In den Archiven von Museen gibt es immer wieder Gegenstände oder Geräte, die von den Kuratoren nicht richtig zugeordnet werden können. Das Wernigeröder Harzmuseum hat zum heutigen IX. Museumsfrühling ausnahmsweise einmal seine “Asservatenkammer” geöffnet, und präsentiert eine Reihe unbekannter Exponate. Das Beste: ScienceBlogs-Leser dürfen mitraten – und zu gewinnen gibt es einen echten Saurierzahn!

Am besten, wir steigen direkt mit Objekt 16 ein. Was könnte das sein?

(zum Vergrößern bitte einfach auf das jeweilige Bild klicken)

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Ich habe ehrlich gesagt nicht mal eine vage Vorstellung davon, was das sein könnte. Etwas anders sieht es da bei Objekt 8 aus – dies könnte meiner Ansicht nach das Arbeitsset eines Frisörs oder Barbiers sein. Aber aus welchem Jahrhundert? Und wozu dienten die einzelnen Gerätschaften genau – etwa der gewundene Stab mit dem flötenkopfähnlichen Aufsatz?

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Objekt 14 ist eine weitere kuriose Maschine:

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Vielleicht hilft es bei der Identifikation, dass am Objekt zwei Gravuren zu erkennen sind: “Stertz-Matador-D.R.G.M. 1117361” (möglicherweise die Typenbezeichnung) und “D.A. Seemann Bremen” (das könnte meines Erachtens nach der Hersteller sein).

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Hier haben wir etwas aus der Chemieecke, das vermutlich leichter zu identifizieren sein wird: Objekt 2. Vielleicht kann ja die Chemie-Fraktion unter den Wissenschaftsbloggern weiterhelfen. Die mittlerer Röhre ist auf jeden Fall für Wasser gedacht.

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Auch interessant: Objekt 9. Ein Esswerkzeug? Dekoriert ist es am Griff auf jeden Fall mit Zeichnungen, die den niedersächsischen Kurort Bad Pyrmont zeigen.

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Objekt 1 sieht ebenfalls ziemlich exotisch aus, ist aber vermutlich nur ein Küchengerät und läuft daher außer Konkurrenz. Meine Frau meint, damit könnte man vermutlich Pelmenis herstellen – sieht das jemand genauso?

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Objekt 3: Ein Besucher der Ausstellung hat gemutmaßt, dass es sich möglicherweise um einen manuellen Taktgeber (so eine Art halbmechanisches Metronom) handeln könnte…

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Und ganz zum Schluss noch ein besonders kurioses Objekt: Nummer 4. Eine sehr kunstvoll geschnitzte und verzierte Holzröhre die zahlreiche kleine, frei bewegliche Holzkügelchen enthält. Möglicherweise ein Spielzeug? Aber wie spielt man damit?

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Wer von euch etwas zu einem dieser Objekte beitragen kann – das Team des Harzmuseums – und natürlich auch ich – freut sich über jeden Hinweis in den Kommentaren. Wer als erster eines der Objekte umfassend erläutern kann – d.h. nicht nur eine Vermutung hat, sondern diese auch richtig brauchbar mit Texten, Bildern oder anderen Belegen untermauern kann – erhält von mir einen versteinerten Mosasaurus-Zahn (Alter: 80 Millionen Jahre; Fundort: Oued Zem in Marokko) aus dem Museumsfundus. Davon habe ich erst mal nur einen zu bieten, bei mehreren guten Einreichungen überlege ich mir aber noch Alternativpreise…

In diesem Sinne: Die Kommentare sind eröffnet!

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Kommentare (49)

  1. #1 Olli
    27. März 2011

    Objekt Nr. 3

    Das ist meiner Meinung nach klar ein Klepper (http://de.wikipedia.org/wiki/Klepper_(Instrument)), wobei ich nie diesen Namen gewusst hätte – ich kenne das aus der Kirche, wenn in der Karwoche zw. Gründonnerstag und Karsamstag die Glocken nicht erklingen, dann wird eben dieser Klepper verwendet (zum Einzug, zur Wandlung)

    Viele Grüße!

  2. #2 Olli
    27. März 2011

    Objekt Nr. 14
    Ich spinne jetzt einfach mal ein bißchen weiter und sage ganz überzeugt: das ist eine Kaffeebohnenröstmaschine! Links sieht man den Behälter für den Brennstoff, der über die Rohre unter den Zylinder gelangt und dort irgendwie abgebrannt wird. Ganz rechts die Regelschraube für die Flamme. In den Zylinder kommen die Bohnen, damit nichts anbrennt rechts die Kurbel, um das ganze in Bewegung zu halten.

    So, wie gesagt, im Gegensatz zu dem Klepper ist das einfach nur ein Rateversuch…

  3. #3 Sebastian C
    27. März 2011

    Hallo,

    Objekt Nr. kommt mir sehr bekannt vor, aus meiner Zeit als Ministrant.
    Während einer katholischen Messe, müssen die Ministranten zu gewissen Zeitpunkten mit einer Glocke läuten. Segnung des Brotes usw.
    Jedoch fliegen, so die Sage, die Glocken während der Osterzeit nach Rom (Gründonnerstag – Ostersonntag). Somit sind keine Glocken zum Läuten da. – Ist klar. 😉
    Hier kommt jetzt Objekt Nr. 3 ins Spiel. In der Osterzeit benutzen Ministranten anstatt der Glocken, diese Klapper.
    So wird dieses Teil bei uns bis heute noch immer eingesetzt. An eine genau Bezeichnung kann ich mit leider nicht erinnern.

    Grüße aus Orth an der Donau, Österreich
    Sebastian

  4. #4 Alexander
    27. März 2011

    Eine Vermutung und eine Frage zu Nummer 14. Es sieht so aus, als ob man die Trommel oberhalb rechts herausnehmen kann. Kann man sie auch öffnen? Dann würde ich vermuten, Sie wurde zum Rösten von Nüssen, Kernen oder Kaffee benutzt. Im Inneren der Trommel dürften sich ja Spuren dessen finden lassen, was dort geröstet worden ist.

  5. #5 Remy
    27. März 2011

    Objekt 14:

    D.R.G.M. 1117361

    D.eutsches R.eichs G.ebrauchs M.uster

    und dann die Registriernummer. Ähnlich die Deutsche Reichspatent Nummer, noch oft auf Schlüsseln für das typisch Berliner Zweisteck-Haustürschloss zu finden. Bei der kuriosen Maschine handelt es sich also um eine Art Patentanmeldung.

    Grüße, und wirklich interessant diese Fotos! Gute Idee.

  6. #6 Redfox
    27. März 2011

    Zu 9:
    Kinder Essstäbchen?

    Zu 4:
    Eine Art simpler Abakus?

    Da fällt mir dieses Zitat von L. P. Hartley wieder ein:

    The past is a foreign country; they do things differently there.

  7. #7 Lars Fischer
    27. März 2011

    Das erste ist m.E. ein Satz Gegengewichte für einen Webstuhl oder dergleichen.

    Objekt Nr. 8 könnte ein Set zum Zubereiten oder Konsumieren spezieller Substanzen sein – darauf deutet das freie Fach hin.

    Bei Objekt 14 bedeutet DRGM Deutsches Reichsgebrauchsmuster, d.h. es dürfte in spezialisierten Archiven entsprechende Vermerke geben. Ich glaube Olli hat Recht. D.A. Seemann war ein Bremer Kaffeeimporteur.

  8. #8 Lars Fischer
    27. März 2011

    Die Objekte bei Nr. 2 sind Messpipetten, ganz klar. Unteres Ende mit Loch, Rohr mit Skala, in der Mitte der Bauch (den man heute nur noch bei Vollpipetten sieht, Eichmarke, Angabe der Temperatur und Flüssigkeit. Oben offen für den Peleusball.

    Objekt 9 könnte, je nach Herstellungsjahr, möglicherweise eine Flohzange sein

  9. #9 Alexander
    27. März 2011

    Bin inzwischen sicher, dass r. 14 ein Kaffeeröster ist:
    Zum Vergleich folgende Bilder
    http://www.alte-puppenstuben.de/kaffeeroester.htm
    http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/antiker-kaffeeroester/11111744

  10. #10 Döö
    27. März 2011

    Objekt 1 ist wohl tatsächlich eine Pelmeniza (Pelmeni-form). Dass man die Zusammenklappen kann, dient wahrscheinlich der Aufbewahrung. Zur Verwendung wird sie aufgeklappt – mit den Füsschen nach unten. Dann kommt eine Schicht Teig drauf, dann die Füllung und dann noch eine Schicht teig. Anschließend walzt man mit einem Nudelholz drüberwalzen. Dabei drückt es die untere Teigschicht und die Füllung in die Löcher und an den Kanten werden die einzelnen Nudeln getrennt. Hier ein Bild:

    http://www.shop-paradise.com/images/product_images/popup_images/794_0.jpg

  11. #11 Döö
    27. März 2011

    Bei Objekt 8 sieht die “Krone” rechts oben so aus, als könnte man sie auf den weißen Griff stecken. Wofür das da sei soll….keine Ahnung

  12. #12 Dausch
    27. März 2011

    Zur Vermutung “Pelmeniza” passt auch die sichtbare Preisangabe (2 Rubel 80 Kopeken).

  13. #13 Sascha
    27. März 2011

    Nr. 8 ist meiner Ansicht nach Schreibzubehör.
    Federmesser, Brieföffner/Falzer, Federkielhalter und Federkiel-Abdeck-Kappe.

  14. #14 Nomasti66(Max)
    27. März 2011

    Nummer 16 ist für mich eine Maschine mit der man Beeren Stampfen kann ohne in einen bottischt zu Klettern, die löcher sind dann Abflüsse und mit dem seil kann man den stein immer wieder drauffallen lassen 😉

    grüße

  15. #15 Döö
    27. März 2011

    Vllt wurde dieser Stamper durch irgendein Rad angetrieben, das sich durchgehend dreht. Das würde erklären, warum da drei einzelne Kammern sind und nicht eine große. die einzelnen Steine könnten dann immer abwechselnd gehoben werden und fallen gelassen werden, während man immer bei den gerade offenen Kammer nachfüllen kann. Vllt sinds aber auch nur deswegen drei Kammern, weil die Steine so schwer sind…

  16. #16 Nomasti66(Max)
    27. März 2011

    @ Döö
    das ist gut möglich, leider sieht man nicht wie dieser Metallstab der aus dem loch ragt im inneren weitergeht…

    Objekt 9 wollte ich auch schon immermal haben: essstäbchen die man nicht umständlich festhalten muss 😛

    grüße

  17. #17 Karsten
    27. März 2011

    Objekt Nr. 16 sieht aus wie eine Mausfalle, die ich mal in einem Freilichtmuseum gesehen habe. Dort gab es sogar Anleitungen zum Nachbauen, allerdings nicht für diese Dreierausführung. Ein Hölzchen, das an der Schnur hängt, wird zwischen den Klotz (daher diese kleine Einbuchtung) und und die Wippe geklemmt. Der Köder liegt auf der Wippe in dem Kästchen (unter dem Klotz). Durch das Gewicht der Maus geht die Wippe nach unten und das Hölzchen löst sich, wodurch der Klotz nach unten saust und die Maus erschlägt oder auch nur einsperrt.

  18. #18 eD
    27. März 2011

    Objekt Nr.1 ist definitiv das für was man es gehalten hat, bzw. für allg. Teigtaschen (z.B. auch “Wareniki”). Eine abgespeckte Ausführung habe ich hier .

  19. #19 MaK
    27. März 2011

    Objekt 9 könnten Essstäbchen sein, möglicherweise aus der Zeit der Kolonien in China.
    Vielleicht ist das auch eine (Haar)klammer. Es wäre interessant zu wissen, ob die Innenseiten der Hälften auch lackiert sind und wie die Feder befestigt ist und welche Bewegungen sie zulässt. Eine Größeneinordnung wäre auch schön.
    Wenn ich den Abstand zwischen den Spitzen mit dem Abstand vergleiche, den ich selbst beim Essen mit Stäbchen habe, scheint er mir zu klein zu sein. Ich nehme an, dass man damit kaum “ordentlich” Essen zwischen die Stäbchen kriegt.

  20. #20 Krishna Gans
    27. März 2011

    zu #14
    D.A. Seemann in Bremen war Kaffee-Importeur, Matador Petroleum-Lampen / Brenner sind ein Begriff – In den USA gibt es immer noche eine Matador Kaffee-Rösterei…..
    DA Seemann
    Matador Lampen
    Bügeleisen “Matador” mit Spiritus Brenner
    Matador Rösterei – mag Zufall sein

  21. #21 marco
    27. März 2011

    Hi,
    Objekt 3 ist eine Kläpster (so heißt das Dingen zumindest im Sauerland). Karfreitag und Karsamstag werden die Kirchenglocken abgeschaltet und statt dessen wird morgens, mittags und abends ‘gekläpstert’. Es gehen dabei die Kinder im Dorf die Runde und machen mit Kläpstern und Rasseln Krach. Wir haben auch noch eine hier liegen, ich schicke mal ein Foto als Referenz.
    Gruß Marco

  22. #23 Micha
    28. März 2011

    Objekt Nr. 16 ist ein Gerät mit dem flach zerfasert wurde ein erster Versuch einer Automatisierung, kenne es aus der Scheune meiner Urgrosseltern die ein ähnliches hatten.

  23. #24 Monster Energy Hats
    28. März 2011

    Objekt 9 könnten Essstäbchen sein, möglicherweise aus der Zeit der Kolonien in China.
    Vielleicht ist das auch eine (Haar)klammer. Es wäre interessant zu wissen, ob die Innenseiten der Hälften auch lackiert sind und wie die Feder befestigt ist und welche Bewegungen sie zulässt. Eine Größeneinordnung wäre auch schön.

  24. #25 Sebastian
    28. März 2011

    Objekt Nr. 8

    Das weiße Teil ist vermutlich ein Falzbein. Das mit der Klinge könnt ein Federmesser o.ä. sein. Das Ding mit dem verzierten Griff(?) rechts ist vielleicht ein Siegel. Die Mappe oben enthält dann wohl Papier.
    Ich tippe auf die Ausrüstung eines Sekretärs oder so. Ultraleicher Survival-Reise-Schreibtisch von 1850.

    Sebastian

  25. #26 oebi
    28. März 2011

    Zu Objekt 16. Der Hinweis auf eine Mausefalle kann ich bestätigen. Im Freilichtmuseum Detmold gibt es eine sehr ähnliche Ausführung. Eine angeschnittene Abbildung findet sich unter http://www.lwl.org/kultur-download/MT_2010_2011.pdf.

  26. #27 TheBug
    28. März 2011

    Objekt 4 könnte ein Vorläufer der Wasserwaage sein.

  27. #28 Herwig
    28. März 2011

    Mit dem Gerät Nr.9 kann man die einzelnen Fingerlinge von Lederfingerhandschuhen aufdehnen. Meine Mutter hat ein ähnliches Gerät besessen.

  28. #29 virtualsky
    28. März 2011

    Objekt 16 wurde eindeutig benutzt, um die Funktionsweise eines Drei-Zylinder-Zweitakt-Motors zu erklären 😀
    Nummer 9 ist eine Wäscheklammer und Gerät 4 wurde benutzt, um das Geräusch einer Klapperschlange nachzumachen.
    Ich freu mich schon riesig auf den Drachenzahn 😀

  29. #30 Christian Reinboth
    29. März 2011

    Ich ziehe nach zwei Tagen voll spannender Kommentare mal ein kleines Zwischenfazit: Die Klepper, die Mausefalle und die Pelmeniza sind auch nach Ansicht unserer Museumsleiterin definitiv richtig identifiziert, Objekt Nummer 9 ist dagegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Essbesteck. Insgesamt waren die Museumsleute echt beeindruckt, was hier in zwei Tagen an Tipps und Hinweisen zusammengekommen ist – so beeindruckt, dass die Diskussion hier im Blog sogar in der Lokalpresse lobend erwähnt wird – wie bei den Holzmedien üblich natürlich ohne Link :-)

    Zu meinem kleinen “Gewinnspiel”: Da Kommentator Olli mit Kommentar Nummer 1 definitiv der erste war, der mit der Klepper ein Objekt (Nummer 3) korrekt identifiziert hat (übrigens eines, das im Museum wirklich falsch zugeordnet gewesen ist, dort hielt man es für eine Art Musikinstrument für Kinder), geht der Mosasaurus-Zahn eindeutig an ihn – ich bitte Olli daher um Zusendung der Adresse unter der für den Kommentar verwendeten E-Mail an creinboth@googlemail.com. Einen Alternativpreis werde ich mir auf jeden Fall noch für Kommentator Karsten überlegen, dessen Funktionsbeschreibung der kuriosen Mausefalle (Objekt 16) bei unserer Museumsdirektorin großen Anklang gefunden hat (siehe Artikel) – auch das muss belohnt werden, daher bitte ich auch hier um Zusendung der Adresse unter der Kommentar-E-Mail.

    Völlig offen ist übrigens noch die Verwendung von Objekt Nummer 4 – im Museum hält man es für ein Kinderspielzeug, weiß jedoch nicht, wie denn das eigentliche Spiel abgelaufen sein könnte – Kugeln in einer Röhre hin- und herrollen zu lassen ist ja für sich genommen nicht so besonders spannend. Von daher lobe ich an dieser Stelle mal einen neuen Preis (was weiß ich aber noch nicht) für denjenigen aus, der auch noch das letzte Mysterium aufklären kann…

  30. #31 ich
    29. März 2011

    Nr. 16 ist in der Tat eine Mausefalle. Das Museum auf der Marksburg hat / hatte frueher ein identisches Exemplar.

  31. #32 weyoun
    29. März 2011

    Zu Nummer 4 ich denke nicht das es sich um ein Kinderspiel handelt.
    Für mich sieht das eher aus wie irgend ein Maß. die außenliegende Färbung teilt das ganze in zwei Hälften, mit den Kugeln kann man durch stetige Füllung etwas ablesen. Es könnte ein Zeitmaß darstellen, dann fehlt aber noch der zeitgebende Mechanismus dazu. Auch wäre eine Art Gewichtsmaß denkbar, Oder Eine Art von Schuldenzählung etc.

  32. #33 Neuraum
    29. März 2011

    Das Bild von Nr. 4 habe ich bei mir im Blog gezeigt und wir glauben nun, dies sei eine Holrassel. Die kann man auch schön in der Hand schwingen lassen.

  33. #34 Neuraum
    29. März 2011

    Padon: “Holzrassel” natürlich.

  34. #35 BreitSide
    30. März 2011

    Vielleicht ist Nr. 4 eine Art Messgerät, mit dem der Spiegel eines Mediums gemessen wird, das schwerer als Holz, aber nicht einsehbar ist? Da täte es aber auch ein einfacher Schwimmer oder ein Peilrohr. Hast Du noch ein besseres Bild, auf dem man sieht, wie viele Kugeln zur kompletten Füllung fehlen und wie das Endstück der Kette genau aussieht?

    Die Art Pinzette würde ich vielleicht als Haarspange benutzen wollen. Müsst mal eure Mütter/Omas fragen…

    Die Art Mausefalle hatte ich auch schon gesehen. Den Klepper auch. Auf die Kaffeeröste wäre ich wohl kaum gekommen. Das Schreibset (wohl auch mit Siegel – das Teil gegenüber dem Messer) fiel schon schwerer (zumal Du ja fieserweise den Frisör als falsche Fährte gelegt hattest…), aber wenn man´s weiß… Die Pipetten passen auch (nachträglich). Haben die, wenn man genauer schaut, einen Eichstrich?

  35. #36 Olli
    30. März 2011

    Juchuuu!

    *freu*

  36. #37 Alexander
    30. März 2011

    Und was sagt das Museum zum Kaffeeröster?

  37. #38 mattiscb
    30. März 2011

    ich frag mich, was das Pelmeni-Eisen in einem Museum verloren hat. Meine eltern beseitzen ein identisches, das sie 1987 in Moskau erworben haben.

    Nr. 14 ist wahrscheinlich die Röstmaschine. Kann das leider nicht online checken, denn das “Aktenzeichen 11 17 361.8 ist im Microfiche-Register. Kassetten-Nummer: 023. Fundstelle: 027 G 5”, sagt jedenfalls das Deutsche Patent- und Markenamt. (dpma.de)

    passend zum Schreibset Nr.8 könnte das flötenähnliche gebilde dann der Federhalter sein, der dann mit Holz oder Federkiel bestückt das fehlende Schreibgerät darstellt.

  38. #39 Alexander
    30. März 2011

    Und bei Nummer 9 dürfte Herwig recht haben: es ist ein Handschuhspanner, siehe auch folgende Bilder:
    http://www.willhaben.at/iad/viewimage?adId=23121529
    http://www.hood.de/auction/36270141/handschuhspanner-aus-bein-antikes-werkzeug-um-1850.htm

  39. #40 Christian Reinboth
    31. März 2011

    Habe gerade diesen interessanten Link von einem Bekannten aus dem Museumsbereich erhalten: Sieht so aus, als wäre Nummer 14 tatsächlich ein Kaffeeröster (zumindest sehen sich die beiden Geräte erstaunlich ähnlich): http://www.museum-digital.de/san/index.php?t=objekt&oges=608

  40. #41 Christian Reinboth
    31. März 2011

    @BreitSide:

    Hast Du noch ein besseres Bild, auf dem man sieht, wie viele Kugeln zur kompletten Füllung fehlen und wie das Endstück der Kette genau aussieht?

    Ich habe mal meine Bilder von Sonntag durchgesehen und zu diesem speziellen Objekt leider nur eine Detailaufnahme gefunden: http://img4web.com/view/J8SY33 (mit Klick auf “Zoom” an der Seite kann man das Foto in Großaufnahme betrachten). Wenn es wirklich Detailaufnahmen zur Identifikation braucht, wird es das eine aber vermutlich nicht bringen – da müsste ich ggf. nochmal Fotos “nachschießen”…

  41. #42 BreitSide
    31. März 2011

    Danke, Christian, für das Bild. Das sagt schon genug: etwa zur Hälfte gefüllt. Die Frage ist natürlich, wieviele anfangs drin waren. Momentan sind es augenscheinlich 6. Könnten auch 7 gewesen sein. Kann man das an Gebrauchsspuren erkennen?

    Das hilft mir aber leider auch nicht weiter. Das liegt aber nicht am Bild… (siehe frei nach Lichtenberg: “wenn Dir ein Buch auf den Kopf fällt…”)

    Nur ein weiterer Gedanke: vielleicht ist/war es eine Art Rosenkranz? So ähnlich wie der http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenkranz#Fingerrosenkranz ? Dann würden 7 Kugeln vielleicht Sinn machen.

  42. #43 Tobias
    13. Juni 2011

    Die Glasgeräte (Objekt 2) sind Stalagmometer und dienen in der Kolloidchemie zur Bestimmung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten. Die Anzahl der heraustropfenden Flüssigkeitstropfen ist der Oberflächenspannung proportional. Diese Geräte werden mit Wasser kalibriert und die Tropfenanzahl nach Heraustropfen der Flüssigkeit, die sich zwischen den beiden Ringmarken befindet, ermittelt.
    Die abgebildeten Stalagmometer wurden in der DDR hergestellt.
    Die Methode wird noch heute zur schnellen Bestimmung der Oberflächenspannung verwendet.
    Es handelt sich im engeren Sinn nicht um Messpipetten.

  43. #44 Springseil
    20. Dezember 2011

    Wirklich spannend die Kommentare zu verfolgen. Außerdem ein guter Beitrag und eine schöne Sammlung, danke für die harte Arbeit, das hier so aufzubereiten! Wirklich Toll

  44. #46 Philipp
    Berlin
    20. November 2013

    nr 9 ist eine “Zange” zum Handschuhdehnen…. man steckt es in die finge, drückt zusammen und weitet somit das weiche Ziegenleder….

  45. #47 Diana
    Wolfenbüttel
    27. Mai 2014

    Nr. 8 ist sicherlich ein Schreibset. Das flötenähnliche Rohr könnte entweder zur Aufnahme eines Graphitstiftes nach dem Klemmverfahren sein (vgl. Conrad Gesner 1565), das würde das Anspitzmesser oben links erklären. Dann diente das Konvolut einem Künstler. Ist es aber innen mit drei oder vier Zapfen ausgestattet, spricht das eher für die Aufnahme einer Stahlfeder (Spätbarock) und einen Sekretär, der dieses benutzte. Das verzierte Objekt rechts im Bild könnte die Aufnahme für ein Siegel sein. Dazu bräuchte ich Detailaufnahmen. Ist es zu öffnen?
    Das elfenbeinfarbige ist ein Falzbein, mit dem Siegel erbrochen, Blätter gefaltet und Briefe geöffnet werden.

  46. #48 Birgit Loff
    15. Oktober 2014

    Nr. 8
    ist ein Reisesekretär mit einem Feder- oder Minenhalter, durch die Struktur schön griffig, und einem Falzbein beziehungsweise Brieföffner (beidesder Maserung nach offenbar aus Elfenbein). Außerdem enthält der Sekretär ein Federmesser zum Zurechtschneiden oder wieder Anspitzen der Gänsefedern, ein Petschaft zum Siegeln sowie eine Mappe für Briefpapier. und Dokumente. Im leeren Fach dürften noch Tintenfass, Tintenwischer und Siegellack Platz gefunden haben, die dunklen Flecken werden Tintenspuren sein.

    Nr. 9
    halte auch ich für einen Handschuhspanner; glechzeitig ist er ein Souvenir. Die “Zeichnungen” sind Abziehbilder, die überlackiert wurden, damit sie nicht so leicht abblättern konnten. Die meist schwarzen Abziehbilder sind typisch für antike Reiseandenken aus Holz, beispielsweise auch kleine Schmuckdosen, Nadeldosen oder Nähzeugbehälter. Eine Reise oder Kur ohne irgendein Andenken – das ging gar nicht. So wie heute.

  47. #49 Werner
    Euskirchen
    17. Oktober 2018

    Zu Objekt Nr. 3 kann ich nur sagen, dass es sich um eine, bei uns in der Gegend, Klapper handelt.
    Ein Vorgänger hat es ja schon beschrieben wozu dieses Ding genutzt wird. Bei uns (Eifel) übrigens heute immer noch.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ratschen
    Die Kinder nannten sich damals zu meiner Kindheit, da keine Mädchen dabei sein durften, warum auch immer, Klapperjonge. Das hat sich aber alles geändert!