Ganz schnell (und ohne nachzuschauen): Wer findet in unter fünf Sekunden Tschetschenien hier auf der Karte?
Europe_Asia_transcontinental
Falls jemand die Antwort sofort wusste: Bravo! Aber ganz ehrlich: Wie viele von uns haben keine Ahnung, wo genau Tschetschenien liegt? Oder, um das Spiel mit einem anderen Kontinent zu spielen: Wo liegt Niger?
DaylightSaving-World-Subdivisions
Und wo liegt Nigeria? Sind das überhaupt zwei verschiedene Länder, oder nur verschiedene Schreibweisen des gleichen Landes, wie beispielsweise Tschechien und Tschechische Republik?

Ich bin selbst Geograph, doch die meisten “exotischen” Länder muss ich auf einer Karte nachschlagen. Und darum würde ich mich nie über die angeblich mangelnden Geographie-Kenntnisse der Amerikaner mokieren. So, wie es beispielsweise die Online-Ausgabe von FOCUS aktuell zu tun scheint: Hass auf Tschechen statt TschetschenenVerzweifelter Botschafter gibt USA Erdkunde-Nachhilfe.

Hier muss ich hinzu fügen: Ich war selbst ein Jahrzehnt lang Korrespondent des FOCUS, und habe Hunderte von Beiträgen für FOCUS und FOCUS Online geschrieben. Ich will mich daher mit Kritik zurückhalten, obwohl mir dazu einiges einfiele …

Zurück zum Thema: Ja, wenn man die Fähigkeit, Länder auf einer Karte zu identifizieren, als den Maßstab für das Wissen über andere Länder anlegt, dann schneiden die USA ziemlich schwach ab. Aber reicht das? Man sollte nicht das Wissen, wo ein Land liegt, mit dem Wissen über ein Land verwechseln. Ganz davon abgesehen, dass es sicher leichter ist, Tschetschenien und Tschechien im Deutschen auseinander zu halten als Chechia und Chechnia im Englischen – damit weiß man immer noch nichts über die angesprochenen Länder. Und wenn ich bedenke, wie viele Deutsche ich schon erlebt habe, die ihr “Wissen” über die USA nahezu exklusiv aus Karl-May-Büchern und Fernsehserien beziehen, dann möchte ich mich stellvertretend vor Scham verkriechen.

Karten: Wikimedia Commons

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Kommentare

  1. #1 Thilo
    24. April 2013

    Es geht doch aber nicht um das Auf-der-Karte finden, sondern darum, dass die Länder als solche miteinander verwechselt werden, obwohl sie wenig miteinander zu tun haben.

    Meine Spanischlehrerin in Salamanca erzählte mal von einem amerikanischen Studenten, der meinte, “hier in Kolumbien” wäre es ziemlich heiß. Ich erinnere mich dunkel, dass ein ähnlicher Fehler später auch G.W.Bush zugeschrieben wurde. (Der ja auch, weniger amüsant, verschiedene Länder in einer “Achse des Bösen” zusammenfassen wollte, die schon geografisch nichts miteinander zu tun hatten.)

  2. #2 Spoing
    24. April 2013

    Das mir den Länder finden, finde ich auch immer sehr lächerlich. Zum einen ist es völlig nebensächlich wo ein Land jetzt genau liegt, zumeist reicht es den Kontinent zu wissen. Zum anderen ist das Geheuchel immer riesig! In Europa ist es nun einmal einfacher als in den USA die anderen Länder zu lernen, da wir nicht wenigen vor unserer Haustür haben. Wenn man deutsche nach Staaten der USA fragt sieht das dann schon wieder ganz anders aus sofern man keine typischen Urlaubsziele wählt.
    Es ist zwar durchaus kritisierbar, dass viele Amerikaner ein sehr Amerikazentrisches Weltbild haben, aber die Arroganz mit der viele darüber Urteilen ist schon sehr nervig.

    Wenn man mal fragen stellt zu einem Bereich, den deutsche traditionell nicht liegen, dann kommen die Ausflüchte.
    Ganz gut kann man (wenn es im Vergleich zu den Ammis geht) immer Nationale Geschichte nehmen. Und dann frag mal die Leute was eigentlich so vor der Weimarer Republik hier los war.
    30 jähriger Krieg! Das war doch was mit Religion was hat das mit Deutschland zu tun.
    Napoleonische Kriege! Napoleon war doch Franzose, was hat der mit Deutschland zu tun?
    Heiliges römisches Reich! Jetzt auch noch die Römer?
    Immerhin Preußen bekommen viele noch hin, aber auch glaube ich nur, weil das ja doch irgendwas mit dem Nationalsozialismus zu tun hatte.

    Da haben die Amis uns einiges vorraus, die Lügen sich nicht selber inne Tasche, ein Volk von Pazifisten zu sein welches erst irgendwie aus den armen Opfern des bösen Östereichers und seinen Getreuen entstanden ist.

    Witzig ist auch die Frage, was eigentlich in Europa los war, während der Zeit in der in Amerika der “Wilde Westen” war.

    Es gibt hier in Deutschland ein sehr hohes Ross seitens der “Antiamerika” Fraktion (Dazu zähle ich auch die “alle Firmen sind Böse” “Geld ist Diebstahl” etc.). Dies wird häufig dadurch gerechtfertigt, dass wir ja unsere Geschichte aufgearbeitet haben. Wobei ich eben jenes Beizweifel. Wir haben einfach ein Dunkles Kapitel von “denen Früher” rauf und runter exerziert aber das war es auch.

    Jede Kultur hat Informationsgebiete welche außerhalb ihres Interessenfokusses liegen. Bei jedem nicht westlichen Land akzeptiert man das Problemlos (selbst wenn es dabei um Menschenrechte geht) bei Amerika nimmt man dies gleich als Zeichen eines Verkommenen Volkes wahr.

    Sorry fürs Dampf ablassen, aber der (unfundierte) Antiamerikanismus ging mir in den letzten Tagen wieder sehr auf den Keks. Es ist ja nicht so, als wäre es so schwer fundierte Kritik an dieser Nation zu üben.

  3. #3 Jürgen Schönstein
    24. April 2013

    @Thilo #1

    Es geht doch aber nicht um das Auf-der-Karte finden, sondern darum, dass die Länder als solche miteinander verwechselt werden, obwohl sie wenig miteinander zu tun haben.

    Nein, nicht ganz: Es geht darum, dass die – sehr deutsche? – Arroganz gegenüber den Amerikanern hier unangebracht ist, weil wir halt auch nicht viel mehr wissen. Und ja, manchmal sind Ländernamen schwer auseinander zu halten: Wie viele Deutsche wüssten auf Anhieb, dass Niger und Nigeria nicht die gleichen Länder sind? Chechnia und Chechia sind nunmal rein vom Namen her leicht zu verwechseln.

  4. #4 michael
    24. April 2013

    Ha, der fällt mir eine alte Geschichte ein:

    Mitten im kalten Krieg beschliessen die Amis den Russen eine Lektion zu erteilen und Kiew zu bombardieren. Die Bomber fliegen los und am nächsten Tag erhält der Kanzler Schmidt einen Brief, in dem sich die amerikanische Regierung für die Bombardierung Kiels entschuldigt. Schreibt Schmidt zurück, dass das zwar ganz schlimm sei, aber andererseits hätten sie seinen schärfsten Konkurrenten Stoltenberg in die ewigen Jagdgründe geschickt. Die Amis, die Schmidt nicht leiden können , beschliessen nun, Schmidt hinterher zu schicken. Der nächste Brief der amerikanischen Regierung trifft in Wien ein, und beginnt mit : “”Sehr gehrte Frau Kreisky, ….” .

    Das ging noch beliebig weiter, aber den Rest hab ich leider vergessen.

  5. #5 Roland B.
    25. April 2013

    Die heftigsten Kritiken über die geographische Inkompetenz der US-Amerikaner habe ich immer im National Geographic Magazine gelesen – das wird man wohl nicht eurozentrischer Voreingenommenheit beschuldigen.
    Ich finde, dieses “es reicht zu wissen, auf welchem Kontinent” dagegen reichlich eurozentrisch, denn die anderen Kontinente sind meistens erheblich größer, erheblich unterschiedlicher. Israel zum Beispiel fühlt sich nicht durch nordkoreanische Atomraketen bedroht, obwohl’s ja der gleiche Kontinent ist. In Afrika sollte man wenigstens wissen, ob ein Land eher den Tropen oder den subtropischen Wüstenregionen zuzuordnen ist, um wenigstens annähernd zu verstehen, was so in den Nachrichten kommt.
    Die Tschechen hätten den Schlamassel übrigens vermeiden können, hätten sie sich 1993 nicht von den Slowaken getrennt…

  6. #6 AmbiValent
    25. April 2013

    In Deutschland wird vielleicht nicht die Bombardierung eines verwechselten Landes gefordert. Dafür wird eine Menge Mist über Geld erzählt. Sehr beliebt ist, zu unterschlagen, dass Italien und Frankreich sowohl im Haushalt als auch bei den Rettungsfonds kräftige Zahler sind, und wer alles bessere Haushaltsdaten als Deutschland hat. Und nachdem die Leute Müll erzählen, wollen sie auch eine Politik, die sich auf diesen Müll stützt statt auf die wirkliche Lage…

  7. #7 Kernhund
    25. April 2013

    http://publicshaming.tumblr.com/post/48547675807/the-definitive-people-who-thought-chechnya-was-the

    Da ist es nicht die mangelnde Geographie, die mir Angst macht…

  8. #8 Thilo
    25. April 2013

    “Wie viele Deutsche wüßten auf Anhieb, dass Niger und Nigeria nicht dieselben Länder sind?”

    Über Niger weiß ich zugegebenermaßen auch nichts, außer dass es irgendwo in der nördlicheren Hälfte Afrikas liegt. Nigeria dürfte eigentlich jedem e-Mail-Nutzer durch die Spam-Mails verzweifelter Geldwäscher ein Begriff sein.

    Bevor ich eine e-Mail an die nigersche oder nigerianische Botschaft schicke, würde ich im Zweifelsfall aber doch mal im Lexikon nachschauen, nicht nur wegen der geografischen Lage, sondern auch (im Zusammenhang des Artikels) wegen der politischen Einordnung, also z.B. ob der Staat Islamisten unterstützt oder bekämpft. Nicht dass man nachher noch versehentlich das falsche Land bombardiert.

  9. #9 Chemiker
    25. April 2013

    Ganz davon abgesehen, dass es sicher leichter ist, Tschetschenien und Tschechien im Deutschen auseinander zu halten als Chechia und Chechnia im Englischen

    Was Chechia auf Englisch heißt, mußte ich erst nachsehen: http://en.wiktionary.org/wiki/chechia Das freundliche Nachbarland mit dem vielen Bier heißt auf Englisch jedenfalls Czech Republic.

    Und Tschetschenien schreibt man auf Englisch bevorzugt Chechnya, allerdings kommt die vom Autor verwendete Schreibweise Chechnia zumindest gelegentlich vor.

  10. #10 Jürgen Schönstein
    25. April 2013

    @Chemiker #9
    … und Deutschland heißt eigentlich Bundesrepublik Deutschland, Frankreich heißt eigentlich Französische Republik, und Russland ist die Russische Föderation etc. – trotzdem werden die kürzeren Namen weitaus häufiger benutzt. Es ging mir nur darum zu zeigen, dass es grundsätzlich leichter ist, die Ländernamen im Englischen zu verwechseln als im Deutschen. Und dass man nicht jede Dumpfbacke als Maßstab für den Wissens- und Entwicklungsstand einer Gesellschaft nehmen kann (dies ließe sich ja auch anhand einer langen, seeehr langen Liste von Kommentaren belegen, die hier schon auf ScienceBlogs.de abgegeben wurden). Dass es Amerikaner gibt, die “Austria” und “Australia” nicht auseinander halten können, ist beispielsweise unbestreitbar – aber das sind eben nicht ALLE Amerikaner.

    @Thilo #8
    Ich kann Dich beruhigen: Das Weiße Haus, ebenso wie das State Department und das Pentagon kennen den Unterschied zwischen Tschechien und Tschetschenien. Es besteht keine Gefahr, dass das falsche Land angegriffen wird (sieht man davon ab, dass Tschetschenien sowieso kein Land im staatsrechtlichen Sinn ist, sondern ein Teil der Russischen Föderation).

  11. #11 Dark_Tigger
    25. April 2013

    Dass es Amerikaner gibt, die “Austria” und “Australia” nicht auseinander halten können, ist beispielsweise unbestreitbar – aber das sind eben nicht ALLE Amerikaner.

    Frag mal den durschnittlichen Deutschen wofür das A bei dem Länderaufkleber mancher Autos steht…

  12. #12 Chemiker
    25. April 2013

    und Deutschland heißt eigentlich Bundesrepublik Deutschland, Frankreich heißt eigentlich Französische Republik, und Russland ist die Russische Föderation etc

    Das stimmt schon, aber die Tschechische Republik ist irgendwie außer­gewöhn­lich dafür, daß der for­male Name auch die Umgangs­sprache domi­niert. Ich habe jedenfalls noch nie gehört, daß jemand das Land als Czechia oder so ähn­lich be­zeich­net hätte (auch keine Tschechen, mit denen ich mich natur­gegeben auf Englisch unterhalte).

    Daß es im Deutschen die Kurzform Tschechien gibt, scheint quer über die Sprachen eher die Ausnahme zu sein. Ein schnel­ler Blick bei Wikipedia über die fremd­sprachi­gen Namen zeigt, daß wenigstens 50% ein Element Republik im Titel des Lexikon-Artikels halten.

    (Und das ist keine Wikipedia-Spezialität: Normaler­weise dient dort die umgangssprachliche Form als Lemma. Sieht man z.B. an der Slowakei, da kommt praktisch nirgendwo eine „Republik“ drin vor.)

    Wenn Amerikaner nicht andere Gewohnheiten haben als die Leute, mit denen ich mich täglich unter­halte (meistens Europäer, für die Englisch nur Zweit­sprache ist), dann ist die Ver­wechs­lung schon ziemlich weithergeholt.Czech und Chechen sind auch ortho­graphisch ziemlich verschieden.

    Zuletzt ein Wort zu der leidigen Verwechslung zwischen Österreich und dieser obskuren Insel im Südpazifik: Geht mir fürchterlich auf die Nerven und wäre fast ein Grund, die Staatsbürgerschaft zu wechseln. Ich frage mich täglich dreimal, warum hier (in Indien) jeder Tropf mich nach dem Woher? fragt, wenn er mit der Antwort ohnehin nichts anfangen kann. Vielleicht erklärt das auch, warum ich in diesem Fall mit den Tschechen viel Mit­gefühl habe und den Ameri­kanern gerne das Dumm­heits-Zerti­fikat aus­stelle, um das sie sich so intensiv bewerben.

  13. #13 Tim
    Suffolk
    25. April 2013

    Geht es eigentlich nicht eher darum, dass schnell Aussagen wie: “Bombt die Tschechen tot” etc.. kamen? Das ist doch auch der eigentliche Skandal, die Leute haben nicht einmal eine Ahnung wovon sie eigentlich labern aber rufen schon zum Völkermord auf. Mit dem auf der Karte finden hat das wenig zu tun

  14. #14 Jürgen Schönstein
    25. April 2013

    @Tim #13
    Aber das tun “die Amerikaner” ja auch nicht. Dumpfbacken wie die in FOCUS Online Zitierten gibt es ueberall und reichlich.

  15. #15 DH
    25. April 2013

    Unser Amerika-Bild dürfte nicht wenig damit zu tun haben , daß die deutschen Medien geradezu fixiert sind auf alles , was mit der rechten Seite der USA zu tun hat , und dabei auch nie vergessen wird , zu betonen , daß es sich dabei um das “eigentliche” Amerika handelt.

    Übrigens eine durchaus deutsche Denkweise … auch hier gibt es sie , die deutschen “Patrioten” , in deren Augen nur der ein guter Deutscher ist , der zum Beispiel “sauber” , “pünktlich” oder “arbeitssam” ist.

  16. #16 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    26. April 2013

    @Tim:

    Ja, die stockdoofen Amis können Tschechien und Tchechenien nicht unterscheiden, und die Deutschen Satire nicht von Nachrichten. ;)

  17. #17 Tim
    26. April 2013

    Hm, hatte das u.a. auf “Puplic Shaming” so gelesen/verstanden, dass der Botschafter vorallem auf den “Shitstorm” von Twitter etc. reagiert hatte, deswegen betont selbiger ja auch, dass Tschechien eben beim Kampf gegen den Terror mithilft.

    @JS
    Sicherlich korrekt,aber wenn ein Botschafter ernsthaft antwortet müssen es wohl ein paar mehr Dumpfbacken gewesen sein.

  18. #18 Tim
    Suffolk
    26. April 2013

    Vergessen damit reinzupacken,
    ich will hier sicherlich keine Stimmung gegen stockdoofe Amis machen. Von jedem Europäer der mit solchen Kommentaren kam hab ich auch bisher immer schon verlangt mir doch mal 10 US Bundesstaaten mit Hauptstadt zu nennen oder mir Phoenix auf der Karte zu zeigen.

  19. #19 peer
    26. April 2013

    Ich bezweifle auch, dass alle Amerika-Kritiker Slowenien und die Slowakei auseinander halten können. Von den beiden Kongos ganz zu schweigen ;-)

  20. #20 Merowech
    26. April 2013

    1.) Macht es einen Unterschied ob man die Namen der Staaten auseinanderhalten kann oder ob man sie auf der Landkarte findet. Sehe das genauso wie THILO in #1

    2.) Macht es ebenso einen Unterschied ob man bei einer Frage (stellt euch ein Quiz vor) auf Anhieb nicht zwei Staaten unterschieden kann. “AdHoc-Antwort”. ODER ob man stundenlang, ja tagelang ständig von einem völlig anderen Staat redet, bloggt und kommentiert. Das finde ich so peinlich.

    Wenn man mich fragt wo liegt slowenien und wo liegt Slowakei (um das Beispiel aufzugreifen) mach ich mich nicht so lächerlich wenn ich spontan sage: “Hmmm liegt das nicht in Asien ?” als wenn ich in einem Blog einen fürchterlichen Artikel über das in Asien liegende Slowenien zu verfassen. Das ist doch ein gewaltiger Unterschied…. IN MEINEN AUGEN ;-)

  21. #21 Merowech
    26. April 2013

    Falls gleich wieder die Unkenrufe kommen …. jaaaaa, ich weiß. Geirrt haben sich beide. Aber LÄCHERLICH hat sich der zweite gemacht. Das will ich damit aussagen.

  22. #22 Nordlicht_70
    26. April 2013

    Hallo Jürgen Schönstein,

    ich habe schon das Gefühl, dass amerikanisches Wissen und doch sehr ichbezogen ist. (M)Ein klassisches Geographiebeispiel: Ich kann mich noch sehr gut an den geradezu frenetischen Jubel der Amerikaner bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 erinnern, als die Mannschaft von Georgien einmarschierte. Immerhin stand auf dem Schild ja auch Georgia drauf.
    Hier traf m. E. das Nichtwissen über den Staat Georgien mit dem Nichtwissen über sportliche / olympische Gepflogenheiten zusammen.
    Ich kann dieses Gefühl nicht konkret durch Daten untermauern, habe aber durch etliche in den USA (und auch Kanada) lebende Verwandte schon etwas Einblick.

    Mit den Geographiekenntnissen muss man es natürlich nicht übertreiben. Das wir uns in Europa besser auskennen als Amerikaner – und diese sich dafür besser in Amerika, halte ich für völlig normal. Jedem, der meint, seine Geographiekenntnisse sind sooo toll, kann man drei einfache Fragen stellen: Wie heißen die amerikanischen Bundesstaaten? Wie heißt die jeweilige Hauptstadt? Wo liegen die Staaten und Hauptstädte?

    In nachfolgendem Video (die ersten 50 sek.) aus der “YouTube-Akademie” wird der Beweis angetreten, dass Deutsche auch nicht unbedingt alles über ferne Länder wissen. :-)

  23. #23 BreitSide
    26. April 2013

    vvv

  24. #24 Lercherl
    27. April 2013

    Wer seine Vorurteile pflegen möchte:

  25. #25 Roadrunner
    28. April 2013

    @Lercherl: Vielleicht ist die Dame nur ihrer Zeit voraus und irgendwann ist Europa echt ein Staat bzw. vereinigte Statten :-)

  26. #26 anoynymous
    29. April 2013

    Die Bezeichung “Chechia” ist im englsichsprachigen Raum sehr unüblich. Die folgende ngram Suche macht das anschaulich:

    http://books.google.com/ngrams/graph?content=Chechia%2CCzech+Republic&year_start=1800&year_end=2000&corpus=15&smoothing=3&share=

    Eine Frage: Was hat es mit der Kolorierung der ersten Karte auf sich? Ist der mit hellblau eingefärbte Bereich der europäische Teil Russlands? Wenn ja, was wird dann mit dunkelblau ausgezeichnet?

    • #27 Jürgen Schönstein
      29. April 2013

      @anonymous
      Die Farben haben fuer den Zweck dieses Posts keine Bedeutung; ich habe “ad hoc” zwei Karten aus Wikimedia Commons eingestellt, die keine Laendernamen enthielten. Und sicher, Chechia wird in der Literatur seltener verwendet – aber immer noch haeufig genug, damit ein paar Uebereifrige den Namen verwechseln koennen. Es ging mir vor allem darum zu zeigen, dass wir aus deutscher Sich vorsichtig sein sollten, ueber “die dummen Amerikaner” zu urteilen – vor allem, weil wir unsere eigenen Weltkenntnisse weit ueberschaetzen. Wo liegt Kiribati? Slowenien oder Slowakei? Russland und Weissrussland? Auch nur 20 (von 50) US-Staaten mit Hauptstadt? Immerhin erstrecken sich die USA, wenn man Meridiane zaehlt, ueber fast ein Drittel der noerdlichen Hemisphaere, und viele Bundesstaaten koennen es mit europaeischen Laendern an Flaeche und Einwohnerzahlen aufnehmen. Und wie gesagt: Wie viele Deutsche wissen, wo Tschetschenien liegt, und was es mit dieser Region auf sich hat?

  27. #28 anoynymous
    29. April 2013

    Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, was das vorschnelle Urteilen betrifft. Ich glaube sogar, dass Sie gar nicht soweit ausholen müssen und vermute, dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung nicht in der Lage ist die 16 deutschen Bundesländer und ihre Hauptstädte korrekt zu benennen.

    Es würde mich trotzdem interessieren, was es mit der Kolorierung der Landkarte auf sich hat…

  28. #29 Jürgen Schönstein
    29. April 2013

    @anonymous
    Die Karte stammt von hier und illustriert die Übergänge von Europa nach Asien; immerhin zähen manche Länder ja politisch zu Europa, aber historisch/geographisch zu Asien, und umgekehrt.

  29. #30 anoynymous
    29. April 2013

    Danke.

  30. #31 canis
    29. April 2013

    @ Tim, das wäre das Gleiche, wie von einem Amerikaner zu verlangen ein paar deutsche Bundesländer mit Landeshauptstadt zu nennen oder zu zeigen wo Düsseldorf liegt.
    Wenn dann müsste man Länder wie.
    Domrep, Kuba, Honduras , Haiti, Belize, Nicaragua, El Salvador oder Guatemala bei einem Europäer abfragen.
    Für das politische Weltbild bilden erstmal die Staaten die Grundlage und nicht irgendwelche Bundesländer. Egal wie groß sie seien mögen. Das wird erst interessant, wenn man sich für das Land näher interessiert.

    Es muss ja nicht einmal die genaue Lage eines Landes bekannt sein, sondern nur in welcher Region es in etwa liegt.
    Und Tschechien und Tschetschenien so nah zueinander zu packen, dass man es verwechseln kann ist schon schwach, egal wo her man kommt. Noch schwächer ist es die Namen Länder gar nicht zu kennen. Und ähnliche Namen behält man eigentlich sehr gut.
    Etwas Allgemeinbildung kann man von Menschen die ihre Regierung wählen können erwarten.

  31. #32 Tim
    30. April 2013

    @canis

    Vielleicht hast du Recht,es hilft aber immer sehr schön um das Maul zu stopfen wenn so doofe Kommentare kommen.

    Wenn ich hin und wieder mit US-Amerikanern rede, sagen viele von denen auch so etwas wie “So sind halt die Texaner, ohne Waffen läuft da nichts” Es gibt übrigens auch ein dt. Bundesland das allen Amerikanern bekannt ist ;)

    Tschetschenien ist ja numal aber eine Republik Russlands, da muss ich dann plötzlich alle Republiken kennen und auch noch wissen wo sie liegen? Und das spielt hier ja vielleicht alles eine Rolle (Islamisch geprägt, jahrelanger “Bürgerkrieg”..)

    Ich bin ja aber auch genauso wie du entsetzt, dass so etwas überhaupt möglich ist, viele Tweets reden ja auch außdrücklich von “Czech Republic”.. naja..

    Ich denke aber das Focus und viele andere Medien den Fehler machen über die dummen Amerikaner zu lästern anstatt vielleicht mal daran zu denken das der Botschafter sicherlich auch vor die Presse getreten wäre, wenn die Attentäter tatsächlich aus Tschechien wären..

  32. #33 Bentley Map
    27. Mai 2013

    Informationen über den Besuch der Site-Maps

  33. #34 view source
    4. September 2014

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