Ich wünschte, ich könnte nun einleitend erklären, dass der Titel dieses Beitrags irgendwie sarkastisch, ironisch oder satirisch gemeint wäre. Aber nein, unter der Maßgabe, dass der amtierende US-Präsident die exekutive Macht – also jene Macht, die tatsächliches Handeln anordnen kann – in den USA verkörpert, und unter Berücksichtigung seiner Erklärung, dass zum Schutz gegen weitere tödliche Schießereien an amerikanischen Bildungsstätten künftig Lehrer bewaffnet werden sollen, ist dies eine sehr konkrete Anweisung an mich, in meiner Rolle als Hochschullehrer, gegebenenfalls tödliche Gewalt anzuwenden. In seinen Worten sollte ich “sofort zurückschießen, wenn ein wilder Irrer mit bösen Absichten in die Schule kommt.” Die US-Waffenlobby, sprich die National Rifle Association (die kriegt keinen Link von mir, ist zu ekelhaft), pflichtet dem natürlich sofort und uneingeschränkt bei.

Also fange ich an zu denken: Betrifft mich das? Traurige Antwort: Ja. In den sieben Jahren, seitdem ich an einer US-Hochschule unterrichte, gab es 45 Schießereien an US-Colleges und -Universitäten; Blutbäder sind hier kaum weniger wahrscheinlich als an Grund– und Oberschulen. (Die Angst vor Amokläufern ist ja der explizite Grund, warum einige Waffenfanatiker das Tragen von Waffen auf Hochschulanlagen auf breiter Basis legalisiert sehen wollen.)

Okay, aber meint der US-Präsident wirklich mich? Er war ja schnell zurückgerudert und hatte behauptet, er habe nur speziell ausgebildete Lehrer, idealer Weise mit Militärerfahrung, mit seinem Vorschlag gemeint. Nun, ich habe meinen Wehrdienst – und der schloss eine Ausbildung mit Schusswaffen ein – absolviert, falle daher wohl in diese Kategorie.

Und nachdem wir jetzt etabliert haben, das – jawohl – ich in die Gruppe der Lehrer falle, die nach den WahnWunschvorstellungen der Waffenfanatiker in Zukunft eine Lizenz zum Töten haben sollen, muss ich mir natürlich Gedanken machen, wann ich wen erschießen muss, um diesem Auftrag gerecht zu werden.

Das ist gar nicht so einfach: Ist das Ziel, einen Amoklauf zu verhindern, also den Amokläufer schon zu erschießen, ehe er selbst auch nur ein Opfer töten kann? So klingt ja die oben verlinkte Twitterphantasie aus dem orangefarbenen Weißen Haus, und genau so tönen all die Waffentrolle in den sozialen Medien, die offenbar ihre mörderischen Fantasien hier einbringen und ausleben wollen. Zu erschießen wären demnach “savage sickos” – “wilde Irre” (man kann auch sagen “kranke Bestien”) – sobald sie das Schulgelände betreten. Aber woran erkenne ich die? Ich bin ja ein Psychologe oder Psychiater, und die Diagnose “savage sicko” ist nicht sehr präzise. Wenn ich am MIT jeden Studenten (wir nehmen die Studentinnen mal vorsorglich aus – Frauen sind tatsächlich unter den Amokläufern unterrepräsentiert) erschießen wollte, der sich merkwürdig benimmt, würde die Population drastisch reduziert. (Und aus “teilnehmender Beobachtung” an der High School meines Sohnes könnte ich zumindest anekdotisch ergänzen, dass Verhaltensauffälligkeiten dort ebenso typisch sind.)

Vielleicht ist ja das Tragen einer Waffe ein ausreichendes Indiz? Muss man nicht schon ziemlich krank sein, wenn man mit einer Knarre zur Schule kommt? Das kann’s auch nicht sein, denn sowohl die NRA als auch der Präsident vertreten uneingeschränkt die Auffassung, dass a) das Grundrecht auf Waffenbesitz jedes andere Recht übertrifft und daher b) noch nicht mal eine nachgewiesene psychische Krankheit ein Grund wäre, diesen Waffenbesitz einzuschränken. Nr. 45 hatte eine entsprechende Verordnung der Obama-Regierung ziemlich genau ein Jahr vor dem High-School-Massakder von Parkland, Florida, eigenhändig kassiert.

Fassen wir also zusammen: Es ist im Voraus jedenfalls nicht erkennbar, wer ein Amokläufer sein wird. Ich müsste also auf puren Verdacht hin Leute erschießen – was vermutlich, wenn man sich die Jurisdiktion bei tödlichem Polizei-Schusswaffengebrauch ansieht, als akzeptabel gelten würde. Aber es würde dem Ziel nicht gerecht, tödliche Schießereien an Schulen zu verhindern, im Gegenteil: Dieser “Plan” bedingt geradezu, dass Menschen erschossen werden.

Doch was wäre, wenn ich erst mal warte, bis jemand rumballert? Dann jedenfalls wüsste ich doch, dass ein Killer unterwegs ist, nicht wahr? Und wenigstens könnte ich den dann davon abhalten, noch mehr Menschen umzubringen, oder? Wem das plausibel klingt, der/die möge mir doch bitte ganz schnell erklären, welchen Wert sie/er den Menschenleben zumisst, die dabei unbedingt erst mal ausgelöscht würden – denn dieser Denkansatz funktioniert nur, wenn man bereit ist, diesen Verlust von Menschenleben hinzunehmen. (Für all jene, die nun sagen, ich müsse halt schneller sein als der Amokschütze und ihn abknallen, bevor er jemanden umbringen kann: Ihr habt die vorausgegangenen Absätze nicht gelesen, nehme ich an?)

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Kommentare (72)

  1. #1 Alderamin
    26. Februar 2018

    @Ishmael

    Es gibt keinen Zusammenhang zw. der Anzahl der privaten Waffen im Volk und der Anzahl der Schusswaffenopfer.

    Nö. Kein Zusammenhang zu erkennen. Da ist nur einer mit der Maus ausgerutscht.

  2. #2 Ishmael
    27. Februar 2018

    @Alde:
    Die Grafik ist doch Schrott. Wenn ich schon die falsche Beschriftung der Ordinatenachse sehe…

    Man kann sich ja bei Wiki zumThema belesen, der Artikel heißt “Waffenmissbrauch”.

    Wie so oft ist hier mal wieder “Opinion Blogs”, “Feeling Blogs”, “Propaganda Blogs” oder “Leftist Blogs”, aber nicht “Science Blogs”.

  3. #3 SvenS
    27. Februar 2018

    Irgendwo in den vorhergehenden Kommentaren stand, dass 80% der US Amerikaner keine Waffen besitzen, aber diese 80% haben das Recht darauf Waffen zu besitzen. Wenn sie wollten könnten sie sich eine oder mehrere Waffen kaufen. Der typische Amerikaner stammt von Leuten ab die ihre Heimat aufgrund von Verfolgung verlassen haben. Sie kamen in ein Land in dem die selben großen Nationen die für ihre Flucht sorgten um die vorhandenen Ressourcen ringten. Zusätzlich gab es Tiere in einer Vielfalt und Anzahl wie es sich ein Europäer nicht vorstellen konnte. Man besaß nicht viel und das Wenige das man hatte musste man gegen die Natur und die anderen Menschen die wenig hatten verteidigen. Dann kam ein großer Krieg und auf einmal waren die Leute Amerikaner, sie waren Einheimische in ihrem eigenen Land und mussten es aufbauen. Im Osten gab es alle Ressourcen zum überleben, im Westen gab es Gold, dazwischen gab es nichts. Reich konnte man werden indem man sich einer Ressource bemächtigte, ob über Handel oder Diebstahl war egal. Das Land war zu groß um von staatlicher Seite geschützt zu werden, also musste man sich selbst schützen. Ein flächendeckender Schutz aller Leute in den USA ist noch immer nur mit erheblichen Aufwand realisierbar und genau das ist das Argument der Waffenlobby. Ein Land ist nur so stark wie seine Bevölkerung und wenn diese sich selbst beschützen kann, dann ist auch das Land geschützt.
    Man hatte nun 300 Jahre Zeit diesen Mythos des starken Land durch starke Männer aufzubauen und ist erst seit etwa 20 Jahren dabei dagegen zu arbeiten. Es gibt noch immer Gegenden in den USA in denen ich ohne eine Waffe in einem anständigen Kaliber nicht vor die Tür gehen würde. Auch wenn mir nicht bekannt ist ob es in Texas noch Bären gibt, so ist es in manchen nördlichen Bundesstaaten doch recht gefährlich in der Natur.

    BTT:
    Es gibt Berufsgruppen die Waffen tragen damit andere es nicht müssen, Lehrer gehören definitiv nicht dazu.

  4. #4 roel
    http://scienceblogs.de/10jahrescienceblogs/author/roel/
    27. Februar 2018

    @Ishmael ”Wenn ich schon die falsche Beschriftung der Ordinatenachse sehe” Helf mir bitte mal, was ist da falsch.

    Ich habe mir mal deinen Wiki-Tip angesehen
    ”Geringere Hoffnungen setzt die Studie dagegen in strengere Kontrollen des legalen Waffenhandels und in Verschärfungen des Waffenrechts. Begründet wird dies vor allem damit, dass sich der Zugang Krimineller zu Waffen damit realistischerweise nicht wirksam beschränken lasse.”

    Ein Kurzer Gedanke dazu, woher kommen die Waffen der Kriminellen, wenn sie nicht von diesen legal erworben werden? Je mehr Waffen legal erhaeltlich sind, und je mehr Waffen im privaten Besitz sind, desto mehr Moeglichkeiten haben Kriminelle an diese Waffen zu gelangen. Nicht nur Kriminelle, die dann davon Gebrauch machen, sondern auch Schueler, die sich aus dem Waffenschrank der Eltern bedienen, oder Kinder, die zu hause rumliegende Schusswaffen als kurzzeitiges Spielzeug entdecken.

  5. #5 RPGNo1
    27. Februar 2018

    @SvenS
    Mit einer Jagdflinte kann ich mich gegen potentiell gefährliche Wildtiere schützen (z.B. in einem dünn besiedelten Staat wie Alaska)
    Mir ist aber nicht bekannt, dass man mit einer halbautomatischen AR-15 mit einer Schussfrequenz bis zu 800 Schuss pro min (mit Bump Stock) Bären in der Innenstadt von Las Vegas jagen muss.

  6. #6 Bullet
    27. Februar 2018

    Man könnte ja mal probieren, ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen von, sagen wir, 200 km/h einzuführen. Das würde so ziemlich kaum jemanden berühren. Nur eben die Spinner. Und dann könnte man mal sehen, ob sich Politiker, die das unterstützen, noch vor den nächsten Wahlen fürchten müssen, denn geschätzte 85% ihrer Wähler merken von einem solchen Gesetz gar nichts.

  7. #7 Bullet
    27. Februar 2018

    Der vorige Kommentar ging an Basi. Ich habs, äh, verbaselt, daß ein Seitenumbruch stattfand. 🙂

  8. #8 SvenS
    27. Februar 2018

    @RPGNo1
    Als Jäger stehe ich der Diskussion über Halbautomaten eher gespalten gegenüber. Davon abgesehen, dass ich .223 als nicht geeignet für die Jagd auf größeres Wild erachte ist die Technik der AR15 nicht zuverlässig genug. Jeder der mal an einer Drückjagd teilgenommen hat, wird sich wünschen mehr als zwei Patronen in seinem halbautomatischen Gewehr zu haben. Und Flinten eignen sich nicht als Schutz gegen Tierangriffe oder zur Jagd auf Tiere die größer als ein Hase sind, jedenfalls nicht wenn man waidgerecht Jagen will oder sicher sein will das der Bär nicht einfach nur wütend wird wenn er auf einen zu kommt.
    Der Punkt auf den ich hinaus wollte ist allerdings eher, das die meisten Amerikaner nicht die Waffe wollen, sondern das Recht sich zu bewaffnen. Remington hat Insolvenz angemeldet, das liegt in dem Fall nicht an Trump sondern an Fehlinvestitionen, aber auch allen anderen Waffenschmieden geht es nichtmehr so gut. In manchen Gegenden der USA sind die Waffenverkäufe um 75% eingebrochen seit Trump im Amt ist. Das liegt daran, dass unter Obama und während des Wahlkampfes befürchtet wurde das die Waffengesetze verschärft werden und viele sich deshalb mit Waffen und Munition eindeckten. Unter Trump besteht diese Gefahr allerdings nicht und die Bürger haben es nichtmehr nötig die Läden leer zu kaufen. Es gibt sogar innerhalb der NRA Bestrebungen den Waffenbesitz mehr zu regulieren. Zum Beispiel wurde der Vorschlag vorgebracht die Aufbewahrung der Waffen zu regulieren. Es muss nachgewiesen werden das ein Waffenschrank nach bestimmten Normen vorhanden ist und das die Munition getrennt von der Waffe in Schränken nach bestimmten Normen gelagert werden muss. Das wäre ein erster Schritt und wen sich die Bürger daran gewöhnt haben kann man den nächsten Schritt gehen. Deutschland wurde auch nicht über Nacht entwaffnet, das war ein langer Weg der mit der RAF anfing und bis heute noch nicht zu ende gegangen wurde.

  9. #9 RPGNo1
    27. Februar 2018

    @SvenS
    Danke für die Aufklärung.
    Ich bin kein Jäger, daher war mir nicht bekannt, dass “Flinte” eine eng begrenzte Definition innerhalb den Jägerzunft besitzt. Ich ersetze daher den Begriff in meinem Kommentar mit der allgemeineren Bezeichnung Jagdgewehr.

    Und meinen Verweis auf die AR-15 verdeutliche ich nochmals: Wozu benötigt ein normaler Mensch in einem zivilisierten Land mit funktionierender Polizei (na ja, zumindest meistens) ein halbautomatisches Sturmgewehr, welches mit einem kleinen Zusatzteil eine Feuergeschwindigkeit erreicht, deren sich militärische Equipment nicht zu schämen braucht? In den Gehirnwindungen dieser Waffennarren und -närrinnen läuft einiges ganz gewaltig schief.

  10. #10 Basilios
    Aa! Megami Sama!
    27. Februar 2018

    @ RPGNo1
    Ja, grundsätzlich gibt es Flinten und Büchsen. Beide Gruppen haben in der Jagd ihren jeweils sinnvollen Einsatzzweck.
    Ein AR-15 ist ganz bestimmt kein Gewehr, welches man für die Jagd gebaut hat. Das ist die zivile Variante eines Sturmgewehrs. Solche Dinger verkaufst Du meines Erachtens nur an die echten Waffennarren, die am liebsten ein richtiges M16 von der Army hätten, weil, das is ja noch vieeeeel coooooler!

    Außerdem kann ich mich damit so richtig gegen die Zombie-Apokalypse oder den ganzen Mob verteidigen wenn ich angegriffen werde, wenn diese miese Zivilisations zusammenbricht (kann ja nicht mehr lange dauern…)

    So in der Art erkläre ich mir das jedenfalls. Ich meine auch, daß man eine deutliche Vorliebe für die obercoolen MordWaffen findet, wenn man sich mal die bei solchen Massakern benutzten Waffen anschaut. Mit einer Flinte zum (Ton)-Taubenschießen geht glaube ich keiner zum School Shooting.

    Und tatsächlich war des damaligen Präsidenten Obama sein Ansatz ja auch, daß er erst mal nur die eigentlich nicht so richtig sinnbehafteten KriegswaffenNachkömmlinge etwas regulieren wollte. Die Jäger hätten da eigentlich wenig dagegen haben können. Aber die echten Waffennarren haben halt extrem laut geschrien und der aktuelle Präsident hat sowieso die Bemühungen des vorigen schon wieder ein kassiert.
    Traurig das.

  11. #11 bombjack
    28. Februar 2018

    @49 awmrkl

    [….]Schweiz: Jede Menge Waffen, aber keine bis kaum passende Munition. Und keine Motivation, sie nutzen zu wollen.
    […]

    Ähm…kleiner Einspruch….das mit den Waffen* stimmt zwar und das mit der Motivation auch, aber das mit der Munition stimmt nicht….

    Begründungen:

    a) Eine WES (Waffenerwerbsschein) hier in der Schweiz zu bekommen ist sehr einfach vgl.
    https://www.waffenmarti.ch/shop/waffenerwerb/waffenerwerb-wegleitung-waffenerwerbsschein.html
    und das gilt auch für Ausländer mit einem C-Ausweis.
    Es gibt keinen Bedürfnisnachweis, keine Vereinspflicht und auch kein Nachweis dass man regelmäßig schießt ist nötig.

    b) Schweizer Bürger die wehrpflichtig sind haben ihre Militärwaffe daheim, die neben Einzelfeuer auch eine 3-Schuss-Salven und Dauerfeuer Funktion = Vollautomat hat. Bei der Waffe gilt allerdings als Aufbewahrungsbedingung, dass der Verschluss getrennt von der Waffe aufbewahrt wird. Ansonsten sind keine Tresore usw. vorgeschrieben.

    c) Munition: Wenn auch inzwischen vom Militär keine Handmunition mehr ausgegeben wird, so reicht der Ausweis und der Auszug aus dem zentralen Strafregister um jegliche in der Schweiz legale (=zugelassene) Munition zu erwerben und das unabhängig ob jemand Waffen hat und auch vom Kaliber der Waffe.
    D.h. wer Munition hier haben möchte der bekommt sie auch, ohne Probleme…..und die zugehörigen Waffen auch…bei meinem ersten WES-Antrag wurde ich zu einem Interview (pers. Gespräch) beim kantonalen Waffenamt eingeladen. Dort wurde mit das hiesige Waffenrecht erklärt und mit diese Broschüre gegeben:
    https://www.ejpd.admin.ch/dam/data/fedpol/sicherheit/waffen/Brosch%C3%BCre/waffenbroschuere-d.pdf
    Einige Zeit danach bekam ich die Mitteilung, das mein Gesuch positiv beschieden wurde. Beim zweiten Mal dauerte der Antrag (inklusive Postwweg) nicht mal 9 Tage…..weil das Interview nicht mehr nötig war.

    Zusammenfassend: Wer in der Schweiz eine Waffe möchte und die Bedingungen erfüllt vgl. https://www.waffenmarti.ch/shop/waffenerwerb/waffenerwerb-auslaendische-staatsangehoerige.html
    der bekommt sie auch, plus die Munition ebenfalls. Da auch jeder Militärangehörige sein Gewehr daheim stehen hat, sind Militärwaffen da durchaus ziemlich verbreitet….es ist keine Seltenheit auf einem Bahnhof oder auch Tramhaltestelle jemanden meist in Uniform zu sehen, der sichtbar seine Militärwaffe dabei hat und trotzdem herrschen hier nicht ähnliche Zustände wie in den USA.

    bombjack
    der inzwischen seit 8 Jahren in CH ist und mit dem sammeln von Waffen angefangen hat.

  12. #12 awmrkl
    1. März 2018

    @bombjack

    Ah, danke für die ausführliche Antwort.
    Dennoch, wie Du selber schreibst “trotzdem herrschen hier nicht ähnliche Zustände wie in den USA”
    https://cdn.vox-cdn.com/uploads/chorus_asset/file/9371383/guns_country.jpg
    u.ä. Statistiken. Hier ist sogar die Schweiz von allen dort aufgeführten Staaten relativ weit oben beim Waffenbesitz, aber weit entfernt von den Verhältnissen i.d. USA.

    Aber interessant, daß Du Dich inzwischen in der Schweiz rumtreibst 😉

  13. #13 awmrkl
    1. März 2018

    @bombjack

    Was denkst Du denn, woran es liegt, daß die Schweiz “weit entfernt von den Verhältnissen i.d. USA” ist?

  14. #14 awmrkl
    1. März 2018

    Ich hab mal i-wo gelesen, daß in der Schweiz im Ggs zu USA diese verfügbaren Waffen eher zu Suizid als für i-was anderes benutzt werden. Was evtl auch die Statistiken für die Schweiz nach oben treibt, abhängig von den Ausgangs-Parametern der Studie.
    Jedenfalls hab ich für die Schweiz sehr selten bis gar nicht von solchen Massakern wie annähernd wöchentlich in den USA gehört/gelesen!?

  15. #15 RPGNo1
    2. März 2018

    @awmrkl
    Michael Moore hat das hiesige Thema vor 16 Jahren in “Bowling for Columbine” analysiert und ist auch zu keinem klaren Schluss gekommen. Er legt jedoch “nahe, dass eine “Kultur der Angst” in den USA die Ursache für die ungewöhnlich hohe Rate an Gewaltverbrechen sei.”
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bowling_for_Columbine

    Ich werde mir die Dokumentation wohl mal wieder ansehen müssen.

  16. #16 Wilhelm Leonhard Schuster
    2. März 2018

    Das mit dem Schießgewehr und der Aufrechterhaltung von (jeweils) Ordnung und Gesetz (bei Amok) ist immer
    problematisch.

    Als 1945 Amok gegen Dresden geflogen wurde, war mein Nachbar, bei einer Sicherungsgruppe die Plünderer zu erschießen hatte.
    Er war heil froh , bei Anblick tausender von Toten ,
    nicht einige Tote zusätzlich in die Trümmer zu legen.

    Eine Nachbargruppe hat dies getan.
    – Recht und Gesetz- in Ausnahmesituation!

    Ich möchte nicht in eine derartige Situation geraten-,
    die hat immer, jeweils, ihre eigenen Gesetze.

  17. #17 bombjack
    5. März 2018

    Hab am 2. März geantwortet, anscheinend ist der längere Kommentar auf der Strecke geblieben, daher nochmals ein Versuch in Teile auf gesplittet:

    @awmrkl

    Schwierige Frage….ich probiere es mal (ist alles wild durcheinander ohne ein Ranking)

    -Umgangsfrage….hier in CH sind Waffen durch den Militärdienst was Normales bzw. siehe https://www.knabenschiessen.ch/ und
    https://de.wikipedia.org/wiki/Knabenschiessen

    – “Gang-Frage”…hier gibt es kein Gang-Problem, okay auch keine Riesenstädte…viele Schusswaffentote in den USA gehen auf das Konto von Gangs…in diversen anderen Foren/Threads wurde angemerkt, dass wenn dies aussortiert wird, dann die Wahrscheinlichkeit durch eine Kugel zu sterben, auf Werte sinkt die vergleichbar mit der Schweiz/Deutschland wären.

    -School shootings:
    Aktueller Fall in den USA: Wenn trotz diversen Hinweise an die lokale Polente und an das FBI diese ihren Arsch nicht hochbekommen, dann hilft bis auf ein Totalverbot kein Gesetz und selbst das Totalverbot kann dann u.U. umgangen werden, indem auf andere “Werkzeuge” ausgewichen wird.
    -Allgemein zum Teil speziell:
    (Disclaimer: Ist meine pers. Meinung, die u.U. provokant sein kann….konstruktive Kritik daran ist erwünscht.)
    Fälle in Deutschland:
    Winnenden: Schau Dir mal die Geschlechtsverteilung der Opfer an. Bei der Auswahl dünkt mich, dass da etwas mehr im Busch war, als das da einer durchgeknallt ist, ging natürlich nach der Tat komplett unter….
    Ferner in anderen Berichten war zu lesen, dass der Täter beim ersten Versuch an die Munition zu kommen gescheitert ist, er hat dann zur Tarnung seinem Vater 1000 Schuss als Geburtstagsgeschenk versprochen, die er dann auch mit dem Vater der die WBK hatte gekauft hat.
    D.h. der hatte es geplant und ich vermute auch, dass selbst wenn der Vater seine Waffen richtig aufbewahrt hätte, er an diese Waffen herangekommen wäre und wenn da nichts im Haus gewesen wäre, er sich ein anders Werkzeug gesucht hätte.
    Erfurt: Auch da die Auswahl der Opfer (fast alles Lehrer) und bei weiterer Recherche kam raus, dass der Typ den Vereinsstempel geklaut und eine Unterschrift gefälscht hat, um das Okay des Schützenvereins zum Erwerb der Waffe vorzutäuschen (wenn ich mich richtig erinnere). D.h. auch da, das war geplant….und eine Änderung hat es da danach gegeben…ab der 10 Klasse Gymnasium hat nun jeder automatisch die mittlere Reife, was vorher nicht der Fall war und bedeutet hat, dass der Typ ohne einen Abschluss dagestanden hätte.
    Allgemein heißt das für mich dass die Taten geplant sind, dass Täter sich Wege suchen ihre Tat durchzuführen und auch einiges an “krimineller Energie” da reinlegen…auf der anderen Seite sollte auch wenn es im Nachhinein schwer fällt und eine Gratwanderung ist, doch schon nach den Gründen gefragt werden….und wenn bekannt dann dort angesetzt werden.

    Dieser Brief gibt ein wenig Einblick was da in jemanden vorgeht der zu so einer Tat schreitet: https://www.heise.de/tp/features/Ich-will-R-A-C-H-E-3408904.html

  18. #18 bombjack
    5. März 2018

    Part 2:

    Zusammenfassend: Solche Taten werden sich nicht vermeiden lassen, außer man Hinterfragt den ganzen Schulbetrieb. Okay….ein Argument gibt es: Kommen die Täter nicht an Schusswaffen, dann geht so etwas glimpflicher im Sinne von weniger Opfer ab, allerdings bei Emsdetten https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Emsdetten wurden Vorderlader, Rohr- und Rauchbomben benutzt und dies zeigt IMHO dass wenn jemand so weit getrieben wird, er auch bereit ist Dinge oder besser Waffen zu improvisieren.
    Situation USA: Könnte mir vorstellen, dass dort viel deren Schulsystem und auch die “The Winner takes All”-Mentalität hineinspielt, plus dass da aus Allem ein Wettbewerb gemacht wird. Dann noch die Ausstattung der Schulen die recht unterschiedlich ist und von den diversen finanziellen Situationen der Gemeinde/Stadt und/oder der Eltern der Schüler abhängt.

    Vernetzungsfrage:
    Keine Ahnung wie viele Gesuche in der Schweiz abgelehnt werden. Ist anscheinend je nach Kanton unterschiedlich und kommt durchaus auch vor. Laut einem Waffenhändler ist eine Ablehnung oft der Fall, wenn in der Behörde halt Beamten mit einer gewissen politischen Einstellung sitzen Ferner siehe Frage “Frage: Ist es rechtens, einer Person, die keinen Eintrag wegen Gewalttätigkeiten oder sonst was hat, keinen Waffenerwerbsschein auszustellen?” und die Antwort dort auf https://www.protell.ch/de/haufig-gestellte-fragen#theme5
    U.U. funktioniert in CH die Vernetzung dort besser und die Beamten haben den “richtigen Riecher”. Bzw. meine Meinung ist, dass Personen die von Haus aus ungeeignet sind meist schon vorher einschlägig aufgefallen sind…..

    Suizide: Ja das stimmt….es wird halt das genommen was vorhanden ist. Allerdings habe ich wo aufgeschnappt, das seit “Exit” und Co. hier in CH den begleiteten Suizid anbieten, die Zahlen wieder am sinken sind d.h. weniger Leute greifen zur Waffe.
    Negative Anmerkung: Problematisch ist da aber dann der sog. “erweiterte Suizid” d.h. der Täter tötet erst noch andere Personen und dann sich selber. Einwand von mir: Wer soweit ist, wird diese Tat dann halt mit anderen Tatmitteln begehen….weil diese Überlegungen nicht spontan aus heiterem Himmel entstehen.

    Presse: Auch wenn es in CH nicht zu solchen krassen Taten kommt, Vorfälle mit Schusswaffen die gibt es natürlich auch und die bekommt man da durchaus auch mit. Nur das Presseecho ist um einiges kleiner und vor allem kürzer als wie in Deutschland. Es wird die gleiche Sau nicht wochenlang durch das Dorf getrieben und die Sache selber auch nicht riesig aufgeblasen.

    Wahrnehmung in der Bevölkerung: Ähnlich wie bei der Presse zumindest von den Meisten hier, das dürfte auch der Grund sein, warum sich Waffenverbotsbefürworter regelmäßig da beim Wahlvolk per Volksabstimmung eine Klatsche abholen. Mal ganz abgesehen davon, dass so ein Verbot nichts bringt, da
    a) hier nur der Erwerb geregelt und Altbesitz nicht betroffen ist. Laut dem Beamten von der WES-Behörde besitzen da noch etliche Schweizer Vollautomaten, die gekauft wurden, als diese noch legal erhältlich waren und wenn da versucht würde diese und andere Waffen zu registrieren oder gar einzuziehen, würde das per Volksabstimmung scheitern.
    b) jeder Wehrpflichtige eh sein Teil daheim rumstehen hat….d.h. wollte man das ändern, dann steht da das ganze Wehrsystem der Schweiz zur Disposition….und ich glaube da will sich kein Politiker die Finger verbrennen.

    bombjack

  19. #19 bombjack
    6. März 2018

    Part 1 hängt anscheinend noch in der Warteschleife…

    bombjack

  20. #20 Jürgen Schönstein
    6. März 2018

    @bombjack
    Nein, der war im Spamfilter stecken geblieben. Und im Gegensatz zum Moderationsfilter schickt der keine Benachrichtigung…

  21. […] zu bringen (und beispielsweise als Reaktion auf Amokläufe in Schulen mit der Forderung reagiert, Lehrer zu bewaffnen), verbietet ihren Mitgliedern zumindest zeitweise, ihre geliebten und für die allgemeine […]

  22. #22 Alexander
    18. Juli 2018

    “Das Einzige, was gegen einen bösen Mann mit einer Waffe hilft, ist ein guter Bube mit einer Waffe”, sagt etwa Cohen zu Larry Pratt von Gun Owners of America. “Ja, oder sogar ein Kleinkind!”, erwidert dieser. “Ein Dreijähriger kann sich nicht gegen ein Sturmgewehr verteidigen, indem er einen Hello-Kitty-Stift darauf wirft”, sagt der republikanische Abgeordnete Joe Wilson in die Kamera. Auch der kalifornische Republikaner Dana Rohrabacher hält es für eine gute Idee, Schulkinder an der Waffe auszubilden.

    https://derstandard.at/2000083590238/Who-is-America-Waffenaktivisten-gehen-Sacha-Baron-Cohen-auf-den

    “Puppy Pistol” und “Uzicorn”! Wieder etwas gelernt!