Eigentlich hatte ich vor, dem Thema Verschwörungstheorien in meinem Blog mal eine längere Pause zu gönnen. Aber heute ist der 50. Jahrestag der Ermordung John F. Kennedys in Dallas, und das ist, in gewisser Weise, auch der 50. Jahrestag einer der größten Verschwörungstheorien aller Zeiten. Und da komme ich fast nicht umhin, nochmal darauf einzugehen.

Aber reden wir überhaupt von dem gleichen Phänomen, wenn wir den Begriff “Verschwörung” benutzen? Da wäre ich gar nicht so sicher, denn das englische Wort “conspiracy” leitet sich ja nicht von coniurare ab, sondern von conspirare. Und dieser Unterschied, wenn auch fein, ist nicht trivial: Eine Verschwörung enthält das Element des Schwurs, also der expliziten Verpflichtung auf ein Ziel. Ob das nun Menschen mit finsteren oder edlen Motiven sind, ist dabei fast schon unerheblich (und eher eine Frage der historischen Bewertung, wie beispielsweise die Operation Walküre uns lehren kann) – entscheidend ist, dass sie als Gruppe einen gemeinsamen Plan verfolgen und die Gemeinsamkeit dieses Planes ein maßgebliches Element der Aktion ist. Die “conspiratio” hingegen wäre schon gegeben, wenn die Beteiligten sich im Prinzip über ein Ziel einig sind, oder wenn es sich, nach unserem deutschen Rechtsverständnis, eigentlich “nur” um Mitwisserschaft handelt. Und genau so wird er im Englischen auch verstanden: der Straftatbestand der conspiracy (ja, das ist ein Delikt für sich) setzt nur voraus, dass mindestens zwei Personen sich einig sind. Das Ziel an sich kann dabei sogar völlig legal sein – die Absprache, die Mitwisserschaft alleine kann schon strafbar sein. Es gibt sogar juristisch die Möglichkeit einer conspiracy after the fact, was nach dem gängigen Verständnis von “Verschwörung” (coniuratio) eine oxymoronische contradictio in adiecto ist.

Wenn also, wie mein Blogger-Kollege Christian Reinboth heute gezeigt hat, Kennedys Sicherheitspersonal  wenige Minuten nach dem Attentat die Blutspuren des Attentats beseitigt, dann wäre – da Vernichtung von Beweismaterial strafbar ist – der Tatbestand einer “conspiracy” bereits gegeben. Egal, was ihre Motive dafür waren. So gesehen gibt es also mindestens eine “Kennedy conspiracy”, aber ist das auch notwendiger Weise das, was wir unter einer “Verschwörung” verstehen?

Ich habe in meinen “verschwörungstheoretischen” Beiträgen schon öfter, aber vielleicht nicht explizit genug, auf diesen Aspekt hingewiesen. All die großen Verschwörungstheorien, vom Ufo-Absturz bei Roswell über John F. Kennedys Ermordung, bis hin zu den Anschlägen vom 11. September, haben eines gemeinsam: ein Apparat hatte versagt. Ob es nun eine Panne auf einer Raketenteststation war, oder ob Warnungen von Geheimdiensten ignoriert wurden; ob hochqualifizierte Leibwächter ihren Job nicht gut genug machten oder Routenplaner nicht an mögliche Gefahrensituationen dachten – viele Beteiligte hatten hinterher allerlei Gründe, Spuren zu verwischen, Fakten zu dementieren oder sogar potenzielle Zeugen einzuschüchtern.

Gab es also eine Kennedy-Conspiracy? Mit nahezu absoluter Sicherheit. Gab es eine Kennedy-Verschwörung? Das wüsste ich, ganz ehrlich, auch sehr gerne – aber diese Antwort, die sowohl ja als auch nein sein könnte, ist als Folge der Kennedy Conspiracy (siehe oben) vermutlich nicht mehr zu finden …

flattr this!

Kommentare (30)

  1. #1 Sascha
    22. November 2013

    Die Buchstaben-Verschwörung:
    – Vesrchwörungstheorien
    – Raketenteststaion
    – verschwischen
    “aber ob sich diese Antwort … ist … vermutlich nicht mehr zu finden”

  2. #2 Jürgen Schönstein
    22. November 2013

    @Sascha #1
    Vielen Dank fürs Korrekturlesen – ich hatte den Artikel bereits in der Rohfassung freigeschaltet, da ich ein bisschen um meinen Internetzugang zittern muss (ist manchmal etwas wackelig, dank WiFi etc.), und dann die Korrekturen nach und nach in den Text eingearbeitet. Da hat sich Dein Kommentar mit der Bearbeitung ein bisschen überschnitten – aber dennoch, vielen Dank!

  3. #3 Toni
    22. November 2013

    Apropos Walküre, auf Youtube gibt es, wie ich vor ein paar Tagen zufällig entdeckt habe, ein Interview mit dem damaligen Stadtkommandanten Berlins Rehmer, der ja von den Stauffenberg-Verschwörern für ihre Zwecke instrumentalisiert werden sollte, was schlußendlich aber nicht funktionierte.

    Das Interview stammt von 1988 und zeigt einen damals wohl immer noch überzeugten Nazi.

    Stauffenberg und seine Mitverschwörer qualifiziert er jedenfalls an vielen Stellen des Interviews als Stümper, Wichtigtuer und Verräter ab….

    Rehmer scheint mir ein Musterbeispiel für einen verblendeten Menschen, der mit(in seinem Wahn “untergehen” = sterben will. Einsicht, Umkehr und Reue nicht erkennbar….

  4. #4 JPeelen
    22. November 2013

    “… ein Apparat hat versagt.”
    Wirklich? Ist es nicht so, dass die Theorien annehmen, dass es allmächtige, perfekt funktionierende Apparate gibt, die von UFOs über Kennedy bis zum World Trade Center es schaffen, uns erfolgreich zu täuschen?

  5. #5 JPeelen
    22. November 2013

    Toni,
    im Fernsefilm “Operation Walküre” von 1971 kam neben vielen Zeitzeugen auch Otto Ernst Remer (damals Major; der Stadtkommandant von Berlin war General von Hase; er wurde als Mitverschwörer gehenkt) zu Wort. Man kann sich über seine Unbelehrbarkeit aufregen, die bis zu seinem Tod unverändert blieb. Der Vorzug in der damaligen Dokumentation war aus meiner Sicht, dass er darin ein lebendiges Bild von der Denkweise der Gegner des Attentats lieferte. Es ist wichtig für uns heute, zu wissen, wie Nazis ticken. Den zweiteiligen Fernsehfilm “Operation Walküre” gibt es auf DVD — nicht mit dem Spielfim mit Tom Cruise verwechseln! Ohne Übertreibung ein Höhepunkt unserer Fernsehgeschichte.

  6. #6 Jürgen Schönstein
    23. November 2013

    @JPeelen #4
    Der entscheidende Unterschied zwischen meiner und Deiner Formulierung ist, dass Du die Attribute “allmächtig” und “perfekt funktionierend” eingefügt hast. Ich hingegen rede nur von Apparaten wie dem Secret Service, der Polizei oder dem Militär. Die gibt es, und die können, wie wir nun aus genug Beispielen wissen, durchaus versagen. Aber dann neigen sie, wie ich (nicht ganz grundlos, aber zugegebener Maßen ohne die Rückendeckung eines wissenschaftich ermittelten Resultats) aus Erfahrung weiß, erst mal dazu, ihre Fehler zu vertuschen.

  7. #7 Toni
    23. November 2013

    @ JPeelen

    Richtig, das lustige an Verschwörrungsfanatikern ist, daß sie meistens an keinen allmächtigen Gott glauben, an einen allmächtigen Menschen bzw. Menschengruppen (mit Plänen am besten noch über ganze Generationen hinweg) hingegen sehr wohl…..

    Und zu Remer – danke für die Richtigstellung und Frage zugleich – war Hase, von dem in dem Interview ja auch mehrfach die Rede ist, dann Remers direkter Vorgesetzter, dessen Anweisungen er ohne eigene Verantwortung/Zuständigkeit auf eigenes Betreiben unterlief (hat sich anscheinend ja sofort bei Goebbels informiert).

    Und das Denken dieser Leute ist ganz klar – sie hatten sich Hitler mit Haut und Haaren verschrieben – er war ihr Gott, dem sie die absolute Treue bis in den Tod geschworren hatten und dieses Versprechen auch hielten – leider gibt es nur wenige Gläubige die ein solches Versprechen auch ggü. dem lebendigen Gott zu halten in der Lage sind…..

    Der Historiker Jörg Friedrich hat den faustischen Pakt den damals das ganze deutsche Volk mit Hitler eingegangen war, wunderbar und extrem eindrücklich im “Philosophischen Quartett” des ZDF anschaulich gemacht – es war eine tief sitzende dämonische Bindung die das Volk da mit seinem Führer eingegangen war und dessen Fesseln erst im totalen Untergang und mit dem Tod des Verführers gelöst werden konnten….

    Friedrichs verdienst ist, daß er herausgearbeitet hat, daß dies alles weitestgehend freiwillig geschah – es war also nicht nur der Druck des Regimes das alle Desserteure aufhängen lies.

    Gruß

  8. #8 schrittmacherm
    23. November 2013

    Dem aufmerksamen und faszinierten Beobachter ostdeutscher Geheimdienst-Dialektik ist aufgefallen, das jene Szene sehr “konspirativ” zugange gewesen war. Und auch alles “konspirativ” nannte, was eben mindestens 2 miteinander ausserhalb jeder Öffentlichkeit über eine Öffentlichkeit oder Teile davon auszuhandeln hatten. Und wenn es nur sarkastische Phrasen waren – so war es “konspirativ” genug, um sich daran anzustoßen. Jedenfalls scheint dies die populäre Perspektive der populärsten Überlieferungen zu sein.

    Der Unterschied zwischen verschwören und konspirieren ist je nach Perspektive und Kontext gelagert. Alltagsoberflächlich weniger existent. Die zurückliegenden sogenannten “Verschwörungstheorien” und das Vorwerfen der Erstellung solcher Theorien eher eine überspringende Modeerscheinung – gemeint sei damit mehr noch der Vorwurf einer Erstellung solcher Theorie und damit meistens transportierter Duktus. Der mag zuweilen gerechtfertigt sein. Letztlich aber jede Verschwörungstheorie mit Wahrheitsgehalt daherkommt, dessen Umfang bis zur vollständigen Aufklärung unbekannt ist. Die Chance auf vollständig wahrheitsgemäße Aufklärung stehen aber regelmässig sehr schlecht.

    Ob man vom selben Ding redet, wenn man um das Wort Verschwörung kreist?

    Zuweilen wohl nicht. Und das nicht einmal deswegen, weil hier ein Deutungsunterschied wegen konkreter Übersetzungsfehler besteht. Sondern auch, weil einerseits die Theorie eine “verschwörung” beschreibt und weil die Theorie, die eine Verschwörung als Inhalt hat, als eine Verschwörung verstanden werden kann. Eine Verschwörungstheorie als Verschwörung. Dabei kocht die reaktive Erregung wegen der Anklage gegen die eigene Gruppe hoch (der man sich jeweils zugehörig empfindet), nicht wegen konkreter Inhaltsinkonsistenzen. (ich habe bei dieser Aussage nicht zwischen Verschwörung und Konspiration unterschieden – denn wie gesagt: Alltagsoberflächlich braucht man hier nicht zwingend zu unterscheiden).

    Noch angemerkt:
    Geheimdienste können kein Interesse daran haben, ihre Beteiligung; gar ihre Anwesenheit an gewissen vermeindlich realen Abläufen weder vorher und auch nicht nachträglich zu bestätigen. Sollten solche Aussagen irgentwo/wann in den Medienäther kommen, muß man grundsätzlich von einer “verschwörung” ausgehen. Andersrum man grundsätzlich von einer Beteiligung oder wenigstens vn Kenntnis irgendwelcher Geheimdienste ausgehen müsste, man sie sonst einfach nicht für “zurechnungsfähig” nehmen dürfte. Will letztlich damit sagen, dass man darüber absolut keine Information “für Wahr” halten darf. Der Unterschied zwischen James Bond und für real gehaltene Geheimdienste, ihre Protagonisten, Akteure und Aktivitäten (die ja geheim seien) in der Öffentlichkeit und seinen “Wahrheitsmedien” gar nicht existent ist. Einzig wahr daran ist, dass es uns unterhalten kann und … es kann subtile Manipulation der Massen sein – was auch immer zielgesetzt ist.

  9. #9 Wilhelm Leonhard Schuster
    23. November 2013

    OO7 hat bekanntlich die (demokratische) “Lizenz” zu Töten (zu Morden).
    Wo bleibt in all diesen Fällen (Walküre) die Ethik?
    (Zu Dionysos dem Tyrannen schlich …..!)
    Ein wahrhaft weites Thema….!

    Solange die” Manipulierten Massen ” einigermaßen unbehelligt bleiben (bei Stalin und der DDR ist selbiges sicherlich nicht gegeben gewesen,) mag diesen Massen
    ziemlich gleichgültig sein, was da Oben geschieht.

    “Bei aller Liebe”: Der Krieg hat leider überall seine
    eigenen Gesetze.

    Wie heißt es doch so schön :S´ist leider Krieg und
    ICH, begehre, nicht Schuld daran zu sein…!

  10. #10 Wilhelm Leonhard Schuster
    23. November 2013

    Übrigens : “Aus absolut unsicherer Quelle” weiß ich , daß der Kennedy Mord mindestens bereits im Sommer des Jahres 1963 vorbereitet worden ist und der ” Arme Kennedy” von mir damals Zigaretten Bürschle genannt ,

    (Selbiges hat mir eine harte Rüge meines damaligen Chefs eingebracht : Wie kann man einen amerikanischen Präsidenten soo bezeichnen.)

    null Chance hatte, in Dallas, zu entkommen.

    Sonderbarerweise, wußte ich damals, wie auch heute nicht, wer hinter dem Attentat steckte.

  11. #11 Wilhelm Leonhard Schuster
    23. November 2013

    Nur für Spezialisten und Zeitzeugen:
    Horch Schnüsel :
    gibt es in Amerika eine Stadt die

    DA ..,Da..dal… …heißt?
    Drauf dieser : Dallas!

  12. #12 Jürgen Schönstein
    23. November 2013

    @ Wilhelm Leonhard Schuster
    Leiden Sie unter zu großer Langeweile- oder was sonnst treibt Sie um, derart sinnbefreite Kommentare zu komponieren und zu posten? Gegen ein bisschen mehr geistiger Kohärenz hätte hier bestimmt niemand etwas einzuwenden…

  13. #13 JPeelen
    23. November 2013

    @Toni
    “Walküre” war ja ein ganz offizieller Alarmierungsplan zur Bekämpfung innerer Unruhen. Er sah für Remers Einheit vor, im Regierungsviertel in Stellung zu gehen. Er als deren Führer hatte sich beim Stadtkommandanten (von Hase) zu melden. Was er dort (Unter den Linden 1) vorfand, machte Remer misstrauisch, so dass er sich bei Goebbels rückversicherte.

  14. #14 Wilhelm Leonhard Schuster
    23. November 2013

    @Toni Allmächtiger Gott hin, Allmächtiger Gott her ,
    Hochverrat bleibt Hochverrat!
    Ich nenne den Namen Fuchs als Beispiel.
    Oder ganz modern den Mann, der sich gegenwärtig nach Moskau abgesetzt hat.
    Der hat mit Sicherheit, gegen die Interessen des Staates in dem er seine Brötchen verdiente, verstoßen.
    (Übrigens war letzteres gar nicht nicht sooo schlimm, denn ein vernünftiger Mensch weiß doch: was, wo und wie, vor sich geht.)
    Verrat, an der Gemeinschaft in der EINER lebt,
    ob Demokratie oder nicht , bleibt verachtenswert!

    Aufhängen braucht man die “ehrlosen” Verräter ja
    nu heutzutage auch nicht- solange die Existenz
    des Staates, an dem er Verrat übte, nicht auf dem Spiele steht!

  15. #15 Wilhelm Leonhard Schuster
    23. November 2013

    Nochmal ein “sinnbefreiter Kommentar “:
    Adenauer, ein kluger Kopf, der zu Weimars Zeiten fast Reichskanzler geworden wäre,mochte kein “Verräter”
    werden!Er hat sich dem “Widerstand” nicht angeschlossen.
    Er sagte zu den damaligen Verhältnissen (frei nach meiner Erinnerung):
    “Diese Dinge,(Verhältnisse des Staatswesens) müssen sich bis zum Ende selber ausbrennen”.
    Er brauchte sich weder zu schämen, an einem schlecht organisiertem Staatsstreich und Hochverrat teilgenommen zu haben , noch für das dabei,(notwendige) gleichgültig auf welcher Seite, veranstaltete Blutvergießen, Verantwortung zu tragen.
    Ein derartiger Mann verdient, zu allen Zeiten , höchsten Respekt .

  16. #16 schrittmacherm
    24. November 2013

    @ WLS #15

    ““Diese Dinge…. müssen sich bis zum Ende selber ausbrennen”.

    Hat er eine Vorstellung, was damit gemeint íst?

    Mit “Verhältnisse des Staatswesens” ist das grandios unkonkret beschrieben.
    Was ist die kleinste relevante Einheit eines Staatswesens? Das Subjekt.
    Kennst du die Diagnose “burn-out”?
    Was könnte da “ausbrennen”?
    Wo befindet sich relevante Aktivität für menschliches Verhalten und Motivation … dessen Aktivität Verhalten und Motivation liefert und im Falle dann nicht mehr hervorbringt?
    Im Gehirn, nicht wahr? Was könnte da bloß “ausbrennen”? Brennt da was? Ach ja, es brennt wohl das Neuron und die Synapsen und gar die Nervenbahnen…was in Vollendung bedeuten könnte: Demyelinisierung und somit Zerfall der Nervenbahnstruktur – fortgeschrittenerweise Neurodegeneration ala Alzheimer, dessen Symptomatik sich genau so darstellt.

    Ich finde Adenauer weder “klug”, noch verdiene er in der Situation gerade für diese von dir beschriebene Haltung besonderen Respekt. Andere würden problemlos von Feigheit reden. Ich habe Verständnis dafür – würdige diese Haltung aber nicht.
    Den Verrat aber hat er in anderer Weise begangen – eben in der “vornehmsten” Zurückhaltung…nein, im Heraushalten. Niemand zwingt jemanden dazu, sich einer “Seite” zu versprechen. Man kann trotzdem dabei sein – schlichtend und aufklärend. Leider ist der Überbringer schlechter Nachrichten schuldiger, wie der Verursacher der schlechten Nachrichten – wie absurd. Oder ist das der Verrat?

  17. #17 Toni
    24. November 2013

    @ WLS

    Wissen Sie was für mich Hochverrat ist?

    Hochverrat ist für mich, wenn ich erkennen muß, daß ich dem absolut Bösen diene/gedient habe und nach dieser Erkenntnis nicht auf mein Gewissen höre und weiterhin ein willferiger Helfer des Bösen bleibe…. Das ist der schlimmstmögliche Hochverrat den es gibt, weil es sich hierbei um Hochverrat ggü. dem Höchsten handelt, dessen Wesen im Christentum als die Liebe bezeichnet wird.

    Dieser Form des schlimmstmöglichen Hochverrates haben sich die Stauffenberg-Verschwörer auf jedenfall nicht schuldig gemacht, Männer wie Remer aber sehr wohl!

    Hitler war ein Tyrann, Massenmörder und Fanatiker, der in den letzten beiden Kriegsjahren nurmehr das Ziel der “verbrannten Erde” verfolgte und sich, sein Regime und das ganze deutsche Volk bewußt in den Untergang = die Selbstauslöschung führte bzw. zu führen suchte.

    Gegenüber einem solchen Verbrecher, gilt und gibt es für einen aufrechten Charakter keinen Treueeid mehr!

    Die Männer um Stauffenberg hatten das längst erkannt. Sie als ehrlose Verbrecher hinzustellen, ist eine Unverschämtheit. Sie sollten sich mal das youtube-Video “Geheime Reichssache – die Angeklaten des 20. July” anschauen. Dort kommen die “Verräter” vor Freisler beim Volksgerichtshof zu Wort und ich sehe dort nur höchst ehrenwerte Männer mit aufrechtem Charakter und edlen Motiven – schauen sie als Musterbeispiel auf die Aussage von Hans Bernd von Haften ab 1:36:38 im nachfolgenden Video:

    http://www.youtube.com/watch?v=iQfW6hHWWuM

    Streiten kann man sicherlich darüber, ob ein Bombenanttentat, wie auf Hitler am 20. Juli 1944, gerechtfertigt ist, nicht aber darüber, daß Tyrannenmord kein Hochverrat ist!

    Gruß

  18. #18 Roland B.
    24. November 2013

    @ WL Schuster:
    “Verrat, an der Gemeinschaft in der EINER lebt,
    ob Demokratie oder nicht , bleibt verachtenswert!”
    Deshalb gibt es bei den Mafiagemeinschaften ja auch das Gesetz der omertà. Sicher finden sie es auch verachtenswert, wenn so ein Mafioso auspackt und die Gemeinschaft verrät, in der er lebt.

  19. #19 Wilhelm Leonhard Schuster
    24. November 2013

    Anmerkung Jürgen Schönstein:
    Ich hatte diesen verquasten Kommentar erst nur entvokalisiert, weil er ersten nichts zum Thema hier beitrug, zweitens in weiten Teilen inkohärent und so schluderig geschrieben war, dass es eine Zumutung für andere MitleserInnen gewesen wäre, ihn ohne entsprechende Kenntlichmachung stehen zu lassen.

    Doch beim erneuten Lesen merke ich, dass da noch viel zu viele Geschichtsklitterndes, -Leugnendes und eventuell sogar juristisch Anfechtbares drin steht und trotz Entvokalisierung noch erkennbar wäre, asl dass ich diesen Dreck (jawohl, das age ich noch einmal: Dreck) hier stehen lassen könnte. Und an den Kommentator hier: Dies ist eine letzte Verwarnung. Alle weiteren Kommentare in diesem Stil werden gelöscht und Sie als Kommentator hier gesperrt.

  20. #20 Wilhelm Leonhard Schuster
    24. November 2013

    Roland B.Sie und ich wissen doch, daß jeder Verräter,
    der, der “Gegenseite” Vorteile verschafft ,hochwillkommen ist,
    im Grunde aber dennoch als: “Charakterschwein” und unzuverlässig,eingestuft und verachtet wird.
    Motive für Verrat, lassen sich natürlich nicht in eine Kiste schmeißen.
    Der Stalin hat den Trotzki ,der im Grunde kein Verräter der “kommunistischen Sache” gewesen ist , im fernen Mexiko erschlagen lassen, weil er” Verrat” befürchtete und gleichzeitig beweisen wollte, wie weit sein Arm reiche.
    Mafia und Stalin, ist nicht sooo weit entfernt voneinander.
    Und in “milderem Maße” gilt selbiges für sämtliche Staaten dieser Erde.
    Eine Firma kann nicht zulassen, daß,ihre Geheimnisse, von einem Mitarbeiter weitergeleitet werden .
    Die Mafia, von IHNEN angeführt,handelt auch nur:
    aus reinem Selbsterhaltungstrieb.Die Moral spielt bei denen ,was töten anlangt eben eine Andere,geringe Rolle.
    Ich habe 007 angeführt, sooo groß ist der Unterschied Staat/Mafia nu auch wieder nicht!(Drohnen!)
    Das soll kein Loblied auf die verachtenswerten Methoden der Mafioso sein.
    Verrat aber,ganz allgemein, bleibt Verrat!

  21. #21 Spritkopf
    24. November 2013

    @WLS
    Sie haben ja schon einigen Dummschwatz abgeliefert, aber Ihr jetziges geschichtsvergessenes Gewäsch toppt alles. Für mich sind Sie endgültig in der Kategorie “seniler Volltrottel” angelangt.

  22. #22 Randifan
    24. November 2013

    Eine Verschwörungstheorie weicht von den offiziellen Erklärungen ab und präsentiert eine alternative Theorie. Dabei hängt es vom Betrachter ab, ob eine Verschwörungstheorie glaubwürdiger ist, als die offiziellen Erklärungen. Die Theorien um das Kennedy-Attentat sind sehr verwirrend, diese zu entwirren bedeutet, zehntausende Seiten von Dokumenten durchzulesen. Dazu hat keiner wirklich Lust

  23. #23 Merowech
    25. November 2013

    Kriminalistisch betrachtet sind viel Verschwörungsfälle einfach abzuarbeiten.

    Es sind, und da bin ich mit Jürgen Schönstein diesmal einer Meinung, oft triviale Gründe die zu vermeintlichen Ungereimtheiten führen.

    Erst der Mangel an Transparenz und die, gerade für die Öffentlichkeit, fehlende Rekonstruktion eines Ereignisablaufes sind fruchtbarer Nährboden für Verschwörungen.

    Dabei sind es oft einfachste Motive weniger Menschen die NICHT nach einem großen Masterplan agieren.

    Gerade das von Christian Reinboth gepostete Foto entzaubert schon wieder die gebetsmühlenartig sich wiederholende Standardszene und Bilder, die Grundlage der Verschwörungen sind.

    Es ist menschlich Nachvollziehbar, dass man ein im öffentlichen Bereich abgestellten PKW mit den Spuren des Verbrechens bereinigen will. Allein wegen den Passanten (sieht man sogar auf dem Foto wie die “Gaffer” darumherum stehen).

    Also ich glaube ich brauche da nicht viel zu recherchieren und behaupte, dass Secret Service Beamte von damals keine kriminalistische Ausbildung hatten (wofür auch). Daher war ihnen die BEDEUTUNG der Präsidentenlimousine als BEWEISMITTEL nicht so bewusst. IM GEGENTEIL: Die Schmach der Niederlage sind Triebfeder und Antrieb um die Spuren des eigenen Versagens zu beseitigen.

    Man darf nicht vergessen, hier handelt es sich nicht um ein Routineeinsatz. Worst Case ist eingetreten, Kurzschlussraktionen Beteiligter ist menschlich nachvollziehbar und an der Tagesordnung.

    Die daraus resultierende Anhäufung von “Fehler” die durchaus auch im Alltagsgeschäft passieren, sind jedoch dann die entscheidenden Indizien und Aufhänger für die Verschwörungstheorien.

    Auch hier Korrelation und Kausalität. Oft werden bei Verschwörungen wilde Zusammenhänge Zwischen Ereignisse gesehen. Ich denke bei einem Präsidenten der USA ist es nicht schwierig etwas aus seinem Regierungsprogramm oder Ansprachen zu nehmen und als Motiv eine “feindliche” Gruppierung zuzuordnen.

  24. #24 schrittmacherm
    25. November 2013

    Achso, Kennedy-Attentat.

    Natürlich war das eine Verschwörung. Gegen wen oder was, von wem ist damit noch unklar und wurde bis heute nicht glaubwürdig aufgeklärt. Immer waren es plötzlich irgenwelche Irre; nobody´s aus dem nichts. Unglaubwürdig. Und der “vermeindliche” Schütze ist dann auch noch erschossen worden. Den konnte man nun noch nicht mal psychologisch durchleuchten und auf Wahrheitsgehalt abtasten.

    Es ist die Frage auch, ob die verschwörung gegen Amt und Nation gerichtet oder gegen Amtsinhaber und Persönlichkeit. Angesichts des demonstrativ mächtigsten Menschen/ des mächtigsten Amtes dieser Welt zur damaligen Zeit steht die Frage der Weltpolitik im Raum. Also Machtdemonstration, Terorismus, Globalpolitik… usw. Das muß nicht sein. Es könnte auch ein gewisser Selbstschutz sein, den sich eine einzelperson oder eine Organisation auf die Fahne geschrieben hat und die Nation (USA) wieder ins rechte Licht rücken wollte.
    Da Terrorismus damals weniger in Mode war, ergibt sch daraus eher eine Verschwörung gegen die Persönlichkeit – also gegen Kennedy selbst oder seinen Lebenumständen, aus denen er nicht entkam (Krankheit, seiner Lebensweise und Verhältnisse…usw…im Persönlichen liesse sich viel mehr Konflikte gegenüber konservativen Zielsetzungen und Weltpolitik finden).

    Die “Verschwörung” könnte also darin liegen, die Deutung der Tatmotivation vom Persönlichen ins Politische zu verschieben. Poltitisch genug dazu ist es immer, wenn ein Präsident einer Nation während seiner Amtszeit zu Tode kommt. Das heisst nicht, dass Politik-fremde Motive unrelevant waren – möglicherweise sogar überwogen haben konnten.

    Als konspirativ sich gegen etwas/jemanden Verschwörender / verschwörende Organisation werde ich bestrebt sein, allen Verdacht nicht auf mich zu ziehen. Da ist es doch logisch schlüssig, wenn ich andere “unwissendlich” für mich auf ein Ziel hinzuarbeiten lasse. Dazu brauche ich nur einen potent motivierten, den ich dann unsichtbar in seiner Motivation unterstütze. Etwa suggestiv auf ihn einwirke, und ihm/ihr die Erreichung eines Ziels dann für das Subjekt unsichtbar ermögliche – sehr “verschwörerisch” eben. Nur dass das sekundär zielsetzende Subjekt keinen Schimmer von seiner Rolle als Werkzeug hat – sich als Primärakteur denkt; selbstständig und souverän und erfolgreich. Solche Strategien kennen wir aus erfolgreichen Szenarien der Pädagogik. Kleinen Kindern spielt man eben noch eine Scheinrealität vor, indem man ihnen mehr oder weniger unsichtbar in ihrer Zielsetzung kleine Hilfestellungen “unterjubelt”. Das Kind denkt diese Hilfestellungen nicht als solche, sondern als zufällige Realität – wenn überhaupt, worin ja das affirmativ produktive liegt.
    Solche vorrangegangenen Abläufe sind nahezu nie nachträglich zu konsistentem Planungs- und Tathergang zu rekonstuieren, aus dem vollständige realexistierende Abläufe hervorgehen. Das Ergebnis immer löchriges Glaubenskonstrukt.

  25. #25 Wilhelm Leonhard Schuster
    25. November 2013

    Sonderbar ist schon, daß den Bruder Robert ,
    (den Mafia-Jäger?)das gleiche Schicksal ereilte.
    Robert scheint übrigens eine respektable, integere Persönlichkeit gewesen zu sein(So meine Erinnerung) .

  26. […] Geograffitico beschäftigt sich nochmals mit dem Unterschied zwischen der strafrechtlichen Bedeutung von Conspiracy und der sprachlichen Bedeutung von Verschwörung. […]

  27. #27 Wilhelm Leonhard Schuster
    30. November 2013

    Wenn man die Biografie des Kennedy Senior, sich zu Gemüte führt und erkennt, wie der Mann zu Größe und Reichtum gelangte ,

    (im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten,wie man dereinst zu sagen pflegte)

    dann erscheint das Schicksal der Söhne, irgendwie konsequent! (Mafia)!
    Besonders des Robert , der ja auch in brüderlicher Eintracht wie John, mit der Jahrhundert Marylin getechtelmechtelt haben soll.
    (Aber da spricht nur der blanke Neid aus mir! HA HA HA!)

    Ich fand die damalige Liebes Erklärung der Dame an den Präsidenten jedenfalls nicht todeswürdig.
    Aber irgend ähnliches, war doch ungeklärt am Pontomak?
    ( Ähnlich heißt der Fluß, an dem eine Dame zu Tode kam!)

    Es ist mir irgendwie peinlich, gegen Leute die:

    ” Geschichte sind,”

    zu lästern”

  28. #28 Jürgen Schönstein
    15. Dezember 2013

    @Wilhelm Leonhard Schuster #27

    Es ist mir irgendwie peinlich

    Das bezweifle ich ganz ehrlich, denn das würde voraussetzen, dass Ihnen irgend etwas peinlich ist. Und aus den vorangegangenen Kommentaren erkenne ich, dass dies offenbar nicht der Fall ist.

    Ich versuche, Sperrungen von KommentatorInnen so weit wie möglich zu vermeiden, aber wenn Sie es nicht vermeiden können, geschichtsverfälschende und sogar an die Grenze des Antisemitschen gehende Bemerkungen hier als Kommentare abzudrücken, ist diese Konsequenz unausweichlich.

  29. #29 Friedrich, Hans-Ulrich
    13. Juni 2014

    @J Schönstein: “Ich versuche, Sperrungen von KommentatorInnen so weit wie möglich zu vermeiden, aber wenn Sie es nicht vermeiden können, geschichtsverfälschende und sogar an die Grenze des Antisemitschen gehende Bemerkungen hier als Kommentare abzudrücken, ist diese Konsequenz unausweichlich.”

    Das wäre ein tolles T-Shirt-Motto! Wo verläuft denn die “Grenze des Antisemitischen” bei Bemerkungen, wo Ihre “Versuche, Sperren zu vermeiden”, dann fehlschlagen???

  30. […] Zweck “verschworen” haben (ich weise hier auch noch einmal auf meinen Beitrag Sind “conspiracy theories” Verschwörungstheorien? hin, in dem ich mich ein bisschen ausführlicher mit dem semantischen Problem, dass ja nicht hinter […]