Ein Papst tritt zurück …

Das ist etwas, was im wörtlichen Sinn seit Menschengedenken nicht mehr passiert ist: Der Papst tritt zurück (zum bisher ersten und einzigen Mal zuvor war dies im Jahr 1264 geschehen). Gesundheitliche Gründe und “vorgerücktes Alter” seien der Grund, heißt es in der offiziellen Erklärung. Und der muss man natürlich Glauben schenken.

Aber es bleibt überraschend – obwohl darüber schon vor einem Jahr spekuliert wurde. Warum jetzt die Eile? Der Papst hat seinem Vatikanstaat nicht mal eine einmonatige Kündigungsfrist gewährt – was entweder auf extreme gesundheitliche Probleme hinweisen müsste, oder … nun ja, als Blogger darf ich einfach viel hemmungsloser spekulieren, und da ist ja immer Platz für einen “Skandalverdacht”. Nicht dass ich jetzt konkretes Skandalmaterial im Sinn hätte (aber es gibt schon genug, das kursiert) – es ist vielmehr die Form und Geschwindigkeit des Rücktritts. Die Einsicht, geistig nicht mehr zur Amtsführung in der Lage zu sein (im Gegensatz zur Befürchtung, diese Fähigkeit in absehbarer Zeit zu verlieren), kommt von einem Mann, der erst vor ein paar Wochen zu Tweeten begonnen hatte, zumindest unerwartet. Und da der geistige Verfall typischer Weise ein langsamer Prozess ist, birgt diese Begründung das Risiko, dass damit auch alle rückliegende päpstlichen Entscheidungen und Äußerungen bereits als “nicht mehr im Vollbesitz” abqualifiziert werden.

Wie gesagt, das beweist nichts. Vielleicht ist es wirklich nichts weiter als vorausschauende Verantwortlichkeit. Vielleicht will Benedikt XVI. damit eine neue Kultur begründen – nicht mehr papsteln bis zum wortwörtlichen Umfallen, sondern nur so lange, wie man dazu körperlich in der Lage ist. Vielleicht sollten die Päpste der Zukunft generell nur noch befristete Amtsperioden bekommen, wie allenorten in der Politik üblich? Wäre sicher ein Fortschritt …

Was immer spekuliert wird – sicher ist, dass so eine Erklärung wie die des Vatikans die Spekulationen nicht stoppen wird.

A propos Spekulation: Natürlich muss dann auch über den potenziellen Nachfolger spekuliert werden. Ich weiß nicht, ob ich’s hier explizit schon mal gemacht habe (das Papsttum war in diesem Blog schon mehr als einmal ein Thema): Ich tippe mal darauf, dass der nächste Papst aus Afrika kommen wird (was angesichts der Entwicklung der Mitgliederzahlen der katholischen Kirche beinahe zwingend wäre), und dass dies dann allerseits – sowohl inner- als auch ausserhalb der Kirche – als ein Zeichen dafür gefeiert wird, dass diese Institution sich den Realitäten der Gegenwart anpassen könne blablabla. Und dass sich dieser Hoffnungsträger dann, nach einer kurzen Einstiegsphase mit neuem Schwung (wenn überhaupt) – a la Karol Wojtyla – als eine weitere Rückfahrkarte in Prä-Vatikan-II-Zeiten entpuppen wird. Falls ich mich irren sollte, wär’s mir nur recht …

P.S.: Ich hatte mich ja hier schon mal darüber amüsiert, dass ein paar Fernsehclowns die besseren Propheten waren – hier hat der Espresso-Verlag mit seinem Karikaturen-Kalender für 2013 den prophetischen Volltreffer gelandet.

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Kommentare

  1. #1 Anwalts_Liebling
    11. Februar 2013

    machen wir doch einen Wett-Thread

    Ich tippe auf Mittelamerika – Nord-Amerika wäre zwar auch denkbar – aber die Skandale waren doch zuviel des schlechten. Also: Mittelamerika und – farbig (naja sagen wir mal dunkehäutig – ich denke, die katholische Menschheit ist noch nicht reif für einen Menschen mit negroidem Aussehen)! Damit will die Kirche dann Offenheit usw. dokumentieren…

  2. #2 Kristin
    Münster
    11. Februar 2013

    Post-Vatikan-Zeiten wären dann doch wünschenswerter, nicht unbedingt Post-Kirche, aber vor dem Vatikan war die auch innovativer als heute. Gespannter als auf die Wahl bin ich erstmal auf die nun einsetzende Diskussion pro und contra Kirche, Papst und Religion. Denn auch der würde ein bisschen frischer Wind durchaus gut tun.

  3. #3 Regina
    11. Februar 2013

    Ich bin für eine Päpstin! Das wäre doch eine richtige Revolution …

  4. #4 michael
    11. Februar 2013

    > der erst vor ein paar Wochen zu Tweeten begonnen hatte,

    Das war doch schon ein klarer Hinweis auf Geistesschwäche.

    > Ich tippe auf Mittelamerika

    Ich tipp auf italienischen Mafiosi.

  5. #5 yves
    11. Februar 2013

    Oder Wahl des Papstes durch das internationale Dschungelcamp 2013. Das findet dann in etwa auf dem Niveau statt, wo ich die kath. Kirche sehe.

  6. #6 Adent
    11. Februar 2013

    Ginge nicht vielleicht Berlusconi oder hat das formale Unmöglichkeiten ;-)

  7. #7 Hanno
    11. Februar 2013

    Ich wünsche mir ja einen Papst, der genauso rückständig und realitätsfern ist wie die beiden letzten. Oder noch mehr. Egal. Hauptsache die übriggebliebenen vernunftbegabten Leute in diesem Verein sehen endlich ein, dass sie da austreten sollten.

  8. #8 Herr Senf
    11. Februar 2013

    Nichts ist unmöglich, die Kirche ist da sehr weltoffen ;-)
    Jedes männliche! Geschöpf kann sich auf die freie Stelle bewerben,
    es muß nur den richtigen (? von 2780) Glauben mitbringen.
    Andere Einstellungsvoraussetzungen sind mir nicht geläufig.

  9. #9 emreee
    11. Februar 2013

    Ich denke so schnell wird sich der Kurs nicht ändern.
    Passend dazu eine kleine umfrage die ich aufgeschnappt habe.

  10. #11 Stefan W.
    demystifikation.wordpress.com
    12. Februar 2013

    Wenn der Papst eine generelle Kursänderung wollte, dann hätte er diese angeregt oder verordnet – nicht durch eigenes Tun einen unverbindlichen Hinweis gegeben. So funktioniert das Papsttum nicht und so tickt dieser Papst nicht.

    Viel eher würde dieser Papst eine Regel schaffen, an die er sich selbst nicht hält.

    Der Papst hat seinem Vatikanstaat nicht mal eine einmonatige Kündigungsfrist gewährt

    Päpste, die tot umfallen gewähren dem Vatikan null Kündigungsfrist. Vor 2 Jahren hat dieser schon angekündigt, es nicht mehr lange zu machen.

    Der Nachfolger wird hoffentlich Bischof Williamson oder ein Opus-Dei-Mitglied.

    Dass es ein afrikanischer Bischof wird halte ich für unwahrscheinlich. Wieso kein Inder oder Phillipino?

    Ein alter Mann wird es sein, soweit lege ich mich fest, mutmaßlich Katholik.

  11. #13 Rarehero
    12. Februar 2013

    >Ich bin für eine Päpstin! Das wäre doch eine richtige Revolution …

    Ich bin für eine homosexuelle schwarze Päpstin. Aus Uganda. Denn manchmal möchte auch ich die Welt brennen sehen.

    >Ein alter Mann wird es sein, soweit lege ich mich fest, mutmaßlich Katholik.

    Ziemlich gewagter Tipp.

  12. #14 Nekrassow
    12. Februar 2013

    Der passende Zeitpunkt den ganzen Verein aufzulösen.

  13. #15 Rotschopf
    12. Februar 2013

    ad befristete Amtsperioden: Unsere Politiker sind ja deshalb befristet eingestellt, weil man annimmt, dass sie nur fehlbare Menschen sind und deshalb nicht die volle Macht auf Lebenszeit bekommen sollten, für den Fall dass sie ihrer Menschlichkeit zum Opfer fallen. Das ist klarerweise beim Papst nicht so, denn er ist ja unfehlbar. Allerdings wäre es sicher sinnvoll, dass sich auch zukünftige Päpste immer wieder überlegen, obs noch lang weitergeht oder nicht.

  14. #16 Dalek
    12. Februar 2013

    War da nicht so eine wirre Verschwörungs-Story im Umlauf, wonach nach dem Papst aus dem Norden dann ein dunkelhäutiger aus dem Süden käme, was den Weltuntergang ankündigen würde?

    Meine ich, so etwas in die Richtung schon mal nach der Wahl Wojtyłas gehört zu haben. Allein, da gab’s noch kein WWW…

    Ob die ersten enttäuschten Broersianer in entsprechenden Foren wieder aufschlagen, ist nicht die Frage – die Frage ist nur, wann das geschieht ;)

  15. #17 sternschubser
    universum
    12. Februar 2013

    Sensation !
    Der grösste Immobilenfond der Welt such neuen Geschäftsführer :-)

  16. #18 dilopho
    12. Februar 2013

    @Dalek: Ich wart ja schon darauf, dass hier einer mit den Papst-Prophezeiungen von St. Malachy daherkommt…ups.

  17. #19 blubber
    12. Februar 2013

    Hat sich Berlusconi schon offiziell beworben?

  18. #20 Martin
    12. Februar 2013

    Tut mir leid.
    Ich verstehe weder den Sinn dieses artikels noch die Motivation dazu.

  19. #21 Cornelius
    http://scienceblogs.de/bloodnacid/
    12. Februar 2013

    Ich schätze, daß die kath. Kirche nun an einer Wegscheide angekommen ist.
    Alternative 1: Wenn es einen Ratzepoop Reloaded (= böser, ächzkonservativer, ultrareaktionärer, uralter, weißer Greis) geben sollte, könnte das das (langsame!) Ende dieser Institution zumindest in den Industrienationen einläuten, indem die gewohnte Politik trotz des gewaltigen derzeit tobenden Shitstorms und den davon in Schwung gebrachten Austrittswellen fortgesetzt oder sogar noch verschärft würde.

    Alternative 2: sollte es ein ganz neues Papstmodell (= jünger, non-europäisch, am besten farbig, liberal und konziliant) geben, ein Menschen, der nicht schon unentrinnbar in vatikanischen Netzen verfangen und gesinnungsoptimiert ist, der es mit “deus caritas est” tatsächlich ernst meint und keine Ausnahmen davon unter den Menschen akzeptiert, der sich nicht als Verteidiger einer menschen- und lebensfeindlichen Ideologie um der Ideologie willen sondern als Versöhner und Vermittler und ganz besonders als Erneuerer begreift und der willens und stark genug ist, sich viele und sehr mächtige Feinde zu machen, dann könnte dem fast komplett erstarrten Fossil der kath. Kirche vielleicht eine Zukunft beschieden sein.

    Man könnte also fast zur Auffassung gelangen, daß es nur besser werden kann, da sowohl eine sich selbst vernichtende als auch eine reformierte, menschenfreundlichere kath. Kirche besser wäre, als der heutige Moloch. Doch irgendwie halte ich es auch für möglich, daß es – wie immer es möglich sein mag – noch schlimmer werden könnte…

  20. #22 Statistiker
    12. Februar 2013

    Mein Favorit ist schon relativ alt, Europäer, sogar Italiener.

    Er gilt allerdings als sehr sanftmütig, kaum reizbar und ist dafür bekannt, sich immer für die Schwächeren einzusetzen.

    Ergo: Bud Spencer for Pupst! ähhhh PAPST!!!!!

  21. #23 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    12. Februar 2013

    @Cornelius:

    Päpste fallen nicht vom Himmel. Sie werdem vom Konklave gewählt, das sind Kardinäle unter 80 Jahre. Wo kommen die Kardinäle her? Fallen die vom Himmel?

    Kardinäle werden vom vorherigen Papst ernannt. In einer Sendung habe ich nebenbei gehört, dass alle Kardinäle des Konklave von diesem oder dem letztem Papst ernannt wurden.

    Wer sich einen Umschwunng wünscht, der muss sich fragen lassen, woher dieser kommen soll. Wieso würde der Papst einen Reformer zum Kardinal machen, wenn er glaubt, dass Reformen der falsche Weg sind? Der Vatikan ist keine Demokratie.

    Gut – ein Kardinal könnte nach seiner Ernennung die Meinung ändern – weit jenseits der 50 sieht man so etwas aber nicht so häufig – oder er könnte als Heuchler und Schauspieler Kardinal geworden sein.

    Das langsame Ende dieser Institution ist längst eingeläutet. Es geht langsam aber stetig voran. Die reaktionäre Haltung ist eine Strategie auf diese Bedrohung zu reagieren. Ganz modernistisch von solchen Vokabeln wie “Schärfung des Markenkerns” den Gläubigen verkauft.

    In der Sendung “Gottes Werk u. unser Beitrag”(?) war zu sehen, wie sich die Kirchen immer mehr Krankenhäuser unter den Nagel reißen, während die Mitgliederzahlen zurückgehen. Dort werden aber, weil die Diskriminierung andersgläubiger erlaubt ist, Ärzte, Lehrer, Kindergärtner und Hausmeister, Reinigungskräfte, Krankenpfleger mittels Arbeitslosigkeitsbedrohung zum Verbleib i.d. Kirche oder Eintritt gezwungen. Würde die Kirche hier ihren Zwangscharakter lockern, dann würden schlagartig mehr Leute austreten, die das zwar sympathisch finden, aber trotzdem nicht glauben können und wollen, und die auch keine Lust haben Kirchensteuer zu bezahlen.

  22. #24 bfr
    12. Februar 2013

    Ich kann mich nicht zwischen zwei Theorievarianten entscheiden:
    A) R. tritt zurück, weil er den Regensburg-Müller, der sich in Stellung bringt (schon Inquisitionschef), durch eine schnelle Neuwahl verhindern will.
    B) R hat R-M jetzt in die Poleposition (Inquisitionschef) gebracht und der wird sein Nachfolger.
    Der in den Kommentaren genannte Papst Silvio als würdiger Nachfolger der Borgia-Päpste ist die mich ebenfalls erfreuende Variante C)

  23. #25 Jeeves
    12. Februar 2013

    @Herr Senf: ” 2780 Glauben”
    Nein, es sind im Lauf der letzten 6000 Jahre nicht 2780 verschiedene “Glauben”…
    …sondern Rick Gervais spricht von 2780 “supernatural beings” (göttliche Wesen).

  24. #26 JPeelen
    12. Februar 2013

    Dass der Papst im Laufe des letzten Jahres körperlich stark abgebaut hat, konnte man selbst als Fernsehzuschauer nicht übersehen. Bei allem Verständnis für das amerikanische Hobby, hinter jedem Vorgang finstere Machenschaften am Werk zu sehen, scheint mir der Rücktritt eines bald 86jährigen aus Altersgründen nicht sooo überraschend.

    P.S. Berlusconi-Fans müssen jetzt ganz stark sein. Als Nachfolger des Papstes kommt ein verheirateter Mann nicht in Frage. Scheidung zählt bekanntlich nicht.

  25. #27 Trottelreiner
    12. Februar 2013

    Bin klar für einen schwarzafrikanischen Papst. Zunächst einmal hat, wer da von “katholischem Konservatismus” redet, hat wohl noch nie einen deutschen katholischen Gottesdienst mit schwarzafrikanischem Austauschgeistlichen erlebt. Was mal eine interessante Option für die Kirche wäre, das Profil des katholischen Konservatismus im Vergleich zu der eher, ähm, deutschnationalen Variante hervorzukehren.

    Und dann ist das einfach eine zu schöne Gelegenheit, das gesamte Kommentariat zu verärgern:

    - unsere eher ethnozentrisch eingestellten, latent rassistischen Möchtegern-Konservativen (Hieß Konservatismus nicht einmal, das man diesen Nationalstaats-Scheiß der Franzosen nicht mitmacht?), die zwar nie in die Kirche gehen, aber das Christentum ganz toll finden, so von wegen gegen Migranten, zumindest die Muslime, und Frau an ihrem Platz und so werden erwartungsgemäß reagieren. Bring back good old Kulturkampf, sag ich nur!

    - unsere Pseudolinkspseudointellektuellen müssten sich aus denselben Gründen eigentlich über einen Neger, äh, Schwarzen als Papst freuen, nur huldigen AFAIK die meisten entsprechenden Papabiles einer recht konservativen Sexualmoral (für differenzierte Werte von konservativ, für “richtige” Katholiken ist Sex heillig und ein Geschenk. Ja, das beißt sich mit dem Zölibat).

    - Mal sehen wie Frau Mariae Gloria von Thurn und Taxis auf einen Schwarzen reagiert, der nicht gerne mit ihr schnackselt. Die nächste Audienz dürfte interessant werden.

    Die Liste möge fortgesetzt werden!

    BTW, solange Kinder in Afrika an Malaria draufgehen oder physiche/psychische Behinderungen davontragen, damit das Bio-Fleisch zwar als teurer Geltungskonsum

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geltungskonsum

    den Abstand vom wirklichen Proletariat markieren kann, aber noch so billig ist, das arbeitslose Sozialpädagogen sich das leisten können, solange werde ich undere lieben Pseudointellektuellen für mindestens ebenso große Heuchler wie die Römisch-Katholische Kirche halten.[1]

    Ansonsten, zum Umgang mit den üblichen (Geld)-Scheinheiligen, interessanter als das übliche Klagen über stockkonservative Katholen wäre es doch, die Herren und Damen mit den eigenen Waffen zu schlagen; z.B. erinnere man bitte die Leute, die sich auf Katechismus 2357 berufen (sinngemäß ungefähr: Homosexualität ist keinesfalls zu billigen) unbedingt an 2358 erinnert:

    “Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.”

    http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P8B.HTM

    Wäre ja Sünde, sie nicht daran zu hindern, sich durch Schmähung homosexuell veranlagter Menschen zu beflecken, oder?

    Leute, die Abtreibung auch nach Vergewaltigung verbieten wollen (diese für ein Verbrechen zu halten sei ihnen unbenommen, genau genommen ist auch die Ermordung eines Diktators ein Verbrechen) sollten entsprechend dafür eintreten, daß Vergewaltiger gepfeffertes Schmerzensgeld und Unterhalt zahlen müssen (wohlgemerkt, nach einer Beichte sind nach RKK die Sünden vergeben, aber das schützt nicht vor Sühnestrafen).

    Die Liste möge fortgesetzt werden.

    [1]Das Problem is, das eines der besten Mittel gegen die Anopheles-Mücke das gute alte DDT ist, das nicht wirklich umweltfördernd ist, aber für die Mücke sehr stark und für Menschen sehr wenig giftig ist, wenn wir mal von chronischen Effekten absehen. Dazu das ehemalige Nachrichtenmagazin:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/insektengift-ddt-wie-die-malaria-wunderwaffe-bauern-in-die-armut-treibt-a-768654.html

  26. #28 Trottelreiner
    12. Februar 2013

    BTW entschuldigung für die Schreibfehler, ich bin etwas in Eile.

  27. #29 Trottelreiner
    12. Februar 2013

    Ähm, eine Nominierung Carlo Pedersolis, AKA Bud Spencer, würde ich mir doch noch einmal überlegen. Zumindest würde die Ernennung eines ehemaligen Kandidaten von Berlusconis Forza Italia einige Fragen aufwerfen:

    http://archivio.lastampa.it/LaStampaArchivio/main/History/tmpl_viewObj.jsp?objid=5883326

    Aber da wir gerade bei den Borgias sind, wie wäre es mit Jeromy Irons? Er ist zwar auch verheiratet und nicht mal katholisch, aber dafür seine Frau, die ist sogar Irin aus der Nähe von Dublin. ;)

    Und er hat gezeigt das er es kann. Als besonderes Schmankerl, der Ostersegen von Scar, die Einschaltquoten, ich sag nur die Einschaltquoten…

  28. #30 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    12. Februar 2013

    scheint mir der Rücktritt eines bald 86jährigen aus Altersgründen nicht sooo überraschend.

    Der letzte Papst hatte noch viel stärker abgebaut, und trat nicht zurück. 86 Jahre sind für einen Papst kein Alter. Seit 720 Jahren oder so war es nicht vorgekommen – ungewöhnlich ist es also allemal.

    Die einzig plausible Verschwörung die ich sehe wäre, dass man nicht länger vertuschen kann, dass auch der Papst in die Missbrauchsfälle verstrickt ist – sei es als Täter, sei es als Mitwisser und Vertuscher in stärkerem Ausmaß, als bislang bekannt, und dass er zurücktreten will, bevor die Bombe platzt. Das schöne an dieser Theorie ist, dass man, wenn 2 Monate nach der Wahl eines neuen Papstes nichts ruchbar wurde, dass dann die VT entkräftet ist.

    P.S. Berlusconi-Fans müssen jetzt ganz stark sein. Als Nachfolger des Papstes kommt ein verheirateter Mann nicht in Frage. Scheidung zählt bekanntlich nicht.

    Für Nichtkatholiken und Nichtexkatholiken ist es offenbar schwer sich das erste zu merken:

    Es ist, obwohl gerne zitiert wird “Was Gott verbunden hat, dass soll der Mensch nicht trennen” im Gegenteil so, dass eine Scheidung gar nicht gegen den kath. Glauben verstößt. Es gibt nämlich keine Scheidung i.d. kath. Kirche.

    Man kann sich vor dem Standesamt scheiden lassen, aber die Kirche erkennt das sowenig an, wie eine standesamtliche Heirat. Es ist daher keine Sünde, und man darf auch weiter in kirchlichen Betrieben schuften.

    Was man nicht darf, ist die Wiederheirat einer anderen Person. Das ist fortgesetzter Ehebruch, und kann man nicht beichten, weil man echte Reue zeigen muss. Wenn man nicht vorhat diesen Ehebruch zu beenden, dann kann man ihn auch nicht beichten. Wir halten also fest, dass nicht Scheidung sondern Ehebruch das Problem für Christen ist.

    Wer die Sendung – jetzt fällt mir auch der Titel wieder ein: “Gott hat hohe Nebenkosten” – nicht “Gottes Werk u. unser Beitrag” – letzteres ist ein Werk über Österreich, soweit ich mich erinnere, ein Buch, nicht wahr? – aufmerksam verfolgt hat, hat da aber mitbekommen, dass selbst eine Neuheirat kein unüberwindliches Problem ist – man kann einfach die vorherige Ehe für ungültig erklären lassen.

    Kein Witz!

    Wie es genau abläuft wurde nicht geschildert. Ich schätze dass ein tiefgläubiges oder hochkatholisches Gespräch nötig ist, verbunden mit einem kleinen Obulus – nicht dass man sich aus der Ehe herauskauft, sondern rein symbolisch, natürlich. Die Frau, der man das angeboten hat, war so angewiedert von dieser institutionalisierten Heuchelei, dass sie nichts weiter davon wissen wollte, sondern mit einem noch größeren Impuls der Kirche entfloh. :)

    Jedenfalls geht die Zahl derer, die das in Anspruch nehmen, in die Tausende. Müsste nochmal jmd. reinhören, ich glaube sogar zigtausende – was mit 20k. Vielleicht aber auch nur 2k.

    Für Berlusconi bedeutet das nicht viel – Scheidung geht immer. Er darf keine jungen Mädchen offiziell mit in den Vatikan holen. Zurücklassen ist nicht das Problem.

    Wir sahen aber als zweiten Punkt christlicher Wahrheit, dass diese zur Not flexibel ist. Wenn die Kirche will geht alles. Sie will eben meist nicht. Sie könnte aber auch einen Sack Reis, einen Vanillepudding oder ungewaschene Socken zum Papst wählen.

    Abschließend darf ich festhalten:

    Ich war nie Papst!

  29. #31 Trottelreiner
    13. Februar 2013

    Was du meinst ist eine Eheannulierung:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ehenichtigkeit_(Kirchenrecht)

    Die Sache mit dem Obulus finde ich jetzt nicht SOO schlimm, Scheidungsanwälte sind auch nicht billig. Aber mal sehen…

    “Eine Ehe ist nach kirchlichem Recht ungültig geschlossen, wenn bei der Eheschließung ein Konsensmangel vorlag, das heißt etwa einer der Partner sich bei der Eheschließung über wichtige Tatsachen oder Wesensmerkmale der Ehe im Irrtum befand (bspw. glaubte, die Ehe sei nach katholischem Verständnis nicht unauflöslich);”

    Was genau genommen schon erfüllt wäre, wenn einer der Partner bei Ablehnung der Annulierung meint, er/sie dachte das mit der Eheannullierung wäre einfach. Ähm.

    Zur Rolle der RKK in der Zukunft, ich denke einfach, daß wir möglichtst viele Machtblöcke brauchen, die aufeinander einschlagen, was dann eine gewisse individuelle Freiheit ermöglich. Um mal die Historie zu bemühen, wenn Kaiser und Papst sich streiten, freut sich der Kaufmann, denn auch im Mittelalter war die Vorherrschaft der RKK nie so stark, wie mancher glaubt, was auch den heutigen Anspruch auf Unfehlbarkeit oft eher als verspätete Rhetorik erscheinen läßt[1]…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Investiturstreit

    [1] Nebenbei, bis ins 19. Jhdt. eher Unfehlbarkeit der Konzile, Unfehlbarkeit des Papstes gibt es erst seit 1870, was dann zur Abspaltung der Altkatholiken führte (böse Stimmen nennen das Anschleimen beim alten Bismarck). Und selbst die gilt nur bei Äußerungen “ex cathedra”, also vom Lehrstuhl aus. Was als oberste rechtliche Instanz wiederum durchaus Sinn ergibt, in der BRD würde das Bundesverfassungsgericht eine ähnliche Rolle übernehmen.

  30. #32 Engywuck
    14. Februar 2013

    warum er jetzt zurücktritt könnte einen ganz einfachen Grund haben: die Weihnachtszeit ist vorbei, er hat gemerkt wie das geschlaucht hat, und die Ärzte haben gewarnt, es sei nicht sicher, ob er die Osterzeit (würdig) überstehen würde. Das ist für einen Papst (und die ganze Kurie) ja in erster Linie keine Urlaubszeit sondern sicher mit das stressigste im Jahreskreis.
    Da dann auch noch eine potentielle Papst-Beerdigung reinzulegen wie JP2 (der ja nur mit massivem Doping und Abgeben aller Amtsgeschäfte an Andere grad so den Ostersonntag überstand) wäre wohl “unfair”. Zumal Ratzi unter dem siechen JP2 mitgelitten hat.

    Also besser jetzt zurücktreten, dann kann der Nachfolger schon zu Ostern zeigen, was er draufhat.

    Im Übrigen ist das mit der “einmonatigen Kündigungsfrist” so ne Sache – das Konklave tritt 15-20 Tage *nach* Rücktritt oder Tod zusammen. Plus die 17 Tage zwischen Ankündigung und Rücktritt sind das wenigstens 32 Tage bis der Nachfolger gewählt werden kann, also genug Zeit für “den Vatikan” sich dran zu gewöhnen und in Ruhe Erster-Klasse-Flüge zu buchen. Maximal ‘ne Woche später sollte der Nachfolger feststehen (seit 1831 maximal vier Tage, bei Papa Ratzi 26 Stunden, bei JP2 3 Tage), was für maßgeschneiderte Soutanen in der Osternacht passen dürfte.

    Interessant wäre eher ein “ich trete mit sofortiger Wirkung zurück” gewesen.

  31. [...] Positives” sind dabei nie zu vermeiden. Niemand ist unfehlbar (wie es scheint, nicht mal mehr der Papst), JournalistInnen schon gar nicht. Aber so wie eine Ausweitung der Datenbasis gegen “false [...]

  32. #34 Steffmann
    15. Februar 2013


    Ich tippe mal darauf, dass der nächste Papst aus Afrika kommen wird (was angesichts der Entwicklung der Mitgliederzahlen der katholischen Kirche beinahe zwingend wäre)

    Der nächste Papst kommt garantiert nicht aus Afrika und wenn die Schwarzen noch so einen grossen Anteil der Gläubigen stellen sollten.
    Dieser Verein ist ein Unternehmen wie jedes andere auch. Und das Geld kommt nach wie vor von den weissen Gläubigen. Das wissen die alten Männer im Konzil, trotz Vorliebe für Puppenkleider, nur allzu genau.

  33. #35 Steffmann
    15. Februar 2013

    Um Missverständnissen vorzubeugen:
    Da es sich bei den Kardinälen meist ja um regelrechte Manifestierungen der Toleranz handelt, kann man getrost davon ausgehen, dass sie vor so einem offen praktizierten Rassismus nicht zurückschrecken würden.

  34. #36 Steffmann
    15. Februar 2013

    @Stefan W.


    Es gibt nämlich keine Scheidung i.d. kath. Kirche.

    Man kann sich vor dem Standesamt scheiden lassen, aber die Kirche erkennt das sowenig an, wie eine standesamtliche Heirat. Es ist daher keine Sünde, und man darf auch weiter in kirchlichen Betrieben schuften.

    Das ist falsch:

    Nach dem Rechtsverständnis der römisch-katholischen Kirche ist eine Scheidung nur in zwei eng begrenzten Fällen möglich: Wenn sich einer der beiden Eheleute, die zur Zeit der Eheschließung beide ungetauft waren, taufen lässt, und der ungetauft Bleibende den christlichen Glauben nicht akzeptiert und sich entweder deswegen trennen möchte oder „den Schöpfer lästert“, dann kann der getaufte Partner eine neue Ehe mit einem Getauften eingehen, was die erste (nichtsakramentale) Ehe auflöst.

    Auszug aus Wiki

  35. #37 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    15. Februar 2013

    @Steffmann:

    Nichtsakramentale Ehen zw. ungetauften hatte ich in der Tat nicht auf dem Schirm – wusste gar nicht dass es das gibt. Ich verstehe auch nicht ganz wozu es gut sein soll. Wenn 2 Nichtchrtisten heiraten – wieso sollten sie das in der Kirche tun? Und ohne Sakrament? Und wozu macht die Kirche da mit?

    Der Begründung gegen einen schwarzen Papst kann ich nicht folgen. Dann hätte es keinen polnischen Papst gegeben. Wie stört ein schwarzer Papst Geldflüsse aus dem Norden?

  36. #38 Trottelreiner
    15. Februar 2013

    Für den Fall, daß einer der beiden Partner ungetauft bleibt und die Ehe geschieden wird, gibt es sogar einen Fachausdruck, das Paulinische Privileg:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Paulinisches_Privileg

    Da allerdings auch die Taufe nicht reversibel ist, wäre das kein Ausweg für schon verheiratete Paare, wenn einer der beiden Partner austritt.

    Um das ganze mal mit dem Vertragsrecht zu vergleichen, eine Scheidung wäre ein Zurücktreten von einem Vertrag, z.B. über eine Rücktrittsklausel; dieses Recht ist in Deutschlanf vorgeschrieben, aber auch nur eingeschränkt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rücktritt_(Zivilrecht)

    Dieses Rücktrittsrecht hat man in einer katholischen Ehe nicht.

    Dessen unbenommen gäbe es ja noch die Möglichkeit, daß ein Vertrag gegen andere ethische Normen verstößt, z.B. unter Zwang abgeschlossen wurde etc. Im deutschen Recht wäre ein solcher Vertrag eventuell sittenwidrig und damit nichtig:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rücktritt_(Zivilrecht)

    Diese Möglichkeit gibt es im Katholizismus durchaus, das wäre dann die Eheannulierung.

    Ansonsten, ich bin Agnostiker, aber ich halte die RKK als Gegengewicht zu “progressiveren” Entwicklungen schon für notwendig, wobei ich im Zusammenhang mit dem, was sich so “progressiv” nennt, immer gerne daran erinnere, das die Eugenikgesetze in Schweden von den Sozialdemokraten eingebracht wurden (ja, wer hat uns verraten, die Sozialdemokraten, wer hält uns für dumm, das Zentru…).

    Um ein aktuelles Beispiel anzuführen, kann mir jemand erklären, wo der grundlegende Unterschied zwischen Ausschaltung der “Dummen” und/oder Migranten in der Kindererziehung (AKA Krippen) und dem hier besteht?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gestohlene_Generationen

    Nicht daß ich das Gegenteil (‘”familiarity breeds idiocy”) besser finde, aber nun ja[1].

    Und um das noch einmal klarzustellen, wer meint, Heuchelei sei ein römisch-katholische Vorrecht, erkläre mir, warum Abtreibung z.B. bei Down-Syndrom erlaubt ist, aber die PID mehr oder weniger verboten. Ach ja, das eine ist ein altes Kampftheme, das zweite böse Gentechnik, aber lassen wir das.

    [1“Mankind faces a crossroads. One path leads to despair and utter hopelessness. The other, to total extinction. Let us pray we have the wisdom to choose correctly”—Woody Allen.]

  37. #39 Trottelreiner
    Ähmm, leider habe ich einen falschen Link gesetzt, zur Sittenwidrigkeit im deutschen Vertragsrecht siehe
    15. Februar 2013

    Ähm, leider habe ich einen falschen Link gesetzt. zur Sittenwidrigkeit im deutschen Vertragsrecht siehe

    http://de.wikipedia.org/wiki/Sittenwidrigkeit

  38. #40 Steffmann
    15. Februar 2013

    @Stefan W.


    Der Begründung gegen einen schwarzen Papst kann ich nicht folgen. Dann hätte es keinen polnischen Papst gegeben. Wie stört ein schwarzer Papst Geldflüsse aus dem Norden?

    Sach ma, Stefan tust du jetzt nur so, oder meinst du das ernst ? Meine Argumentation war doch nun wirklich simpel genug. Ich persönlich würde mir wünschen, dass die Religion, und damit vor allem die katholische Kirche sich in einer einzigen Implosion erledigt. Da die Kirche seit jeher sehr geschickt mit dem Aberglauben der Menschen spielt, und vor allem Profit daraus schlägt, gehe ich davon aus, dass kein Afrika-Papst gewählt wird, sondern einer aus den “Geberländern”. Eigentlich musste ich das nicht erklären, oder ?

  39. #41 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    16. Februar 2013

    Sach ma, Stefan tust du jetzt nur so, oder meinst du das ernst ? Meine Argumentation war doch nun wirklich simpel genug. Ich persönlich würde mir wünschen, dass die Religion, und damit vor allem die katholische Kirche sich in einer einzigen Implosion erledigt.

    Gegen letzteres ist nichts zu sagen – gegen simple Argumentation, wenn sie den Gegner nicht trifft, schon.

    Da die Kirche seit jeher sehr geschickt mit dem Aberglauben der Menschen spielt, und vor allem Profit daraus schlägt, gehe ich davon aus, dass kein Afrika-Papst gewählt wird, sondern einer aus den “Geberländern”.

    Es gibt ja keinen Länderfinanzausgleich zwischen den Nationen. Meine Frage bleibt aber unbeantwortet, inwieweit ein schwarzer Papst den Geldfluss stören würde – das scheint für Dich ganz offensichtlich zu sein. Für mich ist das durch nichts begründet.

    Glaubst Du ein schwarzer Papst wird zu einer Austrittswelle im Norden/Europa führen?

    Eigentlich musste ich das nicht erklären, oder?

    Es erklärt sich jedenfalls nicht von selbst. Deswegen habe ich ja gefragt.

  40. #42 Trottelreiner
    16. Februar 2013

    (Etwas) wissemschaftlicher wäre da eine kleine Politologen-Hausarbeit zum Thema Papstwahl:

    http://ojs.uccs.edu/index.php/urj/article/download/2/4

  41. #43 Steffmann
    16. Februar 2013

    @Stefan W.

    Glaubst Du ein schwarzer Papst wird zu einer Austrittswelle im Norden/Europa führen?

    Nein, das glaube ich nicht. Aber ich glaube, dass die Kardinäle das glauben bzw. sich dafür fürchten. In der Tat wäre ein schwarzer Papst ja ungewöhnlich progressiv für die RKK.
    Abgesehen davon, werden die Kardinäle auch noch gut in Erinnerung haben, wie der “right wing”, genauer die christliche Rechten in den USA auf die Wahl eines schwarzen Präsidenten reagiert haben.

    Btw, sorry wenn mein letzter Kommentar bei dir nicht gut bei dir angekommen ist. Ich war mir eigentlich sicher, dass jedem klar ist, was ich meine. Aber du hast schon Recht, besser man formuliert es vollständig aus.

  42. #44 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/02/16/wir-waren-papst/
    16. Februar 2013

    In der Tat wäre ein schwarzer Papst ja ungewöhnlich progressiv für die RKK.

    Eine Frau zu wählen wäre progressiv. Wieviele Frauen als Kardinal gibt es, und wieviele Schwarze? Wenn es so große Vorbehalte gegenüber Schwarzen gäbe, dann gäbe es überhaupt keine schwarzen Kardinäle. Weder hat die Kirche die UN-Menschenrechtskonvention ratifiziert, noch ist die Organisationsstruktur porös für Wünsche große Minderheiten.

    wie der “right wing”, (…) in den USA auf die Wahl eines schwarzen Präsidenten reagiert haben.

    a) wieviel Prozent der Katholiken wohnen in den USA?
    b) Die USA haben gar keinen schwarzen Präsidenten gewählt – da bist Du denen schon auf den Leim gegangen. :) Er ist doch zur Hälfte weiß – wusstest Du das nicht?

    Ich glaube Du machst Dir das Denken zu einfach. So nach dem Motto “der Feind meines Feindes ist mein Freund”. Das ist er nicht unbedingt.

    Nicht alle Rechten sind gleich. Wenn der Vatikan sich mehrfach positiv zum Klu-Klux-Klan geäußert hätte. Aber seit wann sind Missionare damit beschäftigt die traditionellen Götter in Afrika zu zerstören wie es die Taliban mit den Buddhafiguren taten, und tauften die Afrikaner, bildeten sie zu Priestern aus? Zweifellos sind viele Christen Rassisten, aber nicht notwendig die Kardinäle.

    Der rechte Flügel in den USA ist doch auch primär evangelikal. Das ist mir als Indiz zu dünn.

  43. #45 Trottelreiner
    17. Februar 2013

    @ Stefan W
    “Wenn der Vatikan sich mehrfach positiv zum Klu-Klux-Klan geäußert hätte.”

    Worüber ich zumindest etwas überrascht wäre, da zu den traditionellen Angriffszielen des Klans neben Schwarzen und Juden eigentlich auch die katholischen Einwanderer aus Irland und dem Süden und Osten Europas gehörten, durch die sich die protestantischen Südstaatler “gefährdet” sahen.

    Womit sie im damaligen Klima nicht alleine standen, eine der Vorgängerorganisationen der Republikaner entfernet einen vom Papst gespendeten Stein aus dem Washington Monoment

    http://en.wikipedia.org/wiki/Washington_Monument#Construction

    Wobei ich dem KKK eher eine gewisse Nähe zu den damaligen Demokraten unterstellen würde, aber nun ja…

    http://en.wikipedia.org/wiki/Dixiecrat

    Ansonsten, zum Rassismus, das wäre jetzt so ein Kapitel für sich, aber man sollte vielleicht bedenken, daß eines der Dinge, die Voltaire den Christen vorwarf war, daß sie meinten, die Schwarzen wären Menschen wie sie und keine “Tiere, die Menschen ähnelten”. Während diverse päpstliche Bullen die Versklavung getaufter Eingeborener verboten Das diese dann den zu Erobernden auf Spanish(!) vorgelesen wurden, ehe man sie bekämpfte und als Heiden versklavte, steht auf einem anderen Blatt.

    Ansonsten, ich zitiere hier mal den Patrizier aus Pratchetts “Wachen! Wachen!”:

    “Vermutlich hälst Du das Leben deshalb für so problematisch, weil du glaubst, dass die guten Menschen auf der einen Seite stehen und die schlechten auf der anderen. Solche Vorstellungen sind natürlich völlig verkehrt. Es gab und gibt immer nur die Bösen, aber einige von Ihnen gehören zu unterschiedlichen Lagern”

  44. #46 Trottelreiner
    17. Februar 2013

    Wobei das Verhältnis zum KKK unter Umständen durchaus verhandelbar wäre, immerhin enstand der erste Vertrag zwischen dem modernen Staat Italien und dem Vatikan ausgerechnet unter Mussolini

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lateranverträge

    und der war vorher, wie bei Italienern sowohl der extremen Linken als auch Rechten üblich, eher antiklerikal eingestelltM; zumindest legen Buchtitel wie “Jan Hus, wahrer Prophet” und “Die Mätresse des Kardinals” das nahe.

    “Die Mätresse” war übrigens wohl das Buch, auf das sich der Spruch “This is not a novel to be tossed aside lightly. It should be thrown with great force.” bezog. Wobei auch ein Buch von Ayn Rand im Gespräch ist, was eigentlich schon genug sagt. *g*