Wenn’s um geschlechtergerechte Verwendung der Sprache geht, dann strecke ich ja eigentlich lieber meinen eigenen Kopf aus dem Fenster (hier und hier findet Ihr ein paar Beispiele) und streite mich auch ganz gerne mit Leserinnen und Lesern darüber (ja, Doppeltnennung ist etwas, was man sich angewöhnen sollte). Aber heute mach ich mir’s mal leicht und verlinke auf diesen Beitrag Wer ist hier hysterisch von Margarete Stokowski auf Spiegel Online . Der ist nämlich sehr gut geschrieben, und ich sehe darin eine Menge an Übereinstimmungen mit meiner eigenen Position, die … ja, wer die nochmal nachlesen will, findet weiter oben ein paar Links.

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Kommentare (135)

  1. #1 Kai
    13. März 2019

    Es sind auch immer die gleichen Widersprüche. Als im Parlament die Ehe für alle diskutiert wurde, liefen Rechte Sturm. Ihre Lieblingsbegründung: der Anteil an Homosexuellen ist viel zu gering (was er nicht ist), der Bundestag habe doch wichtigeres zu tun. Ich habe mich da schon immer gefragt: wenn es angeblich nur so wenige Homosexuelle gibt, warum sind die dann so ein Riesenthema bei der AfD? Warum laufen so viele Menschen Sturm, wenn das Thema doch angeblich unwichtig ist?

    Genauso all diese völlig absurden “Zensur”-Vorwürfe der AfD immer. Alle Medien berichten ständig über jeden dummen Nazispruch, der mal wieder von Gauland, Storch und Co abgelassen wurde. Und gleichzeitig jammern die permanent rum, das man ja nichts mehr sagen dürfe in Deutschland. Und natürlich gilt die angeblich mangelnde Meinungsfreiheit auch nur für rechts zu beklagen: Wenn ein linker Politiker mal was falsches sagt, läuft die AfD natürlich selbst sofort sturm.

    Oft hört man zum Thema Gender-Schreibweise das Argument: “Haben wir nichts besseres zu tun?”.
    Nun, ich wurde in den Science Blogs noch NIE von jemandem angeschrieben, weil ich keine Gendersternchen setze (die mag ich nämlich auch nicht). Andersherum wird in nahezu JEDEM Blogbeitrag von Martin gegen seine Genderschreibweise gepöbelt. Mir scheint, es sind nicht die Feministinnen, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben als der Welt ihre Schreibweise aufzudrücken. Es sind vor allem rechte und konservative, die der Meinung sind, allen anderen vorschreiben zu wollen WIE man zu schreiben hat, wen man heiraten darf, wer ein Deutscher ist, was deutsche Tugenden sind etc.

  2. #2 RPGNo1
    13. März 2019

    Andersherum wird in nahezu JEDEM Blogbeitrag von Martin gegen seine Genderschreibweise gepöbelt.

    Martin B verwendet das generische Femininum (wie andere Blogger auch), aber kein Binnen-I oder Gendersternchen. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

  3. #3 roel
    13. März 2019

    @RPGNo1

    “Martin B verwendet das generische Femininum”

    Ja, das ist, meine ich, die stärkste Art und Weise auf eine geschlechterungerechte Sprache hinzuweisen. Das Binnen-I und das * sind mittelstark. Am schwächsten ist es, das Geschlecht möglichst dort zu vermeiden, wo es nicht von Bedeutung ist. Aber auch hier sieht der Verein Deutsche Sprache nur lächerliche Sprachgebilde: “Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe.” Aus https://vds-ev.de/gegenwartsdeutsch/gendersprache/gendersprache-unterschriften/schluss-mit-dem-gender-unfug/

    Dort steht auch: “Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. ”

    Am 20. September 2010 startete MartinB ein Experiment. Er suchte den Namen für einen Radfahrer.

    Am 21. September folgte die Auswertung: “Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig ausgefallen: Nach 84 Kommentaren stand es 8:77 (zwei Namen waren gedoppelt, ein Kommentator hat 4 Namen genannt). Nur etwa jeder zehnte Kommentator war also der Ansicht, dass ein beliebiger “Radfahrer” eine Frau sei – wäre die deutsche Sprache wie behauptet geschlechtsneutral, hätte eigentlich ja jeder zweite Name ein weiblicher sein sollen.”

    siehe: http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/?s=experiment+radfahrer

    Anfangs dachte ich, das kann nicht so sein. Aber etwas umgestellte Testfragen im Bekanntenkreis führten zu vergleichbaren Ergebnissen.

    Wie dem auch sei, als Frauen verstärkt in das Berufsleben drängten, hatten viele Vorbehalte, Als Frauen das Wahlrecht forderten ebenfalls. Jetzt fordern Sie gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und treffen immer noch auf Widerstand. Und bei der Sprache, wird eine geschlechtergerechtere Sprache als lächerlich, umständlich und als Vergewaltigung dargestellt – von Leuten, die Probleme mit Veränderungen haben.

  4. #4 RPGNo1
    13. März 2019
  5. #5 roel
    13. März 2019

    @RGPNo1 solche Kommentare findet man zuhauf. Ich kommentiere nicht auf Spiegel-online. Aus deinem Link: “Peinlich wird es, wenn Autoren, wie letztens hier im Spiegel von “Vorständin Becker” schreiben.” Ich hätte Vorstehende Becker geschrieben.

    Die historische Abhandlung zur Sprache ist vorwiegend eins, nämlich historisch.

  6. #6 tomtoo
    13. März 2019

    @roel
    Historisch und somit auch männlich geprägt. Es wundert teilweise dass Frauen(zumindest auf niederer Ebene) überhaupt die Fähigkeit der schriftlichen Sprache zugetraut wurde. ; )

  7. #7 RPGNo1
    13. März 2019

    @roel
    Aber hälst du es wirklich für sinnvoll, dass die Sprache von oben herab per Gesetz, Rechtsverordnung oder Richtlinie aufoktroyiert werden soll?

    Und findest du es ebenso korrekt, dass Frau Stokowski alle Personen und ebenso den VDZ, die sich gegen Gendersternchen oder Binnen-I aussprechen, automatisch und ohne Unterscheidung in den Wutbürger, Rechtspopulisten- und AfD-Topf wirft?

  8. #8 Intensivpfleger
    13. März 2019

    In meinem Beruf erlebe ich immer wieder dieses Stereotyp, dass eine männliche Person ein Arzt sein muss, eine weibliche dagegen eine “Schwester”.
    Erleichtert mir als männlicher Pflegekraft natürlich das ein oder andere Mal den Zugang zu den Patientinnen und Patienten, ist aber eigentlich für alle Beteiligten nur ärgerlich.
    Meine Berufsgruppe kämpft seit vielen Jahren gegen den Begriff “Schwester” weil er schlicht falsch und mit entsprechenden Erwartungen gepoppelt ist. Die Pflegerin wäre das entsprechende Pendant zum Pfleger. Aber die “Schwester” ist aus den Köpfen der Menschen nicht rauszubringen…

    Das eigentlich Absurde fällt aber immer in der Berichterstattung über Pflege auf:
    – geht es um Fürsorge, Einfühlungsvermögen, oder auch um Situationen, die kaum ausgehalten werden von den betreffenden Pflegenden, dann wird meist von “den Schwestern” oder der “Schwester” geschrieben.
    – geht es aber um den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, um das Einfordern von Rechten, dann ist es meist “der Pfleger” der hier scheinbar handelt.

    Achtet mal darauf…

    Gruß vom
    Intensivpfleger

  9. #9 RPGNo1
    13. März 2019

    @Intensivpfleger
    Interessant.

    Meine Schwester hat eine Ausbildung in der Krankenpflege Ende der 90er Jahre abgeschlossen. Sie besteht heute noch darauf, dass sie eine gelernte Krankenschwester ist. Der seit 2004 geltenden Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegerin steht sie ablehnend gegenüber.

  10. #10 Beobachter
    13. März 2019

    @ RPG, # 8:

    Das wird vermutlich daran liegen, dass die allermeisten Leute ausschließlich mit “gelernter Krankenschwester” eine qualifizierte, umfassende Krankenpflege-Fachausbildung (bei Frauen) verbinden.
    Im Gegensatz zu den “nur” “Einjährigen”, den “nur” “Altenpflegerinnen” oder den vielen weiblichen Pflegehilfskräften in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Altenheimen etc., die alle (besonders für Patienten und Angehörige) irgendwie “Schwester” sind.
    Die neue Berufsbezeichnung ist etwas schwammig, man weiß nicht so recht, welche Qualifizierung genau dahintersteckt.

    Übrigens:
    Weshalb ist deine Schwester Krankenschwester geworden (typischer, schlecht bezahlter Frauenberuf) und du “diplomierter Chemiker” (typischer, gut bezahlter akademischer Männerberuf, in einer der sog. “harten Wissenschaften”)? 😉

  11. #11 Chis
    13. März 2019

    Typisch linksverstrahlte Denke. Wenn Frauen nix taugen müssen es die Männer schuld sein. Sind ja immer die anderen.

    Habt ihr echt keine anderen Sorgen ihr Prinzessinnen und Transen-Prinzen?

  12. #12 Beobachter
    13. März 2019

    Martin Bäker werde ich ewig dankbar sein, dass er hier bei SB auf die sprachlichen geschlechterspezifischen Ungerechtigkeiten/Eigenheiten/ignoranten Gewohnheiten sehr eindrücklich und vehement aufmerksam gemacht hat.
    Man liest leider oft drüber hinweg, obwohl sie doch ein Symptom für festgefahrene Zustände bzw. Missstände/zementiertes Rollenverständnis sind –
    und die eine Hälfte der Menschheit immer noch benachteiligt bis ignoriert wird.

  13. #13 Beobachter
    13. März 2019

    zu # 10:

    Der “klassische Fall” … 😉 … –
    der sich selbst dokumentiert. 🙂

  14. #14 RPGNo1
    13. März 2019

    @Beobachter

    Weshalb ist deine Schwester Krankenschwester geworden (typischer, schlecht bezahlter Frauenberuf) und du “diplomierter Chemiker” (typischer, gut bezahlter akademischer Männerberuf, in einer der sog. “harten Wissenschaften”)?

    Tja, warum möchtest du das wohl unbedingt wissen? Ich könnte dir es sagen. Aber nein, dieses Privileg hast du dir noch lange nicht verdient.

    Viel Spaß beim Raten. 😛

  15. #15 Intensivpfleger
    13. März 2019

    @ RPGNo1:
    Wenn deine Schwester sich weiter Krankenschwester nennen will, ist das völlig in Ordnung für sie.
    Ich kann auch nichts Abwertendes an der Berufswahl deiner Schwester finden, denn ich empfinde unseren Beruf nicht als Berufung, sondern als Profession. Und tatsächlich ist mein oben angeführtes männlich-weiblich-Pendant (Pfleger-Pflegerin) nur eine sehr verkürzte Bezeichnung.
    Wir sind letztendlich beide PflegeFACHkräfte. Die offizielle Bezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegefachkraft ist aber tatsächlich etwas umständlich und weder im Gespräch noch im Lesefluß hilfreich 🙂
    Ich persönlich habe es mir in meinem Arbeitsalltag auch schon seit Jahren abgewöhnt, mich mit meinem Vornamen vorzustellen. Von diesem Klischee müssen wir so schnell wie möglich wegkommen.

    Gruß vom
    Intensivpfleger

  16. #16 Laie
    13. März 2019

    @Chis, #10
    Die Gendersprache hilft halt auch recht wenig, z.B. dort wo Frauen bei gleicher oder besserer Leistung weniger verdienen.
    Es hilft aber, von der tatsächlichen Diskriminierung abzulenken – wenn der Fokus auf ein Scheinthema gerichtet wird,
    und man es (politisch) schafft, die Menschen auf die falsche Fährte zu locken.

    Kurz gesagt, die Polarisierung mit einem Nebenthema (Gendersprache) dient rein zur Ablenkung – das ist kein Zufall.

    Unabhängig davon gibt es selbstverständlich Frauen wie Männer, die nichts taugen.

  17. #17 Beobachter
    14. März 2019

    Es gibt auch die Berufsbezeichnung “GesundheitspraktikerIn” –
    die freiberuflich in “Gesundheitspraxen” tätig sind.
    Dahinter verbirgt sich aber Folgendes (Vorsicht!):

    https://www.dgam.de/index.php/bildungsakademie/berufsrecht-und-berufspraxis

    Die neue Berufsbezeichnung für staatl. geprüfte Pflegefachkräfte “Gesundheits- und Krankenpflegerin” hört sich (für Unbedarfte) so ähnlich an.

    Auch deshalb verstehe ich es völlig, wenn sich eine gelernte Krankenschwester weiterhin auch so bezeichnet.
    Bei diesem blühenden Wildwuchs in unserer “Gesundheitswirtschaft” … !

  18. #18 Abanana
    14. März 2019

    @Rpgno1

    Er verwendet kein „generisches Femininum“ sondern irgendeine absurde „absolute“ Femininumsform. Was er nämlich offensichtlich nicht verstanden hat ist, dass es ersteres bereits gibt: Die Koryphäe, die Fachkraft, etc…in ähnlichen Sprachexperimenten wurde übrigens herausgefunden, dass auch diese Begriffe eher Männer zugeordnet werden. Sein seltsames Experiment zeigt also gerade nicht, dass diese Zuordnung ein sprachliches Problem ist. Er beweist übrigens aufgrund der Absurdität seiner Vorgehensweise, die überwiegend Reaktanz bewirkt, jeder wie auch immer gearteten Frauenbewegung einen Bärendienst.
    @Beobachter:
    Benachteiligungen gibt es für diverse Bevölkerungssegmentierungen im Land. Frauen gehören da tendenziell eher nicht dazu. Im Gegenteil. Hast du dich schon mal auf eine Stelle im öffentlichen Dienst beworben?

  19. #19 RPGNo1
    14. März 2019

    @Intensivpfleger

    Wir sind letztendlich beide PflegeFACHkräfte.

    Zustimmung. Das FACH ist, was zählt.

  20. #20 Fluffy
    14. März 2019

    @#17
    Stimm ich zu.

  21. #21 LasurCyan
    14. März 2019

    Frauen gehören da tendenziell eher nicht dazu. Im Gegenteil.

    Steile These, Abanana.

    RealitätsVerweigerung scheint gerade irgendwo im Angebot zu sein. Wahrscheinlich mit DeppenRabatt..

  22. #22 Abanana
    14. März 2019

    @LasurCyan:

    Kannst du dein Kontra auch irgendwie begründen ohne in primitive “ad hominem” Pöbelei zu verfallen?

  23. #23 LasurCyan
    14. März 2019

    Es ist an Dir, deine steile These zu belegen, Abanana. Wenn du das nicht kannst und einfach nur behauptest es wäre so, beleidigst du eine Menge an Frauen, die unter geschlechtsspezifischer Diskriminierung leiden.

  24. #24 Abanana
    14. März 2019

    Nö. „Keine Diskriminierung“ ist die Nullhypothese. DU musst also beweisen, dass die Alternativhypothese „es liegt (negative) Diskriminierung vor“ (wahrscheinlich) zutrifft.
    Aber bitte, zwei Beispiele für Frauenbevorzugung:
    1. Stellenbesetzungen im öffentlichen Dienst (Auswärtiges Amt, Traineestellen bei der Bundesbank etc.)  Bewerberverhältnis zwischen Mann und Frau 70-30, Einstellungsverhältnis 50-50
    2. Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Kindern im Trennungsfall: Kenne im stark erweiterten Bekanntenkreis nur zwei Fälle bei denen das beim Mann gelandet ist. Im ersten Fall hatte die Mutter schlicht kein Bock auf das Kind und im zweiten Fall war sie kriminell und drogenabhängig.

    Im Übrigen beleidigst du alle selbstbewussten Frauen, die es nicht für nötig halten von einem lila Pudel wie du, der sich zum weißen Ritter aufspielt „gerettet“ zu werden.

  25. #25 Wizzy
    14. März 2019

    @Abanana
    Hier
    http://scienceblogs.de/geograffitico/2019/03/06/lesehinweis-foschungsfoerderung-fuer-frauen-geringer-als-fuer-maenner/
    wird Evidenz für Frauen-Diskriminierung diskutiert und einige Beispiele genannt. Neben dem Blog-Thema ist die Anonymisierung von Hubble-Forschungszeitanträgen erwähnt. Nach der Anonymisierung wurden Anträge von Frauen paritätisch akzeptiert, vorher deutlich unterparitätisch – dies hatte besonders die Verantwortlichen selbst überrascht.

  26. #26 roel
    14. März 2019

    @Abanana und @Fluffy

    Ich sehe das komplett anders und denke es gibt dort im Blog auch keine überwiegende Reaktanz, anfänglich vielleicht Irritation und bei einigen wenigen Ablehung, die aber qualitativ auf unterstem Niveau verharrt.

    @Abanana “@Beobachter:
    Benachteiligungen gibt es für diverse Bevölkerungssegmentierungen im Land. Frauen gehören da tendenziell eher nicht dazu. Im Gegenteil. Hast du dich schon mal auf eine Stelle im öffentlichen Dienst beworben?”

    Ich kenne Beobachters Qualifikationen nicht. Ich denke, du kennst sie auch nicht. Also ist es reine Spekulation von dir, dass Beobachter Nachteile bei einer Bewerbung im öffentlichen Dienst hätte. Ich sehe diese Nachteile nicht.

    Was ich aber durchaus sehe, genauso wie LasurCyan, dass viele Frauen unter geschlechterspezifischer Diskriminierung leiden – viele Frauen “diverse Bevölkerungssegmentierungen” übergreifend.

  27. #27 Aveneer
    14. März 2019

    Mann und Frau vergessen dabei häufig, dass es nicht nur um Mann und Frau geht sondern (auch) um eine Zwangszuordnung zu einem von beiden Geschlechtern. Der sprachliche Weg ist nicht nur +/- 1 zu berücksichtigen sondern die neutrale Sprache die „0“ zu suchen. Geschlechterneutral ist nicht dasselbe wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder PflergerInnen… Manche Versuchen es daher mit PflegerInnen* (das * steht für divers…). Pflegepersonal hingegen enthält Divers, Frau und Mann. Ist “völlig” neutral.

  28. #28 Abanana
    14. März 2019

    Ich habe nicht gesagt, dass der Blog als solches Reaktanz erzeugt. Der ist, soweit ich das als interessierter Laie beurteilen kann, von guter naturwissenschaftlicher Qualität. Lediglich die Schreibweise erzeugt durchaus Reaktanz. Auch wenn diese dir vielleicht, weil es nicht deiner persönlichen Meinung entspricht, „unterste Schublade“ erscheint.

    Er hat, ceteris paribus absolut Nachteile in jenen Bewerbungsprozesse. Und zwar alleine durch sein Geschlecht. Frauen werden nämlich bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt. Stand eine Weile sogar explizit in den Ausschreibungen.

    Das ist eine Binsenweisheit. Wahrscheinlich kann fast jeder angeben durch eine wie auch immer geartete Diskriminierung zu leiden. Mein Bruder war immer sehr klein und wurde beim Basketball meist als Letzter gewählt. Außerdem scheint er statistisch auch weniger zu verdienen als er es täte, wäre er 15cm länger. Bisher hat er aber noch kein Buch herausgegeben um öffentlich herum zuweinen.

    Also ja: Diskriminierungen sind in jeder Hinsicht Gang und Gäbe. Muss man nicht gut finden. Tue ich auch nicht. Aber das Segment „Frau“ kommt noch ziemlich gut weg hier. Zumindest in Mitteleuropa.

  29. #29 Beobachter
    als Fisch auf dem Fahrrad
    14. März 2019

    zu # 27:

    ” … Aber das Segment „Frau“ kommt noch ziemlich gut weg hier. Zumindest in Mitteleuropa.”

    Sollen die Frauen in Mitteleuropa etwa froh sein, dass sie bei “moralischen Vergehen” nicht mehr gesteinigt werden und überhaupt arbeiten dürfen?

    Wenn ich sowas lese, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
    So spricht man(n) hier und heute und in einem Wissenschaftsblog von der einen Hälfte der Menschheit !
    Es ist mir schlicht zu blöd, auf so einer unterirdischen Ebene zu “diskutieren”.

  30. #30 roel
    14. März 2019

    @Abanana “Ich habe nicht gesagt, dass der Blog als solches Reaktanz erzeugt” Naja, ich auch nicht.

    “Er hat” Da gehe ich nicht weiter drauf ein.

    “Das ist eine Binsenweisheit. Wahrscheinlich kann fast jeder angeben durch eine wie auch immer geartete Diskriminierung zu leiden.”

    Ja klar, bist du schwach, arm, dumm, zu schlau, zu reich, oder nur Durchschnitt irgendwas findet man immer. Aber bist du zusätzlich noch Frau, gibt es oft einen weiteren Grund.

  31. #31 LasurCyan
    14. März 2019

    Einstellungsverhältnis 50-50

    Na wenn das das MegaBeispiel für die Bevorzugung von Frauen ist, kann ich Dir leider nicht helfen, Abanana.

    Und Danke, mir reichts. Taubenschach musst du alleine spielen.

    Diese Wehleidigkeit der Maskus geht mir auf den Senkel.

  32. #32 Abanana
    14. März 2019

    Zu #28

    Da du statt Argumente ausschließlich Emotionen reinbringst und offensichtlich nicht in der Lage bist meine Argumente zu verstehen, ist eine weitere Diskussion mit dir sowieso sinnlos. Aber vielleicht solltest du mal an deinem affektierten Verhalten arbeiten

    Zu #30

    Für dich gilt ähnliches. Statt fundierter Gegenargumente (die es durchaus gibt), fällst du ausschließlich durch wehleidige, aggressive Pöbeleien auf. Sehr bedauerlich aber irgendwie auch belustigend, dass du das dabei noch der Gegenseite vorwirfst. Dunning-Kruger wie im Lehrbuch.
    Aber gut, Ohren zuhalten und laut „lalala“ Singen hat ja im Kindergarten schon gut funktioniert, gell?

  33. #33 Wizzy
    14. März 2019

    Ich denke vielen Arten von Diskriminierung bei Stellenbesetzungen (ob nun gegen Frau, Mann, Körpergröße oder ausländisch klingenden Namen) wird man mit anonymisierten Bewerbungen ohne Bild beikommen.

    Dies als Lösungsvorschlag. Das halte ich auch für gerechter, als Stellen bevorzugt an Frauen zu vergeben bei ggf. höherer männlicher Bewerberzahl. Ausnahme ist vielleicht, wenn eine gleichmäßige Geschlechtsverteilung ausdrücklich sachdienlich ist. Im Bildungssektor wird das z.B. diskutiert.

  34. #34 roel
    14. März 2019

    @Wizzy “Ich denke vielen Arten von Diskriminierung bei Stellenbesetzungen (ob nun gegen Frau, Mann, Körpergröße oder ausländisch klingenden Namen) wird man mit anonymisierten Bewerbungen ohne Bild beikommen.”

    Das ist ein Ansatz. Aber spätestens beim Vorstellungsgespräch ist Ende mit der Anonymität.

  35. #35 rolak
    14. März 2019

    Ui, ein masku, der die ganze Klitsche auch noch selber demaskiert: A[ll] banana[s].
    Grandiose Demonstration der Eristik!

  36. #36 René
    14. März 2019

    Meine Ansicht zum hiesigen Spektakel: @Beobachter, @roel und (besonders) @LasurCyan: Ihr erweist der sachlichen Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit einen Bärendienst. Denn selbst wenn die anfänglichen Eingaben von @Abanana ausnahmslos haltlose Behauptungen wären, hat sie in #31 leider Recht, und es hat kaum Sinn, mit Euch Argumente über dieses für Euch offenbar zu emotionale Thema zu auszutauschen.

    Der von Euch hier vorgeführte Stil der “Diskussion” ist für mich leider der Grund, mich fast nie in solche einzubringen, obwohl mich ungerechte Zustände auf der Welt regelmäßig frustrieren und es ganz sicher auch hinsichtlich Geschlechtergerechtigkeit massiven Argumentationsbedarf gäbe.

  37. #37 zimtspinne
    14. März 2019

    @ Wizzy

    aha. und als nächste Stufe (zu linksversifften Gleichmachereiphantasien^^) wird dann gezündet
    1. Vorstellungsgespräch anonymisiert, damit typische Diskriminierungsmerkmale neutralisiert werden können?
    Übergewicht halte ich da für viel relevanter als das Geschlecht, davor käme noch Alter, für viele Jobs auch Attraktivität & Ausstrahlung, Hautfarbe und überhaupt Phänotyp, desweiteren Raucher und und und.

    Eine Burka als Anonymisierungsvehikel könnte ich mir da gut vorstellen 😀

  38. #38 LasurCyan
    14. März 2019

    Eristik!

    Das Fachwort! Danke für den Tipp, rolak^^

  39. #39 Beobachter
    im Segment nebenan
    14. März 2019

    zu # 35:

    Es gibt keinen “Argumentationsbedarf”, wenn es schon an der grundlegenden Einsicht mangelt, dass die Menschheit aus gleichwertigen Menschen besteht und nicht in (mindestens) zwei ungleichwertige “Segmente” “zerfällt” … 😉

    Gegenüber solchen Paschas besteht großer praktischer Durchsetzungsbedarf –
    aber nicht in virtuellen, fruchtlosen Internet-Debatten, sondern ganz real im wirklichen, täglichen Leben.
    Emotional und rational ! 😉

  40. #40 Abanana
    14. März 2019

    Zu #38
    Und noch ein klassischer Strohmann. Über die „Wertigkeit“ wurde nämlich überhaupt keine Aussage getroffen.
    Soviel also zu deinem Beitrag zum Thema Eristik. Wobei ich mittlerweile eher von Unvermögen, statt böswilliger Absicht ausgehe.

  41. #41 roel
    14. März 2019

    @René Lese bitte meine Kommentare und bring dann bitte Beispiele für den von dir kritisierten Stil. Ich denke du verwechselst da irgend etwas.

  42. #42 LasurCyan
    14. März 2019

    Wobei ich mittlerweile eher von Unvermögen, statt böswilliger Absicht ausgehe.

    BananaA dekliniert sich inzwischen durch so ziemlich jedes DiskursvermeidungsBeispiel, ohne jegliche Ahnung davon zu haben. Schweigen wäre auch eine Option. Privilegien checken der nächste Schritt..

  43. #43 Solarius
    14. März 2019

    Was ich aber durchaus sehe, genauso wie LasurCyan, dass viele Frauen unter geschlechterspezifischer Diskriminierung leiden – viele Frauen “diverse Bevölkerungssegmentierungen” übergreifend.

    Frauen werden überall bevorzugt. Das fängt in der Schule an, in der Mädchen für gleiche Leistungen etwas bessere Noten bekommen als Junge. Am deutlichsten wird es in der Politik, wo Frauen es deutlich leichter als Männer haben, eine poltische Karriere zu machen.

    In unserem Land fehlt es an Männerpolitik. Und ganz besonders fehlt es an linker Männerpolitik. Auch Männer sind Wähler. Und sie wollen Gleichberechtigung. Sie wollen nicht aufgrund ihres Geschlechts gegenüber Frauen benachteiligt werden.

  44. #44 LasurCyan
    14. März 2019

    Frauen werden überall bevorzugt.

    Wie muss man eigentlich drauf sein, um solche Aussage rauszuhauen? Ich verstehe es nicht..

  45. #45 Abanana
    14. März 2019

    #43
    Zumindest begründet er seine, sicherlich überspitzt ausgedrückte, Ansicht, während du eigentlich nur auf “Man bist du doof”-Niveau diskutierst.

  46. #46 roel
    14. März 2019

    @Solarius und @Abanana heute erstmals kur hierzu: “Am deutlichsten wird es in der Politik, wo Frauen es deutlich leichter als Männer haben, eine poltische Karriere zu machen.”

    Aus dem wikipedia-Artikel Frauenanteil im Deutschen Bundestag seit 1949:

    “Der mit der Bundestagswahl 2013 gewählte 18. Deutsche Bundestag hatte einen Frauenanteil von 36,3 Prozent, im 2017gewählten 19. Deutschen Bundestag sank dieser auf 31 %.”

    Das spricht nicht für die Aussage von Solarius. Es zeigt vielmehr, dass es anders ist.

    Morgen mehr.

  47. #47 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2019/03/14/amsel-berlin/
    15. März 2019

    @roel:
    Wenn man meint, Frauen gehören in den Bundestag, weil sie Frauen sind, vielleicht. Sie sollen im Proporz zur Bevölkerung vertreten sein, ohne es aber in den Parteien zu sein. Und wieso sind sie nicht in den Parteien? Sicher eine Folge von Diskriminierung!

    Ebenso wie sie als Wikipediaautorinnen sehr viel seltener in Erscheinung treten, obwohl sich da jeder selbst einbringt und keine Zulassungshürden zu überspringen hat.

    Bei Google haben sie neulich wissen wollen, wie stark die Frauen unterbezahlt sind im Vergleich zu Männern und mussten feststellen, dass die Männer unterbezahlt sind.

    Wie soll es denn gekommen sein, dass Frauen auf die Sprache (Muttersprache) weniger Einfluss genommen haben als Männer?

    Aber in Abwesenheit von Evidenz wächst der Glaube.

    Aber das Kardinalproblem, dass die Ansicht, Männer und Frauen wären so wahnsinnig gleich, keinen Erklärungsansatz dafür liefert, dass es heute diese Unterschiede gibt, und das dumme Volk sowenig gegen diese Unterschiede hat, dass die Frauenpartei eine Splittergruppe in der Bedeutungslosigkeit geblieben sind, obwohl auf der anderen Seite 80% der Frauen aus dem Stand von ihrem Wahlrecht vor 100 Jahren Gebrauch gemacht haben … usw. usf.

    In Ermangelung sachlicher Argumente werden diejenigen anderer Meinung mal wieder in die rechte Ecke gesteckt – eine Warnung an mögliche Kritiker aus den eigenen Reihen, was droht.

    Ärgerlicherweise treiben solche Methoden die Leute gerade da hin. Wer unter Exfreunden nur noch beleidigt wird, der sucht seinen Anschluss vielleicht da, wo schon viele sind, denen es ähnlich ging. Den Hetzern gilt das dann noch als Beweis, dass sie es immer schon gewusst haben.

    Applaus!

  48. #48 Beobachter
    15. März 2019

    @ LasurCyan, # 41:

    “Privilegien” – genau um DIE geht es, und zwar eigentlich überall und immer.
    Und freiwillig hat noch niemand auf seine Privilegien verzichtet …

    Die “Herren der Schöpfung” (nur weil sie angeblich zuerst da waren und “Mit-Glieder” sind ! 😉 ) haben schon immer Angst um die ihren,
    die Mächtigen dieser Welt verteidigen bzw. erweitern die ihren,
    die Besitzenden wollen nichts abgeben bzw. umverteilen,
    die Reichen unterdrücken die Armen,
    usw.

    Das Frauenwahlrecht in Deutschland ist erst 100 Jahre alt, in Frankreich besteht es erst seit 1945, in Liechtenstein seit 1984 ! –
    alles “Mitteleuropa” !

    https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenwahlrecht_in_Europa

    Auf Fotos von internationalen Politik- und Wirtschafts-“Gipfeln” muss man i. d. R. Frauen mit der Lupe suchen –
    wenn einzelne Männer (statt wie üblich Frauen) nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes mal in Elternzeit gehen, ist das auszeichnungswürdig, selten und außergewöhnlich.
    Bauingenieurinnen, Kranführerinnen, LKW-Fahrerinnen sind immer noch “Mann-Weiber” (wenn Frauen pflegen, sind sie plötzlich “Krankenschwestern”).
    Dass es hervorragende Physikerinnen und Mathematikerinnen gab/gibt, muss erst bekannt gemacht werden.
    usw. …

    Und hier:
    Wie viele Blogerinnen und (Stamm)Kommentatorinnen gibt es denn bei SB?
    Es sind verschwindend wenige.
    Woran das wohl liegt?!

  49. #49 Jürgen Schönstein
    15. März 2019

    @Beobachter

    Wie viele Blogerinnen und (Stamm)Kommentatorinnen gibt es denn bei SB?
    Es sind verschwindend wenige.
    Woran das wohl liegt?!

    Keine Ahnung, die Anwort hätte ich auch gerne. Ich weiß nur, dass ich im Lauf meiner Redakteurstätigkeit rund 30 Bloggerinnen und Blogger kontaktiert habem die entweder von sich aus oder auf Empfehlung Dritter Interesse an eine Blog bei SB.de signalisiert hatten – darunter 10 Frauen. Von diesen potenziellen Bloggerinnen und Bloggern haben 26 die Einladung angenommen, darunter 7 Frauen. Für Erlkärungen, warum sich nicht mehr Frauen fürs Bloggen hier interessieren, wäre ich dankbar. Für unterstellende Andeutungen a la “Woran das wohl liegt?!” hingegen nicht…

  50. #50 Abanana
    15. März 2019

    @ #45

    Wenn ich den Frauenanteil in den Parteien mit dem Frauenanteil des Bundestags vergleiche, erkenne ich, dass Grüne, SPD und Linke weit überproportional Frauen in den Bundestag schicken, die FDP etwas mehr, die Union weniger und lediglich die AfD deutlich weniger, wobei dies bei den zwei letztgenannten Fraktionen auch am Klientel legen kann.
    Spricht meines Erachtens eher für Solarius Aussage.