notenschluessel Einen schönen Sonntag allen LeserInnen. Croissant

Letzte Woche habe ich von Paganinis abnormen Händen berichtet. Höchste Zeit also, sich seiner extremen Musik zuzuwenden zumal er bis jetzt ja in der Sonntagsklassik nur vorkam, indem ich Kissin – allerdings auf dem Flügel –  sein Glöckchen läuten ließ.

Seine 24 Capricen für Violine sind so atemberaubend schwer, daß sie selbst heutige Virtuosen nur mit Zugeständnissen hinbekommen. Die Nr. 5 hatte kürzlich schon vorgeführt, bekannter und häufiger aufgeführt ist aber die Nr. 24 (hier mal in einer klavierbegleiteten Version):

Er hat auch nicht nur Solo-Kabinettstückchen geschrieben, sondern auch mehrere Konzerte, in denen natürlich die geliebte Geige brillieren darf, so wie hier in Nr. 5

Wie man am zuvor schon vorgeführten Cantabile hört, konnte sich Paganini aber auch über die Griffbrettraserien des Virtuosenfurors hinaus musikalisch ausdrücken: hier ist die gefühlvolle Caprice 4

Die wenigsten bringen Paganini übrigens mit der Gitarre in Verbindung. Dabei war er wohl auch ein ausgezeichneter Gitarrist, der auch Kompositionen für Gitarre hinterlassen ha. Z.B. diese Sonaten für eine

und zwei Gitarren

So, und wer nun noch ein bißchen Lust auf Schabernack hat, klicke hier und amüsiere sich mit mir 🙂

flattr this!

Kommentare (4)

  1. #1 LasurCyan
    29/06/2014

    Und sogar Brahms hat sich zu Variationen hinreissen lassen. Gefunden hab ich diese Hochglanzaufnahme:

  2. #2 noch'n Flo
    Schoggiland
    30/06/2014

    Mir wird ja allein schon beim Anblick der Partituren schwindelig. Und bei den Videos beschleicht mich immer wieder das Gefühl, dass diese ursprünglich viel langsamer aufgenommen und später nur schneller abgespielt wurden.
    Meinen höchsten Respekt all denen, die diese Musik auch nur annähernd werktreu interpretieren können (obgleich ich mich schon so manches Mal gefragt habe, ob Paganini seine eigenen Kompositionen tatsächlich wie niedergeschrieben spielen konnte, oder ob er nicht ein paar ähnliche Kompromisse einging, wie seine heutigen Interpreten, und sich einfach nur einen Spass daraus machte, der Nachwelt absolut unspielbare Musik zu hinterlassen).

  3. #3 LasurCyan
    30/06/2014

    ob Paganini seine eigenen Kompositionen tatsächlich wie niedergeschrieben spielen konnte

    Zumindest um die Aufführung seiner Capricen hat er sich gedrückt, noch’n Flo, wobei die ja auch eigentlich nur zum Triezen von Schülern gemacht waren und nicht für die öffentliche Aufführung. Vieleicht ja tatsächlich unspielbar, wir werdens nie erfahren…

  4. #4 IO
    24/07/2014

    Die 24 ist auch von Boris Blacher zu schönen Variationen als Grundlage genommen worden.

    Heute am bekanntesten ist sie sicher durch Rachmaninows Rhapsodie (Variationen) für Klavier und Orchester
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rhapsodie_über_ein_Thema_von_Paganini_(Rachmaninow)