Ein schwarzer Tag für Kinderrechte

Folgende Pressemitteilung gaben gestern Terre des Femmes und MOGiS e.V. zur Verstümmelung von Jungen ab:

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BERLIN 12.12.2012

Heute hat der Bundestag in zweiter und dritter Lesung den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes abgestimmt. Zur Abstimmung stand weiterhin ein alternativer Gesetzesentwurf, der eine wirksame Einwilligung des betroffenen Jungen ab Religionsmündigkeit als Voraussetzung gehabt hätte sowie diverse Änderungsanträge die auf verschiedene strittige Punkte des Gesetzesentwurf eingingen. Der Entwurf der Bundesregierung wurde ohne Änderungen verabschiedet.

Dazu meint Irmingard Schewe-Gerigk, die sich als Vorsitzende von Terre des Femmes seit Jahrzehnten gegen die weibliche Genitalverstümmelung einsetzt: “Das war ein schwarzer Tag für die Kinderrechte – Kindern wurde das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit genommen. Menschenrechte von Kindern können jetzt legal im wahrsten Sinne des Wortes beschnitten werden.”

Der von einer Vorhautamputation als Kind negativ betroffene Alexander Bachl – Sohn eines syrischen Vaters – und Sprecher des Facharbeitskreises Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. ergänzt: “Dieses Gesetz raubt mir meine Würde ein weiteres Mal. Das Gesetz verneint ja nicht nur eine Strafbarkeit der Beschneidung ohne therapeutischen Nutzen, sondern stellt die Betroffenen auch zivilrechtlich gegenüber ihren Eltern komplett rechtlos. Mein Leiden und das vieler andere negativ Betroffener wird ignoriert. So wie Betroffene auch schon im ganzen Gesetzgebungsprozess konsequent ignoriert wurden. Von Anfang an stand fest, dass Beschneidung erlaubt werden soll, eine Debatte über die nicht-therapeutischer Vorhautamputation und ihre tatsächlichen Folgen fand gar nicht richtig und vor allem in der Abwesenheit der davon negativ Betroffenen statt.”

Christian Bahls, Vorsitzender von MOGiS e.V.: “Der Gesetzgeber hat es konsequent vermieden sich tatsächlich mit den Folgen dessen, was verniedlichend Beschneidung genannt wird, auseinanderzusetzen. Zudem ist das Gesetz mit seinem fehlenden Respekt vor dem natürlichen Vetorecht des Kindes zutiefst menschenverachtend: Eltern können sich – mit dem Gesetz ganz legal – über den erklärten Willen des Kindes hinwegsetzen. Er geht nicht darauf ein, dass es unterschiedliche Beschneidungsstile und damit unterschiedliche Eingriffstiefen und damit -folgen gibt. Nein, er hat sich in der Abstimmung heute gegen eine Evaluation in 5 Jahren ausgesprochen – was erstaunt, angesichts der vorgeschobenen unklaren Studienlage, die überhaupt erst die Legalisierung der nicht-therapeutischen Vorhautamputation ermöglichte.”

Irmingard Schewe-Gerigk
Christian Bahls
Alexander Bachl

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# Links

[0] Stellungnahme Alexander Bachls für den Familienausschuss
[1] Drucksache 17/11295 (Regierungsentwurf)
[2] Drucksache 17/11430 (Alternativentwurf)
[3] Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.

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# Verweise

* Der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. hat seine Homepage hier
* Alexander Bachl ein, von einer religiös motivierten Beschneidung, Betroffener am 10. Oktober 2012 für MOGiS e.V. im heute Journal
* Önder Özgeday, ein weiteres Mitglied des Facharbeitskreises Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V., in der WAZ
* Christian Bahls als 1. Vorsitzender von MOGiS e.V. im Freitag

 

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# Zum Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V.

Der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. vereint Männer, die negativ von ihrer Vorhautamputation (als Kind) betroffen sind. Sie versuchen dem Leiden derjenigen in der Debatte eine Stimme zu geben, die bisher marginalisiert werden – den negativ von ihrer Vorhautamputation betroffenen, deren Leiden bisher nicht angemessen wahrgenommen wird.

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# Zu MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene

MOGiS e.V. ist ein ursprünglich von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs gegründeter Verein. Er begreift sich als eine Stimme für Betroffene von sexualisierter Gewalt sowie Missbrauch und Misshandlung im Kindesalter. Er setzt sich für den Schutz der sexuellen Integrität und Selbstbestimmung von Kindern ein. Zudem engagiert er sich für den Erhalt und die Stärkung von Menschenrechten on- und offline.

MOGiS e.V. nahm 2011 mit zwei Mitgliedern am Runden Tisch “Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich” und den Sitzungen seiner Arbeitsgruppen teil.

Seit 2010, sowie verstärkt seit dem Urteil des Landgerichts Köln, beschäftigt sich der Verein mit dem Schutz der Körperlichen Unversehrtheit von Jungen vor nicht-therapeutischen Vorhautamputationen. Im Rahmen dieser Arbeit kommen immer wieder Betroffene auf den Verein zu um Ihre Betroffenheit öffentlich kund zu tun und damit Gehör zu finden.

V.i.S.d.P.:

Christian Bahls; 1. Vorsitzender
MOGiS e.V. – “Eine Stimme für Betroffene”
Kopernikusstraße 11
18057 Rostock

Web: http://mogis-verein.de
Community: http://mogis-und-freunde.de
MOGiS ist in Rostock (VR 10117) registriert
und als gemeinnützig (079/141/16826) anerkannt.

Jeweils alleinvertretungsberechtigt sind die beiden
Vorsitzenden Christian Bahls und Gabriele Gawlich

Bankverbindung MOGiS e.V.
Geschäftskonto: Ethikbank, Kto. 3138844, BLZ 83094495
Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft: Kto 1246400, BLZ 10020500

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Jetzt kann man nur noch auf das Verfassungsgericht hoffen…

Kommentare

  1. #1 Bloody Mary
    13/12/2012

    Gut zu wissen, seinem Kind eine Ohrfeige geben geht nicht, aber dessen Verstümmelung im Genitalbereich geht rechtlich in Ordnung.

    Dieses Einknicken der Politik vor institutionaliserter Religion, das sich gemein machen, lässt nichts Gutes für die Zukunft erwarten.Säkulargesellschaft, ade.

  2. #2 rolak
    13/12/2012

    Meineserachtens hängt so etwas eher mit Abstimmen unter leicht Beeinflußbaren zusammen als mit geplanter Desäkularisierung bzw Derationalisierung, Bloody Mary. Egal ob nun lobbyisierte Abgeordnete über die Verlustangst bzgl ihres Postens oder wie letztens in der Schweiz bei der Homöopathie das Ausnutzen einer aktuell hochschlagenden Welle im meinungsgepushten Wählermeer. Ua deswegen ist mir unbedingte direkte Demokratie höchst suspekt.

    Doch es besteht -wie im post erwähnt- noch Hoffnung, da bei entsprechender Klage/Anfrage verfassungsgerichtlich entschieden werden muß. Das geht jetzt immerhin, bis jetzt gab es imho nichts so richtig Angreifbares in gesetzlich ausformuliert.

    Für den Fall, daß dies auch schief gehen sollte, bleibt dann immer noch der Rückgriff auf Kampagnen- und sonstige Arbeit. Funktioniert für den Mist ja auch.

    Doch ärgerlich, ärgerlich ist das Geschehen schon…

  3. #3 Bloody Mary
    13/12/2012

    Natürlich ist das ein Teil der Wahrheit, doch ich wünschte, Du hättest unumschränkt recht, rolak. Bei meiner Aussage habe ich an Politiker gedacht, die gleichzeitig religiöse Funktionäre sind, ein Unding meiner Meinung nach.

    Und dass das Bundesverfassungsgericht immer wieder hinter der Politik aufräumt – für meinen Geschmack ist das mittlerweile zu häufig nötig -, stimmt zwar, hängt aber letztlich von einzelnen Juristen bzw. deren Haltung ab. Ein derartiger Ablauf der Gesetzgebung wirkt auf mich ausgesprochen suboptimal. Ich sehe das Ganze auch als Unfähig- bzw. Unwilligkeit vieler Politiker, sich Konflikten zu stellen.

    Und ja, das könnte vermutlich auf Kampagnenarbeit hinauslaufen. Wir kriegen nichts geschenkt, auch Kinderrechte nicht.

  4. #4 rolak
    13/12/2012

    Politiker .., die gleichzeitig religiöse Funktionäre sind

    Wohl wahr, Bloody Mary, die fallen situationsverschärfend unangenehm auf. Und bei der Un{fäh|will}igkeit stimme ich auch vorbehaltlos zu.

    /Wir kriegen nichts geschenkt/ Vor allem keine Ruhepause ;-)

  5. #5 Bloody Mary
    13/12/2012

    *totlach*
    Jetzt habe ich wieder bessere Laune.

  6. #6 Holger
    13/12/2012

    wie ist nun der Zusammenhang mit dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz? (“niemand darf aufgrdun seines Geschlechts benachteiligt werden”)

    darf nun irgendwer die Gentialverstümmelung bei Mädchen einklagen weil diese ja aufgrund ihres Geschlechts derzeit nicht vertümmelt werden dürfen?

  7. #7 s3basti8n
    13/12/2012

    Es wurde leider nur der Tierschutz verschärft.
    Wen interessieren schon Menschen

  8. #8 Pete
    13/12/2012

    In 5 Wochen ist hier Wahl, und wahrscheinlich wrd es trotz winterlicher Kaelte in der Fussgaengerzone Werbestaende geben.
    Da kann ich die Leute ja mal fragen…
    Bin gespannt, was da fuer Verrenkungen herauskommen.

    Jedenfalls, wenigstens die ersten 4 Artikel des GG gelten fuer maennliche Saeuglinge/Kinder definitiv nicht mehr. Ich hoffe instaendig, dass es das Verfassungsgericht genauso sieht.

    Pete

  9. #9 WolfStark
    14/12/2012

    Echt erschreckend aber sowas kommt eben dabei raus, wenn sich Politik nicht der Wahrheit und Vernunft verpflichtet, sondern.. na ja nichts eigentlich. Eine demokratische Entscheidung war das eigentlich auch nicht, wen die vertreten haben ist mir jedenfalls Schleierhaft, da war ja nicht mal eine Wahl (vom Bürger) dazwischen, geschweige denn konnte er vorhersehen dass “seine” Partei die Menschenrechte mit Füßen tritt und die Bundesrepublik in Sachen Kindesmisshandlung wieder in prähistorische Zeiten zurückschickt. Eine demokratische Entscheidung will ich in so einem Punkt wiederum aber auch eigentlich gar nicht ich mein, wtf, eine Entscheidung ob man Kinder verstümmeln darf oder nicht, wie kann sowas überhaupt bis dahin kommen? Was läuft da schief? Das trifft natürlich auch für so manch andere Entscheidungen bzw. ausbleibende Entscheidungen bspw. in Sachen Gleichstellung von Homosexuellen.

    Mich irritiert da vor allem auch, warum eigentlich bei dermaßen vielen Dingen, wo das Bundesverfassungsgericht am Ende wieder Gesetze kassieren muss, warum eine bestimmte Partei hier gar nicht vom Verfassungschutz beobachtet wird. Was muss man eigentlich tun, bis die mal hinter einem her sein? Offenbar reicht es nicht aus ständig verfassungsfeindliche Gedanken zu vertreten und durchzusetzen.

  10. #10 awmrkl
    14/12/2012

    Ich werde jedenfalls denjenigen, die *für* dieses archaische, steinzeitliche Ritual eintreten, *deutlich* meine Verachtung dafür zu verstehen geben.

    Vllt ist tatsächlich deutliche gesellschaftliche Ächtung, unabhängig von irgendwelchen Gesetzen, die wirksamste Methode, ein Nach-/Überdenken zu veranlassen.

    Stellt Euch vor, wie die Reaktion aussieht, wenn sich jmd zum Prügeln von Kindern bekennt: Wohl deutlichste und entsetzte Ablehnung?

    So ähnlich stelle ich mir auch die Ächtung dieses Ritus vor. Und ist vmtl auf Dauer wirkungsvoller als irgendwelche Verbote.

  11. #11 Wolf
    14/12/2012

    Hmm, das mit den Wahlen hab ich noch nicht bedacht.
    Ich werde mir wohl mal das Beschneidungsvideo runterladen und die Basen der Grünen, Piraten, CDU und SPD befragen (FDP nicht, ich kann nicht mit Toten sprechen).

  12. [...] [Quelle] /* [...]

  13. #13 Sim
    14/12/2012

    Ich bin so sauer was diese Regierung anbelangt ich möchte am liebsten Jemanden anderes wählen der sich gegen die willkürliche Knaben-Beschneidung einsetzt.

  14. #14 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2012/12/14/komikernation/
    14/12/2012

    Besonders ärgerlich finde ich, dass es keine Partei gibt, die geschlossen gegen die Verstümmelung gestimmt hat. Uneingeschränkte Menschenrechte haben nirgends eine Heimat in Deutschland.

  15. #15 Derfragmentierung
    Berlin
    14/12/2012

    Dass die rechtsoffenen Religionsparteien (CDU, CSU, SPD, GRÜNE) für die sadistische Vivisektion an Säuglingen votieren war zu erwarten. Religion ist immer noch erste Wahl bei den bekannten Mitteln der Unterdrückung und Volksverdummung. Doch leider geilen sich auch Abgeordnete der LINKE an alten Männern auf, die Blut aus den Genitalien von Säuglingen schmatzen. Da bleibt nur noch UNGÜLTIG wählen.

  16. #16 Thomas der Ungläubige
    14/12/2012

    Ich bin Atheist und halte nix von Beschneidung oder konkreter: Verstümmelung. Aber ich stelle fest, dass jetzt endlich gesetzlich gefordert ist, dass die Operation nach den Regeln der ärztlichen Kunst geschehen muss. Das muss angesichts der vehemment aufeinanderprallenden Sichtweisen der verschiedenen Religionen schon als Fortschritt gewertet werden.
    Der Aufschrei der jüdischen und muslimischen Gemeinde darf auch nicht ignoriert werden. Das ist nun mal Demokratie, auch wenn wir es für falsch halten.
    Zwar kann die mögliche Konsequenz eines Gesetzes nicht als Maßstab für das Gesetz gelten, aber in diesem speziellen Fall darf nicht vergessen werden, was bei einem bedingungslosen Verbot passiert wäre: Die z.T. sowieso schon in Parallelgesellschaften lebenden Muslime hätten die Beschneidung im Hinterzimmer einer Moschee oder eines Kulturvereins durchgeführt. Und niemandem wäre etwas aufgefallen, niemand hätte das kontrollieren können. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Betroffenen.

    Wahre Befreiung von solchen überholten Ritualen kann es nur geben, wenn sich die Menschen von Religion kritisch distanzieren. Dass es im Christentum keine Beschneidung gibt, ist höchstens als Glücksfall zu bezeichnen.

    mfg,
    Thomas

  17. #17 BenB
    14/12/2012

    Was ich mich ja seit Anfang der Debatte frage ist, warum nicht einfach jemand vor das Bundesverfassungsgericht zieht, die dieses neue dämliche Gesetz einfach einkassieren.
    Dass es nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, sollte eigentlich jedem mit einem IQ > 0 auffallen.

  18. #18 Olaf aus HH
    14/12/2012

    Oha, ohjeh.
    Es wäre m.E. gelungener, bewußter und wohl auch realgewollter und all das, wenn man den ganzen Beschneidungszauber ab dem 16-18 Lebensjahr zelebriert. “Im Einverständis mit allen Beteiligten”, wenn sie es dann tatsächlich überhaupt wünschen. Mehr geht dann wohl nicht.
    Bei (nicht nur den jungen) Frauen wüßte ich ohnehin nicht, was es bei ihnen zu “beschneiden” gibt.

  19. #20 Frankies Testwelt
    Bornheim
    15/12/2012

    Also ich habe die ganze sehr kritisch verfolgt, einerseits kann man natürlich sagen das eine Tradition nicht unter Strafe gestellt werden darf, aber eine Körperverletzung ist es trotzdem. Ich denke es ist nicht wirklich leicht zu entscheiden was ethisch schwerer wiegt, Jahrhundertelange Tradition, die faktisch ja keinen negativen Einfluss hat, oder das recht auf körperliche Unversehrtheit. Ich denke da halte ich mich eher aus der Diskussion raus, auch wenn ichs interessant finde, wie die Meinungen hier auseinandergehen.

    Gruß Frank von Frankies Testwelt
    http://www.Frankies-World.de

  20. #21 AmbiValent
    15/12/2012

    Vom Prinzip her wäre ich dafür, eine Beschneidung in ein Alter zu verschieben, in dem die Betroffenen selbst entscheiden können, also mindestens 14, wenn nicht gar 16 oder 18. Ich halte aber Deutschland zur Zeit für unfähig, bei einer solchen Prinzip-Entscheidung eine Vorreiterrolle zu spielen. In der Diskussion war einfach zu viel Hass und zu viel Jubel darüber, endlich mal wieder Juden und Moslems als barbarische Untermenschen bezeichnen zu dürfen. Würde es wirklich nach dem Prinzip gehen, dann müssten auch die christlichen Kindervergewaltiger endlich in Haft, zusammen mit denen in heute hohen und höchsten Positionen, die von diesen Vergewaltigungen wussten, aber die Kriminellen nicht aus ihren Posten entfernt haben, sondern ihnen im Gegenteil durch Versetzungen (wenn doch mal Beschwerden kamen) immer neue Opfer ausgeliefert haben. Aber das ist heute wohl schon wieder fast vergessen. Ich bin übrigens ev.-luth. und zahle noch Kirchensteuer und glaube, dass die meisten Kirchenleute gute Menschen sind – aber die Kriminellen müssen in den Knast.

    Vielleicht ist ja auf EU-Ebene eine rationalere Diskussion über Beschneidungen möglich, die das Kindeswohl so gut es geht berücksichtigt, ohne in reliösen Hass auszuarten.

  21. #22 Stefan
    15/12/2012

    @Bloody Mary

    dann heisst es halt in Zukunft nicht mehr “sei still sonst kriegst du eine Ohrfeige verpasst” sondern “sei still sonst wirst du beschnitten”.

    Das Erstere verboten das Zweite erlaubt.
    Absurd

  22. #23 Blooy Mary
    15/12/2012

    AmbiValent spricht den Punkt an, der mir als einziger schwer zu schaffen macht: dass sich selbst säkulare Juden (bei Muslimen weiß ich es nicht) als massiv attackiert, als unerwünscht und in ihrem Daseinsrecht in Frage gestellt fühlen.

    Das empfinde ich als entsetzlich und noch schlimmer ist, dass mir auch keine Lösung dafür einfällt. Diese Auseinandersetzung wird eventuell einfach auf unvereinbaren Ebenen geführt – hie schlechte Erfahrungen sowie daraus, nur zu gut nachvollziehbar, resultierende Ängste und Schmerz (den religiösen Wahn lass ich mal außen vor, das Anliegen dieser Fraktion interessiert mich nicht) – da überprüfbare Fakten und gute Argumente.

    Jemand, der von Emotionen geflutet ist, der wird Sachargumenten nie und nimmer zugänglich sein, weil er sie nur als heuchlerischen Vorwand für Angriffe auf seine Person und seine Sicherheit mißverstehen kann.

    Was tun?
    Wir treten nicht gegen Juden und Muslime ein. Wir treten für die Rechte und gegen die Genitalverstümmelung von Kindern ein.

  23. #24 DH
    15/12/2012

    Für die Religionen selber dürfte sich dieser Erfolg als klassischer Pyrrhussieg erweisen , mal angenommen , das Gesetz wird nicht vom BVerfG kassiert.

    Wofür haben sie so erbittert gekämpft?

    Für einen Brauch , der insgesamt ziemlich seltsam wirkt , durchgeführt an den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft , und wo es alles Andere als klar ist , ob es nicht doch weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen gibt.

    Hängen bleiben wird , daß die Religionen weiterhin das sind , was sowieso schon Viele denken , rückständig und zur Selbstkritik unfähig .

    Sie hätten die Chance beim Schopf packen können , warum solche Traditionen nicht auch mal aus eigener Initiative auf den Prüfstand stellen , das hätte mal Respekt verbreitet.
    Ein weiteres Mal – Chance verpaßt.

  24. #25 griesl
    16/12/2012

    steinzeitlich, archaisch, vielleicht ?! das ist die taufe auch, allerdings weniger prägender. man wird einem gott anvertraut, ohne einverständnis. ich finds verächtlich, wenn jemandem ein “glauben” entgegenbracht, imho besonders wenn es die körperliche präsenz betrifft, wird.
    man sollte glauben für sich selbst finden.
    andererseits möchte ich nicht verhehlen, dass andere glaubensrichtungen in diesem land nicht gern gesehn sind. weshalb gibts um moscheen immer so ein politdrama ? man akzeptriert, dass sie da sind, aber bitteschön nur im hintergrund -hof.
    2006 “die welt zu gast bei freunden”, aber bitteschön nur temporär.
    “zum essen bist du herzlichst eingeladen, aber wenn du musst, geh in den garten, barbar”

  25. #26 griesl
    16/12/2012

    ps. ich hasse doppelte verneinung

  26. #27 pazifist
    16/12/2012

    Ist das religiöser Hass, wenn ich fordere, dass Menschen nicht ohne Möglichkeit der Gegenwehr körperlich oder geistig auf die Religion der Eltern getrimmt werden dürfen?

    Wenn die geistige Reife (Volljährigkeit) vorhanden ist, soll es jedes Menschen freie Entscheidung sein, ob und was er glauben oder ob er lieber denkend sein Leben gestalten will. (War das schon wieder zu aggressiv?)

  27. #28 Kossmo
    saarland
    16/12/2012

    ch bin so sauer was diese Regierung anbelangt ich möchte am liebsten Jemanden anderes wählen der sich gegen die willkürliche Knaben-Beschneidung einsetzt. http://www.laviata.de

  28. #29 AmbiValent
    16/12/2012

    @Bloody Mary
    Man sollte sich nicht beschweren, dass Leute “Sachargumenten nicht zugänglich sind”, wenn man die Sachargumente vorher selbst entwertet hat.

    In diesem Fall sind das Sachargument die Kinderrechte. Mit dem Sachargument selbst hat man recht. Aber wenn man das Argument nur gegen den Anderen mit Härte vertritt und bei den eigenen Leuten äußerste Nachsicht walten lässt, hat man die Diskussion schon fast verloren. Wenn man dann noch Leute im eigenen Lager zulässt, für die die körperliche Unversehrtheit des Anderen bekanntermaßen wertlos ist, hat man sich selbst ins Unrecht gesetzt.

    Ich denke, man sollte drei Dinge tun:
    Erstens, konsequent beim Sachargument bleiben und es auch vertreten, wenn es gegen die eigene Gruppe geht.
    Zweitens, mit dem Anderen auch zu diskutieren und den bestmöglichen Kompromiss zu finden. In diesem Fall also den jüdischen und muslimischen Gemeinden glaubhaft zu versichern, dass es um den bestmöglichen Schutz der Gesundheit jüdischer und muslimischer Kinder geht, und dazu eine Lösung finden will. Weil die Beschneidung ein zentrales Zugehörigkeitselement für Juden und Moslems ist, sollte man auch akzeptieren, dass diese nie völlig darauf verzichten würden.
    Erst an dritter Stelle eine Lösung zu finden, die das Problem des Sacharguments löst und in anderer Weise möglichst wenig Schaden anrichtet – in diesem Fall die Verschiebung der Beschneidung in ein Alter, in dem der Betroffene selbst entscheidet.

  29. #30 junia
    nrw
    16/12/2012

    ich finde, die Religionsfreiheit muss unserer Demokratie und unseren Grundrechten untergeordnet sein. Wenn es da Ausnahmen gibt, dann sind wir hier nicht mehr sicher. Dann gelten die nächsten Ausnahmen wahrscheinlich für den Islam. Wenn unsere Grundrechte, das Recht auf körperliche Unversehrtheit für gewisse Kreise nicht gelten, dann ist das erst der Anfang weiterer Ausnahmen. Nach den Ausnahmen für die Religionen kommen dann die Ausnahmen für die Pharmaindustrie, die das Recht auf körperliche Unversehrtheit außer Kraft setzen, wenn z. B. eine ganz bestimmte DNA eines Menschen wegen bestimmter Kriterien von einem Pharmakonzern patentiert wurden. Da kann man sich schon Sorgen machen.

  30. #31 Bloody Mary
    16/12/2012

    AmbiValent

    Wie meinen?
    Sie sollten in der Lage sein, eine Feststellung von einer “Beschwerde” zu unterscheiden. Möglicherweise verunmöglicht Ihnen eine inhaltliche Denkstörung das?

    Auch bin ich nicht der alttestamentarische Gott, der “mit Härte” seine Forderungen vertritt (z. B. die nach Beschneidung männlicher Kinder).

    Und inwiefern lasse ich gegen “die eigenen Leute” (wer soll das sein – mein Clan?) “äußerste Nachsicht walten”? Wollen Sie etwa andeuten, Humanisten und Atheisten ließen traditionell ihre kleinen Söhne genital verstümmeln, was ICH, die Herrin aber nicht so tragisch fände?

    Iinformativ auch, dass ich mit meinem Versuch, mich in die Gefühlslage der Kontrahenten hineinzuversetzen, mich vollends “ins Unrecht gesetzt” hätte.

    Ihren “Lösungsvorschlag” finde ich großartig, abgesehen davon, dass er keinerlei Lösungsansätze enthält.

    Einzig klarer und senkrechter Satz: dass die zu Beschneidenden bei Eintritt der Mündigkeit selber entscheiden sollten. Wobei vermutlich nicht nur ich mich frage, welcher erwachsene, zurechnungsfähige Mann ohne Not einen derartigen Zugriff an sich zuließe.

  31. #32 Nordlicht_70
    17/12/2012

    Hallo AmbiValent,

    “Weil die Beschneidung ein zentrales Zugehörigkeitselement für Juden und Moslems ist, sollte man auch akzeptieren, dass diese nie völlig darauf verzichten würden.”
    Dazu von mir ein ganz klares NEIN!!!
    Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit steht m. E. GRUNDSÄTZLICH IMMER über dem Recht auf religiöse “Selbstverwirklichung”, insbesondere dann , wenn diese religiösen Riten nicht bei einem SELSBT angewandt werden, sondern ANDEREN aufgezwungen werden. Das dies auch noch Schutzbefohlenen angetan wird, ist aus meiner Sicht um so widerlicher.
    Ein irrationaler Glaube an irgendein “höhergestelltes Wesen” kann niemals ein Argument für Verstümmelung sein.

  32. #33 AmbiValent
    17/12/2012

    Und damit ist die Diskussion wieder an dem Punkt, an dem sie sinnlos wird. Es wird wieder rein emotional argumentiert, und wieder gegen Minderheiten. Genau wegen diesem Unsinn haben sich die Parteien des Bundestags so beeilt, ein Gesetz zu verabschieden, das die Beschneidung straffrei lässt.

    Wollen Sie mich nicht verstehen? Man kann nicht einfach Lehrer und Priester davonkommen lassen, die ihre Schutzbefohlenen vergewaltigen und ganz klar aus bösem Willen handeln, und deren Helfershelfer in hohen und höchsten Positionen, die von den Verbrechen wussten, aber die Verbrecher gedeckt haben, in Amt und Würden lassen – aber dann mit voller Härte gegen Minderheiten vorgehen, die *nicht* aus bösem Willen die Beschneidung vornehmen, sondern selbst bereits beschnitten sind und dies nachträglich gutheißen.

    Ja, ich weiß, dass das nicht dasselbe ist wie selbst über seine Beschneidung zu entscheiden. Das Argument sollte aber von einem Beschneidungsbetroffenen kommen und nicht von einem Deutschen, der Beschneidungen bloß widerlich findet. Und wenn man versucht, die Stimmung anzuheizen, indem man blutige Filme über Beschneidungen zeigt – es gibt auch Filme über die hässlichen Taten von Deutschen, und die werden wohl mehr Zuschauer haben. Ein Gesetz gegen Beschneidungen können Sie vergessen – wenn Sie etwas wollen, das international Bestand hat, dann müssen Sie beim Kindeswohl anfangen, beim Kindeswohl weitermachen und beim Kindeswohl bleiben. Dann wird es wahrscheinlich trotzdem noch eine Generation dauern, bis es endlich soweit ist, dass Beschneidungen nur nach eigener Entscheidung erlaubt sind. Aber die Alternative ist, langfristig als Antisemiten dazustehen und gar nichts zu erreichen.

    Und damit verabschiede ich mich von diesem Blog.

  33. #34 Sim
    18/12/2012

    Ein Gesetz gegen Beschneidungen können Sie vergessen – wenn Sie etwas wollen, das international Bestand hat, dann müssen Sie beim Kindeswohl anfangen, beim Kindeswohl weitermachen und beim Kindeswohl bleiben.

    Hier bei Scienceblogs sind wir die ganze Zeit beim Kindeswohl und nirgendwo anders. Wer und aus welcher Überzeugung auch immer, eine nicht medizinisch indizierte Beschneidung bei einem Kind durchführt oder durchführen lässt, sollte eigentlich völlig unerheblich sein.

    Und doch besitze ich genügend Einfühlungsvermögen um nachvollziehen zu können, dass sich Menschen die in eine solche Tradition reingeboren worden und selbst beschnitten worden sind und nach bestem Wissen und Gewissen ihre eigenen Kinder beschneiden, sich diskriminiert fühlen. Ich unterstelle diesen Leuten nicht ihren Kindern mit Absicht Schaden zuzufügen. Und doch tun sie es, wenn auch unabsichtlich. Doch das lindert nicht den Schmerz der entsteht wenn ein Teil des eigenen Sexualorgans ungefragt mit scharfer Klinge vom Körper getrennt wird.

    Eines der Probleme welches die Debatte aufzeigt ist doch, dass es Leute gibt die das von anderen Personen praktizierte und ohne den Vorwand der Religion völlig absurde Verhalten kleinen Kindern die Vorhaut abzuschneiden, rechtzufertigen versuchen.

    “Nehmt es ihnen doch nicht übel, sie sind doch nur religiös und es ist ihre Tradition” Man könnte auch gleich sagen: “Lasst sie machen, sie haben keine guten Gründe, aber die haben sie immerhin schon lange”

  34. #35 pazifist
    18/12/2012

    Lieber lasse ich mich als Antisemiten beschimpfen, als dass ich die Manipulation von Kindern (körperlich und geistig) einfach so hinnehme.
    Auch wenn es Schlimmeres gibt, ist es kein Grund “weniger Schlimmes” zu dulden.

    Die Entschuldiger, Begründer und Erklärer der neuesten gesetzlichen Regelung von Beschneidungen stammen allesamt aus dem religiösen Lager. Sie fürchten bei einem gesetzlichen Verbot, dass es auch für die eigene Religion Beschränkungen geben könnte.

    Atheisten kann kein Ritual untersagt werden, sie haben glücklicherweise keines.

  35. #36 roel
    *****
    18/12/2012

    @pazifist “Lieber lasse ich mich als Antisemiten beschimpfen, als dass ich die Manipulation von Kindern (körperlich und geistig) einfach so hinnehme.” Was genau tust du dagegen?

  36. #37 Bloody Mary
    18/12/2012

    @pazifist
    Uneingeschränkte Zustimmung.

    Was ich noch erläutern möchte, es ging mir in dem Fall nicht so sehr darum, wer mich wie beschimpft – also um meine eigene Gefühlslage -, sondern mehr darum, dass sich nach eigenen Aussagen selbst säkulare Juden – wohl kaum als religiöse Fundamentalisten einzuordnen – angesichts der Debatte unerwünscht und abgelehnt fühlen.

    Und miit Menschen, die über echte Gesprächstbereitschaft verfügen, würde ich jederzeit in eine Diskussion eintreten wollen.

    “Auch wenn es Schlimmeres gibt, ist es kein Grund “weniger Schlimmes” zu dulden.”

    Ganz genau, das eine rechtferigt in keinster Weise das andere.

    Unabhängig davon halte ich zwar die pauschale Phrase für richtig, sich lieber erst mal um den Dreck im eigenen Haus zu kümmern, bevor man andere auf ihre ungeputzten Fenster hinweist; doch sie bringt keine Diskussion voran, solange sie nur zur Abwehr unerwünschter Argumente eingesetzt wird, anstatt unausgesprochen bei allen Diskussiosteilnehmern als Maxime für das eigene Handeln im Hinterkopf verankert zu sein.

    Letzteres ist nur ein Desiderat, und ja, mir ist bewußt, dass mein Wunsch selbstverständlich unerfüllt bleiben wird. Wir als Spezies scheinen einfach zu dumm dazu zu sein, trotz Mondlandung, CERN, Quantencomputer und Co..

  37. #38 para
    18/12/2012

    Das Argument sollte aber von einem Beschneidungsbetroffenen kommen und nicht von einem Deutschen, der Beschneidungen bloß widerlich findet.

    Also von Leuten wie die bei MOGiS e.V. – ist gekommen— und nun ?

  38. #39 Heinrich
    Bad Langensalza
    20/12/2012

    Das bedeutet die rechtliche und körperliche Verletzung von Kindern. Das ist eine klare Verletzung auch des Grundgesetzes! Eine Verletzung des GG muß strafrechtlich geahndet werden.

  39. #40 Bloody Mary
    31/12/2012

    Es ist ein einziges Trauerspiel und “kein gutes Gefühl”.

    Kaum hast Du die Versatzstücke aus dem Textbaukasten Des Religiösen Eiferers (i. e., Herr Thierese) analytisch zerlegt, kommt schon der nächste des Wegs, diesmal Dieter Graumann:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article112285820/Es-herrscht-ein-Mangel-an-Respekt-vor-Religion.html

    Auch dieser diffamiert und attackiert die Befürworter von Demokratie und Menschenrechten als „säkulare Fundamentalisten“ (eine mögliche Definition siehe hier: http://menschenrechtsfundamentalisten.de/page8.php?post=5), die – Achtung, zweites Textmodul wird der herabwürdigenden Melange nun zugefügt – „mangelnden Respekt vor Religion“ zeigten.
    Wohl wahr, „säkulare Fundamentalisten“ bekämpf(t)en in aller Welt „respektlos“ menschenverachtende, sexistische und rassistische Folklore wie beispielsweise Gottesgnadentum, Leibeigenschaft, Witwenverbrennung, Kastenwesen, Steinigung, Ehrenmord, Zwangsverheiratung, Kinderehen, und Verschleierungszwang.

    Auch Herr Graumann zeigt wenig „Respekt vor Religion“, wenn er den (nicht nur) unter „jungen Muslimen“ verbreiteten Judenhaß anprangert. Sollte ihm eines der konstituierenden Merkmale der konkurrierenden monotheistischen Zweigstellen verborgen geblieben sein? Und weshalb erweist er ihm nicht den laut eigener Aussage erforderlichen “Respekt“? Weshalb hat Herr Graumann seinerzeit nicht das rechtsextreme Gegeifer des Pius-Bruders Williamson „respektiert“? Eventuell, weil er an dieser Stelle jeweils erkannte, was das Geschwall vom angeblichen „Respekt vor Religion“ für gewöhnlich verhüllen soll: Feigheit, Dummheit, Unterwürfigkeit, Gleichgültigkeit, Herzenskälte, Heuchelei und Niedertracht

    Aggressive religiöse Fundamentalisten beharren auf Respekt vor Religion. Im scharfen Gegensatz dazu bin ich interessiert an Respekt vor dem Mitmenschen.

    Welche Verwüstungen der „Respekt vor Religion“ anrichtet, zeichnet sich eindrucksvoll auch in der einzigen Demokratie im Nahen Osten ab: die (notgedrungen) hofierten Ultraorthodoxen nutzen die säkulare Gesellschaft aus (keine Ableistung des obligaten Wehrdienstes, kein eigener Erwerb des Lebensunterhalts für ihre vielköpfige Familien) und drangsaliert sie blutig als Dankeschön – wenn diese Terroristen nicht gerade damit beschäftigt sind, Frauen anzuspucken und zu schlagen, die sich im Bus dorthin setzen, wo ein Platz frei ist, anstatt sich nach hinten „zu den Frauen“ zu trollen, solange sie nicht gerade damit beschäftigt sind, am Sabbat Steine auf fahrende Autos zu werfen, solange nehmen sie sich gerne die Zeit, ihren Ministerpräsidenten hinterrücks zu ermorden. Selber schuld, wenn dieser „säkulare Fundamentalist“ nicht genügend „Respekt vor Religion“ gezeigt haben sollte

  40. #41 pazifist
    31/12/2012

    “Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, auch respecto „zurücksehen, berücksichtigen“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung…” (Wikipedia)

    Diese Definition verbietet für mich geradezu den “Respekt vor Religion”.

    Bestenfalls kann man Religion tolerieren, wenn sie im Privaten bleibt und nicht anderen Menschen (insbesondere Kindern) durch körperliche Eingriffe oder Gehirnwäsche aufgezwungen wird.