Na, wenn das mal kein Trollfutter ist: Ein Vergleich der Frühgeburtenraten zweier Kommunen in Colorado – Pueblo, wo im Juli 2003 ein Rauchverbot in Büros und Gaststätten eingeführt wurde, und El Paso County, wo erst drei Jahre später durch ein landesweites Gesetz das Rauchen entsprechend beschränkt wurde – fand eine Verringerung des Frühgeburten-Risikos durch dieses Rauchverbot um 23 Prozent. Durchgeführt wurde diese Studie, unter der Leitung von Robert Lee Page, an der School of Pharmacy der University of Colorado in Denver; präsentiert wurde sie auf der am Dienstag beendeten138. Jahrestagung der American Public Health Association in Denver.


… tja, und da enden auch schon die Informationen. Wäre natürlich wünschenswert, Daten darüber zu haben, wie groß das Risiko für Frühgeburten vor dem Rauchverbot war, und was eine 23-prozentige Reduzierung in absoluten Fällen dann bedeuten würde – und ob diese Fälle dann noch genug statistische Aussagekraft haben, um den Zusammenhang zwischen einem amtlich verordneten Rauchverbot in Büros und Bars – die ja nicht zwangsläufig als bevorzugte Aufenthaltsorte werdender Mütter gelten dürften – und dem Risiko einer Frühgeburt zu stützen. So ist’s nur Futter für Trolle – aber die müssen ja auch ab und zu mal was zu beißen kriegen.

flattr this!

Kommentare (10)

  1. #1 wolfgang
    11. November 2010

    na ja als Journalist könnte man ja auch mal in medline gehen, damit die Informationen nicht aufhören- da würde man dann zB das hier finden:

    Am J Prev Med. 2010 Jul;39(1):45-52.
    Infant morbidity and mortality attributable to prenatal smoking in the U.S.

    Dietz PM, England LJ, Shapiro-Mendoza CK, Tong VT, Farr SL, Callaghan WM.

    Division of Reproductive Health, National Center for Chronic Disease Prevention and Health Promotion, CDC, Atlanta, Georgia 30341, USA. PDietz@cdc.gov
    Abstract

    BACKGROUND: Although prenatal smoking continues to decline, it remains one of the most prevalent preventable causes of infant morbidity and mortality in the U.S.

    PURPOSE: The aim of this study was to estimate the proportion of preterm deliveries, term low birth weight deliveries, and infant deaths attributable to prenatal smoking.

    METHODS: Associations were estimated for prenatal smoking and preterm deliveries, term low birth weight (<2500 g) deliveries, sudden infant death syndrome (SIDS), and preterm-related deaths among 3,352,756 singleton, live births using the U.S. Linked Birth/Infant Death Data Set, 2002 birth cohort. The 2002 data set is the most recent, in which 49 states used the same standardized smoking-related question on the birth certificate. Logistic regression models estimated ORs of prenatal smoking for each outcome, and the prenatal smoking population attributable fraction was calculated for each outcome.

    RESULTS: Prenatal smoking (11.5% of all births) was significantly associated with very (AOR=1.5, 95% CI=1.4, 1.6); moderate (AOR=1.4, 95% CI=1.4, 1.4); and late (AOR=1.2, 95% CI=1.2, 1.3) preterm deliveries; term low birth weight deliveries (AOR=2.3, 95% CI=2.3, 2.5); SIDS (AOR=2.7, 95% CI=2.4, 3.0); and preterm-related deaths (AOR=1.5, 95% CI=1.4, 1.6). It was estimated that 5.3%-7.7% of preterm deliveries, 13.1%-19.0% of term low birth weight deliveries, 23.2%-33.6% of SIDS, and 5.0%-7.3% of preterm-related deaths were attributable to prenatal smoking. Assuming prenatal smoking rates continued to decline after 2002, these PAFs would be slightly lower for 2009 (4.4%-6.3% for preterm-related deaths, 20.2%-29.3% for SIDS deaths).

    CONCLUSIONS: Despite recent declines in the prenatal smoking prevalence, prenatal smoking continues to cause a substantial number of infant deaths in the U.S.

  2. #2 Jürgen Schönstein
    11. November 2010

    @Wolfgang
    Danke für die “Nachhilfestunde” … wenn ich Fragen zum Zusammenhang zwischen Früh- und Fehlgeburten und Rauchen gehabt hätte, wäre ich sicher auf die genannten Studien gestoßen. Und vermutlich Tausende mehr, denn diesen Zusammenhang kann man getrost als belegt akzeptieren. Mir ging es hier um den vermuteten Zusammenhang zwischen einem amtlich verordneten Rauchverbot, konkret dessen Einführung in Pueblo, Colorado, und dem dort beobachteten Sinken des Frühgeburten-Risikos. Und ich bezweifle den nicht mal (jede Zigarette, die auf der Welt weniger geraucht wird, macht die Welt um ein paar Atemzüge besser), ich wünsche mir nur, dass dieser Zusammenhang besser belegt wird. Da war bisher aber nichts zu finden

  3. #3 inga
    11. November 2010

    Naja, Büros sind eigentlich schon “bevorzugte Aufenthaltsorte für werdende Mütter”. Der Mutterschutz fängt ja erst ziemlich kurz vor der Geburt an. Hier bei uns kugeln jedenfalls etliche Schwangere durch die Gänge – die meisten arbeiten Vollzeit.

  4. #4 radicchio
    11. November 2010

    hier ist auch was:

    “Das Rauchverbot in Kneipen und öffentlichen Gebäuden hat zwei Studien zufolge zu einem unerwartet deutlichen Rückgang von Herzinfarkten geführt. In Europa und Nordamerika ging die Zahl der Infarkte um bis zu ein Drittel zurück. Die Zahl der Infarkte ging vor allem bei jüngeren Menschen und Frauen zurück.”

    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2009-09/rauchverbot-herzinfarkt-studien

  5. #5 Wb
    12. November 2010

    1.)

    Wäre natürlich wünschenswert, Daten darüber zu haben, wie groß das Risiko für Frühgeburten vor dem Rauchverbot war, und was eine 23-prozentige Reduzierung in absoluten Fällen dann bedeuten würde

    “Researchers from the University of Colorado School of Pharmacy collected data from mothers residing in Pueblo, Colo., before and after a citywide smoking ban took effect. Results show a 23 percent decrease in the odds of preterm births and a 37 percent decrease in the odds of maternal smoking in Pueblo following the ban. Birth outcomes in El Paso County, Colo., however, showed no such drop during the same time period.”
    Jetzt weiß der kleine, alte und dumme Wb natürlich nicht wie Sie’s gemeint haben…

    2.)

    Trolle

    Es gibt in den Feedbackmöglichkeiten der Webdienste keine Trolle. Von personengebundenem Abwertungsverhalten ist bestmöglich Abstand zu nehmen, das gebietet die Webkompetenz. (Was es natürlich gibt sind Störer, aber die sind selten, Merkmal: “wollen das Inhaltsangebot schädigen” – es gibt verschiedene Störerklassen, bspw. den Stalker, den Hater, den Psycho etc.)

    3.)

    jede Zigarette, die auf der Welt weniger geraucht wird, macht die Welt um ein paar Atemzüge besser

    Sind Sie nicht Agnostiker?

    HTH
    Wb

    PS: “ich wünsche mir nur, dass dieser Zusammenhang besser belegt wird. Da war bisher aber nichts zu finden” – also doch ernst gemeint? Die Studie entspricht doch im Resultat Ihrer Anspruchslage?!

  6. #6 Niels
    12. November 2010

    Ich verstehe die Studie nicht ganz.
    Man vergleicht ein beliebiges County mit einer beliebigen Stadt und zieht daraus Schlüsse?
    Warum gerade diese Stadt mit diesem County? Kann ich durch geeignete Paarungen nicht jedes gewünschte Ergebnis bekommen?
    Warum Pueblo nicht mit dem Pueblo County vergleichen?
    Oder Pueblo mit Colorado Springs, einer Großstadt im Pueblo County?

  7. #7 Jürgen Schönstein
    12. November 2010

    @Niels
    Alles berechtigte Fragen – aber die beste Antwort, die mir einfiele, war die leichteste Verfügbarkeit von Daten (möglicher Weise hat nicht jede Gemeinde Datenmaterial zu Frühgeburten parat).

    @Wb

    Jetzt weiß der kleine, alte und dumme Wb natürlich nicht wie Sie’s gemeint haben…

    Dem Bären kann geholfen werden: Ich habe mal über den Daumen gepeilt, dass es bei rund 1000.000 Einwohnern in Pueblo etwa 80 Frühgeburten jährlich geben könnte. Aber das ist nur “Pi mal Auge” – wenn es dort (wie beispielsweise in Sun City, Arizona) große Altensiedlungen gäbe, wäre die Zahl gewiss erheblich niedriger. 23 Prozent von 80 sind etwa 18 Frühgeburten weniger – ist schon ein statistisch sehr kleine Zahl. Wenn nun in der gleichen Zeit ein neuer Frauenarzt oder eine neue Klinik mit besserer pränataler Diagnostik ihr Arbeit aufgenommen hätten, würde dies die statistische Relevanz dieses Rückgangs sicher erheblich beeinträchtigen. Manchmal sagen Prozentwerte einfach nicht genug über die tatsächlichen Verhältnisse aus.

    Was die Troll-Biotope angeht: Muss sich ja keiner angesprochen fühlen. Wenn’s keine Trolle gibt, dann bleibt das Futter halt unangerührt …

    Und auch – oder gerade – als Agnostiker kann man sich eine bessere Welt wünschen. Das Warten auf ein besseres Jenseits ist nämlich vergebens.

  8. #8 Hel
    16. November 2010

    Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass… amerikanische Wissenschaftler ständig irgendetwas herausfinden 😉

    So aus dieses hier: http://www.welt.de/gesundheit/article10954678/Rauchende-Schwangere-haben-kriminellere-Kinder.html

  9. #9 Silvia
    10. Dezember 2010

    wenn ihr intresse habt noch mehr über das thema raus zu finden dan schaud unter http://www.fruehchenforum.com oder http://www.fruehchen-info.at rein da erfährt ihr wirklich fast alles.
    lg silvia

  10. #10 Radicchio
    10. Dezember 2010

    marren wier. tanke.