Heute ist der internationale Tag des Blasphemie-Rechts. Dabei handelt es sich um einen leider notwendigen Feier- oder eher Bedenktag, an dem man sich ermutigt fühlen sollte, offen seine Kritik, Spott oder sogar Abscheu gegen Religionen und religiöse Glaubensinhalte zum Ausdruck zu bringen. Der 30. September wurde in Erinnerung an die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung und den hysterischen Reaktionen des internationalen Islamismus’ gewählt.

Notwendig ist dieser Tag in der Tat nicht nur, weil Blasphemie in diversen islamischen Ländern mit dem Tod bestraft wird, sondern auch, weil es selbst in angeblich demokratischen, nicht-theokratischen Ländern darunter Österreich, Dänemark, Italien, einigen US-Bundesstaaten und Irland noch bzw. wieder Anti-Blasphemie-Gesetze gibt, die in krassem Widerspruch zum Menschenrecht und Eckpfeiler aller Demokratie, dem Recht auf freie Meinungsäußerung, stehen. Und auch in Deutschland gibt es ja noch den „Gotteslästerungsparagraphen“ und Menschen mit Bestrebungen, diesen als Knebel wider unliebsame Äußerungen einzusetzen.

So lange das so ist, ist es also wichtig und richtig, immer wieder Zeichen für die Meinungsfreiheit zu setzen und für sie einzutreten, daran zu erinnern, daß Phantasien keinen Anspruch auf Schutz oder Unantastbarkeit haben, daß es kein Recht darauf gibt, sich nicht beleidigt zu fühlen und daß es kaum ein höheres Gut gibt, als sagen zu dürfen, was man denkt und fühlt und kaum eine ernstere Pflicht, als zu ertragen, wenn andere von diesem Recht Gebrauch machen.

Und wie feiern wir nun diesen Tag? Er soll ja schließlich auch Spaß machen. Wie wäre es damit, eine kleine Sammlung zusammenzutragen, mit Links, Bildern, Filmempfehlungen und/oder Ideen, die ich hier starte und die sehr gerne in den Kommentaren fortgesetzt werden kann?

Und hier noch ein Schnappschuß für all’ die blasphemieaffinen Metalfans da draußen

blasphemy

Ich schließe mit einem (von mir übersetzten) Zitat von PZ Myers aus jenem Beitrag:

Nichts darf heilig sein. Stellt alles in Frage! Gott ist nicht groß, Jesus nicht Euer Herr, Ihr seid keine Jünger irgendeines charismatischen Propheten. Ihr alle seid Menschen, die durch Denken und Lernen einen eigenen Weg für ihr Leben finden müssen und Ihr habt die Aufgabe, das Wissen der Menschheit zu erweitern und zu fördern, die Fehler vorangegangener Generation zu überwinden und zu einem tieferen Verständnis der Wirklichkeit zu gelangen. Und dafür werdet Ihr keine Weisheit in Ritualen, Sakramenten und Dogmen finden, die nur auf selbstzufriedener Ignoranz gründen. Ihr könnt aber zur Wahrheit vordringen, indem ihr die Welt mit frischen Augen und forschendem Geist betrachtet“

____________

Nachtrag: Hier noch ein Link zur Kopenhagener Erklärung (hier auf Deutsch) zu Religion im öffentlichen Leben und folgender Auszug:

Wir bekräftigen das Recht auf freie Meinungsäußerung aller, begrenzt nur durch internationale Gesetze – Gesetze, die alle Regierungen achten und durchsetzen sollten. Wir weisen alle Gesetze über Blasphemie oder Restriktionen zurück, die sich auf das Recht auswirken, religiöse und nicht-religiöse Lebensauffassungen zu kritisieren.

flattr this!

Kommentare (62)

  1. #1 Dr.Huppertz
    Köln
    30/09/2013

    Ich bin Naturwissenschaftler und habe arge Bedenken betr. Religion….aber..es gibt Sachen an die ich glaube und für die ich bereit bin mich zu engaieren(sprich bereit für zu kämpfen).
    Das sind die Menschenwürde, die Meinungsfreiheit etc.
    Man könnte das natürlich auch als eine Art von Religion = Weltanschauung sehen.
    Einfach Blasphemie für “toll” zu halten ist einfach viel zu einfach und im Grunde sehr oberflächlich.
    Es geht meines Erachtens darum, welche Weltanschaung den Menschen die größte Freiheit gibt, egal ob sie ihr zustimmen oder nicht.
    Leider habe ich die Erfahrung gemacht, das Atheisten (auch eine “Religion” [es ist halt genau so wenig beweisbar, wie der Glaube an das fliegende Spaghettimonster]) sehr, sehr intolerant sind.
    Ich bin Agnostiker…ich weiß es einfach nicht!
    Der Aufsatz hier macht es sich vieeel zu einfach.
    Er ist einfach flach!
    Schade Herr Dr. Courts
    Ich bin ein Fan Ihres Blogs…aber ich muß ja nicht immer Ihrer Meinung sein.
    Ansonsten
    Enjoy
    Ahoi

    • #2 Cornelius Courts
      30/09/2013

      …aber ich muß ja nicht immer Ihrer Meinung sein.

      Darwin bewahre, das wäre ja furchtbar langweilig!

      Dennoch werde ich kurz einige Ihrer Äußerungen aufgreifen. Zunächst zu den beiden Klassikern, die so ziemlich jeder aktive “neue” Atheist sicher schon zig mal gehört hat:
      1. Atheismus ist intolerant, ich bin Agnostiker
      2. Atheismus ist auch nur eine Religion

      Ad 1: Ich habe schon sehr oft den Unterschied zwischen Toleranz und Respekt erklärt und möchte das jetzt nicht schon wieder tun. Nur soviel: sie sind nicht identisch und ein Mangel an Respekt bedingt keineswegs mangelnde Toleranz; und auch zum vermeintlichen Gegensatz von Agnostizismus und Atheismus habe ich schon etwas gesagt. Sie und ich sind theoretisch Agnostiker, d.h. wir räumen als Wissenschaftler pflichtschuldig ein, daß man die Nichtexistenz von etwas nicht beweisen kann und daß es mithin eine Restwahrscheinlichkeit der Existenz Gottes (aber auch von Einhörnern, Teekannen etc.) gibt, die wir aber keineswegs, (gem. eines totalen Agnostizismus) für 50%, also gleich hoch wie die der Nichtexistenz halten. Praktisch sind wir aber und also Atheisten (und auch Ateeisten), indem wir so leben, handeln, denken, fühlen etc., als gäbe es all dieses nicht.

      Ad 2: *seufz* Ich denke, die Definitionen sind klar und nur, weil es auch im Atheismus keine Sicherheit oder Beweise gibt, könnte der Unterschied zur Religion kaum größer sein. Atheismus ist so viel eine Religion, wie nicht Briefmarkensammeln ein Hobby, Gesundheit eine Krankheit oder “ungültig” eine Partei ist

      Und dann fand ich noch eine feine Ironie darin, daß Sie sich zwar zur Meinungsfreiheit bekennen, aber finden

      Einfach Blasphemie für “toll” zu halten ist einfach viel zu einfach und im Grunde sehr oberflächlich.

      Als gäbe es so etwas wie Blasphemie überhaupt und als hätte der heutige Tag einen anderen Zweck, als daran zu erinnern, daß die Meinungsfreiheit auch unliebsame, unbequeme und verletzende Meinungen schützt.
      Als “Blasphemie” werden Meinungen und Äußerungen, also Manifestationen des Gerbauchmachens von der Meinungsfreiheit bezichtigt, um ihnen eine ideologisch, politisch oder sonstwie gewollte Straffälligkeit und/oder Verwerflichkeit anzudichten und in einigen beklagenswerten Ländern schließt sich sogar die Gesetzgebung dem an. Wo aber der erste Riß – und sei er noch so winzig – in die Unantastbarkeit der Meinungsfreiheit eingedrungen ist, da werden andere ansetzen und weiterreißen.

      Der Aufsatz hier macht es sich vieeel zu einfach.

      Aufsatz ist vielleicht zu hoch gegriffen. Einfach (denn das ist es) nur der Wunsch, einen schönen “Blasphemie-Tag” zu verbringen.
      Auch Ihnen! In diesem Sinne 🙂

  2. #3 Toni
    30/09/2013

    AT 10. Jhr. v. Chr. – Prediger (Kohelet) Kapitel 3:

    “Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt — nur daß der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann.”

    Gruß

  3. #4 emreee
    30/09/2013

    Gott sei dank bin ich Atheist 😀

  4. #5 Bloody Mary
    30/09/2013

    @Dr. Huppertz
    Ich halte es für viel zu einfach und im Grunde sehr oberflächlich, Freiheitsrechte als eine “Art Religion” zu denunzieren.

    Es geht meines Erachtens darum, welche Weltanschaung den Menschen die größte Freiheit gibt, egal ob sie ihr zustimmen oder nicht.

    Egal, ob wir zustimmen oder nicht? H. d., die Art, wie wir zusammen leben (Praxis), ist nicht relevant, es gilt vielmehr, im akademischen Diskur zu verweilen (“verweile doch, du bist so schön”)?

    Ja, wer wie Cornelius argumentativ untermauert einen deutlich erkennbaren Standpunkt einnimmt, der macht es sich viel zu einfach (und ist auch doof, sollte er es auf Wählerstimmen abgesehen haben). Wollten Sie das zum Ausdruck bringen?

  5. #6 JaJoHa
    30/09/2013
  6. #7 nihil jie
    30/09/2013

    wir, Atheisten haben den begriff der Blasphemie nicht für sich reserviert. Blasphemie kann man eigentlich jedem vorwerfen der nicht zu der Glaubensrichtung gehört die einem gerade Blasphemie vorwirft. diese Bezeichnung ist eigentlich recht universell. Blasphemie kann man auch Menschen vorwerfen die anderen Glauben nachgehen als man selbst.

    für mich persönlich ist dieser Tag eigentlich eher ein Tag, an dem erinnert werden sollte, welche Auswirkungen der Vorwurf der Blasphemie in seiner Konsequenz in all den Zeiten auf alle betroffenen hatte. also eher nichts zum lachen. für mich persönlich eher ein Trauriger Tag als ein der Belustigung… natürlich abgesehen von den schönen und lustigen Cartoons, die Cornelius in seinem Artikel verlinkt hat 😉

  7. #8 Hobbes
    30/09/2013

    “weil es auch im Atheismus keine Sicherheit oder Beweise gibt, könnte der Unterschied zur Religion kaum größer sein.”

    Das stimmt so nicht. In vielen theologischen Lehren (auch Christlichen) wird ausdrücklich fest gehalten das der Mensch Gottes Plan (oder den Willen der Götter) niemals verstehen kann. In der Antike werden die Götter sogar häufig so beschrieben, dass deren Handlungen sogar kaum nachvollziehbar sind.
    “Die unsterblichen Götter haben nichts mit den Menschen, die auf Erden wandeln, gemein.” – Homer

    Letztlich wird nur deren Existenz als gegeben gesetzt, so wie es der Atheismus mit der Nichtexistenz tut.
    Ich würde Atheismus zwar auch nicht (immer) als “Religion” auslegen aber in einigen Fällen schon.
    Zum Beispiel wenn jemand von einem komplett deterministischen Universum ausgeht und seine gesamte Moral streng danach auslegt.

    Anders sieht es da hingegen wenn die eigene Moral “lediglich” auf den kantschen Imperativ aufbaut oder auf einer anderen Philosophie welche zwar ein Ziel hat, aber diese sich nicht aus einer letztendlichen Wahrheit sondern einfach selbst aus dem Ziel ableitet.

    Anmerkung:
    “Abscheu gegen Religionen” finde ich sehr schlecht gewählt. Es ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt bestimmte Aspekte einer Religion oder auch die ganze organisierte Vertretung dieser zu Verabscheuen. Aber gegen eine Religion an sich Abscheu zu empfinden geht meiner Meinung nach definitiv zu weit. Das ist Hetze und keine freie Meinung!

  8. #9 Waldschrat
    30/09/2013

    Ich unternehme mal den Versuch, Dr.Huppertz zu übersetzen, auch wenn mir ich mir angesichts der ausgelutschten “Atheismus ist auch eine Religion”-Behauptung mal wieder die Haare raufen möchte:
    Blasphemie kann ganz real Menschen verletzen, weil sie aus verschiedensten Gründen nicht dazu in der Lage sind, zwischen Angriffen auf ihre Person und Angriffen auf die ihnen verpasste Ideologie unterscheiden zu können.
    Die ihnen zugefügte Verletzung tut aber dennoch weh, und es reicht eben nicht zu sagen: “Lasst uns draufhauen, es ist unser gutes Recht!”. Mir wäre lieber, wir könnten uns auf ein strategisch wirksameres und sinnvolleres Vorgehen einigen, um Ideologien den Boden zu entziehen.
    Und dass “Atheisten sehr sehr intolerant” sein können, sehe ist auch so. Da ist das Verteidigen eines sehr persönlichen, zudem oft nicht sauber begründeten, Standpunktes dann unter Umständen plötzlich wichtiger als das behauptete Ideal. Manchmal braucht man manchen der atheistisch Bewegten nur ein paar wohlgewählte Brocken hinzuwerfen, und sie rasten schier aus, ohne Argumentationen überhaupt noch wahrzunehmen. Und nähern sich auf diese Weise unbewusst und ungewollt denen an, die sie bekämpfen möchten.
    Ich halte es für sinnvoll, zu versuchen, den Menschen zu sehen und auch zu schonen, wenn man persönlich mit ihm zu tun hat(wenigstens meistens) , und bin ansonsten sehr dafür, der Blasphemie freien Lauf zu lassen, ohne Rücksicht auf das, was man “religiöse” Gefühle nennt.
    Mir ist aber im direkten Kontakt, und ich wiederhole es, ein strategisch sinnvolles Vorgehen lieber als das Ausleben des persönlichen Furors.
    Ausrastende Atheisten sind eben nicht sympathischer als ausrastende Fanatiker: ich würde mich manchmal freuen, wenn manchmal etwas mehr auf die Außenwirkung geachtet würde.
    Es gibt nämlich kein wirksameres Mittel, ein Gegenüber zuverlässiger auf die Palme zu bringen, und Mitlesende oder -hörende zu überzeugen, als ruhig und stoisch zu argumentieren, wenn es angebracht ist.
    In dem Sinne: fröhliches Blasphemieren allerorten! Und ätzend und bissig sollte es schon sein, aber bitte mit Humor: denn genau der geht den Fantikern aller Couleur immer total ab.

  9. #10 Hobbes
    30/09/2013

    Kleiner Nachtrag:
    Vor weg: Das ist hier ist kein Vorwurf des Antisemitismus oder Ähnliches. Ich will damit nur zeigen wie Grenzwertig ein solcher Aufruf schon ist.
    “Ein Tag…an dem man sich ermutigt fühlen sollte….offen seine(n)… Abscheu gegen *das Judentum* …zum Ausdruck zu bringen”
    Sicherlich ist es unredlich einen Satz so zusammen zu kürzen und die Nazikeule raus zu kramen. Aber so wird ein solcher Satz von vielen gelesen. Viele Hetzschriften bedienen sich weit weniger klarer Worte. So etwas sehe ich auf keinen Fall mehr durch Meinungsfreiheit abgedeckt.

    Im Gesamtkontext wird der Satz natürlich entschärft, aber man sollte sich im klaren sein, welchen Kräften man Schützenhilfe leistet wenn man seine Worte so wählt und diese mit Verweis auf Meinungsfreiheit äußert.

  10. #11 Waldschrat
    30/09/2013

    P.S.: mit “Humor” meinte ich nicht, überall grinsende Emoticons zu verteilen, weil man meint damit irgendwas lustisch erscheinen lassen zu können.

  11. #12 nihil jie
    30/09/2013
  12. #13 wurmloch
    30/09/2013

    Ja, Manfred Deix (österreichischer Karikaturist) wurde tatsächlich 2009 von der kath. Kirche wegen “Verstoß gegen” §188 angezeigt:

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/12/12/lustig-machen-uber-gott-der-osterreichische-karikaturenstreit/

    Im Wissen über die Zahnlosigkeit von §188 hat sich die kath. Kirche zusätzlich dazu entschlossen eine Anzeige wegen NS-Wiederbetätigung gegen ihn einzureichen.
    Das nenn ich mal Selbstdemontage ersten Ranges…

    Letztlich alles im Sande verlaufen, aber unangenehm allemal.

  13. #14 Bloody Mary
    30/09/2013

    @Hobbes
    Weshalb ist es Deiner Meinung nach nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, Religion zu verabscheuen, sondern nur bestimmte Aspekte einer Religion? Wie begründest Du das?

    Weshalb ist es Hetze, totalitäre Ideologien abzulehnen? Häufig ist das Ablehnen einer Ideologie gerade nicht gegen die gerichtet, die dieser (mehr oder minder freiwillig) unterworfen sind.

    @waldschrat
    Dass Gläubige die Existenz (Anders-)denkender häufig als gegen sich gerichtet empfinden, ist so. Ebenso wie es mein und nicht Dein Problem ist, falls Du meine Vorliebe für die Farbe Lilablaßblau nicht teilen solltest, so werden auch Gläubige lernen müssen, mit abweichenden Meinungen zu leben.

    Beim Feiern des Blasphemietages geht es aber gar nicht um Kritik an Religion, sondern um das Feiern einer pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaft, die den politischen Herrschaftsanspruch von Religionen in die Schranken verwiesen hat. Gefeiert wird, dass es in Deutschland kein exklusives Sonderrecht mehr für Religiöse gibt, der Blasphemieparagraph wurde gestrichen.

    Wenn der Rechtsstaat gefeiert wird, scheint Dir das grundsätzlich nicht so gut zu gefallen, da angeblich „politisch unklug“ und “zu Intoleranz neigend”. Vielleicht freust Du Dich wenigstens darüber, dass er Dir die Freiheit gewährt, ohne negative Folgen für Dich Deine Position äußern zu können.

  14. #15 roel
    *****
    30/09/2013

    @Bloody Mary “der Blasphemieparagraph wurde gestrichen” Sind Sie sich da sicher?

  15. #16 roel
    *****
    30/09/2013

    @Bloody Mary siehe auch oben: “Und auch in Deutschland gibt es ja noch den „Gotteslästerungsparagraphen“ und Menschen mit Bestrebungen, diesen als Knebel wider unliebsame Äußerungen einzusetzen.”

  16. #17 DrBelbo
    30/09/2013

    Das erinnert mich daran, dass mir Frau Prof. Dr. U. R.-H. 45 Minuten lang am Telefon ihre Religionskritik erklärt hat (trug sie dabei ihr gefürchtetes türkis Jäckchen? Ich weiß es nicht…). Am Schluss entspann sich folgender kurzer Dialog:
    Sie: Und was sagen sie dazu?
    Ich: Frau Professor, wenn ich ihnen so zuhöre bekomme ich glatt Lust nochmal aus der Kirche auszutreten.
    Sie (jungmädchenhaft genant): Sie alter Charmeur kicher.

    Was das ganze mit dem Blasphemietag zu tun hat? Eigentlich nichts, ich wollte nur mal damit angeben, dass ich von U R.-H. eine “Privatvorlesung” bekommen habe.

    Ich persönlich bezeichne mich ja nicht als Atheisten oder Agnostiker, sondern als “religionsfrei”, denn seit ich aus der Kirche ausgetreten bin weiss ich (oder weiß ich?), was Freiheit bedeutet, ohne das Gängelband der Kleriker, das bis ins Schlafzimmer reicht. Jetzt kann ich endlich befreit durchatmen.

    So, jetzt gehe ich einen Bismarck-Hering essen, denn dem ollen Kanzler verdanken wir nicht nur Hering, Doppelkorn und Gunilla, sondern auch (die leider nunmehr underwanderte) Zivilehe und Kulturkampf.

  17. #18 Waldschrat
    30/09/2013

    Werte Wodkatomate,

    du darfst auch auf meinen Post eingehen. Du musst nicht jede Wortmeldung dazu missbrauchen, anderen über den Mund zu fahren und ihnen die Welt zu erklären.

    Manchmal habe sie nämlich mindestens genausoviel verstanden wie du.

  18. #19 DrBelbo
    30/09/2013

    Natürlich muss es “türkises” heißen und “unterwanderte”. Immer diese Temporärlegasthenie.

  19. #20 Silly Human
    30/09/2013

    Heute wäre ein guter Tag für die Pastafarians in ihr Glaubensbuch aufzunehmen, dass es eines jeden Pastafaris Pflicht ist andere Religionen zu beleidigen. Erfolgt dies nicht, wäre ist dies als Blasphemie gegenüber dem Spaghetti-Monster zu werten. 🙂

    Dann wäre ich mal gespannt, wie die Gerichte bei so einem Fall reagieren.

  20. #21 Struppi
    30/09/2013

    @Dr.Huppertz: Es fehlt ein Teil des Satzes, ich bin Agnostiker, weil “ich weiß es nicht und es ist mir auch egal” – der zweite Teil ist meiner Meinung nach der Entschiedende.

    Trotzdem halte ich Blasphemie für eine wichtige Errungenschaft und zeigt sie an welchem Punkt eine Gesellschaft steht.

  21. #22 Toni
    30/09/2013

    @ DrBelbo

    Meinen Sie Frau Uta Ranke-Heinemann?

    Also theologischen “Tiefgang” habe ich von der guten Frau (kenne sie nur aus Fernsehauftritten) noch nie vernommen. Ihre Auftritte hinterließen bei mir vielmehr jedesmal den Eindruck, als ob diese Frau einen “Vollschlag” hätte.

    Alleine ihr ewiges Geplärre um die “Jungfrauengeburt” geht einem schon unheimlich auf den Zeiger. Entweder man kann Jesus als Gottessohn glauben, dann wäre es vollkommen durchgeknallt und pervers, wenn Gott dazu des “Schwanzes eindes dahergelaufenen Hanswurstes” bedurft hätte, oder aber man glaubt es halt nicht – auch gut bzw. schlecht. Aber immer dieses bescheuerte Gewäsch, wonach dies ein moderner Mensch nicht mehr glauben könne und gar noch gegen “die heiligen und unabänderbaren Naturgesetze” verstossen würde ist unterirdisch und eine Beleidigung für jede Form von Intellekt.

    Gruß

  22. #23 Hobbes
    30/09/2013

    @Bloody Mary:
    Nehmen wir mal ein anderes Thema als Religion.
    Z.B. Homosexualität: (Oder “Kulturfremde”)
    Jeder hat das Recht das Ausleben dieser Neigung “abscheulich” zu finden. Auch hat jeder das Recht bestimmte Praktiken, die dem Klischee nach dort verstärkt betrieben werden “abscheulich” zu finden. Aber ein Aufruf das: “Die Leute sich dazu ermutigt fühlen offen ihre Abscheu gegenüber Homosexualität zum Ausdruck zu bringen.”
    Das geht dann meiner Meinung nach zu weit. Zumal das wage “zum Ausdruck bringen” auch einen breiten Interpretationsraum offen lässt.

    Auf Grund des Kontextes ist zwar klar, wie der Satz gemeint ist, aber wenn ich so etwas von jemanden “rechts außen” lesen würde, würde mir dies sauer aufstoßen. Da ich aber nicht gewillt bin jemanden mehr Meinungsfreiheit zu zu gestehen nur weil ich die Meinung teile, muss ich ganz klar sagen: Ich kann nicht bei einer Person die schlimmst mögliche Intention annehmen und bei einer anderen nicht.

    Zu den totalitären Ideologien: Es ist eben die Verallgemeinerung “Abscheu gegen Religionen” (Und nicht nur gegen bestimmte Aspekte, wie im zweiten Teilsatz) der eben nicht gegen das totalitäre sondern gegen das generelle zu Felde zieht.
    Sonst ergibt es nur Sinn wenn man das totalitäre als systemimmanent für Religionen ansieht. Das halte ich aber für eine böse Unterstellung.

  23. #24 Dr. Webbaer
    30/09/2013

    So ein Blasphemie-Tag ist leider wichtig.

    Zum bundesdeutschen Blasphemie-Paragraphen vielleicht noch:
    -> http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__166.html

    Hier hat man ca. um 1969 die Einschränkung ‘geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören’, doppelt hinzugebaut.
    Und hatte dann erst mal Ruhe, weil Christen diesen idR nicht stören, auch wenn sie beleidigt werden.

    Wobei das Konstrukt aber höchst zweifelhaft ist, denn wird dieser ‘öffentliche Frieden’ durch Fanatiker faktisch gestört, hat die Rechtspflege immer noch einzuschreiten.

    Köstlich waren übrigens die Reaktionen in D, als in Bengasi eine salafistische Gruppe den amerikanischen Botschafter und vier weitere Personen tötete und das Motiv für diesen terroristischen Akt, möglicherweise taktisch und dem amerikanischen Wahlkampf geschuldet, in jedem Fall aber fälschlicherweise, einem “blasphemischen” Mohamed-Film zugewiesen worden ist.

    Wie hat hier die Politik reagiert?:
    – in Amerika: ‘The future must not belong to those who slander the prophet of Islam’ (Obama)
    -.in D: Er [Westerwelle] sei der Überzeugung, ‘dass die Beleidigung von anderen Religionen nicht nur dem Strafgesetzbuch nach untersagt ist, sondern dass das auch eine Frage der Wahrung der öffentlichen Ordnung und auch des öffentlichen Friedens ist.’
    Andere bundesdeutsche Politiker wollten den §166 StGB gleich wieder geschärft sehen.

    MFG
    Dr. W

  24. #25 Toni
    30/09/2013

    Hören wir mal noch was in der Bibel zum Thema steht:

    AT

    “Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; sie macht alle einsichtig, die sie befolgen. Sein Ruhm bleibt ewiglich bestehen.“ (Ps 111,10)

    “Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten nur die Narren.” (Sprüche 1,7)

    Und Jesus zum Thema im Neuen Testament – Markus 3,28 – 30:

    “Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben, auch die Lästerungen, wie viel sie auch lästern mögen;
    29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig.
    30 Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.”

    Erklärung dazu:
    Jesu hatte zuvor in einer Synagoge, in Gegenwart vieler Feinde von ihm (Schriftgelehrten die aus Jerusalem gekommen waren), einen Menschen geheilt, worauf seine Feinde erklärten, er hätte mit Hilfe von “Beelzebub” geheilt bzw. die “unreinen Geister” ausgetrieben.

    Sie führten also das Gute = die Heilung auf das Böse zurück, verleumdeten dadurch Gott und erklärten die gute Tat für schlecht.

    Das nennt Jesus die “Lästerung wider den Heiligen Geist”. Sie waren Augenzeugen des guten das der Hl. Geist durch ihn bewirkt hatte und lästerten ihn trotzdem (willentlich und wissentlich). Jesus sagt – diese Lästerung wird in Ewigkeit nicht vergeben werden. Aus einer anderen Textstelle geht sogar hervor, daß diese Sache an “sein Zeitalter” gekoppelt gewesen sein könnte.

    Gruß

  25. #26 peer
    30/09/2013

    Ich halte die Aktion ebenfalls für oberflächlich, weil so getan wird, als würde es ohne Religion keine Fanatiker geben, als wäre es ohne Islam nicht zu Ausschreitungen gekommen.
    Das ist schlicht falsch.
    Wenn Armut, soziale Ungerechtigkeit etc. im Spiel ist, finden Demagogen immer etwas, um den Volkszorn zu schüren, z.B. Homosexualität (auch da gibt es eine Reihe von Gesetzen gegen, zumindest im Ausland) oder Rassismus. Ist “Patriotismus” eine Religion? Viele Staaten verbieten das Zerstören von Staatssymbolen (z.B. Flaggen oder Geld), was ebenfalls dem Recht der Meinungsäußerung wiederspricht. Und es ist gut vorstellbar, dass die gleichen Leute, die “wegen Diffamierung des Islams” wegen “Diffamierung des Staates/der Ethnizität” zu Gewalt aufrufen, bzw, tun das schon (gegen die USA z.B.).

    Ein Blasphemietag mag ein netter Gag sein, aber “notwendig” ist der sicher nicht. Wer meint, die Religion sein die Wurzel der genannten Probleme und mit der Beleidugung, Lächerlichung, Abschaffung derselben wäre irgendwetwas gelöst, macht sich was vor. Letztlich erscheint mir die Sache ein bisschen auf dem Level “Wir sind besser als die. Haha!” zu sein, was sicherlich keinen einzigen positiven (aber einige negative) Effekte haben wird, Aber schön, dass wir so überlegen darüber gesprochen haben…

    Und das Schreibe ich durchaus als jemand, der keiner Religion angehört 🙂

    • #27 Cornelius Courts
      30/09/2013

      weil so getan wird, als würde es ohne Religion keine Fanatiker geben,

      was kein Grund ist, sich nicht an religiösen Fanatikern zu stören.

      als wäre es ohne Islam nicht zu Ausschreitungen gekommen.

      Äh? Du meinst, ohne Islam wäre es auch zu Ausschreitungen wegen Karikaturen des islamischen Propheten gekommen? Ich glaube eher nicht.

      Ein Blasphemietag mag ein netter Gag sein, aber “notwendig” ist der sicher nicht. Wer meint, die Religion sein die Wurzel der genannten Probleme und mit der Beleidugung, Lächerlichung, Abschaffung derselben wäre irgendwetwas gelöst, macht sich was vor.

      Ein Blasphemie-Tag ist genauso notwendig, wie alle anderen Welt-XY-Tage, z.B. der Welternährungstag, an denen irgendein Mißstand in Erinnerung gerufen und zu Beiträgen zur Abhilfe aufgerufen wird. Beim Blasphemie-Tag geht es eben nicht um das Verspotten von Religion, sondern um die Möglichkeit und Freiheit, Religionen (und jede andere Vorstellung oder Weltanschauung) ungestraft verspotten/kritisieren zu dürfen. Du kannst Dich also durchaus auch beteiligen, indem Du, statt “blasphemisches” zu äußern (wenn Dir das zu gemein/arrogant erscheint), dafür demonstrierst, daß man sich blasphemisch äußern darf (und auch dafür würdest Du in bestimmten Ländern bereits liquidiert).
      Während Religion sicher nicht das einzige Übel auf der Welt ist, zählt sie doch zweifellos zu den großen Übeln und wer meint, das sei nicht so, macht sich was vor.

  26. #28 Toni
    30/09/2013

    @ Peer

    Vollkommen dakor.

    Hier hat jemand zumindest schon mal kapiert, daß wir in einer “gefallenen” Welt Leben in der das Böse ein allgegenwärtiges Grundproblem des Menschen ist, daß ein Paradies auf Erden auf ewig ausschließt.

    Eines stimmt aber auch – es gibt Ideologien, Weltanschauungen, Philosophien, Religionen ect., welche dem Menschen zum Gutsein animieren und andere welche eher den Unfrieden befördern.

    Leider zählt die Politreligion-/Ideologie Islam für mich glasklar zu Letzterem.

  27. #29 Olaf
    Dortmund
    30/09/2013

    Für die einen ist es Blasphemie, für die anderen kritischer Dialog, Satire, Wissenschaftliche Methode, Spaß oder einfach nur Kunst.

  28. #30 Bloody Mary
    30/09/2013

    @Webbär
    Vielen Dank für Ihre Ausführungen zum § 166 StGB. Was hab ich da nur für einen Blödsinn dazu geschrieben („ist gestrichen“), so gehen mir die wunschgedanklichen Pferde vergleichsweise selten durch.

    @Hobbes
    Wie Du denke ich, dass Meinungsfreiheit nicht bedeutet, dass alle meine Meinung haben dürfen. Was an Deinem Homosexualitäts-Beispiel aus meiner Sicht hinkt, ist, dass sich Homosexuelle niemals in der Geschichte angemaßt haben, alle anderen nach Ihrer Pfeife tanzen zu lassen und zu unterdrücken auf Grundlage angeblich göttlicher Weisungen. Tatsächlich war es gerade umgekehrt: die Bibel ruft zur Ermordung von Schwulen auf, was deutlich über die Äußerung von Abscheu hinausgeht. Diese robuste Problemlösungsstrategie (welches Problem haben die Bigotten eigentlich?) spiegelt sich bis in die kontemporäre Gesetzgebung Europas, der § 175 StGB wurde in Deutschland erst 1994 abgeschafft. In vielen Ländern der Welt ist es vor allem für Männer bis heute lebensbedrohlich, offen homosexuell zu sein.

    Insofern verdreht Dein Beispiel also genau die Rollen von institutionalisierter Religion und deren Opfern. Und wenn unter Berufung auf Gott und höhere Moral zum Schwulenhass (der sich gegen Individuen, und nicht Ideen richtet) aufgestachelt wird, finde ich das eben abscheulich. Gotteslästerlich („blasphemisch“) kann meine Abscheu gegen politische Machtansprüche stellende Religionen schon deswegen nicht sein, weil deren Aufstachelung zum Hass reines Menschenwerk ist.

    Da man einer Ideologie ja schlecht den Hals umdrehen kann, musst Du Dir auch keine Sorgen um Ihre persönliche Sicherheit machen 🙂 Abscheu gegen eine Ideologie zum Ausdruck bringen, heißt, sich gegen diese auszusprechen (Ideen, nicht Menschen).

    Sonst ergibt es nur Sinn wenn man das totalitäre als systemimmanent für Religionen ansieht. Das halte ich aber für eine böse Unterstellung.

    Verstehe und toleriere ich, habe aber eine andere Meinung dazu, was diejenigen Religionen betrifft, die gesellschaftspolitischen Machtanspruch stellen.

    @waldschrat
    Ich bin auf Ihr Post eingegangen, wenn auch nicht zustimmend. Dass Ihnen das im höchsten Maße missfällt, trifft mich nicht überraschend. Es geht mir auch diesmal nicht darum, an Ihrem Nimbus als Hüter der Wahrheit zu kratzen, sondern ich möchte endlich mal ARGUMENTE von Ihnen hören. Ach so, Sie haben ja keine, Verzeihung (höflich und gottesfürchtig genug formuliert für Ihre Bedürfnisse?).

  29. #31 DrBelbo
    30/09/2013

    @Toni, so geht’s mir auch, wenn ich Ihre Kommentare lese, also gleicht sich das doch auch irgendwie wieder aus.

  30. #32 Dr. Webbaer
    30/09/2013

    Ich halte die Aktion ebenfalls für oberflächlich, weil so getan wird, als würde es ohne Religion keine Fanatiker geben, als wäre es ohne Islam nicht zu Ausschreitungen gekommen.
    Das ist schlicht falsch. (peer)

    Sie müssen sich antireligiöses Verhalten nicht als umfänglich vorstellen, selbstverständlich existiert noch andere und vergleichbare Notwendigkeit.

    Es gibt also ergänzend zur Religionskritik Problemstellungen, die an anderer Stelle offen gelegt, wie bearbeitet werden.
    Typischerweise im Sinne der Aufklärung.
    Aber eben an anderer Stelle.

    MFG
    Dr. W

  31. #33 Hobbes
    30/09/2013

    “Verstehe und toleriere ich, habe aber eine andere Meinung dazu, was diejenigen Religionen betrifft, die gesellschaftspolitischen Machtanspruch stellen. ”

    Nein, das ist die Selbe Meinung. Die Auslegung der Religionen mit gesellschaftspolitischen Machtanspruch darf man verachten. Denn immerhin handelt es sich hierbei um aktiv handelnde Organisationen.

    Anders sieht es jedoch aus wenn man per se jegliche nicht auf Vernunft basierende Grundlage verachtet.
    Sprich ich halte es für falsch Bedürfnisse oder Emotionen zu verachten, nur weil sie irrational sind. Wie man diese dann jedoch Auslebt kann natürlich verachtenswert sein. Gerade wenn die Interpretation in Richtung “absolute Wahrheit” und nicht in Richtung “hilfreiche Gleichnisse” geht, brauch man selten noch mehr Infos dafür.

    • #34 Cornelius Courts
      30/09/2013

      Sprich ich halte es für falsch Bedürfnisse oder Emotionen zu verachten, nur weil sie irrational sind. Wie man diese dann jedoch Auslebt kann natürlich verachtenswert sein. Gerade wenn die Interpretation in Richtung “absolute Wahrheit” und nicht in Richtung “hilfreiche Gleichnisse” geht, brauch man selten noch mehr Infos dafür.

      Eine wichtige Unterscheidung, die ich selber auch stets vornehme: ich unterscheide strikt zwischen Glaube und Religion. Ich habe Verständnis für das Bedürfnis nach Glaube und der Geborgenheit oder dem Trost, den viele Menschen darin finden mögen und darüber spotte ich nicht, wenngleich ich dieses Bedürfnis nicht teile und außerdem die damit oft einhergehende Bereitschaft, Dinge ohne Evidenz zu glauben und für wahr zu halten, extrem problematisch finde. Damit sollte aber der Glaube etwas zutiefst intimes und privates sein, das niemanden außer den Glaubenden selbst etwas angeht. In dem Moment aber, da ein Gläubiger meint, aufgrund seiner irrationalen Vorstellungen Anspruch auf irgendetwas anderes in der Welt, z.B. Sonderrechte oder Verfügungsgewalt über andere Menschen, zu haben, endet meine Zurückhaltung!
      Auch die Inhalte einer Glaubensvorstellung genießen keinen Schutz. In dem Moment, da ein Gläubiger sie offenbart, setzt er sie auch der Kritik und dem Spott aus; Kritik und Spott also darüber, woran und nicht daß er glaubt.
      Religion, schließlich, also die Systematisierung, Formierung oder sogar Institutionalisierung (und damit Nutzbarmachung und Ausnutzung) von Glauben bzw. dem Bedürfnis danach, halte ich immer für etwas schlechtes.

  32. #35 Toni
    30/09/2013

    @ Dr. Belbo

    Das Problem ist, daß Frau Ranke-Heinemann eine zeitlang permanent in allen Fernsehstudios saß, während ich “bibeltreue” Christen dort noch nie gesehen habe (immer nur entweder irgendwelche Pfarrer/Bischöfe die zum jeweiligen Thema gänzlich inkompetent/überfordert wirkten oder aber liberale “Theologen” bei den die Bibel den selben Status hat, wie bei vielen Atheisten hier im Forum und die den Kritikern in allem Recht geben).

    Insofern gleicht sich da leider gar nichts aus und kann man die immer gleichen stinklangweiligen Fernsehsendungen zu solchen Themen auch komplett vergessen…..

    Gruß

  33. #36 peer
    30/09/2013

    @Webbär: Aber so einfach ist die Trennung i.A. nicht. Das fängt mit dem Judentum an – das ist sowhl eine Ethinzität als auch eine Religion. Da blasphemisch zu sein oder antisemitsch wird nicht einfach. Außerdem sind nun mal viele Kuturelle Dinge eng mit Religion verknüft – Ist Grabschändung Blasphemie? Naturwissenschaftlich dürfte das ja unbedenklich sein…

  34. #37 Dr. Webbaer
    30/09/2013

    @ Hobbes:

    Anders sieht es jedoch aus wenn man per se jegliche nicht auf Vernunft basierende Grundlage verachtet.
    Sprich ich halte es für falsch Bedürfnisse oder Emotionen zu verachten, nur weil sie irrational sind.

    Ist eine Einstellung irrational, beruft sich sogar mit einem gewissen Stolz auf die Unvernunft, ist sie verachtenswert – für diejenigen die die Vernunft achten.

    Sie könnten dies auch schnell gedankenexerimentell verifizieren.
    Was explizit ‘nicht auf Vernunft basierend’ ist, ist wahnsinnig.

    Demzufolge dichten sich in der Regel anspruchsvollere Religionen zumindest dahingehend ab, dass sie konsistent bleiben, zumindest im Sinne von Es-Gibt-Sätzen.

    HTH
    Dr. W

  35. #38 Dr. Webbaer
    30/09/2013

    Das fängt mit dem Judentum an – das ist sowhl eine Ethinzität als auch eine Religion. Da blasphemisch zu sein oder antisemitsch wird nicht einfach

    Der Schreiber dieser Zeilen, der nicht jüdisch ist, aber viele kennt, sieht hier auch eine Problematik, die nicht leicht aufzulösen ist, bestenfalls vielleicht in der Trennung von Religions- und Volksträger [1].

    MFG
    Dr. W

    [1] sofern dies noch erlaubt ist

  36. #39 Bloody Mary
    30/09/2013

    @peer

    „Außerdem sind nun mal viele Kuturelle Dinge eng mit Religion verknüft – Ist Grabschändung Blasphemie?“

    Inwiefern ist Grabschändung eine eng mit Religion verknüpfte Praxis? Diese religiöse Strömung kenn ich noch gar nicht. Grabschändung fällt rechtlich nicht unter Gotteslästerung, sondern unter Vandalismus und Störung der Totenruhe. Und Du hast Recht, naturwissenschaftlich ist das nicht bedenklich, aber strafrechtlich.

    fängt mit dem Judentum an – das ist sowhl eine Ethinzität als auch eine Religion. Da blasphemisch u sein oder antisemitsch wird nicht einfach.

    Sieht so aus, als ob antisemitisch-sein ganz einfach wäre, blasphemisch-sein schon schwerer, da es keinen Gott gibt.

    Und selbstverständlich sind die Gewalttätigkeiten der ultra-orthodoxen Juden gegen ihre moderaten und säkularen Mitbürger ein Thema in Israel. Weshalb sollte extremistischer Terror nicht als solcher wahrgenommen werden dürfen, sobald er jüdisch, christlich oder muslimisch rechtfertigt wird?

  37. #40 peer
    30/09/2013

    @bloody Mary: Soso, “Störung der Totenruhe” soll nicht religiös motiviert sein? Die Toten kann man nicht stören, die sind tot. Alles was auf deren Befindlichkeiten Rücksicht nimmt, hat also per Definition Glaubensgründe. Wenn es also um das Recht von Blasphemie geht, fällt da das Recht auf Grabschänderei auch drunter, oder nicht?
    Was ich damit sagen will, ist eigentlich nur folgendes: Es ist einfach Blasphemie zu fordern und damit zu _meinen_ es beträfe nur doofe Islamisten und Katoliken und so. Doch es muss einen klar sein, was man noch alles fordert.

    bzgl. Judentum. Ähm, es sollte eigentlich heißen: “Da blasphemisch zu sein _ohne_ antisemitsch zu werden wird nicht einfach.”

  38. #41 DrBelbo
    30/09/2013

    @Toni, ich hatte mich eigentlich auf Ihre Aussage
    Ihre Auftritte hinterließen bei mir vielmehr jedesmal den Eindruck, als ob diese Frau einen “Vollschlag” hätte.
    bezogen.
    So, jetzt höre ich auf zu füttern und hole mir eine leckere Gerstenkaltschale und freue mich des Lebens.

  39. #42 Bloody Mary
    30/09/2013

    @peer
    Das StGB kennt sogenannte Religionsvergehen:
    • § 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
    • § 167 Störung der Religionsausübung
    • § 167a Störung einer Bestattungsfeier
    • § 168 Störung der Totenruhe

    § 166 bedeutet, dass ich nicht sagen darf, was ich über Religionen denke und diese nicht kritisieren darf (§167, §167a und §168 tun so was nicht).

    Das Problem ist also der Paragraph §166, der sogenannte Blasphemieparagraph. Er beschneidet nicht nur mein Recht auf Meinungsfreiheit, sondern sagt einschränkend, nur, wenn meine Kritik geeignet ist, „den öffentlichen Frieden zu stören“ (wenn sich also bestimmte Leute lauthals über mich aufregen), werde ich bestraft. Also nur, wenn eine religiöse Gruppierung entsprechend aggressiv auf meine Kritik reagiert.

    Wenn ich sage, „Peer guckt komisch“ und Du schaust mich nur traurig an, war es keine Beleidigung – wenn Du mir eine reinhaust, war es eine Beleidigung. Es ist fragwürdig, dass erst in Abhängigkeit von Deiner Reaktion entschieden wird, ob meine Meinung jetzt „Peer-Lästerung“ war oder nicht. Denn tatsächlich lässt sich schon vorher ganz präzise festlegen, was eine „Beleidigung“ ist, im § 185 StGB ist das geregelt.

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung auszuhebeln geht gar nicht in einer freiheitlichen Demokratie. Und (beliebig dehnbare) Sondergesetze extra nur für religiöse Gemeinschaften in Kraft zu setzen geht noch viel weniger.

  40. #43 DF
    Burbach
    30/09/2013

    Religion ist keine Weltanschauung, sondern eine Form der Unterdrückung des Individuums. Kirchen benutzen die Religion, um die Gläubigen zu gängeln und Macht über sie auszuüben. Mehr gibt es da nicht festzustellen.

  41. #44 Porzellan
    01/10/2013

    Religionsphobie hat so was wenig Konstruktives. Wie die PorNo Kampagne der Emma. Es ist vor allem unlogisch, weil die richtige Alternative wäre doch der Ruf nach besserem/r (Nachfrage besteht ja).

    Man müsste doch die positiven Folgen der Religion irgendwie nutzbar machen. Habe neulich mit einer evangelikalen (?) Christin gesprochen, die ich von früher her kenne. Die war immer sehr depressiv, heute ist davon wenig zu sehen. Natürlich wird man schnell sagen, das es daran liegt, das sie jetzt viele soziale Kontakte hat, dazu das gemeinschaftliche Singen und die tätige Nächstenliebe. Nur, es hilft ja nix. Es ist das gleiche, was wir früher bei “Spontanheilungen” gesehen haben, wo die Schulmediziner nicht erklären konnten und das deshalb (wohl aus gekränkter Eitelkeit) schnell beiseite geschoben haben.
    Dauerhafte und belastbare Beziehungen zu schaffen, ist echt schwierig. Wenn es denn hilft, das man einen unsichtbaren Dritten dazunimmt, dann ist das erstmal so. Wer nix besseres anzubieten hat… . Ich würde niemandem abraten, sich einer christlichen Gemeinschaft anzuschließen (nicht unbedingt den offiziellen).

    Abraten sollte man hingegen vom Islam. Hier gibt es mal eine wissenschaftliche Untersuchung (keine Polemik!) von einem Psychologen, recht bekannt mittlerweile.

    http://www.jihadwatch.org/2013/09/nicolai-sennels-psychology-why-islam-creates-monsters.html

  42. #45 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    01/10/2013

    Ich hoffe ein Mohammed aus Schweinehack http://demystifikation.wordpress.com/2013/09/30/einen-frohlichen-blasphemietag-und-eine-gottliche-fugung/ ist blasphemisch genug, um hier verlinkt zu werden, ebenso wie Katzen, die den Leib Christi verspeisen: http://demystifikation.wordpress.com/2013/08/19/blasphemic-lolcat-i-ii/

    Wahrscheinlich wird das in 3-5 Jahren ein Hatecrime sein, und dank der Spionage der NSA wird man auch in Jahrzehnten wissen, wer sich wann schuldig gemacht hat. Beim Beschneidungsparagraphen haben wir ja schon gesehen, wie die Religionen beschützt werden, bei gleichzeitiger Leugnung, dass dies den Religionen zuliebe geschähe.

  43. #46 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    01/10/2013

    @Porzellan: Was für ein Blödsinn! Eine Verwandte von mir ist auch depressiv, und während sie frommer und frommer wurde hat sich ihre Gesundheit dadurch nicht verbessert – es ist schlimmer geworden. Aber dadurch? Woher wissen Sie das?

    Post hoc, ergo propter hoc?

    Als radikaler Atheist halte ich auch die Totenruhe für wünschenswert. Es hilft der Würde der Lebenden zwar nicht direkt, wenn man die Toten würdevoll behandelt, aber wenn man einen Puffer um den Menschen insgesamt aufbaut und Tabus etabliert kann das auch den Lebenden zu gute kommen,.

  44. #47 Toni
    01/10/2013

    @ Bloody Mary

    Ich gebe vollkommen zu, daß ein § 166 das Potential hat mißbraucht zu werden und die Meinungsfreiheit evtl. sogar berechtigte Kritik z.B. am Islam zu unterdrücken / zu verhindern.

    Insofern bin ich wohl auch eher für dessen Abschaffung (ohne groß weiter darüber nachgedacht zu haben).

    Das ist dann aber keine Einbahnstrasse!

    In der EU laufen schließlich auch Bestrebungen jede Kritik an der Homosexualität verbieten zu wollen.

    Hier stellt sich die Frage, wielange die Bibel, welche praktizierte Homosexualität Sünde nennt (weil gegen die biblische Schöpfungsordnung Gottes gerichtet), noch öffentlich gelesen werden darf…..

    Auch dieser Form der Meinungsfreiheit droht in der aufziehenden EUDSSR längst ein Maulkorb.

    Und komm mir jetzt bitte nicht wieder damit, daß die Bibel die Tötung von “Schwulen” fordern würde, was insofern nicht stimmt, als der alte Bund seit 2000 Jahren aufgehoben ist…….

    Gruß

  45. #48 DrBelbo
    01/10/2013

    Wir verstehen, daß der Primitive einen Gott braucht als Weltschöpfer, Stammesoberhaupt, persönlichen Fürsorger. Dieser Gott hat seine Stelle hinter den verstorbenen Vätern, von denen die Tradition noch etwas zu sagen weiß.
    Der Mensch späterer Zeiten, unserer Zeit, benimmt sich in der gleichen Weise. Auch er bleibt infantil und schutzbedürftig auch als Erwachsener; er meint, er kann den Anhalt an seinen Gott nicht entbehren.
    S. Freud, Der Mann Moses und die monotheistische Religion

  46. #49 peer
    01/10/2013

    §166 verstehe ich schon, ich sehe den eher abschaffungswürdig, weil der eh nicht benutzt wird – oder kam der in den letzten 30 Jahren zur Anwendung? “Störung öffentlicher Ruhe” ist schon eine relativ hohe Hürde, höher jedenfalls als du sie darstellst. Ich denke hier geht es um solche Aktionen wie die öffentliche Koranverbrennung die dieser amerikanische Priester letztes Jahr (?) zelebrieren wollte.

  47. #50 Toni
    01/10/2013

    Übrigens liebe Evolutionisten, was die Evolution so alles zustande bringt ist schon erstaunlich….

    Habe mir gerade eben diesen Streifen aus der Doku Serie “Alarm im Cockpit” angeschaut, wo sich ab Min. 15 wiedermal ein Passagier der aus der Havarierten Maschine gerissen wurde im Moment des Todes bei seiner Mutter im Traum verabschiedete. Als die Mutter am nächsten Morgen von den Problemen einer Maschine aus dem Radio erfuhr, wußte sie sofort, daß ihr Sohn längst Tod ist…..

    http://www.youtube.com/watch?v=CbAA9zVgMe4

    Einer von vielen ähnlich gelagerten Fällen……

    Gruß

  48. #51 Lupo
    01/10/2013

    Ich hätte mal einige grundsätzliche Fragen :

    1. Woran erkenne ich Blasphemie bei mir selbst ?

    Mag sich seltsam anhören, ist aber Ernst gemeint. Zur Erklärung :
    Ich bin Atheist in dem selben sinne wie andere Leute nichtraucher sind. ( ich hab nie, ich wollte nie, ich hab keine ahnung wie es mit ist. ) Daher ist es für mich schwierig bis unmöglich abzuschätzen wann und durch was Religiöse gefühle verletzt werden.

    2. Ist es möglich sich positiv Über Gott X zu äußern ohne Gott Y ( bzw dessen Anhänger ) zu beleidigen ?
    Auf Grund des permanenten Streites zwischen den Religionen welcher der imaginären Freunde den nun der Beste ist, sehen Gläubige positive Bemerkungen ( oder das was sie dafür halten ) scheinbar häufig als herabsetzung Ihres jeweiligen Gottes.Von daher wäre die einzige aus meiner sicht Logische und Definitiv für niemanden beleidigende Lösung sich gar nicht über Götter zu äußern. (was nicht heißt das dies der Weg meiner Wahl ist. )

    3. Wie umgehen mit Glauben als schutzbehaubtung ?

    Häufig wird Religion als “Stützkorsett” für die eigene Weltanschauung genutzt und Argumente gegen diese Weltanschauung als Angriff auf den Glauben verstanden ( Beispiel sie #47 ). Wäre daher ein Schutz vor Angriffen auf den Glauben nicht gleichbedeutend mit einem Schutz vor Meinungen, vom Weltbild des Gläubigen abweicht ?

  49. #52 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    01/10/2013

    @Lupo:
    Du bist recht sicher vor unabsichtlicher Blasphemie aus dem gleichen Grund, aus dem Leute die keine Ahnung von Fußball, Computern oder Katzen keine guten Witze über Fußball, Computer oder Katzen machen.

    Man muss den Gegenstand schon ein gutes Stück weit kennen, um die Schwachpunkte zu finden und so anzugreifen, dass sich der Betroffene verletzt fühlt.

    Deswegen gibt es die meisten Vorwürfe der Blasphemie auch von Gläubigen untereinander die nur unterschiedlich orthodox sind.

    Natürlich findet ein blindes Huhn auch mal ein Korn – wenn Du zufällig irgendwo Anstoß erregst: Teil es uns mit, damit wir was zu lachen haben, und es mit Absicht weitertragen können.

  50. #53 Bloody Mary
    01/10/2013

    Glaube ist die Suche nach Gott und nicht die Instrumentalisierung von Religion zu politischen Zwecken. Religion dient häufig auch der ethnisch/nationalen Abgrenzung und Identitätsbildung. “Religiöse” Gefühle, Vandalismus und mörderischer Terror haben in keinster Weise mit Glauben zu tun.

    Ich bin dafür, zweifellos vorhandene, gravierende Unterschiede zwischen den Menschen wahrzunehmen (und darüber nachzudenken), aber trotzdem nach dem GEMEINSAMEN zu suchen und sich darauf zu konzentrieren.

  51. #54 Bloody Mary
    01/10/2013

    Noch was, weltweit sind die meisten Opfer muslimischen Terrors – Muslime! Religiöse Extremisten kommen eben nicht so gut klar damit, wenn sich jemand auf eine andere Weise als sie die Nase putzt, dass dieser Unreine sterben muss, ist ja selbsterklärend.

    Wer hier möchte auf welcher Grundlage abstreiten, dass es der politische Islam (und nicht das Juden- und Christentum) ist, der momentan virulent ist: schon mal von Schabbes-Milizen oder den Jesus-Cheeses gehört, die gemeinsam mit britischen Paßinhabern eine afrikanische Shoppingmall in Atem halten und alles abschlachten, was sich bewegt?

  52. #55 SwA
    04/10/2013

    @ Bloody Mary
    Doch, ich will bestreiten, dass der “muslimische Terror” derzeit virulent ist.
    Wirklich virulent ist der christliche Terror. Oder meinst du Angriffskriege gegen muslimische Länder, die nie auch nur in der Nähe waren den Westen anzugreifen, wäre kein Terror?
    Das politische Christentum bombardiert halt eher, als mit ner AK ins Einkaufszentrum zu laufen.
    Dass du das vielleicht nicht so siehst liegt wohl daran, dass wir hier in Deutschland wenig probleme mit denen haben, wir haben sie weitestgehend zurückgedrängt. In den Staaten sieht das ganz anders aus.

  53. #58 Dr. Webbaer
    08/10/2013

    §166 verstehe ich schon, ich sehe den eher abschaffungswürdig, weil der eh nicht benutzt wird – oder kam der in den letzten 30 Jahren zur Anwendung? “Störung öffentlicher Ruhe” ist schon eine relativ hohe Hürde, höher jedenfalls als du sie darstellst. Ich denke hier geht es um solche Aktionen wie die öffentliche Koranverbrennung die dieser amerikanische Priester letztes Jahr (?) zelebrieren wollte.

    Und so eine Koranverbrennung geht ja gar nicht.

    Die im Zitat angesprochene Hürde ist übrigens gar nicht so hoch [1], es muss sich nur ein Mob finden, der die sogenannte öffentliche Ruhe stört – und, Zack!, greift der §166 StGB wieder: bei anderen.

    Das rechtliche Konstrukt um den §166 ist Murks, es ist deshalb dringend an der Zeit dies öffentlich anzumängeln.
    Es fehlte, wie oben beschrieben beim Bengasi-Attentat, nicht mehr viel und man wäre in D zugeschritten:
    den §166 wieder zu verschärfen.

    BTW, heutzutage kann die staatliche Verwaltung Blasphemie auch vorab im Sinne der Gefahrenabwehr verbieten und entsprechend einknasten. Das wissen viele nicht, werden sie aber beizeiten zu lernen haben.

    MFG
    Dr. W

    [1] es gab immer gelegentliche Urteile wegen dann strafwürdiger Blasphemie in D

  54. #59 s.s.t.
    09/10/2013

    Dr. Webbaer

    [1] es gab immer gelegentliche Urteile wegen dann strafwürdiger Blasphemie in D

    Rechtsprechung zu § 166 StGB
    37 Entscheidungen zu § 166 StGB in unserer Datenbank.

    http://dejure.org/gesetze/StGB/166.html

  55. #61 Anonymous
    30/09/2016

    […] […]

  56. […] Einen fröhlichen Blasphemie-Tag allerseits! Blogbeitrag  von Cornelius Courts […]