Wie im Bericht zur GWUP-Tagung angekündigt, erscheint hier nun zeitgleich mit der neuen Ausgabe des Skeptiker der Artikel zum gleichnamigen Vortrag von Claudia Graneis.

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Homöopathie ist auf dem Vormarsch. Obwohl ein sinnvoller Wirkungsnachweis bislang unterblieben ist, hält sich die Irrlehre Samuel Hahnemanns nicht nur seit über 200 Jahren – Ihre Vertreter werden  in zunehmendem Maße auch von Politik und Gesundheitswesen hofiert. Die Auswirkungen sind vor allem in den Apotheken zu spüren: hier werden Kunden oft Globuli empfohlen, ohne dass sie danach gefragt hätten; mitunter für Konditionen, die einen Arztbesuch dringend erfordern. Wieso scheinen Pharmazeuten für die Lehre von den Zuckerkügelchen so anfällig zu sein? Inwiefern ist die pharmazeutische Ausbildung betroffen? Welche Rolle spielen Lobbyarbeit und politische Einflussnahm und welche Gefahren birgt der gegenwärtige Zustand?

Bei einer Internet-Recherche stieß ich kürzlich auf „Lichtglobuli“, ein Präparat, das verdünntes und potenziertes Licht enthalten und so die „Lebensenergie“ sowie die „Zellspannung“ erhalten soll. Zudem beheben diese Lichtkügelchen Dysregulationen im Ätherleib, wie auf der Seite des Vertreibers zu lesen ist. Vielleicht weiß der geneigte Leser nicht, was genau dieser Ätherleib sein soll, doch hier kann schnell Abhilfe geschaffen werden: Ihr Apotheker sollte Ihnen diese Frage beantworten können – weil er es an der Universität lernen musste. Ich selbst hatte, als Pharmaziestudentin im ersten Semester, die Aufgabe, die vier Entwicklungsstadien des Menschen in der Anthroposophie (Geistleib, Physischer Leib, Astralleib, Ätherleib) auswendig zu lernen für die Klausur am Semesterende. Leider ist das kein Einzelfall: jede deutsche Universität muss ihre Pharmaziestudenten in Sachen Homöopathie unterrichten – so legt es der Gegenstandskatalog in der Approbationsordnung für Apotheker fest. [1]

Junge Pharmazeuten schon im Grundstudium über Homöopathie zu unterrichten ist ein effektives Mittel und nur das erste Glied einer Kette, die am Ende dazu führt, dass Apotheker anfällig sind für „Zauberzucker“ und Co. Es gibt praktisch keine Stelle, an der die Homöopathie-Lobby nicht interveniert: vom Grundstudium über Seminare für Pharmazeuten und Referentenbesuche bis hin zur Ausbildung zum Fachapotheker für Homöopathie reicht ihr Einfluss. Und das bleibt nicht ohne Folgen – in den Apotheken ist die Nachfrage nach Globuli äußerst hoch und die Apotheker verkaufen sie gern. Woran das liegen kann, möchte ich im Folgenden erörtern.

 

Esoterik an den Universitäten

Der erste und bereits genannte Schritt ist es, Studenten der Pharmazie dazu zu zwingen, sich mit der Irrlehre Hahnemanns zu beschäftigen. Hierbei ist der oder die Studierende auf die Wissenschaftlichkeit des Dozenten angewiesen: letzterem steht es frei, ob er das Thema auf eine kritische Art präsentiert oder nicht. In meinem Fall wurde zwar leise und subtil Kritik geübt, doch auf die Frage, wieso das denn nun zu lernen sei, reagierte man nur mit einem Achselzucken.  Kurze Zeit später musste sich dann mit den Inhalten der Anthroposophie und Spagyrik auseinandergesetzt werden, allerdings ohne ein kritisches Wort.

Weiterhin angesprochen wurde das Homöopathische Arzneibuch, eine Loseblattsammlung mit Regelungen, welche Qualität, Prüfung, Lagerung und Benennung von homöopathischen Arzneien betreffen. Dieses muss jede Apotheke in Deutschland führen.

In meiner Verwunderung schrieb ich damals dem Bundesgesundheitsministerium, um mich zu erkundigen, was es damit auf sich habe. Ich erhielt folgende Antwort:

Sehr geehrte Frau Graneis,

 

Vielen Dank für Ihre Email vom 2. Oktober 2012.

Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass es sich bei der Homöopathie um eine in Deutschland seit 1978 anerkannte Besondere Therapieform im Sinne des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V)  handelt.

Der dem Apotheker vom Gesetzgeber erteilte Auftrag ist die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln (§1 Bundes-Apothekerordnung). Dieser Auftrag bedeutet u. a. die verantwortungsvolle Information und Beratung des Patienten/der Patientin über jedes von ihm abgegebene Arzneimittel und gehört zum Berufsbild des Apothekers.

Der Begriff Arzneimittel umfasst auch die im Register für homöopathische Arzneimittel des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte [BfArM, Anm. d. Autorin] verzeichneten zugelassenen/registrierten homöopathischen Arzneimittel. Homöopathika sind ferner –worauf Sie ja auch hinweisen- im Homöopathischen Arzneibuch verzeichnet, das Teil des Arzneibuchs nach §55 Arzneimittelgesetz ist.

 

Das Homöopathische Arzneibuch als Sammlung von Regeln über die Qualität, Prüfung, Lagerung und Bezeichnung von homöopathischen Mitteln und die bei ihrer Herstellung und Prüfung verwendeten Stoffe, Materialien und Methoden ist Basis für das erforderliche Grundlagenwissen, um Patientinnen und Patienten sachgerecht beraten zu können. Auch die im allgemeinen Teil des HAB niedergelegten verschiedenen Verfahrenstechniken, die neben klassischen Herstellungsmethoden nach Hahnemann auch auf die Verfahren der Anthroposophie und Spagyrik eingehen, ergänzen pharmazeutische Kenntnisse und Fertigkeiten.

Über die Approbationsordnung für Apotheker ist sichergestellt, dass Apothekerinnen und Apotheker nach Beendigung der pharmazeutischen Ausbildung generell über die erforderliche Sachkenntnis bei Arzneimitteln, also u. a. auch bei Homöopathika, verfügen. Dies ist zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten unerlässlich.

Selbstverständlich ist es der Inhaberin/dem Inhaber einer Apotheke unbenommen, homöopathische Arzneimittel nicht in ihr/sein Sortiment aufzunehmen. Das entbindet sie/ihn jedoch nicht von der Beratungspflicht und spielt daher bei der Berufsausbildung keine Rolle. Mit freundlichen Grüßen,

 […] [2]

 

Solche Zustände sowie die intensive Einbindung der Homöopathie in den Lehrplan eines wissenschaftlichen Studiums kommen durch eifrige Lobbyarbeit zustande, und die Methoden der Hahnemann-Jünger gleichen denen der konventionellen Pharmaindustrie aufs Haar: in Ausschüssen des Bundestags werden Aufwartungen gemacht, Bundestagsabgeordnete werden aufs Produktionsgelände und in die Kräutergärten der Hersteller eingeladen, große Stiftungen kaufen sich mit Hilfe von Stiftungsprofessuren für Homöopathie in Universitäten ein.

Doch auch die Ausbildung junger Ärzte ist betroffen: so gibt es im Medizinstudium ein Pflichtfach namens „Naturheilverfahren“, in welchem Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin und Homöopathie gelehrt werden. Oft sind die Dozenten selbst alternativmedizinbegeistert, sodass nicht auf kritische Aufarbeitung gehofft werden darf. [3]

Damit endet die Einflussnahme auf die Mediziner nicht: Pharmareferenten homöopathischer Konzerne machen auch vor Arztpraxen nicht Halt, bepunktete Fortbildungen für Ärzte und sogar ganze Ausbildungen zum homöopathischen Arzt [7] sind längst die Regel.

 

Die Infiltration der Apotheken

Ähnlich sieht es in Apotheken aus. Hier gehen ebenfalls Vertreter von DHU und Konsorten ein und aus, haben Flyer, Aufsteller und kleine Informationshefte für die Apotheken und deren Kunden dabei. Natürlich sind sie freundlich und gewinnend; dabei gelingt es ihnen oft mühelos, das Apothekenpersonal von der Wirksamkeit ihrer Präparate zu überzeugen. Die Studienlage wird (und das kann man im Übrigen auch auf die Vertreter der „normalen“ Pharmaindustrie anwenden) allenfalls verzerrt wiedergegeben und stark zusammengefasst, ist jedoch auch oft nicht von Interesse – sonst sähe es für die Übernahme ins Sortiment auch schlecht aus. Die DHU veranstaltet manchmal auch Informationsabende für Kunden in Kooperation mit einzelnen Apotheken, in welchen jene dann stattfinden. Dafür wird natürlich massenhaft Informations- und Werbematerial bereitgestellt.

Zudem fördern die Apothekerkammern die Ausbildung in Bezug auf Homöopathie nach Kräften. Betrachtet man sich das Fortbildungsprogramm der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, so findet man dort „15 Mittel, die Sie kennen sollten – Eine homöopathische Hausapotheke aus der Offizin“ sowie „Umgang mit Bachblütentherapie – Praxisnahe Tipps für den HV“ (= Handverkauf). [4]

Und schließlich muss man nur noch einen Blick in die bekannte Apothekenumschau werfen, um Tipps für homöopathische Hausapotheken und seitenlange Loblieder auf die Zuckerkugeln zu finden. [5] Anders als durch intensive Lobbyarbeit sind solche Zustände nicht zu erklären.

(Ganz besonders sind auch Hebammen mittlerweile zu Opfern dieser Lobby geworden, wie bereits in der letzten Ausgabe des Skeptiker zu lesen war.)

Wieso sind nun ausgerechnet ApothekerInnen so empfänglich für die Lehre der und bereit zum unkritischen Verkauf von Homöopathie? Man stelle sich vor, eine junge Pharmazeutin, die in ihrer Ausbildung sowohl an der Universität als auch durch empirische Beobachtungen im praktischen Jahr vom Nutzen der Homöopathie überzeugt wurde, möchte sich nach ein paar Jahren selbstständig machen und eine Apotheke übernehmen. Schon bald wird sie feststellen, dass viele Kunden dazu übergegangen sind, sich ihre Medikamente im Internet zu bestellen – weiterhin wird es ihr finanzielle Schwierigkeiten bereiten, dass sie für jedes verschriebene Medikament, egal, ob es 20 oder 2000 Euro kostet, gerade mal 8,10 € bekommt. Anders sieht das natürlich bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten aus: hier kann sie ihren Aufschlag auf den Einkaufspreis selbst festlegen und es kommt hinzu, dass Kunden gern bereit sind, für die ohnehin schon nicht eben günstigen Zuckerkügelchen tief in die Tasche zu greifen.

Geschickt platzierte Werbung der Firmen, die besonders auf junge Frauen abzielt, führt dazu, dass die Nachfrage sehr hoch ist und ständig steigt: Mütter wollen gern sanfte Medikamente für ihre Kinder, und generell soll es lieber „etwas Natürliches“ anstatt der „chemischen Keule“ sein. Oft wird man von Apothekerseite den Spruch hören, dass man mit Homöopathika nichts falsch machen könne – doch weit gefehlt.

 

Die Gefährdung durch Homöopathie

Ein häufig gehörtes Argument von Seiten der Globulibefürworter ist Folgendes: selbst wenn man sich sicher sei, dass auf wissenschaftlicher Ebene kein Wirknachweis für die Zuckerkügelchen existiere (oder existieren könne), so könne man ja den Placeboeffekt ausnutzen und dem Patienten durch Aktivierung der „Selbstheilungskräfte“ helfen. Abgesehen davon, dass man den Placeboeffekt auch als Bonus bei wirklich wirksamen Therapeutika nutzen kann, verwirft man damit eine bedeutende Errungenschaft der modernen Medizin: die informierte Einwilligung, also die informierte und aufgeklärte Zustimmung des Patienten zum Behandlungskonzept. Ist sich der Behandelnde, ob Arzt oder Apotheker, dessen bewusst, dass ein Präparat aus wissenschaftlicher Sicht nicht nur nicht wirken kann und laut aktueller klinischer Studienlage nicht wirkt, und verschreibt er es trotzdem, so täuscht und hintergeht er den Patienten – auch, wenn der Placeboeffekt dann eintritt. Die informierte Einwilligung war in vergangenen Jahrhunderten nicht die Regel. Ein Relikt aus dieser Zeit und, wenn man so möchte, ein Beleg für die Vorliebe für die Bevormundung von Patienten in Arzt- und Apothekerkreisen ist die Rezeptursprache. Rezepturen wurden von je her auf Latein verfasst, damit Arzt und Apotheker kommunizieren konnten, ohne dass der Patient verstand, welches Präparat für ihn zubereitet werden sollte. Da die Abkürzungen praktisch und gebräuchlich sind, wurden sie in gewissem Umfang beibehalten, doch als PatientIn hat man es noch immer schwer, zu erkennen, welche Art von Medikament eine(n) erwartet (bezeichnend ist übrigens, dass klassische Rezeptursprache vollumfänglich fast nur noch von älteren Ärzten und Homöopathen verwendet wird) [6]. Wer würde auch erraten, dass hinter „M. f. Ungt. D. ad Ollam albam“ die Anweisung zum Anrühren einer Salbe und deren Abfüllen in eine weiße Kruke steckt?

Heute schüttelt man als Student mit einem ungläubigen Lächeln den Kopf, wenn der Terminologiedozent erzählt, dass die Rezeptursprache zur elitären Kommunikation zwischen Arzt und Apotheker diente – doch ist es nicht ebenso bevormundend und autoritativ, dem Patienten vorzuenthalten, was er wirklich (oder eben nicht) zu sich nimmt, wenn er drei Mal am Tag fünf Globuli unter seiner Zunge zergehen lässt? Das Verordnen und Empfehlen von Homöopathika an Patienten, obwohl man sich deren esoterischen Charakters bewusst ist, gleicht einer medizinethischen Reise ins Mittelalter, auch wenn es noch so gut gemeint ist.

Doch die Liaison zwischen Globuli und Apotheke birgt weitere Unannehmlichkeiten. Obwohl es üblich ist, Homöopathika als Fertigarzneimittel der großen Firmen wie DHU, Wala, Weleda oder ähnlichen zu kaufen, gibt es auch Kunden, die „ihre“ Präparate nach Rezeptur in der Apotheke anfertigen lassen möchten. Dies ist jedoch nicht immer ganz harmlos: viele homöopathische Präparate enthalten Giftstoffe wie Quecksilber oder Antimon. Ein Apotheker, der solche Präparate herstellen möchte, muss zunächst die Grundstoffe aus dem Großhandel beziehen oder vorrätig haben, also unnötigerweise starke Gifte lagern, die im normalen Apothekenalltag nie gebraucht werden. Zudem setzt er damit seine MitarbeiterInnen, die Pharmazeutisch-Technischen AssistentInnen (PTA), welche die Medikamente meist herstellen, völlig überflüssigen Risiken aus – abgesehen davon, dass diese ihre Arbeits- und Lebenszeit damit verschwenden, stundenlang zu verdünnen oder zu verreiben. Einige der PTAs, mit denen ich sprach, erzählten mir, dass sie diese Prozedur während ihrer Ausbildung durchleiden mussten. Beim zehnmaligen Schütteln nunmehr reinen Wassers gegen den Erdmittelpunkt wurden sie zudem angehalten, möglichst positiv zu denken, damit ihre „Schwingungen“ auf das Medikament übergehen könnten.

Für die Kunden und damit Patienten am gefährlichsten ist jedoch die Handhabung des Themenkomplexes Homöopathie durch das Apothekenpersonal. Meist sind Apothekenmitarbeiter aus Gründen der Wirtschaftlichkeit dazu angehalten, die Kunden nicht darauf hinzuweisen, dass die von ihnen erstandenen Globuli völlig wirkungslos sind. Doch Skeptizismus ist unter Pharmazeuten ohnehin nicht besonders weit verbreitet; viele glauben aufgrund ihrer Erfahrungen mit Kunden, dass Homöopathika tatsächlich irgendeine Art von Wirkung entfalten können. Ich selbst habe in einer Apotheke, in der ich arbeitete, miterlebt, wie Werbeinformationen der entsprechenden Firmen ihren Weg vom Pharmareferenten zum Kunden gingen.

Nachdem die freundliche Referentin einer großen Homöopathiefirma der Apothekerin einen Besuch abgestattet und viele kleine Werbegeschenke sowie ein Poster über ihre Produkte dagelassen hatte, wurde das Personal zu einer „Kurzfortbildung“ zusammengetrommelt. Im Rahmen dieser zehnminütigen Veranstaltung las die Chefapothekerin das Plakat vor und erklärte ein bestimmtes homöopathisches Präparat zum Mittel der Wahl bei Durchfall, dies möge man bitte so auch an die Kunden weitergeben. Kein kritisches Wort, kein gemeinsames Überprüfen und Diskutieren der Evidenz: nur ein kleiner Werbevortrag und alle waren glücklich. Und das ist sicher nicht unüblich in deutschen Apotheken, wie im folgenden Teil des Artikels deutlich wird.

Die Gefahr für den Patienten entsteht in dem Moment, in welchem er mit einer Beschwerde in der Apotheke erscheint und die Fehlinformationen des Pharmareferenten durch das Apothekenpersonal an ihn herangetragen werden. Dies kann im besten Fall zur natürlichen Besserung, wie sie auch ohne Medikamente eingetreten wäre, im schlechtesten zur Therapieverschleppung und zu gefährlichen Komplikationen führen.

 

Gefährliche Falschberatung in Apotheken – ein Experiment

Ein Fall, bei welchem das Ausbleiben der richtigen Therapie besonders schlimme Folgen mit sich bringen kann, ist die Mittelohrentzündung. Gerade bei kleinen Kindern führt die falsche Behandlung zu einem Persistieren der schlimmen Ohrenschmerzen, doch das ist noch nicht alles: Komplikationen von Hörverlust über operationspflichtige Knochenentzündungen bis hin zu Hirnhautentzündung und lebensgefährlicher Sepsis sind möglich, wenn eine Mittelohrentzündung nicht nach spätestens einigen Tagen antibiotisch behandelt wird. Hier kann es also katastrophal enden, wenn ein Kunde dem gut gemeinten Rat seines esoteriknahen Apothekers Glauben schenkt und diesen Infekt nur homöopathisch, also nicht behandelt.

Um die Beratungsqualität der Apotheken meines Umfeldes zu prüfen, habe ich daher ein kleines Experiment im Kölner Norden durchgeführt, mit folgenden Versuchsbedingungen:  ich gab vor, eine medizinisch unbedarfte Mutter zu sein, deren zweijährige Tochter an wiederkehrenden Mittelohrentzündungen leide. Nachdem der Arzt schon wieder Antibiotika aufgeschrieben habe und ich das Gefühl habe, dass das nicht gut sei für das Kind, wollte ich wissen, welche Alternativen es gibt. Alle Apothekenbesuche wurden nur von mir und am selben Tag durchgeführt und auch mein (auswendig gelernter) Text war in jeder Apotheke derselbe, um für alle Apotheken möglichst gleiche Bedingungen zu schaffen. Um die Reaktion der ApothekerInnen und PTAs einordnen zu können, habe ich meine Fragen nach zunehmender Suggestivität folgendermaßen angeordnet.

  • Frage 1: „Gibt es eine Alternative zur Behandlung mit Antibiotika?“
  • Frage 2: „Gibt es nicht etwas Natürliches?“
  • Frage 3: „Gibt es da etwas Homöopathisches?“

Abhängig von der Reaktion der ApothekerInnen und PTAs habe ich die Apotheken in vier Eskalationsstufen eingeteilt:

  • Stufe 4: der/die ApothekerIn empfiehlt sofort ein homöopathisches Mittel
  • Stufe 3: Homöopathika werden erst auf Frage nach einer „natürlichen Alternative“ empfohlen
  • Stufe 2: erst die gezielte Nachfrage nach einem Homöopathikum führt zu dessen Empfehlung
  • Stufe 1: es wird kein Homöopathikum empfohlen.

Wünschenswert wäre natürlich, dass jede Apotheke in die erste Kategorie fallen und der jungen Mutter nahe legen würde, schnellstmöglich einen Kinderarzt aufzusuchen (und dessen Verschreibung ernst zu nehmen). Leider unterschied sich die Realität in den sieben von mir getesteten Apotheken deutlich vom Ideal.

In Apotheke 1 erzählte ich einer freundlichen Apothekerin meine Geschichte, woraufhin sie ohne zu zögern ein homöopathisches Präparat zur Behandlung meiner fiktiven Tochter vorschlug (10 ml, 13,95 €). Sie suchte ein paar Informationen zur Dosierung bei Kleinkindern heraus und empfahl auch keine weiteren Maßnahmen. Nach ungefähr zwei Minuten war das Gespräch beendet. Etwas erschüttert begab ich mich in die zweite Apotheke. Hier sah die Sache schon anders aus: auf meine Frage nach Alternativen entgegnete man mir, die gebe es nicht. Nach weiterem Nachbohren schlug die Dame mir die „natürlichen“ Mittel Sinupret und ein Vitaminpräparat vor; beide nicht mit ausreichend Evidenz durch wissenschaftliche Studien belegt und in ihrer Wirkung höchst zweifelhaft. Als ich schließlich gezielt nach Homöopathika fragte, wurde mir das gleiche Mittel empfohlen wie in Apotheke Nr. 1 – eingeleitet von dem guten Ratschlag, dass man „der Homöopathie schon positiv gegenüberstehen“ müsse.

In der dritten Apotheke wurde ich von einem ausgesucht freundlichen Apotheker empfangen, der mir als erster (und leider auch einziger) sagte, was ich hören wollte: an einem Arztbesuch führe kein Weg vorbei. Was er mir allerdings zur unterstützenden Behandlung empfehle, sei das mir schon von den beiden vorherigen Apotheken angeratene Homöopathikum. Es sei ja viel über Homöopathie in den Medien zu vernehmen, erzählte er dann noch, und gerade bei den Hochpotenzen sei es Glaubenssache. Dieses Mittel jedoch enthalte nur Niedrigpotenzen und wirke daher „auf jeden Fall“. Anhand eines Inhaltsstoffes, dem Blausäuresalz des Quecksilbers, erklärte er mir, dass die Mittel so stark verdünnt seien, dass sie nicht mehr toxisch wirken, eine antibakterielle Wirkung sei aber dennoch gegeben (was freilich „schulmedizinisch“ argumentiert – und falsch – ist; Hahnemann-Freunde wären damit nicht einverstanden, entspricht es doch nicht dem Simile-Prinzip). Insgesamt stimuliere das Mittel jedenfalls das Immunsystem. Zum Schluss empfahl mir der Herr, das einmal mit meinem Arzt abzusprechen.

Weiter ging es in die vierte Apotheke, wo ich einer jungen Berufsanfängerin gegenüberstand. Aus dem Stegreif wisse sie keine Alternative zur Antibiose. Ein Blick in die Datenbank schaffte Abhilfe: sie empfehle mir – man ahnt es – ein homöopathisches Mittel. Das wirke auch, wenn man plötzlich Halsschmerzen oder Schnupfen bekomme, dafür könne ich es meiner Tochter auch geben. Ich fragte nach: „Und das hilft?“ Die Apothekerin bejahte und räumte kurze Zeit später ein, dass es natürlich eine Frage des Glaubens sei: wer nicht daran glaube, dem könne es auch nicht helfen.

Ähnliches erwartete mich in Apotheke 5: der erste Gang führte die Pharmazeutin zum Regal, in welchem das mir schon mehrfach empfohlene Homöopathikum stand, auch hier ohne zu fragen, ob ich denn überhaupt Interesse an geschütteltem Lösemittel habe. Lediglich in der vorletzten Apotheke erwartete mich eine Überraschung: die dort arbeitende Frau, die noch sehr jung und daher vermutlich eher PTA als Apothekerin war, beantwortete mir alle Fragen nach Alternativen mit einem klaren Nein – allerdings hatte ich den Eindruck, dass sie nicht um das oben so oft erwähnte „Therapeutikum“ wusste, da sie mir auch nicht klar von Naturheilmitteln und Globuli abriet. Dennoch: aus dieser Apotheke wäre ich nicht mit unwirksamen und überteuerten Mittelchen nach Hause geschickt worden.

Nach diesen entmutigenden Ergebnissen begab ich mich in die letzte Apotheke, um die dort arbeitende Angestellte um Rat für meine kranke Tochter zu bitten. Wie zu erwarten war, nahm auch sie zuerst das Homöopathikum aus dem Regal und erklärte mir ein paar Dinge, die von haarsträubender medizinischer Fehlbildung kündeten. Dieses Mittel werde meiner Tochter sicher helfen, denn sie sei ja noch ein Kind. Bei Kindern wirke Homöopathie erfahrungsgemäß besser, denn sie hätten ihre Körper ja noch nicht mit Fast Food und dergleichen belastet; die Körper der Kleinen seien „rein“. Zudem machten sich Kinder keine Gedanken darum, ob etwas wirke oder nicht, das erleichtere die Verabreichung.

Angesichts dieser Ergebnisse muss man sich um jedes Kind mit Mittelohrentzündung (oder jeder anderen Erkrankung, für die auch ein homöopathisches „Heilmittel“ existiert) offenbar große Sorgen machen: von sieben Apotheken entsprachen fünf der Stufe 4, empfahlen also als erstes Mittel ein Homöopathikum – doch immerhin schickte einer der fünf die fiktive Mutter zum Arzt. Eine Apotheke entsprach der Stufe 2 und nur eine von sieben Apotheken empfahl überhaupt keine homöopathische Behandlung.

Wenn also eine medizinisch unbedarfte Mutter in einer solchen Situation eine Pharmazeutin oder einen Pharmazeuten konsultiert und wenn man annimmt, dass die Daten annähernd repräsentativ oder sogar zu optimistisch sind (wofür die oben angesprochene Lobbysituation spricht), so wird ihr in fast 60% der Fälle als erstes zu einem nutzlosen und teuren homöopathischen Mittel geraten werden; in ca. 85% der Fälle wird sie auf Umwegen zu einem Homöopathikum kommen. Da mir die Mittel in fast jeder Apotheke völlig kritiklos präsentiert und oft noch mit dem bekannten „Damit kann man nichts falsch machen!“ garniert wurden, wundere ich mich seitdem nicht mehr darüber, wie die Lehre von den Zuckerkügelchen in Deutschland und der Welt einen solch traurigen Siegeszug antreten konnte.

Zum Schluss bleibt mir nur noch, einige Vorschläge zu machen, wie man den Einfluss dieser Irrlehre und ihrer Anhänger begrenzen könnte. Zunächst plädiere ich dafür, die Apothekenpflicht der Homöopathika aufzuheben, die nur besteht, weil kein erkennbarer deutscher Name auf die Präparate aufgedruckt wird. Im Supermarkt werden Globuli und Ethanol sicher schnell entzaubert. Zudem wäre ich dafür, Homöopathika nur zur Therapie volljähriger und mündiger Personen zuzulassen, und das auch nur nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch über deren Bestandteile und nachgewiesene Wirksamkeit (denn meine Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Patienten Homöopathika schlichtweg für Pflanzentinkturen halten). Zudem wäre es meiner Ansicht nach ratsam, die alternativen Heilmethoden auch weiterhin an den Universitäten zu lehren – allerdings keinesfalls im „Man muss beide Positionen kennen“-, sondern im „Kenne Deinen Feind!“-Modus. Aufklärung über Gefahren und fehlende wissenschaftliche Plausibilität tun im medizinischen und pharmazeutischen Studium bitter Not, wie man sieht. Die beste Möglichkeit, Hahnemanns Lehre das Wasser abzugraben ist allerdings, einen entscheidenden Vorteil der Homöopathie, nämlich die intensive persönliche Zuwendung, auch für die „Schulmedizin“ zu gewinnen. Denn die homöopathische Behandlung, so formulierte es Cornelius Courts  bei blooD’N’Acid, verfügt „[…] tatsächlich über einen einzigen wirksamen und sogar unverdünnten Wirk”stoff” […], auf den sie aber weder Patent noch Alleinanspruch hat und haben sollte: Zeit.“ [2]

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Quellenangaben:

1)      http://www.impp.de/IMPP2010/pdf/gkp.pdf

2)      http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/11/05/gastbeitrag-homoopathie-in-der-pharmazie-eine-bestandsaufnahme-teil-2/

3)      https://www.thieme.de/viamedici/medizinstudium/klinik/faecher_kl_studienabschnitt.html#anker2

4)      http://www.akwl.de/fortbildung_pharmazie.php?id=649

5)      http://www.apotheken-umschau.de/Homoeopathie

6)      http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/GermLat/Acta/Dilg.htm

7)      https://www.dzvhae.de/homoeopathie-fuer-aerzte/fortbildung/


 weitere Gastbeiträge von Claudia Graneis:

Gastbeitrag: Homöopathie in der Pharmazie – eine Bestandsaufnahme; Teil 1

Wer darüberhinaus Fragen hat und/oder mit der Autorin abseits des Kommentarthreads Kontakt aufnehmen möchte, kann eine E-Mail an mich schreiben, die ich dann weiterleiten werde.

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Kommentare (57)

  1. #1 Bloody Mary
    04/06/2013

    „Lichtglobuli“, ein Präparat, das verdünntes und potenziertes Licht enthalten [soll.]”

    Yeah, endlich eine Möglichkeit, meine Stromrechnung zu halbieren.

    Und ernsthaft: danke für ein Stück Aufklärungsarbeit, Claudia, das überdauern wird. Ich werde mir künftig erlauben, mich darauf zu beziehen, wenn es mit Homöos zur Sache geht.

    Ausgesprochen gut gefallen hat mir Cornelius’ Bemerkung bezüglich des “einzigen wirksamen und sogar unverdünnten Wirk”stoff” s – der dem Patienten gewidmeten Zeit.

  2. #2 roel
    *****
    04/06/2013

    @Bloody Mary “Yeah, endlich eine Möglichkeit, meine Stromrechnung zu halbieren.”

    Hier greift das Ähnlichkeitsprinzip. Deine Stromkosten sind zu hoch, du behandelst sie mit Lichtglobolie, die ähnlich hohe Kosten haben.

    Und leider hat Cornelius mit der Zeit einmal tatsächlich Recht.

  3. #3 rectus
    04/06/2013

    @C. G.,
    wiedermal ein sehr informativer Beitrag. Was mich irritiert: wieso ist die Reaktion der Studenten/innen im Sinne eines Protestes nicht deutlicher? Wer aus einem Seminar/Praktikum zur z. B. organischen Chemie -mit all den haesslichen Formeln inklusive Konzentration bzw. Stoffmengen- kommt und dann gleich in eine Veranstaltung zur Homoeopathie geht, muss doch mindestens unter ganz massiver kognitiver Dissonanz leiden, um die Diskrepanz nicht erkennen zu koennen. Man stelle sich den berechtigten Aufschrei vor, wenn Zoologiestudenten in eine Vorlesung zur Koboldologie und Elfenkunde gehen muessten!

  4. #4 Michael
    04/06/2013

    Interessanter und wichtiger Beitrag, der hoffentlich ähnlich viel Aufmerksamkeit erhält, wie die vorangegangenen.

    Fand die Ergebnisse des Mini-Experiments wirklich besorgniserregend, insbesondere wenn man bedenkt, wie viele Kunden sich auf solche Empfehlungen unkritisch verlassen.

  5. […] ist Graneis’ Artikel bereits als Gastbeitrag im Science-Blog BlooDNAcid veröffentlicht worden, und zwar […]

  6. #6 Sepp
    05/06/2013

    Danke für den interessanten Artikel. Ich habe ja geahnt, dass es in den Apotheken schlimm aussieht, aber dass es so schlimm ist hätte ich nicht gedacht!

  7. #7 Joseph Kuhn
    05/06/2013

    @ Claudia Graneis:

    “Hahnemanns Lehre das Wasser abzugraben”

    Ein passendes Bild.

    Gibt es eigentlich innerhalb der wissenschaftlichen Pharmazie Auseinandersetzungen um die Homöopathie, z.B. in Fachzeitschriften? Oder ist das kein Thema?

  8. […] ist Graneis’ Artikel bereits als Gastbeitrag im Science-Blog BlooDNAcid veröffentlicht worden, und zwar […]

  9. #9 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/06/2013

    @ rectus:

    Was mich irritiert: wieso ist die Reaktion der Studenten/innen im Sinne eines Protestes nicht deutlicher?

    Das liegt m.E. daran, dass im Regelfall bereits in der Schule versäumt wurde, den Schülern kritisches Denken beizubringen, mitlaufendes Jasagertum ist da eher angesagt.

  10. #10 Sven Türpe
    05/06/2013

    Die Interpretation der Versuchsergebnisse ist nicht haltbar, da sie den Kontext nicht berücksichtigt. Selbstverständlich wird mir ein Händler, dessen Geschäft ich besuche, Angebote unterbreiten und dabei versuchen, seinen Gewinn zu maximieren. Er wird dazu meine Kaufwilligkeit ausloten, unabhängig davon, ob ich die angebotenen Produkte wirklich brauche oder ob Dritte meinen Präferenzen zustimmen. Als Kunde entscheide ich, auf welche Angebote ich eingehe, welche ich zurückweise und wie ich verhandle. Am Ende kommt beiderseits freiwillig ein Geschäft zustande, oder eben auch nicht. Weder die Anbahnung noch der Abschluss eines Geschäfts ist skandalträchtig, auch dann nicht, wenn etwa McDonalds Hamburger an Vegetarier verkauft.

    Der geschilderte Versuch demonstriert diese Umstand und weist nach, dass die betrachteten Apotheken Teil einer Marktwirtschaft sind. Das wussten wir vorher schon, aber ein Experiment schadet ja nie. Weiter reicht seine Aussagekraft allerdings nicht. Alle geschilderten Beobachtungen entsprechen den Erwartungen, wie sie am Modell aus Händler und Markt folgen. Alle Anpassungen bleiben rein oberflächlich in der Beschreibung. man hätte den Versuch statt für Homöopathie ebenso für Badesalz, Hustenbonbons, Zellstofftaschentücher (garantiert ohne Wirkstoff gegen Schnupfen!) oder Feuchtigkeitscremes formulieren und ausführen können. Stets wird am Ende ein Vorschlag auf dem Tisch liegen, der vom Verhandlungsverlauf und von den Eingaben beider Parteien abhängt.

    Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einer Apotheke homöopathische Mittel angeboten bekommen zu haben. Entweder entsprechen die gewählten Apotheken nicht jenen, welche meine Lebenserfahrung prägen, oder das Verhalten der Experimentatorin wurde trotz Beschreibung in seinem Einfluss auf das Ergebnis nicht hinreichend gewürdigt. Vermutlich ist letzteres der Fall, denn ich grenze den Verhandlungsgegenstand gleich zu Beginn eng ein und verlange Produkte oder Wirkstoffe. Letztlich richtet sich die Klage des Textes also dagegen, dass Menschen von ihrer Freiheit unterschiedlich Gebrauch machen können. Dass die Begründung hierfür in das Gebiet der epistemischen Homöopathie (a.k.a. Skeptizismus) fällt, erscheint folgerichtig.

  11. #11 roel
    *****
    05/06/2013

    @Claudia Graneis wieder ein schöner Beitrag zur Homöopathie. Ich hoffe diese Serie wird weitergeführt, ist sie doch das Glanzstück auf diesem Blog.

    Eine kleine Ergänzung noch hierzu: “Doch auch die Ausbildung junger Ärzte ist betroffen: so gibt es im Medizinstudium ein Pflichtfach namens „Naturheilverfahren“, in welchem Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin und Homöopathie gelehrt werden. Oft sind die Dozenten selbst alternativmedizinbegeistert, sodass nicht auf kritische Aufarbeitung gehofft werden darf.”

    Einmal aus http://de.wikipedia.org/wiki/Arzt#Statistiken :
    Berufstätige Ärzte zum 31.12.2006: 311.300

    und dann aus http://www.bpi.de/fileadmin/media/bpi/Downloads/Internet/Publikationen/Pharma-Daten/Pharmadaten%202011%20DE%20V2.pdf :
    “Allein in Deutschland gibt es etwa 60.000 Ärzte, die homöopathische
    und auch anthroposophische Arzneimittel regelmäßig
    verordnen.”

    Das bedeutet, dass ca. 20% der Ärzte “homöopathische
    und auch anthroposophische Arzneimittel” verordnen. Der Anteil der homöopathische Arzneimittel ist zum Glück gering: “Homöopathische Arzneimittel sind in Deutschland apothekenpflichtig. 2007 betrug der Anteil homöopathischer Arzneimittel im deutschen Apothekenmarkt am Umsatz 1,09 %, an der Zahl der verkauften Einheiten 3,26 % (3,16 % im Vorjahr).[124] Homöopathische Arzneimittel hatten 2009 mit etwa 403 Mio. Euro einen Anteil von rund 8 % an rezeptfreien Medikamenten. Dabei wurden 2 % (103 Mio. Euro) durch Therapeuten verordnet und 6 % (300 Mio. Euro) durch Selbstkäufe erworben. Gegenüber 2008 nahm die Verordnungshäufigkeit um 4 % ab, der Selbstkauf um 2 % zu.” Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie

  12. #12 Diandra
    Bonn
    05/06/2013

    Lichtglobuli, wie geil… ich hab mal schnell das Licht im Büro ausgemacht aus Angst vor Überdosis. Die Röhren sind schon ziemlich schwach…

    Spaß beiseite – anstatt die Homöopathie zu verteufeln, sollte die Medizin lieber versuchen, davon zu lernen. Die Mittel mögen wissenschaftlich nicht wirksam sein, unbestritten, aber warum ziehen Menschen sie vor? Weil sie keine Angst vor schädlichen Nebenwirkungen haben müssen, weil sie “natürlich” sind – und weil Menschen, die Homöopathie empfehlen (Ärzte wie Apotheker) sich in vielen Fällen mehr Zeit für sie nehmen. I.e. viele Menschen werden sich in der Homöopathie besser wahrgenommen und aufgehoben fühlen.

    Glücklicherweise habe ich einen sehr freundlichen Hausarzt, der sich auch am Ende eines langen und hektischen Tages noch wirklich Zeit für jeden einzelnen Patienten nimmt, und der in Absprache mit den Patienten – nein, nicht zu Globuli – aber zu Hühnersuppe und Ruhe rät, anstatt bei jedem Schnupfen direkt Medikamente zu verschreiben. Das bedeutet für mich, dass ich seiner Empfehlung auch tatsächlich vertraue, wenn er mir ein Rezept ausstellt, weil ich davon ausgehe, dass er sich dann tatsächlich etwas dabei denkt. Und bislang bin ich tatsächlich jedesmal gesund geworden, ganz ohne “Licht und Liebe”-Globuli. ^^

  13. #13 CM
    05/06/2013

    @Sven Türpe: Kann man so sehen – aber seid mein Kleiner auf der Welt ist, erhalte ich auch in Apotheken Angebote zu Homöopathika. Die Frage nach Arzneimittel für ein Kind ist also (in meiner Beobachtung) eine nicht zu unterschätzende Kovariate in der Analyse des Experimentes.
    Meine Vermutung(!): Kinder haben oft Wehwehchen und die Eltern sind Kunden, die i.d.R. so schnell als Möglich Abhilfe wollen. Es könnte also eine bes. Konditionierung der Händler stattgefunden haben.

    Überdies übersehen Sie was vorher geschrieben stand: Pharmazeuten werden schon im Studium zum Komplex der Homöopathie “geprimt”. Das mein Apotheker neuerdings Vorträge zu Heilpflanzen in der Homöopathie halten will, ist sicher nicht alleine dem Markt geschuldet, denn mit anderen PR-Maßnahmen ließ sich ebenfalls der Umsatz steigern.

  14. #14 Sven Türpe
    05/06/2013

    Die Frage nach Arzneimittel für ein Kind ist also (in meiner Beobachtung) eine nicht zu unterschätzende Kovariate in der Analyse des Experimentes.

    Oder vielleicht doch die Frage nach Arzneimitteln? Wer die Verhandlungsführung einfach an sein Gegenüber abgibt, geht selbstverständlich mit einem Deal nach Hause, der dem Geschäftspartner nützt. Wenn Du zum Autohändler gehtst, nach einem Auto für Deine Familie fragst, und der Empfehlung des Händlers folgst, wirst Du ein für unpassendes Auto zu viel bezahlen.

    Überdies übersehen Sie was vorher geschrieben stand: Pharmazeuten werden schon im Studium zum Komplex der Homöopathie “geprimt”.

    Na und?

  15. #15 Nele
    05/06/2013

    @Diandra

    Spaß beiseite – anstatt die Homöopathie zu verteufeln, sollte die Medizin lieber versuchen, davon [von der Homöopathie, N.] zu lernen.

    Was soll die Medizin von der Homöopathie lernen? Wie man nichtsahnende Leute bescheißt?

    Die Mittel mögen wissenschaftlich nicht wirksam sein, unbestritten, aber warum ziehen Menschen sie vor?

    Weil sie das Opfer einer organisierten Bauernfängerschaft mit erheblicher Lobbyhebelwirkung geworden sind.

  16. #16 CM
    05/06/2013

    @Sven: Na und?
    Na ja, vielleicht ist “Experiment” das falsche Wort, weil umgangssprachlich verwendet. Ich finde das alles etwas haarsparlterisch – ich kann auch nicht den Anspruch erkennen representativ zu sein.
    Das Punkt mit dem Auto allerdings trifft den Nagel auf den Kopf: Weil es um Arzeimittel geht, Homöopathika aber nur de jure> welche sind. Das macht für mich den Unterschied in der Erwartungshaltung Händler vs. Kunde aus: Ich jedenfalls möchte, wenn es mir oder anderen schlecht geht, Arzeimittel, die auch de facto> welche sind. Dummerweise fehlt mir der Glaube, um Homöopathika für mich dazu zu machen.
    Fazit: Claudia Graneis hat einen schönen Artikel geschrieben und ich möchte die Forderungen unterstützen. Kleinere Formulierungsschwächen sind mir egal.

  17. #17 roel
    *****
    05/06/2013

    @Nele “Weil sie das Opfer einer organisierten Bauernfängerschaft mit erheblicher Lobbyhebelwirkung geworden sind.”

    Jein, die Bauernfänger und Lobbyisten versprechen zwar keine Nebenwirkungen, Sanftheit und Natürlichkeit, aber das ist genau das was die betreffenden Menschen suchen und was sie meinen bei den herkömmlichen Arzneimitteln nicht finden zu können.

    @Cornelius Courts Können Sie bitte meine Kommentare freischalten.

  18. #18 WolfgangM
    05/06/2013

    Die Herstellung von Sonnenheilmittel in Form von Globuli ist hier ausführlich beschrieben. Die Form der Besonnungsgefäße, die Dauer der Bestrahlung etc pp.
    Und dann kommen noch eine Reihe von Verhaltungsmassregeln dazu- ohne die ist das Lichtglobuli der Bürger von Schilda ja nicht wirksam:

    Notwendigkeit und Begründung für absolute sexuelle Enthaltsamkeit während der Biophotonenanwendung
    11] Den Eheleuten ist noch besonders zu bemerken, daß sie sich während der Kurzeit des Beischlafes streng zu enthalten haben; denn der Same beiderlei Geschlechts ist ein Hauptlebensspezifikum (2) und darf der Seele bei der Herstellung ihres Leibes nicht entzogen werden.

    Quelle:http://www.j-lorber.de/jl/hson/hson-002.htm#jl.hson.002,11

    Das müssen also besonders intelligent designte Globuli sein, die können sofort auf Modus unwirksam schalten, wenn die Eheleute den Beischlaf vollziehen.

  19. #19 CM
    05/06/2013

    @Wolfgang: DAS ist ja cool! Wobei das wirklich clevere am Produkt wäre natürlich die Unterscheidung zwischen ehelichem und unehelichem Beischlaf 😉 SCNR – das steht da ja *so* nicht.

  20. #20 Nullzone
    05/06/2013

    @WolfgangM: Na das schreit doch nach Experiment 😉
    Wie ist das bei Nichtverheirateten, z.B.? Bei gleichgeschlechtlichen Partnern? Welche Sexualpraktiken zählen als “Beischlaf vollziehen”?

    Immer wieder irre, auf was die Leute so kommen.

    —–
    Bei Claudia möchte ich mich für einen wunderbaren Artikel bedanken. Höchstes Lob!

  21. #21 Nordlicht
    05/06/2013

    @ Sven Türpe
    Deinen Beitrag #10 finde ich recht interessant. Aber m. E. ergeben sich daraus Konsequenzen?
    a) Apotheken dürfen nur zugelassene Medikamente anbieten
    b) Apotheken dürfen nicht nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden

    In dieser “Ministudie” fehlt mir aber eine sehr wichtige Angabe (oder ich habe das überlesen).
    Da die “unbedarfte Mutter” mit einem Antibiotikarezept dort ankam – haben die Apotheker die Homöopathiepräparate zusätzlich zu den Antibiotika angeboten oder als Ersatz? (Zweites halte ich geradezu für krininell.) Wurde darauf hingewiesen, dass ein Antibiotikakur nur nach Rücksprache mit einem Arzt abgesetzt bzw. nicht begonnen werden sollte? (M. E. eine Pflichtansage für jeden Apothekenmitarbeiter.)

  22. #22 Nullzone
    05/06/2013

    @Nordlicht:
    Wenn ich mich recht entsinne, sind Apotheken in Deutschland sogar verpflichtet, Pseudomedizin wie Homöopathie vorzuhalten.

    In Deutschland ist HP ja idiotischerweise “zugelassenes Medikament” . Das das wg. Binnenkonsens ein kompletter Witz ist, wissen die wenigsten.

    Ich wohne mittlerweile in den Niederlanden, und in unserer Apotheke hier ist HP auch recht prominent aufgestellt.
    Interessanterweise läuft das hier unter “Genesmiddel” (also relativ harmloses Zeugs, keine Antibiotika oder so – die gelten als richtige Medizin) ; diese kannst du sogar im Supermarkt kaufen: und auch dort ist HP sehr prominent vertreten.

    Seit kurzem dürfen richtige Medikamente und “Genesmiddel” auf den Packungen nur noch im klinischen Versuch nachgewiesene Wirkungen/Einsatzbereiche aufführen. Aufschrei bei den Wasserwirblern natürlich gross, denn sie können natürlich nichts vorweisen.

    Schwierig wird es dann, wenn ich z.B. bei der Frage nach einem leichten kinderverträglichen Schmerzmittel (Kleiner zahnte übelst) erstmal HP-Dreck in die Hand gedrückt kriege. Und dann auf meine entrüstetes “nee, alleen maar echte medicijn, keine kwakzalverij!” ein verständnisloses “dat is medicijn, werkt heel goed” zurückbekomme.

    Oder – noch krasser – homöopathische Brandsalbe, bei allen Verbrennungsgraden wirksam. Ja nee, ist klar…

    Genauso wie in Deutschland haben die meisten Leute hier keine Ahnung, was dieser ganze Pseudomedizinkram wirklich ist. “Ist ja alles so sanft und natürlich und ohne Nebenwirkungen, ganz toll.” Kopf -> Tisch.

  23. #23 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/06/2013

    @ WolfgangM:

    Ist denn wenigstens Masturbation erlaubt?

  24. #24 Stefan
    wien
    05/06/2013

    Hier in wien (pharmaziestudium) wird uns dieser schmarren glücklicherweise erspart. Es wurden in der pharmakologie einführungsvorlesung nur ein paar fakten bzgl kein wirknachweis, widerspruch zi erkenntnissen etc angeführt.
    Also kritische information…mein beileid an claudia graneis, ea ist bestürzend dass man sich dort auf der uni zwangsweise mit astralshit beschäftigen muss.

  25. #25 Stefan
    wien
    05/06/2013

    Schlägt man allerdings die Ö. Apo zeitung auf, findet man allerdings denselben schwachsinn, und hierzulande ist der einzig mögliche schwerpunkt einer apotheke anscheinend altmed…daher stellt sich so mancher die frage, was er denn später überhaupt machen will…

  26. #26 CM
    05/06/2013

    @Nullzone: “Geneesmiddelen” worden meestal “Arzneimittel” vertaalt – en ook juist zó begrepen.
    M.a.W. der Unterschied besteht wohl nur in der fehlenden Apothekenpflicht – ich war schon zu lange nicht in den Niederlanden, um die Situation diesbzgl. beurteilen zu können.

  27. #27 Nullzone
    05/06/2013

    @CM: Hhmm, liegt vielleicht daran, dass ich Niederländisch als Zweitsprache lerne. Aber mir kommt es schon so vor, dass ein Unterschied zwischen “medicijn” und “geneesmiddelen” gemacht wird.
    “medicijn” kriege ich nur in der Apotheke. Und HP darf sich eben nicht “homeopatische medicijn” nennen, sondern nur “homeopatisch geneesmiddel” .

  28. #28 Nullzone
    05/06/2013

    Nachtrag:
    Wen es interessiert, wie das so in Niederlanden geht, hier ein Beispiel zum Thema “HP darf nichts wissenschaftlich unbewiesenes mehr auf die Packungen schreiben”:
    http://www.kwakzalverij.nl/1569/Homeopathie_petitie_overhandigd_aan_Tweede_Kamer

    Die Wasserwirbler haben sich natürlich sofort gegenorganisiert; und sind sich nicht zu blöde, Vollcranks wie Nancy Malik als “bringt Beweise für die Wirksamkeit der HP” ins Feld zu führen.
    Hoffe mal schwer, dass die 2.Kammer das durchrasseln lässt.

  29. #29 Test
    05/06/2013

    Bin ich (Spoing) hier gesperrt?
    In mehreren Bereichen kann ich nichts mehr Posten!

  30. #30 Test
    05/06/2013

    Hmm, scheint wirklich so, als läge es an meinen Account. Wüsste nicht weswegen ich gesperrt seien sollte. Wenn es einen Grund haben sollte würd ich den gerne erfahren.

    Mein Beitrag noch einmal:

    Wie wäre es eigentlich wenn wir mal “Homöopatische Generika” verkaufen würden. Wir uns also den ganzen Herstellungsprozess sparen auf die Packung schreiben “enthält die selben Inhaltsstoffe wie Homöopatikuum … c100”
    Und das ganze für 1€ die Packung verkloppen!
    Das würde den Scharlatanen wenigstens den Profit rauben.

    Btw. wäre es eigentlich unrechtens einfachen Zucker als “richtiges Homöopatikum” zu verkaufen? Auch wenn es das selbe ist gibt es bei Regionalprodukten ja auch den Verbraucherschutz. Mit der Umschreibung wäre man jedenfalls eh fein raus. Ich wär ja mal auf die Reaktionen der Homöo-Lobby gespannt wenn denen so etwas wirklich an den Gewinnen zehren würde 😀

  31. #31 Cornelius Courts
    05/06/2013

    @Test/Spoing: keine Sperre bei mir

  32. #32 Andreas
    05/06/2013

    Die Esoterik an den Unis treibt ganz besondere Blüten:
    In Leipzig gibt es demnächst nur noch “Professorinnen”:
    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/neue-schreibweise-nur-noch-professorinnen-an-der-uni-leipzig-12210792.html

    Da hat anscheinend jemand zu viele Globili genascht 🙂

  33. #33 Jörg
    05/06/2013

    Gestern durfte hier im Mainzer Rathaus eine Heilpraktikerin einen Vortrag über “Die homöopathische Hausapotheke” halten.
    🙁

  34. #34 noch'n Flo
    Schoggiland
    05/06/2013

    @ Spoing/Test:

    Seit der Umstellung von SB auf die WP-Plattform kommt es (aus mir bislang unbekannten Gründen) leider immer wieder dazu, dass gepostete Kommentare im Daten-Nirvana verschwinden. Mein Tip: einfach eine andere eMail-Addy angeben, dann funzt es meistens wieder.

  35. #35 Spoing
    05/06/2013

    Jo, das mit der anderen e-mail scheint zu funktionieren. Danke

  36. #36 Test
    05/06/2013

    Nur eine andere E-Mail-Adresse funktioniert anscheinend nicht. Der Name muss wohl auch anders sein.
    Naja dann such ich mir jetzt mal einen neuen Namen.

  37. #37 CM
    06/06/2013

    @Jörg: http://www.hom-krankenhaus.de/ , insb. die “Ziel”-Seite ist erschreckend.

  38. #38 WolfgangM
    06/06/2013

    noch`n Flo fragt bezüglich der Lorbeer Sekte

    Quelle:http://www.j-lorber.de/jl/hson/hson-002.htm#jl.hson.002,11

    Nach Caberta Hamburg Ex- Sektenbeauftrage haben die mal ein Kind sterben lassen- sind natürlich auch Impfgegner

    Hier die Frage vin Flo

    Ist denn wenigstens Masturbation erlaubt?

    Masturbieren? Oh na nie- wo denkst du hin 🙂

  39. #39 Sven Türpe
    06/06/2013

    Gestern durfte hier im Mainzer Rathaus eine Heilpraktikerin einen Vortrag über “Die homöopathische Hausapotheke” halten.

    Die Freiheit ist immer nur die Freiheit der Andersdenkenden. Wir sollten deshalb stolz darauf sein, dass es bei uns Heilpraktikerinnen gibt und dass sie Vorträge halten dürfen.

  40. #40 Nullzone
    06/06/2013

    @CM: Grade mal angeschaut -> aua!

    Zitat aus den Zielen:
    Homöopathie kann dort eingesetzt werden, wo sie möglich, sinnvoll und erfolgversprechend ist,…
    Also nirgends. Dann sollten die mal konsequent sein, und ihren Laden zusperren.

    Hart ist auch die Seite über HP:
    Alles an Unsinn versammelt, was geht; Bingokarte voll.
    “200 Jahre bewährt”, “wirkt auch bei Kindern und Tieren”, “zahlreiche wissenschaftliche Studien weisen die Wirksamkeit nach”etcblabla.
    Aber laut Uncle Sammy hat HP doch nix mit “Aktivierung der Selbstheilungskräfte” zu tun, oder erinnere ich mich da falsch?

    Besonders entlarvend ist der Abschlussatz:
    “Zweifeln Sie nicht an der Wirksamkeit der winzigen Kügelchen.”
    Na, wenn das mal nicht nach Religionsersatz klingt: “Zweifele nicht am Wort des HERRN!” oder so…

  41. #41 CM
    06/06/2013

    @Nullzone: Na ja, das Besondere an diesem Link ist “Mainz”, weshalb ich ja auch Jörg addressiert hatte – leider gibt es HP-Gläubige inkl. ihrer Initiativen überall. Da ich selber in Rheinhessen wohne, bin ich mal über diese Adresse gestolpert.

    @Sven, #40: Da hast Du recht. Schade ist nur der Mangel an publizistischem Gegenwind.

    Groetjes,
    Christian

  42. #42 rolak
    08/06/2013

    der Artikel zum gleichnamigen Vortrag

    -äh-

    die Titelstory zum gleichnamigen Vortrag

    *fixed*

    NeulichSoeben im Briefkasten.

  43. #43 rolak
    08/06/2013

    Hab ich es doch noch gefunden… Die Lieferung eben hat ja eine dieser typischen Knickdötschen (die Achse des Beleuchtungs-Propellers) was mich unweigerlich an jenes Daumenkino denken läßt.

  44. #44 rolak
    08/06/2013

    So ein Mist, war wohl doch zu früh für ein Eis… Der link zum Bild hatte sich irgendwie vorgedrängelt, was mich bei Tippen zu der Vermutung ‘ani-gif’ verleitete (völlig unbeindruckt von der Endung ‘jpg’, grobe Kategorie ‘Bild’ reicht ^^weia) und damit zum ‘Daumenkino’ brachte. Nochmal gaaanz langsam:

    Hab ich es doch noch gefunden… Die Lieferung eben hat ja eine dieser typischen Knickdötschen (die Achse des Beleuchtungs-Propellers) was mich unweigerlich an jenen clip denken läßt.

  45. #45 Jörg
    08/06/2013

    @ CM (# 37)

    Danke für Deine Info mit dem Link.

    Vor einiger Zeit hatte ich in der Lokalzeitung einen Veranstaltungshinweis für eine Ärztefortbildung in Homöopathie gefunden. Für die Teilnahme werden entsprechende Punkte gutgeschrieben.

    Ich glaube, in diesem Zusammenhang wurde auch die von Dir verlinkte Gesellschaft erwähnt.

  46. #46 Jörg
    08/06/2013

    @ Sven Türpe (# 39)

    Die Freiheit ist immer nur die Freiheit der Andersdenkenden.

    Tausende Mathelehrer werden das anders sehen als ihre Schüler. 😉

    Aber im Ernst: Grundsätzlich stimme ich mit dem überein, wovon ich vermute, dass Du es mit dem Rosa-Luxemburg-Zitat meintest: Eine freiheitliche Demokratie lebt vom Widerstreit und Wettbewerb der Meinungen, Lebensstile, Weltbilder usw.

    Das Zitat ist – isoliert betrachtet und quasi als Forderung – aber sehr ambivalent, wie man sich im Blick auf politische oder religiöse Extremisten denken kann. Auch im wissenschaftlichen Bereich halte ich es für zumindest schwierig. Klar gäbe es hier keinen Fortschritt, wenn nicht immer wieder alte Ansichten falsifiziert und durch neue, bessere, unter Umständen revolutionäre Annahmen ersetzt worden wären. Das kann aber nicht dazu führen, dass man der Beliebigkeit Tür und Tor öffnet und alles als schlicht verschiedene, gleichwertige “Meinungen” gelten lässt.

    “Wir sollten […] stolz darauf sein, dass es bei uns Heilpraktikerinnen gibt und dass sie Vorträge halten dürfen.”

    Das “durfte” in meinem Beitrag (# 33) bezog sich mehr auf das Rathaus als Veranstaltungsort. Dadurch erhält die Homöopathie eine Art “offizielles Siegel”.

  47. #47 roel
    *****
    11/06/2013

    @Claudia Graneis Ich denke wir stimmen überein, dass homöopatische Mittel eine Gefahr darstellen können.

    Aber diese Mittel nehmen einen kleinen 1-stelligen Prouzentteil an den verkauften Mitteln ein.

    Was mich stärker beunruihgt sind dann solche Meldungen: http://www.n-tv.de/politik/Alte-und-Kinder-nehmen-zu-viele-Medikamente-article10801926.html “Dem vom Bremer Gesundheitsexperten Gerd Glaeske erstellten Report zufolge stiegen die Verschreibungen von sogenannten Antipsychotika bei Kindern und Jugendlichen von 2005 bis 2012 um 41 Prozent. “Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten”, erklärte Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. Auf der anderen Seite hätten Antipsychotika zum Teil gravierende unerwünschte Wirkungen. Antipsychotika beziehungsweise Neuroleptika werden vor allem für Kinder und Jugendliche mit einer sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), mit Angststörungen oder Depression verordnet.”

    Ich würde mich freuen, wenn du solche Meldungen bzw. Reporte bewerten könntest und vielleicht auch in den richtigen Zusammenhang stellen würdest.

  48. #48 Jens
    12/06/2013

    Ich hinke zeitlich etwas hinterher – gestern habe ich doch diese geile Werbung im TV gesehen und konnte es kaum fassen – anscheinend schon seit Februar im Umlauf:
    Sorry, falls schon mal gepostet – für alle dies es noch nicht kannten: IKK Classic mit Homoöpathie Bonus!

  49. #49 rolak
    12/06/2013

    Sorry, falls schon mal gepostet

    a) nope2sorry, Jens
    b) sogar mit eigenem thread.
    Doch das Teil ist derart bescheuert (plus die Dreistigkeit, die Nummer noch immer aufs Werbe-Publikum loszulassen), daß es nicht oft genug in einen klärenden Kontext gestellt werden kann.

  50. […] Graneis: Globuli und Pharmazie – Eine Liebesgeschichte? BlooDNAcid am 4. Juni […]

  51. […] Graneis: Globuli und Pharmazie – Eine Liebesgeschichte? BlooDNAcid am 4. Juni […]

  52. […] Die angehende Pharmazeutin hat sich nicht nur die Zeit genommen, darüber nachzudenken, warum sie Elementares über ein Verfahren lernen soll, das in seinen Grundzügen allem widerspricht, was sie sonst so zu lernen hat; sie hat auch an entsprechender Stelle nachgefragt (klick). […]

  53. #53 Cornelius Courts
    18/07/2013

    Leider ist der Link im obigen Kommentar unbrauchbar. Hier ist der richtige Link:

    http://excanwahn.wordpress.com/2013/07/15/graneis/

  54. #54 Don
    04/08/2013

    Und in den aktuellen Flyern der easyApotheken werden Homöopathika sogar mit Superman verglichen:

    http://www.easyapotheke.ag/downloads/flyer_teltow.pdf

  55. […] Die angehende Pharmazeutin hat sich nicht nur die Zeit genommen, darüber nachzudenken, warum sie Elementares über ein Verfahren lernen soll, das in seinen Grundzügen allem widerspricht, was sie sonst so zu lernen hat; sie hat auch an entsprechender Stelle nachgefragt (klick). […]

  56. […] wird unter anderem die Skepkon-Referentin, Bloggerin und Skeptiker-Autorin Claudia […]

  57. […] dabei waren unter anderem die Skepkon-Referentin, Bloggerin und Skeptiker-Autorin Claudia Courts (zum Thema “Traditionelle Chinesische Medizin”) sowie Caroline Snijders […]