Keystone studios: "Bathing Beauties" - Hollywood-Darstellerinnen in zeitgenössischer Bademode (Publicity-Foto für Keystone Triangle Pictures, 1916). Quelle: Wikimedia Commons [Public Domain]

In Europa, speziell an den Stränden der Côte d’Azur, aber auch in deutschen Schwimmbädern, erregt mal wieder eine Bademode die Gemüter – 70 Jahre nach dem ersten Auftauchen des Bikini. Doch es geht nicht, wie in all den Jahrzehnten seither, um das Problem, dass Badende zu viel unbedeckte Haut zeigen, sondern zu wenig.

Hier muss ich erst mal zwei Hinweise einschieben: Zum Einen, dass ich keineswegs überrascht bin, dass Badetraditionen mal wieder einen Anlass zu Verboten liefern sollen: Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann habe ich das Wort “verboten” zum ersten Mal überhaupt in einem Schwimmbad gesehen; die Schwimmbad-Erlebnisse meiner Jugendzeit sind fest mit Verboten aller Art verbunden: Reinspringen, Laufen, das Mitbringen von Schwimmhilfen oder Wasserspielzeug, Ballspiele, Radios, Schwimmbrillen – und was ansonsten nicht ausdrücklich erlaubt war, wurde dann an Ort und Stelle von den Badeaufsehern untersagt. Wo kämen wir den hin, wenn wir an Orten, wo sich Leute offenbar zum Spaß aufhalten, plötzlich nichts mehr verbieten dürften, um diesem Spaß seine Grenzen zu geben? Der zweite Punkt ist, dass ich als Bewohner der USA ganz vergessen habe, wie wenig Textilien man in Deutschland (Europa?) zum Baden braucht: Diese eher sportlich konzipierten – wenn auch nicht immer an sportlich anmutenden Körpern applizierten – Schwimmschlüpfer (links im Bild ein antikes Exemplar aus meiner Sammlung), die in deutschen Badeanstalten normal sind, brächten mir hier wenn schon keine Anzeige, dann aber mindestens unübersehbare Missbilligung meiner Mitmenschen ein.
IMG_2801

Und selbst so ein Teil wie rechts im Bild zu sehen (ein eher aktuelles Exemplar aus meinen Beständen) ist eigentlich erst mit einem dazu passenden Oberteil, “rash guard” genannt, salon- beziehungsweise strandfähig.

Zurück zu den Burkinis (denn dass es um die ging, war wohl inzwischen klar): Während man in Frankreich ganz unumwunden die Ablehnung dieser den (weiblichen) Körper verhüllenden Badenkleidung mit der Trennung von Kirche und Staat und einem daraus gefolgerten Verbot der öffentlichen Zurschaustellung religiöser Zugehörigkeit* begründet, sind wir Deutschen vorgeblich viel toleranter – wir lehnen diese Badekleidung nicht aus religiösen Gründen ab, sondern weil sie die Hygiene im Schwimmbad gefährden. Das ist, zumindest auf den ersten Blick, ein absolut sachliches Argument, mit dem vor nicht allzu langer Zeit auch das Tragen solcher Badehosen-Ungetüme, wie sie in Amerikas Pools und an Amerikas Stränden absolut normal sind, in deutschen Schwimmbädern untersagt werden sollte.

* Was konsequenter Weise bedeuten muss, dass Nonnen und Priester ihre Ordenskleidung nicht in öffentlichen Räumen tragen dürften, und auch das Jarmulke der jüdischen Männer sowie alle Schmuckstücke, die irgendwelche religiösen Motive zeigen (sogar die Christophorus-Plakette fürs Auto) verboten werden müsste.

Hygiene ist ja ein Thema, das wissenschaftlich untersucht wird – also müsste dieser Zusammenhang zwischen verwendeter Stoffmenge und der bakteriologischen Unbedenklichkeit der Wasserqualität belegbar und belegt sein. Doch wer suchet, der findet … erst mal nichts. Es gibt zwar einige Studien, die sich zumindest marginal mit den gesundheitlichen Folgen von Badekleidung im Zusammenhang mit der Ausbreitung von Infektionen befassen, aber da geht es zumeist um das Risiko für die TrägerInnen dieser Badekleidung selbst (unsere Haut verträgt es anscheinend nicht so gut, wenn sie zu lange Zeit von nassen Textilien umschlossen wird). Doch dafür, dass die Art der Badekleidung selbst einen Beitrag zur Verschlechterung des Badewassers beiträgt, finde ich bisher keinen wissenschaftlichen Hinweis.

Dem Argument fehlt auch, soweit ich das beurteilen kann, die Plausibilität: Da es sich bei den Burkinis um speziell fürs Schwimmen produzierte Textilien aus dem gleichen Material wie “normale” Badekleidung handelt, ist allein aus dem Schnitt und der Art der Textilien erst mal nicht viel abzuleiten. Wenn überhaupt, dann ist könnte die aufwändigere Verhüllung unter bestimmten Umständen sogar die Wasserqualität steigern. Die leidet nämlich, wie diese Studie fand, vor allem unter den Substanzen, die Menschen während des Badens ausscheiden. Durch die Haut, beispielsweise, wenn sie durch rigorose Aktivität im Wasser ins Schwitzen geraten (ja, das passiert, auch wenn wir’s gar nicht bemerken) – der trainierende Schwimmathlet, oder die engagiert strampelnden TeilnehmerInnen des Aquafitness-Kurses sind da vermutlich viel größere “Dreckschleudern”. Darauf, dass offenbar fast ein Drittel der Verunreinigungen im Pool daher kommt, dass Badende (vor allem so scheint es, die Männer: “Male gender was significantly associated with urinating in the swimming pool” stellt diese Studie lapidar in ihrem Abstract fest) es nicht für nötig halten, das Becken zu verlassen und zur Toilette zu gehen, wenn die Blase drückt…

flattr this!

1 / 2 / Auf einer Seite lesen

Kommentare (173)

  1. #1 Karl Mistelberger
    28. August 2016

    > Denn das verstößt gegen die Prinzipien der Argumentationshygiene.

    Apropos Argumentationshygiene: Anfang der Woche wurden 450 Internetnutzer “wegen unmoralischer Aktivitäten” und “Beleidigung des Glaubens” verhaftet, weil sie ironische Paar-Selfies gegen den islamischen Kleiderzwang ins Netz gestellt hatten – die Männer mit Kopftuch, die Frauen ohne.

    https://twitter.com/parisa22/status/763122174513254401/photo/1

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-08/iran-hassan-ruhani-praesident-machtkampf/komplettansicht

  2. #2 rolak
    28. August 2016

    mindestens unübersehbare Missbilligung

    The Times They Are A-Changing – in älteren US-Filmen/Serien sind die knappen Teile durchaus häufig zu sehen, obgleich andrerseits die BadeBermudas mir auch genau auf diesem Wege zuerst unter die Augen kamen, egal ob komplettiert mit oder solo ohne Pickelbremse bzw Sonnenschutz.
    Hierzuland allerdings häufigst unverzichtbar ist die Badekappe – und die scheint nun wieder jenseits des Atlantiks kaum in Gebrauch zu sein.

    Burkini

    Was mich daran hauptsächlich stört, ist das Wort: Kofferwörter werden doch gemeinhin genutzt bzw kreiert, wenn das zu benennende Eigenschaften der Teile vereint – und was bitte kommt in diesem Falle vom Bikini? Da müßte die schon erwähnte Hallenbadkombi Slip/Kappe ja als Mankini laufen…

  3. #3 zimtspinne
    28. August 2016

    Das beschwor gerade meine Erinnerung an einen Tunesienurlaub herauf.
    Touristenbadestrand streng abgetrennt (wird durch Security-Patrouillen stetig kontrolliert) vom Einheimischen Bade-Territorium direkt daneben.
    Neugierig wie wir waren, gingen wir uns das näher anschauen. Und stellten fest, dass die Einheimischen samt und sonders mit normaler Bekleidung ins Gewässer marschierten, wobei ich meine mich zu erinnern, dass dies in jenem Bereich ausschließlich Frauen und ihr Nachwuchs waren… scheinbar war der Einheimischenstrand dann nochmal nach Geschlecht unterteilt.
    Tja, nirgendwo wurde andererseits so entspannt und locker über unser Obenohne-Sonnen hinweg gesehen…. mit einer Strandpatrouille haben wir sogar geflirtet – statt für Zucht und Ordnung zu sorgen, ging der seinem Vergnügen nach.

    Italien und besonders USA sind mir hingegen in sehr unangenehmer Erinnerung diesbezüglich geblieben.
    In den USA wurde mein damaliger Partner zu seinen Vorgesetzten zitiert, weil ich mich an einem Navy-Strand Obenohne gebruzzelt hatte (sehr versteckt in einer Kuhle, diese Strände waren eh nicht so überlaufen und daher sehr angenehm) und irgendwelche eifersüchtigen Tusneldas ein Stück entfernt das beobachtet und gemeldet hatten. Das war ja vielleicht peinlich. Naja, nicht wirklich, eher amüsant.

  4. #4 rolak
    28. August 2016

    Was dazu noch einfällt: Hiesige Bademode vor rund 100 Jahren, diverse Bilder mit erläuterndem Text.

  5. #5 Phil
    28. August 2016

    So lange die Burkinis aus passenden Material gefertigt sind, ist eigentlich vom Schwimmbad nicht viel auszusetzen, aber wenn sie aus Leinen sind, dann verstopfen Sie die Filteranlagen und Rohre.

    Außerdem ist es äußerst zweifelhaft, ob die entsprechend gekleideten Damen vorher geduscht haben, relativiert dadurch dass dies heute sowieso kaum noch jemand vorher macht. In der Schule wird so etwas ja auch nicht mehr gelehrt.

  6. #6 Sabine
    Goldelund
    28. August 2016

    @Phil
    Muslime waschen sich 5 mal am Tag und jedes mal nach der Toilette, ich wage zu behaupten, dass das sauberer ist als so manch anderer.

  7. #7 zimtspinne
    28. August 2016

    Abgesehen davon, dass fünfmal waschen täglich (ich gehe davon aus, damit sind nicht die Hände gemeint) höchst fragwürdig für die Hautgesundheit ist, ist das vielleicht in der Theorie so machbar, garantiert aber nicht in der Praxis.
    Oder wo betreiben Muslime im Alltag ihre fünfmalige Körperwäsche? In der Schule, am Arbeitsplatz, unterwegs?
    Erklär mal bitte, Sabine.

    Ich habe mir die Burka-Badekleider angeschaut und find sie an sich witzlos.
    Entweder, es handelt sich um schwarze Ungetüme, die furchtbar unbequem und unpraktisch sein müssen oder es handelt sich um eine modische Variante, und die wirkt wie eine Kombi aus Tauchanzug und Ballettkleid und ist auch nicht gerade abtörnend, was ja wohl Sinn der Sache sein soll 😀

  8. #8 Sabine
    28. August 2016

    @zimtspinne
    Man kann sich überall waschen wo wasser zu finden ist. Warum sollte das in der schule oder am arbeitsplatz nicht gehen?
    Ich persönlich halte rein gar nichts vom burkini. Der ist höchstens zu gebrauchen wenn man unter Frauen ist, meiner Meinung nach. Aber ist ja egal was ich meine, wenn Frau meint sie fühlt sich wohl damit, dann darf ihr da keiner ins Gewissen reden. Dann istvdas halt so. Wo soll denn der hygienische unterschied zwischen badeanzug und burkini sein? Oder neopren anzug und burkini? Der schwimmlehrer meiner söhne hat immer einen neopren anzug getragen.

  9. #9 gedankenknick
    28. August 2016

    @rolak:
    Badekappen kenne ich nur noch aus (Ost-)Vorwende-Schwimbädern – da war die offizielle Begründung, dass die Badekappe Haare zurückhält, die sonst die Filteranlage verstopfen würden -; und aus dem Leistungsschwimmsport. Mit der Wende wurde in allen (mir bekannten) Neubundesländerschwimmbädern die Badekappenpflicht abgeschafft.

    Die Bademode unserer Urgroßeltern hat @rolak ja schon angesprochen, züchtig bis mindestens über Ellenbogen und Knie, und für Männer schön geringelt wie Pippi Langstrumpfs Socken. 🙂 Ich spiele ja schon rein aus Opposition echt mit dem Gedanken, mir so ein Teil zuzulegen. Aber das ganze ließ sich ja auch noch toppen mit dem “Badekarren”, in dem man sich umziehen, und mit dem man sich ins tiefere Wasser fahren lassen konnte (und musste?). https://de.wikipedia.org/wiki/Badekarre Also schon vor diesem Hintergrund verstehe ich die ganze Aufregung nicht.

    Die einzigen Bedenken, die ich da habe, sind, dass bei einem teil- oder sogar vollverschleierten Gesicht beim Schwimmen das Ertrinken wesentlich leichter fallen dürfte. Im Gegenzug fällt dann die (erste) Hilfe schwerer….

  10. #10 RPGNo1
    28. August 2016

    @Sabine, zimtspinne
    Die rituelle Waschnung vor dem Gebet umfasst Gesicht, Hände bis zum Ellenbogen und Füße. Falls kein kalres Wasser da ist oder jemand Hautprobleme hat, dann darf auch Sand verwendet werden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wud%C5%AB%27
    https://en.wikipedia.org/wiki/Tayammum

  11. #11 zimtspinne
    28. August 2016

    Ahah, kann ich mir das dann so vorstellen, dass eine Kiste Sand immer mit im Gepäck ist, so für alle Fälle? Gebet geht ja vor. Wird der Sand dann auch recycelt oder jedesmal entsorgt?

    Ich bin ja ein praktisch und pragmatisch denkender Mensch und würde mich in Sachen Schwimmhaut mal an der Natur orientieren,
    Welches Viech schwimmt denn bitte mit flatterndem Gewusel herum, das die Tendenz zum allgemeinen Verheddern hat?
    wie bereits geschrieben, sah ich Menschen mit normaler Alltagskleidung, also Schleiergewändern in diesem Fall, in einem offenen Ozean herumgeistern und fand das reichlich unpraktisch, so als erster spontaner Gedankengang.

    Nur weil etwas von Generation zu Generation weiterkonditioniert wird, muss es ja nicht sinnvoll sein.
    Ich durchbreche immer wieder ganz bewusst und manchmal auch unbewusst solche Konditionen und die sind nicht mal so einschränkend wie die Verschleierung….

  12. #12 zimtspinne
    28. August 2016

    ..”solche Konditionierungen” meinte ich im letzten Satz.

  13. #13 zimtspinne
    28. August 2016

    @ Jürgen Schönstein

    Ist das ein regionales Toleranzproblem oder geht es tatsächlich immer weiter rückwärts dort zu Lande?

    Ich kann auch die Verbotsliste aus deiner Jugend gar nicht nachvollziehen – all das und einiges mehr haben wir einfach gemacht und ich empfand Schwimmbäder, Baggerseen usw auch nicht als besonders stark mit Regeln versehen im Gegensatz zu anderen Örtlichkeiten. Das waren an sich schon regelrechte Spaßzonen….. liegt vermutlich am jeweiligen Bademeister 😀

  14. #14 Sabine
    28. August 2016

    @PRGNo1
    Da haben Sie die Ohren und Haare vergessen in der Aufzählung.
    Die sandwaschung gilt praktisch nir in der wüste, in europa gibt es ja nun an jeder ecke wasser.
    Außerdem jedes mal nach dem toilettengang gewaschen.

  15. #15 RPGNo1
    28. August 2016

    @Sabine
    Ich zitiere mal aus den Links
    a) Waschen vor dem Gebet
    “das Waschen des Gesichts, das Waschen der Hände (bis zu den Ellenbogen), das Streichen über den Kopf, das Waschen der Füße und …”
    Da steht nichts mit Ohren und Haaren. Aber wenn es eine bessere Quelle gibt, dann bitte hier einfach den Link reinsetzen.
    b) Sandwaschung ist eine Alternative
    “which may be performed in place of ritual washing (wudu or ghusl) if no clean water is readily available or if one is suffering from moisture-induced skin inflammation or scaling.”
    c) Ich wasche mir auch die Hände nach jedem Toilettengang.

  16. #16 Julia
    28. August 2016

    Ich hab seit ich in Australien studiert habe, immer einen UV-Schutzanzug beim Baden an. Ich habe ganz helle Haut und rote Haare und bekomme schon nach 5 Minuten einen Sonnenbrand. Dieser Sommer ist der erste, indem ich deswegen blöd angemacht werde. Obwohl ich keinen Kopfschutz, Schleier oder so trage und es damit ersichtlich sein sollte, dass es kein Burkini ist.

  17. #17 Karl Mistelberger
    28. August 2016

    > Darauf, dass offenbar fast ein Drittel der Verunreinigungen im Pool daher kommt, dass Badende es nicht für nötig halten, das Becken zu verlassen und zur Toilette zu gehen, wenn die Blase drückt…

    > Überhaupt ist Ganzkörper-Badekleidung weder etwas Neues noch etwas, das unbedingt mit Religion zu tun hat: Triathletinnen und Triathleten tragen geradezu selbstverständlich ihre Schwimmanzüge.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass die Triathleten sich in dieser Hinsicht ganz vorbildlich verhalten.

  18. #18 anderer Michael
    Ô. 49
    28. August 2016

    Ich habe mal einen Bademeister gefragt, dieser antwortete wie folgt. Badeshorts seien größer, häufig aus Leinen, würden mehr Staub an sich binden. Gehe man ins SchwimmBecken, gehe mehr Dreck ins Wasser. Auch wenn man geduscht habe. Die ReinigungsAutomatik müsse mehr arbeiten auch mehr Chlor zusetzen. Dies sei der Hauptgrund für die Ablehnung von bedeckender Badekleidung wie Badeshorts.
    Wenn das stimmt, haben Sie schlecht recherchiert, Herr Schönstein. Manchmal ist weniger Ideologie mehr. Vielleicht gibt einen sachkundigen Bademeister unter den Mitkommentatoren.
    Außerdem im Triathlon werden die Anzüge nach Absprache genutzt. Sie verbessern die Schwimmlage, schlechte Schwimmer sind schneller. Bei Wassertemperaturen von 16 oder 17 Grad sollen diese aus Gründen der Gesundheit erlaubt sein dürfen.
    Aber was hat das mit Ihrer kaum zu verbergenden unkritischen Islamophilie zu tun. Gegen diese habe ich nichts.Aber sagen Sie doch mal ehrlich, was Sie wollen? (Gilt auch für Gedankenknick, Opposition? Gegen was?Oder für was? Für die Scharia? )
    Soweit ich weiß, besteht zwischen einem Burkini aus Badetrikotmaterial und einem Neoprenanzug kein Unterschied. Bedeckende Schwimmbekleidung ist aus Gründen des UV-Schutzes für hellhäutige von Vorteil. Nur islamischen Frauen wird gesagt, von männlichen Religionsführern, sie sollen eine solche Kleidung tragen nicht aus gesundheitlichen, oder aufgrund eigener Abwägung oder Schamgefühl, sondern weil diese religiösen Führer es so wollen!

  19. #19 zimtspinne
    28. August 2016

    Guckt euch mal die “Burkinis” an!
    Teils sehr figurbetont und einige schlichtweg sexy!
    Glaube kaum, dass dies von Religionsführern so angedacht war.

    Die Mütze ist schick, wäre auch eine Idee für Krebspatienten (die ja oft auch viele Narben am Körper haben, versehrt sind):
    http://www.ebay.de/itm/MAYOVERA-Hochwertiger-Ganzkoerper-Badeanzug-Tesettuer-Mayo-Full-Cover-Burkini-S01-/252331698048

    http://www.ebay.de/itm/Ramadan-Ganzkoerper-Badeanzug-Tesettuer-Islamisch-Muslim-Bademode-Burkini-M-3XL-/391541878101

  20. #20 gedankenknick
    28. August 2016

    @anderer Michael:
    Opposition gegen unüberlegte und kaum argumentativ gestützte, unsinnige Kritik am Lebenswandel anderer. Einfach noch mal meinen Kommentar lesen, ich redete von einem Badeanzug, wie ihn vermutlich mein Urgroßvater getragen hat – Füße & Unterschenkel frei, Hände & Unterarme frei, Hals & Kopf frei (wobei damals großflächige Schnurrbärte wohl ziemlich in Mode waren…) Ich persönlich finde alle Formen von anlassloser(!) Vollverschleierung (maximal die Augen bleiben frei) Straßenbild auch sehr gewöhnungsbedürftig. AUCH bei der Polizei, wenn Demos überwacht werden. Ja und nun? Deswegen schreie ich noch lange nicht rum und springe wie Rumpelstielzchen ums Feuer – solange ich mit MEINEN Ansichten in Frieden gelassen werde, lasse ich andere auch zufrieden. Und wenn das auch umgedreht klappt, sollte doch das allermeiste im Butter sein… oder? (Straftaten nach StGB außen vor.)

  21. #21 Sabine
    28. August 2016

    @RPGNo1
    Nach der toilette wird der intimbereich gewaschen plus die hände natürlich. Da kommt mit die meiste verschmutzung her, von Kot und Urin resten.

  22. #22 zimtspinne
    28. August 2016

    @ Julia

    Kopfschutz solltest du unbedingt auch tragen. Sogar ich als nicht sehr sonnenbrandgefährdeter Typ trage im Hochsommer oft eine leichte Kopfbedeckung sowie auch bedeckende luftig lockere Kleidung. Ist viel angenehmer unter der Intensivsonne, beim Sport draußen zB oder sonstigen Aktivitäten als die Sonne direkt auf die Haut bruzzeln zu lassen.
    Nur ins Wasser geh ich nach wie vor möglichst freizügig, das ist sonst für mich wie Kaffee ohne Koffeein 😀

  23. #23 Schmidts Katze
    28. August 2016

    Islamophilie, anderer Michael? Ernsthaft?
    Ist man jetzt schon islamophil, wenn man sich nicht dafür interessiert, was andere Leute am Strand anziehen, oder warum sie das tun?

    Ich fand diese Szene aus Frankreich letzte Woche, als Polizisten eine Frau zwangen, sich in der Öffentlichkeit auszuziehen, abstossend, und eines demokratischen Staats unwürdig. Hälst du mich dann auch für islamophil?

  24. #24 anderer Michael
    28. August 2016

    Schmidts Katze
    Nein.
    Inzwischen gibt es Vermutungen,ob diese Szene inzeniertworden sei.
    Unabhängig davon, einem BurkiniVerbot an Stränden würde ich nicht zustimmen. In Hallenbäder und im Schulsport ist es ein sehr komplexes Thema.
    Was mich wundert, keiner hinterfragt diese Burkini Debatte. Cui bono?
    Interessiert es dich nicht, warum islamische Religionsführer den Frauen die Badekleidung vorschreiben?

  25. #25 anderer Michael
    28. August 2016

    Gedankenknick
    Du setzt also Polizei in Schutzuniform bei z.
    B. gewalttätigen Aktionen der Autonomen mit einer von Religionsführern angeordneten Bekleidungsordnung gleich! Interessant!
    Kritik am Lebenswandel anderer? Bist du schariabewandert? Ein Abgeordneter der Grünen belegte Männer , die Frauen zu solchen gottgefälligen Kleiderordnungen zwingen, mit ziemlich deftigen Schimpfwörter. Was hältst du von dem ?
    P.S. Wenn ich im Süden bin, bedecke ich soviel wie möglich meine Haut, aus Gründen des UV-Schutzes. Ich habe definitiv keine Lust während einer canicule in Badehose rumzulaufen

  26. #26 Schmidts Katze
    28. August 2016

    Cui bono?
    Den Scharfmachern, und zwar auf beiden Seiten.
    Den Leuten, die einen Keil zwischen die Religionen treiben wollen.
    Und sie schadet denen, die einfach friedlich mit ihren Nachbarn zusammenleben wollen, egal, ob oder an welchen Gott diese glauben.

    Ich mag diese Religionsführer nicht, aber verbessern wir etwas in der Gesellschaft, wenn wir von Gläubigen verlangen, deren Vorschriften zu missachten?

  27. #27 Moreno
    28. August 2016

    @ Jürgen Schönstein: “Aber wenn schon, dann muss man wenigstens ehrlich diskutieren und zugeben, dass es dabei um kulturelle Konflikte geht und nicht mit dem Deckmantel der Gesundheitswissenschaft in diese Diskussion eintauchen. Denn das verstößt gegen die Prinzipien der Argumentationshygiene.”

    Wie recht Sie doch haben, mit der vorgeschobenen Hygienedebatte. Aber einen funktionalen Triathleten-Badeanzug mit einer polit-religiösen Burkini (Symbol der islamischen Unterwerfungsethik) als gleichberechtigte Bademode zu erwähnen, ist ebenfalls herrlich ignorant.

  28. #28 anderer Michael
    28. August 2016

    Gute Frage.
    Angeblich gibt es diese Geschichte in den USA , da fragte mal einer bei einer solchen Einstellung: ” und wenn eine Religion vorschriebe, jeder dritte solle in Dunkelheit gehen, ist es in Ordnung, jedem dritten Neugeborenen die Augen auszustellen? ” Er soll tatsächlich ausweichende Antworten,anstatt einen klaren ” Nein” bekommen haben. Gibt esVorschriften, die gegen unsere Verfassung oder unsere Vorstellungen von Freiheit verstoßen, so sind diese Vorstellungen irrelevant und abzulehnen, (verbieten ist eine andere Frage).
    Es wundert mich sehr, wie intensiv man sich dafür einsetzt, dass religiöse Führer öffentliche Bekleidungsvorschritten kritiklos erlassen dürfen. Ich bin kein Freund der Grünen, aber die klare Ansage des Abgeordneten Omnid Nouripur (so ähnlich lautete der Name) hat mir imponiert. Schon fast eine gehörige Watschn für so manches regressiv – relativierende Gesäusele.

    P.S. Ein französisches Gericht hat die regionalen Burkiniverbote inzwischen für unzulässig erklärt

  29. #29 wereatheist
    28. August 2016

    @anderer Michael, #24:
    Die Religionsführer verbieten eher den Frauen komplett das Betreten gemischter Badeanstalten oder Strände. Ein ‘Burkini’ (blödsinnige Bezeichnung btw) tuts für die nicht.

  30. #30 RPGNo1
    28. August 2016

    @zimtspinne
    zu Kommentar #19: Die Burkinis aus den Links sind sehr elegant, richtige Augenschmeichler. Viel hübscher als die 9,99 € Teile (ob Bikini oder Schwimmanzug), die man in Schwimmbädern oder Stränden so sieht.

  31. #31 rolak
    28. August 2016

    Verbote

    Auch Mohammed hat da so seine Meinung zu…

  32. #32 rolak
    28. August 2016

    Mit der Wende..Badekappenpflicht abgeschafft

    Ja da siehste mal, gedankenknick, wie oft ich im Hallenbad bin – typisch ist eher u&d.

  33. #33 bruno
    28. August 2016

    Aktuell, Frankreich, Atlantikküste, Schwimmbad. Verbot von “Boardshorts” (also rechtes Modell).
    Begründung: Befürchtung, dass unter Boardshorts Unterwäsche getragen wird, in der Urin und Fäkalien herumgetragen werden…
    Was trägt mann unter dem Burkini? Trägt man was drunter??

  34. #34 LasurCyan
    28. August 2016

    Was trägt mann unter dem Burkini?

    Herrliche Frage, bruno..

  35. #35 anderer Michael
    28. August 2016

    Wereatheist
    Bestimmt richtig. Aber ändert es etwas am Grundproblem, dem Einknicken vor dem politischen Islam ?Im Prinzip habe ich nichts gegen den Burkini, im Gegenteil er könnte die islamischen Frauen näher an die deutsche Gesellschaft bringen, wenn sie mit Deutschen zusammen im Schwimmbad sind.

    Ein offenes ehrliches Wort eines deutschen Mannes: Wenn ich ein Frau wäre, würde ich mich gegen eine allzu knappe Badebekleidung wehren. Ich fand es gut, dass der Sportlehrer meiner ältesten Tochter im Schwimmunterricht der 6.Klasse Bikinis nicht erlaubte und auf einen Badeanzug bestand. Unsere Freiheit besteht weder aus dem Gebot von Verhüllung oder Entblößung( man beachte bitte die Kleidungsvorschrift der BeachVolleyballerinnen, unzumutbar und Ausgrenzung, weil knappe Höschen (1)vorgeschrieben sind und altertümliche Turnhosen nicht erlaubt sind )

    1. Entschuldigung an die Damen. Wie hätte ich es beschreiben sollen. Eigentlich ja ein Argument im Sinne Herrn Schönsteins

    RPGNO1 und Zimtspinne
    Mode ist bestimmt interessant, aber ist die Burkini -Begeisterung ernst gemeint?

  36. #36 RPGNo1
    28. August 2016

    @anderer Michael
    Wieso Begeisterung? Die Links von Zimtspinne zeigen schlicht hübsche Modelle. Mir geht es, mit Verlaub gesagt, am Allerwertesten vorbei, ob jemand im Burkini, Badeanzug, Neopren, Bikini, Mikrokini, Boxershorts, Badehose, Tangaslip oder Uropas Ganzkörperbedeckung zum Schwimmen geht. Die Fixierung einiger Medien und Politiker auf den Burkini grenzt schon an Hysterie.
    Vielleicht sollten sich die Herrschaften, die sich so vehement dagegen aussprechen, über die Geschichte des Burkinis informieren. Die Erfindung desselbigen führte u.a. in Deutschland dazu, dass Kinder muslimischen Glaubens nicht mehr einfach vom koedukativen Schwimmunterricht befreit werden können.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Burkini#Deutschland

    Zudem finde ich bemerkenswert, dass viele Burkinis anscheinend auch von Frauen nicht-muslimischen Glaubens gekauft werden (siehe Punkt 5 und im Washington Post-Artikel).
    https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/08/24/7-uncomfortable-facts-about-frances-burkini-controversy/

  37. #37 RPGNo1
    28. August 2016

    Ergänzung: siehe Punkt 5 und 6 im Washington Post-Artikel

  38. #38 wereatheist
    28. August 2016

    Ich weiß nicht, ob “Einknicken vor dem politischen Islam” die beste Analyse des Phänomens Burkini (oder des der glitzernden Haarturmtücher, die in der Türkischen Community schwer en vogue sind) darstellt. Ich denke, eher nicht. Aber ich kann mich irren.

  39. #39 tomtoo
    28. August 2016

    Es ist schon befremdlich wenn Polizeibeamte am Strand einer Dame sagen Sie solle sich doch (begrenzt) entkleiden.
    Spannungsgeladenes Umfeld sozusagen.

  40. #40 zimtspinne
    28. August 2016

    Man sollte bei den Ganzkörperdingern auch mal unbedingt den Hautkrebs-Risiko-Minimierungs-Nebeneffekt beachten :=)

    Ich würde als Sportlehrer evtl auch Badeanzugpflicht einführen, da der primäre Sinn eines (knappen) Bikinis in der maximalen Hautbräunung zu suchen ist, kombiniert mit Mode- und Emanzipationsbewusstsein und das bei Schülern während des Unterrichts ja eher wegfällt.

    Allerdings wäre dann am besten gleich eine Badeuniform sowie auch eine Schuluniform zu überdenken, und das gilt dann für ALLE. So würde ich das an meiner eigenen Privatschule handhaben, wenn ich eine hätte ^^

  41. #41 Jürgen Schönstein
    28. August 2016

    @anderer Michael

    Ich habe mal einen Bademeister gefragt, dieser antwortete wie folgt. Badeshorts seien größer, häufig aus Leinen

    Aus Leinen? Das allein beweist schon, dass dieser “Bademeister” keine Ahnung hat, wovon er spricht. Alles weitere, hinsichtlich der Vermutung schlechter Recherche meinerseits, hat sich damit schon erübrigt…

  42. #42 gedankenknick
    28. August 2016

    @anderer Michael:
    Wieso sollte Polizei, die eine (aus meiner Sicht friedlich verlaufende) Demo beschützen soll, unter dem Helm bitteschön eine Skimaske tragen? Habe ich auch schon selbst gesehen, und es war kein SEK-Einsatz… Habe ich aber nicht ganz verstanden… Das hat nichts mit Eigenschutz bei Gewaltakten zu tun, nur so am Rande. Und die “Gleichsetzung” ist auch interpretiert. Wenn ich etwas vergleiche, setze ich es lange noch nicht gleich. Aber egal.

    Ein Teil der fraglichen Frauen macht das mit der Ganzkörperverschleierung übrigens (zumindest teilweise) freiwillig. Und in diesem Fall habe ich nicht mal was ernsthaft dagegen – im Gegensatz zu irgendwelchen Kleidervorschriften in sehr engem Rahmen und mit für mich nicht nachvollziehbar unsinnigem Hintergrund (durch wen auch immer).

    Meine Oma hat übrigens auch regelmäßig bei Wind ein Kopftuch getragen (mit freien Gesicht), und hätte mit dem Wort “Islam” nicht mal etwas anfangen können.

    Und nun mal Klartext: Wenn jemand sich so ein Ding freiwillig anziehen WILL, werde ich dagegen NICHT gewalttätig vorgehen. Deswegen lasse ich mir hier noch lange nicht von Dir unterstellen, dass ich irgendwelchen Religionsführern geistig Nahe stehe oder die Scharia auch nur geringfügig anerkenne. Ich habe weder das eine noch das andere irgendwo behauptet – schön, dass Du das trotzdem in meinen Zeilen zu erkennen glaubst.

    Ach ja, und wenn ich mit dem Badeanzug meines Uropas an den Strand gehen würde, würde ich Deiner Meinung nach also zum Scharia-unterstützenden religiösen Frauenunterdrücker? Wird wohl so sein – denn das lese ich in Deinen Zeilen, auch wenn es nicht explizit geschrieben steht…

  43. #43 anderer Michael
    28. August 2016

    Herr Schönstein
    NEIN ,Leinen wohl nicht. Und der Rest.Auch Quark?
    Sagen Sie doch was Sie wollen und reden nicht so um den heißen Brei herum.Wollen Sie ,dass Frauen , die Badekleidung tragen , die ihnen zusagt , funktionell ist und in den gesellschaftlichen Rahmen passt?
    Oder wollen Sie ,dass Religionsführer bestimmen, wie die Badekleidung beider Geschlechter auszusehen hat.

    Gedankenknick:
    Geht es dir ums Kopftuch oder um faktische Ganzkörperverschleierung, die Frauen laut Religionsführern tragen sollen?
    Ist die Vorgehensweise islamischer Religionsführer für dich problematisch ?
    An dich die gleiche Frage wie an Herrn Schönstein?

    Ich beantworte für mich:
    Nein.
    Burkini würde ich am Strand nicht verbieten.
    Im Schulunterricht und in öffentlichen Bädern wäre es schön , wenn abgespeckte Varianten zum Einsatz kämen, also mindestens Gesicht frei. Verbote sind schwierig, sie gäben Fundamentalisten genügend Propaganda. Breiter gesellschaftlicher Konsens unfreiheitliches Gedankengut auf religiöser Basis zurückzudrängen ist besser. Nur dazu finde ich diesen Artikel vollkommen ungeeignet

    Die albernen Vergleiche mit Opa’s Badekleidung, Polizisten oder Triathlonanzügen stammen nicht von mir.
    Die Burkinis sind aus der Not geboren, Frauen aus den Zwängen einer fundamentalistischen Religion etwas Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. So zu tun , als ob nicht die Ideologie, die dahinter steckt, das Problem ist, sondern die hilflosen Lösungsansätze wären das eigentliche Problem, finde ich ziemlich daneben.

    Dann machen Sie doch einen konkreten Vorschlag, Herr Schönstein.

  44. #44 Karl Mistelberger
    28. August 2016

    Ganz anders als in diesem Beitrag und den nachfolgenden Kommentaren geht es im richtigen Leben zu:

    Ashdod: http://www.timesofisrael.com/singer-kicked-off-beachside-stage-for-wearing-bikini-top/

    Obergrünbrunn: http://karlmistelberger.jalbum.net/%C3%96sterreichistbunt/2016-07-08/index.html

  45. #45 Jürgen Schönstein
    28. August 2016

    @anderer Michael

    Und der Rest.Auch Quark?

    Ja, weil es hier nur darum geht, ob das Design (!) einer Badekleidung die hygienischen (!) Bedingungen im Pool verändert. Ob Badeshorts, Bikini oder Burkini: wenn sie aus Polyester (sind die meisten, soweit ich das feststellen kann) oder Elastan bestehen, dann spielt der Schnitt keine Rolle. Und die Diskussion wird ja offenbar nur der Form wegen geführt – und dabei so getan, als trügen diese Frauen irgendwelche Straßenkleidung. Was nicht der Fall ist…

    Wenn Sie also mit irgendwelchen Leinenbadehosen daherkommen, dann reden Sie (mal wieder) nur am Thema vorbei – und wundern sich dann, wenn Sie auch den Rest nicht verstehen.

    Mir ist ziemlich egal, was andere Leute im Schwimmbad tragen – so lange sie sich dabei wohlfühlen und ihre Sicherheit im Wasser nicht beeinträchtigt wird, braucht sich da niemand drum zu scheren. Mein konkreter Vorschlag wäre, dass Sie nicht immer von Unterstellungen ausgehen, sondern mal lesen, was dasteht. Sonst kommt nämlich nichts raus bei der Diskussion.

  46. #46 Alisier
    28. August 2016

    Was die Beeinträchtigung der Sicherheit angeht:
    wenn glatzentragende Herren älteren oder jüngeren Datums sich plötzlich ereifern und ihre Emotionen nicht mehr unter Kontrollle haben, dann kann das schon ganz schön heikel werden…
    Allerdings hat das dann weit weniger mit Bekleidung zu tun als mit den überforderten Hirnen der Durchdrehenden.

  47. #47 Anonym
    28. August 2016

    “Darauf, dass offenbar fast ein Drittel der Verunreinigungen im Pool daher kommt, dass Badende (vor allem so scheint es, die Männer: “Male gender was significantly associated with urinating in the swimming pool” stellt diese Studie lapidar in ihrem Abstract fest) es nicht für nötig halten, das Becken zu verlassen und zur Toilette zu gehen, wenn die Blase drückt…”

    Urin von gesunden Menschen ist erstmal steril. Wie die öffentliche Badeanstalt das dann aber filtert oder auch nicht, will ich eigentlich gar nicht so genau wissen. Mein Vater war Haustechniker in einer orthopädischen Klinik, die auch über mehrere therapeutische Schwimmbecken verfügt. (Zu seiner posthumen Entlastung: Für die Schwimmbecken war ein Kollege zuständig.)

    Was ich von ihm so alles diesezüglich gehört habe, hat mich gründlich davon überzeugt, jetzt genug darüber zu wissen, und zum überzeugten Besucher von Naturseen gemacht.

    Man hat in so einem Schwimmbecken nämlich ausschließlich die Wahl, ob man sich von Bakterien anstecken oder von zu vielen Chemikalien vergiften lassen möchte. Dazwischen gibt es nichts (höchstens einen scheinbar “guten Zustand”, der aber ziemlich instabil ist und unvermutet “umkippen” kann, wie man es kürzlich ja auch sehr schön am Wasser der Turmspringer bei den Olympischen Spielen beobachten konnte).

    Schwimmbäder meide ich wie der Teufel das Weihwasser.

  48. #48 tomtoo
    29. August 2016

    @anonym

    Sehr salop gesagt könnte man auch sagen:
    Die Entscheidung zwichen “chlorakne” oder “cholera”

    Darf man nicht so eng sehen ! Hauptsache es macht Spass.

    Aber ist absolut ot.

  49. #49 Marco
    29. August 2016

    @Jürgen Schönstein
    da: “an Amerikas Stränden absolut normal sind, in deutschen Schwimmbädern untersagt werden sollte” (http://www.zeit.de/2008/14/Interview-Badehosen)
    schauen Sie bitte einmal aufs Datum (Editiert am …) des Artikels…

  50. #50 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/08/29/fkk-halbherzig/
    29. August 2016

    Wenn es eine Frage der Hygiene wäre, dann sollte es weder am Wannsee, noch am Mittelmeer eine Rolle spielen. Die Fische und Möwen machen übrigens auch ins Wasser. Pfui!

    Schwimmbäder müssten auch nicht eine bestimmte Bekleidung vorschreiben, weil sich jmd. mit Burkini vielleicht nicht geduscht hat, während sich Träger anderer Kleidung vielleicht geduscht haben, sondern müsste das Duschen obligatorisch machen, bzw. das Ausziehen regulärer Unterwäsche anordnen – die Leute gehen aber ja nicht mit Burkini ins Schwimmbad und wieder raus – wieso sollten die also eher was drunter anhaben, als andere? Riecht schon ein wenig phobisch oder vorgeschoben.

    Apropos Name Burkini: Nicht nur mit dem Bikini hat er wenig zu tun – auch mit der Burka nicht, denn er hat ja kein Fliegen- bzw. Sandgitter vor den Augen.

    Bemerkenswert finde ich aber auch das Argument von der Freiwilligkeit, mit der sich Frauen vehüllen. Wenn Frauen zu Hause bleiben wollen um die Kinder selbst zu erziehen, statt sie in die Kita zu geben, dann sind es von Stockholmsyndrom geplagte und vom Patriarchat indoktrinierte Opfer, aber wenn sie Nikab, Burka und Burkini anziehen, dann ist es ein Akt der Selbstbestimmung und der individuellen Freiheit!

    Haha! So auch Bascha Mika (FR) gestern im Presseclub. Wobei Kopftuch und Burkini ja das Gesicht freilassen – da sehe ich dann wenig Grund Verbote zu planen, aber die Diskussion geht ja auch um Nikab und Burka, und diese als Ausdruck der individuellen Freiheit zu feiern, wo sie deutlich wie sonst wenig die individuelle Freiheit dementieren, da müssen die Schrauben im Kopf schon ordentlich frei drehen.

    @zimtspinne, Tunesien:

    Neugierig wie wir waren, gingen wir uns das näher anschauen. Und stellten fest, dass die Einheimischen samt und sonders mit normaler Bekleidung ins Gewässer marschierten

    Was ist denn normale Bekleidung? Normale Badekleidung oder Freizeitkleidung? Und was ist dort normale Kleidung oder für Dich normale Kleidung? In Jeans und T-Shirt, in Badeanzug/Bikini, in Tschador/Nikab oder was?

    Seltsam finde ich auch den Impuls den Burkini mit Hautkrebs zu rechtfertigen, wenn das erkennbar die Motivlage derer, die ihn tragen, nicht ist.

    Und noch eine schöne Paradoxie: Dass sich der französische Staat in die Regeln eine religiösen Subkultur einmischt wird gerne verurteilt, aber dass wir uns in die Regeln der Franzosen einmischen ist wieder ganz in Ordnung. 🙂