Ein vom guatemaltekischen(?) Katastrophenschutz auf Flickr veröffentlichtes Foto zeigt ein gigantisches Karst- oder Schwundloch, das sich mitten im Stadtgebiet von Guatemala City aufgetan und dabei den Teil eines Gebäudes in die Tiefe gerissen hat.

Kaum zu glauben, dass dieses Bild tatsächlich echt ist:

i-b645d427932a8711faee2b693995fe44-guatemala-karstloch-thumb-512x341.jpg

Zu sehen ist offenbar eine sogenannte Doline, eine schlotförmige Senke, die sich in karstreichen Gebieten bei tektonischer Aktivität auch spontan auftun kann. Guatemala wurde während der letzten Tage neben dem Tropensturm Agatha auch durch den Ausbruch des Vulkans Pacaya erschüttert, der sich in nur 25 Kilometern Entfernung von Guatemala City befindet, wo das erschütternde Foto entstand. Ob bei der plötzlichen Bildung des Erdfalls auch Menschen zu schaden kamen, ließ sich den wenigen Nachrichtenberichten
zum Thema nicht entnehmen, befürchten muss man es wohl aber allemal…

Vielleicht erhellen uns ja Ole oder Gunnar noch mit einer fachkundigen Erklärung…


Gefunden via fefe.


Update I: Der Guardian liefert den ersten längeren Pressebericht des Tages. Danach waren möglicherweise doch nicht die vulkanischen Aktivitäten der Auslöser des Erdfalls, sondern die durch Tropensturm Agatha verursachten heftigen Regenfälle:

The 30m-diameter sinkhole opened up in a northern district of Guatemala City, with residents blaming the rains and substandard drainage systems. Local reports said one man was killed when the building was swallowed. In 2007, three people died when a similar sinkhole appeared in the same area.

Update II: Ein weiteres Foto, ebenfalls via Flickr:

i-98dc526dfcbc2a5140bfa863119e9045-guatemala-karstloch-02-thumb-512x341.jpg

Update III: Offenbar nicht das erste Mal, dass sowas in Guatemala City passiert:

Update IV: CNN: Downpour creates giant sinkhole in Guatemala City

Update V: Erklärungsversuch im FOCUS:

Schuld ist der erste Tropensturm der Saison, „Agatha” brachte schwere Regenfälle mit sich. Diese bildeten starke unterirdische Wasserströme, die das Gestein unterhalb des betroffenen Straßenzugs erodierten. Das Wasser schwemmte loses Erdreich aus und schuf eine Höhle. Die Decke dieser Höhle stürzte am Sonntag ein.

Update VI: Kommentatorin Ute macht auf dieses Video des Karstlochs aufmerksam:

Update VII: Why do so many sink holes occur in Guatemala?

Some geological areas with layered earth have limestone deposits which are more easily washed away than others. In addition, human activity such as pumping oil and water from the ground may be the final straw on the camel’s back that causes the ground to give way. Many sinkholes develop are due to occult leakage of water underground, perhaps from a leaking water or sewer pipe, which slowly eat away at dirt.

Kommentare (69)

  1. #1 Lars Fischer
    1. Juni 2010

    WTF?? Das ist ja der Hammer, und dann noch mitten auf der Kreuzung…

    Vor allem: Krieg das Loch mal wieder zu…

  2. #2 YeRainbow
    1. Juni 2010

    Die Riesenwürmer, es gibt sie also doch!

  3. #3 Christian Reinboth
    1. Juni 2010

    @Lars: Ist wirklich kaum zu glauben. Hoffe wie schon geschrieben auf eine Erklärung von Gunnar oder Ole, wie man sich so eine Schwundlochbildung genau vorzustellen hat – kannst Gunnar ja vielleicht mal zum Foto dirigieren…

  4. #4 Frank Abel
    1. Juni 2010

    Sieht wirklich unwirklich aus. Bin auch auf weitere Erklärungen gespannt

  5. #5 schlappohr
    1. Juni 2010

    Also wenn das echt ist, verspeise ich den metaphorischen Besen… die Wände sind doch reichlich glatt, und irgendwie sieht das Loch “gefühlsmäßig” zu konisch aus. Und irgendwie fehlen die Schatten von den überstehenden Gebäuderesten.

  6. #6 Christian Reinboth
    1. Juni 2010

    @schlappohr: Das Foto sieht wirklich reichlich irreal aus, inzwischen berichtet aber sogar der britische “Guardian” über den Erdfall (siehe Update I oben). Das Bild scheint also tatsächlich echt zu sein:

    http://www.guardian.co.uk/world/2010/jun/01/storm-agatha-hole-guatemala

  7. #7 JensM
    1. Juni 2010

    @schlappohr: Auch die sonstigen Gebäude werfen keine Schatten.

    Wenn es denn tatsächlich ein “fake” sein sollte, dann aber ein richtig guter. Von den sonstigen Unstimmigkeiten die Photoshop-Fälschungen entlarven ist auf diesem Bild nichts zu entdecken. Und selbst die Stromkabel hängen noch ins Loch hinein und man erhält den Eindruck, das der abgestürzte Strommast sogar noch dranhängt.

    Das Loch wurde offenbar nicht abgesperrt, da im Bild noch mindestens 3 Menschen zu erkennen sind.

  8. #8 Florian Freistetter
    1. Juni 2010

    Das war doch sicher wieder HAARP! 😉

    Ich hab mal meine Bekannten in Guatemala gefragt. Wenn die da wirklich ein riesiges Loch in der Hauptstadt haben, müssten die das eigentlich wissen…

  9. #9 voerdus
    1. Juni 2010

    Das scheint ein Foto des selben Kraters vom Boden aus zu sein:

    http://news.xinhuanet.com/english2010/world/2010-06/01/c_13327257.htm

  10. #10 Dyrnberg
    1. Juni 2010

    Wahnsinn. Schaut aus wie im Photoshop gefaked.

    Man wartet fast darauf, dass ein Sandwurm aus “Dune” mit ein paar Fremen am Rücken auftaucht.

  11. #11 voerdus
    1. Juni 2010

    Die FAZ erwähnt es zwar im Artikel nicht direkt aber in der Bildergalerie haben sie auch ein Bild aus der Boden perspektive:
    http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B08746679EDCF370F87A4512/Doc~EFB02D9FDC4BE4EA48527192997A9C9E1~ATpl~Ecommon~SMed.html

  12. #12 Gregor
    1. Juni 2010

    Hmmm …

    Hat verblüffende Ähnlichkeit mit dem Loch von 2007:
    http://www.freerepublic.com/focus/news/1791473/posts

    Könnte aber auch echt sein:
    http://forums.macresource.com/read.php?1,945085,945209
    http://www.flickr.com/photos/gobiernodeguatemala/4657053554/
    (da gibt’s auch ‘ne “Originalversion” des Fotos)

    Allerdings taucht in den EXIF-Daten des “Originals” auf Flickr “Adobe Photoshop CS3 Windows” auf und ich hab’ bisher nur die 2 Fotos gesehen, die man da findet, obwohl es schon 2 Tage her ist …

    Trotzdem – wenn das jemand getürkt hat, war es jemand mit viel Liebe zum Detail. Ich für meinen Teil halte das für echt.

  13. #13 schlappohr
    1. Juni 2010

    Ok… wo ist der Besen…

  14. #14 Alexander
    1. Juni 2010

    Krass.
    Bin mal gespannt, wann das erste Mal jemand die schwarzen Löcher vom LHC dafür verantwortlich macht…

  15. #15 Christian Reinboth
    1. Juni 2010

    @Alexander: Da wirst Du vermutlich nicht lange warten müssen. Auf youTube habe ich zu dem recht ähnlichen Erdsturz, der sich 2007 in Guatemala City ereignet hat, auf Anhieb ein Video mit dem Titel “Underground UFO Tunnel in Guatemala?” gefunden…

  16. #16 Georg Hoffmann
    1. Juni 2010

    Ich sag nur der Zauber der Maya, die Ausserirdischen und Däniken.

    Frage ist: Wie kann man das Gratisloch nutzen? Schwimmbecken fuer die Nachbarschaft? Abfallgrube? U-Bahneingang?

  17. #17 Gunnar
    1. Juni 2010

    Oh Weia! Was ist das denn für ein Loch? Shai Hulud hat zugeschlagen? Nee, vorerst bin ich ziemlich ratlos, aber mal sehen, ob sich was finden lässt.

  18. #18 kamy
    1. Juni 2010

    Unheimlich

    … vor allem die Schwärze am Grund. Als ob es unendlich weiter ginge
    gruselig

  19. #19 KommentarAbo
    1. Juni 2010

  20. #20 Florian Freistetter
    1. Juni 2010

    Hab grad die Bestätigung von meinen guatemaltekischen Bekannten bekommen: Das Ding ist echt…

  21. #21 nihil jie
    1. Juni 2010

    kaum zu glauben… sieht wie ausgestanzt aus.

  22. #22 Christian Reinboth
    1. Juni 2010

    @Florian: Eigentlich noch immer kaum zu glauben. Inzwischen haben ja aber auch schon so viele Medien berichtet, dass von einem Hoax kaum noch auszugehen war. Trotzdem besten Dank für die persönliche Bestätigung – kaum zu glauben, aber wahr…

  23. #23 SilverSurfer
    1. Juni 2010

    Erklärungsversuch:
    Das Zentrum des Lochs ist wohl genau auf der Straßenecke. Dort war wahrscheinlich ein defekter Gulli. Das austretende Wasser hat den Untergrund aufgeweicht und ausgehöhlt. Da die ganze Oberfläche ansonsten durch den Straßenbelag und die Häuser versiegelt ist, hat sich das Wasser natürlich Kreisförmig ausgebreitet. Irgendwann war der Boden bis zum Hohlraum durchfeuchtet und ist weggebrochen.

  24. #24 Henning
    1. Juni 2010

    “weggebrochen”…

    Und wohin??? – Echt gruselig…

  25. #25 erbswurst
    1. Juni 2010

    komisch.. das selbe loch wie vor 3 jahren ^^

  26. #26 Christian Reinboth
    1. Juni 2010

    @erbswurst: Auf dem Video sieht man gut, dass die Stelle eine andere ist:

    Die Löcher sehen sich trotzdem auffallend ähnlich, was den Verdacht bestärkt, dass die Theorie von einer Überlastung des Kanalisationssystems nicht ganz so abwegig ist. Aber da warte ich – wie schon geschrieben – noch auf die bloggenden Geologen…

  27. #27 nihil jie
    1. Juni 2010

    aber das schwarze loch in der tiefe wirkt äusserst unnatürlich aus. das bild ist am tage gemacht worden oder nicht ? da dürfte in der tiefe nicht gleich so eine scharfe grenze zwischen hell und dunkel geben… sieht verdammt nach photoshop aus 🙂 ich kann mir nicht helfen aber sieht äusserst “seltsam” aus…
    na los rückst schon aus… das ist eine bildmanipulation und Florian sollte hier die rolle des bestätigers spielen *lach

  28. #28 Christian Reinboth
    1. Juni 2010

    @nihil je:

    na los rückst schon aus… das ist eine bildmanipulation und Florian sollte hier die rolle des bestätigers spielen *lach

    Klar, ist alles nur ein großer Hoax von Florian und mir. FOCUS, Süddeutsche und Guardian machen mit um die ScienceBlogs ein wenig zu promoten…

    http://sueddeutsche.de/panorama/tropensturm-agatha-schneise-der-verwuestung-1.952623
    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/naturphaenomen-keinen-boden-mehr-unter-den-fuessen_aid_514567.html
    http://www.guardian.co.uk/world/2010/jun/01/storm-agatha-hole-guatemala

  29. #29 Andrea N.D.
    1. Juni 2010

    Hat jemand schon die Tiefe gemessen? Ist das nicht ein bisschen tief für ein Kanalisationssystem?

  30. #30 nihil jie
    1. Juni 2010

    Klar, ist alles nur ein großer Hoax von Florian und mir. FOCUS, Süddeutsche und Guardian machen mit um die ScienceBlogs ein wenig zu promoten…

    na… das nenne ich ein geständniss ! *lach ich wusste von anfang an, dass ich bei euch auf dem arm genommen werde 😉

  31. #31 nihil jie
    1. Juni 2010

    also ich schaue mir das foto so immer und immer wieder an… irgend wie lässt es mich nicht los 🙂 balso wenn das loch tatsächlich echt ist dann bin ich wirklich sprachlos. irgend wie unheimlich.

  32. #32 YouMan
    1. Juni 2010

    Hier gibt’s noch eine schöne Sammlung ähnlicher Phänomene:
    http://www.thelivingmoon.com/45jack_files/03files/Endangered_Earth_Sinkhole_Assorted_Locals.html
    Besonders gut gefällt mir das schon etwas ältere Teil “Umpherston Sinkhole”

  33. #33 Stefan Uhl
    1. Juni 2010

    Unter dem Loch befindet sich angeblich Karst, also Kalkstein, der stark erodiert und von Höhlen durchsetzt ist. Steht eine dieser Höhlen — sie muß nicht sonderlich groß sein — mit dem überliegenden Erdreich in Verbindung, so fällt nach und nach immer mehr Erde in die Höhle und kann dort vom Wasser — einem Höhlenbach — weggeschwemmt werden. Mit der Zeit entsteht so über der Höhle ein Loch in der Erde, das immer größer wird. Dabei fällt von der Decke dieses Loches immer dann Erde nach unten, wenn sie besonders instabil — also besonders feucht — ist. Nach den starken Regenfällen hat dann die Decke ganz nachgegeben.
    Dies erklärt auch die runde, konische Form des Loches: Jeder kennt die konische Vertiefung in der oberen Hälfte einer Sanduhr. Hier ist es das Selbe, nur rieselt die Erde wesentlich schlechter als Sand. Die angeblich unnatürlich runde Form ist eine direkte Folge:alle Unregelmäßigkeiten des Loches in der Höhle verteilen sich gleichmäßig auf die Wand des Loches. Man stelle sich nur eine Sanduhr mit einem quadratischen Durchlass vor. Da entsteht auch keine pyramidenförmige Vertiefung im Sand im oberen Glas…

  34. #34 nihil jie
    1. Juni 2010

    in der nähe meiner geburtstadt gibt es auch solche eine formation. die gegend ist ein wenig bergig. da gibt es in den bergen so einen kreisrunden tümpel… vielleicht so 20 bis 30 m durchmesser. ich kann das gerade schlecht abschätzen.

    Bild 1
    Bild 2

    dieses loch ist ziemlich rund… das sieht man nur auf den bildern wegen der perspektive schlecht. und es gibt eigentlich nur auf einer seite einen zugang. zu dem, laut gerüchten, soll dieses loch recht tief sein… wie tief wirklich weiss ich nicht…
    dennoch… diese formation ist bestimmt ein ergebniss langer veränderungen.

  35. #35 soph
    2. Juni 2010

    Die Cenoten auf Yucatan sind auch eher rund, wenn auch (aufgrund der Verwitterung?) nicht ganz glatt.
    Hier z.B. der von Chichen Itza: http://www.americanegypt.com/feature/cities/img/chichenimages/cenote_satellite.jpg

  36. #36 Schubert
    2. Juni 2010

    Hallo?

    bin ich der einzige der sicht fragt wie mitten in einer Stadt ein Kreisrundes mit glatten wänden 60 meter tiefes Loch entstehen kann? Die verarschen uns doch wieder da hat doch irgendwer wieder scheiße gebaut und versucht das mit so ne dummen Theorie zu vertuschen. Ich komme aus NRW und kenne erdrutsche durch unterspühlung. Die sind niemals Kreisrund weil wir in der Natur leben und die hat so Ihre Probleme Kreisrunde Formationen zu bilden. Vorallen dingen wunderts mich wo die ganzen erdmassen hingespühlt sind. Bei dem Loch sind das unmengen von Erde. Wo sind die hin?

  37. #37 Tilman
    2. Juni 2010

    @Schubert

    Nein, Schubert, du bist der einzige, der nicht lesen kann, schätze ich. Siehe oben, Stefan Uhl hat eine sehr gute Erklärung abgegeben.

  38. #38 Ute
    2. Juni 2010

    Ich muß gestehen, daß ich zwar die Erklärungen nachvollziehen kann, mir das Loch aber dennoch zu “perfekt” vorkommt. Das ist nicht nur annähernd rund, sondern wie mit dem Zirkel gezogen und mit Rasiermesser ausgeschnitten. Auf keiner anderen Illustration sind die Umrisse und die Innenwand so regelmäßig. Noch dazu ist der Durchmesser anscheinend bis unten hin konstant, also keineswegs trichterförmig. So ganz glaube ich noch nicht, daß das ein natürliches Phänomen gewesen sein soll. (Falls das Loch tatsächlich überhaupt in dieser Form existiert.)

  39. #39 Ute
    2. Juni 2010

    OK, scheint wohl doch zu stimmen; hier ist ein Video zum aktuellen Loch: http://www.youtube.com/watch?v=muvVDvm9rRI&feature=player_embedded#!

  40. #40 Christian Reinboth
    2. Juni 2010

    @Stefan Uhl: Vielen Dank für die Erläuterungen. Klingt – zumindest für einen Laien – alles recht einleuchtend…

    @Ute: Danke für den Link zum Video – habs gleich weiter oben in den Updates verbloggt…

  41. #41 Ronny
    2. Juni 2010

    Das Ding ist wirklich schräg 🙂

    Was mir nur an den Kommentaren aufgefallen ist: Man sieht eindeutig, dass hier Skeptiker mitlesen. In einem Relioesoforum würden wahrscheinlich alle sofort entzückt wow, irre, ein Wunder rufen (und auf die Knie fallen).

    Hier gabs sofort Kritiker und es wurde alles skeptisch abgeklopft. Dann gabs scheinbar erdrückende Beweise und es gab einen Konsens dass es wahrscheinlich echt ist.

    Wenn wirklich kein Fake ist sollte man den Artikel und die Kommentare mal als Beispiel bringen, wie Wissenschaft funktioniert 🙂

  42. #42 klauszwingenberger
    2. Juni 2010

    Man kann die Bilder auch runterladen und dann vergrößern. Dann sieht man, dass die Ränder des Lochs durchaus nicht messerscharf ausgeschnitten sind, sondern ein wenig ausgefranst. Bildbearbeitung sollte anders aussehen.

  43. #43 Wolfgang Flamme
    2. Juni 2010

    Im Kleinen gibt’s was ähnliches hier um die Ecke auch:
    http://www.zeit.de/1994/22/Licht-im-Keller

  44. #44 Stefan Uhl
    2. Juni 2010

    Mein Vergleich mit einer Sanduhr ist vielleicht etwas irreführend: Sand rieselt und der Böschungswinkel ist nur von der Reibung der Sandkörner abhängig — zumindest solange der Sand nicht feucht ist. Bei Erde hingegen muss man auch Kohäsionskräfte betrachten — daher ist die Wand schon viel steiler. Hinzu kommen je nach Bodentyp noch weitere Faktoren. In Löss (schlechtes Beispiel: Löss ist ein Gestein!) findet man z.B. feine, weit verzweigte Kalkstrukturen, die ihn zusätzlich stabilisieren.

    Wenn man genau hinsieht, entdeckt man, dass die Wand des Loches gewellt ist: es gibt leichte Mulden, die durch Grate voneinander getrennt sind. Diese Mulden stützen meine Erklärung:

    Normalerweise ist die Richtung des größten Druckes im Boden vertikal. An der Decke eines Hohlraumes ist kein vertikaler Druck vorhanden sondern Zug. Dadurch verformt sich das Erdreich und es entstehen sogenannte Druckentlastungsrisse mehr oder weniger parallel zur Decke und das Gewicht der Erde unter dem Riss kann nur noch durch seitlichen Druck abgestützt werden. Wenn die Erde sich weiter verformt fällt gleich eine ganze Platte Erde auf einmal nach unten. Jede der erkennbaren Mulden stammt vermutlich von einem solchen Ereignis.

    Im obersten Stück der Wand ist die Struktur etwas anders, denn hier ist praktisch alles aufs Mal abgebrochen.

    Wenn diese Erklärung stimmt, so muss die Decke des Lochs vor dem finalen Durchbruch schon sehr dünn gewesen sein.

    Es ist durchaus möglich, dass unter Guatemala-City eine ganze Reihe solcher Löcher existiert, langsam wachsen und irgendwann durchbrechen werden. Wie lange so etwas braucht kann ich von hier allerdings nicht abschätzen.

  45. #45 Christian Reinboth
    2. Juni 2010

    @Stefan Uhl:

    Es ist durchaus möglich, dass unter Guatemala-City eine ganze Reihe solcher Löcher existiert, langsam wachsen und irgendwann durchbrechen werden. Wie lange so etwas braucht kann ich von hier allerdings nicht abschätzen.

    Zumindest scheint es ja nicht das erste derartige Loch zu sein, siehe z.B. das oben in Update III verlinkte Video aus dem Jahr 2007…

  46. #46 Stefan
    2. Juni 2010

    @Christian Reinboth: Eben. Und ich vermute mal, dass das Loch von 2007 auch nicht das erste war.

    @Florian Freistetter: Weiß dein Bekannter aus Guatemala da vielleicht mehr? Gab es vorher solche Löcher? Wie groß waren die?

    @Ute guck dir den Rand des Loches mal genauer an. Die Straße steht über die Wand des Loches vor. An einigen Stellen sieht man deutlich Erde, die noch von unten an der Straße hängt.

    Interessant finde ich die beiden dunklen Streifen an der Wand. Ich vermute, dass sich oberhalb der Streifen die Kanalisation befindet und die Farbe von Fäkalien stammt. Wenn eine undichte Kanalisation mit Schuld sein sollte würde ich erwarten, dass sich das Loch unter der Kanalisation leicht ausbeult. Das kann ich in den Bildern aber nicht wirklich sehen.

    Im übrigen ist das Loch nicht perfekt rund: es sieht so aus, als ob es nach unten oval wird (ich kann mich da aber auch täuschen). Das würde dafür sprechen, dass der Übergang zum Karst länglich ist.

  47. #47 Christian Reinboth
    2. Juni 2010

    @Stefan:

    Eben. Und ich vermute mal, dass das Loch von 2007 auch nicht das erste war.

    Bin zu dieser Frage noch über einen Artikel mit dem interessanten Titel “Why do so many sink holes occur in Guatemala” gestolpert:

    http://www.associatedcontent.com/article/5445220/why_do_so_many_sink_holes_occur_in.html?cat=58

  48. #48 Wolfgang Gaspar
    2. Juni 2010

    Ich hab gestern mit meiner Tochter in Guatemala City gechattet, sie hat mir bestätigt dass dieses Loch echt ist.

  49. #49 S.S.T.
    2. Juni 2010

    @Wolfgang Gaspar

    Ich hab gestern mit meiner Tochter in Guatemala City gechattet, sie hat mir bestätigt dass dieses Loch echt ist.

    Damit ist die Hohlwelttheorie keine Theorie mehr, sondern eindeutig bewiesen. Ein schwarzer Tag für die ganze dogmatische Wissenschaftsgilde, denn so einen riesiger Trumm oder besser gesagt, so ein gewaltiges Nichts, kann man nicht mehr einfach unter den Teppich kehren.

    P.S. Wurden eigentlich schon Flugscheiben gesichtet?

  50. #50 Richter Peter
    2. Juni 2010

    Hi. Warum ist das Loch so Kreisrum als ob es mit einen Zirkel gemacht ist, bei der Tiefen angabe sollten, doch einige Gebäudereste zu sehen sein, warum ist es im Zentrum so schwarz.

  51. #51 Stefan
    3. Juni 2010

    Das Schwarze (mit ein paar braunen braunen Flecken) ist vermutlich das Wasser usw., das aus der Kanalisation ins Loch geflossen ist. Man sieht also einen See am Grunde des Loches.

  52. #52 miesepeter3
    3. Juni 2010

    Und ??
    hatten wir in Köln auch schon.

  53. #53 Ute
    3. Juni 2010

    Noch ‘ne interessante Info:
    “The ‘Piping Structure’ at Guatemala City: Don’t Call it a Sinkhole”
    http://geotripper.blogspot.com/2010/06/piping-structure-at-guatemala-city-dont.html

  54. #54 Eddy
    8. Juni 2010

    Wusste noch nicht dass die Ölbohrungen mittlerweile durch die ganze Erde hindurchgehen. Jetzt haben sie zumindest Gewissheit dass da kein Öl zu holen ist. Sorry Mr Obama, nur warme Luft, kein Öl in 13.000 m Tiefe.

  55. #55 Eddy
    8. Juni 2010

    hm, sorry, meinte 13.000 km

  56. #56 the cloked
    8. Juni 2010

    Schwer vorstellbar wie eine durch Wasser verursachte Unterhölung zu so einem “sauberen” fast wie gefrässt wirkenden senkrechten Tunnel führen soll? Als hätte dort ein Korken gesessen.

    Es muß doch auch Bilder geben wie es dort unten aussieht?

    Interessieren würde mich auch was aus dem Loch aus 2007 geworden ist. Wie hat man das wieder gefüllt, und auch hier muß man doch bestimmt dafür auch hinein gegangen sein? Das wäre doch was für Geo usw.

    Wenn es mittlerweilen das zweite dieser seltsamen Löcher in Guatemala ist, besteht doch auch die Gefahr, daß in Zukunft mehr Bereiche der Stadt und auch größere praktisch im Erdboden versinken.

  57. #57 Christian Reinboth
    8. Juni 2010

    @the cloked:

    Wenn es mittlerweilen das zweite dieser seltsamen Löcher in Guatemala ist, besteht doch auch die Gefahr, daß in Zukunft mehr Bereiche der Stadt und auch größere praktisch im Erdboden versinken.

    Die Gefahr scheint in der Tat zu bestehen:

    Bonis and a team of geologists investigated a similar hole that opened after a sewage pipe broke just a few blocks from the current spot, in 2007. “Our recommendation was that this could happen again,” he told Discovery News. “It could happen almost anywhere in the city.”

    http://www.csmonitor.com/USA/2010/0607/Another-giant-Guatemala-sinkhole-Geologists-brace-for-it.

  58. #58 Doctor Who
    9. Juni 2010

    @Eddy
    Entschuldigung das ich dir da widerspreche. Bei 13.000 km bist du schon wieder auf der anderen Seite der Erdoberfläche, der Radius liegt bei ca. 6.500 km. Oder du meintest du das anders (grins)

  59. #59 der Weihnachtsmann
    12. Juni 2010

    Eine Nahaufnahme zeigt rotbraune Verfärbungen unterhalb der Strassendecke, am oberen Rand. Sieht aus, als wäre ein gigantischer Eisendeckel durchgerostet. Mit der zusätzlichen Belastung durch die Regenmassen, kam dann der Einsturz. Wer das wohl gebaut hat? Und vor wievielen Jahren? Wie lange benötigt ein ca. 3 Meter dicker Eisendeckel zum durchrosten? Archäologen und Geologen sollten hier zusammenarbeiten.

  60. #60 the cloked
    12. Juni 2010

    An einen Eisendeckel der wegoxidiert ist oder der Art geschwächt war, daß er zusammenbrach glaube ich weniger. Das sind die normalen Erdschichten die man als Aufbau oder Grundlage nimmt, unter anderem zur Drainage, um darauf dann zu bauen.

  61. #61 der Weihnachtsmann
    12. Juni 2010

    Also für mich sehen die Aufnahmen, wie eine moderne Tunnelbohrung aus. Nur das die Maschine senkrecht nach unten vorangetrieben wurde. Typische Eigenschaften sind, die gut sichtbaren Ringe und die Präzision. Was auf dem zweiten Foto besser zu erkennen ist. Die Bohrung liegt genialerweise an einer Kreuzung. Man musste schliesslich riesige Mengen Abraum wegschaffen…

  62. #62 Slammer
    12. Juni 2010

    Interessieren würde mich auch was aus dem Loch aus 2007 geworden ist. Wie hat man das wieder gefüllt, und auch hier muß man doch bestimmt dafür auch hinein gegangen sein? Das wäre doch was für Geo usw.

    Da hat man ein paar alte Bahnschienen und Bleche darübergelegt, und das Ganze dann asphaltiert.

    Eine Nahaufnahme zeigt rotbraune Verfärbungen unterhalb der Strassendecke, am oberen Rand. Sieht aus, als wäre ein gigantischer Eisendeckel durchgerostet. Mit der zusätzlichen Belastung durch die Regenmassen, kam dann der Einsturz. Wer das wohl gebaut hat?

    Noch Fragen? 2013 wird interessant… SCNR

  63. #63 UMa
    13. Juni 2010

    Auf dem Mars gibt es auch so ein Loch.
    http://www.astronews.com/news/artikel/2007/09/0709-001.shtml

  64. #64 FonrimS
    30. Juli 2010

    Wer sich von fadenscheinigen Theorien hinters Licht führen lässt bitte schön!
    1. Wo sind die ganzen Erdmassen hin?
    2. Wieso gibt es keine Fotos vom Inneren oder vom Grund, wieso wurde nciht lägst ein Untersuchungsteam oder zumindest eine Sonde oder sowas runter geschickt?
    3. Wieso passiert sowas immer nur in armen Regionen?

    Okay es handelt sich ganz offensichtlich um eine neue, möglicherweise satellietengestützte Technologie bzw. Waffe, die wahrscheinlich mit gebündelter Sonnenengie solche Schäden anrichten kann und das Ganze war ein Test -fragt sich nur von wem?

  65. #65 ThomasJ
    30. Juli 2010

    @FonrimS

    öhm… Satire?

  66. #66 Berlin Doc
    26. August 2011

    Krass. Das Loch enstand durch eine defekte Kanalisiation. Erde wurde ausgespühlt und so kam es zum Einbruch. So zumindest in dem ersten Video hier auf der seite. Was merkwürdig ist, dass es so rund und glatt erscheint.

    Sehr merkwürdig…

  67. #67 psücho
    6. Dezember 2012

    Also ich sehe auf dem Bild auf Flickr, wie einer in die Grube stürzt oder sich zumindest versucht hochzuziehen, ganz oben am 12-uhr-rand des loches – vielleicht ist das der Typ der als vermisst gemeldet wurde 😀

  68. #68 Marzl
    Freising
    13. Januar 2013

    Also, momentan bin ich an ner Hausarbeit für Geomorphologie dran,. und ich kann euch sagen, dass solche “Collapse Dolines” vollkommen echt und realistisch sind. Das kalkhaltuige Gestein wird durch CaCo3 angelöst, der kalk geht in lösung und das gestein wird langsam durchlöchert bzw hohlräume vergrößert. Durch die Flut an den betroffenen tagen ist wohl das erdreich aufgelockert worden, so eine Doline wird auch subsidence Doline genannt, der Kalkstein unter dem anderen gestein oder Erdreich wird immer dünner, dann reicht schon ein wenig, und es stürzt ein.
    Solche dolinen gibts A: zur genüge, auch perfekt rund, und B; Weit größer, bis zu 400m tief und 700m im umfang, also Photoshop is das nicht, das kann ich euch sagen.wer mal “Sanctum” gesehen hat, da steigen sie auch durch eine riesige Doline in das Höhlensystem ein.
    Passiert nur selten in Städten, und es sieht zugegeben sehr unwirklich aus.^^

    greez

  69. #69 Gogoloken
    25. März 2013

    Atommüll Endlager !