Hier in Sachsen-Anhalt laufen schon seit einiger Zeit umfangreichste Vorbereitungen auf das sogenannte Lutherjahr 2017, in dem sich der berühmte Thesenanschlag von Wittenberg zum 500. Mal jährt. In diesem Rahmen kreierte Lukas Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie dieses äußerst beeindruckende, erst vor einigen Tagen veröffentlichte 3D-Abbild des Reformators, dessen Oberflächenmodell offenbar auf der lange vergessenen und erst im Jahr 2006 im Keller der Marktkirche in Halle wiederentdeckten Totenmaske basiert.

Luther 3D from Here I stand… on Vimeo.

(Balkengrafik aus: Lucas Cranach d.Ä. – Martin Luther, 1528, gemeinfrei, Quelle: WikiMedia)

Kommentare (22)

  1. #1 michanya
    21. September 2016

    … eine TONSUR wie es als Mönch damals ublich war hatte er ja wohl als RELIGIOSE HAARTRACHT gehabt – Erzählungen sagen auch dass seine Statur korpulent war.

    Verstehe nicht bzw. kenne nicht religiöse Gebrauche – weil JESUS hat ja lange Haare und Bart – und HAARE sind auch immer Symbol für Revoluzzer.

    Ansonsten es gibt viele Statuen von Luther die Physiognomie und der Gesichtsausdruck sind doch immer der selbe …

    Luther bleibt Luther – biotec4u

  2. #2 Dr. Webbaer
    21. September 2016

    Es gibt Bilder von Martin Luther mit und ohne Tensur, wobei gutes Aussehen nie ein Erfolgshindernis war.

  3. #3 Andreas
    21. September 2016

    Wer braucht noch neue Infos über einen Judenhasser par excellance. Die Zeit und das Geld kann man besser nutzen.

  4. #4 RPGNo1
    21. September 2016

    Wie sagt man heute so schön: Ein Charakterkopf.
    Martin Luther wusste schon, das Leben zu genießen, nachdem er das Mönchsdasein abgestreift hatte.

  5. #5 Dr. Webbaer
    21. September 2016

    Martin Luther (mit oder ohne TOnsur) war natürlich stets nur antijudaistisch, gerade Glaubensfragen meinend, nie antisemitisch.

  6. #6 user unknown
    22. September 2016

    @Webbaer:
    Soweit ich weiß hat er sich zeitweise positiv zu Juden geäußert, die konvertiert sind, ist aber später davon abgerückt und Brachialantisemit geworden.

    @Christian:
    Ob er seine Thesen angeschlagen hat, oder ob das nur eine Legende ist, sei strittig, hörte ich läuten.

    @michanya:

    HAARE sind auch immer Symbol für Revoluzzer.

    Haarmoden und ihre Bedeutungen ändern sich und sind auch von Ort zu Ort verschieden.

    Selbst die Verneinung unserer politischen Gegenwart findet sich schon als bestaubte Tatsache in der historischen Rumpelkammer der modernen Völker. Wenn ich die gepuderten Zöpfe verneine, habe ich immer noch die ungepuderten Zöpfe. Wenn ich die deutschen Zustände von 1843 verneine, stehe ich, nach französischer Zeitrechnung, kaum im Jahre 1789, noch weniger im Brennpunkt der Gegenwart.

    Quelle: Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

  7. #7 Dr. Webbaer
    22. September 2016

    Da kann wohl lange gestritten werden, ob ML antijudaistisch oder antisemitisch war, btw, ML hat sich die Tonsur irgendwann abnehmen (oder zuwachsen) lassen, stimmt’s?

  8. #8 Spritkopf
    22. September 2016

    Webbär

    Martin Luther (mit oder ohne TOnsur) war natürlich stets nur antijudaistisch, gerade Glaubensfragen meinend, nie antisemitisch.

    Nehmen wir die Definition der Wikipedia aus dem Artikel zur Judenfeindlichkeit, dann stimmt das sogar:

    “Sind die Motive der Feindschaft überwiegend religiös, wird von Antijudaismus gesprochen. Sind die Motive nationalistisch, sozialdarwinistisch oder rassistisch, wird dies im Anschluss an die Antisemiten selbst seit etwa 1870 als Antisemitismus bezeichnet.”

    Aber würden Sie mir bitte erläutern, warum Antijudaismus – und gerade in der widerwärtigen von Luther vertretenen Form – es rechtfertigt, ein “nur” davor zu setzen?

  9. #9 Dr. Webbaer
    22. September 2016

    @ Spritkopf :

    Ziehen Sie Ironie in Betracht als Rechtfertigung.
    Ansonsten ist es schon etwas anderes Religion und deren Träger nicht gut zu finden (“Antijudaismus”) oder Herkunft (“Antisemitismus”).
    Wobei das Judentum als Religion – der Schreiber dieser Zeilen hegt ernsthafte Zweifel, dass ML dieses verstanden hat – vglw. nett zu sein scheint, auch zivilisatorisch wichtig, das Angemessenheit-Prinzip vs. Faustrecht “hat schon was”.
    Wie bereits geschrieben, ob ML Antijudaist oder Antisemit war, bleibt Gegenstand der Erörterung.
    Ein gutes Gefühl hat Ihr Kommentatoren-Kollege dbzgl. nicht.

    Ansonsten war die Reformation schon sehr wichtig und heutige Gesellschaften verdanken ihr, vs. dem Katholizismus (dem keineswegs nichts, sondern womöglich weniger), viel.

    MFG
    Dr. Webbaer

  10. #10 Andreas
    22. September 2016

    @Dr. Webbaer

    Ich empfehle Ihnen mal eine eigene Recherche oder ein sehr gut recherchiertes Buch: https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/golgatha-auschwitz-luthers-judenhass

    Sie können auch einen kleinen Einblick in den Judenhasser Luther bekommen mit diesem Artikel: http://hpd.de/artikel/warum-martin-luther-antisemit-12990

    Dabei einen Unterschied zu machen zwischen religiös und ideologisch motivierten Taten ist typisch für eine nicht logische, nicht wissenschaftliche Herangehensweise wie sie Gang und Gebe ist in den Geistes-“Wissenschaften”. Die Motivation ist irrelevant, denn hier wird das Endergebnis betrachtet. Luther hat Juden gehasst und wollte sie ausrotten. Deshalb Herr Dr. Webbaer sollten Sie auch genau lesen was andere Menschen schreiben. Ich schrieb am Anfang von Judenhass nicht von Antisemitismus.

    Des Weiteren könnte man nun die Wörter analysieren und herausfinden, das Antisemitismus nichts anderes bedeutet als gegen Semiten , welche die Völker sind die eine semitische Sprache haben. Dazu zählen auch die Araber. Selbst wenn wir jetzt noch auf den Antijudaismus eingehen würden ändert sich nichts. Die Wissenschaft selbst differenziert hier eigentlich nicht bzw. ist unschlüssig ob man differenzieren sollte.

    Allerdings ist es ein toller Strohmann von Ihnen Herr. Dr. Webbaer und solche Personen werden von mir in Zukunft ignoriert.

  11. #11 Dr. Webbaer
    22. September 2016

    Des Weiteren könnte man nun die Wörter analysieren und herausfinden, das[s] Antisemitismus nichts anderes bedeutet als gegen Semiten , welche die Völker sind die eine semitische Sprache haben [,vorzugehen]. Dazu zählen auch die Araber.

    Es ist hier bekannt, dass Araber keine Antisemiten sein können, weil sie Semiten sind.
    >:->

    Ansonsten haben Sie natürlich recht, ‘Judenhass’ ist durch ‘Antisemitismus’ unzureichend artikuliert.
    ‘Judenhass’, als spezielle Form des Rassismus, denn hier ist die Herkunft gemeint, nichts Religiöses, ist sprachlich deutlich, insofern stoßen den Schreiber diese Zeilen, ganz am Rande angemerkt: kein Jude, auch Formulierungen wie bspw. ‘Holocaust’ (vs. ‘Shoah‘) ab, wenn die einstmals im Deutschen Reich geübte systematische Judenvernichtung gemeint ist.


    Ansonsten scheinen Sie ein wenig gegen Ihren Kommentatorenkollegen ‘Dr. Webbaer’ zu heizen, allerdings kann Ihr Kommentatorenkollege Ihnen nicht umfänglich folgen (was wohl auch gut so ist).

    MFG + schöne Woche noch,
    Dr. Webbaer

  12. #12 RPGNo1
    22. September 2016

    Ohne jetzt Antisemitismus oder Antijudaismus beschönigen oder sogar gutheißen zu wollen, so bin ich doch der Meinung, das man Personen immer in ihrem historischen Kontext betrachten sollte. Martin Luther war ein Kind des 15./16. Jahrhunderts und den entsprechenden Einflüssen.
    Andere Beispiele: Die altgriechischen Philosophen hatten nichts dagegen, dass Sklaven gehalten wurden, Frauen bestenfalls zweitklassig waren und Bildung dem gemeinen Volk verwehrt wurde.
    US-Präsident Thomas Jefferson war ein aktiver Sklavenhalter.
    Thomas Henry Huxley drückte sich ziemlich verächtlich gegenüber Nicht-Weißen aus.

  13. #13 Andreas
    22. September 2016

    Wie ich mir schon dachte, wenn inhaltlich nix kommt geht man auf die Sprache. TROLL-Alarm.

    Wie schon erwähnt, Strohmänner sind erbärmlich und deuten ebenfalls auf fehlende inhaltliche Argumente hin.

    Ein schönes Restleben noch.

  14. #14 Dr. Webbaer
    22. September 2016

    @ RPGNo1 :

    Ohne jetzt Antisemitismus oder Antijudaismus beschönigen oder sogar gutheißen zu wollen, so bin ich doch der Meinung, das man Personen immer in ihrem historischen Kontext betrachten sollte. Martin Luther war ein Kind des 15./16. Jahrhunderts und den entsprechenden Einflüssen.

    Vely schlau ergänzt.

    Es ist nicht möglich im Sittlichen einstmals Gewesenes stringent einzuordnen.

    Insofern hat sich der Beobachter, idR oft der Historiker sozusagen erkenntnistheoretisch zu bewaffnen, um überhaupt sozusagen einen Fuß auf den Boden zu kriegen.

    MFG + schöne Woche noch,
    Dr. Webbbaer (der hier allerdings nicht den Eindruck erwecken möchte ML besonders beizuspringen)

  15. #15 Andreas
    22. September 2016

    @RPGNo1: Ja das kann man so machen. Trotzdem gab es auch damals Menschen, die andere Religionen und Menschen nicht gehasst haben. Ausserdem müsste ich dann alle religiösen Aussagen relativieren und dürfte sie heute nicht mehr anwenden, ALLE, ich darf dann nicht cherry picking betreiben. Damit müsste man die Religion beerdigen und das Vermögen in richtige soziale Projekte investieren, die sich z.B. gegen Judenhass richten.

    Viel wichtiger aber ist, dass die Griechen heute nicht mehr davon sprechen wie toll die Leute damals waren, welche für Sklavenhaltung waren, die übrigens nicht überall erlaubt war.

    Luther wird noch immer als großer Humanist gepriesen und als Wegbereiter für die moderne Gesellschaft. Genau umgekehrt wird ein Schuh draus. Schon im 15 Jahrhundert und lange davor gab es “echte” Humanisten, die für eine Gleichbehandlung aller Menschen eintreten. Diese wurden jedoch durch die Religion bekämpft und getötet.

    Über solch eine Menschen verachtende Person wie Luther brauche ich kein 3D Bild sondern bessere Bücher, die aufklären wie barbarisch diese Person wirklich war. Das von mir erwähnte Buch wurde dann auch privat erstellt und nicht mit Forschungsgeldern des Staates unterstützt. Wie kann es da sein, dass wir ein Lutherjahr feiern wenn er doch so ein niederträchtiger Mensch war?

  16. #16 RPGNo1
    22. September 2016

    @Andreas
    Ich preise Martin Luther nicht als großen Humanisten. Sein Antijudaismus/Antisemitismus ist ein großer Makel. Seine Haltung zum Deutschen Bauernkrieg 1524 – 1526 ist ebenso zu betrachten: “…man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss…”.
    Demgegenüber sollte man aber unbedingt auch seine Verdienste berücksichtigen bzw. die Veränderungen, die er angestoßen hat, z.B. die Reformationen in beiden Konfessionen (evangelisch wie katholisch) oder die Verbreitung der deutschen Alltagssprache aufgrund der Bibelübersetzung.
    Eine kritische Bewertung der Person Martin Luther ist unbedingt zu befürworten (1), allerdings sollte, wie ich ausgeführt habe, auch immer der historische Kontext mit eingezogen werden. Martin Luther ist kein Heiliger, aber auch kein Unmensch.

    (1) Ich werde mich über das von dir vorgestellte Buch (Kommentar #10) auf alle Fälle schlau machen.

  17. #17 Kurt
    22. September 2016

    Von Mann zu Mann, von Mord zu Mord, von Luther zu Hitler, ein gerader deutscher Weg.

    Luther: “Wenn ich könnte, so würde ich ihn (den jüdischen Mitbürger) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren.”

    Luther weiter:”… dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien …”

    Quelle: http://www.kirchenopfer.de/moerderischewurzeln/martinluther/

  18. #18 RPGNo1
    22. September 2016

    @Kurt
    Platter geht’s nimmer.

  19. #19 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2013/08/03/sackgasse-christentum/
    23. September 2016

    @Andreas:

    Wie kann es da sein, dass wir ein Lutherjahr feiern wenn er doch so ein niederträchtiger Mensch war?

    Nicht ein Jahr, eine Lutherdekade wird von der deutschen Politik gefeiert.

    @Dr. Webbaer:

    Es ist hier bekannt, dass Araber keine Antisemiten sein können, weil sie Semiten sind.

    So wie Deutsche keine Antideutschen sein können, weil sie Deutsche sind?

    Das habe ich befürchtet!

  20. #20 Dr. Webbaer
    23. September 2016

    War doch nur ein Späßchen, Herr Wagner.
    MFG
    Dr. W

  21. #21 Andreas
    23. September 2016

    @

    Naja dieses Jahr haben wir als Einstieg zum großen Feiern erst einmal das Lutherjahr. Klar wird da mehr gefeiert.

    Umso schlimmer ist die ganze Situation.

    @all: Zum Thema Antisemit und im historischen Kontext einfach die Artikel schauen und alles wird klar.
    Der Buchdruck hat die Menschen zum Lesen gebracht nicht die Bibel. Die Bibel war nur so erfolgreich als eines der ersten Bücher, da die Kirche die Menschen unterdrückt hat und ihnen Angst machte vor ewiger Verdammnis. Wenn ich das glauben würde, hätte ich mir sofort das Buch gekauft um selbst nachzulesen, wie ich dem entgehen kann oder um nachzukontrollieren ob das wirklich alles stimmt was die Kirche da sagt.

    Wie gut, dass die Mitglieder der Kirche entschieden haben welche Bücher, die ebenfalls von Mitgliedern dieser Religion geschrieben wurden, als Bibel gelten dürfen.

    Ich liebe diese asoziale, menschenhassende und Massenmord begehende Gruppe wirklich sehr.

  22. #22 Dr. Webbaer
    1. Oktober 2016

    @ Andreas :

    Die Sprache hat den Mensch zum Menschen gemacht, denn ansonsten stände der Begriff ‘Mensch’ nicht zur Verfügung.
    Es hat in der Entwicklungsgeschichte des hier gemeinten Primaten exakt vier Zivilisationssprünge gegeben, diese sind:
    A) Erfindung der Sprache (hier ist auch der, wie einige finden, sehr gelungene Prolog des Johannesevangeliums zu berücksichtigen – übrigens auch: soz. hellenistisch inspiriert)
    B) Erfindung der Schrift
    C) Erfindung des Buchdrucks, der Massen-Replikation von Inhalt
    D) Erfindung des Internets oder Webs

    Ganz am Rande notiert, Sie scheinen Ihrem Kommentatorenkollegen ein kleiner, naseweiser Nachrichtengeber zu sein, auch dies ist gut und dient dem Austausch.

    Selbstverständlich trägt die Reformation einen zivilisatorischen Wert in sich.

    MFG + schönes Wochenende noch!
    Dr. Webbaer

    PS ad B und als B1 sozusagen:
    Die Aufklärung oder das Sapere Aude waren zivilisatorisch, wenn auch nicht technisch, wichtigster Zwischenschritt sozusagen.
    Sie steht womöglich auch in engem Zusammenhang mit Schritt C.