Ab 2013 nimmt NRW den Nichtaucherschutz ernst

Mit Freude und Erleichterung habe ich zur Kenntnis genommen, daß der NRW-Landtag jetzt endlich ein (potentiell – wenn es durchgesetzt wird) wirksames Nichtraucherschutzgesetz verabschiedet hat.

Ab Mai 2013 wird es in der Gastronomie ein absolutes Rauchverbot geben, also keine Umgehungen mehr durch Raucherclubs, geringe Gastraumfläche und – besonders wichtig – Brauchtumsveranstaltungen.

Natürlich wird es das übliche reflexhafte Heulen und Zähneklappern der Gastronomen geben, aber man weiß ja bereits (und nicht nur aus diversen anderen europäischen Ländern) daß Rauchverbote den Wirtschaften eben nicht schaden.

Ein bißchen ironisch ist es ja schon, daß ausgerechnet unsere esoterik- und homöopathieaffine Gesundheitsministerin sich dieses eine Mal zur Vernunft hat durchringen können.

 

 

 

Kommentare

  1. #1 Marcus Frenkel
    30/11/2012

    Ein bißchen ironisch ist es ja schon, daß ausgerechnet unsere esoterik- und homöopathieaffine Gesundheitsministerin sich dieses eine Mal zur Vernunft hat durchringen können.

    Zum Glück bedeuten seltsame Vorstellungen in einem Bereich ja nicht, dass man nicht in anderen Bereichen auch ab und zu sinnvolle Entscheidungen treffen kann. Ich hätte mir erst dann Sorgen gemacht, wenn sie gefordert hätte, in Restaurants kann das Rauchen durchaus erlaubt sein, aber dann müssen den Gästen kostenlos Getränke mit einer D20-Verdünnung von Nikotin gereicht werden, quasi zur Heilung der durch Passivrauch entstandenen Schäden.

    Eigentlich ein Wunder, dass diese Forderung noch nirgendwo aufkam. So vermessen sind dann wohl noch nicht einmal hartgesottensten Homöopathen.

    • #2 Cornelius Courts
      30/11/2012

      :-D

  2. #3 JaJoHa
    30/11/2012

    Finde ich gut mit den Rauchverboten
    Nichts ist schlimmer, als wenn man von einer Feier kommt und alles stinkt nach Rauch.
    Aber warum sind Zigaretten überhaupt legal, Nikotin als Insektizid allerdings nicht mehr?

  3. #4 Schmidts Katze
    30/11/2012

    Es war ja noch nie verboten, eine Gaststätte zu eröffnen, in der Rauchen verboten ist.
    Warum es jetzt verboten wird, eine Gaststätte zu eröffnen, in der Rauchen erlaubt ist, erschliesst sich mir nicht.

  4. #5 rolak
    30/11/2012

    Wurde auch langsam Zeit…

    ausgerechnet unsere .. homöopathieaffine Gesundheitsministerin

    Vielleicht hat ihr ja jemand gesteckt, daß die Verwirbelung (→Schauberger) des Rauches mit der Atemluft innerhalb der sich fraktal verästelnden Lunge eine Potenzierung gleichkäme und daher die Belastung für die Passivraucher ungleich höher sei. Völliger Blödsinn zwar, bewahrt aber vor zB Grieshaberschen Wahnvorstellungen von Wirkung.

    Nikotin als Insektizid allerdings nicht mehr?

    Ganz einfach, JaJoHa: Wegen der aufgetretenen Vergiftungen (jetzt nicht Übelkeit, sondern lethal), immerhin wird es in Lösung als Sprühnebel appliziert und dieses Aerosol läßt sich gut einatmen.
    Geraucht gibt das Nikotin zwar den Kick, aber nicht den großen Schaden, der entsteht generell durch diverse bei Verbrennung von Drogen (jetzt pharmazeutisch: Pflanzenteile) anfallenden Endprodukte, am bekanntesten die Teere.

    erschliesst sich mir nicht

    Schon mal etwas von Arbeitsplatzsicherheit gehört, Schmidts Katze? Ein kleines Beispiel zur Erklärung.

  5. #6 Schmidts Katze
    30/11/2012

    rolak, abgesehen davon, daß viele Kellner selbst rauchen, und viele Wirte gar keine Angestellten haben; der Beruf des Kellners scheint mir im Vergleich z.B. mit dem des Dachdeckers oder Bergmanns als ziemlich sicher.

  6. #7 Radon
    30/11/2012

    Ich würde eher bevorzugen, wenn das Rauchen mit der Droge gleichgesetzt wird.
    Dann würde Deutschland bzw. Europa endlich rauchfrei sein.

    Diese Nichtraucherschutzgesetze kann ich zwar eine Verbesserung loben, aber das reicht immer noch nicht aus, Nichtraucher vor diesem Rauch zu schützen. Täglich werde ich den Zigarettenrauch eingeatmet, im Spazierweg, im Park, oder die von Klamotten der Raucher, die kürzlich geraucht haben, in Zügen oder in irgendwelchen Orten einsteigen.

  7. #8 rolak
    30/11/2012

    Schmidts Katze, abgesehen davon, daß selbst in den abgerissensten Kaschemmen der Umgebung Ein-Mensch-Teams die ganz große Ausnahme unter den Gastronomie-Betrieben darstellen (deutlich <5%) geht es nicht um den Vergleich von Arbeitsplatzrisiken, sondern um die Verminderung von Risiken am Arbeitsplatz.

    viele Kellner selbst rauchen

    Schmidts Katze, abgesehen davon, daß dieser Strohmann schon während des Abtippens mehrfach umgefallen ist – es sind auch ungemein viele Pfarrer und Priester hierzulande Mitglied einer christlichen Kirche. Trotzdem ist nicht nur meineserachtens der Beitrittszwang für Angestellte unter kirchlichem Namen laufender zB Kindergärten und Schulen eine Unsäglichkeit. Aber ok, das mit dem Rauchen war schon mal ein guter Anfang.

    mit der Droge gleichgesetzt
    Deutschland bzw. Europa endlich rauchfrei

    Das ist Blödsinn, Radon, nicht nur, daß Tabak medizinisch und pharmakologisch eine Droge ist – selbstverständlich darf jedermensch in weitesten Grenzen privatim unternehmen, was er möchte.

  8. #9 Sim
    30/11/2012

    @ Schmidts Katze

    Es war auch noch nie verboten Restaurants zu eröffnen die sich an die Hygienebestimmungen halten. Warum sollte es dann verboten sein Restaurants zu eröffnen die sich nicht an Hygienebestimmungen halten?

  9. #10 s.s.t.
    30/11/2012

    @JaJoHa

    Aber warum sind Zigaretten überhaupt legal, Nikotin als Insektizid allerdings nicht mehr?

    Gesetzgebung und Rechtssprechung sind nicht notwendigerweiser den Gesetzen der Logik unterworfen. Denn Logik ist weder eine hinreichende noch notwendige Voraussetzung für diese Tätigkeiten.

    Da ja eine Reihe von Drogen-Befreiungs-Organisationen unterwegs sind, könnten sich für schwerstabhängige Raucher auch brauchbare Alternativen eröffnen; sofern attestiert, dann sicherlich auch kostenfrei.

    Wie hieß es doch bereits schon in einem Witz im unvergessenen Tausendjährigen?
    “Deutsche Frau rauche nicht,
    Deutsche Frau prime!”

  10. #11 Stefan W.
    demystifikation.wordpress.com
    01/12/2012

    Denkbar wäre eine Selbstbedienungs-Überdruck-Luftschleusenkneipe, bei der die Gäste sich nur selbst einqualmen.

    Ich bin selbst Raucher, aber praktiziere es nicht mehr. Es war eine schöne Zeit. :) Bis das mit dem Husten anfing. Früher konnte man sogar in der Bahn rauchen – etwa ein Drittel jedes Wagens war Raucherabteil. Dann wurde nur noch ein halber Wagen am Ende des Zuges zum Rauchen zugelassen. Da hat man es dann selbst als Raucher nicht mehr ausgehalten, weil alle Raucher da rein sind, geraucht haben, und wieder fluchtartig weg.

    Die Bahn hat gemerkt, wieviel sie an Reinigungskosten spart, wenn nicht mehr geraucht wird, und hat es ganz gestrichen. Auf den Toiletten haben jetzt die Raucher das zweifelhafte Vergnügen festzustellen, dass es wirklich eine Sucht es. Oder in 2 Blitzminuten auf dem Bahnsteig neben Schaffner und Speisewagenkellner – zieh, zieh… – Nikotinkaugummis und -pflaster, werden die eigentlich im Speisewagen vorgehalten, oder braucht es dafür wieder eine Apothekerlizenz?

  11. #12 Enrico Palazzo
    01/12/2012

    Oh Mann, das ist eine furchtbare Nachricht. Ich hatte ja immer Hoffnung, dass die Gesundheitsfetischisten irgendwann die Lust am Extremen verlieren und zumindest einige Kneipen in Ruhe lassen. Aber nein es muss ja ein absolutes Rauchverbot sein. Wo bleibt die Toleranz?
    Naja, das wird bestimmt ganz toll, wenn wir bald alle nur noch “sauberen” Spass haben werden.

  12. #13 BreitSide
    02/12/2012

    @Schmidts Katze: Wir haben in Deutschland nicht sehr viele tödliche Arbeitsunfälle, unter tausend.

    Bei Berufskrankheiten sind es viel mehr Tote. Und die meisten tödlichen sind Krebserkrankungen. Leider ist das nicht ein(ein)deutig festzustellen, sondern nur statistisch. Insofern könnten die Kellner schon in die Größenordnungen der Dachdecker kommen. Bloß halt später, während es Dachdecker früher erwischt.

    Und selbst wenn vielleicht Dachdecker 10-fach stärker gefährdet sind als Kellner, ist das kein Grund, den Kellnern ihre Krebsgefährdung nicht zu reduzieren.

  13. #14 Joseph Kuhn
    02/12/2012

    @ BreitSide: Etwas Eigenwerbung: Um die tabakassoziierte Gefährdung der Kellner geht es seit einiger Zeit nebenan in einer eigenartigen Diskussion mit Herrn Grieshaber:
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/10/05/epidemiologie-nach-prof-grieshaber/

  14. #15 Dr. Webbaer
    02/12/2012

    Sehr schön, sehr schön! – Ergänzend noch ein paar Worte zur Kehrseite des Maßnahmenkatalogs: Wenn Raucher sich in Lokalitäten, deren Personal selbst raucht und sich der Risiken im Klaren, nicht mehr treffen dürfen, dann geht es den legislativ Handelnden eben nicht mehr um den Nichtraucherschutz, sondern um die Volksgesundheit, die durch Einschränkungen der individuellen wie unternehmerischen Freiheit erreicht werden soll.

    Der Volksgesundheitsgedanke ist aber zweifelhaft – und nicht ganz ungefährlich, wie bereits einige historische Versuche gezeigt haben.

    Nichts spräche dem Gedanken der Volksgesundheit folgend bspw. Infizierte ein- oder auszugrenzen und gefährliche Sportarten, der Schreiber dieser Zeilen zählt hier einfach mal das Judo hinzu, ebenso. – Eigentlich scheint nach jetzigem Kenntnisstand das Judo-Verbot pflichtig.

    MFG
    Dr. Webbaer

  15. #16 Dr. Webbaer
    02/12/2012

    * sich der Risiken im Klaren [ist]
    ** Nichts spräche dem Gedanken der Volksgesundheit folgend [dagegen]

    MFG
    Dr. W

  16. #17 Heraklit
    02/12/2012

    HMm.. Spielt es eine Rolle, ob die Kellner selbst rauchen?
    Immerhin sind sie zusätzlich zum eigenen Haupt- und Nebenstromrauch dem Nebenstromrauch etlicher anderer Zigaretten ausgesetzt.
    Auch eine Zinkerei darf (hoffentlich) nicht weiterproduzieren, wenn die Arbeiter sagen “Schon Ok, und stört das Cadmium in der Luft nicht”
    Der Begriff “Nichtraucherschutz” gefällt mir auch gar nicht, ich würde vom “Gesetz zur Verhinderung tabakbezogener Luftverschmutzung sprechen”
    So sollte auch die Gesetzgebung aussehen:
    Für reizende Stoffe: (Acrolein, Nikotin, Staub und NOx)
    Höchstwerte festlegen und kontrollieren.
    Vielleicht mit festinstallierten Meßapparaten, die halbjährlich überprüft werden.
    Wie die dann eingehalten werden, ist den Betreibern zu überlassen.

  17. #18 Cornelius Courts
    02/12/2012

    @Bär: “Wenn Raucher sich in Lokalitäten, deren Personal selbst raucht und sich der Risiken im Klaren, nicht mehr treffen dürfen,”

    dürfen sie, dürfen sie. Nennt sich “geschlossene Gesellschaft”.
    Naziwarnfanfaren und “Wehret den Anfängen”-Schilder (samt Fuchtelfäusten) dürfen also getrost wieder eingemottet werden, Führers Rückkehr ist wegen des Schutzes von Menschen vor Tabakrauch nicht in Bälde zu erwarten.

  18. #19 Dr. Webbaer
    02/12/2012

    Judo ist saugefährlich, wie geschlossen auch immer Sie Ihre Vergemeinschaftung empfinden.

    MFG
    Dr. W (der sich demnächst & zuvörderst gegen die Gemeinnützigkeit wie gegen jede Bereitstellung von Werbefläche für jene angebliche Körperertüchtigung verwenden wird, den Kleinen, aber auch anderen dort regelmäßig Geschädigten zuliebe – Judo muss freiwillig sein, auf jeden Fall erst ab 18 Jahre!, und andere Geschädigte betreffend offener in der Kommunikation bekannter Risiken!, Judo kann töten)

    • #20 Cornelius Courts
      03/12/2012

      und nicht vergessen, auch mit wirrem Blick (und korrespondierender Frisur, so noch vorhanden) und fäusteschüttelnd gegen Strassenbahnen (wahres Sodom der Aerosole), Mutter-Kind-Bodenturnen, Beichtstühle (besonders fies) und für Kinder in Spielwarenläden freizugängliche und dann von Hand zu infizierter Hand gehende Baeren (ekelhaft!) zu wettern! Alles andere wäre unverantwortlich!

      (zur Sinnhaftigkeit des Vergleichs von Rauchen und Sport wurde sich hier erschöpfend entäußert, insofern überlasse ich das LaBaern hier den Berufenen)

  19. #21 sumo
    03/12/2012

    entzückend, JUDO gefährdet also Unbeteiligte….
    Ich betrieb diese Kunst jahrelang voller Inbrunst, und ich erinnere mich nicht, jemals einen Unbeteiligten gefährdet zu haben, wenn man mal von dem unbeschreiblichen Klima in der Umkleide nach einem Wettkampftag absieht. Aber auch dort keine Unbeteiligten….

  20. #22 Dr. Webbaer
    03/12/2012

    Wenn man Judo intensiv betreibt, ist es nicht ungefährlich:
    http://blog.budoten.com/jahrlich-viele-todesfalle-durch-judo-eltern-in-japan-sind-alarmiert (war schon oben verlinkt)

    Aber warum sich der Webbaer gemeldet hat, war bereits hier erklärt.

    Aber irgendwie ist diese rechtsphilosophische und politische Einordnung nicht verstanden worden. Warum eigentlich nicht? Warum macht es hier “Klonk”?

    MFG
    Dr. W

  21. #23 sumo
    03/12/2012

    und nun, Herr Webbär? Auch im von Ihnen verlinkten Bericht kamen Judosportler zu Tode, keine UNBETEILIGTEN! So schlimm jeder einzelne Todesfall im Sport ist, so bizarr ist es, diesen sportlichen Strohmann aufzubauen.
    Es bleibt ein nicht zu widerlegender Fakt, wenn es um das Rauchen und den Streit um selbiges geht:
    Hätten die sich ach so tolerant gebärdenden Raucher in den vergangenen Jahrzehnten einen Bruchteil dieser Toleranz gezeigt, gäbe es diese Diskussion nicht. In vielen langenund erschöpfenden Streitereien auch hier auf diesen Blogs wurde es immer wieder gesagt—Rücksicht von Rauchern gab es früher nicht, so daß es erst durch administrative Härte möglich war, ungeräuchert in verschiedenen Gaststätten auszugehen und anderen Freizeitvergnügungen nachzugehen.
    Für mich war nicht einmal die gesundheitliche Gefahr durch Passivrauchen maßgebend, sondern die allgemeine Belästigung durch stinkende Verbrennungsrückstände.
    Um damit wieder zum Judo zu kommen, nur ganz kurz, Judo betrifft nur Judosportler, sonst niemanden, Rauchen betrifft auch Menschen, die ungewollt in den Dunstkreis des Rauchers gelangen.

  22. #24 Dr. Webbaer
    03/12/2012

    Judo vs. Rauchen

    Um damit wieder zum Judo zu kommen, nur ganz kurz, Judo betrifft nur Judosportler, sonst niemanden, Rauchen betrifft auch Menschen, die ungewollt in den Dunstkreis des Rauchers gelangen.

    Der Punkt war eigentlich, dass es völlig OK ist, wenn sich Judoka oder Extremsportler oder Raucher, die bisher üblichen Altersgrenzen und rechtlichen Maßgaben berücksichtigend, zusammenfinden und in freier Unternehmung zu ihrem nicht ganz risikolosen Handeln schreiten.

    Nicht OK ist es dagegen, wenn die oben genannten Gruppen durch rechtliche Zwangsmaßnahmen davon abgehalten werden, wie es zurzeit bei de Raucherei eben zunehmend im Rahmen einer Volksgesundheit (vs. Schutz von Nicht-Teilnehmern) geschieht.

    Bezüglich dieses “klitzekleinen” Unterschieds wollen wir uns fitten und gemeinsam die (bisher!) üblichen gesellschaftlichen Werte beachten.

    MFG
    Dr. Webbaer

  23. #25 sumo
    04/12/2012

    OK, das kann ich bis zu einem bestimmten Grade nachvollziehen. Es bleibt aber der Punkt, daß sich, um beim Beispiel zu bleiben, die Judoka in ihrem Dojo treffen und sich dort maximal selbst belästigen/gefährden.
    Wenn sich Raucher in Privatwohnungen oder Häusern treffen, so dürfen sie das immer noch. Allerdings besteht auch dort die Möglichkeit, daß sie dabei Unbeteiligte gefährden, damit meine ich diejenigen, die dann dort arbeiten, Kellner usw. Vollständig private Treffen von Rauchern ohne jegliche Angestellten, Servicepersonal und dergleichen wird es immer geben, weil das ja nicht kontrollierbar ist.

  24. #26 Dr. Webbaer
    04/12/2012

    @sumo
    Man geht schon davon aus, dass sich Beschäftigte bewusst entscheiden eine Einrichtung beruflich oder privat zu begleiten, die Raucher- oder Passivraucherrisiken trägt.

    D.h. dass auch öffentlich zugängliche Lokalitäten, a.k.a. Gaststätten, mit Rauchmöglichkeit weiterhin zugänglich bleiben müssten, wenn …

    man nicht in Volksgesundheit macht. Man macht zurzeit zunehmend in Volksgesundheit.

    Werfen Sie vielleicht auch einen Blick auf die ungarischen Antirauchergesetze, die als die strengsten ihrer Art gelten und das Potential nannyartiger Gesetzgebung aufzeigt. Was aber ein Thema für sich wäre, fürwahr.

    Die Kontrollierbarkeit ist übrigens gegeben, also man kann feststellen, ob bspw. in Hotelzimmern oder in Autos, die bspw. Schwangere oder Kinder transportieren, oder ob überhaupt geraucht worden ist, an der Kleidung.

    MFG
    Dr. W

  25. #27 Hans
    04/12/2012

    “… also keine Umgehungen mehr durch Raucherclubs …”

    Das ist keine Umgehung. In einem Raucherclub treffen sich Leute, die rauchen wollen.

    Die staatliche Gängelung in Deutschland erreicht einen neuen Höhepunkt. Wer oder was wird als nächstes verboten?

  26. #28 sumo
    04/12/2012

    nun, ich bezweifele doch, daß man den Mitarbeiter in einer Gaststätte/Kneipe fragt, ob er denn gerne oder überhaupt in einer Räucherkammer arbeitet.Das wiederum wäre der Unterschied zum Sport, da der in einer Sporthalle, einem Dojo als Hausmeister, Sportwart arbeitende keinesfalls gezwungen ist, den von ihm als gefährlich eingeschätzten Sport mitzumachen, demzufolge er auch nicht betroffen wäre. Anders beim Rauchen, der Belastung kann man sich nur schwer entziehen, wenn man direkt dort arbeitet.
    Weiterhin gibt es, auch beim hier als gefährlich empfundenen Judo, deutlich positive gesundheitliche Aspekte (wie bei vielerlei anderem Sport), die beim Rauchen überhaupt nicht vorhanden sind.

  27. #29 Dr. Webbaer
    04/12/2012

    nun, ich bezweifele doch, daß man den Mitarbeiter in einer Gaststätte/Kneipe fragt, ob er denn gerne oder überhaupt in einer Räucherkammer arbeitet.

    Exakt darauf wollte Ihr Kommentatorenfreund, der Webbaer, letztlich hinaus: Man unterstellt, dass eine sich selbst gefährdende Person sich keinesfalls bewusst gefährdet, sondern sozusagen ein Opfer der Gesellschaft wird.

    Der Arbeitnehmer als willenloses Subjekt – nachdem er einmal, den Arbeitsvertrag unterzeichnet hat.

    Diese unterschiedlichen Menschenbilder sind es letztendlich, die Erörterungen dieser Art so schwierig machen. – Auf der einen Seite, diejenigen, die den Mensch eher als Subjekt seiner Zeit sehen, auf der anderen diejenigen, die das Sapere Aude auch dadurch hochhalten, indem sie es von anderen erwarten.

    BTW: Wo steht der hiesige Inhaltemeister?

    MFG
    Dr. W (der sich nun langsam ausklinkt, ein Fresserchen wartet zudem)

  28. #30 Nadine
    Hamburg
    05/12/2012

    Glückwunsch NRW!
    Ich wünschte Hamburg würde da mal nachziehen,… hier ist das alle so verwässert inzwischen das fast wieder überall (Außer in richtige Restaurants) geraucht werden darf oder es einfach ignoriert wird (weil keiner in Hamburg kontrolliert und Meldung ans Ordnungsamt ungelesen (ohne Konsequenzen) im Müll landen – selber so erlebt -).
    Schön wäre auch, wenn für Vereine usw. das auch gelten würde weil man eben NICHT auf Rücksichtnahme der Raucher auf Nichtraucher setzen kann. Ist man als Nichtraucher in einem Verein, wird automatisch von dem Nichtraucher Toleranz gegenüber denn Rauchern erwartet und er hat den Qualm zu ertragen (alternative Vereine gibt es aber eben nicht… also muss man da durch oder sitzt zuhause, ohne sein Hobby auszuüben oder andere Menschen zu treffen… )
    Ich wünschte es würde wie in anderen Länder auch einfach 100% Nichtraucherschutz eingeführt Deutschlandweit und Ende der Diskussion! Aber mit Kontrollen und Strafe weil OHNE (das sieht man in Hamburg) sind es nur Schilder ohne Sinn und zwecks die nicht beachtet werden (könnte man auch draufschreiben es ist verboten lila Gummibärchen zu essen)

    Schön fände ich auch wenn Veranstalter (egal ob Privat oder Gewerblich) jede Veranstaltung die beworben wird (somit auch Clubveranstaltungen von Vereinen im Internet usw.) mit einem Raucher Symbol gegenzeichnet werden müsste sofern es Nichtrauchern nicht möglich ist, ohne Kontakt zu dem Qualm daran teilzunehmen. Und NR Veranstaltungen bekommen 10% Steeurbefreihungen oder sonst was.. damit NR einen bessern Ruf bekommt..

  29. #31 sumo
    05/12/2012

    @webbaer
    soweit, sogut. Allerdings krankt Ihre Argumentation am Fakt, daß man jahrelang eine laissez faire-Politik gemacht hat, die eben auf Einsicht und eigenen Verstand setzte. Das jedoch ist kläglich gescheitert. Die immer wieder beschworene Rücksicht existierte nicht.
    Natürlich sollte man sich seines eigenen Verstandes bedienen, und selbstverständlich hat man auch das Recht, sich selbst zu schädigen, und das darf man auch, wenn man um die Schädlichkeit seines Tuns weiß. Man darf das nur nicht anderen zumuten.Möglicherweise drehen wir uns hier argumentativ im Kreise, ich weiß, daß es einen sehr schmalen Grat gibt zwischen gut und gutgemeint….

  30. #32 BreitSide
    05/12/2012

    @Heraklit 02/12/2012: Theoretisch ja.

    Aber all diese Ideen wurden längst untersucht. Das prominenteste Beispiel war die Bahn. Die hat eine Weile saubere von Raucherabteilungen luffttechnisch trennen wollen.

    Hat nicht geklappt, die Verschleppung der krebserzeugenden Stoffe konnte nicht wirklich unterbunden werden. Und die ICEs haben ja schon eine einzeln genau steuerbare Lüftung. Sowas hat keine Kneipe.

    Und – wie wir ja wissen – es reicht eine einzige Person, die ihre Qualmerei auch im Laufen nicht aufgeben möchte und munter durch die saubere Zone spaziert, um alle dort Sitzenden mit krebserzeugenden Substanzen zu “beglücken”.

    Wenn schon, dann hätte man ganze Trakte nur für die Stinker bauen müssen mit extra Toiletten und einem extra Zugang aus der Küche.

    Eine Paradoxie besonderer Güte ist ja, dass ausgerechnet McDoof seit Jahrzehnten vorbildlich rauchfrei ist.

    Zu den Ablaichungen des oligosynaptischen LaBaeren (danke für die Erlaubnis, CC, diesen schönen, aber wahren Namen zu verwenden): Er hat es halt immer noch nicht gerafft, dass das Arbeiten in krebserregenden Atmosphären ohne Schutzmaßnahmen schlichtweg verboten ist. Mit oder ohne Zustimmung der Arbeitnehmer.

    Angemessene Schutzmaßnahmen wären – im Vergleich zB zu krebserregenden Zytostatika – geschlossene Werkbänke, also jeder rauchende Gast in eine Kapsel mit maschnineller Luftabsaugung. Wenn das immer noch nicht hilft, braucht der Kellner Atemschutz, am besten einen Isolationsanzug, ebenso mit maschineller Lüftung über ein batteriegebriebenes Gerät.

    Beispiele könnte man bei der Asbestsanierung sehen (konsequente schwarz-weiß-Trennung). Auch dort laufen die Leute – völlig zurecht – mit Isolieranzügen rum.

    Und nochmal – wenn es dann vielleicht irgendwann der braune Oligosynapt rafft: Zu Hause darf ich – mich selbst – mit Giften vollpumpen wie ich will, sogar mit so absolut tödlichen Giften wie Alkohol und Nikotin. Als Arbeitgeber darf ich das meinen Arbeitnehmern nicht zumuten.

    In Deutschland ist das so. In China ist das vielleicht ja anders.

  31. #33 Karl Weiser
    Karlsruhe
    12/12/2012

    Nichtraucher auf der Bühne von Rauchern. Der offen angebrachte Hinweis: “Dies ist ein Raucherlokal – Zutritt für NIchtraucher auf eigene Gefahr”, müßte genügen um Dieselrauch-Konsumenten, Zucker-und Cola-Liebhaber und Trichloräthylen-Zwangs-Inhalierer (aus Groß-Schneen) fern zu halten. Der Vorteil wäre, sie könnten den Kreis der Verursacher ihrer Krebs- oder Zuckererkrankung einschränken.
    Wann kann man endlich damit rechnen, dass Dieselfahrer Rücksicht auf die Menschheit nehmen? Ich vermisse die Aufkleber (Wie auf Tabakwaren), die auf die stark krebserregenden Abgase hinweisen. Zumindest eine abschreckende Steuer auf Dieseltreibstoff wäre angebracht. Ebenso auf alle Öl-Heizanlagen. Wie steht es mit Herbiziden und Pestiziden in der Landwirtschaft? Wollen Sie eine LIste möglicher Verursacher erstellen? Nein, wir picken uns die Raucher raus und haben einen Sündenbock – genauso können wir alle Bösen dieser Welt töten und sie wird gut.

    • #34 Cornelius Courts
      12/12/2012

      es sind immer dieselben “Argumente” der Raucher. Andere Dinge sind also auch schädlich?! In echt!?!? Hatten wir alles schon.

      Sie

      vergleichen diese vollkommen hirnrissige, nutzlose Tätigkeit (=Rauchen) und deren Gefahren und Kollateralschäden mit anderen, sehr sinnvollen bis essentiellen Tätigkeiten (Transport, Ernährung…) und deren damit notwendig verbundenen Gefahren/Risiken (Abgase, Schadstoffe…), relativieren die absolut eindeutige (!!) medizinische Studienlage, peiorisieren die Risiken und Schäden, denen Passiv- und Nichtraucher ausgesetzt sind,

      Es geht nicht darum, Raucher vor sich selbst zu schützen. Jeder Mensch, der sich einen qualvollen Krebstod gegen besseres Wissen selbst herbeirauchen möchte, ist frei, das zu tun. Es geht darum, andere vor dem Rauchen zu schützen. Nikotinsüchtig zu sein, gibt niemandem das Recht, andere Menschen mit hochgiftigem Qualm zu verpesten.
      Beim Diesel (und zahlreichen anderen Beispielen) ist es anders, denn alle sind auf Transport angewiesen. Ja, auch die, die kein Auto und keine Heizung haben, denn auch die verzehren Waren, die mit LKW transportiert wurden etc. Transport ist sinnvoll und im Interesse der Allgemeinheit. (Es steht Ihnen natürlich frei, eine schadstofffreie Transportform zu entwickeln und ich wäre Ihr Fan, wenn es Ihnen gelingt)

      Rauchen hingegen hat absolut keinen Nutzen und dient hauptsächlich der Suchtbefriedigung (i.e. der Unterdrückung von Entzugserscheinungen). Der Befriedigung einer Sucht, die sich jeder einzelne Raucher ohne Not und Zwang in vollem Bewußtsein der ja nun allseits bekannten gesundheitlichen Folgen SELBER ausgesucht und durch Weiterrauchen manifestiert hat. Er weiß bei jeder Zigarette, die er sich anzündet, daß sie die Wahrscheinlichkeit erhöht, sich eine oder mehrere schwere Krankheiten zuzuziehen.

      und wenn er in Gegenwart von Nichtrauchern raucht, nimmt er all das auch für diese in Kauf. Der eigentliche Skandal ist, daß es ein wirksames Nichtraucherschutzgesetz nicht schon seit 50 Jahren gibt.

  32. #35 JaJoHa
    13/12/2012

    Außerdem schleppt jeder Raucher radioaktives Material mit sich rum. http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakrauchen#Radioaktivit.C3.A4t
    Die obere Abschätzung liegt übrigens bereits in Größenordnungen, wo meines Wissens der Strahlenschutz bereits greifen würde.

  33. #36 Dr. W
    14/12/2012

    Hier, Herr Courts, geht es offensichtlich um mehr als den Nichtraucherschutz, also eben doch darum ‘Raucher vor sich selbst zu schützen’ und um die Volkgsgesundheit.

  34. #37 Dr. W
    14/12/2012

    Bitte mal prüfen, warum Feedback zunehmend direkt im Spam landet – und nicht in der Moderation oder in der Veröffentlichung.

    Anscheinend ist das ein verbreitetes SB.de-Problem, ein regelrechter Feedback-Killer.

    MFG
    Dr. W (der sich auch abbestellen lässt, bspw. durch eine E-Mail)

    • #38 Cornelius Courts
      15/12/2012

      Problem ist bekannt.
      Weiß leider keinen Weg, das zu ändern…

  35. #39 techniknoergler
    13/01/2013

    > Es geht nicht darum, Raucher vor sich selbst zu schützen. Jeder Mensch, der sich einen qualvollen Krebstod gegen besseres Wissen selbst herbeirauchen möchte, ist frei, das zu tun. Es geht darum, andere vor dem Rauchen zu schützen. Nikotinsüchtig zu sein, gibt niemandem das Recht, andere Menschen mit hochgiftigem Qualm zu verpesten.

    Aber sollte es dann nicht auch jedem frei stehen, ob er auf eigene Gefahr in ein Raucherlokal geht, sofern es auch Nichtraucherlokale/Nichtraucherbereiche gibt?

    Und käme man jetzt mir Gruppenzwang, dann könnte man nicht nur Rauchen und Alkohol ganz verbieten, welche Entscheidungen für einen selber sind denn dann eigentlich noch legitim und zulässig und gelten als “frei”?

    Gesellschaftliche Beeinflussung hat man schließlich immer.

    • #40 Cornelius Courts
      14/01/2013

      Aber sollte es dann nicht auch jedem frei stehen, ob er auf eigene Gefahr in ein Raucherlokal geht, sofern es auch Nichtraucherlokale/Nichtraucherbereiche gibt?

      Doch, jeder darf sich selber in Gefahr bringen, soviel er/sie will. ABER: Es sollte überhaupt nicht erst Raucherlokale geben. Jede öffentliche Gaststätte muß für jeden Menschen zugänglich und als Ort gefahrlosen Verweilens geeignet sein. Man kann nicht einfach verfügen, daß andere darin das Recht haben, neben der eigenen auch die Gesundheit anderer zu gefährden. Ansonsten könnte ein Wirt auch erlauben, daß ich z.B. mit Insektenspray herumsprühen darf, falls das nun mal mein Hobby sein sollte.

      dann könnte man nicht nur Rauchen und Alkohol ganz verbieten

      Rauchen/Alkohol ganz zu verbieten ist nicht nötig (und würde eh nicht klappen). Ich wäre aber sofort dabei, wenn man die Folgeschäden des Rauchens aber auch mißbräuchlichen (!) Trinkens auf die entsprechend Tätigen umlegen würde. Also, jede Schachtel Zigaretten und jede Flasche Alkohols x€ teurer machen und die KV-Beiträge, bereinigt um die entsprechenden Kosten, runter für alle – oder ähnlich.

      welche Entscheidungen für einen selber sind denn dann eigentlich noch legitim und zulässig und gelten als “frei”?

      wie schon häufiger gesagt: ich bin ein Fan möglichst großer individueller Freiheit, die aber immer und notwendig durch die Freiheit/Rechte anderer begrenzt sein muß. Niemand hat ein Recht darauf, seiner Sucht bzw. Entzugserscheinungen aufzuwarten, wenn dadurch andere gefährdet werden. Und einfach den anderen zu sagen: Geht doch weg, wenn’s Euch nicht passt, ist keine Option. Wenn ich z.B. leidenschaftlich gerne wild mit den Armen rudere, ist das mein gutes Recht. Wenn ich das auf einem überfüllten Bahnsteig tue und Leuten, denen ich gerade dabei ins Gesicht geschlagen habe, sage: “Geht doch weg, wenn’s Euch nicht passt!”, werde ich ebenfalls nur auf äußerst begrenztes Verständnis stossen.
      Auch mit den neuen Anti-Rauch-Gesetzen wird es möglich sein, in einer geschlossenen Gesellschaft in der Gaststätte zu rauchen. Ist doch in Ordnung: die Gaststätte wird geschlossen, ist also nur für geladene und mit der Tatsache, daß auf der Veranstaltung geraucht wird, bekannte und einverstandene Gäste zugänglich. Klar kostet das mehr, aber das sollte einem die Sache dann auch wert sein oder?