Daß jetzt der Widerstand gegen die Ausuferungen von Trump 2.0 nicht stärker ausfällt hat einerseits wohl, und wie ich letztes Jahr schon ausführte, mit einem lange gewachsenen Bedürfnis nach Heimzahlung, Schaden- und Rachefreude gegenüber den Woken, die jetzt endlich echten Widerstand und ein Zurückdrängen ihrer Infiltrationen erfahren, zu tun, aber auch mit dem nicht vorhandenen Gegenangebot der Demokraten, die in der Mehrzahl immer noch nicht von Wokeness, DEI, „virtue signalling“, Kulturmasochismus und Minderheitenklientelpolitik abrücken. Natürlich gilt weiterhin: der harte Kern der Trumpisten ist längst ein wahnsinniger KultAuch hier: alles ist egal, nichts, was Trump tut, hat irgendwelche Folgen für ihn. Man hat sich damit abzufinden, daß die Welt Spielball ist und sich im Würgegriff eines Mannes befindet mit der kompensatorischen Großmannssucht eines verwöhnten aber ungeliebten Kindes, der erratischen und jähzornigen Rachsucht eines permanent gekränkten und allmählich der Demenz entgegendriftenden malignen Narzissten und der empathielosen Wurschtigkeit eines 80-jährigen Zukunftslosen.
Und im Rest der Welt?
Auch dort wurde von der „Trump-Experience“ und dem Erstarken der Rechten allerorten nicht gelernt und ist die „Wokeness“ bzw. der „critical social justice”-Aktivismus noch immer nicht tot (auch, wenn manche denken, daß er im Sterben liegt [2]) und so demonstrieren LGBuchstabensuppenleute an vielen Orten in der westlichen Welt weiterhin stumpfsinnig für Palästina (bzw. neuerdings für Herrn Maduro) und gegen die einzige Demokratie und den einzigen Ort im nahen Osten, wo ihresgleichen länger als 30 Minuten überleben würden. Frau Thunberg, inzwischen fanatische Antisemitin, fuhr vorgeblich zu diesem Zweck mehrfach mit einer „Flotilla“ (das dabei produzierte CO2 ist natürlich, so wie das Klima, inzwischen egal), mit 100 kg Mehl aber sicher über 1.000 kg woken Aktivisten an Bord, nach Israel, um… Palästina zu retten bzw. dort den Hunger zu bekämpfen oder so… Das Klima sei nicht mehr so wichtig, sagt sie, bzw. könne erst gerettet werden, wenn sie mit antisemitischen Parolen und 100 mg Mehl pro Palästinenser den Nahostkonflikt beigelegt hat. Oder so.
Auch die Solidarität der identitären Linken, deren festes und feierliches Ziel es anscheinend ist, immer auf der falschen Seite zu stehen, mit dem iranischen Volk, das sich gerade unter entsetzlichem Blutzoll gegen das brutale Mullah-Regime und allgemein die islamische Vorherrschaft aufbäumt, ist nahezu nicht wahrzunehmen: no jews, no news, eben.
In Kanada, wo die Wokeness den Durchmarsch durch die Institutionen fast vollständig erreicht hat, kann man lebenslange Haft für (zugegeben schlimme, aber eben nur) Äußerungen bekommen, England bestraft nun „Gedankenverbrechen“ und die EU diskutierte ernsthaft ein alptraumhaft dystopisches Überwachungsgesetz und nutzt Steuergelder, um in Gambia Wrestling-Arenen zu bauen, die den Widerstand der Bevölkerung gegen den Klimawandel stärken sollen.
Auch hier eine erheblich unvollständige und täglich weiter wachsende Liste mit Meldungen aus der lächerlichsten aller Welten…
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So.
Seit Monaten gärt und wächst das Sammelsurium dieser Eindrücke in mir. Heute endlich, nach dieser letzten Woche, durfte und mußte es aus mir raus und gesagt und – so hoffe ich – geteilt werden. Polemisch und ungeordnet, ist mir klar, “händeringend” eben und selbstverständlich völlig wirkungslos. Mehr Aufschrei der bedrängten Kreatur als nüchterne Analyse. Und Erinnerung: dieses Blog wird demnächst 15 Jahre alt. Falls es in noch einmal 15 Jahren mich, die Welt, dieses Blog noch gibt, hoffe ich, diesen Beitrag völlig fassungslos noch einmal lesen zu können.
Und vielleicht hilft es ein bißchen, zu wissen, daß es auch anderen so geht, daß man nicht alleine mit offenem Mund idiotisch und ungläubig staunend dasteht und die Welt nicht mehr versteht, daß man nicht alleine ist mit seiner ungestillten Sehnsucht danach, daß Dinge Sinn ergeben, Handlungen Ursachen und Folgen haben und sich die Welt auf lange Sicht zum Besseren verändern wird.
Leider sind wir längst jenseits einer Zeit, in der rationale Erklärungsversuche oder die berühmte “Einordnung” von Geschehnissen noch möglich scheinen. Was passiert, ist so irrational, daß es lächerlich wirkt und es gibt längst keinen Konsens über irgend etwas und keine Ordnung mehr, in deren Kontext das Geschehen sich interpretieren oder besser verstehen ließe. Man sieht das auch daran, daß es heute völlig unmöglich ist, vorherzusehen, was passieren wird oder auch nur irgendetwas zuversichtlich auszuschließen. Denn nichts hat Konsequenzen und alles ist egal.


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