Die aktuelle Wissenschaftsbeilage der New York Times ist diesmal einem einzigen Thema gewidmet: Chasing the Higgs, oder die Jagd nach dem Higgs. Zum Lesen und Zusammenfassen komme ich heute (und morgen und übermorgen) leider nicht, da ich noch ein paar Dutzend Hausarbeiten zu sichten habe. Aber selbst wer, wie ich, keine Zeit hat, sich den gesamten Sonderteil anzuschauen, wird vielleicht diese “Diashow” genießen:
Game of Bumps
(draufklicken und anschauen), oder dieses Video – das sich leider nicht einbetten lässt – ansehen:
Higgs-Video

flattr this!

Kommentare (8)

  1. #1 MartinB
    5. März 2013

    Noch eine schiefe Analogie?
    Jeder, der auch nur kurz nachdenkt, wird die Frage stellen “Und warum kommen Teilchen dann nicht zur Ruhe, wenn sie sich im Higgsfeld bewegen?”
    Mal davon abgesehen, das 95% der beobachteten Masse gerade nicht durch das Higgsfeld kommt.
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2012/07/14/kann-man-das-higgsteilchen-verstehen/

  2. #2 Bjoern
    6. März 2013

    Im Video bei etwa 3:00: “For nearly 50 years, it was just a theory.”

    *seufz* Mal wieder eine falsche Darstellung der Bedeutung des Begriffs “wissenschaftliche Theorie”…

  3. #3 Bjoern
    6. März 2013

    @MartinB: Das regt mich ja auch auf (hatte ich auf deinem Blog auch schon erwähnt, glaube ich 😉 ) – insbesondere deswegen, weil es an die vor-Newtonsche Vorstellung appelliert, dass eine Kraft nötig wäre, damit eine Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit immer weiter geht!

    Genau die Fehlvorstellung versuchen Physik-Lehrer (wie ich) unseren Schülern auszutreiben – und dann kommen diese Leute (großenteils selbst professionelle Physiker!) daher und wollen das Higgs-Feld mit genau dieser Fehlvorstellung erklären… *seufz*

  4. #4 MartinB
    7. März 2013

    @Bjoern
    Das grundlegende Problem der Physikdidaktik: Die, die sie gut verstehen, sind nicht unbedingt die, die sie gut erklären können. Und im Eifer des “Ich erklär’s jetzt mal ganz einfach” geht dann manchmal was schief (ist mir auch schon oft passiert).

  5. #5 bfr
    7. März 2013

    Higgs (in der Populärwissenschaft) und das Standardmodell (in der theoretischen Hochenergiephysik) wird mit einiger Wahrscheinlichkeit nach dem nächsten Durchbruch den Rang von Phlogiston einnehmen. Das SM erklärt nichts, sagt kaum etwas voraus, kann keine experimentellen Daten wirklich berechnen (so wie die QED mit der Feinstrukturkonstante) – die Voraussage der Higgsenergie war ungefähr in einem mehrere Größenordnungen breiten Bereich bis hin zu vielleicht überhaupt nicht.

  6. #6 Bjoern
    7. März 2013

    @bfr:

    Das SM erklärt nichts, sagt kaum etwas voraus, kann keine experimentellen Daten wirklich berechnen …

    *prust* Guter Witz! Hast du noch mehr in der Art auf Lager?

    _Falls_ das tatsächlich dein Ernst sein sollte: schau’ doch einfach mal in die Bibliothek eines physikalischen Instituts (oder ins ArXiV), wie viel jedes Jahr zur Teilchenphysik veröffentlicht wird – ein großer Teil mittels des Standardmodells berechnet…

    (so wie die QED mit der Feinstrukturkonstante)

    Häh? Beklagst du dich hier, dass die QED den Wert der Feinstrukturkonstante nicht vorhersagt, oder was?! Falls ja: beklagst du dich etwa auch, dass weder die Newton’sche Gravitationstheorie noch die Allgemeine Relativitätstheorie den Wert der Gravitationskonstante vorhersagt? Falls wieder ja: der Begriff “freier Parameter” einer Theorie sagt dir dann wohl auch nichts…?

    .,..die Voraussage der Higgsenergie war ungefähr in einem mehrere Größenordnungen breiten Bereich bis hin zu vielleicht überhaupt nicht.

    Dass dieser Bereich mit Hilfe von Messergebnissen _und_ Rechnungen, die das Standardmodell explizit benutzt haben, immer weiter eingegrenzt werden konnte, ist dir also nicht bekannt? (und dass das Higgs genau in diesem vorhersagten eingegrenzten Bereich tatsächlich auch gefunden wurde!) Oder ignorierst du das einfach mal?

  7. #7 brf
    8. März 2013

    Vielleicht missverständlich formuliert: ich habe gesagt, dass die QED die gemessene Feinstrukturkonstante hervorragend approximiert und dass ähnliche Leistungen des SM ausstehen.

    Und ja – bingo – ich beklage die viel zu grosse Zahl der freien Parameter. (ja der Begriff sagt mir was)

  8. #8 Bjoern
    8. März 2013

    @brf:

    ich habe gesagt, dass die QED die gemessene Feinstrukturkonstante hervorragend approximiert

    Bitte was? Meinst du, mit der QED könne man die Feinstrukturkonstante _ausrechnen_?
    Verwechselst du das vielleicht mit dem anomalen magnetischen Moment des Elektrons…?

    …und dass ähnliche Leistungen des SM ausstehen.

    * anomales magnetisches Moment des Myons (dafür braucht man nicht nur die QED, sondern das komplette SM)

    * inelastische Streuung an Protonen, insbesondere die DGLAP-Gleichungen (das ist QCD, aber die ist ja Teil des SM)

    * Vorhersage der Masse des Z-Bosons, nachdem die Masse der W-Bosonen und der Mischungswinkel bekannt war

    * Vorhersage von Baryonen- und Mesonenmassen mittels QCD (s.o.) auf dem Gitter

    Noch mehr?