame” Spezereien herstellen (wie etwa Marzipan). Nein, sie sagen vielleicht auch über die Rolltreppe: das ist wie ein Lift nach oben, nur eben schräg mit vielen kleinen Standflächen, und ohne Tür. Und im Lift steht man eben — außer man kann im Karee umhergehen. Und wenn ich ein Linkshänder bin, dann pack ich eben das linke Gummigeländer an. Und wer es schneller haben will, der soll sich eben ‘nen Heli mieten.

    • #11 rolak
      21/05/2016

      Rolltreppe: das ist wie ein Lift nach oben

      Das mußt Du den Nordlichtern speziell oder irgendwem allgemein ein wenig nachsehen, Braunschweiger, gar intensiv die Wirkung der Werbung ist! Insbesondere auf diese zarte Pflanze des Baumes semantischer Verknüpfungen…

  9. #12 Cornelius Courts
    21/05/2016

    @Stefan S.: “Haben Sie, Dr. Courts, vorher in einer Stadt gelebt in der das nie passiert ist? Zumindest nicht signifikant?”

    Ich habe in München und anderen süddeutschen Städten erlebt, daß es sehr gut funktionieren kann. In Köln, meiner Heimatstadt, funkttioniert es nicht immer (aber öfter als hier), allerdings wird immer sofort Platz gemacht, wenn man durchmöchte, manchmal sogar schon, wenn die Leute einen von hinten kommen hören.

    @rolak: ” oder man wird pampig:”

    oder demonstriert, wozu so eine Schulter alles gut sein kann (habe ich auch schon mal gemacht, als es wirklich eilig war und Platzmachung beharrlich verweigert wurde)

    @Jostef: “Finde ich ganz schrecklich, immer in Eile zu sein”

    Soll aber ja dennoch vorkommen….

    “Rolltreppen bringen einen mit ausreichend hoher Geschwindigkeit zum Ziel, ganz ohne sich bewegen zu müssen.”

    Genau. Für Leute, denen Rolltreppen schnell genug und die selber zu faul zum Gehen sind, gibt es ja deshalb auch die rechte Spur.

    @Braunschweiger: IST wie Karneval mit Anfassen, am Ufer mit Leuten, und auf dem Meer auch mal mit Schiffen. ”

    Das und was Du sonst noch zur “KiWo” schreibst, klingt in der Tat nicht so ermutigend, zumal mir Segeln ziemlich wurscht ist. Ich werde mir das ganze (zumindest dieses Mal) dennoch auf jeden Fall anschauen und bei Nichtgefallen in Zukunft länger arbeiten oder fliehen 🙂

    ” Nein, sie sagen vielleicht auch über die Rolltreppe: das ist wie ein Lift nach oben, nur eben schräg mit vielen kleinen Standflächen, und ohne Tür. Und im Lift steht man eben”

    Ja und auf Treppen, jener Gattung von Höhendifferenzüberwindungskonstruktionen, zu denen auch die RollTREPPE nun mal gehört, geht man.
    Wenn das aber eine Frage des Weltbildes ist, dann werde ich demnächst mal die Reaktionen der Nordlichter auf mein Weltbild testen, wenn ich sage, daß demnach eine Straße im Grunde ein Weg ist und auf Wegen geht man. Also werde ich auf der Autobahn, die ja auch eine STraße ist, zu Fuß gehen. Und wenn die Autofahrer, die sich hinter mir stauen werden, es schneller haben wollen, dann sollen sie sich eben eine Cesna mieten 😉

  10. #13 rolak
    21/05/2016

    Schulter

    Nuja, Cornelius, einerseits muß es ein ungemein wesentliches Timingproblem sein, bis daß ich Gewaltanwendung für akzeptabel halte, andrerseits kann im wohl ziemlich breiten Grenzbereich die Rechtsprechung ggfs anderer Meinung als ich sein…

  11. #14 noch'n Flo
    Schoggiland
    21/05/2016

    @ CC:

    Wenn die KiWo nichts für Dich ist, wie wäre es damit:

    https://www.kiel-sailing-city.de/veranstaltungen/innenstadt-events/kaese-trifft-wein.html

    Ich war zwar selber noch nicht da, aber ehemalige Schulfreunde von mir fanden das Event ganz ansprechend.

    Was die Rolltreppen angeht: in der Londoner U-Bahn klappt das mit “links gehen, rechts stehen” schon seit Jahrzehnten wunderbar. Hat also möglicherweise auch etwas mit Sozialisation zu tun…

  12. #15 Cornelius Courts
    21/05/2016

    @rolak: “akzeptabel”

    och ja, “Gewalt” hast Du jetzt gesagt. Ich sage, auf einen groben §240 gehört ein grober §32

    @noch’n Flo: “ganz ansprechend.”

    wenn ich jetzt noch Wein trinken würde. Oder “fortgeschrittenen” Käse mögen würde … :-/

    ” in der Londoner ”

    jup. Im UK bekommen die Leute auch das Schlangestehen hin, da ist das kein Problem, daß sich eine (!) Schlange für alle Kassen/Schalter etc. bildet und die ersten in der Schlange immer zum nächsten freiwerdenden xy gehen. Keiner ist genervt, daß er/sie “an der langsamsten xy” ansteht, keiner (bzw. jeder im gleichen Maß) muß unter der Omma, die es passend hat, leiden. Warum schaffen die Leute das hier nicht?

  13. #16 weyoun
    23/05/2016

    Bei Kiel Laboe fällt mir immer Bernd Knauers Zitat ein:
    “Jetzt is Laboe fällich!”

    wer es nicht kennt möge sich die Dokumentation “Youth Wars” auf Youtube anschauen. Deviante Jugendliche aus Kiel die auf skurille Art deviant sind.Gedreht Anfang der 90er

  14. #17 Joachim
    23/05/2016

    Die Rolltreppegeschichte ist gut. Allerdings habe ich gleiche Erfahrungen sehr wohl auch in Deiner Heimatstadt Köln erlebt, und zwar nicht zu knapp. Eigentlich habe ich noch keine Stadt erlebt, in der man, wenn man wollte, an den stehenden Personen vorbeikam. Außer an Flughäfen und manchen Bahnhöfen. Nach meiner Erfahrung hängt der Umstand des Platz machens nicht vom Ort, sondern der Breite der Rolltreppe ab 😉 Es klappte nämlich nur bei breiteren, eben an Flughäfen und Bahnhöfen in der Köln wie auch anderer Umgebung.

  15. #18 noch'n Flo
    Schoggiland
    23/05/2016

    @ CC:

    wenn ich jetzt noch Wein trinken würde. Oder “fortgeschrittenen” Käse mögen würde … :-/

    Okay, das mit dem Wein hätte ch wissen müssen. Aber Käse? Welches Problem hast Du mit Käse?

  16. #19 Cornelius Courts
    23/05/2016

    @noch’n Flo: “Welches Problem hast Du mit Käse?”

    Nicht mit Käse allgemein, aber ich mag tendentiell nur solchen Käse, den ein Kenner vmtl. als “Anfängerkäse” bezeichnen würde.
    Sprich, wenn ein Käse so riecht, wie bei Omma unterm Rock, eingewickelt in feuchtes und dann bei ungelüfteten Verhältnissen liegengelassenes Ziegenfell, gestopft in eine noch dampfende Socke, in der sich der Vorsitzende des Arbeitskreises Fußpilz soeben bei einem Marathon (für den er halt seine 6,5h braucht) die Schwielen offengelaufen hat, sprich, wenn mir schon der Geruch eigentlich zuzuschreien scheint: lauf! Lauf weit, lauf schnell, bloß lauf!, am besten noch mit Schimmel drauf, dann tue ich mich etwas schwer damit 🙂

    Aber so ein Gouda (frisch), so ein Chaumes, so ein Brie, so ein Maasdamer, so ein Edamer… das geht.
    Nicht gehen tuen hingegen Roquefort, Harzer Roller und die ganz kranken Späße wie Casu Marzu 🙂

  17. #20 tomW
    23/05/2016

    Also Cornelius, ich habe im Fernsehen mal eine Doku über Pathologie gesehen, in der der Pathologe auf die Frage hin, wie es mit seinem Appetit beschienen sei nach einer Obduktion, nur meinte: “Ach, das ist überhaupt kein Problem, es gibt da nur einen bestimmten französischen Käse, den ich nicht essen kann, da er den gleichen Geruch verströmt, wie eine Wasserleiche”.

    So viel zu Käse…

  18. #21 Cornelius Courts
    23/05/2016

    “So viel zu Käse…”

    ach weißt Du, tomW, das ist gar nicht mein Problem, will sagen, das assoziiere ich gar nicht mit dem Geruch, bzw. die Assoziation würde mich nicht stören (nach knapp 8 Jahren Rechtsmedizin bin ich da abgehärtet), es ist tatsächlich dieser teils wirklich wie eine übertriebene Parodie wirkende, ja comichafte Gestank selbst, der mich abstößt (ich wundere mich manchmal, daß da nicht so Stinklinien, wie im Comic, aus so einem Käse rauskommen). Einmal haben meine französischen Verwandten sich so einen kranken, korsischen Käse mitgebracht, der vor lauter Elend schon bei Zimmertemperatur zerflossen ist und der so bestialisch gestunken hat, daß sie den nur im Freien und mit aufgesetzten Nasenklemmen essen konnten. Wer tut sowas?! Die spinnen, die Gallier! Ich weiß gar nicht, ob man den mit ins Flugzeug nehmen dürfte oder ob der als Biowaffe durchginge…

  19. #22 noch'n Flo
    Schoggiland
    23/05/2016

    @ CC:

    Okay, das kann ich nachvollziehen. Obgleich ich relativ resistent gegenüber Käsearomen bin, habe ich auch schon Sorten gefunden, bei denen ich die Waffen gestreckt habe. St. Galler Klosterkäse ist so ein Exemplar.

    Aber beispielsweise ein sehr reifer Gouda hat zwar ein kräftig nussiges Aroma, riecht aber kaum. Auch da gibt es also Unterschiede.

    Mal schauen – vielleicht bringe ich Dir im Juli mal meinen persönlichen Favoriten unter den Schweizer Käsen mit: den Toggenburger. Kräftig-rustikal, aber keine olfaktorische Beleidigung.

    Ach ja, und gaaanz wichtig: die meisten Menschen in Deutschland meinen ja, Käse in Würfeln oder quaderförmigen Stücken verspeisen zu müssen. Dass es da schnell zum Overkill der Aromen kommt, ist klar. Der wahre Kenner verwendet ein Käsehobel, um sich hauchdünne Tranchen vom Käsestück abzuschneiden. Ist mal kein Käsehobel zur Hand, tut es zur Not auch ein Kartoffelschälmesser.

  20. #23 noch'n Flo
    Schoggiland
    23/05/2016

    Also das mit dem Hobel im letzten Absatz war jetzt vor allem auf die sehr rezenten und reifen Sorten bezogen.

  21. #24 Beobachter
    24/05/2016

    @ C.C., noch`n Flo:

    nmrkng z # 19 nd ff.:
    lls nr Ks nd Hrrn-Stmmtschgschwtz (mt Frmdwrt-Grnrng, dmt ch j knm ntght, dss s sch b dn Hrrn m “gbldt kdmkr” hndlt) nr vrmntlch “ntllktlln lt” “sprschlr Drchblckr/xprtn” bzw. drr, d sch dfr hltn.
    N, nd w rcht`s dnn “b mm ntrm Rck”?
    ndrs, nch schlmmr ls “b pp n dr Hs”?
    Rcht`s ls nch ntrstllng C.C.s b lln ltn Ltn s?

    Wdrlch snd ncht bstmmt Kssrtn, sndrn Schwtzr w hr mt hrn dffmrndn, bldgndn ßrngn.
    Tj, w ghblt wrd, d flln Spn, nch`n Fl – ds z dnm btntn Ks-Grmt-Tch nd dnr hfgn “gqrltn Kck” (ds drf mn hr j sgn).

    Srry n ll Mtlsr – br sws knn mn m. . ncht nfch hnnhmn/brghn.

    P. S.:
    m brgn st ds mt dm Krtfflschlmssr b z.B. Prmsn n rlt-Tpp, dn jdr htt gbn knnn, dr nch kchn knn.
    Dz mss mn kn btchtr Schwzr Mdznr nd Kshblbstzr (ls “whrr Knnr”) sn.

    Anmerkung CC: so, Beobachter, mir reicht’s mit Dir und Deinen komplett nutzlosen Kommentaren; Du bist ein erbärmlicher Troll und kriegst jetzt die Vokale weg

  22. #25 noch'n Flo
    Schoggiland
    24/05/2016

    @ CC:

    Dankeschön! 🙂

    @ Beobachter:

    Quod licet Iovi, non licet bovi.

  23. #26 Beobachter
    24/05/2016

    @ nch`n Fl:

    ch w tll, Ltn knn r ch nch, dr Hrr Schwzr-Ks-Mdznr – ffnschtlchr ght`s nmmr … !
    Mnch snd bn “glchr ls glch”.
    Hch dm C.C.-“lt-xprtn-Fnklb” … !

    https://www.wrhtdsgsgt.d/ltrtr-ztt/ll-tr-snd-glch-br-ng-tr-snd-glchr/

  24. #27 Beobachter
    24/05/2016

    @ Fnklb C.C.:

    ch mch mr dch nchml d Mh – wl s s schn psst:

    “W kmmn d Lchr m Ks hr –?
    Ds Wrk zwngt schn drch d Glhrsmkt, d n hm vrkcht rschnt, Bwndrng b, bsndrs nm Lsr w mr, dssn Bldng n mmntlr Ks rnnrt, ndm s w dsr grßtntls s Lckn bstht.
    lfrd Plgr”

    ttp://www.txtlg.d/tchlsky-lchr-ks.html

    rgnl-Txt nchflgnd n Lnk-ngb ….

    Vl Spß bm Lsn – jdnflls mhr ls hr …

  25. #28 tomW
    Schweiz
    24/05/2016

    Hallo CC,

    das fiese an Gerüchen ist ja primär, daß man nicht “wegriechen” kann, wie es beim Sehen möglich ist. Wenn ein (bedauernswerter) Obdachloser vollgekotet einen halben S-Bahn Waggon in der Hauptverkehrszeit für sich allein hat, gibt es Gründe… Den korsischen “Käse” muss man – glaube ich – nicht kommentieren. Von den Maden kann man, glaube ich, sogar einen fiesen GI Infekt bekommen. Naja, die Korsen halt, bis auf den Schinken haben sie mich bisher noch nicht kulinarisch begeistern könnnen.
    Wie lang hat es denn gedauert, bis Du Dich an Anblick und Geruch Deiner täglichen Arbeit gewöhnt hast, könntest vielleicht ja mal drüber schreiben (wenn Du es nicht schon getan hast)?

    P.S. Kannst Du vielleicht mal meine Email Adresse an noch’n Flo weiter reichen, ich habe da die ein oder andere Frage an den Käsespezi.

    • #29 Cornelius Courts
      24/05/2016

      vielleicht ja mal drüber schreiben (wenn Du es nicht schon getan hast)?

      über die Gerüche selbst nicht, aber über die dunkle Seite des Jobs

      Kannst Du vielleicht mal meine Email Adresse an noch’n Flo weiter reichen

      erledigt 🙂

  26. #30 hampel
    27/05/2016

    @ Noch’n Flo und Cornelius

    In London klappt das in der U-Bahn wirklich wunderbar.
    Wer sich mal nicht dran hält, (und als Tourist outet) macht das nur ein einziges Mal. Rücksichtsvoll wird man nämlich nicht gerade auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht 🙂

    Das “Schlange stehen” halte ich nach über 4 Jahren UK für ein Gerücht, bzw eher für eine Reminiszenz.

  27. #31 zimtspinne
    28/05/2016

    Cornelius, ich lese deine Kieler Geschichten immer wieder gerne! Werde dabei immer etwas von Neid angefressen, auf das himmlische Klima in sicherlich guter Seeluft und ja, ich gebe es zu, auf deine unkomplizierten Neuanfänge, aber das geht schon 😉

    Zur Rolltreppenproblematik kann ich Ffm beisteuern und dort klappt das Rolltreppenverhalten tadellos!
    Hätte ich mich nicht auf die brav rechtsseitig stehenden Dümpler verlassen können, wäre mir manche S-Bahn vor der Nas weggerauscht.
    Herumträumen durfte man allerdings nicht, mehrfach schossen ein paar lebensmüde kiddies mit Skateboards auf dem Geländer an mir vorbei und ich glaube, auf Hände nahmen die dabei ebenso wenig Rücksicht wie auf dem von oben nicht einsehbaren Bahnsteig im Weg herumstehende Leute.

    Freu dich doch über diese Gemütlichkeit ausstrahlende Angewohnheit. Oder meinetwegen auch entsprechende Anpassungsschwierigkeiten der Nordlichter 😀 Für so eine Entschleunigung bezahlen andere im Kloster viel Geld!!

    ps. ich liebäugle ja noch immer mit dem Gedanken, dass du irgendwann mal im Kieler TO mitwirkst. Borowski ist mein Lieblingskommissar, A. Milberg hat auch diese gewisse Schrulligkeit, die ich bei dir sehen kann, ihr tätet euch bestimmt mögen 😉

  28. #32 Braunschweiger
    26/06/2016

    Na, @Cornelius, war die Kieler Woche nun erträglich?

  29. #33 Cornelius Courts
    26/06/2016

    @Braunschweiger: die läuft ja noch bis heute abend.
    Ich werde mal ausführlicher darüber berichten, kann aber schon sagen, daß ich’s eigentlich gar nicht übel fand 🙂