Waffenepidemie rafft weiter Kinder dahin

Hier ist mal wieder ein Vorwort fällig: Dies ist keiner dieser scheinbar unausrottbaren “ja-aber”-Beiträge, die nach jedem Anschlag, jeder Katastrophe, bei der Menschen Leben und Gesundheit verlieren, vor allem im Web 2.0 wie Pilze sprießen: Ja, über die Opfer von [Ort/Unglück nach Wahl und Aktualität einsetzen] schreibt jetzt jeder, aber dass gleichzeitig [Anzahl und Kategorie von "unbeachteten"Opfern einsetzen] an [Verletzungs-, Krankheits- oder Todesursache einsetzen] leiden/sterben, darüber schreibt keiner. Nein, ich schreibe nichts mehr über den Bombenanschlag von Boston und die Ereignisse, die er nach sich zog – aus persönlichen Gründen, lassen wir’s dabei bewenden.

Hier geht es um Hunderte, letztlich Tausende verletzter und toter Kinder – nicht die Opfer eines Amokläufer, oder eines Attentäters, oder eines durchgedrehten Mitschülers. Sondern die Opfer jener Waffenepidemie, die alltäglich sinnlos tötet. Ein Beitrag im aktuellen Journal of the American Medical Association belegt noch einmal, was ich hier schon geschrieben hatte: Viel zu viele Kinder sterben in den USA durch Schusswaffen. Für das Paper hatten die AutorInnen Daten aus zwei Notaufnahmen – genauer gesagt: Traumatologie-Zentren, die sich auf die Behandlung von Unfall- und besonders von Schusswaffenopfern spezialisiert haben – im Großraum Denver (US-Staat Colorado) gesammelt und ausgewertet: Hier wurden zwischen 2000 und 2008 insgesamt 129 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit Schusswaffenverletzungen eingeliefert; die Hälfte dieser – in der Mehrzahl (80 Prozent) männlichen – Opfer musste mit Intensivmedizin versorgt werden, für 13 Prozent (17 Kinder und Jugendliche) endeten die Verletzungen tödlich.

Choose-One_Kinder-EggNicht wirklich überraschend, leider. Im Jahr 2011 lag die Todesrate für Schusswaffenopfer im Alter zwischen 4 und 17 Jahren in Colorado bei 2,8 von 100.000, und diese Zahl ist über lange Zeit relativ stabil geblieben. Im landesweiten Vergleich sind Schusswaffen, nach Verkehrsunfällen, die häufigste nicht-natürliche Todesursache für Personen unter 19 Jahren. Grob von den Bevölkerungszahlen hochgerechnet sterben jedes Jahr also mehr als 3200 junge Menschen durch Schusswaffen. Nur mal als Vergleichszahl: Im gleichen Zeitraum ersticken etwa 1250 Kinder und junge Menschen. Doch während gegen den Erstickungstod mit allerlei Verboten und Regelungen angegangen wird (Überraschungseier sind beispielsweise offiziell illegal), gibt es keinerlei ernst zu nehmende Bemühungen, die Schusswaffenrisiken für Kinder zu reduzieren.

Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Selbst wenn man jedes Argument der Schusswaffenrechtler akzeptiert, von der Selbstverteidigung bis zum Recht auf bewaffneten Widerstand gegen die Regierung (auch das ist ein unverholenes “Argument”!) – nicht ein einziger dieser Gründe erklärt, warum diese Gesellschaft den Tod von Tausenden Minderjähriger jährlich hinnehmen muss.

Und hier komme ich doch noch einmal auf die Ereignisse von Boston zurück: Die gleichen Kräfte, die im US-Senat dafür gesorgt haben, dass selbst so ein vom gesunden Menschenverstand diktierter (und von einer überwältigenden Mehrheit der US-Bevölkerung begrüßter) Gesetzes entwurf, der Sicherheitsüberprüfungen für alle Waffenkäufer vorschreibt, bereits im Senat gescheitert ist, wollen nun den Umstand, dass die beiden Bostoner Bombenleger als Kinder – legal! – in die USA eingewandert sind, zum Vorwand nehmen, eine Erleichterung der Einwanderungsbestimmungen zu blockieren oder besser noch: gleich die bestehenden Bestimmungen zu verschärfen. Wenn Tausende jährlich durch Schusswaffen sterben, dann ist ihrer Auffassung nach kein Anlass, über strengere Waffenkontrollen nachzudenken – aber wenn zwei Einwandererkinder kriminell werden und Bomben legen, was vor ihnen auch schon “waschechte” Amerikaner wie Timothy McVeigh oder Eric Rudolph taten, dann ist das ein Grund, Millionen von Einwanderungswilligen zu bestrafen. Komische Logik …

Foto: www.momsdemandaction.org

P.S.: Passend dazu diese Episode von Jon Stewarts Daily Show:

flattr this!

Kommentare

  1. #1 Eheran
    24. April 2013

    Wie verteilt sich denn die Opferzahl auf das genaue Alter?
    Aus dem Bauch würde ich mal sagen, dass ein Großteil dieser Opfer über 16 ist.

  2. #2 roel
    *****
    24. April 2013

    @Eheran Die Frage kommt immer wieder, für Statistiken habe ich im Moment keine Zeit, vielleicht hat Jürgen Schönstein eine parat. Nur mal kurz zwei Lnks:
    http://kurier.at/politik/weltchronik/unfaelle-in-den-usa-vierjaehrige-erschossen-zwei-menschen/8.286.983

    und

    http://www.heute.de/Vierj%C3%A4hriger-hantiert-mit-Waffe-Spielgef%C3%A4hrte-tot-27425828.html

  3. #3 Eheran
    24. April 2013

    Dabei handelte es sich um ein Kleinkalibergewehr und es war ein Unfall.
    Das ist nochmal etwas ganz anderes als eine “richtige” Schusswaffe, die auchnoch absichtlich auf jemanden abgefeuert wird.
    Natürlich hat es dennoch nichts in den Händen eines Kindes, auchnoch ohne Beaufsichtigung und leicht zugänglich inkl. Munition(sic!), zu suchen.
    Es ist aber nunmal eine Sportwaffe, genau wie Bögen etc.
    Und wie jede andere Sportart gibt es auch dort Risiken.
    Hätte sich das Kind mit den Steigeisen der Eltern die Pulsadern aufgeschlitzt, wäre das ebenso kein Argument um soetwas zu verbieten. Es ist Versagen der Eltern.
    Das ist also alles andere als ein Argument gegen Schusswaffen – natürlich nur meiner Meinung nach.

    Die Selektion (nur USA) im bezug auf “Unfälle” mit Schusswaffen ist auch nicht unbedingt förderlich.

    Ich bin durchaus für eine Liberalisierung des Deutschen Waffenrechts, jedoch gebunden an einen entsprechenden Test, der die mentalen Fähigkeiten des Besitzers sicherstellen soll und ggf. in Abständen widerholt werden muss.
    Ich behaupte ganz aal glatt: Ein überdurchschnittlich kluger Mensch mit Waffe wird im vergleich zu unterdurchschnittlich klugen fast keine Unfälle oder absichtlich irgendwelche Opfer erzeugen.
    Fast, weil es nirgendwo absolute Sicherheit gibt.

    Es bleibt festzuhalten, dass jemand, der eine Schusswaffe haben will, diese auch bekommt.
    Siehe Krampf gegen Drogen.

  4. #4 Fliegenschubser
    24. April 2013

    “…einen entsprechenden Test, der die mentalen Fähigkeiten des Besitzers sicherstellen soll…”

    Ich stell mir das gerade wie die MPU (den sog. Idiotentest). Der soll ja eigentlich auch sicherstellen, dass Leute, bevor sie ihren Führerschein zurückbekommen, nicht mehr unter Alkoholeinfluss fahren. Also im Prinzip ist das ein “entsprechender Test, der die mentalen Fähigkeiten des Besitzers sicherstellen soll”. Nun, man weiß ja, wohin das geführt hat: Es gibt Firmen, die sich ganz darauf spezialisiert haben, Leuten beizubringen jenen Test zu bestehen. Unabhängig davon, ob diese Personen geeignet sind oder nicht. Ich vermute, bei einem psychologischen Waffeneignungstest wäre es ähnlich.

  5. #5 Sven Türpe
    24. April 2013

    Worin liegt bitte der Unterschied zwischen einem sinnvollen und einem sinnlosen Tod? Und was ändert sich im Leben des Individuums, wenn eine Regierung ihre Todes-”Ursachen”-Staistik optimiert?

  6. #6 Eheran
    24. April 2013

    “Nun, man weiß ja, wohin das geführt hat: Es gibt Firmen, die sich ganz darauf spezialisiert haben, Leuten beizubringen jenen Test zu bestehen.”

    Weil Psychologen den Test so gemacht haben, das kein normaler Mensch den bestehen kann – alles kann in jede Richtung interpretiert werden.
    Dass darauf aufbauend eine entsprechende “Industrie” entsteht ist nicht weiter verwunderlich.
    Denn es gibt nicht wenig Menschen, deren Leben zu großen Teilen vom Fahren abhängt und die daher entsprechend Geld lassen für solche Dienstleistungen.
    Diesen existenziellen Anreiz gibt es für eine Hobbywaffe wohl nicht.
    Da ist auch noch der grundsätzliche Mangel des Punktesystems, das vielfahrer für eben jedes bestraft werden und gelegenheitsfahrer praktisch garnicht in diese Situation kommen, selbst wenn sie kaum fahren können.
    Eine Vergleichbarkeit gibt es also nur sehr bedingt.

    Ein Test ist auch nur eine Idee, sicher könnte man soetwas auch über andere Merkmale machen, wie z.B. eine generelle kleine Ausbildung ähnlich dem Führerschein.

    PS: Das Leben ist tödlich.

  7. #7 roel
    *****
    24. April 2013

    @Eheran “Dabei handelte es sich um ein Kleinkalibergewehr und es war ein Unfall.”

    Mir war nicht bewusst, dass Kleinkalibergewehre und Unfälle nicht zählen.

    “Ein überdurchschnittlich kluger Mensch mit Waffe wird im vergleich zu unterdurchschnittlich klugen fast keine Unfälle oder absichtlich irgendwelche Opfer erzeugen.
    Fast, weil es nirgendwo absolute Sicherheit gibt.”

    Gibt es hier für Statistiken zum IQ von absichtlichen und unabsichtlichen Todesschützen?

    In diesen ganzen Diskussionen, stelle ich fest, dass es immer die anderen sein müssen. In deinem Fall die unterdurchschnittlich Intelligenten, auf (fast) keinen Fall die überdurchschnittlich Intelligenten. Ist es nicht oftmals so, dass die Täter als intelligent beschrieben werden? Z.B. “Newtown – Täter intelligent, schüchtern und unter Druck”.

    Und aus http://www.uphs.upenn.edu/ficap/resourcebook/pdf/monograph.pdf

    “In the U.S., states with a higher availability of firearms have
    higher rates of firearm suicide, homicide, and unintentional deaths among children ages 5-14
    compared to states with less availability of firearms.”

    Das zeigt, dass da durchaus ein Zusammenhang Häufigkeit von Schusswaffen mit der Anzahl der durch Schusswaffen getöteten gibt.

  8. #8 roel
    *****
    24. April 2013

    @Eheran “PS: Das Leben ist tödlich.” Da liegst du sicherlich auf einer Linie mit Sven Türpe. Die Frage ist nur die: Wollten die Erschossenen schon frühzeitig durch eine oder mehrere Kugeln sterben? Ich denke in den meisten Fällen nicht.

  9. #9 Merowech
    24. April 2013

    Beruflich hab ich viel mit Waffen zu tun. Allerdings EIGENTLICH mehr in dem Sinne, dass ich immer das ausbaden muss was andere mit diesen Waffen anstellen ;-)

    Und trotzdem sehe ich die “Waffenproblematik” anders.

    ad 1
    Nicht die Waffe an sich tötet, sondern der Mensch / Schütze der die Waffe abfeuert.
    Es ist unbestritten, dass die Abgabe eines Schussen leichter ist als das Zustechen mit dem Küchenmesser. Das ist aber auch das einzige Arguement das ich zur Abgrenzung als Waffe gegenüber Werkzeuge / Haushaltsgeräten / Medikamenten / Giften / etc zulasse.

    ad 2
    Unfälle würde ich komplett aus der Statistik raus halten. Unfälle passieren auch mit Haushaltsgegenständen. Eine Schusswaffe in den Händen von Kindern (so schlimm es auch ist) ist genauso gefährlich wie eine liegengelassene elektrische Stichsäge des Papas die noch am Strom angeschlossen ist oder der offengelassene Pool bei der 2 Jährigen. Glaubt mir, wer ein 2 jähriges Mädchen tot aus dem Pool zieht, der schüttelt bei der oben beschriebenen Problematik einfach nur den Kopf !!! Wo bitte ist der Unterschied ? Was ist daran schlimmer ? Ich weiß es, es ist das Stigmata der MACHT und der GEFÄHRLICHKEIT die von Waffen ausgeht. Das macht Menschen Angst. Seit Urzeiten bedient sich der Mensch Waffen um seine Interessen durchzusetzen. Daher diese Angst davor. Vom Pool, geht keine Angst aus.

    ad 3
    Wer einen Mord begehen will begeht ihn so oder so und greift zu der ihm zur Verfügung stehenden Waffe. Auch diese Fälle sind rauszurechnen, da die Waffe ansich nur TATWERKZEUG ist und nicht kausal den Mord verursacht. Es steckt immer ein Mensch dahinter. Kriminalistisch ein wichtiger Askept, den viele übersehen. Affekthandlungen passieren nicht geplant. Und selbst die geplanten Morde werden sehr selten mit einer Schusswaffe begangen, da die kiminaltechnischen Möglichkeiten bei Schusswaffen deutlich besser sind, als wenn jemand Gift verwendet, dass nach 2 Stunden nicht mehr nachweisbar ist. Also kann man auch nicht sagen, dass die Mordrate aufgrund Schusswaffen so hoch ist. Im Gegenteil. Wer mit einer Schusswaffe jemanden umbringt, der ist schön doof. (Schmauchspuren, Balistik, Waffenregistratur, Auffälligkeit,….)

    ad 4
    Der Schusswaffenbesitz ist, bei korrekter Umsetzung der Gesetzeslage, leichter zu kontrollieren als der Besitz von Schweizer Taschenmesser oder die Flaschen mit Spiritus/WC-Reiniger/etc.

    ad 5
    Sportwaffen (z.B. Kleinkaliberwaffen). Da gebe ich einem Kommentator recht. Jedoch darf man nicht nach Waffenkategorie trennen sonndern man muss nach Waffenart trennen. So ist eine Armbrust ohne Waffenbesitzkarte erlaubt, eine CO2 Waffe bis 7,5 Joule auch, Sportbögen oder Blasrohre sind noch nicht mal vom Waffengesetz erfasst ! Gefährlich und tödlich sind sie ALLE !

    Negativabgrenzung:
    Natürtlich können auch Waffen schwarz über die Grenze kommen. Natürlich können Waffen auch missbräulich verwendet werden.

    Das gilt aber für alle gefährlichen Gegenstände, Mittelchen oder Werkzeuge.

    Als Fachmann kann ich ganz klar sagen: Es wird NIE 100% Sicherheit geben. Und die Gesetze sind nicht dazu da etwas zu VERHÜTEN sondern zu SANKTIONIEREN.

    Der § 263 StGB verbietet den Betrug. Und ? Gibt es deswegen weniger Betrug ? ;-)

    Es ist wie mit dem Fahrradschloss. Es verhindert NICHT das gezielte STEHELEN, sondern reduziert lediglich die Tatgelegenheit, sodass Gelenheitsdiebe abgeschreckt werden. Wer aber gezielt Fahrräder klaut, der hat einen Bolzenschneider dabei oder trägt das Fahrrad einfach weg.

    Eins noch, bitte korrigieren falls ich es überlesen habe, aber in den Statistiken und Quellen die hier genannt werden, werden da auch die gerechtfertigte Schussabgaben berücksichtigt ? (Beamte in Ausübung des Dienstes oder Notwehr).

    Gut, Tod durch Projektil bleibt Tod durch Projektil. Keine Frage. Aber ein klein wenig differenzieren sollte man schon.

    Das ist die gleiche sinnlose Diskussion wie mit den Killerspielen am PC. Da wird auch schön das sozialpädagogische Versagen der Eltern auf das Medium PC-Spiele verlagert. Nicht Counterstrike oder Battlefield 3 haben das Massaker an den Schulen angerichtet. NEIN, der sozial nicht integrierte Mensch hat das angerichtet. Und PC Spiele als Ursache der fehlenden Integration zu nehmen ist billig. Die Erziehung obliegt den Eltern und nicht dem PC !

    So auch die Massaker an den Schulen. Die eine ist, mangels Schusswaffen, halt mit einem Samuraischwert losgezogen, andere benutzen selbstgebastelte Sprengsätze. Wer ein Massaker verüben WILL/MUSS der tut dies auch, unabhängig von der Verfügbarkeit der Mittel. Dieser Mensch ist krank, sozial und oft auch psychisch krank. Traumatische Erlebnisse, sozial ausgerenzt, es gibt unzählige Gründe.

    Waffen gehören a) kontrolliert und nur b) in berechtigte Hände. Keine Frage

    P.S.: Nein, ich bin kein Sportschütze oder in einem Verein. Nein ich werde NICHT von der Waffenlobby bezahlt.

  10. #10 Merowech
    24. April 2013

    Rechtschreibfehler dürft ihr behalten. ;-)

  11. #11 roel
    *****
    24. April 2013

    @Merowech Hm, es gibt viele Todesfälle durch Ge/Misbrauch von Waffen. Versehentlich oder absichtlich.

    Du möchtest die Unfälle “komplett aus der Statistik raus halten.” Weil Unfälle passieren auch mit elektrischen Sägen oder in Swimming Pools.

    Morde möchtest du ebenfalls raus halten. “Wer einen Mord begehen will begeht ihn so oder so und greift zu der ihm zur Verfügung stehenden Waffe. Auch diese Fälle sind rauszurechnen”.

    Was bleibt über wenn die unabsichtlichen (Unfälle) und die absichtlichen (Morde) rausfallen aus dieser Statistik?

    Das Problem mit deiner Argumentation ist, dass sie leicht abgewandelt immer angewandt werden kann.

    Warum Gift verbieten, Unfälle mit Gift passieren, die sind aber nicht schlimmer als Unfälle mit Schußwaffen. Mit Gift kann man morden, aber wenn es nicht zur Hand ist nimmt man halt die Schußwaffe. Warum also überhaupt etwas gefährliches einschränken, denn etwas ebenso gefährliches ist nicht eingeschränkt bzw. kann ggf. nicht einmal eingeschränkt werden. Notfalls kann man auch mit bloßen Händen morden, die werden auch nicht vorsorglich amputiert.

    Ich denke man sollte keine Fälle aus der Statistik raus rechnen sondern Schußwaffen auch mit anderen Waffen vergleichen. Sogetan u.a. in dem von mir verlinktem Resource Book auf Seite 17 “Homicide Weapons by Type — U.S., 2008″ davon 68% Schußwaffen und als nächstes 13% Messer und Schnittwaffen.

    Dein wichtigster Satz “Waffen gehören a) kontrolliert und nur b) in berechtigte Hände.” passt, aber was bedeutet kontrolliert und was sind berechtigte Hände?

    Ebenso wichtig finde ich deinen Satz “Nicht die Waffe an sich tötet, sondern der Mensch / Schütze der die Waffe abfeuert” und im Zusammenhang damit “der sozial nicht integrierte Mensch hat das angerichtet” passt sicher auch. Sind das dann die unberechtigten Hände und wie könnten die von berechtigten Händen unterschieden werden?

  12. #12 HT
    24. April 2013

    @Merowech

    Zu 1) und 2)
    Werkzeug, Haushaltsgeräte, Medikamente benötigt der Durchschnittsmensch im Alltag, Waffen nicht. Ein Verbot von Medikamenten oder Haushaltsgeräten würde mehr Nachteile für das Leben einbringen als der Waffenbesitz.

    Zu 3)
    Wer einen Mord plant, greift zweifelsohne zu den zur Verfügung stehenden Waffen. Aber man vergleiche die Anzahl der Toten z.B. bei Amokläufen in Ländern mit liberalem Waffenrecht und strengerem Waffenrecht (einer der Autoren bei SB hatte hierzu eine schöne Karte (Jürgen?), die ich leider nicht mehr finden kann)

    Zu 4)
    Wie kontrollierst Du, ob jemand in Zukunft damit etwas anstellen wird? Jemand kann sich bis zum Waffenkauf rechtmaessig verhalten und ANSCHLIESSEND kriminell werden.

    Zu „Waffen gehören a) kontrolliert und nur b) in berechtigte Hände.“:
    Als berechtigte Hände sehe ich Polizisten und Soldaten im Dienst. Gibt es da noch andere?

  13. #13 Alderamin
    24. April 2013

    @Eheran, Merowech

    Also, ich versteh’ Euch nicht. Waffen sind gefährlich. Wenn sie in die falschen Hände geraten, wenn Unfälle passieren, wenn ein Bürger mit noch soviel IQ durchdreht oder depressiv wird. Ja, es gibt auch andere gefährliche Dinge wie Autos oder Swimming Pools.

    Nur: Wozu muss jemand eine Schusswaffe haben? Autos sind heute unverzichtbar, um sich unabhängig fort zu bewegen. Pools sind meistens privater Luxus und gefährden dann keine Dritten (in öffentlichen Schwimmbädern sind die Sicherheitsvorschriften streng, aber natürlich kann es keine absolute Sicherheit geben, man geht da auf eigenes Risiko hin).

    Aber Schusswaffen haben nur eine Funktion: das Töten. Auch wenn man gelegentlich einen Sport daraus macht und auf Holzvögel oder Pappkameraden schießt. Warum muss jemand eine Schusswaffe besitzen dürfen, wenn er nicht gerade Polizist oder Jäger ist? Wenn z.B. harte Drogen verboten sind? Oder Laserpointer mit mehr als 1 mW Leistung?

    Das Selbstverteidigungsargument ist Unsinn, denn je leichter der Bürger an eine Waffe kommt, desto leichter auch der Kriminelle, und vor allem muss der Kriminelle dann damit rechnen, dass das Opfer ihn töten könnte und dann wird er umso eher als erster schießen. Und das Argument, dass Messer o.ä. auch Waffen sind, zieht auch nicht, weil das Töten aus der Entfernung eine ganz andere Dimension hat als das Töten aus der Nähe, wohlmöglich im Kampf. Die Hemmschwelle ist im Nahkampf unendlich viel größer. Auch für einen Selbstmord.

    Ich bin jedenfalls froh, dass die Bestimmungen bei uns viel strenger sind als in den USA und kann nicht nachvollziehen, warum jemand, der bei uns lebt, sich für privaten Waffenbesitz ausspricht. Wenn Ihr im Schützenverein seid, lasst Eure Waffen lieber im Vereinshaus im Panzerschrank. Noch lieber wäre mir, Ihr versucht’s mal mit anderen Hobbies wie Fotografie oder Astronomie. Da kann man auch Ziele treffen.

  14. #14 Franz
    24. April 2013

    @Merowech
    Schusswaffen erleichtern das Töten und wenn der Täter die Grenze überschritten hat, dann kann er oder sie auf Grund der Effektivität der Schusswaffe ein Blutbad anrichten, dass man mit einem Samuraischwert oder Messern nur schwer hinbringt.

    Ich denke also schon (wie auch Studien zeigen), dass ein erschwerter Zugang zu Schusswaffen auch die Todesrate reduziert.

    Ich frag auch immer: wer braucht eine Waffe ? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein hoher Prozentsatz diese nicht benutzen würden im Ernstfall, den sie immer als Vorwand benutzen.

  15. #15 Merowech
    24. April 2013

    Ja, mich bitte nciht falsch verstehen, im großen und ganzen habt ihr Recht. Nur ich will halt etwas differenzieren und tiefer einsteigen und nicht auf Stammtisch Niveau Ü-Eier mit einem vollautomatischen Sturmgewehr vergleichen. Das regt michd abei auf. Als ob ein 5 jähriger ein M16 kaufen kann. (Im Plakat seht SELL !)

    @roel
    Ja, stimme dir zu dass viele an Schussverletzunge sterben. Aber hast du dir mal auf Seite 13 man angeschaut wieviele davon SELBSTMORD sind ? ;-) In den USA weniger als in allen anderen Ländern, jo. Aber ansonsten sind das mit Masse Selbstmorde.

    Ja ja….die Sache mit den Zahlen und Statistiken. Aber dieses Paper von dir zeigt definitiv dass in den USA da noch viel gemacht werden muss. Keine Frage

    @ Franz
    Also ich behaupte einfach mal: Wer mit einer Schusswaffe umgehen kann….JA der kann ein Blutbad anrichten…stimmt. Aber ein ungeübter der richtet aufgrund des Überraschungseffektes zu beginn Schaden an, dann nehmen die Wirkungstreffer aufgrund Panik, Flucht und eigenem Adrenalinschub drastisch ab. Es sei denn er ist geübt und an Waffen gewöhnt.

    Jas aber ich gebe dir recht, eventuell sit anzunehmen dass dann der SCHADEN geringer ist. ABER, ein geplantes MASSAKER verhindert man damit nicht. Genausowenig wie mit dem Verbot von Killerspielen. Das will ich damit aussagen.

    Deswegen: berechtigte Personen. Da die Frage aufkam wer berechtigt sein soll, der schaue ins deutsche Waffegesetz da stehen sie drin.

    @Aldermin

    Aber Schusswaffen haben nur eine Funktion: das Töten.

    Falsch. Eine Schusswaffe hat lediglich die Funktion ein Projektil abzufeuern. Entscheidend für eine tödliche Funktion ist somit die Munitionsart und die enthaltene Energie bei der Schussabgabe (Deswegen im Deutschen Waffenrecht auch die magische Grenze von 7,5 Joule).

    Jaaaa, da wir hier in einem Wissenschaftsblog sind, machen wir das jetzt ganz genau.
    Warum ich so spitzfindig bin ? Meine Dienstwaffe z.B. dient NICHT zum töten ! Kann sie auch nur in begrenztem Umfang (Gezielter Schuss in das Kleinhirn, Schlagadertreffer ohne medizinische Versorgung, direkter Herztreffer)…ansonsten hat meine Dienstwaffe eine MAN-STOP-WIRKUNG aufgrund der Munition ! Die ist so konzepiert dass die beim Auftreffen derart aufpilzt, dass sie NICHT durch den ganzen Körper geht sondern relativ weit vorne bleibt und die gesamte Kinetische Energie in den Körper abgibt, welches zur Folge hat dass dieser abgebremst oder sogar zu Boden geht.

    Hmmm…Ok, etwas spitzfindig…aber deine Aussage war nicht zu 100% korrekt. Aber genau das meine ich mit “differenzierter” Betrachten, keine Stammtisch Pauschalaussagen oder dergleichen.

    Das Selbstverteidigungsargument ist Unsinn,

    Ja…keine Frage. Das stimmt. Auch über die Verfügbarkeit von Waffen. Aber eines darfst du nicht vergessen. Schwerkriminelle kommen IMMER an Waffen. Aber das ist doch wie mit meinem Fahrradschlossbeispiel. Klar soll man ein Schloss ran machen. Das bstreite ich nie. Aber es verhindert nicht den gezielten Diebstahl.

    - Trennung -

    Und nochmal zum Thema aus der Statistik rausrechnen. Gut..kann man hier und da drüber streiten. Aber Selbstmorde und berechtigte Schussabgaben MÜSSEN raus. Weil das sagt überhaupt nix aussagt.

    Wir reden von den Kindern die mit Papas Waffe rumspielt, oder von den “Blutbaden” an Schulen und ähnlichem.

    @ HT

    Wie kontrollierst Du, ob jemand in Zukunft damit etwas anstellen wird? Jemand kann sich bis zum Waffenkauf rechtmaessig verhalten und ANSCHLIESSEND kriminell werden.

    Solche Fragestellungen liebe ich ja immer in meinem Beruf. Auf der einen Seite schimpfen über Staatstrojaner und Überwachungsstaat, schimpfen über Verkehrskontrollen (nur die eigene natürlich, die war definitiv unrechtmäßig) und freilaufende Kriminelle, aber dann die Frage nach der Kontrolle stellen. TJA, sowas ist in Deutschland NICHT GEWOLLT und wird auch nicht klappen. Da gebe ich dir recht. Man kann nicht jeden Kontrollieren. Aber unser Waffenrecht ist schon so OK. Nur bei den Sportschützen und Waffensammlern. Da würde ich persönlich bisschen strenger nachschauen.

    Ja es gibt noch andere berechtigte: Wachdienst, Wachpersonal (Geldtransporter), Gefährdete Personen (Abtreibungsarzt der nachweisen kann, dass sein Leben durch Abtreibungsgegner bedroht wird, oder Ärzt- /Tierärzte allgemein die in sehr ländlichen Regionen leben, hier z.b. Fangschuss bei wilden Tieren, oder eintreffen vor Polizei und Täter ist noch vor Ort, wie schon gesagt ländliche Region )

  16. #16 Merowech
    24. April 2013

    Nochmal….für die die nur oberflächlich lesen:

    Die Waffengesetze in den USA sind ein nogo für mich. Aber was die USA angeht, da ist eh Hopfen und Malz verloren wer Tschechien nicht von Tschetschenien unterscheiden kann:

    Verzweifelter Botschafter gibt USA Erdkunde-Nachhilfe

  17. #17 Alderamin
    24. April 2013

    @Merowech

    @Alderamin

    Aber Schusswaffen haben nur eine Funktion: das Töten.

    Falsch. Eine Schusswaffe hat lediglich die Funktion ein Projektil abzufeuern.

    Gut, ich wollte zunächst auch noch “veletzen” dazu schreiben, mich dann aber kürzer fassen. Jedenfalls sollen sie jemandem etwas Ungutes antun (bzw. glaubhaft damit drohen, also müssen sie auch dazu im Stande sein), was für die meisten anderen Geräte, die ein Unfallrisiko haben, nicht gilt, die haben eine andere Funktion, und deswegen hinken alle Vergleiche zwischen Schusswaffen und Gebrauchsgegenständen.

    Schwerkriminelle kommen IMMER an Waffen.

    Ja. Und Schwerkriminelle können vermutlich auch besser damit umgehen und deswegen ist man am sichersten, wenn man sich in diesem Fall gleich ergibt und den Anweisung Folge leistet. Du bist anscheinend Polizist oder so etwas, Du willst doch auch nicht am Tatort eintreffen, wo sich Überfallener und Täter ein Feuergefecht liefern oder geliefert haben. Selbstjustiz kann doch nicht das Ziel sein.

    Außerdem sind diese ganzen Amokläufer-Fälle keine Schwerkriminellen. Diese Fälle würden ohne leicht verfügbare Schusswaffen gar nicht statt finden. Es rennt kein Schüler mit dem Messer durch die Schule und sticht die Leute ab. Leicht verfügbare Waffen sind dann auch schnell im Gebrauch bei Kleinkriminellen, die vielleicht gar nicht töten wollen und die Waffe nur als “Versicherung” mitnehmen, die dann aber von der Situation (z.B. bewaffnetes Opfer) überfordert werden und am Ende doch schießen.

    Und Selbstmord ist mit einer Pistole auch einfacher als mit einem Messer, einem Strick oder einer Straßenbahn.

    Also, je schwieriger es ist, an Waffen zu kommen, desto besser. Und automatische Waffen braucht man ohnehin nur im Krieg. Nur um die ging es doch in den USA.

  18. #18 kahl
    24. April 2013

    Rassistischer Dreck wie dieser wird gelöscht, die Verbreiter des Drecks werden gesperrt. Basta.

  19. #19 HT
    24. April 2013

    @Merowech:
    Wachdienst, gefeahrdete Personen. Zugegeben, diese Gruppierungen habe ich nicht berücksichtigt. Dennoch gehören die meisten Menschen diesen Gruppierungen nicht an.

    „ Auf der einen Seite schimpfen über Staatstrojaner und Überwachungsstaat…”

    Ich habe mich zu diesen beiden Themen nicht geaeussert. Ich schreib ausschließlich über den Waffenbesitz. Fuer oder gegen was sich die persönlichen Einstellungen der anderen Leute hier richtet, spiegelt deswegen nicht automatisch meine Meinung wieder, auch wenn es zu Meinung über den Waffenbesitz Übereinstimmungen gibt.

    Übrigens habe ich die Karte gefunden, von der ich schreib: M. Anhaeuser postete eine Karte mit Amokläufen, aus der sich entnehmen lässt, dass Amokläufe mit vielen Todesopfern vor allem in Ländern mit liberalem Waffenrecht vorkommen:

    http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/eine-weltkarte-der-amoklaufe/

  20. #21 Alderamin
    24. April 2013

    Wo wir gerade dabei sind, Fundstück auf Spiegel Online.

  21. #22 roel
    *****
    24. April 2013

    @Merowech “Ja, mich bitte nciht falsch verstehen, im großen und ganzen habt ihr Recht. Nur ich will halt etwas differenzieren und tiefer einsteigen und nicht auf Stammtisch Niveau Ü-Eier mit einem vollautomatischen Sturmgewehr vergleichen. Das regt michd abei auf. Als ob ein 5 jähriger ein M16 kaufen kann. (Im Plakat seht SELL !)”

    Der Verkauf von Ü-Eiern ist in den USA verboten, selbst die Einfuhr von einem einzelnen Ü-Ei ist strafbar.

    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_%C3%9Cberraschung “In den USA sind schon seit 1938 Süßwaren verboten, in die ein „nicht essbares Objekt eingeschlossen ist“. Der Import in die USA wird für Privatpersonen mit bis zu 2.500 US-Dollar (ca. 1.930 Euro) Strafe belegt, was oftmals unbekannt ist.[3] Die U. S. Food and Drug Administration unterstützt das Verbot aufgrund der Gefahr für Kleinkinder ausdrücklich.”

    Das “Sell” bezieht sich also nicht nur auf Kinder sondern auch auf Erwachsene.

    Ist jetzt zwar nicht das Hauptthema, aber für das Verständnis des Vergleichs hilfreich.

  22. #23 Jürgen Schönstein
    24. April 2013

    @merowech
    Wer verbeitet hier Stammtischniveau, mit so abgedroschenen “Argumenten” wie “Nicht die Waffe tötet, sondern der Mensch”? Ab da bist Du nicht mal mehr “satisfaktionsfähig”.

  23. #24 Merowech
    24. April 2013

    @Aldermin

    Außerdem sind diese ganzen Amokläufer-Fälle keine Schwerkriminellen. Diese Fälle würden ohne leicht verfügbare Schusswaffen gar nicht statt finden.

    Was zu untersuchen wäre. Ach ja. Als Gedankenanstoß: Wurde der Täter nicht DURCH den Amoklauf zum Schwerkriminellen. Ja bereits bei der Planung (Tatentschluß). Tjaaaaa. Kriminalistisch und juristisch betrachtet beginnt eine Tat nämlich weit vor der eigentlichen Tatausführung.

    @Schönstein

    Wer verbeitet hier Stammtischniveau, mit so abgedroschenen “Argumenten” wie “Nicht die Waffe tötet, sondern der Mensch”? Ab da bist Du nicht mal mehr “satisfaktionsfähig”.

    Ich KANN nichts verbieten. ;-) Höchstens anmahnen. Auch bei dir die Frage: Wird ein Argument abgedroschen wenn es oft fällt ?
    Fakt ist, dass die WAFFE ein Gegenstand ist, die nicht zu eigenen Handlungen und Denkprozessen fähig ist. Das heisst kriminalistisch wird der Tatentschluß vom MENSCHEN durchgeführt. Nicht von der Waffe. Das wäre mir neu ;-)
    Also muss man den MENSCHEN betrachten. Nicht die Waffe. Warum tötet er ? Was für ein Motiv hat er ? Warum nimmt er einen Revolver ? Woher hat er den Revolver ? und und und.

    Ich weiß was dir da gegen den Strich geht. Auch die Waffenlobby in den USA nutzen dieses Argument gerne. Aber das disqualifiziert doch nicht gleich das Argument. Ich betrachte es objektiv und Neutral.

    @roel
    Ich weiß dass Ü-Eier verboten sind. Steht doch im Text und ist auf dem Plakat deutlich sichtbar ;-/ . Na ja….egal…finde das Beispiel nicht treffend. Denn ein Kind kann sehr wohl ein Ü-Ei kaufen aber bestimmt kein Sturmgewehr. Egal. Ich weiß was das Plakat aussagen will. Is ja ok. Bin aber etwas werbunggeschädigt. Meine Frau kann ein Lied davon singen. Wenn wir zusammen Fernseh schauen….keine Werbung kommt ohne Kritik von mir davon. ;-)

    @HT
    Tja und was den WaffenBESITZ angeht, Das deutsche Waffenrecht unterscheidet Besitzen, Führen und Schießen.
    Besitzen ist leichter als Führen. Das man Waffen besitzen darf liegt mal wieder am deutschen Rechtsverständnis. Auf eigenem Grund und Boden (Auch Wohnung) darf man so ziemlich alles. Das ist laut GG recht hoch aufgehangen dieses Grundrecht. Laut WaffenG benötigt man nur in vier Fällen den Nachweis einer Waffenbesitzkarte. Is so….wird man auch schwer ändern können, weil wir sonst mehr in das Persönlichkeitsrecht (Unverletzlichkeit der Wohnung) eingreifen müsste. Ein nogo. Also ist das Besitzen leichter als das Führen.

    Ich meine mal Praktisch gedacht: Sollen die Ermittlungsbehörden stichprobenartig mal bei dir zuhause aufschlagen *dingdong* Die Polizei….Wir wollen nur mal schauen ob sie eine Waffe besitzen ohne Waffenbesitzschein. Unrealistisch (Das meinte ich mit es wird gemeckert, dass wir zu einem Polizeistaat verkommen und dann wieder soll doch mehr kontrolliert und sanktioniert werden….natürlich nur bei den anderen ;-) )

    Gut auf dem Papier sanktionieren kann man es. Aber die Unverletzlichkeit der Wohnung bleibt davon unberührt (Grundrecht)

  24. #25 Jürgen Schönstein
    24. April 2013

    @merowech
    Ich hoffe ja, dass Du Dich nur dumm stellst. Es geht hier ganz eindeutig um Kinder. Ich habe es ziemlich klar geschrieben (wenn man denn lesen möchte und nicht eilig schon lostippt, um seine alten, abgedroschen, ausgelutschten, sinnlosen … die Liste der Adjektive ist lang … “Argumente” loszuwerden) :

    Selbst wenn man jedes Argument der Schusswaffenrechtler akzeptiert, von der Selbstverteidigung bis zum Recht auf bewaffneten Widerstand gegen die Regierung (auch das ist ein unverholenes “Argument”!) – nicht ein einziger dieser Gründe erklärt, warum diese Gesellschaft den Tod von Tausenden Minderjähriger jährlich hinnehmen muss.

    Und keines Deiner “Argumente” beantwortet diese Frage. Ist also, rein logisch und rhetorisch betrachtet, kein Argument. Und damit kein Beitrag zu diesr Diskussion, sondern Stammtischniveau.

  25. #26 Physiker
    24. April 2013

    Ich kann gar nicht soviel essen wie ich kotzen könnte, wenn ich einige der obigen Kommentare lese. Es ist auch sehr schwer zu ertragen, dass ausgerechnet die mit besonders diskriminierenden (siehe IQ-Diskussion), zynischen (“Das Leben ist tödlich” – wenn es um Kinder geht) oder Menschen-/Kinder-verachtendem Standpunkt sich dann auch noch als Waffenbesitzer outen. Das erinnert mich irgendwie an Personen die zur Bundeswehr gegangen sind weil sie es “geil” fanden (O-Ton) ihre Ballerspielfantasien wahr werden zu lassen. Also mir läuft es da in beiden Fällen eiskalt den Rücken runter … und je länger man den Waffenfanatikern zuhört, desto restriktiver wird meine Meinung zum Thema Waffenbesitz.

  26. #27 HT
    24. April 2013

    @Merowech

    „ Auf eigenem Grund und Boden (Auch Wohnung) darf man so ziemlich alles.“

    Toeten? Sklavenhaltung? Alles?

    „Das ist laut GG recht hoch aufgehangen dieses Grundrecht. Laut WaffenG benötigt man nur in vier Fällen den Nachweis einer Waffenbesitzkarte. Is so….”

    Darum geht es ja in der Diskussion. Das Recht eine Schusswaffe privat besitzen zu dürfen wird angeprangert.

    @Physiker

    „Das erinnert mich irgendwie an Personen die zur Bundeswehr gegangen sind weil sie es “geil” fanden (O-Ton) ihre Ballerspielfantasien wahr werden zu lassen.

    Ich denke nicht, dass man im Allgemeinen Bundeswehrangehoerige und Waffenfanatiker in die gleiche Schublade stecken kann. Dass Angehörige der Polizei und der Armee den Umgang mit Waffen erlernen ist normal. Ich glaube, dass eine Waffe eine recht große Faszination mit sich ziehen kann. Das heißt aber nicht, dass man deswegen gleichzeitig den privaten Waffenbesitz befürwortet.

  27. #28 Kriegsherr
    24. April 2013

    *LOL*
    Also das Waffen zum töten gemacht sind bestreitet keiner.
    Aber auch das Bolzenschußgerät vom Metzger ist zum töten gedacht und bis auf die Reichweite identisch zu bedienen.
    Das Kinder beaufsichtigt werden müssen ist das was hier wohl am meisten zum tragen kommt.
    Wenn ich im Schützenclub 8jährige am Luftgeweher ausbilde weil’s ein schönes Hobby ist bedeutet das nicht das ich dem Kind direktes Töten beibringe, anders als bei Y-Tours und den ganzen “guten Terroristen” …
    Das es logisch ist das mehr Vorfälle auftreten wenn XYZ viel mehr als woanders vorhanden ist dürfte ja nicht schwer zu erkennen sein.
    Das Problem liegt daher nicht im Gegenstand XYZ sondern im Umgang damit.
    Wenn ich noch daran denke wie mir immer meine erbsenpistole vom “lieben Dorfpolizisten” abgenommen wurde mit der Begründung das gibt kaputte Augen und dann sehe wie hier die 14 jährigen sich mit Softairs gegenseitig plinken hat sich da nix verändert, außer das die Softairs genauer schießen als die Erbsenpistolen von damals :-P
    Langer Rede kurzer Sinn es sollten immer alle Seiten eines erkannten Problems betrachtet werden um dann die beste Lösung zu finden.
    Wenn Jürgen Schönstein meint die Abschaffung von Waffen wäre dies dann ist das halt seine Meinung.
    Wäre sicher gut wenn sich das vor allem in aktuellen Kriegsgebieten herumsprechen würde, da sterben nämlich insgesamt viel mehr Kinder.

  28. #29 YeRainbow
    http://yerainbow.wordpress.com/
    24. April 2013

    “Die Aufgabe der Waffe ist es, ein Projektil abzufeuern”
    (sinngemäß).
    Funktion des Projektils?
    … Schönheit? Musik? Löcher stanzen?

    Die Diskussion darum, daß es halt der Mensch ist, der ungeeignet wäre, mit eben der Waffe umzugehen, ist zu isoliert.
    Menschen werden nicht einfach kriminell und/oder dämlich.
    Das ist eine Entwicklung im sozialen Raum.
    Und nicht zufällig.

  29. #30 Physiker
    24. April 2013

    @Kriegsherr:

    Kriegsgebieten [...], da sterben nämlich insgesamt viel mehr Kinder.

    Wieder ein Paradebeispiel an Zynismus, Menschen- und Kinderverachtung. Was hat denn bitteschön das eine mit dem anderen zu tun? Welcher perversen Argumentation zufolge ist eine liberale Schusswaffenpolitik in den USA günstig für den Weltfrieden?

  30. #31 Physiker
    24. April 2013

    @Merowech:

    Auf eigenem Grund und Boden (Auch Wohnung) darf man so ziemlich alles.

    Wie z.B. das Downloaden/Streamen von urheberrechtlich geschützten Filmen. Aber das ist wohl auch viel gefährlicher für die Kinder als ein liberales Waffenrecht (mit den im obigen Artikel geschätzten tausenden von Toten pro Jahr)…

  31. #32 Eheran
    24. April 2013

    “Aber Schusswaffen haben nur eine Funktion: das Töten.”

    Sicherlich ist das zu Kriegszeiten bzw. in Kriegsgebieten wirklich so, aber hier oder in den USA sicherlich nicht.
    Mit der Argumentation, dass es dritte gefährden kann aber keinen gigantischen Nutzen für die Gesellschaft hat, kann man so ziemlich alles verbieten.
    Fast alles ist nicht existentiell, trotzdem muss man es deswegen nicht verbieten.
    Und vor allem nicht aus dem Grund, dass du keinen Grund dafür siehst und meinst damit könne man nur töten.
    Eine ähnliche “Strategie” fährt man momentan gegen jegliche Verwender von Chemikalien, die nicht gerade Großindustrielle sind.
    Da blendet man für beispielsweise Wasserstoffperoxid 10’000 normale Verwendungszwecke aus und meint, es gäbe nur diesen einen Illegalen.
    Diese aktuellen Änderungen werden bald ziemlich tief einschlagen und entsprechende Verluste erzeugen. Auswanderung und den Verfall der Chemischen Industrie Deutschlands wird es massiv beschleunigen.

    Nicht 1:1 vergleichbar mit Schusswaffen, aber die Argumentation bleibt die Gleiche.
    In der “Weltkarte der Amokläufe”:
    http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/eine-weltkarte-der-amoklaufe/
    Sieht man doch eines sehr schön:
    In der Schweiz gibt es pro Haushalt mehr als die dreifache Schusswaffenmenge laut:
    http://scienceblogs.de/geograffitico/wp-content/blogs.dir/70/files/2012/10/i-47c2e3ce2411c43cf7abf1956417a3fa-International.gif
    Dennoch gab es dort bislang keinen Amoklauf.
    In Österreich sieht es ähnlich aus, wenn auch nicht so viele Waffen vorhanden sind.
    Sind die Schusswaffen also tatsächlich in irgendeinen Zusammenhang mit Amokläufen zu bringen?
    Oder mit Gewaltspielen, die sicherlich ebenso in beiden Ländern mind. wie hier vorhanden sind?

    Ich vermute das Problem jedoch wirklich genau an dieser Stelle:
    Dem Verbot sämtlicher möglicherweise gefährlichen Dinge und die Unmöglichkeit, Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen.
    Aber wir setzen noch einen drauf:
    Jemand begeht einen Amoklauf, weil ihm sein Hobby verboten wird. Dieser Amoklauf wird dann als Argument genutzt, eben dieses NOCH weiter einzuschränken.
    Sowas ist einfach unbeschreiblich perfide.
    Weiter so, Deutschland.
    Mehr Verbote, mehr Kontrollen, kein selbstständiges Denken.

  32. #33 Physiker
    24. April 2013

    @HT:

    Ich denke nicht, dass man im Allgemeinen Bundeswehrangehoerige und Waffenfanatiker in die gleiche Schublade stecken kann. Dass Angehörige der Polizei und der Armee den Umgang mit Waffen erlernen ist normal.

    Das ändert nichts daran, dass die von mir geschilderte Person nichts in einer solchen Tätigkeit verloren hat. Personen, die wie oben in den Kommentaren sich selber wegen ihrer überragenden Intelligenz den unfallfreien Gebrauch einer Waffe zumuten oder die mit zynischen Sätzen wie “Das Leben ist tödlich” um sich werfen, sähe ich auch ungern mit Schusswaffen ausgestattet. Den cholerischen NRA-Repräsentant, der in einem der letzten Artikel zu dem Thema (oder den Kommentaren) als Video-Interview verlinkt wurde, will ich mir auch nicht mit einer Waffe in der Hand vorstellen.

  33. #34 Jürgen Schönstein
    24. April 2013

    @Eheran #32

    Weiter so, Deutschland.
    Mehr Verbote, mehr Kontrollen, kein selbstständiges Denken.

    Das mit dem Denken übst Du wohl selbst besser noch: Der Beitrag bezieht sich auf die USA – dort lebe ich, wie man dem Autorenprofil entnehmen kann. Und darum ging auch die besprochene Studie. Also: erst Lesen, dann Denken – und dann Kommentare Schreiben. Nur dann haben die Kommentare überhaupt eine Chance, etwas Sinnhaltiges zu sagen.

  34. #35 Physiker
    25. April 2013

    @Eheran:

    Mit der Argumentation, dass es dritte gefährden kann aber keinen gigantischen Nutzen für die Gesellschaft hat, kann man so ziemlich alles verbieten.

    Wie z.B. Kinderüberraschungseier. Wie viele Kinder sind gleich nochmal an solchen Ü-Eiern gestorben? Und wie viele Kinder sterben pro Jahr durch Schusswaffen? Gibt es eine andere Massnahme mit der man mehr Kinder in den USA vor dem Tod bewahren könnte als durch eine Verschärfung des Waffenrechts?

    Oh Herr gib, dass mir das Grosse gross und das Kleine klein bleibe!

    Sieht man doch eines sehr schön:
    In der Schweiz gibt es pro Haushalt mehr als die dreifache Schusswaffenmenge laut: [...]
    Dennoch gab es dort bislang keinen Amoklauf.

    Wer eine Grafik lesen kann, sieht dort vor allem eines: In der Schweiz und in der USA gibt es mit Abstand die meisten (vorsätzlichen) Schusswaffentote (ganz zu schweigen von den nicht dargestellten Unfällen mit Schusswaffen).

    Sind die Schusswaffen also tatsächlich in irgendeinen Zusammenhang mit Amokläufen zu bringen?

    Irgendwie schon, wenn sie der Amokläufer verwendet hat. Oder sind seid neuestem Alkoholtote nicht mehr mit Alkohol in Zusammenhang zu bringen?

    Dem Verbot sämtlicher möglicherweise gefährlichen Dinge und die Unmöglichkeit, Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen.

    Ich fasse zusammen: Die Freiheitsrechte wiegen für Sie mehr als die “paar” getöteten Kinder, die Sie nicht mal erwähnenswert finden. Wobei ja auch bei Schusswaffen so schwer festzustellen ist, ob die Waffe wirklich ursächlich mit dem Tod des Kindes verknüpft ist (“möglicherweise gefährlichen Dinge”).

    Mehr Verbote, mehr Kontrollen, kein selbstständiges Denken.

    Also Massenvernichtungswaffen für alle? Halbautomatik-Waffen sind da ja schon mal ein Anfang…

    Ich komm aus dem Kotzen gar nicht mehr raus: undifferenzierter geht’s gar nicht mehr.

  35. #36 Eheran
    25. April 2013

    “Wer eine Grafik lesen kann…”
    Da geht aber jemand in die Vollen – denn Ball gebe ich aber direkt wieder zurück.
    In der Schweiz hat es besagte 6 Tote durch Schusswaffen je 100’000 Einwohner und Jahr.
    Dort gibt es 19 Selbstmorde pro 100’000 Einwohner und Jahr, wovon ein Viertel mit Schusswaffen ihr Leben beendeden, was 5 Menschen sind.
    Bleibt noch 1 toter durch Schusswaffen, der nicht durch Selbstmord gestorben ist.
    Auf dieser Grundlage wollt ihr Argumentieren, wie schlimm Schusswaffen ganz offensichtlich sind und diese generell für (fast) alle verbieten?

    “Die Freiheitsrechte wiegen für Sie mehr als die “paar” getöteten Kinder, die Sie nicht mal erwähnenswert finden.”
    Nur um das mal los zu werden:
    Ich differenziere nicht zwischen Kindern oder Erwachsenen, die durch eine Schusswaffe ermordet werden.
    Und ja, Freiheitsrechte wiegen für mich sehr viel.
    In der momentanen Gesetzenlage hätte es einen Großteil der Erfinder, die Deutschland hervorgebracht hat, nicht gegeben bzw. sie würden kriminalisiert.
    Beispielsweise eine Menge, die in der Chemie mitgewirkt haben:
    http://www.versuchschemie.de/ltopic,11415,0,asc,75.html

  36. #37 MartinB
    25. April 2013

    Passend zum Thema heute in nature:
    http://www.nature.com/news/firearms-research-the-gun-fighter-1.12864

    @roel
    Deinen Gift-Vergleich finde ich super.

  37. #38 para
    25. April 2013

    @Eheran

    Auf dieser Grundlage wollt ihr Argumentieren, wie schlimm Schusswaffen ganz offensichtlich sind und diese generell für (fast) alle verbieten?

    Also tatsächlich zu doof die USA (und nur um die Gesetzeslage dort geht es) vom Rest der Welt zu unterscheiden ?

    Auch der Wink mit den Erfindern ist völliger Unfug, da die Entwicklung am Arbeitsplatz an X etwas völlig anderes ist als der Konsum und die von Verwahrung von Y im Privathaushalt.

    Immer wieder die gleiche, falsche Leier…

  38. #39 para
    25. April 2013

    @Merowech

    . Denn ein Kind kann sehr wohl ein Ü-Ei kaufen aber bestimmt kein Sturmgewehr. Egal. Ich weiß was das Plakat aussagen will. Is ja ok.

    Ganz sicher ? In den USA gibt es zunehmend Privatleuten die ihre Waffen (innerhalb der USA) an privat über das Internet verkaufen. Im Gegensatz zu lizensierten Händlern bleiben die Hintergründe von Privatpersonen die Waffen anbieten, aber auch kaufen anonym- dem Internet sei dank. Background checks sollen (hätten…) hier gegen gesteuert- denn unter dem Szenario ist es sehr wohl möglich das auch Minderjährige Waffen kaufen können.

  39. #40 Merowech
    25. April 2013

    Also passt mal auf.

    Kritikfähigkeit ist hier aber mal ein ganz dürres Plänzchen ;-)

    So….
    Dass Waffen schweren Schaden anrichten können bestreitet doch keiner.
    Dass Waffen in Kinderhände nichts zu suchen haben bestreitet auch keiner oder ? Das kann doch nicht ernsthaft diskutiert werden ?

    @para
    “[...] an privat [...]

    Ja gut….Privatverkäufe ist wieder eine andere Baustelle. Geh ich auf spezielle “Russenmärkte” kann ich selbst in Deutschland eine Schusswaffe kaufen….Ist nicht ganz so einfach wie in den USA. Das stimmt.

    @Eheran

    Sind die Schusswaffen also tatsächlich in irgendeinen Zusammenhang mit Amokläufen zu bringen?

    Nö, überhaupt nicht. Also zumindest nicht kriminalistisch. Genausowenig wie die sogenannten Killerspiele. Wann ein Mensch delinquent wird entscheidet das Soziale Umfeld und psychische Eigenschaften. Es spielen Faktoren mit wie Tatgelegenheit und Tatentschluss sowie nicht zuletzt die kriminelle Energie die nötig ist um eine Tat zu begehen.

    Lieber Herr Schönstein
    Sie gehören zu der Sorte Mensch die schnell aus der Hüfte geschossen gerne polarisieren. Das ist mir schon bei der Sexismus Debatte aufgefallen. Ich weiß, Journalisten MUSSEN polarisieren, müssen fesseln und Meinungen bilden. Genau das Gegenteil von meinem Beruf.
    Ich bleibe gerne Objektiv und neutral und beleuchte BEIDE Seiten.
    Sie mögen recht haben dass meine Kommentare nicht zu 100% inahltlich auf ihren Artikel abgestimmt sind. Aber das ist nunmal so, wenn man in einem Kommentarstrang sich einer Diskussion beteiligt, wo auch andere Randthemen behandelt werden.

    @Physiker

    Die Freiheitsrechte wiegen für Sie mehr als die “paar” getöteten Kinder, die Sie nicht mal erwähnenswert finden.

    Jedes tote Kind ist ein Kind zuviel. Bitte keine Polemik auf Kosten der Kinder. Aber wenn man den Gedanken weiterspinnt, was ist mit den toten Kinder im Straßenverkehr ? oder die totgeschüttelten Babys ? Oder die vergifteten Kinder ? Die sind GENAUSO zuviel !

    Mir geht es nicht um die Legalisierung der Waffen. Da wäre ich der letzte. Ich wollte nur eine objektive kriminalistische Sichtweise einbringen. Die ist wohl nicht erwünscht.

    Gut….für die USA da überlass ich das Feld dem Herr Schönstein. Aber ich fände es sinnvoller wenn AMERIKANER über ihr Waffenrecht diskutieren und nicht wir Deutsche. Gut im meckern und mit dem Finger auf andere zeigen waren wir schon immer gut.

  40. #41 MartinB
    25. April 2013

    @Merowech
    Ja, die Kinder im Straßenverkehr sind zu viel. Und erstaunlicherweise erlauben wir nicht jedem einfach, sich ein auto zu kaufen und damit loszufahren.

    Und die vergifteten Kinder sind zu viel. Deswegen kann man echte Gifte auch nicht einfach so kaufen und Flaschen mit Reinigungsmitteln etc. haben Kindersicherungen und Warnhinweise, dass sie sicher und außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden sollen. Und diese Flaschen haben sogar einen Nutzen außer dem Vergiften, sonst wären auch sie verboten.

  41. #42 Alderamin
    25. April 2013

    @Eheran

    “Aber Schusswaffen haben nur eine Funktion: das Töten.”

    Sicherlich ist das zu Kriegszeiten bzw. in Kriegsgebieten wirklich so, aber hier oder in den USA sicherlich nicht.

    Und sonst sind sie ein reines Sportgerät, oder was? Oder doch eher Abschreckung?

    Mit der Argumentation, dass es dritte gefährden kann aber keinen gigantischen Nutzen für die Gesellschaft hat, kann man so ziemlich alles verbieten.
    Fast alles ist nicht existentiell, trotzdem muss man es deswegen nicht verbieten.

    Man muss nicht alles verbieten. Meinetwegen muss man gar nichts verbieten, das nur den Besitzer gefährdet (Drogen zum Beispiel). Man sollte auch meinen, eine verantwortungsvolle Benutzung von Laserpointern mit mehr als 1 mW ist möglich (z.B. kann man diese in der Amateurastronomie nutzen, um einer Gruppe Objekte zu zeigen), trotzdem sind sie bei uns verboten, was ich für übertrieben halte; Verkauf an Erwachsene sollte erlaubt sein.

    Wenn offenbar ein verantwortungsvoller Umgang mit Schusswaffen nicht in ausreichendem Maße gewährleistet werden kann (wozu auch die Sicherung vor Kindern und Jugendlichen gehört), dann sollte man die Regeln dafür verschärfen. Eigentlich müssten Sportschützen es wie bei der Bundeswehr organisieren: zentrale Waffenausgabe und -verwahrung, abgezählte Munition, Buchführung über jede Waffenausgabe und jeden Schuss. Es sollte niemand eine Waffe zu Hause lagern dürfen. Idealerweise wären die Waffen bei der Polizei gelagert, damit nicht irgendein Jugendlicher sich den Schlüssel des Safes im Vereinsheim besorgen kann, aber die von der Allgemeinheit bezahlte Polizei soll natürlich nicht den Aufwand für irgendwelche Privatgruppen tragen.

    Ich vermute das Problem jedoch wirklich genau an dieser Stelle:
    Dem Verbot sämtlicher möglicherweise gefährlichen Dinge und die Unmöglichkeit, Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen.

    Nicht sämtlicher. Nur solcher, deren einzige Funktion es ist, Menschen zu gefährden oder zu bedrohen. Bzw. deren Benutzung so weit einzuschränken, dass ein Missbrauch weitgehend ausgeschlossen wird.

    Aber wir setzen noch einen drauf:
    Jemand begeht einen Amoklauf, weil ihm sein Hobby verboten wird.

    Den Fall möchte ich mal belegt sehen. Amokläufe passieren wenn Leute psychisch instabil sind und sind extrem ungerecht von Lehrern, Mitschülern oder Kollegen behandelt fühlen. Ich hab’ noch nicht von einem Amoklauf wegen einer Gesetzesänderung gehört (z.B. Rauchverbot in Kneipen). Ich hab’ auch noch nicht von Amokläufen ausschließlich mit Sprengkörpern, Messern oder Bolzenschussgeräten gehört.

  42. #43 roel
    *****
    25. April 2013

    @Merowech “Wann ein Mensch delinquent wird entscheidet das Soziale Umfeld und psychische Eigenschaften. Es spielen Faktoren mit wie Tatgelegenheit und Tatentschluss sowie nicht zuletzt die kriminelle Energie die nötig ist um eine Tat zu begehen.” Was ist mit dem Faktor der Verfügbarkeit der Tatwaffe?

    Ich hatte es oben schon mal gefragt: Dein wichtigster Satz “Waffen gehören a) kontrolliert und nur b) in berechtigte Hände.” passt, aber was bedeutet kontrolliert und was sind berechtigte Hände?

    “Mir geht es nicht um die Legalisierung der Waffen. Da wäre ich der letzte. Ich wollte nur eine objektive kriminalistische Sichtweise einbringen. Die ist wohl nicht erwünscht.” Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich finde es gut, dass es verschiedene Sichtweisen gibt. Ob deine, jetzt objektiv ist, ist eine andere Frage. Eine Diskussion muss auch mit gegensätzlichen Standpunkten klar kommen, das ist ja gerade der Reiz einer Diskussion.

    Bis jetzt kommt bei mir rüber, dass du gegen ein Verbot von Schußwaffen bist, u.a. weil auch Autos, Gift, Swimmingpools zum Tode führen können. Das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Darauf bin ich in Kommentar #11 bereits eingegangen.

    @MartinB Danke.

  43. #44 Physiker
    25. April 2013

    @Merowech:

    Die Freiheitsrechte wiegen für Sie mehr als die “paar” getöteten Kinder, die Sie nicht mal erwähnenswert finden.

    Jedes tote Kind ist ein Kind zuviel. Bitte keine Polemik auf Kosten der Kinder. Aber wenn man den Gedanken weiterspinnt, was ist mit den toten Kinder im Straßenverkehr ? oder die totgeschüttelten Babys ? Oder die vergifteten Kinder ? Die sind GENAUSO zuviel !

    Deshalb werden unsere Freiheitsrechte im Strassenverkehr auch nicht durch soetwas überflüssiges wie einen Führerschein, Verkehrskontrollen, Anschnallpflicht, Fahrtauglichkeitsuntersuchungen etc. eingeschränkt. Und deshalb sollte man sich im Sinne des Kindeswohls auch möglichst gegen verpflichtende Kindervorsorgeuntersuchungen aussprechen… *facepalm*

    Und übrigens: Freiheitsrechte gegen die Gesundheit von Kindern auszuspielen ist auch aus einer “objektive[n] kriminalistische[n] Sichtweise” keine gute Idee.

  44. #45 Physiker
    25. April 2013

    @Alderamin:
    100% Zustimmung. Zu den Laserpointern möchte ich nur noch anfügen, dass es sehrwohl ein Problem gibt – wie man dieses allerdings in den Griff bekommt, sei mal dahingestellt.

  45. #46 Merowech
    25. April 2013

    @MartinB

    Ja, die Kinder im Straßenverkehr sind zu viel. Und erstaunlicherweise erlauben wir nicht jedem einfach, sich ein auto zu kaufen und damit loszufahren.

    Und die vergifteten Kinder sind zu viel. Deswegen kann man echte Gifte auch nicht einfach so kaufen und Flaschen mit Reinigungsmitteln etc. haben Kindersicherungen und Warnhinweise, dass sie sicher und außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden sollen. Und diese Flaschen haben sogar einen Nutzen außer dem Vergiften, sonst wären auch sie verboten.

    Soweit Korrekt. In Deutschland kann man auch NICHT einfach so eine Waffe kaufen (Waffenbesitzkarte und Waffenschein)

    Aber wie der Autor dieses Artikels uns ja belehrt hat geht es um Amerika. Von daher.

    @Alderamin

    [...] Eigentlich müssten Sportschützen es wie bei der Bundeswehr organisieren: zentrale Waffenausgabe und -verwahrung, abgezählte Munition, Buchführung über jede Waffenausgabe und jeden Schuss. [...]

    Würde ich sofort unterschreiben.

    Zum Thema Abschreckung ein Zusatz:

    [...]Dabei ist zu beachten, dass ein solches Mitführen nicht grundsätzlich Ausdruck einer abweichenden Gesinnung ist: Waffen werden auch von Schülern aus einem Schutzmotiv heraus mitgeführt; zu denken ist hier bspw. an Tränengas oder Pfefferspray, das von Frauen mitgeführt wird, um sich gegen Übergriffe männlicher Angreifer zu wehren. Viele Jugendliche haben Waffen auch nicht deshalb dabei, weil sie Straftaten planen. Bei ihnen geschieht das Mitführen aus einem Imponiergehabe heraus. Ungeachtet dessen weist die psychologische Forschung drauf hin, dass Waffen auch als aggressive Hinweisreize dienen können und ihre Anwesenheit in einem Konfliktfall zur Eskalation beitragen kann. [...]

    Quelle: Baier D., 2011 KFN-Forschungsbericht 115
    Betrachtet wurden hier Jugendliche die Waffen mit in die Schule nehmen.

    @Schönstein

    [...] Der Beitrag bezieht sich auf die USA – dort lebe ich, wie man dem Autorenprofil entnehmen kann. [...]

    Und wieviele der Kommentatoren leben gerade in den USA und können in IHREN Augen konstruktive Beiträge zum Thema geben ?
    Ist es nicht naheliegend dass nach einer Weile sich die Diskussion nach Deutschland verlagert und auch das deutsche Waffenrecht belechtet ? Wir ANDEREN leben hier schließlich und können dazu viel mehr sagen. Also manchmal *kopfschüttel*. Ich mein gut. Sie haben das “Hausrecht” hier und können bestimmen was diskutiert wird…..aber ob das förderlich ist wage ich zu bezweifeln.

  46. #47 Physiker
    25. April 2013

    @Merowech:

    Und wieviele der Kommentatoren leben gerade in den USA und können in IHREN Augen konstruktive Beiträge zum Thema geben ?

    Sind Sie Germanistik-Professor?
    Nein?
    Und trotzdem schreiben Sie hier Kommentare auf Deutsch… – naja, zumindest sind diese dann gemäss Ihrer Logik auch keine konstruktiven Beiträge. q.e.d.

  47. #48 Merowech
    25. April 2013

    @roel
    Hab ich in #15 schon beantwortet. Siehe unser deutsches Waffenrecht. Da steht drin wer besitzen und wer führen darf und sogar eine Liste mit berechtigten Personen (Sportschützen, Jäger, Wachpersonal, Brauchtumspflege, Waffen- Munitionssammler / sachverständige, gefährdete Personen, etc.)

    Bis jetzt kommt bei mir rüber, dass du gegen ein Verbot von Schußwaffen bist, u.a. weil auch Autos, Gift, Swimmingpools zum Tode führen können.

    Na da sind aber meine unzähligen Kommentare aber inhaltsverzerrend zusammengefasst worden. *puh*….DAS liest du raus ? Dabei schreibe ich in jedem Kommentar, dass ich z.B. das deutsche Waffenrecht so ok finde, und die Sportschützen und Sammler gerne etwas mehr kontrolliert wissen möchte, dass es in den USA unhaltbare Zustände sind und ich KEINE Legalisierung der Waffen möchte…..und du liest sowas raus ?
    Du zwischen Schwarz und Weiß gibt es das Objektive GRAU, das beides enthält. Ja ich weiß nicht befriedigend, wenn man in lunchjustizmanier jemanden am Galgen hängen sehen will ;-)

    @Physiker
    Die Toten gibt es TROTZ Führerschein und Anschnallpflicht. Bitte kein schwarz-weiß Bild zeichnen. Die Zahlen sind seit der Anschnallpflicht deutlich zurück. JA. Aber es sind immer noch ZUVIELE ! Ab wann ist es denn ok für dich ? wenn nur noch 100 Tote Kinder dabei sind ? Solche polemischen Fragen kann ich auch stellen. Witzig. Über das Schicksal eines Kind das über ein Zebrastreifen geht entscheidet NICHT der in der Geldbörse des Fahrers befindliche Führerschein oder die Tatsache ob ER angeschnallt ist !!! Also bitte.

    Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass jedes tote Kind EGAL mit welchem Gegenstand getötet, zu viel ist. EGAL ob der Gegenstand nun zweckgebunden eingesetzt war oder nicht. Ein totes Kind das vom Auto überfahren wurde ist also für dich nicht so schlimm wie ein Kind dass sich mit der Waffe des Vaters ausversehen erschossen hat ? Ja auch wieder polemisch ich weiß. Aber so verstehe ich dich.

    Das Problem an der Diskussion ist: JEDER weiß dass Waffen gefährlich sind und in Kinderhände nichts zu tun haben und in den USA genau DAS Problem besteht. Schön….und nu ?
    “Aber du hast doch gesagt dass Kinder in Swimminpools auch sterben können”“Wir reden hier von den USA nicht von Deutschland”“Es geht um Kinder”

    Na dann sind wir uns doch alle einig. Was gibt es da zu diskutieren. Was die USA betrifft…..schlimme Sache (NEIN DAS IST NICHT IRONISCH SONDERN ERNST GEMEINT)

  48. #49 Merowech
    25. April 2013

    @physiker

    Sind Sie Germanistik-Professor?
    Nein?
    Und trotzdem schreiben Sie hier Kommentare auf Deutsch… – naja, zumindest sind diese dann gemäss Ihrer Logik auch keine konstruktiven Beiträge. q.e.d.

    Der Autor belehrte mich, dass meine Kommentare NICHT konstruktiv sind, da der Artikel sich auf Kinder und USA beziehen. Es ging NICHT um die Wahl der Sprache bei der Diskussion. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, da kann ich deine angepriesene Logik nicht verstehen. Es geht um INHALTLICHE Auseinandersetzung mit dem Thema. ER verwies uns darauf dass ER in den USA lebt und daher darüber berichtet. Was hat das mit Germanistik denn zu tun ? Was soll denn damit in deinen Augen nun bewiesen sein ? In dem von dir zitierten Absatz von mir steht weiter unten WARUM ich das so sehe. Da steht nichts von “Wahl der Sprache” oder wir schreiben hier deutsch was kümmert uns Amerika oder sowas. Was für ein Nebenkriegsschauplatz baust du denn jetzt hier auf ?

  49. #50 roel
    *****
    25. April 2013

    @Merowech “…..und du liest sowas raus ?” ja das hatte ich so verstanden. Deshalb habe ich nochmal nachgefragt und nicht gleich eine Totschlagkeule ausgepackt.

    Von der “lunchjustizmanier” halte ich auch nichts und hole mir deshalb öftermal eine blutige Nase und äzende Kommentare.