Die UN bestellt ernsthaft Faisal Trad, den Genfer Botschafter Saudi fu**ing Arabiens zum Vorsitzenden des Beratergremiums* für den UN Menschenrechtsrat?! Einen Vertreter einer Nation also, der das Konzept universeller, unverhandelbarer Menschenrechte nicht nur vollkommen wesensfremd, sondern so verhasst ist, daß sie die Forderung danach, ja das bloße Beklagen ihrer Vorenthaltung bestrafen muß und dafür seit Langem auf der Shitliste von Amnesty International steht! Warum dann nicht auch gleich J. Bergoglio, J. Blatter und Kim Jong Un als Vorsitzende der Räte für Säkularisierung, Korruptionsbekämpfung und Demokratieförderung?

AT1011129-CulturalDifferences_lrSaudi-Arabien ist eine Nation, deren willkürbasiertes Scharia-Rechtssytem so etwas wie Rechte nur männlichen, heterosexuellen wahabitischen Moslems einräumt, die überdies nicht gegen eines der vielen arbiträren Verbote (Alkohol trinken, gegen die Regierung protestieren, Bloggen etc., nicht jedoch Vergewaltigung, daran sind dort die Opfer schuld) verstoßen haben.

Eine Nation, die 15 Mädchen lieber bei lebendigem Leib verbrennen ließ, als zu riskieren, daß sie ohne vorgeschriebene Ganzkörperverschleierung gesehen werden.

Eine Nation, die auf Platz 163 von 167 auf einem Demokratie-Index rangiert, erst 1963 die Sklaverei abgeschafft hat und noch immer jedes Jahr so viele Hinrichtungen durch Enthauptung (mehr als ISIS) und so viele Verstümmelungen wegen Diebstahls durchführt, daß sie sich neulich nach acht zusätzlichen Henkern umschauen mußte.

Sprich, eine Nation, die, wäre sie eine Comic-Figur, so ein klassisch-überzeichneter, superreicher, grausam-sadistischer, größenwahnsinniger Superschurke wäre. Und ausgerechnet diese Nation ist nicht nur vertreten im UN Menschenrechtsrat, sondern stellt jetzt auch noch den Vorsitzenden seines wichtigsten Beratergremiums, wodurch diesem Clown und damit indirekt seinem Herkunftsland die Kompetenz und Legitimation, andere in Fragen der Menschenrechte zu beraten, bescheinigt und dem Außenstehenden suggeriert wird! Seine Eignung für dieses Amt mag man an folgender seiner Äußerungen ablesen:

“It is imperative for us not to forget the rights of victims while listening to the calls for abrogation of the provision in the law for capital punishment in the pretext of protecting the rights of the killer,”

Wir dürfen nicht die Rechte der Opfer vergessen, während wir uns die Aufforderungen anhören, die rechtliche Grundlage für die Todesstrafe abzuschaffen, als Vorwand dafür, die Rechte des Mörders zu schützen. (Übersetzung CC)

(Klar, ein Opfer hat ja auch ein „Recht“ darauf, daß ein anderer Mensch vom Staat ermordet wird. Und die Todesstrafe gibt es in Saudi Arabien ja auch nur für Mord, nicht etwa für politischen Protest oder so…)

saudi-justiceAls ich das gelesen hatte, ist mir angesichts des wahrhaft grotesken Zynismus, der so eine Entscheidung erst ermöglicht, kurz die Luft weggeblieben. Wie mögen sich Menschen wie Raif Badawi und seine Familie, Ali al-Nimr, die 19-jährige G. oder die Tausenden von Gastarbeitern dort wohl fühlen, wenn sie dieser Entscheidung der UN gewahr werden, die man durchaus als eine Geste des Einverstandenseins mit Saudi-Arabiens Behandlung von Menschen auffassen kann? Ist das Enddarmbewohnen bei Verhältnis zu Saudi Arabien, sein Öl und konkomitant-unverdienter Reichtum tatsächlich wichtiger als eines der höchsten Güter der zivilisierten Welt (,die ich jetzt mal sportlich als jene Gegenden der Erde definiere, wo universelle Menschenrechte gelten)? Oder mißt die UN ihrem eigenen Menschenrechtsrat so wenig Bedeutung bei, daß es schon wurscht ist, wer da so rummurkst und sie jeden nehmen, der sich meldet und gerade Zeit hat?

So oder so, wie soll man jetzt die UN bei der Verfolgung eines ihrer gemäß ihrer Charta

“to reaffirm faith in fundamental human rights, in the dignity and worth of the human person, in the equal rights of men and women“ (Charta der UN)

angeblich wichtigsten Ziele, dem Schutz der Menschenrechte, noch ernstnehmen? Schlimm :-(

________

*dieser kann in allen Ländern, in denen sich die UN um die Einhaltung der Menschenrechte bemüht, wichtige Positionen mit ausgewählten Kandidaten besetzen

flattr this!

Kommentare (42)

  1. #1 Wiener
    24/09/2015

    Die UN sind toll und wichtig. Aber das ist wirklich unglaublich. Es ist halt so, dass in einem Club wie der UN alle mitspielen sollen – und es dann auch leider alle tun….

  2. #2 Cornelius Courts
    24/09/2015

    @Wiener: “alle mitspielen”

    ist ja auch in Ordnung und ich würde nichtmal SA aus der UN rausschmeißen wollen, die sollten nur eben von allem, was mit Menschenrechten zu tun, ganz, ganz weit weg gesetzt werden.
    Ein nichtschwimmender 3-jähriger darf ja auch nicht ins Tiefe, sondern sitzt im knöchelhohen Urin-Wassergemisch (#Metapher-Galore)

  3. #3 BreitSide
    Beim Deich
    24/09/2015

    Liegt es vielleicht am Geld?

    Und daran, dass die USA den UN noch viel Geld schulden? Oder haben die inzwischen gezahlt?

  4. #4 Cornelius Courts
    24/09/2015

    sind die USA nicht bei den Chinesen verschuldet?

    • #5 BreitSide
      Beim Deich
      24/09/2015

      @CC: ;-))

      Und wo ist da jetzt der große Unterschied?

  5. #6 Alisier
    24/09/2015

    Hmm…..es ist natürlich recht einfach, sich über das Ganze aufzuregen, und eigentlich ist es mir auch nicht recht in diesem Falle die Rolle des advocatus diaboli zu spielen, aber dennoch:
    Ich finde den Zynismus nicht unfassbar, sondern einigermaßen verständlich.
    An Saudi-Arabien überhaupt ranzukommen ist schwierig, denn das Land ist dadurch, dass es die nach Erdöl fast schon krankhaft süchtigen Westler und Ostler, China inzwischen inklusive, teilweise in der Hand hat. Die Droge Erdöl hat ein kulturell und religiös komplett hinter dem Mond lebendes kleines Wüstenvolk über die Maßen einflussreich gemacht, und wir hofieren es immer noch, weil es ein zuverlässiger Dealer und auch ein guter Kunde ist. Da spielt Moral dan eh nur eine untergeordnete Rolle, und welcher Empörte ist schon bereit sein übermotorisiertes SUV-Monster auch mal stehen zu lassen, oder gar abzuschaffen. Eben.
    Wenn man aber überhaupt irgendwie Einfluss nehmen will, hat man nur sehr wenige Hebel zur Verfügung, und ein Hebel heißt Einbindung. Auch wenn es wehtut, und man sich bei der Vorstellung schütteln muss: Saudi-Arabien ist da, und es zu isolieren hilft nicht, und das hat sowieso niemand vor.
    Also bindet man Vertreter ein, und hofft, dass dadurch, dass es sich bei uns üblichen Standards etwas mehr annähert, oder man zumindest jemanden direkt hat, mit dem man verhandeln kann.
    Ich möchte z.B., dass Badawi schnell freikommt, und dafür bin ich bereit manche Kröte zu schlucken. Andere Wege fallen mir und wohl auch vielen anderen gerade nicht ein.

  6. #7 Alisier
    24/09/2015

    .”…..teilweise in der Hand hat, fast unantastba”r. Sollte es heißen, Sorry

  7. #8 Alisier
    24/09/2015

    P.S.: And now for something completely different.
    Habe gerade ein paar Sachen über die “United church of bacon” gelesen. Schöne Initiative, mir persönlich sympathischer als das Spaghettimonster. Wäre vielleicht mal einen Blogpost wert.

    • #9 BreitSide
      Beim Deich
      24/09/2015

      Ich bin eher auf dem Weg zum Vegetarier… :-)

  8. #10 Alisier
    24/09/2015

    Also, veganer Speck ist gerne gesehen…..aber ich wollte den thread hier nicht sprengen :-)

  9. #11 zwerg
    25/09/2015

    hmm, grummel, grummel.. nur ein Nebenaspekt: Seit ich “Unterwerfung” von Michel Houllebueq gelesen habe, glaube ich nimmer, das Frauen den Islam ablehnen.. Die haben da eigentlich ein besseres Leben, müssen z.b. nicht arbeiten und haben Kinder und massig Enkelkinder, das ist 1001x besser als diese seltsamen Zustände, die uns der hiesige Feminismus gebracht hat. (Die feministischen Frauen haben ihre Attraktivität grandios überschätzt, jetzt haben sie zwar ihren Willen bekommen, aber kein so schönes Leben mehr, so ab 40 sieht es dann ganz schön duster aus für die Damenwelt – im Islam ist das noch klassisch geregelt)

  10. #12 noch'n Flo
    Schoggiland
    25/09/2015

    Aua, ich rieche eine grössere Zwangsspende in die Chauvi-Kasse!

    @ Alisier:

    Die Gemeinschaft erdölsaufender Länder hätte aber schon viele Möglichkeiten gehabt, sich vom Stoff der Kameltreiber unabhängig zu machen – man will aber anscheinend nicht.

  11. #13 pederm
    25/09/2015

    @noch´n Flo:

    Nein, man kann nicht. Solange es kostengünstiger ist (das bitte rein ökonomisch verstehen, Umweltschäden – erst recht nicht zukünftige – haben keine Kosten) Öl zu verfeuern als auf andere Energiequellen umzusteigen, unterliegt man als Unternehmen oder Volkswirtschaft der Konkurrenz, wenn man den Umstieg wirklich angeht. An dieser ökonomischen harten Tatsache ändern Kyoto-Protokoll, Handel mit Emissionsrechten und ähnlicher Budenzauber gar nichts.

    • #14 BreitSide
      Beim Deich
      25/09/2015

      @pederm: Nu sei mal nicht so demonstrativ pessimistisch!

      Dieser “Budenzauber” hat schon eine ganze Menge gebracht.

      Ohne diesen “Budenzauber” hätten wir nie die bisherigen Einsparungen erreicht.

      Dass nicht alles so gelaufen ist, wie wir uns das vorstellen, ist ja trivial. Da treffen halt Interessen aufeinander.

      Beim Ozon hatte es ja auch geklappt.

      Anstatt in Defätismus zu verfallen, kauf Dir lieber ein e-Auto, verzichte auf Ferienflüge (oder kompensiere sie mit atmosfair.de), werde zum Vegetarier (oder wenigstens Rindfleischverächter) usw. usf.

      Im Endeffekt: Verringere Deinen persönlichen CO2-Fußabdruck auf 2 Tonnen pro Jahr.

      Netter Nebeneffekt: Die Menschenrechtsfreunde aus Saudi-Arabien oder Russland kriegen wenigstens von Dir kein Geld mehr.

      DAS ist ein herrlicher Nebeneffekt von e-Autos. Und bitte sag jetzt nicht “wenn nur ich/Deutschland/Europa das mache(n)”… Das Zwergengambit zieht nicht.

  12. #15 Cornelius Courts
    25/09/2015

    @Alisier: ” und ein Hebel heißt Einbindung”

    ich antworte Dir mit ziemlich ähnlichem Tenor wie in Kommentar #2: ich bin nicht dagegen, daß SA in den UN ist und auch nicht dagegen, daß sie dort eingebunden werden und Aufgaben bekommen. Ich halte das Ziel, auf diese Weise an sie heranzukommen, zwar für illusorisch aber dennoch für verfolgenswert.

    Aber es ist weder nötig nötig, noch nützlich, noch angebracht und diesem speziellen Fall zudem eine Instanz entweder atemberaubenden Zynismus’ oder aber unverzeihlicher Naivität, diese Nation in den Menschenrechtsrat aufzunehmen und sie auch noch den Vorsitzenden seines Beratungsgremiums stellen zu lassen. Ich wiederhole: die Nichtgewährung von Menschenrechten und implizit die systematische Schlechterstellung der Frau gehört dort zur Staatsräson! Einem Vertreter dieser Nation ist nicht nur keine Kompetenz bei der Beratung zu Menschenrechten einzuräumen, sondern ohne Bias eine Haltung zu unterstellen, die für eine tendentiöse Besetzung entspr. Positionen, worauf er ja Einfluss hat, sorgt.

    @Zwerg: auf den hoffentlich (!) ironischen Chauvinismus in Deinem Kommentar gehe ich jetzt mal nicht ein, das Hauptproblem der Frau im Islam ist jedoch die nicht vorhandene Wahlfreiheit. Wer sich als Frau gerne herumkommandieren und zum Gebär-, Putz- und Kochautomaten degradieren lässt und generell freiwillig (!) auf die Inanspruchnahme oder Ausübung einer beliebigen Anzahl von Rechten verzichtet, kann das auch in einem freiheitlich-demokratischen Land haben (bei der CSU ist das bis heute gerne gesehen und es wird auch islamische Frauen geben, die unterdrückt glücklich sind).
    Wer als Frau aber gerne wählen, widersprechen, arbeiten, autofahren, den Islam, das Christentum usf. ablehnen möchte, muß dies immer und unbedingt tun dürfen.

  13. #16 noch'n Flo
    Schoggiland
    25/09/2015

    @ pederm:

    Bullshit! Den heutigen Stand der Technik, was Elektroautos angeht, hätten wir schon vor 20 Jahren haben können – wenn die Verantwortlichen gewollt hätten. Aber die Öl-Lobby macht nun einmal die interessanteren Geschenke…

  14. #17 Catweazle
    25/09/2015

    Bitte gaaaaanz schnell Herrn Faisal Trad für seinen bespiellosen Einsatz für den Friedensnobelpreis vorschlagen. So eine Chance kommt bestimmt nicht so schnell wieder für alle Menschenrechtsveräppler auf diesem Planeten.

  15. #18 pederm
    25/09/2015

    Oha, Wespennest!

  16. #19 Withold Ch.
    25/09/2015

    Ich plädiere auch sehr oft für Einbindung, aber im hier geschilderten Fall ist eine Grenze erreicht, die vom unserem Bewusstsein und Wertekanon aus nicht überschritten werden sollte.

    Manchmal habe ich noch die Hoffnung, dass vielleicht auch durch den Einfluss der neuen Technnologien und modernen Konsumgüter allgemein auch in solchen Staaten ein Wandel hin zu mehr Menschlichkeit gefördert würde, nur ganz langsam.

    Ausser Protesten wird nichts passieren auf der politischen Ebene, die gegenseitige Abhängigkeit ist zu gross geworden.

    Hier auf SB sind vemutlich alle mit Cornelius und seinem anklagenden Text einverstanden, aber dass unser gesellschaftliches Bewusstsein eine in diesem Fall “kritische Masse” erreichen könnte, die eine solche Wahl zurücknehmen oder für die Zukunft verhindern liesse, das halte ich für unwahrscheinlich.

    (off topic: der Dalai Lama hat sich eben auch wieder so einen Scherz erlaubt, den man nicht akzeptieren darf.)

  17. #20 Dr. Webbaer
    25/09/2015

    Die UN darf nur deshalb so existieren, wie sie existiert, weil anderes anzunehmenderweise schlechter wäre, korrekt.

    MFG
    Dr. W

    PS:
    Menschenrechte werden von den OIC-Staaten zynischerweise angenommen – solange sie nicht der Scharia oder anderen einschlägigen relig. Vorgaben widersprechen.
    Allerdings, allerdings machen strenge Bärtige halt ihr Ding, so richtig extra-zynisch wird es, wenn verlautbart wird, dass der I mittlerweile zu D gehört, anzunehmenderweise: normativ.

  18. #21 LasurCyan
    25/09/2015

    Da dachte ich doch eben drüben beim hpd, na die haben aber unverblümt abgeschrieben. NeeNee, schöne Falle, Cornelius.

    Und: es ist wirklich unfassbar. Vieleicht ja nur ein diplomatischer Taschenspielertrick, um die Saudis ‘gesichtswahrend’ in die kommenden SyrienVerhandlungen mit einzubauen. Naja, das ist hochspekulativ..

  19. #22 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    25/09/2015

    Saudi-Arabien ist zuständig für Menschenrechte, die USA für die Verbreitung der Demokratie und die NATO für die Wahrung des Friedens.

    Passt doch?

  20. #23 Withold Ch.
    25/09/2015

    @ LasurCyan # 21

    Vielleicht ja nur ein diplomatischer Taschenspielertrick …

    Ist wahrscheinlich so, man erinnere sich nur an die wahltaktischen Manöver bei den letzten beiden Wahlen der UN-Generalsekretäre, bei Kofi Annan kursierte nachher das Wort von “Clintons Onkel Tom”, bei Ban Ki Moon wurde die Person gewählt, die weder “den Chinesen noch den US-Amerikanern auf die Füsse treten würde”.

    Es handelt sich hier zwar nur um das fünfköpfige Beratergremium
    (siehe dazu die Erklärung des UN-Human Rights Council
    http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=16496&LangID=E )

    Bei solchen Wahlen dürfte auch eine Rolle spielen, mit welchen finanziellen Mitteln die einzelnen Mitgliedsstaaten den Betrieb der UNO alimentieren.

    Es ist wohl so, dass nur durch den Einsatz von NGOs auf eine Veränderung solcher Mentalitäten gehofft werden kann, damit der Prozess zur Veränderung, der durch die Einbindung von Personen solch gegensätzlichen Kalibers eingeleitet wird, ein wenig beschleunigt werden kann.

    (Zitate und Gedanken aus einer heut. Diskussionsrunde SWR2 zur UNO)

  21. #24 Alisier
    25/09/2015

    @Cornelius Courts
    Ich hatte dich schon verstanden, und ich bin ja auch durchaus deiner Meinung.
    Allerdings weiß ich eben auch nicht, wie man an den Staat und sein rückständiges System rankommen kann. “Gib dem Affen Zucker” ist zwar zuweilen zynisch und empörend, aber welchen Hebel sind wir denn sonst bereit und fähig zu nutzen?

  22. #25 Dr. Webbaer
    25/09/2015

    @ Alisier :

    Es gibt grundsätzlich die drei Varianten Eindämmung, auch die Isolation bestimmter Meinung und Meinungsträger betreffend, auch deren strafrechtlich(-rechtsstaatliche) Bearbeitung, sollte Derartiges vorkommen im Rechtsraum der Zuständigen, Beschwichtigung oder Appeasement, hat teilweise geklappt seinerzeit mit unseren marxistisch-leninistischen Freunden im sog. Ostblock, zuvor auch einmal nicht, und die Annahme.

    Wobei dann jeweils Untergruppen gebildet werden könnten, i.p. Eskalation, sachgemäße Bearbeitung (“Tit for Tat”, das Verhältnismäßigkeitsprinzip bleibt gemeint, auch die sog. Realpolitik (ein Germanismus btw)) und die Deeskalation, auch das Sich-Bücken.

    Auch in diesen drei Untergruppen kann weiter aufgelöst werden, allerdings würde dbzgl. nähere Beleuchtung wohl den Rahmen des hier Vorgehabten sprengen.

    MFG
    Dr. W

  23. #26 Andreas Kyriacou
    Zürich
    26/09/2015

    @Alisier
    Da die Zahl der Exekutionen seit Salman im Amt ist, drastisch zugenommen hat, ist’s etwas schwierig, die UNHCR-Mitgliedschaft Saudi-Arabiens mit positiven Veränderungen in Verbindung zu bringen…

    Das Einbinden klappt also klar nicht. Aus meiner Sicht gehört deshalb Saudi-Arabien isoliert, nicht hofiert.

  24. #27 BreitSide
    Beim Deich
    26/09/2015

    @Volker Birk: Kannst Du auch was Anderes als Blödeln?

  25. #28 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    26/09/2015

    @BreitSide: wie hältst Du sowas ohne dunklen Humor aus?

  26. #30 Dr. Webbaer
    26/09/2015

    Sportsfreund Feisal Trad kann bspw. hier in die Augen geschaut werden:
    -> http://www.arabnews.com/featured/news/808596 (K-Probe: ‘Saudi Arabia is an Islamic state, fully sovereign, and is proud that Islamic law is the basis of the country’s constitution. Islam ensures justice and protects the rights of all without discrimination, in addition to the right of life for all. The death penalty is a legal measure to protect the right to life and interests of the community’ [Hervorhebung: Dr. Webbaer])

    BTW, ‘Einbindung’ meint Integration – durchaus so, wie im Hause Wulff entwickelt und von Angela Dorothea Merkel nachgeplappert [1] : “Der I gehört mittlerweile [normativ] zu D.” [Ergänzung: Dr. Webbaer] – und wäre womöglich nicht allgemein angeraten.

    Zu den neun Millionen (vs. ‘Tausende’) “Gastarbeitern” in Saudi-Arabien ist das Kafala-System zu beachten.

    MFG
    Dr. W

  27. #31 Dr. Webbaer
    26/09/2015

    [1]
    Die weiter oben vergessene Fußnote sollte zu Angela Dorothea Merkel noch ein wenig erklären, die Dame meint es tatsächlich so:
    -> http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-syrer-sollen-kein-asylverfahren-durchlaufen-a-1054759.html

    … konnte aber noch gestoppt werden.
    Also, bei Frau Dr. Merkel ist sicherlich Hanlon’s Razor anzulegen, sie muss nicht bös sein.

  28. #32 radix100
    27/09/2015

    gut, dass es solche blogs gibt. Hoffentlich wird so möglichst vielen klar, welch ein Bock da zum Gärtner gemacht wird. Danke dem Autor.

  29. #33 Little Louis
    27/09/2015

    @BreitSide Nr.27
    Volker Birks Satz ist nichts weiter als eine kurze ironische Pointierung seiner Sicht der Hintergründe der internationalen Politik. Wer das argumentationsfrei als “Blödelei” abtut, ist entweder naiv, oder auf die eine oder andere Weise ideologish oder wegen sonstiger Eigeninteressen in diese Politik eingebunden und verliert den Status der Objektivität.
    Also argumentieren Sie:
    Wo wahrt die Nato zur Zeit den Frieden?
    Wo verbreiten die USA zur Zeit erfolgreich die Demokratie?

    Im Destabilisieren von Staaten allerdings haben die USA Erfahrungen, könnten die Saudies also schnellstens “auf den Rechten Weg “bringen, wenn sie nur wollten. In Osteuropa geht das ja auch.
    Die Debatte ist eröffnet.

  30. #34 BreitSide
    Beim Deich
    29/09/2015

    Und die NATO ist eine Kriegstreiberin. Klar. Hat doch der Lupenreine auch gesagt. Dann MUSS es ja stimmen. Wer mit bloßem Oberkörper auf einem Hai reitet, kann ja gar nicht falsch liegen.

    Und was die Gänsefüßchen bei Osteuropas Weg bedeuten sollen, erschließt sich mir auch nicht ganz. Meinst Du die katastrofalen Ereignisse von 1989, als die guten alten Ordnungen vom pöhsen Westen zerstört wurden?

  31. #35 Little Louis
    29/09/2015

    @BreitSide 34
    Alles klar. Meine beiden Fragen wurden zu vollster Zufriedenheit beantwortet. Ein Hoch auf den wissenschaftlicsch- kritischen Diskurs.

  32. #36 noch'n Flo
    Schoggiland
    29/09/2015

    @ BreitSide:

    Ich weiss zwar nicht, was Du da geraucht hast, aber bitte: lass es sein!

  33. #37 Martin Wilmers
    Brauweiler
    30/09/2015

    Die Bestimmung des Bockes zum Gärtner ist eine klare Aussage der Entscheidungsträger der UN: Menschenrechte gehen uns am Arsch vorbei.

  34. #38 Dr. Webbaer
    30/09/2015

    Es gibt halt unterschiedliche Kulturen mit unterschiedlichen Vorstellungen von Rechten, die Individuen genießen dürfen.
    Insofern manifestieren sich derartige Vorstellungen gerade bei der UN und gerade im sogenannten UN-Menschenrechtsrat.
    Vergleiche auch mit der von Kofi Annan 2006 betriebenen Reform der zuletzt völlig diskreditierten sogenannten UN-Menschenrechtskommission.

    Menschenrechte bedeuten ja im Mohammedanismus und in anderen Kollektivismen, der M. ist ein theozentrischer Kollektvismus, und in denjenigen Systemen, die den Ideen und Werten der Aufklärung folgend implementieren konnten, etwas ganz Unterschiedliches.

    Beispielhaft genannt werden soll hier die Freiheit der Meinungsäußerung, die im M. natürlich auch vorliegt, sofern sie nicht der Scharia oder anderen relig. Maßgaben widerspricht, und in den sozialistischen Systemen mit internationalistischem Anspruch ebenfalls, dort darf die individuelle Meinung nicht den Frieden stören, wobei mit dieser angeblichen Störung des Friedens die Kritik am Sozialismus gemeint ist.

    Erschreckend ist eigentlich eher, dass sich im “Westen” (Definition: siehe oben) nur so wenige finden, die einschlägige UN-Veranstaltung sachnah und hart kritisieren.

    MFG
    Dr. W

  35. #39 Little Louis
    05/10/2015

    @ Dr. W. am 30.09.
    Mag sein, aber ein hinterhältig -exegetischer Relativismus führt meistens nicht weiter und tötet oft jede vernünftige Debatte. Lässt man sich darauf ein, heißt meine “Freiheit ” HIER – DORT dann “Gotteslästerung”
    und ich relativiere meine Freiheit hier, um DORT niemand in seinen “religiösen Gefühlen” zu verletzen.

    Mit dieser Sicht einverstanden?

  36. #40 Dr. Webbaer
    05/10/2015

    @ Little Louis :

    Durchaus. Allah wird explizit nicht in aufklärerischen Gesellschaftsystemen benötigt.
    Auch bei Ihrer Kritik an der US-Administration könnten Sie richtig liegen, die Allianz “Obama-Moslembruderschaft” ging ganz schön daneben, auch bei dem Aufgeben der Eindämmung, den khomeinistischen Staat betreffend, weiß Ihr Kommentatorenfreund nicht so recht.

    MFG
    Dr. W

  37. #41 Trottelreiner
    08/10/2015

    Und wenn man sich fragt, wie die Saudis überhaupt in den Rat kommen konnten, jaja, ich weiß, der Guardian…

    http://www.theguardian.com/uk-news/2015/sep/29/uk-and-saudi-arabia-in-secret-deal-over-human-rights-council-place

    Vielleicht will man sich schon mal vorsorglich die Kritik vom Hals schaffen:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Human_Rights_Act_1998#From_the_Conservative_right

  38. […] Mr. Burns Gerade die reichen Öl-Staaten könnten problemlos viele Flüchtlinge aufnehmen, drücken sich aber bisher erfolgreich. Flüchtlingskrise: Reiche Öl-Staaten wollen keine Flüchtlinge | Flucht und Zuwanderung Saudi Arabien ist in diesen bereich ja gleich doppelt so schlimm. Einerseits nehmen sie keine Flüchlinge auf und auf der anderen seite bezahlen sie auch noch die hauptursache für Flüchtlinge den IS. Und sons tsind sie in sachen menschenrechten auch eher bescheiden UN-faßbarer Zynismus! – blooDNAcid […]