Darüber, dass Texas – dem als einer der größten US-Märkte für Schulbücher eine Schlüsselrolle im Kampf um Lehrinhalte zukommt – den kreationistischen Lehren eine Hintertür offen gehalten hat, obwohl Gerichte (einschließlich des verfassungsrechtlich maßgeblichen US Supreme Court) wiederholt entschieden hatten, dass in den Lehrplänen amerikanischer Schulen kein Platz für solche antiwissenschaftlichen Legenden eingeräumt werden darf, habe ich ja hier schon mal geschrieben. Doch wenn’s um den Glauben geht, spielt Gerechtigkeit (zu deren Zweck die Justiz ja ersonnen wurde) keine Rolle – und nachdem es texanischen Kreationisten gelungen war, sich in die Schulbuchkommission wählen zu lassen, wird nun wieder massiv versucht, die Evolutionslehre zu verbannen und durch Schöpfungslehre zu ersetzen. Mir fällt dazu nichts Neues mehr ein, und darum überlasse ich Jon Stewart das scharfzüngige Wort:

flattr this!

Kommentare (156)

  1. #1 Randifan
    21. September 2013

    @Spritkopf
    Ich bin nur ein juristischer Leid, aber ich kann erkennen, wenn in der Rechtsprechung Wiedersprüche auftreten. Herrn Schönstein verweist bei seiner Argumentation auf die Urteil, aber diese können gekippt werden.

    @Lupo
    Wenn der kreationistische Unterricht auf den einzigen christlichen Gott fixiert ist, dann wäre dies voreingenommenheit, da es unzählige Schöpfungsgeschichten und Gottesbilder gibt.

  2. #2 Spritkopf
    21. September 2013

    @Kassenwart
    Zur Position von Benedikt habe ich noch einen Artikel in der Süddeutschen gefunden, in der Markus Schulte von Drach zu einer ähnlichen Schlußfolgerung gelangt wie ich, dass nämlich die Evolutionstheorie, wie sie die RKK versteht, eine andere ist als die der Wissenschaft:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/2.220/papst-benedikt-xvi-und-die-wissenschaft-angst-vor-einer-flut-von-boesem-1.1610933

  3. #3 Spritkopf
    21. September 2013

    @Randifan
    Dann führe doch bitte diese Widersprüche auf, von denen du redest. Bisher höre ich von dir immer nur die Möglichkeit, <b<dass ein Richter anders urteilen könnte, aber nicht, warum er dies tun sollte.

    BTW: Es ist ein weiteres Urteil hinzugekommen, bei dem eine Schule eine langjährige Tafel mit einem Gebet abhängen musste. Exakt wegen Verstoßes gegen das First Amendment.

    Wenn der kreationistische Unterricht auf den einzigen christlichen Gott fixiert ist, dann wäre dies voreingenommenheit, da es unzählige Schöpfungsgeschichten und Gottesbilder gibt.

    Darin sehe ich keine Antwort auf Lupos Fragen. (An deren Beantwortung ich ebenfalls interessiert bin, weswegen ich ihm auch dreisterweise vorgreife.)

  4. #4 Randifan
    21. September 2013

    @Spritkopf
    Selbst die Geschichte der USA, einen Rechtsstaat, ist voller wiedersprüchlicher Rechtsauslegung. Die Gründerväter verfassten die Unabhängigkeitserklärung, aber nicht wenige hielten Sklaven.
    Die Justiz der USA lässt heutzutage Menschen ohne Anklageerhebung über Jahre einsperren und Terrorverdächtige umbringen. Doch Juristen können dieses vorgehen legitimieren. Deswegen meine nur, auf Gerichte ist in der Frage, ob Kreationismus im Unterricht mit der Verfassung vereinbar sei oder nicht, kein wirklich verlässlicher Faktor ist. Das es eine Missionierugnsveranstaltung ist, dürfte wenig Zweifel geben, aber über die Auswirkungen, gibt es verschiedene Meinungen.

  5. #5 Lupo
    21. September 2013

    @Randifan

    “Wenn der kreationistische Unterricht auf den einzigen christlichen Gott fixiert ist, dann wäre dies voreingenommenheit, da es unzählige Schöpfungsgeschichten und Gottesbilder gibt.”

    Bingo! Und genau das ist es, was den ammerikanischen Kreationisten meines Wissens nach vorschwebt.
    Einen Gegenentwurf, Der den Schülern zumindest die grundlagen der vorhandenen Religionen erklärt (inc. jeweiligem Schöpfungsmythos ) würde ich auch nicht so wehement ablehnen. Im Gegenteil.
    Hier in Deutschland haben wir sowas bereits im Ethikunterricht.
    Und zumindest ich, kann mich erinnern das als sehr Interresant empfunden zu haben.

    Also nichts gegen unvoreingenommene Informationen, Aber Religionswerbung hat in der Schule mMn nichts verloren.
    Bei den Naturwissenschaften schon gleich gar nicht.