“Postfaktisch” ist ja sooo 2016: Dank Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway wissen wir nun, dass platte und durchsichtige Lügen lediglich “alternative Tatsachen” sind – und sind damit nun definitiv in der Twilight Zone der Irrealität angekommen:

Doch fehlt es Trump und seinen Anhängern wirklich am Sinn für Realität? Glauben sie wirklich selbst, was sie da sagen? Vor allem, wenn sie ganz leicht und wirklich unzweideutig widerlegbar sind – wie im Fall der Zuschauerzahlen bei Trumps Amtseinführung, die Trumps Regierungssprecher Sean Spicer als die größten aller Zeiten bezeichnet hatte:

Der Beleg liegt in Luftaufnahmen, die überall einsehbar waren und aus denen klar hervorgeht, dass Trumps Publikum deutlich kleiner war als bei Barack Obamas erster Amtseinführung im Jahr 2009; auch die gemeldeten Fernseh-Einschaltquoten für Trump sind weit von Rekordhöhe entfernt. Doch was sehen die Trump-Anhänger eigentlich, wenn man ihnen diese Bilder zeigt? Ist es das gleiche, was andere Menschen sehen? Die Washington Post hat’s mal ausprobiert. Via YouGov.com wurden zwischen dem 22. und 23. Januar 1388 Amerikanerinnen und Amerikanern die folgenden Bilder (die sicher auch in Deutschland überall zu sehen waren) vorgelegt:
Inauguration Eine Hälfte der Testpersonen wurde dann gefragt, welches der beiden Fotos die Amtseinführungszeremonie Trumps zeigte, und welche die von Obama im Jahr 2009. Und obwohl man, wie schon gesagt, die vergangenen Tage in einer fensterlosen Kammer hinter dem Mond hätte verbringen müssen, um diese beiden Fotos nicht schon in ihrem Zusammenhang gesehen zu haben, gaben 41 Prozent der RepublikanerInnen die falsche (aber ihnen sicher genehmere) Anwort:
WaPo-Umfrage 1

Ein ähnliches Ergebnis wäre natürlich auch denkbar, wenn diese Bilder bis dahin tatsächlich noch niemand gesehen hätte. (Das ist wohl in etwa das, was mein SB.de-Kollege Marcus Anhäuser mit seinem Beitrag über den “Tunnelblick” sagen wollte.) Aber darüber, auf welchem der beiden Bilder mehr Zuschauer zu sehen sind, dürfte doch wohl kaum Uneinigkeit bestehen? Schau’n wir mal:
WaPo-Umfrage 2

Immerhin also fast jede(r) siebte RepublikanerIn sieht auf den jeweiligen Fotos etwas, was ganz klar nicht zu sehen ist: eine größere Menschenmenge in Bild A als in Bild B. Selbst wenn man davon ausginge, dass absolute Zahlen aus solchen Aufnahmen nur schwer abzulesen wären (wenn das wahr wäre, gäbe es zum Beispiel auch keine Hämozytometer) – die relativen Mengenverhältnisse sind nicht zu übersehen! Und da auch nicht nach einer sonstigen Bewertung gefragt wird, ist die Antwort eigentlich absolut klar. Und das heißt auch, dass diese 15 Prozent ganz klar und eindeutig falsch geantwortet haben. Aber warum?

Dazu bietet der Washington-Post-Artikel, der von dem Politologen Brian Schaffer und der YouGov-Meinungsforscherin Samantha Luks verfasst wurde, eine Hypothese an: Expressive responding, mit anderen Worten – die Antwort hat nicht den Zweck, den wahren/erkannten Sachverhalt auszudrücken, sondern dient nur dazu, die Position der eigenen Partei zu stärken. Mit anderen Worten: sie wissen zwar, dass sie die falsche Antwort geben, aber letztere passt einfach besser in ihr Weltbild, und das wollen sie mit ihrer Antwort ausdrücklich bestärken. (Die Arbeit, auf die Schaffer und Luks sich dabei bezogen, konnte diese Diskrepanz zwischen tatsächlichem und vorgegebenem Wissen dadurch aufspüren, dass sie einen finanziellen Anreiz für korrekte Antworten anbot – durch diesen Anreiz hatten die bewussten Falschantworten plötzlich einen Preis, und siehe da, sie wurden seltener.

Und diese Bestärkung des eigenen Weltbildes scheint zu funktionieren. Schlimmer noch: Selbst der Versuch, solche Irrtümer/Falschheiten zu korrigieren, kann überzeugte Parteianhänger nicht nur nicht eines Besseren belehren, sondern erhöht sogar unter Umständen die Durchschlagskraft der Unwahrheit, weil dies ihre “Fluency” – sprich: die gebräuchliche Leichtigkeit, mit der sie ausgesprochen und weitergegeben wird – erhöht, wie mein MIT-Kollege Adam Berinsky in einer Studie herausgefunden hat.

Das ist also ein klassischer “Catch 22“, also eine Zwickmühle: Die Lügen unwidersprochen hinnehmen bedeutet, sich von vornherein geschlagen zu geben – doch den Lügen zu widersprechen gibt denen nur noch mehr Kraft. Willkommen in der Twilight Zone!

TV Intro – Twilight Zone – Unwahrscheinliche… by VergiePemberton

flattr this!

Kommentare (81)

  1. #1 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    26. Januar 2017

    @Ingo: also ich habe eher den Eindruck, Trump und seine Pressemannschaft sind zu primitiv für Doppeldenk. Mir kommt der gute Ex-Baulöwe eher wie ein orientalisch übertreibender Pascha vor.

    Dagegen bin ich aus der Clinton- und Obama-Truppe seit vielen Jahren Doppeldenk gewohnt. Obama, der joviale Massenmörder und Friedensnobelpreisträger, und Clinton, die gute feministische Dschihadisten-Förderin verkörpern doch als Personen geradezu Doppeldenk vom Feinsten.

  2. #2 tomtoo
    26. Januar 2017

    @Volker
    Moment worum gehts denn jetzt ?

    Wer hat behauptet bei ihm waren mehr Zuschauer ? Trump oder Obama ?
    Wo ist der Beweis?
    Brauch man nicht hab “alternative Fakten” ?
    Mal langsam erstmal definieren um was es geht dann über Bildchen und Inhalt diskutieren oder ?

  3. #3 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    26. Januar 2017

    @RPGNo1: so sehr ich die Nazigruppen und -parteien verachte, die Du aufgeführt hast, aber 1984 wird von ganz anderer Seite her gemacht:

    – der “War on Terrror” ist der Ewige Krieg
    – das “Ministerium für Wahrheit” wurde als letzte Amtshandlung noch von Obama gegründet
    – die Totalüberwachung wird von genau den Geheimdiensten umgesetzt, mit denen Trump seine Probleme hat
    – die “Fake News”-Diskussion ist es, die nun zur Zensur führen wird

    An nichts davon sind die Nazis schuld. Die werden allerdings, einmal an die Macht gebracht, wieder ihre ganz eigenen Schwerstverbrechen umsetzen, da hab ich auch keinen Zweifel.

    Aber 1984 und Minority Report, das spielen hier andere.

  4. #4 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    26. Januar 2017

    @tomtoo: mir geht es um die von CNN angestossene, international gefahrene Medienkampagne. Zu dieser haben ja Trump wie auch seine Sprecherin Stellung genommen – auf besagte höchst unbeholfene Art und Weise.

    Wenn man daraus nun die nächste Kampagne ableitet und fährt, wie es ja auch der Fall ist, dann wird’s eben dann höchst fragwürdig, wenn die Faktenbasis so wie dargestellt nicht stimmt. Und das ist der Fall.

    Es ist eben nicht so, dass Trump eine Medienkampagne hat fahren lassen, wie gross er gegenüber Obama aussehen würde bezüglich der Leute auf seiner Einsetzung. Sondern es ist gerade umgekehrt, es werden Medienkampagnen gegen Trump gefahren, auf die er und seine Sprecherin so höchst ungeschickt reagieren.

  5. #5 Alisier
    26. Januar 2017

    Die Medienkampagnen fährt Trump selber. Ihn auch nur ansatzweise als Opfer zu stilisieren ist geschmacklos, und arbeitet der Wirklichkeitsverzerrung durch Trumps Truppen zu.
    Keine Ahnung, was dich genau reitet, Volker Birk, aber ich denke, dass, wer Trump jetzt noch verteidigt, nicht mehr ernstzunehmen ist.
    Ich denke selber, ich lese selber und ich höre selber. Ich brauche CNN nicht, um zu begreifen, dass Trump ein gemeingefährlicher Irrer ist.

  6. #6 adent
    26. Januar 2017

    @Volker Birk
    Neee, so stimmt das ja auch nicht, Trump hat behauptet es sei die größte Inauguration mit den meisten Zuschauern, das stimmt nun definitiv nicht, ob es 400 oder 600k Laute waren ist ziemlich wurscht, da bei Obama 1,8 Mio waren.
    Also halten wir mal fest, damit sie uns arme fehlgeleitete nicht verwirren. Trump hat behauptet, er hätte belegen müssen, konnte er nicht. Was CNN daraus gemacht hat ist diskusionswürdig, würde aber gar nicht geschehen, wenn der Vollpfosten mit dem totgefahrenen Pudel auf der Rübe nicht immer das Maul so voll nehmen würde.
    So, nun wieder du.

  7. #7 anderer Michael
    27. Januar 2017

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Es hat geregnet und es sind trotzdem eine Menge Leute gekommen. Wenn ich US-amerikanischer Trumpanhänger wäre, wäre ich nicht gekommen. Bei Regen rumzustehen um langweilige Reden aus 1km (oder 500m)Entfernung anzuhören?

    Interessant ist aber doch, wie man Eindrücke mit verschiedenen Blickwinkeln hervorrufen kann. Bei dem Panoramabild dachte ich anfangs auch, die gleiche Menschenmenge.Vergrößert man es maximal, sieht man unzweifel

  8. #8 anderer Michael
    27. Januar 2017

    Mist .Auf den falschen Knopf gedrückt und einen unvollständigen Kommentar(53) abgeschickt.
    Ich fahre fort.

    ….sieht man unzweifelhaft, dass vor dem Zelt das Karree faktisch leer ist. Bei Obama stand kein Zelt und dort waren Menschen. Ich denke ,Trump war ungeschickt. Er hat sich selber eine Falle gestellt. Als Berater hätte ich empfohlen, nach der Wiederlegung einfach charmant auf den Regen und aus der Sicht von seiner Tribune hinzuweisen. Jetzt steht er als Trottel da.

    Volker Birk:
    Verrennen Sie sich bitte nicht. Ich finde Ihre Hinweise , dass manche Vorwürfe gegen Trump nicht trumpspezifisch sondern eher Grundsätze US-amerikanischer Politik sind, schon interessant. So habe ich es jedenfalls verstanden,auch dass Sie kein Trumpanhänger sind,ist mir klar.

  9. #9 DasKleineTeilchen
    terra
    27. Januar 2017

    @volker birk:

    “es werden Medienkampagnen gegen Trump gefahren”

    stimmt. hab ich kein problem mit.

    “wenn die Faktenbasis so wie dargestellt nicht stimmt. Und das ist der Fall”

    beweise?

    ich sags mal so; in dem augenblick, als conway – angesprochen auf die reine behauptung spicers, trumps persönlich anwesende “crowd” wäre zahlenmässig grösser als die bei obamas amtseinführung – anfing, statt zahlen zu nennen, von “alternative FACTS” zu fabulieren, war der drops gelutscht. sprich; sie blieb den beweis der behauptung schuldig. btw bis heute. stattdessen eine antwort wie aus dem lehrbuch der ENGSOZ (wenn hier schon andauernd das orwell-fass aufgemacht wird).

    qed.

  10. #10 RPGNo1
    27. Januar 2017

    @Volker Birk
    Du sprichst von einer Medienkampagne gegen Trump. Dabei Trump selber den Medien den Krieg erklärt und sie bereits während seines Wahlkampfes heftig beschimpft, weil ihm die berechtigte Kritik nicht gepasst hat. Nun hat Trump-Berater Bannon erneut Drohungen gegen die Medien ausgesprochen.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-newsblog-donald-trumps-chefstratege-steve-bannon-geht-auf-medien-los-a-1131947.html

    Indem du Trump jetzt in Watte packst und die “Schuld” seinen Gegnern zuweist, setzt du dich selber dem Verdacht aus, ein Trumpist zu sein. Mindestens fährst du eine Appeasement-Schiene, die völlig fehlgeleitet ist.

  11. #11 Alderamin
    27. Januar 2017

    @Volker Birk

    @Alderamin: wir scheinen zwei unterschiedliche Bilder zu sehen, denn in dem, das ich vor mir habe, ist praktisch voll. Auf keinen Fall ist breitflächig in der Tiefe jeweils leer, so wie auf dem anderen CNN-Bild.

    Es hat am Tag, als Obama eingesetzt wurde, die Sonne gescheint. Am Tag, als Trump eingesetzt wurde, hat es geregnet. Ich kann noch verstehen, dass die Leute dort zögerlicher einströmen. Aber das Ergebnis ist im Gigapixel-Bild schon sehr deutlich:

    Praktisch volles Haus.

    Oder Du siehst ein anderes Bild als ich.

    Wie Du hier lesen konntest, sehen andere auch, dass z.B. das Karree vor dem Zelt fast leer ist. Man dürfte bei vollbesetztem Platz keinerlei weiße Flächen sehen können, nirgends. Ich habe beschrieben, wo diese zu sehen sind, man muss nur in das Gigapixel-Bild hineinzoomen. Dass die ersten Karrees voll sind, ist doch klar, und das zeigt die Aufnahme oben vom Washington Monument auch. Es ist absurd, eine Aufnahme aus der Froschperspektive in vorderster Reihe als Beleg dafür vorzulegen, dass (mindestens) 500 m weiter hinten ebenfalls volles Haus geherrscht habe. Und dennoch kann man auf dem Gigapixel-Bild erkennen, dass dies nicht der Fall war, wenn man nur sorgfältig hinsieht und sich beispielsweise an der Kirche und dem Zelt orientiert.

    Es wäre nett, wenn Du dies auf Deiner Webseite richtig stellen würdest. Selbst Pressesprecher Spicer hat einen Rückzieher gemacht. Der ist nun wirklich unverdächtig, mit CNN in Komplizenschaft zu stehen.

    Kurz: dass angeblich wenig Leute bei Trumps Einsetzung waren, ist eine Lüge, und das Foto von CNN mit den wenigen Leuten ist tatsächlich eine Fälschung (vermutlich ist das Bild echt, wurde jedoch zu einem anderen Zeitpunkt aufgenommen und nicht während der Einsetzung Trumps).

    Im USA Today Artikel gibt’s auch Aufnahmen von Leuten, die im hinteren Karree waren, und es gibt Referenzen auf die Zahl der gelösten U-Bahn-Tickets, die ebenfalls belegen, dass dies bei weitem nicht die vollste Inauguration ever war, wie Spicer schließlich selbst einräumen musste.

    Es ist ja schön, wenn die Leute kritisch sind, mitdenken und Meldungen in Frage stellen. Aber unverständlicherweise gehen die selben Leute der flachsten Propaganda der Trump-Truppe oder von RT sofort auf den Leim. Das hat nichts mit Wahrheitsfindung zu tun, sondern mit dem Bestätigen der eigenen Meinung.

    Putin, Erdogan und auch Trump haben längst erkannt, dass die freie Presse ihr einzig ernst zu nehmender Gegner ist und die ersten beiden haben die kritische Presse in ihren Ländern bereits beseitigt (ich denke derzeit noch nicht, dass Trump dies ebenfalls gelingen wird; Bush junior war da cleverer und hatte relativ erfolgreich versucht, die Presse zu seinem Komplizen zu machen, von wegen Patriotismus im Irak-Krieg).

    Es wäre schön, wenn die Bürger endlich lernen, Freund und Gegner auseinander zu halten. Leider hat die verzerrte Wahrnehmung eines großen Teils der amerikanischen Bevölkerung dazu geführt, dass jetzt ein Narzisst wie er im Buche steht den Koffer in der Hand hält, mit dem er jederzeit den Andreas Lubitz mit uns allen machen kann. Ich wünsche uns allen viel Glück für die nächsten Jahre.

    Übrigens schon gelesen? Trump will jetzt eine Flugverbotszone in Syrien…

  12. #12 Laie
    27. Januar 2017

    Wenn Trum nun aus einer Emotion heraus gemeint habe, er hätte mehr Zuschauer, dann ist das politisch völlig irrelevant, trotz der Feststellung, dass er sich getäuscht hat.

    Man sollte nicht so wichtige emotionale Äußerungen von politisch relevanten zu trennen im Stande sein. Dies wären die Entscheide, die getroffen werden bzw. zwischenzeitlich bereits getroffen wurden.

  13. #13 DasKleineTeilchen
    terra
    27. Januar 2017

    “Wenn Trum nun aus einer Emotion heraus gemeint habe, er hätte mehr Zuschauer, dann ist das politisch völlig irrelevant, trotz der Feststellung, dass er sich getäuscht hat.”

    aber das ist doch der knackpunkt! ein mann, der sich von seinem *gekränkten ego* leiten lässt, ist politisch im höchsten maße gefährlich!

  14. #14 Jürgen Schönstein
    27. Januar 2017

    @Laie
    Trumps Ego und seine Emotionen sind seine persönliche = absolut private Angelegenheit. Präsidenten haben kein Anrecht darauf, von Amts wegen mit zarten Handschuhen angefasst zu werden (siehe seine eigenen Attacken wg. Obamas Geburtsurkunde). Wenn er aber den Regierungsapparat – zum Beispiel den Regierungssprecher (siehe oben) oder auch die Nationalpaksverwaltung (siehe hier) einspannt, weil ihm – wie einem verwöhnten Kind – die Realität nicht gefällt, dann missbraucht er Steuermittel für Privatzwecke. Punktum. Ganz einfach aus diesem Grund ist es schon relevant. Und nochmal: Es ist Trump, der diesen Streit angefacht hat und am Laufen hält. Die Presse und die Öffentlichkeit kann hier nicht einfach “gehen lassen”, denn es ändert nichts an der Realität will. Was Trump will ist letztlich nichts anders als das, was Diktatoren wie beispielsweise Kim Jong Un tun. Und das ist politisch höchst relevant.

  15. #15 tomtoo
    27. Januar 2017

    Ganz netter Beitrag von CNN.

    http://edition.cnn.com/2017/01/27/politics/donald-trump-first-week/index.html

    Tja , Gott erschuf die Welt ja auch in 7 Tagen.

  16. #16 Laie
    28. Januar 2017

    @DasKleineTeilchen und @Jürgen Schönstein,
    ich gebe zu, die unprofessionell wirkende Vorgehensweise von Trump irritiert mich, möglicherweise ist er mehr emotional. Vielleicht ist er auch nur so, um die (Massenmedien) zu ärgern?

    Politiker die in Plastik verpackt schöne Reden schwingen, scheinen mehr bleibt zu sein als jene, die eine direktere Sprache pflegen. Ich hoffe sehr, dass dies nicht das Thema bei Trump ist, sondern inhaltliche Entscheidungen politischer Tragweite. Launenhafte Äußerungen halte ich (derzeit) für nicht sehr relevant. Ich halte mich derzeit mit vorsichtigem Abwarten und Beobachten, um zu einem genaueren Gesamtbild zu gelangen in vorsichtiger Zurückhaltung.

  17. #17 Laie
    28. Januar 2017

    uups, ein Fehler: mehr beliebt zu sein, statt bleibt in Zeile 1 des Absatzes 2

  18. #18 Joseph Kuhn
    28. Januar 2017

    “Politiker die in Plastik verpackt schöne Reden schwingen, scheinen mehr bleibt zu sein als jene, die eine direktere Sprache pflegen.”

    Genau. Darum hat man Trump gewählt. Weil er so schöne Reden schwingt. Sie sollten den Webbären heiraten. Was zusammengehört …

  19. #19 DasKleineTeilchen
    terra
    28. Januar 2017

    @Laie:

    ” Ich halte mich derzeit mit vorsichtigem Abwarten und Beobachten, um zu einem genaueren Gesamtbild zu gelangen in vorsichtiger Zurückhaltung”

    ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber wenn du noch immer in *dem* modus bist, ist das schon *sehr* hart an der ignoranz. ich habe nicht das geringste gegen eine direkte sprache, aber im falle trumps ist so eine aussage nicht nur ein euphemismus, sondern eine nebelkerze, die bereits während des wahlkampfes lächerlich war. erdogan hat auch eine “direkte” sprache, so wie quasie jeder selbstverliebte despot, der jemals an der spitze eines staates saß oder gegenwärtig sitzt. again, nichts für ungut, aber wie blind muss man eigentlich sein, um *jetzt* noch solche sprüche wie deine zum besten zu geben?

  20. #20 Laie
    28. Januar 2017

    @DasKleineTeilchen
    Was wäre denn die Alternative gewesen?
    Eine verlogene kriegstreibende Hillary Clinton?
    Wie schon mehrfach gesagt, gab es auf beiden Seiten bessere Kandidaten. Erdogan hat schon viele Menschenleben auf dem Gewissen, und er “edle” Westen tut nix, naja, dafür über Trum aufregen.

    Trump scheint ein Spiel mit den Medien zu haben, weil er sie nicht mag. Das ist nun, was ich beobachte. Eine Entscheidung hat mir nicht gefallen, die Ölleitung durch ein Indianerreservat. Dennoch halte ich mich vor einer voreiligen End-Bewertung zurück, da noch nicht genügend Beobachtung für mich vorliegt. Sind wir nicht zu sehr verwöhnt von netten Worten, die Politiker sprechen, aber nicht meinen? (Schönsprech)

  21. #21 tomtoo
    28. Januar 2017

    Trump mag die Medien nicht ? Gehört TV nicht zu den Medien ?
    Trump liebt die Medien solange sie ihn schön schreiben. Nur wenn er mit unangenehmen Realitäten konfrontiert wird mag er sie nicht.

  22. #22 Michel du Bois
    28. Januar 2017

    Ich bin richtig froh, das wir uns nicht über Clinton´s Zuschauerzahlen streiten müssen.

    Schönes Wochenende noch!

  23. #23 Alderamin
    28. Januar 2017

    @Laie

    Was wäre denn die Alternative gewesen?
    Eine verlogene kriegstreibende Hillary Clinton?

    Aha, also Trump sagt Deiner Meinung nach öfter die Wahrheit und ist ein Friedensengel?

    Mag ja sein, dass Trump (jetzt will er doch wieder keine Flugverbotszone, das war genau das, weswegen man Clinton vorwarf, eine Kriegstreiberin zu sein, denn natürlich hätten Amerikaner dann auch auf russische Flugzeuge schießen müssen, die die Flugverbotszone verletzen) auf ein gutes Verhältnis zu Russland aus ist und die Handelssanktionen abschaffen will. In Osteuropa klappern sie deswegen schon mit den Zähnen, denn wenn russischstämmige Bürger im Ausland “in Gefahr sind”, dann kommt Valdimir sofort zur Hilfe (und sackt sich ein wenig Territorium ein; zumindest destabilisiert er das Land, damit es den Einwohnern am Ende nicht besser geht, als denen in seinem eigenen Land).

    Auf der anderen Seite will Trump den IS “vernichten”, was sicher nicht ganz ohne Bodentruppen geht (Obama hat’s aus der Luft ja nicht geschafft). Den Republikanern warf man doch immer vor, die US-Waffenindustrie durch angezettelte Kriege in Nahost mit Aufträgen zu versorgen. Er redete auch davon, die Expansionspolitik der Chinesen im chinesischen Meer einschränken zu wollen. Zu den bestehenden Krisengebieten noch ein paar neue Fässer aufzumachen, sehe ich jetzt nicht gerade als einen Beitrag zum Weltfrieden.

    Und Trump zündelt derzeit gewaltig in Sachen Handelskriege. Mit den Mexikanern hat er sich ja schon überworfen. Wie neulich auf SpOn kommentiert wurde, war die Zahl der mexikanischen Einwanderer rückläufig, es verließen 2015 140000 mehr Mexikaner die USA als in diese immigrierten. Wenn Trump jetzt die Zölle und Steuern für die Mexikaner erhöht, schadet er der unter NAFTA gewachsenen mexikanischen Wirtschaft (die USA sind der wichtigste Handelspartner Mexikos), was im Endeffekt zu Jobverlusten und mehr Armut in Mexiko führen wird und folglich – zu mehr Einwanderung in die USA. Die werden schon einen Weg finden, über die Mauer, unter der Mauer oder um die Mauer herum. Oder mitten durch im Kofferraum.

    Aber ja doch, Hillary Clinton wäre die Alternative gewesen, die definitiv weitaus bessere für die USA, die Welt und damit auch uns.

  24. #24 Alderamin
    28. Januar 2017

    @myself

    es verließen 2015

    2016, bin gedanklich wohl noch nicht ganz im neuen Jahr angekommen.

  25. #26 DasKleineTeilchen
    terra
    28. Januar 2017

    wo du recht hast, haste recht @Laie; “schönsprech” kann man drumpf tatsächlich nicht vorwerfen.

    haha. (wo isn der schnaps schon wieder?)

  26. […] Wissen, was falsch ist, Geograffitico am 25. Januar […]

  27. #28 Laie
    30. Januar 2017

    @Alderarmin
    Für mich ist Trump noch schwer genau einzuschätzen. Mir scheint, vieles was er sagt, wegen kantiger Sprache wird teilweise überbewertet oder unterbewertet oder falsch bewertet, weil er von gewohnten Sprachmustern “Schönsprech” stark abweicht.

    Eine breitere Aufstellung seines Teams und Heranziehung von mehr Experten würde ich mir nach derzeitiger Einschätzung doch für ihn wünschen, um Unsicherheiten bzw. Ungenauigkeiten in Aussagen zu reduzieren.

    @DasKleineTeilchen
    Stell Dir vor, Trump hätte alles in “Schönsprech” mit viel Blah-Blah gesagt, wären dann seine Aussage nicht viel eher akzeptiert worden? (Jetzt mal unabhängig davon gewertet, ob eine Aussage nun gut oder schlecht ist/war bzw. zu bewerten sei.)

    Prost! 🙂

  28. #29 DasKleineTeilchen
    terra
    30. Januar 2017

    “Stell Dir vor, Trump hätte alles in “Schönsprech” mit viel Blah-Blah gesagt, wären dann seine Aussage nicht viel eher akzeptiert worden?”

    nope, eben nicht; das war ja der witz, dann wäre er nur einer unter vielen kandidaten der republikanischen anwärter gewesen. so wars “klare sprache” mit viel blah-blah.

    “wegen (seiner) kantiger Sprache wird teilweise überbewertet oder unterbewertet oder falsch bewertet”

    ach? bis jetzt hat er alles anscheinend GENAUSO gemeint, wie ers gesagt hat, sieht man sich die letzte woche an.

    oder?

  29. #30 Bullet
    31. Januar 2017

    Okay, ist schon ein paar Tage alt, aber Laie schrieb:

    Was wäre denn die Alternative gewesen?
    Eine verlogene kriegstreibende Hillary Clinton?

    Und? Was wäre daran jetzt so unnormal und so empörend, selbst wenn du exakt recht hättest?

  30. #31 Laie
    31. Januar 2017

    @DasKleineTeilchen
    Ich kann nur für meine Wahrnehmung sprechen. Manche Entscheidungen gefallen mir gut, andere weniger weil nicht genau – oder zu unausgewogen und manche gar nicht.

    Ich halte es für mich sinnvoll, Einzelbewertungen vorzunehmen, und nicht die Person als ganzes zu verteufeln (oder das Gegenteil), um eine objektive Distanz zu halten. (Aussagen/Einstellungen wie “Ich baue eine Mauer, und Du hast zu zu zahlen” finde ich nicht gut)