Mit etwas Verspätung (ich war zwischendurch noch in der Türkei, in Berlin, Wien und Dresden und versuche gerade, die Hitzewelle zu überleben) will ich doch noch einen kleinen Bericht zur Skepkon 26 nachlegen:

André Sebastiani startet die Skepkon 26
Wie schon im letzten Jahr fand auch dieses Jahr die Tagung im Marina Forum in Regensburg statt und abermals gab es teilweise zusätzlich zu den Vorträgen im Hauptsaal weitere gleichzeitig in Nebenräumen stattfindende Veranstaltungen, darunter auch Workshops. Man konnte also nicht alle Veranstaltungen besuchen und mußte sich entscheiden, doch da alles mitgefilmt wurde und in Kürze auf Youtube veröffentlicht werden wird, kann man Verpasstes auf diesem Weg nachholen.

Matze erklärt, wie man ein gegnerisches Argument “steelmanned”
Es waren auch wieder die Youtuber und GWUP-Mitglieder Sinan, Matze, Varnan und „Imp“ dabei, die sich teils auch als Referenten am Programm beteiligten (Matze gab z.B. einen Workshop zum besseren Argumentieren) und nebenbei viele Gespräche mit anwesenden Experten und anderen Referenten führten (darunter auch yours truly) und filmten, die nach und nach auf ihren Kanälen erscheinen werden.
Auch 2026 hat mir die Stimmung und die rege Kommunikation in den Pausen wieder sehr gut gefallen; es war wie immer schön, alte Bekannte wiederzusehen und neue Menschen zu treffen, zu netzwerken, zu diskutieren, ein wenig über Schwurbler zu lästern und einfach eine gute Zeit mit Gleichgesinnten zu haben.
Ein thematischer Schwerpunkt war diesmal das kritische Denken selbst und wie man es erlernen, vermitteln und anderen schmackhaft machen kann. Hier nur ein paar Beispiele:
- „Verstehen statt Verurteilen – Umgang mit Wissenschaftsablehnung im persönlichen Umfeld“ von F. Best
- „Kritisches Denken – Wie die Institution Schule eine Kompetenz vermitteln soll, die sie selbst nicht anwendet“ von B. Wisniewski
- „Wenn Wissen nicht schützt: Kognitive Muster, Sinnsuche und Pseudowissenschaft im digitalen Zeitalter“ von A. Rosetta (hier sein Podcast)
- „Ursache und (Neben-)Wirkung – ein skeptischer Blick auf “Common Knowledge” in der Psychiatrie“ von H. Baier
- „Überzeugungen zwischen Identität, Kognition und sozialer Zugehörigkeit“ von A. Brettschneider
- „Wissenschaft zwischen Erkenntnis und Selbsttäuschung“ von F. Urbaniok
und andere mehr (mehr zu den einzelnen Referenten gibt es hier).
Ein dabei mehrmals geäußertes Fazit war, daß man im Diskurs mit „Schwurblern“ oder auch nur Leuten, deren Meinung zu einem Thema Teil zu ihrer Identität

A. Rosetta
geworden ist (wozu ja zwischen vielen Woke-Linken auch andere Religiöse gehören), mit Spott und dem Nennen von Fakten in der Regel keine Änderung von deren Überzeugung und nicht nur kein Zweifeln sondern oft eher eine Verhärtung und noch stärkeres Beharren erreicht wird. Das mag so sein. Ich frage mich dann aber immer noch, ob man sich mit diesen Leute überhaupt die Mühe machen und sie in ein Gespräch wie vom „Sokratischen Weg“ (deren Vertreter auch auf der Skepkon waren) empfohlen verwickeln sollte oder ob man sie abschreiben und durch Sich-Drüber-Lustigmachen und das Nennen von Fakten die Absurdität ihrer Standpunkte zumindest für unentschlossene Dritte, die sich die Diskussion ansehen, deutlich machen sollte, damit diese zur „richtigen Seite vom Zaun fallen“. Vielleicht probiere ich den sokratischen Weg einmal aus, wenn ich mit einem von diesen Leuten alleine bin…
Im Kommen ist inzwischen auch das Thema KI(-Mißbrauch) und Überwachung, auch dazu gab es gleich mehrere Vorträge, darunter auch wieder von Ali Hackalife (hier sein Podcast) zu „Massenüberwachung – Was kann der Staat sehen?“
Aber auch das leider immer noch aktuelle Thema Wokeness / Kulturkampf fand ausführlich statt:
Prof. Richard Traunmüller berichtete von einer von ihm mit durchgeführten Studie zur Cancel Culture an den Universitäten zur Beantwortung der Frage, ob Cancel Culture ein Mythos ist (Spoiler: nein, ist mucho real).

er hat sich sogar ne Formel für Wissenschaftsfreiheit ausgedacht 😉



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