Erwachsene Menschen bei der NASA wie kleine Kinder jubeln und weinen zu sehen, gibt mir stets das Gefühl, dass es für die Menschheit doch noch eine Hoffnung gibt. Wer sich heute ebenfalls den NASA TV-Livestream zur Curiosity-Landung angesehen hat, weiß wovon ich spreche. Was für ein Gänsehaut-Moment, was für ein enormer Erfolg für die Raumfahrt.

Die ersten vier Fotos vom Landeplatz kann man sich bereits hier auf der NASA-Webseite ansehen, permanente Updates über den Status der (hoffentlich viele Jahre andauernden – die Batterie könnte theoretisch bis zu 19 Jahre durchhalten) Mission liefert die NASA über den Twitter-Account @MarsCuriosity. Diese Animation der dreistufigen Landesequenz verdeutlicht, was für eine technische Meisterleistung hier vor knapp einer Stunde vollbracht wurde – und das nicht etwa irgendwo, sondern in der Atmosphäre eines fremden Planeten…

Und so sieht es aus: Das Rad des Curiosity-Rovers auf der Oberfläche des Mars…

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Fantastisch. Ich freue mich jedenfalls schon auf viele großartige Aufnahmen und neue spannende Erkenntnisse vom Mars.Wir leben schon in unglaublich spannenden Zeiten…

Kleines Update: Weil es so schön war, hier noch die Jubelbilder von heute morgen:

Kommentare (44)

  1. #1 sylar_5
    6. August 2012

    Gratulation, NASA (Bei diesem Ereignis kann ich das nicht oft genug schreiben…)

    Ich bin mal gespannt, was Curiosity so finden wird…

    BTW:
    Abgesehen von der Tatsache, dass es sich um Artefakte handeln koennte, kann ich, abgesehen von der Tatsache, dass es sich um einen Fels/Berg handeln koennte, auf dem Bild, abgesehen von der Tatsache, dass es sich um das Transportsystem handeln koennte, am Horizont eine ausserirdische Festung oder ein ausserirdisches Fahrzeug erkennen.
    (Ironie und so)

  2. #2 Soraius
    6. August 2012

    Hab den Livestream mitverfolgt. Es war sehr spannend und als dann die Meldung kam, das der Rover gelandet ist … einfach nur cool^^

    Nur was mich traurig macht, das es einige Leute gibt die auf anderen Seite als Kommentar schreiben: “Und schon sind die ersten Bilder ein Fake!” “Jetzt pump uns die NASA wieder mit Fakemeldungen voll.” usw. Also sowas kann ich echt nicht verstehen. Diese Leute müssen echt ein schwerwiegendes Problem haben.

    Den Leuten vom Curiosity-Team wünsche ich nur alles gute. Echt super Job gemacht.

    Gruß
    Soraius

  3. #3 Merit Seto
    6. August 2012

    Zum Glück kann man heutzutage alles auch unterwegs verfolgen :-)
    Ich gratuliere dem Team und wünsche Curiosity, das er ebenso alle Erwartungen übertrifft, wie Spirit und Opportunity :)

    Zu Soraius’ kann ich hinzufügen: Ich hab auch schon Kommentare gelesen wie “Das ganze Geld hätte man auch in was vernünftiges stecken können.”

  4. #4 anmasijo
    6. August 2012

    Ich fand das heute Morgen SO klasse! Quasi live mit dabei zu sein, wie dieser Rover diese mit so vielen Fragezeichen versehene Landephase meistert… WOW!
    Als dann die Realdaten von Opportunity (wars die?) kamen und man wusste, DAS sind die echten Werte für Geschwindigkeit, Höhe usw., das hatte etwas gänsehautmäßiges! Auch wenn alles schon seit 14 Minuten passiert war (auch ein immer wieder befremdlicher Gedanke!)
    Gratulation an all die Menschen, die ihre Schaffenskraft in dieses Projekt gesteckt haben und ich wünsche ihnen und uns allen viele, viele interessante Fotos, Videos, Experimente und Erkenntnisse aus dieser Mission!

  5. #5 Lutze
    6. August 2012

    Yieeepeahh. Das ist hammer. Vor drei Jahren hab ich den Rover (oder eben ein Testbruder davon) auf Spitzbergen rumeiern sehen. Jetzt ist er dort. Geht doch. Cool. Gratulation.

  6. #6 sylar_5
    6. August 2012

    @Merit Seto
    Das liest man leider bei jeder Forschung, die keine direkte Anwendung blicken laesst. Bei Themen wie dem CERN o.ae. ist Grundlagenforschung mit solchen Leuten noch diskutierbar (Siehe die Kommentare zu M. Baekers Beitrag “Was wichtig ist” zu Leschs Kommentar zum Higgs-Boson), wenn es um Astronomie oder Raumfahrt geht, dann wird das deutlich schwerer.
    Tatsaechlich dienen diese beiden Forschungsgebiete m.E. groesstenteils der Befriedigung unserer Neugier ueber unseren Platz im Universum, der Herkunft von Leben, das Funktionieren des Universums. Aber das ist es schon Wert!
    Es moegen vielleicht auch mal Anwendungen resultieren, allerdings wage ich mal zu vermuten, dass es dazu nicht zwangslaeufig noetig ist, Marsrover ins All zu schiessen.
    (Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich hiermit falsch liege; wuerde mich freuen, hier ein wenig besser Argumentieren zu koennen!)

  7. #7 anmasijo
    6. August 2012

    Ah: Odysee, nicht Opportunity natürlich!

  8. #8 Christian Reinboth
    6. August 2012

    @Soraius & Merit Seto: Solche Verschwörungskommentare gibt es leider bei jeder Mission – man denke nur an den Quatsch, der 2009 zur LCROSS-Mission im Internet verbreitet wurde. Zum Thema “alles Geldverschwendung” kann man eigentlich nur auf die große Vielzahl von Erfindungen hinweisen, die wir der Raumfahrt bereits heute verdanken und die unser aller Leben einfacher und sicherer machen. Also quasi als Argument für all diejenigen Menschen, für die nicht alleine schon der Erkenntnisgewinn Grund genug für die Forschung ist…

  9. #9 Rarehero
    6. August 2012

    Ich hab auch schon Kommentare gelesen wie “Das ganze Geld hätte man auch in was vernünftiges stecken können.”

    Zum Beispiel in meinen Geldbeutel 😉

  10. #10 flohbus
    6. August 2012

    Ich hatte verstanden, dass die Landung um 7:31 CEST sein sollte und die Daten min. 14 Minuten brauchen. Wie konnten die dann schon um 7:32 wissen, dass es geklappt hat und 5 min. später Bilder haben? Ich will nichts anzweifeln… aber wo liege ich falsch? Hatte frühestens um 7:45 mit einer Erfolgsmeldung gerechnet (???)

  11. #11 Merit Seto
    6. August 2012

    Na ja… man muss sich vielleicht zu allererst die Frage stellen, WARUM diese Leute meinen, dass das alles Geldverschwendung ist – Marsmissionen, CERN usw…
    Zum einen fehlt es da einfach an Interesse, zum anderen daran, dass vielen einfach die Fähigkeit fehlt, die Bedeutung solcher Projekte zu begreifen.
    Der Horizont vieler Menschen ist einfach zu eingeschränkt, als etwas anzuerkennen oder zu respektieren, was ihnen nicht einen direkten, persönlichen Vorteil bringt. Ich hab in vielen Stunden Gespräch mit Schülern von staatlischen Schulen immer wieder feststellen müssen, dass dort systematisch Jahr für Jahr die natürliche Neugier in den Schülern regelrecht getötet wird. Das wird schon seit Jahren gemacht und nicht geändert. Das einzige, was der großteil der Schüler lernt, ist dass sie nicht nachfragen, sondern hinnehmen sollen. Es wird oft keinerlei Wert darauf gelegt, den Schülern ein Gefühl für wissenschaftliches Arbeiten zu vermitteln. Und genau diese Generation ist es, die jetzt das Internet nutz um auf Facebook FarmVille zu spielen und sich in sämtlichen Communities anmeldet um “Hi, wie gehts? Bist voll süß”-Nachrichten zu schreiben, um vielleicht einander für eine Nacht lang abzuschleppen. Das Internet ist von seinem ursprünglichem Gedanken zu einem riesigem Loch voll Müll verkommen, in dem man nur hin und wieder etwas nützliches finden kann. Warum? Das Internet macht es wunderbar einfach, sich selbst allen zur Schau zur Stellen, in einer Gesellschaft in der für 70% Äußerlichkeiten das wichtigste und einzigste sind, was sie anzubieten haben, und bringt ihnen damit einen persönlichen Vorteil – halt im Gegensatz von ein paar langweiligen s/w-Fotos vom Mars.
    Die Frage bleibt: Was bringt uns Curiosity? Was bringt uns das Wissen, dass er uns vermittelt? Dann muss man sich allerdings auch fragen: Wozu brauchen wir die Mona Lisa? (Verweis auf: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/07/wer-braucht-schon-den-eiffelturm.php)
    Alles in allem fehlt es einfach an Verständnis für die Leistung der Wissenschaftler, weil es an Wissen und Neugier fehlt.

  12. #12 sylar_5
    6. August 2012

    @flohbus
    Ohne mehr zu wissen, oder noch die Zeit zu haben, zu recherchieren (ich muss los):
    Koennte es nicht einfach sein, dass die Zeiten einfach unter berücksichtigung der Verzögerung angegeben worden sind, wiel das für Beobachter ein viel sinnvolleres Bezugssystem ist?

  13. #13 flohbus
    6. August 2012

    @sylar_5 vermutlich hast Du recht, hatte ich mir auch schon über legt. Richtig wissenschaftlich ist das aber nicht 😉 Beim ZDF meckern sie auch, wenn uns wie z.B. bei der aktuellen Olympiaberichterstattung geschehen, Aufzeichnungen als Liveübertragungen verkauft werden.
    Aber egal. Toller Erfolg, freue mich auf neue Bilder vom Mars. Gerne auch NICHT live 😉

  14. #14 Christian Reinboth
    6. August 2012

    @flohbus:

    Ich hatte verstanden, dass die Landung um 7:31 CEST sein sollte und die Daten min. 14 Minuten brauchen. Wie konnten die dann schon um 7:32 wissen, dass es geklappt hat und 5 min. später Bilder haben? Ich will nichts anzweifeln… aber wo liege ich falsch?

    Wenn ein Kommando von der Erde zu einer Sonde auf dem Mars geschickt wird, brauchen die Signale 14 Minuten für den Hin- und Rückweg, d.h. lediglich 7 Minuten für eine Richtung. Die Signale der Odyssey, die – soweit ich das mitbekommen habe die Telemetrie der Landekapsel überwacht hat – wären demnach mit 7 Minuten Verzögerung zu haben.

    Genau wie sylar_5 vermute ich mal, dass man diese 7 Minuten in die Ankündigung der Live-Übertragung integriert haben, d.h. Live-Übertragung der Bilder aus dem Kontrollzentrum um 7:30 Uhr (und das war ja wirklich eine Live-Übertragung), wo man zu diesem Zeitpunkt Signale ausgewertet hat, die um 7:23 Uhr auf den Weg zur Erde gebracht wurden… Ganz sicher kann man das aber irgendwo auf der NASA-Webseite auch nochmal im Detail nachlesen…

  15. #15 anmasijo
    6. August 2012

    @ flohbus: es ist richtig, wie @sylar_5 vermutete: die Zeitangabe bezog sich auf den Moment, wo die Meldung vom “Touch down” hier auf der Erde eintrifft. Dass sich zu diesem Zeitpunkt der Rover schon seit 14 Minuten in welchem Zustand auch immer auf dem Mars befand, ist ein Umstand, der mich immer ganz kribbelig macht, weil man irgendwie denkt, man müsse doch eigentlich auch schneller erfahren können, wie es um das Teil steht… Doch selbst zum Mars sind’s halt gerade 14 Lichtminuten Entfernung.

  16. #16 anmasijo
    6. August 2012

    @ Christian Reinboth: so weit ich weiß, beträgt die Entfernung zum Mars zur Zeit rd. 250 Mio Kilometer, also eben 14 Lichtminuten, nicht 7 hin und 7 zurück.

  17. #17 anmasijo
    6. August 2012

    @ Christian Reinboth: so weit ich weiß, beträgt die Entfernung zum Mars zur Zeit rd. 250 Mio Kilometer, also eben 14 Lichtminuten, nicht 7 hin und 7 zurück.

  18. #18 flohbus
    6. August 2012

    Danke für die Aufklärung.
    Wahnsinn welche Geduld die “Fahrer” von Curiosity aufbringen müssen. Steuersignal absetzten… einige Minuten Datenübertragung… Fahrbewegung… Positionsdaten/Fotos generieren… Datenübertragung… Daten auswerten… Nächte Bewegung/Aktion planen… da kann man ein paar Tassen Kaffee einplanen zwischendurch 😉

  19. #19 Christian Reinboth
    6. August 2012

    @anmasijo: Der Abstand Erde – Mars variiert ja ständig – ich suche den Abstand zum Zeitpunkt des Touchdowns gerade auf der NASA-Seite, bin aber noch nicht fündig geworden. Ich hatte aus einem der Interviews aus dem Stream mitgenommen, dass die 14 Minuten für die Kommunikation in beide Richtungen gelten, kann mich da aber auch irren…

  20. #20 flohbus
    6. August 2012

    Laut “Celestia” (Windows App) sind es aktuell 1,6606 AE also ca. 248M km. Damit sind es ca. 13,8 min. einfacher Weg.

  21. #21 anmasijo
    6. August 2012

    @ flohbus: wie zeigt mir Celestia denn die Entfernung zwischen zwei Planeten?

  22. #22 Spritkopf
    6. August 2012

    @anmasijo:
    Sie klicken den ersten Planeten an und drücken die Taste G. Damit fliegen Sie ihn an. Dann wählen Sie den Menübefehl “Navigation – Objekt auswählen” und geben den Namen des zweiten Planeten ein. Die Entfernung zu diesem wird dann oben links in astronomischen Einheiten angezeigt.

  23. #23 sax
    6. August 2012

    Nur was mich traurig macht, das es einige Leute gibt die auf anderen Seite als Kommentar schreiben: “Und schon sind die ersten Bilder ein Fake!” “Jetzt pump uns die NASA wieder mit Fakemeldungen voll.” usw. Also sowas kann ich echt nicht verstehen. Diese Leute müssen echt ein schwerwiegendes Problem haben.

    Recht hast, aber das ist deren Problem, nicht deins! Man sollte denen nicht mehr Aufmerksamkeit widmen, als unbedingt nötig.

  24. #24 Rubu
    6. August 2012

    Fantastisch. Ich freue mich jedenfalls schon auf viele großartige Aufnahmen und neue spannende Erkenntnisse vom Mars.Wir leben schon in unglaublich spannenden Zeiten…

    ===============================

    Die Fotos werden so spannend langweilig sein, wie die anderen rotgefärbten Wüsten/Gröll Bilder. Besser Menschen hinschicken wie Angela Merkel und Co

  25. #25 Christian Reinboth
    6. August 2012

    Erst nach der Landung sendet das Vehikel wieder Signale. In der Zwischenzeit soll die Mars-Sonde Odyssey Aufschluss geben, die den roten Planeten seit 2001 umkreist. Sie wurde extra in eine Position gebracht, die es ihr erlaubt, die Landung zu beobachten. Die Übertragung der Signale vom Mars zur Erde dauert etwas mehr als 13 Minuten.

    I stand corrected. Quelle: http://www.focus.de/wissen/weltraum/raumfahrt/tid-26745/teuerste-raumfahrtmission-aller-zeiten-live-die-kritischste-phase-der-nasa-mars-mission-curiosity-beginnt_aid_791636.html

  26. #26 Hannes Bongard
    6. August 2012

    Günstiger Zeitvertreib für Ungeduldige:

    scnr

  27. #27 sylar_5
    6. August 2012

    @flohbus
    “Beim ZDF meckern sie auch, wenn uns wie z.B. bei der aktuellen Olympiaberichterstattung geschehen, Aufzeichnungen als Liveübertragungen verkauft werden.”
    Die Analogie hat 2 Probleme:
    1) Es sind nur 14 Minuten und nicht mehrere Stunden.
    2) Es wird auf die Verzögerung hingewiesen
    3) Es ist technisch unmöglich, vorher zu wissen, was dort drüben (Mars) gerade los ist, und damit ist es Live (Es geht nicht aktueller)

    @Rubu
    Für Nicht-Geologen werden die Bilder natürlich langweilig sein. Aber Curiosity wird ja nicht nur Bilder machen.
    Einziger Grund, weshalb sie nicht langweilig sind: Sie wurden von einem autogrossen, nuklearbetriebenem Roboter gemacht, der auf dem Mars fährt! Nicht der Inhalt ist spannend, sondern deren Existenz.

  28. #28 UMa
    6. August 2012

    Hallo Christian,

    der Focus schreibt gleich im Titel deiner Quelle
    Zitat: “Teuerstes Raumfahrtprogramm aller Zeiten”,
    und weiter im Text:
    Zitat: “Sie sei mit umgerechnet knapp zwei Milliarden Euro die „teuerste Mission aller Zeiten“, erzählten Nasa-Wissenschaftler, …”
    http://www.focus.de/wissen/weltraum/raumfahrt/tid-26745/teuerste-raumfahrtmission-aller-zeiten-live-die-kritischste-phase-der-nasa-mars-mission-curiosity-beginnt_aid_791636.html

    Mir fallen gleich mehrere Raumfahrtprogramme ein, die teuer waren, und darunter nicht nur bemannte. Recherchefehler? Oder vielleicht gar Absicht?
    Wie groß ist der Anteil der Leser, der die Kosten von Raumfahrtprogrammen ungefähr kennt und schon beim Lesen merkt, dass das falsch ist? Wie viele werden das als Fakt hinnehmen? Wenn’s doch ein Nasa-Wissenschaftler erzählt hat …

    Hier ist eine Abstellung der Kosten von Planetensonden, auch inflationskorrigiert:
    http://www.bernd-leitenberger.de/kosten-von-planetensonden.shtml

  29. #29 jeff
    6. August 2012

    @sylar_5:
    (auch wenn es jetzt nach Klugscheisserei klingt)
    aber Curiosity ist nicht “nuklearbetrieben”!
    Man nutzt die Waerme, die beim Zerfall eines natuerlichen, radioaktiven Materials entsteht, und wandelt sie direkt in elektrische Energie um. Da man recht viel Energie braucht, wird entsprechend auch ein Stoff mit hoher Zerfallsrate (hier Plutoniumdioxid) verwendet. Das hat aber nix mit kuenstlicher Kernspaltung oder -fusion zu tun. Die Bezeichnung “nuklearbetrieben” oder gar “Nuklearantrieb” ist direkt assoziiert mit kuenstlich aufrecht erhaltenen Kernspaltungen, also dem Vorhandenssein eines Kernreaktors.

    Da Kernkraft ein emotionales Thema ist (auch gerade in Verbindung mit der Raumfahrt), will ich auf diesen Unterschied hinweisen. Technisches gibts in Wiki unter Radionuklidbatterie.

  30. #30 Stefan W.
    6. August 2012

    flohbus· 06.08.12 · 11:35 Uhr @sylar_5 vermutlich hast Du recht, hatte ich mir auch schon über legt. Richtig wissenschaftlich ist das aber nicht 😉 Beim ZDF meckern sie auch, wenn uns wie z.B. bei der aktuellen Olympiaberichterstattung geschehen, Aufzeichnungen als Liveübertragungen verkauft werden.

    “Beim ZDF” bedeutet, dass die Mitarbeiter des ZDFs es sind, die da meckern. Was Du meinst ist “über”. Über das ZDF wird gemeckert – nicht beim ZDF.

    UMa· 06.08.12 · 18:12 Uhr
    der Focus schreibt gleich im Titel deiner Quelle Zitat: “Teuerstes Raumfahrtprogramm aller Zeiten”,

    Dazu sollte man in erster Linie sagen, dass es 3 Zeiten gibt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Für den Größten Feldherrn aller Zeiten war die Hybris die Überragung aller folgender Feldherrn zu behaupten und charakterisiert den Wahn der damaligen Zeit. Die heutige Zeit charakterisiert sich nur noch durch ihre Doofheit, dass ihr ein “teuerstes Raumfahrtprogramm bislang” nicht genügt.

    Merit Seto· 06.08.12 · 09:29 Uhr Zu Soraius’ kann ich hinzufügen: Ich hab auch schon Kommentare gelesen wie “Das ganze Geld hätte man auch in was vernünftiges stecken können.”

    Was geben wir aus für kitschige Blechkatzen die monoton mit einem Arm pendeln, für Weihnachtsbeleuchtung in Innenstädten, für Alufelgen, für Schuhe in den Farben der Saison, mit denen man nicht laufen kann usw.?

    Und auf der anderen Seite: Was wäre das, was so zweifelsohne Vernünftig wäre? Schwer zu sagen, aber bei sorgfältiger Überlegung besteht das Risiko bei kitschigen Blechkatzen zu landen, Alufelgen und Schuhen in den Farben der Saison, mit denen man nicht laufen kann.

  31. #31 sylar_5
    6. August 2012

    @jeff:
    Ja, es klingt klugscheisserisch 😛
    und mehr als Plutonium habe ich auch noch nicht gehoert (Was fuer mich aber jetzt kein boeses Buzzword ist, ich habe mich einfach nicht weiter damit beschaeftigt).

    Und “autogrosser, nuklarbetriebener Roboter auf dem Mars” klingt einfach viel cooler als “autogrosser, von der Abwaerme aus natuerlichen Zerfallsprozessen in Plutoniumdioxid betriebener Roboter auf dem Mars”.

    Naja, mal wieder was dazugelernt.

  32. #32 flohbus
    6. August 2012

    Dieser Bastian Sick schickt seine Praktikanten mittlerweile auch überall hin.

  33. #33 Stefan W.
    7. August 2012

    @flohbus: Schwierigkeiten Fehler zuzugeben? Schlechter Verlierer? Hier hast’n Keks! :)

  34. #34 Physiker
    7. August 2012

    @jeff:
    Ihre Unterscheidung zwischen “künstlich” und “natürlich” ist komplette Willkür – und grösstenteils sogar einfach nur falsch. Nachdem Curiosity durch eine Radionuklidbatterie angetrieben wird die ihre Energie aus nuklearer Zerfallswärme generiert, kann man sehrwohl von einem Nuklearantrieb sprechen.

    Das hat aber nix mit kuenstlicher Kernspaltung […] zu tun.

    Doch. Der radioaktive Zerfall ist ein Spezialfall der Kernspaltung (denn auch dabei wird ein Atomkern in zwei Bestandteile zerlegt). Und eine Unterscheidung zwischen künstlicher und natürlicher Kernspaltung ist in diesem Zusammenhang sowieso bedeutungslos. Darüberhinaus kommt das verwendete Pu-Isotop gar nicht in der Natur vor (wie auch, wenn die Halbwertszeit 87,7 Jahre beträgt?).

    Die Bezeichnung “nuklearbetrieben” oder gar “Nuklearantrieb” ist direkt assoziiert mit kuenstlich aufrecht erhaltenen Kernspaltungen, also dem Vorhandenssein eines Kernreaktors.

    Wer sagt das? Bastian Sick? Jedenfalls wird in der Pu-Batterie durch Kernspaltung aus einem künstlich erzeugtem Element Energie gewonnen. Es gibt keinen Grund das nicht als Nuklearantrieb zu bezeichnen.

  35. #35 schak
    8. August 2012

    und mehr als Plutonium habe ich auch noch nicht gehoert
    Derzeit ist Americum hoch im Kurs als Kandidat. Das ist zwar lang nicht so effektiv wie Plutonium (174) aber einfacher in der Handhabung. Außerdem haben mittlerweile selbst die ärgsten Kriegstreiber herausgefunden, dass es nicht ganz so gut ist waffenfähiges Plutonium herzustellen und damit wird es auch immer schwerer etwas davon für die Raumfahrt zu bekommen.
    Der Wikipedia Artikel zu dem Thema ist sehr gut:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Radioisotope_thermoelectric_generator

  36. #36 Dr. Webbaer
    8. August 2012

    Ich fand das heute Morgen SO klasse! Quasi live mit dabei zu sein, wie dieser Rover diese mit so vielen Fragezeichen versehene Landephase meistert… WOW!

    Da können Sie sich vielleicht vorstellen, wie die Mondlandung allgemein so ankam, bei 24/7 Berichterstattung, sogar im D-Staatsfernsehen.

    Eher jämmerlich dagegen die Entwicklung bei der extraterrestrischen Forschung seit den Mondlandungen. Insofern kann der Schreiber dieser Zeilen die Freude über die Landung einer Sonde auf dem Mars nicht recht teilen. BTW, weiß jemand warum die ersten Fotos so mies sind? Ist die Übertragungsbandbreite unzureichend oder ist der Eindruck falsch?

    MFG
    Dr. Webbaer

  37. #37 sylar_5
    8. August 2012

    weiß jemand warum die ersten Fotos so mies sind? Ist die Übertragungsbandbreite unzureichend oder ist der Eindruck falsch?

    Florian Freistetter hat mal etwas zu dieser “An der Sonne sind gigantische Wuerfel”-Verschwoerung geschrieben. Darin hat er auch erwaehnt, dass zuerst die Bilder in komprimierter (bzw. kleinerer) Form uebertragen werden, und dann in hochaufloesender Form.

    Ich weiss jetzt nicht wie genau das Deep Space Net funktioniert, aber bei diesen grossen Verzoegerungen (Minuten) kann ich mir vorstellen, dass Pakete einfach eine sehr lange Verzoegerung aufweisen, nicht aufgrund von der Ausbreitungsverzoegerung (das waeren nur Minuten), sondern aufgrund eines Mechanismus mit Pruefsummen, etc.
    Ich weiss nicht wie hoch der tatsaechliche Durchsatz ist, und kann auch nicht sagen, Wie gross der Paketverlust ist. Man beachte die wahrscheinlich sehr grosse Signal-Noise-Ratio.

    Vielleicht recherchiere ich das heute Abend mal. Interessieren wuerde es mich schon.

  38. #38 klauszwingenberger
    8. August 2012

    Die ersten übermittelten Bilder wurden mit den Überwachungskameras aufgenommen, mit denen man sich einen groben Überblick über die Landestelle verschaffen will. Die Hauptkameras auf dem beweglichen Mast waren während des Landevorgangs geschützt und müssen, wie alle komplexeren Systeme, erst nach und nach überprüft und in Betrieb genommen werden. Keine Bange also, es wird noch besser – viel besser.

  39. #39 Christian Reinboth
    8. August 2012

    @Webbär:

    Da können Sie sich vielleicht vorstellen, wie die Mondlandung allgemein so ankam, bei 24/7 Berichterstattung, sogar im D-Staatsfernsehen.

    Für alle später geborenen finden sich inzwischen glücklicherweise zahlreiche Mitschnitte der damaligen Cronkite-moderierten Sondersendung aus dem US-TV bei youTube. Da kommt auch nach Jahrzehnten noch Gänsehautfeeling auf…

    BTW, weiß jemand warum die ersten Fotos so mies sind? Ist die Übertragungsbandbreite unzureichend oder ist der Eindruck falsch?

    Da die Übertragung von größeren Datenmengen lange Zeit braucht (irgendwo hatte ich mal eine Zahl von 20 Stunden für 250 Megabyte mitgeschnitten), wären große, hochauflösende Farbfotos für die ersten Kontrollen nach der Landung denkbar ungeeignet. Zukünftig ist da aber noch viel, viel mehr und viel, sehr viel besseres Material zu erwarten. Die ersten Farbaufnahmen gibt es ja inzwischen schon:

    http://www.fr-online.de/raumfahrt/farbfotos-von-curiosity-es-wird-bunt-auf-dem-mars,1473248,16833920,view,asFirstTeaser.html

  40. #40 Physiker
    8. August 2012

    Nachtrag zum Pu-Antrieb:
    Die verwendete Nuklearbatterie ist übrigens noch eine sehr viel grössere Sauerei als der radioaktive Abfall aus Atomkraftwerken (aus dem das Plutonium wohl durch konzentration extrahiert wird). Immerhin erreicht normaler Atommüll nach etwas mehr als 100 000 Jahren das gleiche Strahlungslevel wie Natururan und ist dann in etwa genauso gefährlich wie natürliche Erze/Gesteine. Das verwendete Pu-238 zerfällt aber in ein paar hundert Jahren komplett zu U-234 mit einer Halbwertszeit von 1/4 Mio. Jahren. Bevor man da also wieder irgendetwas anfassen kann vergehen mind. 5 Mio Jahre.

  41. #41 Dr. Webbaer
    8. August 2012

    Das bestätigt die von Klaus Zwingenberger oben gemachten Angaben:

    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/schlaglichter_nt/article108540544/Curiosity-hat-Kameramast-ausgefahren.html

    > 20 Stunden für 250 Megabyte

    Klingt nicht so toll. Gründe?

    MFG
    Dr. Webbaer

  42. #42 sylar_5
    8. August 2012

    @Dr. Webbaer

    Nachrichten ueber diese gigantischen Entfernungen zu senden, ist was Anderes, als ueber WiFi… Spontan fallen mir 2 Probleme ein, die auch auf der NASA-Seite erwaehnt werden: http://deepspace.jpl.nasa.gov/dsn/faq-data.html

    1) Niedrige Signal-Noise-Ration (SNR, das Verhaeltnis von Signal zu Hintergrundrauschen)
    Je niedriger diese ist, umso schwerer wird es, Daten auszulesen. Das kennt man z.B. von WiFi, wenn man sich vom Access Point entfernt, wird das Signal schlechter (leiser). Das gleicht die Netzwerkkarte in der Regel aus, indem es die Bandbreite drosselt, um Bits sicherer empfangen zu koennen.
    (Im Post vorher habe ich hohe SNR geschrieben, verzeihung dafuer. Hohe SNR waere natuerlich wuenschenswert…)

    2) Hoehere Round Trip Time
    Das ist die Zeit, die benoetigt wird, um ein Signal von einem Netzwerkteilnehmer zu einem anderen und wieder zurueck zu senden. Das sind ungefaehr 15 Minuten. Was geschieht nun, wenn Daten verloren gegangen sind? Sie muessen neu gesendet werden. Aufgrund der hohen Round Trip Time dauert das aber, bis es reagiert hat.

    Und da es sich um ein Netzwerk handelt, das alle Sonden ausserhalb des Erdorbits unterstuetzt, muessen sich auch alle Sonden dieses Netzwerk teilen. Dazu gibt es verschiedene Moeglichkeiten (Die man auch von Kommunikationssystemen auf der Erde kennt): Verschiedene Frequenzen, verschiedene Zeitslots, oder verschiedene Codes (letzteres ist eher unpraktisch).
    Gerade durch die hohe Ausbreitungsverzoegerung gibt es Probleme mit dem Einteilen von Timeslots (Man moechte keine Kollissionen, sprich die Signale sollen nicht gleichzeitig an der Erde eintreffen. Das ist nicht so einfach sicherzustellen; eine einfache Loesung sind sehr lange Sendepausen (Das macht WiFi auch, nur ist “lang” relativ zur Ausbreitungsverzoegerung zu sehen).

    Ich habe bislang nur den populaeren Teil der DSN-Beschreibung gefunden, aber bin gerade auch zu muede, um das Thema zu vertiefen.

  43. #43 Dr. Webbaer
    8. August 2012

    @sylar_5
    Scheint ein bekanntes Problem zu sein, man will von der bisher eingesetzten Technologie nun weg: http://www.dslweb.de/dsl-news-aktuell/dsl-technik/highspeed-datenuebertragung-im-all-11092702.html

  44. #44 gfaw
    12. November 2017

    Bei der Sache gibt es nur ein kleines Problem, das sich allerdings wissenschaftlich, also unter Zuhilfenahme NATURWISSENSCHAFTLICHER Methodik und LOGIK klären läßt:

    Ausnahmslos ALLE Bilder und Filme dieser Mission sind CGI, also am Computer generiert. Selbiges gilt für alles was mit Raumfahrt, Mondlandung, ISS, Satelliten die eine angeblich kugelförmige Erde umkreisen usw. zu tun hat.

    Es gibt kein einziges Bild/Film das/der mit Raumfahrt zu tun das/der ein echtes Foto/ein echter Film ist, also foto-forensischer Untersuchung stand hielte.

    Und damit ergeben sich viele weitere Fragen…

    Widerlegt EUCH SELBST diese unglaublichen Behauptung und beweist EUCH, dass ich Unrecht habe und mit eurem Weltbild alles in Ordnung ist!