rilke

Rilke – Ausschnitt aus Gemälde von Leonid Ossipowitsch Pasternak

Übermorgen stirbt (endlich!) das Jahr 2020 aber heute vor 94 Jahren starb Rainer Maria Rilke.
Für mich der größte Lyriker deutscher Sprache.

Heimkehr: wohin? Da alle Arme schmerzen
und Blicke, alle, missverstehn.
Auszug: wohin? Die Fernen sind im Herzen,
und wie sie dir nicht dort geschehn,

betrügst du dich um jeden Weg. Was bleibt?

Nichts, als zu sein. Zum nächsten Stein zu sagen:
Du bist jetzt ich; ich aber bin der Stein.
Heil mir. Die Not kann aus mir Quellen schlagen,
und das Unsägliche wird aus mir schrein,

das Menschen nicht ertragen, wenn sie’s treibt.

–R.M. Rilke

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und damit wünsche ich allen LeserInnen einen sanften und freudvollen Übergang ins neue Jahr, welches glücklicher sein möge, als das vergangene.

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Kommentare (2)

  1. #1 capsicum
    29/12/2020

    Für mich der größte Lyriker deutscher Sprache

    Ich wusste gar nicht wie belesen sind. Respekt!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutschsprachiger_Lyriker

    Mag Rilke auch sehr bedeutsam, ihre stets eloquenten und tiefsinnigen Ergüsse müssen sie nicht unter den Scheffel stellen. Bezeugen sie doch eine ungewöhnliche Persönlichkeit, einen echten CC. Oder wie sie selbst so treffend bemerkten

    Die Ignoranz unserer Gesellschaft ist viel erträglicher geworden, seit wir sie Toleranz nennen.
    Damit solltest Du mal zum Arzt…

  2. #2 Viktualia
    29/12/2020

    @capsicum, bevor du dich an “Literaturkritik” versuchst, solltest du vielleicht erst mal richtig zitieren lernen, “Blockquote” allein ist in dem Fall verfälschend.
    Dein obiges ist zur Hälfte von mir (zitiert worden) und nur die zweite Hälfte ist von cc. Es fehlen zweimal die Anführungszeichen. https://scienceblogs.de/bloodnacid/2020/11/14/all-lies-matter-wie-kann-man-immer-noch-trump-unterstuetzen/ (#22 und #24)

    Nach dieser Antwort von cc kann man sich wohl fragen, ob er mich richtig, bzw. wie er “Toleranz” versteht – bei dir hingegen ist klar, dass du es nicht verstanden hast.

    Die Schärfe einer Chilischote wird ja auch nicht erträglicher, wenn wir sie Paprika nennen.

    Eigentlich kenn ich zu wenig von Rilke, um es auch mit seinen Worten zu sagen, aber wenn ich “Die Fernen sind im Herzen,
    und wie sie dir nicht dort geschehn,
    betrügst du dich um jeden Weg.
    ” richtig lese,
    solltest du noch ein wenig über “Nähe/Distanz” lernen, bevor du dich über “Eloquenz” auslässt.

    Auch wenn CC bei mir nicht “erkennen” kann, dass es wichtig ist, auch von Schmerz zu abstrahieren, so kann er wenigstens bei Rilke stehen lassen, dass eine “schmerzliche Distanz” immer noch besser ist, als das Vorhandene zu leugnen, nur weil es nicht die “richtige” Art von “vorhanden” ist. (In dem Fall: fern ist.)

    Und für die etwas weniger “Eloquenten”: mir ist klar, dass es bei Rilke nicht um “Toleranz” zu seinem Nächsten geht. Er bemüht sich, seinen Schmerz zu “tolerieren”, weil ansonsten der Weg zu seinem Herzen zugemüllt würde.
    Genau das macht, in meinen Augen, den Unterschied aus zwischen dem Tolerieren eines Menschen und der “Toleranz” seiner unerleuchteten Meinung gegenüber.

    Zuneigung ist genau so subjektiv wie Abneigung, beides aber für meine “Herzensbildung” vonnöten. Einfach ignorieren gilt nicht, das ist “Betrug am Weg”.

    Und dieser Weg “geschieht mir” indem ich “Würde” wörtlich nehme.
    Wenn ich den Mut habe, Hoffnung wie Irrtum zu reflektieren, auch wenn ich dann Steine nicht mehr werfe, sondern mich mit ihnen “identifiziere”.