Zum 86. Todestag

Heute vor 86 Jahren starb Rainer Maria Rilke.
Für mich der größte deutsche Lyriker.

Archaischer Torso Apollos

Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,

sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.

Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
unter der Schultern durchsichtigem Sturz
und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;

und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

R.M. Rilke

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Quelle

Kommentare

  1. #1 Claudia
    02/01/2013

    Ein Genie!

    Gute Gedichtwahl; für mich eines der beeindruckendsten von Rilke. :)

  2. #2 Dalek
    03/01/2013

    “Überschminktes Frauenzimmer” (Georg Heym über Rilke) ;)

    Wobei der Expressionist das Werk des großen Lyrikers doch durchaus würdigte – was in Heyms Werk auch ohne weiteres durchscheint. Die abwertende Äußerung bezog sich, sofern ich weiß, eher auf den sozialen Umgang des RMR.

    ;)

    Für mich persönlich ist “Orpheus. Eurydike. Hermes” Rilkes Nummer Eins, seit Jahrzehnten schon ein Evergreen. Ein unglaubliches Stück Poesie.

    Und den Malte Laurids Brigge versuche ich, nachdem ich es mit 19 über Nacht verschlungen hatte, seitdem vergeblich noch einmal durchzulesen – ist wie mit Dostojewski oder Hamsuns “Hunger”, entweder wird es zur rechten Zeit gelesen oder gar nicht.

  3. #3 roel
    *****
    03/01/2013

    @Cornelius Courts “Heute vor 86 Jahren starb Rainer Maria Rilke.
    Für mich der größte deutsche Lyriker.”

    Wann hat Rilke denn die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen?

  4. #4 gelegentlicher
    04/01/2013

    “Wann hat Rilke denn die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen?”

    Mehr gibt es zu diesem wunderschoenen Gedicht nicht zu sagen? Wenn ich das aus den anderen Beiträgen, die ich verfolgt habe, richtig ableite, handelt es sich dann hierbei wohl um ein Lexikon-Beispiel für angewandtes “Roelen”, oder?
    Ich meine, die Bezeichnung von R.M. Rilke als “deutscher Lyriker” ist erstens absolut gaengig und ueblich, weil sie, zweitens und für jeden normalen Verstand- und Sprachnutzer selbstverstaendlich, auf die Sprache des Dichters abstellt. Die Nationalitaet eines Dichters oder Autors ist doch fuer sein Schaffen voellig gleichgueltig. Genauso selbstverständlich wird z.B. auch Kafka als deutscher Autor bezeichnet.

    Dieser Roel-Typ würde vermutlich auch bei einem Grundschueler- aber auch Philharmoniekonzert mit Partitur, Aufnahme- und Tonhoehenmessgerät auflaufen und nachher dem kleinen Maedchen mit der Floete oder dem Pianisten von Weltruhm “nachweisen”, daß sie oder er aber im Takt 45 ein fis statt ein f gespielt habe, daß man ihm, dem Herrn Roel aber kein x für ein u vormachen koenne usf., was für jeden anderen natuerlich unerheblich und kleinlich, für die Bedeutung des Ganzen unwichtig und für die “Korrigierten” selbst einfach nur beklagenswerter Ausdruck eines erbaermlichen, einsamen, falschparkeranzeigenden “Kadaverpreussentums” ist. Irgendwie mitleiderregend, wenn Leute statt Freunden, Hobbies und einem erfüllten Dasein lieber Recht haben.

  5. #5 roel
    *****
    04/01/2013

    @gelegentlicher “Ich meine, die Bezeichnung von R.M. Rilke als “deutscher Lyriker” ist erstens absolut gaengig und ueblich, weil sie, zweitens und für jeden normalen Verstand- und Sprachnutzer selbstverstaendlich, auf die Sprache des Dichters abstellt. Die Nationalitaet eines Dichters oder Autors ist doch fuer sein Schaffen voellig gleichgueltig. Genauso selbstverständlich wird z.B. auch Kafka als deutscher Autor bezeichnet.”

    Nicht alles, was gängig und üblich ist, stimmt auch. Es ist z.B. gängig und üblich, dass homöopathische Mittel als Arzneimittel bezeichnet werden. Wenn die Sprache des Autoren ausschlaggebend wäre, gäbe es ja kaum amerikanischen Schriftsteller. Die meisten amerikanischen Autoren schreiben englisch, spanisch oder portugiesisch. Bei Autoren, die in deutsch schreiben, aber z.B. Österreicher, Tschechen, Schweizer etc sind oder waren, spricht man richtig von deutschsprachigen Autoren.

    Cornelius Courts macht hier aus deutschsprachig deutsch und bei “Kein gutes Gefühl” aus Verdächtige Täter. Ansonsten zeigt er sich in seinem Blog aber sehr sprachgewaltig und sprachsicher, abgesehen natürlich von seinen Antworten an kritische Kommentatoren und seinen kindergartenartigen Verhunzungen meines Nicks. Aber Sie versuchen sich ja auch schon daran.

    ” Irgendwie mitleiderregend, wenn Leute statt Freunden, Hobbies und einem erfüllten Dasein lieber Recht haben.” Heben Sie sich Ihr Mitleid auf, die genannten Kriterien treffen nicht zu.

    PS sind die Jazz- und PopsängerInnen, die nur englischsprachige Lieder singen EngländerInnen? Und zu Kafka können Sie bei PI-News den Beitrag: “Spiegel: Kafka war tschechischer Schriftsteller” lesen. Ups, schon wieder PI-news…

  6. #6 Bloody Mary
    07/01/2013

    „Roel,
    oh reiner
    Widerspruch,
    Lust,
    Niemandes
    Schlaf
    zu sein
    unter soviel
    Lidern“

    Bedrückend, wenn es so schmerzhaft für alle Beteiligten endet, nachdem man nicht die Wertschätzung erhielt, die wir uns doch alle wünsch(t)en.

    Cornelius hat Sie nicht so behandelt, wie Sie sich das erhofften. Und Sie ihn ebenso wenig. Daraufhin aufeinander ein zu prügeln, entlockt(e) dem anderen erstaunlicherweise noch immer keine positive Resonanz.

    Vielleicht überraschen Sie Ihren Kontrahenten 2013 ja mal mit einer Verhaltensänderung, wer weiß. Sofern er nicht vor Schreck tot vom Stuhl fällt – vielleicht ändert er daraufhin ja ebenfalls seine Haltung Ihnen gegenüber.

  7. #7 roel
    *****
    07/01/2013

    @Bloody Mary “Cornelius hat Sie nicht so behandelt, wie Sie sich das erhofften.” Ich habe mir nichts erhofft. Ich brauche auch keine positive Resonanz oder Wertschätzung, aber es ist richtig ich ärgere mich ein bisschen über den Tonfall, der in diesem Blog herrscht. Besonder wie mit berechtigter Kritik umgegangen wird. Siehe auch meinen letzten Kommentar bei “Kein gutes Gefühl”.

    “Vielleicht überraschen Sie Ihren Kontrahenten 2013 ja mal mit einer Verhaltensänderung, wer weiß.” So wie Sie? Mal schauen, ich bin ein sehr friedliebender Mensch und sehe weder Blogger noch Kommentatoren als Kontrahenten an.

    btw Netter Grabspruch.

  8. #8 Bloody Mary
    07/01/2013

    “So wie Sie?”

    Gute Anregung, ich bin nämlich nicht ganz so friedliebend.

    Falls es mein Adrenalinspiegel in dem Moment zulassen sollte, werde ich in Zukunft gezielter darüber nachdenken, worin mein eigener Beitrag zu einem Zerwürfnis bestanden haben könnte.

  9. #9 Adent
    08/01/2013

    @roel
    Was ich mich seit geraumer Zeit frage ist folgendes: Was treibt sie hierher? Soweit ich ihre in mehreren Scienceblogs abgegebenen Kommentare bemerkt habe, sind sie IMMER besserwisserisch (zwar oft richtig, aber ebenso oft mit arroganter Attitüde versehen) und treffen nie (oder äußerst selten) auf positive Resonanz. Weder von Seiten des Blogbetreibers, noch von Seiten der Kommentierenden.
    Also, nochmal die Frage, was treibt sie dazu zu allem und jedem ihre meistens süffisant korrigierenden Beiträge abzugeben?
    Ich kann darauf verzichten und ich mag keine Leute die sich selbst für was besseres halten, um das mal ganz klar zu sagen. Vielleicht fällt es ihnen gar nicht auf, mag ja sein, mir fällt es auf und eventuell können sie daraus lernen wie man sich nicht sofort unbeliebt macht. Wenn ihnen das schnurz ist, so sei es, das ist ihre Sache.

  10. #10 roel
    *****
    08/01/2013

    @Adent Gegenfrage: Was treibt Sie hierher?
    Ich lese vorwiegend auf scienceblogs.de, um auf den hervorragenden Seiten wie etwa Gesundheits-Check, Hier wohnen Drachen, Mathlog, WeiterGen und zoon politikon für mich neues zu erfahren und zu lernen. Habe ich Fragen, so stelle ich diese, möchte ich kommentieren dann kommentiere ich. Ich suche keine positive Resonanz, wenn es die trotzdem gibt freue ich mich. Ich suche auch keine negative Resonanz, wenn es die gibt ärgere ich mich. Ich möchte mich nicht beliebt machen und scheu die Unbeliebtheit nicht.

    Wenn ich arrogant wirke, ist das ganz klar ein Punkt an dem ich arbeiten muss, denn das beabsichtíge ich nicht. Auf keinen Fall halte ich mich für etwas besseres. Wenn Sie meine Kommentare verfolgen, sehen Sie, dass ich meistens in einem neutralen bis höflichen Ton kommentiere selbst, wenn ich verbal angegriffen werde. (ab und zu kann ich mich allerdings auch nicht zurückhalten). Allerdings wehre ich mich gegen unberechtigte Angriffe und gegen Falschdarstellungen (z.B. das Verdächtige = Täter sind).

    Dass Sie auf meine Kommentare verichten können, ist eine Tatsache, die mir bewusst ist. Aber so verhält es sich mit allen Kommentaren und Blogbeiträgen. Gäbe es sie nicht, würden wir darauf verzichten.

  11. #11 Adent
    08/01/2013

    Mich treibt die aktuelle und oftmals interessante Fragestellung und Diskussion hierher (also wahrscheinlich ähnliche Gründe). Ich bemerke aber zusehends, daß jeder Blogbetreiber anscheinend seinen eigenen Troll hat, der ihn obwohl er den Blog eigentlich doof findet weiter belästigt.
    Deshalb die Frage etwas spezifischer, was treibt sie zu diesem Blog, nicht allgemein zu den Scienceblogs?
    Zur Neutralität, als Beispiel: Sie sagen: Wann hat denn Rilke die deutsche Staatbürgerschaft angenommen?
    Ich biete alternativ: Ich würde sagen Rilke ist kein deutscher Dichter sondern ein deutschsprachiger Dichter gewesen.
    Ich denke der Unterschied ist klar oder?

  12. #12 roel
    *****
    08/01/2013

    @Adent “Ich biete alternativ: Ich würde sagen Rilke ist kein deutscher Dichter sondern ein deutschsprachiger Dichter gewesen.” Das hatte ich oben doch auch geschrieben.

    In der Deutschen Nationalbibliothek wird er als “Österr. Schriftsteller u. Lyriker” geführt.

    Aber Sie wollten wissen, was ich auf blood’n'acid suche. Die Themen interessieren mich, obwohl ich die Aufmachung für zu reisserisch halte. Reisserisch in dem Sinne, dass gerne übersteigert wird. Als Beispiel hatte ich genannt Verdächtige = Täter. Bitte lesen Sie hierzu “kein gutes Gefühl”, wie dort mit Kommentatoren wie jitpleecheep
    oder M_Net umgegangen wird, weil sie noch Zweifel an der Täterschaft der Islamisten äussern. Für den Autoren ist diese jedoch klar.

    Als ich anfing auf Blood’n'acid zu kommentieren, habe ich durchaus auch positive Kommentare verfasst, habe das aber eingestellt, als mir auf Kritik mit Beleidigungen, Ad hominem und Namensverhunzungen geantwortet wurde. Die Themen sind aber nach wie vor interessant und so lese ich weiter und kommentiere das, was mir auffällt. Trollen ist etwas anderes und wenn man die Antworten auf meine Kommentar sieht, könnte man meinen Blogger und Troll sind identisch.

  13. #13 Adent
    08/01/2013

    @roel
    Ja hatten sie, aber erst später, im Anfangspost stand das etwas süffisante: Wann hat denn Rilke die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen?
    Was war nun inkorrekt, als ich ihr ersten Post in diesem Thread zitiere?
    Genau das meine ich nämlich, sie müssen IMMER etwas korrigieren, das scheint ihre Natur zu sein. Sie könnten auch einfach zugeben, ok ich habe zunächst gepostet ….
    Ist das so schwer?

  14. #14 roel
    *****
    08/01/2013

    @Adent Ach so meinten Sie das. Ja klar, kein Problem, nächstes Mal schreibe ich das nicht als Frage sondern als Feststellung. War mir nicht bewusst, dass die Frage so süffisant rüber kommt. Danke!

  15. #15 Adent
    08/01/2013

    @roel
    Keine Ursache.
    Es steht natürlich im Kontext der Fehde zwischen Ihnen und CC. Von einem ansonsten humorigen Poster wäre derselbe Satz (für mich) kein Problem, in diesem Kontext aber klingt er (wieder für mich) frei übersetzt:
    Du (CC) bist ja selten dämlich, du schreibst ein Lob an Rilke und bezeichnest ihn dann als deutschen Dichter, Mannomann.
    Nur zur Erklärung.