Wer also mehr Fett verbrennen will, ist in der Tat gut beraten, Kohlenhydrate zu reduzieren.

Eine andere M√∂glichkeit, Fett zu oxidieren, ist, es in den Ofen zu schieben. Heute ist Samstag, gleich gibt’s Pizza ūüôā

______

Referenzen:

[1] Chaix A, Zarrinpar A, Miu P, Panda S. Time-Restricted Feeding Is a Preventative and Therapeutic Intervention against Diverse Nutritional Challenges. Cell Metab. 2014 Dec 2;20(6):991-1005.

[2] Hoch T, Kreitz S, Gaffling S, Pischetsrieder M, Hess A. Fat/carbohydrate ratio but not energy density determines snack food intake and activates brain reward areas. Sci Rep. 2015 May 14;5:10041.

[3] Volek J, Freidenreich D, Saenz C et al. Metabolic characteristics of keto-adapted ultra-endurance runners. Metabolism. 2015;65(3):100-110. doi:10.1016/j.metabol.2015.10.028 .

flattr this!

1 / 2 / 3

Kommentare (18)

  1. #1 Luk
    06/02/2016

    Das ist in der Tat interessant.
    Aber die Aussage 5 % Körpergewicht verloren, scheint mir auf einen eher mässigen Effekt hinzudeuten.
    Das macht bei 80 kg ja nur 4 kg aus, da kann man als wirklich √ľbergewichtiger (100-120 kg statt 80kg) nicht gerade viel profitieren.

    Zudem stellt sich die Frage ob sich das Aktivitätsmuster der Ratten geändert hat (mehr Bewegung auf der Suche nach Futter, wenn man 12-16h nichts hatte kann ich mir das schon vorstellen).

    Das Kalorien so wenig Einfluss haben, halte ich auch Evolutionsbiologisch f√ľr problematisch. Nahrungsmangel (Hungersnot) ist etwas das st√§ndig vorkommt (bzw. bei uns kam, aber immerhin noch bis vor 100-200 Jahren). Dabei sollten die schlechten Verwerter alle deutlich eher sterben (weniger Reserven und mehr Verbrauch). Damit sollten die Gene eher schnell aus einer Population verschwinden.
    Oder bin ich da auf dem Holzweg?

  2. #2 rolak
    06/02/2016

    Inzwischen weiß man, daß verschiedene Stoffwechselwege an die diurnalen Rhythmen des Körpers gekoppelt sind, die wiederum von sich abwechselnden Perioden von Nahrungsaufnahme und Fasten abhängen

    Gibts da irgendein frei zug√§ngliches Tabellenwerk zum gepflegten Nachschlagen, Cornelius? Was wann aktiv ist und so? Mir ist nur das Fr√ľhaufsteherchen Bauchspeicheldr√ľse im Ged√§chtnis, der es angeblich bis fr√ľhnachmittags (des lokalen Tageszyklus’) die Insulinversorgung leichter f√§llt, Kohlehydrate also eher vorher gegessen werden sollten.

    • #3 Cornelius Courts
      07/02/2016

      Gibts da irgendein frei zugängliches Tabellenwerk zum gepflegten Nachschlagen, Cornelius? Was wann aktiv ist und so?

      Wenn ja, ist’s mir leider nicht bekannt. Aber auf meiner to-blog-Liste ist daf√ľr noch eine Anwendung circadian oszillierender Marker, mit der man den Zeitpunkt des Todes bzw. der Spurendeponierung auf die Tageszeit eingrenzen kann. Stay tuned…

    • #4 rolak
      07/02/2016

      Zeitpunkt des Todes
      Stay tuned

      letzteres auf jeden Fall, Cornelius, doch ersteres ist f√ľr meine Zwecke ein wenig zu sp√§t.

  3. #5 zimtspinne
    06/02/2016

    Cornelius, so ein Thema bei dir, bin freudig √ľberrascht.

    ..und dann kommt auch gleich Unfreude auf, da ich mich doch schon als Ern√§hrungsspezialistin der besonderen Art betrachten darf – in fr√ľher Jugend Ausfl√ľge zu Anorexie, dann Bulimie, dann Mischformen, dann Psychologie, um den ganzen Murks zu verstehen, dann Biologie, um es noch besser zu verstehen und das alles untermalt von zahllosen freiwilligen und unfreiwilligen Selbstversuchen. Nicht Di√§ten, da ich Essenspl√§ne nicht leiden kann, eher so mal dies und mal das von zuerst fettreduzierten Formen √ľber Fasten, pseudo-vegetarisch bis hin zu nocarb/lowcarb.

    Habe auch immer brav alles verfolgt, was die Forschung hergibt, mit dem Ergebnis, gar nicht mehr zu wissen, was nun eigentlich √ľberhaupt unter dem Totschl√§ger ‘gesunde Ern√§hrung’ verstanden wird.

    Am erfolgversprechendsten scheint mir noch allemal das Konzept der maßgeschneiderten diet zu sein, ähnlich der maßgeschneiderten oder personalisierten Therapie in der Medizin.

    F√ľr mich funktioniert seit einiger Zeit ganz gut ein √§hnliches Konzept wie im Beitrag.
    Nur dass es bei mir statt auf Woche/WE auf tags√ľber/abends aufgeteilt ist.

    Tags√ľber brauch ich ohne Verlustgef√ľhle ganz wenig, abends MUSS es aber was genussartiges geben, sonst werde ich grantlig.
    So ne Art intermittierendes Fasten, was ja angeblich auch lebensverlängernd wirken soll.

    KH in industrieller Form sind f√ľr mich hochproblematisch, und ich vermute, ich stehe damit nicht allein.
    Es gibt tatsächlich so etwas wie Zuckersucht. Ich mache nach Geburtstagsfeiern auch immer regelrecht einen Entzug durch, der die ersten beiden Tage besonders blöd ist.

    Also ich schlie√üe f√ľr mich, unabh√§ngig von Forschung und neuesten Rattenerkenntnissen, dass ich schlecht kohlenhydratadaptiert bin. Ich kann damit schlicht nicht umgehen. Haut im √úberma√ü das Belohnungssystem durcheinander und auf den H√ľften landet es obendrein schon beim blo√üen Anblick.

    Meine Ern√§hrung, mit der ich keinerlei Figursorgen mehr habe und auch ganz selten nur noch Fressattacken der dritten Dimension, sieht jetzt in etwa so aus: fr√ľhestens mittags eine Kleinigkeit, an meinen Sporttagen ist das s√ľ√ües Obst, sonst irgendwas (nichts industriell verarbeitetes, was leichtes) und abends findet meine Hauptmahlzeit, man kann auch sagen, ein ausgedehntes Schlemmen statt.
    Nicht kaloriengez√§hlt, nicht fett√ľberwacht, die einzige Einschr√§nkung ist, es muss kohlenhydratreduziert sein. Pasta, Brot, Reis, sowas geht gar nicht. Auch nicht in der Vollkorn- oder Dinkelform.

    In den letzten Monaten hab ich geschludert, sowohl was Fitnesscenter und allgemein Bewegung angeht als auch bei der Nachtmahlzeit öfter mal viel Obst gefuttert, einfach zusätzlich.
    Ja und das habe ich prompt auch auf der Waage gemerkt.

    Ich nehme das hier mal als subtilen Tritt in den Hintern, mal wieder bisschen mehr Disziplin aufzubringen….

  4. #6 Intensivpfleger
    06/02/2016

    Bei all den circadianen Einflussfaktoren stehe ich sowieso auf verlorenem Posten: als Schichtdienstler mit st√§ndig wechselnden Diensten ohne jede Regel gibt es bei mir keinerlei Rhythmus im Leben. Den Kardiologen gefragt, wann ich denn die “morgends” und “abends”-Medikation bei st√§ndig wechselnden Schichten nehmen soll, kam nur ein gro√ües Fragezeichen als Antwort. Naja, die Rentenversicherung freut es…

    Im Laufe der letzten Jahre habe ich tats√§chlich immer mehr an Gewicht zugenommen. Ich schiebe das mal auf das vorger√ľckte Alter.
    Ich habe mir eine gewichtsmäßige Schallgrenze gesetzt: geht das Gewicht langsam immer näher an diese Marke, wird halt mal eine Zeit lang etwas bewußter gegessen.

    Das funktioniert eigentlich ganz gut. Und die Lebensqualit√§t stimmt auch…

    Gruß vom
    Intensivpfleger

    • #7 Cornelius Courts
      07/02/2016

      ja, wie das Leute in Deinem Job machen, vor dem ich √ľbrigens gro√üen Respekt habe und den ich sch√§ndlich unterbezahlt finde, habe ich mich auch schon gefragt. Was Ihr da macht, kann nicht allzu gesund sein :-/
      Chapeau, daß Du es dennoch tust !

  5. #8 Klaus
    07/02/2016

    Man ist nicht was…, oder doch: Man isst nicht was… ?

  6. #9 Intensivpfleger
    07/02/2016

    Abgeleitet von “Man ist, was man isst” wird Cornelius hier den Titel schon bewu√üt genau so gew√§hlt haben.

    denkt der
    Intensivpfleger

    • #10 Cornelius Courts
      07/02/2016

      denkt der
      Intensivpfleger

      und da hat er recht ūüôā

  7. #11 AndreasMa
    08/02/2016

    Ich bin bei solchen Untersuchungen immer skeptisch, wenn nicht klar aufgezeigt wird, wo die Energie jeweils hingeht.
    Unvollst√§ndige Verdauung –> Kalorien im Kot
    Ineffiziente Stoffwechselpfade –> Mehr Abw√§rme –> K√ľhlsysteme aktiver ?
    Ausscheidung energetischer Substanzen –> Kalorien im Urin
    Oder halt mehr Bewegung.

    Die spezifischen, relativ komplexen, Regelungssysteme innerhalb des K√∂rpers spielen mehr eine Rolle, wenn man das Hungergef√ľhl ver√§ndern will, k√∂nnen aber die Energieerhaltung nicht √ľberlisten.

  8. #12 Cornelius Courts
    08/02/2016

    @AndreasMa: “Ich bin bei solchen Untersuchungen immer skeptisch, wenn nicht klar aufgezeigt wird, wo die Energie jeweils hingeht.”

    Es geht da ja nicht um konkrete Erkl√§rungsans√§tze, sondern zun√§chst mal um die unleugbare Beobachtung, da√ü eingeschr√§nkter Nahrungszugang bei gleicher Kalorienzufuhr offenbar zu weniger Gewichtszunahme f√ľhrt. Daran ist erstmal nicht zu r√ľtteln. Wie das kommt, mu√ü man herausfinden.

  9. #13 Earonn
    08/02/2016

    Ich hatte vor Kurzem erst irgendwo aufgeschnappt, dass das Einhalten einer “Kohlenhydratpause” von mindestens 16 Stunden t√§glich helfen solle. Das lie√üe sich ja sch√∂n mit so einem “Fra√üfenster” ^^ kombinieren.
    Werde mich gleich mal selbstlos einem Selbsttest unterziehen, jedes bißchen hilft РSport möchte ich mit meinem derzeitigen Gewicht noch nicht machen.
    Klappt zwar recht nett mit der Gewichtsabnahme (wen’s interessiert: mittags zwei T√ľtensuppen, abends dann “richtig”, was meistens Pfannengem√ľse oder Gem√ľsesalat und bei Fleischhunger Quorn bedeutet, dazu aber trotzdem zwei mal w√∂chentlich in den Pub mit den entsprechenden Ales, waren so ca. minus 2 kg im Januar), aber mich interessiert ja auch, wie es nach Erreichen des Wohlf√ľhlgewichts weitergehen kann.

    Warum, nur, oh, sind Kohlenhydrate so lecker? ūüėČ

    √úbrigens hoffe ich, dass die beteiligten Athlethen gut entlohnt wurden, nach all dem, was sie √ľber sich ergehen lassen mussten…

    @Intensivpfleger
    Das hilft dir zwar nicht viel, aber auch von meiner Seite ein Dankesch√∂n f√ľr deine und deiner Kollegen Arbeit.

  10. #14 AndreasMa
    08/02/2016

    In dem Paper steht, dass die isokalorische Nahrungsaufnahme durch wöchentliche Anpassung der Futteraufnahmezeiten erreicht wurde (wobei wir hier immer noch von bis zu 10% Abweichungen zwischen den Gruppen reden). Mir ist nicht ganz klar, wie das bei den Mäusen gemacht wurde, die eigentlich immer essen durften.
    Auch ist die Anzahl der Mäuse in jeder Gruppe mit 8-16 nicht wirklich hoch (und getestet wurden teils noch viel weniger).
    Alle M√§use nahmen zu, es ist also nicht sicher, inwiefern die Resultate auf ein Abnahmeszenario √ľbertragbar sind.

  11. #15 Earonn
    08/02/2016

    @AndreasMa
    Pschhht, bring mein Unbewusstes nicht auf falsche Ideen! ūüėČ

  12. #16 AndreasMa
    09/02/2016

    @Earonn:
    Das Unbewusste hat eh die falsche Idee, die Nahrungsspeicher lieber nicht anzugreifen. Und versucht einen dann mit Hunger zu verf√ľhren.

    Meiner Erfahrung nach (Achtung: Anekdote) ist es durchaus m√∂glich, am Wochenende was trinken zu gehen und generell weniger die Kalorien zu kontrollieren, wenn man unter der Woche sich unterkalorisch ern√§hrt (mit bestimmtem Kalorien-Budget). Was man dann isst, muss jeder f√ľr sich selber entscheiden. Fertignahrung kann helfen, da man dann direkt sieht, wieviele Kalorien man zu sich nimmt. Aber mit der Zeit kriegt man ein Gef√ľhl f√ľr die Energiemenge in verschiedenen Speissen und Getr√§nken (die meisten Leute untersch√§tzen die Energiemenge in Alkohol drastisch und verwechseln das klassische “gesunde” Essen mit energiearm).
    √úber die letzten 3 Monate habe ich so 12kg abgenommen, ohne grunds√§tzlich die Art des Essens zu √§ndern oder mehr Sport zu treiben, sondern indem ich eben die H√§lfte des Mittagessens eingepackt habe, um sie dann abends zu essen und √Ąhnliches.

  13. #17 JL
    10/02/2016

    Danke f√ľr den interessanten Artikel!

    Eine kleine Anmerkung noch zur dritten Studie: Mit VO‚āāmax ist die maximale Sauerstoffaufnahme/-verbrauch (maximal oxygen consumption) gemeint und nicht die Sauerstoffs√§ttigung.

  14. #18 Cornelius Courts
    11/02/2016

    @JL: “ist die maximale Sauerstoffaufnahme/-verbrauch (maximal oxygen consumption) gemeint”

    stimmt nat√ľrlich