In meinem 50tägigen Countdown hier im Blog zähle ich ja die Tage bis sich die Landung der ersten Menschen auf dem Mond zum 50. Mal jährt. Diesen ersten Menschen – Neil Armstrong und Buzz Aldrin – sind noch zehn weitere gefolgt. Von den insgesamt also 12 “Moonwalkern” sind 8 schon gestorben. Die vier verbliebenen sind Buzz Aldring (89 Jahre alt), David Scott (87 Jahre), Charles Duke (83 Jahre) und Harrison Schmitt (83 Jahre). Recht jung sind die vier Herren also alle nicht mehr und rein statistisch gesehen kann es nicht mehr lange dauern, bis niemand mehr auf diesem Planeten lebt der jemals einen anderen Himmelskörper betreten hat.

Das wäre schade. Und die Frage die sich da stellt lautet: Warum sind wir seit 1972 nicht mehr auf den Mond zurück gekehrt? Das hat Quarks & Co gefragt und die Gründe in einem netten Video zusammengefasst:

Ich bin gespannt ob wir es hinkriegen, noch jemandem zum Mond beschicken bevor die letzten Mondbesucher der Apollo-Missionen gestorben sind. Es wäre schon irgendwie schade, wenn die Zeit zwischen 1969 und 202x (ich bin mal optimistisch und hoffe, das dieses Jahr niemand mehr stirbt) eine Ausnahme gewesen ist. Und wir demnächst wieder in einer Welt leben, in der es keine Menschen gibt die erzählen können, wie es ist einen anderen Himmelskörper zu betreten…

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Der komplette Countdown: 50 | 49 | 48 | 47 | 46 | 45 | 44 | 43 | 42 | 41 | 40 | 39 | 38 | 37 | 36 | 35 | 34 | 33 | 32 | 31 | 30 | 29 | 28 | 27 | 26 | 25 | 24 | 23 | 22 | 21 | 20 |19 | 18 | 17 | 16 | 15 | 14 | 13 | 12 | 11 | 10 | 09 | 08 | 07 | 06 | 05 | 04 | 03 | 02 | 01 | 0

Kommentare (16)

  1. #1 bote19
    23. Juni 2019

    Ein kurzer und anschaulicher Überblick über die Voraussetzungen und Schwierigkeiten bei der Durchführung eines Mondfluges.
    Die Motivation ist unverändert Prestigegewinn und die Hegemonie zwischen China und den USA.
    ……Und…..wem gehört der Mond ?!

  2. #2 Lercherl
    23. Juni 2019
  3. #3 ajki
    23. Juni 2019

    Ich weiss nicht, warum gut bezahlte Redakteure ihrem Video-Mist nicht die Transkripte beigeben, die sowieso schon in den Produktionskosten enthalten sind. Zusammengefasst interpretiert sind die fünf Punkte der Sendung:

    1. Es gibt keine Rakete

    die damalige Saturn-V, die direkte Folge des Wettrüstens, ist sehr deutlich stärker als alles Heutige – aber man würde schon seit den 70ern Raketen auf keinen Fall mehr so bauen, im Wesentlichen aus Sicherheitsgründen; Möglichkeiten auf Zeit hin gesehen: das eventuell sich verwirklichende Space Launch System der NASA und die Baureihe “Falcon Heavy” von diesem merkwürdigen Musk

    2. Zu wenig Geld

    Z.B. für die Programme der NASA – im Vergleich zu (hochgerechnet) damals zu heute: 20 Mrd pro Jahr zu (heute) 2 Mrd pro Jahr

    3. Höhere Sicherheitsstandards

    in allen Bereichen eines Mondprogramms, vor allem hinsichtlich längerer Aufenthalte auf dem Mond oder häufigerer Reisen hin und zürück; besondere Hervorhebung hierbei: Strahlenschutz für die Astronauten während Reise und Aufenthalt

    4. hoher IT-Aufwand

    besonders im System-Verbund heutiger Ausstattungen; als Problem hervorgehoben: das Debugging komplexer Systemlandschaften, das sich real nur durch die Einsätze machen lässt, nicht durch Ausflöhen der Modelle und Bodentests, was wiederum eben auch bedeutet, dass man aufgrund der klaren Risiken eben Opfer einzukalkulieren hätte

    5. Aufwändigere Mission(en)

    und damit natürlich auch um Größenordnungen teurer; hier gehts darum, dass es eigentlich (beinahe) völlig sinnfrei war, zum Mond (oder sonst wohin) zu fliegen und dann letztlich ein Fähnchen aufzustellen und ein paar Steinchen einzuladen; je komplexer und andauernder Missionen sind (Mars!), desto schwieriger und teurer

    Persönlich hätte ich als Punkt 6 hinzugefügt, dass die Konkurrenz durch robotische / automatisierte Missionen sehr hoch ist – u.a. auch durch die ganz erheblich höheren Kosten und Aufwände, die durch den Einsatz von Menschen erst entstehen.

  4. #4 orinoco
    23. Juni 2019

    Was leider auch meist nicht beachtet wird, welche Fortschritte seit den bemannten Mondmissionen in der unbemannten Raumfahrt gemacht wurden. Die unbemannte Konkurrenz hat da seit Voyager ganz neue Maßstäbe hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Effektivität gesetzt. Abgesehen davon, dass jeder weitere Mensch auf dem Mond nicht mehr der Erste sein wird und die wenigsten die Namen des 3. 4. usw. Mann auf dem Mond kennen, wird man sich bald auch fragen: was wollen oder sollen die da auf dem Mond? Welchen, wenigstens wissenschaftlichen Wert hat eine solche bemannte Mission, wenn es schon ökonomisch unsinnig ist? Was können die dort, was eine unbemannte, deutlich günstigere Sonde nicht kann? Das Problem hat ja heute schon die ISS.

  5. #5 Naya
    24. Juni 2019

    @ ajki
    Vielen Dank!
    Ich lese solche Infos auch meist lieber als sie zu gucken, geht einfach schneller, auch wenn es keine Zusammenfassung, sondern eine vollständige Transkription ist, und man erhält die Infos teils sogar besser, weil man interessante Passagen genauer/mehrmals lesen kann bei Bedarf, während man bei Videos und Podcasts auf das Tempo des Mediums gezwungen wird.

    In dem Zusammenhang auch nochmal vielen Dank an Florian Freistetter für die Podcasttranskriptionen, die immer wieder hier im Blog gepostet werden!

  6. #6 Captain E.
    24. Juni 2019

    @orinoco:

    Was leider auch meist nicht beachtet wird, welche Fortschritte seit den bemannten Mondmissionen in der unbemannten Raumfahrt gemacht wurden. Die unbemannte Konkurrenz hat da seit Voyager ganz neue Maßstäbe hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Effektivität gesetzt.

    Das stimmt natürlich schon, aber ein Mensch vor Ort kann noch einmal einen ganz anderen Eindruck gewinnen, als wenn er nur durch seine Instrumente starrt. Zugegeben, das ist ein Punkt, der gerade Astronomen ziemlich fremd ist. 😉

    Abgesehen davon, dass jeder weitere Mensch auf dem Mond nicht mehr der Erste sein wird und die wenigsten die Namen des 3. 4. usw. Mann auf dem Mond kennen, wird man sich bald auch fragen: was wollen oder sollen die da auf dem Mond? Welchen, wenigstens wissenschaftlichen Wert hat eine solche bemannte Mission, wenn es schon ökonomisch unsinnig ist? Was können die dort, was eine unbemannte, deutlich günstigere Sonde nicht kann? Das Problem hat ja heute schon die ISS.

    Ohne Nachschlagen: Charles „Pete“ Conrad & Alan Bean.

    Dazu folgende Geschichte: Man stelle sich eine öde und luftlose Landschaft vor. Mittendrin steht ein Fremdkörper, ein spinnenartiges Artefakt, eine unbemannte Landesonde eine fernen Zivilisation. Da tauchen zwei Gestalten auf, zum Schutz vor der Umwelt in dicke Schutzanzüge gepackt, aber ohne Zweifel Lebewesen. Die beiden machen sich an der Sonde zu schaffen, montieren Teile davon ab und schaffen diese weg.

    Was sich nach Science Fiction anhört, ist vor ca. 50 Jahren, im Jahr 1969, genau so geschehen. Die beiden Gestalten waren gerade eben Conrad und Bean von Apollo 12. Ein Foto per Selbstauslöser konnte nicht geschossen werden – sie haben ihn leider erst auf dem Rückweg zu ihrem Raumschiff unter ihrer Ausrüstung wiedergefunden.

    Übrigens hat mich vor Jahren mal ein Kollege gefragt, wieso die Amerikaner eigentlich nie mit ihrem Space Shuttle zum Mond geflogen seien. Mein Gesichtsausdruck dürfte vielsagend gewesen sein, bevor ich ihm erklärt habe, dass das Shuttle zum Landen einen Landebahn benötigt, die es auf dem Mond nun einmal nicht gibt, von dort aus nie wieder starten könnte und sowieso nur gerade so viel Treibstoff hatte, dass es für einen Orbit von knapp über 400 km über dem Erdboden gereicht hat.

    Und wer sich fragt, wieso die Amerikaner ein Extra-Raumfahrzeug nur für die Landung auf dem Mond gebaut haben: Man hat auch Szenarien durchgespielt, mit denen die gesamte Crew in ihrem Transfermodul gelandet wäre. Es hätte nicht funktioniert. Auch die Sowjetunion ist zum selben Entschluss gelangt und hat zwei Raumfahrzeuge konstruiert. Übrigens kann man sich eine startbereite Saturn V mit Ziel Mondlandung als sechsstufige Rakete vorstellen. Bemannt waren davon die Nummer 4 und 6, und die 4 wurde am längsten verwendet.

  7. #7 Braunschweiger (DE)
    24. Juni 2019

    @ajki ~#3:
    Ebenfalls vielen Dank für die Mühe und fürs Posten! – Ich schließe mich @Naya an und lese auch lieber die Zusammenfassung. Insgesamt ist es auch das, was ich erwartet hätte.

    Aber nebenbei: wenn du etwas als Video-Mist klassifizierst, warum schaust du es dann an und machst dir die Mühe damit?

  8. #8 ajki
    24. Juni 2019

    #7: “…warum schaust du es dann an und machst dir die Mühe damit?”

    Die Thematik als solche ist für mich selbst nach wie vor interessant (im grossen Zusammenhang und “systemisch”). Insofern verfolge ich hier oder anderswo entsprechende Blogbeiträge mit gesteigerter Aufmerksamkeit (wie so viele andere auch).

    Aber unabhängig vom Thema sind für mich aus hier schon genannten Gründen (Info-Dichte von Videos / Podcasts ganz im allgemeinen) transkriptionslose Videos für mich ein allgemeines “Netz-Ärgernis”. In jedem einzelnen Fall.

    Wenn also wie hier Interesse und Ärgernis zusammenkommen, dann muss sich eben irgendeiner “opfern” und den Kram stellvertretend aufarbeiten. *Manchmal* beiße ich dann selber in den sauren Apfel (nach geraumer Wartezeit, ob es nicht doch ein Anderer macht 😉 ).

  9. #9 Spritkopf
    24. Juni 2019

    Ich sehe eigentlich nur einen wirklichen Grund, warum es nach den Apollo-Missionen keinen bemannten Flug mehr zum Mond gegeben hat: Das liebe Geld. Alle anderen Gründe sind behebbar.

    Die Rakete? Ist heute nicht wirklich mehr ein Problem. Zur Not schickt man einfach drei oder vier Falcon Heavy in den Erdorbit, die dort nacheinander das Raumfahrzeug nebst Treibstoff für die Translunar Injection, das Mondlandemodul, das Aufstiegsmodul und das Rückkehrmodul parken (oder mit welchen Komponenten auch immer man heutzutage ein solches Unternehmen durchführen würde). In der letzten Falcon Heavy sitzen dann die Astronauten, die die Büchsen einsammeln und damit zum Mond fliegen.

  10. #10 Nobody
    24. Juni 2019

    Ich glaube nicht, dass irgendwer auf dem Mond war. “Beweise” von NASA sind mittlerweile nicht mehr glaubwürdig, tut mir leid!
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand auf dem Mond war und PUNKT lg

  11. #11 Florian Freistetter
    24. Juni 2019

    @Nobody: Ich glaube du liegst falsch und PUNKT!

    (Die Art von Diskussion gefällt mir. Die ist sehr unkompliziert und man kann sehr leicht gewinnen. Und wer was anderes behauptet hat nicht recht und PUNKT).

  12. #12 Reno M
    24. Juni 2019

    Der Hauptgrund, warum niemand mehr auf den Mond geflogen ist, ist trivial: Es gibt keinen Grund mehr dafür, der den Aufwand rechtfertigen würde.

    Apollo hatte in erster Linie die Aufgabe, technische Überlegenheit zu demonstrieren und von innen- und außenpolitischen Problemen abzulenken. Wobei die Ablenkung durchaus positiv gemeint ist, in dem Sinne, dass die gesamte US-amerikanische Bevölkerung (und im weiteren Sinne auch die gesamte Welt-Bevölkerung) auf ein Ziel orientiert und identifiziert war.

    Zusätzlich war das Programm sicherlich auch ein “Deficit Spending” für die schwächelnde US-Konjunktur. Als ein Programm zur wissenschaftlichen Erforschung des Modes war es ursprünglich gar nicht gedacht, sondern es wurde darüber “vermarket”. In der Tat musste man sich die wissenschaftliche Rechtfertigung eher mühsam aus den Fingern saugen.

    Nach der geglückten Apollo-11-Mission verlor die Öffentlichkeit rasch das Interesse am Programm und die letzten geplanten Flüge wurden sogar gecancelt.

    Welchen Grund hätte es also in den letzten 50 Jahren gegeben, diese Entscheidung zu revidieren?

  13. #13 Braunschweiger (DE)
    25. Juni 2019

    @ajki: …dann vielen Dank fürs “opfern”, sehr löblich!
    Ich bin auch immer noch der Meinung, ein paar Punkte lesen geht schneller als dieselbe Sache im Video; ich gehöre zur Lesegeneration, trotz mittlerweile Lesebrille. Und sauren Apfel mag ich bei dieser Hitze auch sehr gerne…

  14. #14 Braunschweiger (DE)
    25. Juni 2019

    @Nobody:
    Die Sache ist einfach so: in einiger Zeit wirst du ganz natürlich nicht mehr da sein. Und niemand wird dann glauben, dass du jemals da gewesen bist. Die Leute werden sagen: wir erinnern uns nicht an Verlierer, wir erinnern uns nur an die Gewinner, die uns vertraut haben, und die etwas gelernt haben und die Welt gut beurteilen konnten. — Aber der eigene Nickname kann natürlich auch Programm sein.

  15. #15 Captain E.
    25. Juni 2019

    @Nobody:

    Ich glaube nicht, dass irgendwer auf dem Mond war. “Beweise” von NASA sind mittlerweile nicht mehr glaubwürdig, tut mir leid!
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand auf dem Mond war und PUNKT lg

    Du meinst also, dass die “Beweise” der NASA früher glaubwürdig waren? Was ist denn deiner Ansicht nach geschehen? Warum waren sie früher glaubwürdig und sind es heute nicht mehr?

    Übrigens: Die “Beweise” der Mondlandungsleugner sind heute nicht glaubwürdig und waren auch nie zu irgendeinem Zeitpunkt glaubwürdig.

  16. #16 Daniel Rehbein
    Dortmund
    29. Juni 2019

    Die Schilderung von Captain E. in Kommentar #6, daß die Erwartung besteht, man könnte doch einfach mit dem Space Shuttle auf dem Mond landen, finde ich interessant.

    Diese Schilderung macht bewusst, wie sehr die Wahrnehmung von Weltraumunternehmungen durch unrealistische Science-Fiction-Filme geprägt wird. In Science Fiction landen Raumschiffe, kleine wie große, mal eben einfach so auf Planeten oder Raumbasen und starten von dort wieder. Sie verhalten sich im Grunde so wie Kraftfahrzeuge, die zum Parken am Straßenrand abgestellt und später genau dort wieder gestartet werden.

    Auch die Steuerung verhält sich im Science Fiction wie bei Kraftfahrzeugen oder bei Flugzeugen in der Luftatmosphäre. Da wird Gas gegeben und wieder abgebremst, es wird mit einer Art Lenkrad mit wendigen Manövern durch den Raum gesteuert. Es ist keine Rede davon, daß jegliche Steuerung im leeren Raum nur durch Rückstoß funktionieren kann, was nicht nur das Lenkverhalten ganz anders macht, sondern beim starken Beschleunigen oder Abbremsen auch den Verlust entsprechend großer Massen bedeuten müsste.

    Um die genaue Technik und ihre Rahmenbedingungen haben sich bei den Mondlandungen wohl die wenigsten Zuschauer Gedanken gemacht. Im Büro meines Vater hing in den 70ern ein Plakat mit verschiedenen zeitgenössischen Karikaturen an der Wand. Ein Bild zeigte zwei Astronauten, die auf dem Mond an einer Bushaltestelle standen. Ja, das war damals die Sichtweise in der Bevölkerung: Der Mensch fliegt zum Mond und geht dort spazieren, das ist alles total easy, demnächst gibt es ganz selbstverständlich einen Pendelverkehr, vergleichbar mit einer Buslinie im Taktfahrplan.

    Und so ist es auch nur konsequent, davon auszugehen, daß man bei einer Fahrt mit dem Space Shuttle mal eben einen Zwischenstopp auf dem Mond einlegen kann.