Dies ist, um es gleich vorweg zu nehmen, eigentlich ein Lesetipp: In der aktuellen Ausgabe von science erscheint heute ein Beitrag von Carsten Könneker und Beatrice Lugger, in dem es um die Entwicklung der wissenschaftlichen Publikation geht: Public Science 2.0 – Back to the Future (ich hoffe, dieser Beitrag verschwindet nicht plötzlich wieder hinter der Paywall – das wäre dann ein gerade zu groteskes Paradox). Das wäre allein schon wegen des Autorenteams einen Lesetipp wert: Beatrice ist eine geschätzte Kollegin hier, und sie war maßgeblich am Aufbau der ScienceBlogs.de beteiligt; heute bloggt sie zwar bei der “Konkurrenz”, aber mal ganz ehrlich – was wären die SciLogs ohne die ScienceBlogs, und umgekehrt? “A rising tide lifts all the boats”, sagt man im Englischen, und je mehr wir in einer zunehmend breiter werdenden Öffentlichkeit ein Interesse für die Wissenschaft wecken können, desto besser ist es für alle, die sich hier engagieren.

Aber natürlich ist das Thema sowieso eines, das uns allen hier am Herzen liegt. “Wissenschaftliche Publikation”, ein zentraler Begriff in der Karriereplanung aller Akademiker, ist im Lauf ihrer Geschichte immer mehr zum Oxymoron verkommen, und auch heute noch wird vieles von dem, was “publiziert” wird, hinter teuren Abos und Paywalls verschlossen. Sicher, die Zeiten, in denen Wissenschaft quasi als Volksbelustigung einem sehr allgemeinen Publikum vorgeführt wurde – der science-Beitrag erinnert hier an die sicher sehr spektakulären Vakuum-Experimente des Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke oder an die Leidener Flasche, die im 18. Jahrhundert als elektrische Jahrmarkts-Attraktion präsentiert wurde – sind zu Recht vorbei, und Wissenschaft darf gerne spektakulär, aber eigentlich nie ein Spektakel sein, wenn sie ernst genommen werden will.

Aber sie muss bereit sein, sich einer Öffentlichkeit zu stellen, die nicht nur aus “eingeweihten” Fachkolleginnen und -Kollegen besteht. Und diese Öffentlichkeit kann nicht nur als staunendes Publikum begriffen werden, das außer Beifall am besten gar nichts beitragen sollte. Das ist die Natur von Blogs: Letztlich darf jeder sich hier zu Wort melden, sofern er/sie etwas zu sagen hat – und manchmal sogar, wenn nicht.

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Kommentare (4)

  1. #1 Frank Wappler
    http://all.aggregated.blogs.admit.comments--but.blogs.which.admit.comments.are.not.necessarily.aggregated
    4. Oktober 2013

    Jürgen Schönstein schrieb (Oktober 4, 2013):
    > Lesetipp: […] ein Beitrag von Carsten Könneker und Beatrice Lugger
    > [ http://www.sciencemag.org/content/342/6154/49.full ]

    > Aber sie [Wissenschaft] muss bereit sein, sich einer Öffentlichkeit zu stellen, die nicht nur aus “eingeweihten” Fachkolleginnen und -Kollegen besteht. Und diese Öffentlichkeit kann nicht nur als staunendes Publikum begriffen werden, das außer Beifall am besten gar nichts beitragen sollte.

    Könneker/Lugger selbst scheinen dahingehend sogar noch deutlicher und … engagierter:

    Through blogs and blog aggregation sites such as ScienceBlogs, SciLogs, and Scientific American Blogs, researchers engage with each other and the public. [emphasis FW.]

    What’s good for the goose is good for the gander.

    p.s.
    Könneker/Lugger haben ihre Referenz

    […] 5. A. Einstein, Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie (Gemeinverständlich) (Vieweg, Braunschweig, 1917).

    mit dem Link

    Search Google Scholar

    ausgestattet.

    Einen direkteren, umfassenderen, ja engagierteren Zugang erhält man (z.Z.) sicherlich durch die entsprechende einfache Google-Suche.

  2. #2 Jürgen Schönstein
    6. Oktober 2013

    @Frank Wappler #1
    Was, bitte sehr, ist denn die Botschaft dieses Kommentars? Ich habe ihn nun zu vierten Mal gelesen und entdecke immer noch keinen Sinn .. wie ich schon früher gefragt habe: Warum verschwenden Sie Ihre Zeit damit, Ihre Kommentare so zu veschlüsseln? Versuchen Sie’s doch mal mit einer direkten Aussage, anstatt den Rätselonkel zu spielen.

    Was den angeblich besseren Google-Link angeht: Der liefert, wenn ich draufklicke, ein Resultat, das etwa ebenso kryptisch ist wie Ihre Kommentare.

    PS: “What’s good for the goose is good for the gander” bedeutet auf Deutsch: Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Welcher Zusammenhang besteht hier zu den vorausgehenden Sätzen? Tun Sie uns doch mal den Gefallen und übersetzen Sie jede einzelne dieser kryptischen Aussagen in Klartetxt.

  3. #3 Frank Wappler
    http://Kleinvieh.macht.auch.Mist
    7. Oktober 2013

    Jürgen Schönstein schrieb (#2, 6. Oktober 2013):
    > “What’s good for the goose is good for the gander” bedeutet auf Deutsch: Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig.

    Kann man so sagen.

    > Welcher Zusammenhang besteht hier zu den vorausgehenden Sätzen?

    Einigermaßen nahe an der zitierten Redewendung:
    Wenn allgemeine Öffentlichkeitsarbeit richtig und die Kommentarfunktion dafür nutzbar ist,
    dann sollte so auch öffentlicher fachlicher Austausch förderlich und üblich sein
    (wie es Könneker/Lugger andeuten).

    > Was den angeblich besseren Google-Link angeht: Der liefert, wenn ich draufklicke, ein Resultat, das […]

    Wenn ich auf den angegebenen Link („einfache Google-Suche“) klicke, dann merke ich mal wieder allzu deutlich, dass (mir) hier eine Kommentarvorschau fehlt (die mir erlaubt hätte, zumindest zu versuchen, diesen Link in meinen Kommentar so zu formatieren, wie er im Adressfenster meines Browsers funktionierte und beabsichtigt war) …
    In Ermangelung einer solchen Vorschau bzw. einer Möglichkeit, meinen Kommentar nachträglich entsprechend zu editieren, kopiere man den genannten Titel („Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie (Gemeinverständlich)“) in das (einfache Google-)Suchbegriff-Fenster.

  4. #4 Jürgen Schönstein
    7. Oktober 2013

    Tut mir leid, Ihre Kommentare bleiben kryptisch: Wer hat bestritten, dass Kommunikation nützlich ist (und muss daher mit Beweisen widerlegt werden)? Falls Sie aber andeuten wollen, dass die Argumente dafür von Beatrice und Könneker ausführlicher belegt werden – klar doch! Drum schreibe ich ja einen Lesetipp für diesen science-Beitrag. Und warum bemängeln Sie – so klingt’s jedenfalls – einen treffsicheren Google-Scholar-Link, wenn Ihr eigenes Beispiel zeigt, dass die allgemeine Google-Suche hier nicht ganz so unkompliziert ist. Und nö, mit der Kommentarvorschau (so sehr ich die auch vermisse, aber unsere WP-Plattform bietet die nicht an) hat das erst mal nichts zu tun, sondern allein damit, dass der Link, den Sie gefunden haben, offenbar nicht so stabil ist, dass man ihn als Permalink (was im Science-Beitrag beabsichtigt war) verwenden sollte. Die mangelnde Kommentarvorschau hat nur gezeigt, dass Ihr “Argument” – falls es eines sein sollte; ich verstehe, wie schon mehrfach gesagt, meistens nicht, was Sie mit Ihren Kommentaren aussagen wollen – keine Gültigkeit hat. Google Scholar ist in diesem Fall eindeutig die bessere Wahl.