Soso. In Deutschland diskutiert man nun also, Radfahrern das Tragen von reflektierenden Westen vorzuschreiben. Und ich verwette gerne meine zwei Fahrradhelme darauf, dass dies

a) eine Kontroverse auslösen wird, die
b) mit ziemlich den gleichen Argumenten geführt wird wie die Diskussion um Radhelme.

Und da ich mich in der Radhelm-Diskussion gerne und oft aus dem Fenster gelehnt habe, will ich nicht versäumen, dies auch bei der nun anstehenden Westen-Debatte zu tun. Und ich gehe davon aus, dass die Haupt-“Argumente” der Gegner die gleichen sein werden:

1. Helfen nicht in jedem Fall, sind also nutzlos
2. Schreckt Leute nur von Radfahren ab, erhöht also das Risiko für die Volksgesundheit und den Kraftstoff-Verbrauch
3. Erhöht die Gefahren für Radfahrer, weil sie (und die Autofahrer) sich in falscher Sicherheit wiegen
4. Für andere riskante Aktivitäten wird ja auch keine Schutzkleidung vorgeschrieben.

Fangen wir also mit Punkt 1 an:
Bei Radhelmen werden ja mehrere Varianten dieses Arguments bemüht – dass Helme beispielsweise nur bis zu einer Aufprallgeschwindigkeit von ca 20 oder 25 Kilometern pro Stunde ausgelegt sind, bei höheren Geschwindigkeiten also nicht schützen. Oder dass sie nur den Schädel, nicht aber beispielsweise das Gesicht ausreichend schützen (all diese “Argumente” stammen aus den vielen Kommentaren, die zu den oben verlinkten älteren Beiträgen in Geograffitico geschrieben wurden). Dass die meisten Verletzungen bei Radunfällen nicht am Kopf passieren, dass es doch viel sinnvoller wäre, Unfälle zu vermeiden etc. etc. Dass sich diese Argumente zu einem Großteil gegenseitig ausschließen (so ist zum Beispiel das Argument der Unfallvermeidung = defensive Fahrweise unvereinbar mit dem Argument des ungebremsten Rechts der rasenden RadlerInnen, denen 24 km/h zu langsam erscheinen; der Gesichtsschutz impliziert ja bereits die Landung auf dem Kopf, ignoriert also die Schutzwirkung für den Hirnkasten etc.)

In der Tat taucht das Argument, dass auch Schutzwesten nicht immer die Sichtbarkeit erhöhen, bereits auf: Why cycling in high-vis may be not as safe as you think . Und wie bei den Radhelmen werden dann natürlich sofort wissenschaftliche Arbeiten bemüht, die diesen Standpunkt bestätigen. Der eben verlinkte Guardian zieht zum Beispiel diese Studie heran: Attention and search conspicuity of motorcycles as a function of their visual context. Und behauptet, diese Studie belege, dass es keinen eindeutigen Vorteil für die Sichtbarkeit gäbe, egal ob man als Zweiradfahrer weiße, schwarze oder reflektierende Kleidung trage.

Der Haken ist nur, dass diese Studie nicht so undifferenziert ist, wie der Guardian unterstellt: Erstens behandelt sie motorisierte Zweiradfahrer (die sich im Straßenverkehr ganz anders verhalten als Radfahrer, zum Beispiel viel wahrscheinlicher die Überholer sind als die Überholten), zweitens analysiert sie nicht etwa Videos oder sogar Echtzeit-Verkehrssituationen, sondern Fotos, die bei Tageslicht gemacht wurden und auf denen die Probanden dann möglichst schnell die Zweiradfahrer vor wechselnden Kontrasten erkennen sollen. Es ist leicht einsehbar, dass es einen enormen Unterschied macht, ob sich das Objekt (scheinbar) bewegt oder nicht … aber ganz entscheidend ist drittens, dass diese Studie einen klaren Vorteil für reflektierende Westen im Stadtverkehr festgestellt hat. Der verschwindet zwar, wenn man sich an einem sonnigen Tag als Motorradfahrer auf der Landstraße bewegt, aber darum geht’s ja bei der Westen-Diskussion nicht. Nichts an der Studie widerspricht der Erwartung, dass reflektierende, leuchtfarbene Westen die Sichtbarkeit der Radfahrer erhöhen.

Es wird immer Verkehrsteilnehmer geben, die ihre Aufmerksamkeit nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren – und ja, dann hilft vermutlich auch eine Warnweste nichts. Aber wer dies als Argument gegen das Tragen einer Weste heranzieht, der wird auch gerne Knollenblätterpilzsuppe essen – die ist, wenn ich diesem Wikipedia-Eintrag glauben darf, auch nur noch in jedem 7. bis 10. Fall tödlich …

2. Verdirbt Radfahrern die Lust aufs Radeln
Hmm, dazu finde ich keine Studie. Typischerweise wird dieses “Argument” als eine persönlich-anekdotische Perspektive präsentiert: “Also ich würde mit sowas nicht rumfahren wollen …”. Eine (ebenso anekdotische) Variante ist, dass durch das Tragen besonderer Schutzkleidung (Helm, Weste) signalisiert werde, dass Radfahren eine inhärent riskante Aktivität sei und dadurch potenzielle Fahhradbenutzer abgeschreckt würden. Dem kann ich ganz anekdotisch entgegen halten, dass zumindest auf den Straßen von Cambridge (Massachusetts) sehr viele Radfahrer bei jedem Wetter (also auch im Winter, bei Schnee und Eis) unterwegs sind, praktisch alle Helm und sehr viele eben auch diese reflektierenden Westen – nebst anderen Reflektoren am Körper – tragen. Sie tun das ganz freiwillig; selbst die gelegenheitsradelnden Benutzer der hiesigen automatischen Fahrradverleihsysteme bringen meist ihre Helme (ein automatisches Helmverleih-System ist derzeit in Entwicklung) und ihre Westen mit. Mangels besserer Untersuchungen würde ich erst mal vermuten, dass der Effekt auf die Fahrradnutzung eher gering wäre. Die Entscheidung, das Fahrrad als Transportmittel zu benutzen, hängt garantiert von mehr Faktoren ab als dem modischen Empfinden.

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Kommentare (53)

  1. #1 Sepp
    18. Januar 2015

    Zu Punkt 2: Da machst du dir es meiner Meinung nach zu einfach, indem du das als einfache Anekdote abtust. Bei dem Punkt wäre ich mir recht sicher, dass viele dann das Rad stehen lassen würden und lieber mit dem Auto fahren würden. Warnwesten sehen nur affig aus, Helme zerdrücken halt die Frisur. So sehen zumindest die Argument in meinem Bekanntenkreis aus, warum sie so etwas nie tragen würden. Eine repräsentative Studie wäre natürlich super.

    Sollte sich die Anekdote als wahr heraustellen, dann gäbe es aber gleich weitere Probleme. Zum einen würde die Akzeptanz von Radfahrern herabgesetzt werden, da diese mit so lächerlicher Schutzkleidung rumfahren. Das führt langfristig sicher nicht dazu, dass Menschen noch weiter das Rad benutzen wollen. Das führt dann aber auch gleich dazu, dass weniger Radfahrer auf den Straßen sind und wahrscheinlich noch weniger Rücksicht auf diese genommen wird.

    Zu Punkt 3: Die 8,5 cm wären durchaus sicherheitsrelevant (wenn sich die Studie als korrekt erweisen sollte), denn der vorgeschriebene Sicherheitsabstand (in Deutschland sind es sogar 1,5 m), fast nie eingehalten wird. Ein Meter und deutlich weniger ist vollkommen normal. Auf dem Rennrad habe ich bei jeder Ausfahrt Situationen, bei der auch 50 cm unterschritten werden. Von Taxen oder Transportern im Stadtverkehr möchte ich gar nicht erst reden. Das spricht natürlich durchaus für den Nutzen, ohne sinnvolle Daten lässt sich da aber kaum drüber diskutieren.

    Egal ob eine Pflicht für Helme/Warnwesten/You name it nun sinnvoll ist oder nicht, so lange braucht man meiner Meinung nach gar nicht über eine Benutzungspflicht nachdenken. Es ist ja auch keinem geholfen, außer den Herstellern dieser Produkte, wenn sich alle nun den Kram zulegen.

  2. #2 Jürgen Schönstein
    18. Januar 2015

    @Sepp #1
    Die Ironie, dass Du meine Position zu Punkt 2, dass es nur anekdotische “Belege” gibt, mit mehr Anekdotischem korrigieren willst, ist Dir hoffentlich bewusst? Was immer Deine Freunde sagen, ist kein “Beweis” -auch der ganz normale Fahrtwind runiert unausweichlich die ach so kostbare Frisur; wer also auf sein coiffiertes Aussehen bedacht ist, schwingt sich gar nicht erst aufs Fahrrad. Und dass Schutzkleidung “lächerlich” aussieht, ist auch nur eine Behauptung – es ist eine Frage der Mode, denn sonst wären ja auch die Doc Martens mit Stahlkappe lächerlich. So ein Westchen ist in Sekundenschnelle abgenommen und so leicht, dass es sogar in die Tasche des Lagerfeld- oder Versace-Jöppchens passen würde, wenn man denn so auf den modischen Look erpicht ist. Und ansonsten ist es das alte Sicherheitsgurt-Argument, das durch die Realität längst entkräftet wurde.

    Und was den Sicherheitsabstand angeht: Die 1,20 Meter Seitenabstand sind nicht eine vorgeschrieben Distanz, sondern ein in der Studie gemessener Wert. Die 8,5 Zentimeter waren also in der Studie nicht sicherheitsrelevant.

    Und ach ja, das Argument, dass da mal wieder nur die böse Industrie dahinter steckt: So eine Weste kostet ein paar Euro. Da gäbe es sicher wesentlich lukrativere Sachen, die man den Radfahrern auferlegen könnte. Und dass “damit keinem geholfen” ist, beweist nur, dass Du meinen Beitrag nebst den Hinweisen auf einschlägige Studien (die sogar von den Gegnern bemüht wurden) gar nicht gelesen hast. Kein guter Ausgangspunkt für eine sinnvolle Diskussion…

  3. #3 Sepp
    19. Januar 2015

    Mir ist die Ironie durchaus bewusst. Es ging mir aber auch nicht darum mit Beispielen zu belegen, dass es dadurch weniger Radfahrer gibt. Ich halte das aber für eine durchaus plausible Vermutung, welche nicht einfach so verworfen werden kann. Wer eine Pflicht von etwas fordert, der sollte zumindest dieses durchaus mögliche Szenario in Betracht ziehen. Nützt doch nicht wenn ein (zu großer) Teil das Fahrzeug wechselt oder sich einfach nicht an das Gesetzt hält. Dann ist gar nichts gewonnen.

    Mit Sicherheitsgurten würde ich das Problem nicht vergleichen. Da lies sich der Vorteil recht leicht zeigen und damit auf die Akzeptanz in der Bevölkerung etablieren. Bei Warnwesten fehlt meiner Meinung nach ein Nachweis noch. Bessere Sichtbarkeit ist natürlich ein Indiz, aber bei wie vielen Unfällen hätte das (noch) geholfen?

    Wie folgerst du aus meinem Beitrag, dass ich die “böse Industrie” (TM) für die Idee einer Pflicht verantwortlich mache? Das ist doch Schwachsinn. Es ging mir darum, dass eine Pflicht ohne Nachweis des Nutzens unnötig ist. Dann könnte jeder sein Geld auch direkt verbrennen.

    Vielleicht noch ein kleiner Zusatz: Ich fahre mehrere tausend Kilometer Rennrad im Jahr, Trage einen Helm, hab Licht dran und mein Kleidung leuchtet in den buntesten Farben. Ich persönlich halte Helm und Weste für sinnvoll, das ist aber auch nur eine persönliche Einschätzung. Die bisherigen Studien fand ich nur noch nicht so gut, dass sie mich überzeugen konnten. Schon gar nicht so gut, dass ich eine Pflicht befürworten würde.

  4. #4 Christoph Moder
    19. Januar 2015

    Natürlich bringen Warnwesten etwas für die Sicherheit, genauso wie Helme. Aber: Ist das das fehlende Puzzlestück? Oder gäbe es andere Dinge, die viel mehr bringen? Nach meiner Beobachtung ja: Erstens ist die Radweg-Infrastruktur sehr schlecht, es gibt sehr viele unübersichtliche Stellen, an denen die Radfahrer auch mit Warnweste nicht gesehen werden können. Zweitens dürften viele Unfälle daher kommen, dass viele Radfahrer (und Fußgänger) sich nicht an Verkehrsregeln halten. Und drittens hängt es davon ab, ob es eine Fahrrad-Kultur gibt, ob Autofahrer mit Radfahrern rechnen oder nicht. Wir sollten erst einmal diese Probleme lösen, sie spielen IMHO eine sehr viel größere Rolle.

    Beobachtungen im Ausland: In den Niederlanden ist Rad fahren sehr sicher, dank einer sicheren Infrastruktur und einer Fahrradkultur – und ohne die Verwendung von Warnwesten und Helmen. Und in einigen Ländern (z.B. Norwegen, USA) sind Warnwesten sehr verbreitet, aber dafür fährt man nachts ohne Licht auf der Straße – da finde ich es wesentlich wichtiger, dass sich in Deutschland in den letzten 10 Jahren Nabendynamos so verbreitet haben und inzwischen viele Radler mit funktionierendem Licht unterwegs sind.

    Kurz gesagt: Warnwesten und Helme sind nicht wirkungslos, aber sie lösen nicht die eigentlichen Probleme. Wie als wollte man im Auto ABS und ESP vorschreiben, wenn gleichzeitig viele Autofahrer rote Ampeln nicht beachten man auf Schnellstraßen ungesicherte Baustellen, plötzliche 90°-Kurven ohne Hinweisschild, erst im letzten Moment sichtbare Rechts-vor-links-Einmündungen etc. finden würde.

  5. #5 YeRainbow
    https://yerainbow.wordpress.com
    19. Januar 2015

    das Problem ist, es als Vorschrift zu befehlen.
    Dinge, die logisch sind, und einleuchten sollten, sind als Gesetz überflüssig.
    Leuchten sie nicht ein, hingegen sinnlos.

  6. #6 Wizzy
    19. Januar 2015

    Guten Tag,

    ich war bis vor einem Jahr fleißiger Radfahrer (mangels Auto bis dahin), und das konsequent ohne Helm (einen solchen besäße ich sogar), Weste oder Reflektoren an der Kleidung. Und solches Zeug werde ich auch (nach momentaner Gefühlslage) nie tragen. Das ist in meinem Fall weniger logisch, sondern emotional begründet. Aus diesem Grund bin ich auch gegen eine Vorschrift. Am Ende bleibt uns vielleicht nichts erlaubt, außer einer stromlinienförmig Lebenszeit-maximierenden Lebensweise, die für die meisten dann nach meiner Vermutung nicht lebenswert wäre (kein wunschgemäßes Essen, keine Genußmittel jeglicher Art, kein PC-Spielen da rückenschädigend, keine Vergnügungsreisen da u.a. klimaschädlich, kein Extremsport da gefährlich etc. pp.).

    Grüße, Wizzy

  7. #7 georg
    19. Januar 2015

    2. Verdirbt Radfahrern die Lust aufs Radeln
    Hmm, dazu finde ich keine Studie. …

    Nach 20 Sekunden googeln nach “Australien Radhelmpflicht” finde ich z. B. das Folgende (der Einfachheit halber Text direkt kopiert):

    “Fahrradhelme
    Argumente gegen die Helmpflicht
    Ein Hauptargument gegen eine Helmpflicht ist der damit verbundene Rückgang der Fahrradnutzung insgesamt. So wurde beispielsweise 1991 in Australien eine landesweite Helmpflicht für Radfahrer gesetzlich verordnet. Dies führte zu einem dramatischen Einbruch des seit Jahren anhaltenden australischen Fahrradbooms.

    So belegt eine Studie von Dorothy L. Robinson an der University of New England in Armindale (New South Wales), dass im Bundesstaat New South Wales zwar nach Einführung der Helmpflicht der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren, die einen Helm trugen, von 31 Prozent auf 76 Prozent anstieg.

    Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Rad fahrenden Kinder jedoch massiv ab: Gegenüber 1991 waren im Jahr 1992 36 Prozent weniger Kinder mit dem Fahrrad unterwegs, im Jahr 1993 betrug der Rückgang im Vergleich zu 1991 sogar schon 44 Prozent. Die Zahl der Kopfverletzungen sank zwar in absoluten Zahlen, zur Zahl der Radfahrer ins Verhältnis gesetzt nahm sie hingegen zu.
    …”

    mfg georg

  8. #8 Hobbes
    19. Januar 2015

    Als jemand der aus der holländischen Grenzregion kommt fand ich die ganze Helmdiskussion anfangs absurd (und das obwohl ich ein Jahr im Rettungsdienst gearbeitet habe). Als ich dann allerdings vom “platten Land” in eine Großstadt kam änderte sich das dann sehr stark.
    Ich bin nach wie vor gegen eine Helmpflicht, weil ich sie einfach für nicht praktikabel halte und für einen zu großen Freiheitseinschnitt was das Kosten/Nutzen Verhältnis anbelangt.

    Bei einer Warnwestenpflicht sehe ich zwar den Nutzen um einiges geringer an, als den Aufwand. Aber ich sehe es hier trotzdem als umsetzbar an. Denn im Gegensatz zum Helm kann man diese Westen dauerhaft in der Jackentasche lagern.
    Der größte Vorteil am Fahrrad ist nämlich die Spontanität und Flexibilität. Da man sich locker 3 bis 4 Westen zulegen kann und sich im Notfall auch eine leihen kann sehe ich die hier kaum eingeschränkt.
    Spontan an einen Fahrradhelm zu kommen ist da schon schwieriger wenn der normale nicht Griffbereit ist.
    Ebenfalls sollte man beim Fahrradhelm nicht außer acht lassen das man ein unhandliches Gepäckstück dadurch hat. Das schreckt auch viele ab, denn gerade die menge an Gepäck ist oft der Hauptgrund die kurze Strecke nicht mit dem Rad sondern mit dem Auto zurück zu legen.

  9. #9 Bullet
    19. Januar 2015

    Yay. Dazusenfen.
    Also zu 1), “Schutzwirkung”
    Das is’ ‘ne verdammte Weste. Ungefüttert, ohne Protektoren und auch ohne nach außen gerichtete Schrapnell-Rachedetonatoren. Schutzwirkung: Null. Diese Weste bringt nur etwas, wenn der gegnerische Verkehrsteilnehmer sie a) bemerkt und zusätzlich b) sein Verhalten darauf modifiziert. Zwei Zusatzannahmen, bei denen ich mich auf andere Leute verlassen muß. Janz schwach, ditte.
    Zu 2), “ästhetische Optik”:
    Wenn eine Weste nicht behindert (was sie im Gegensatz zum Helm nicht tut*), ist “sieht scheiße aus” kein Argument. Leute, die glauben, die Straße sei ein Lauf (oder Fahr-)steg, sind da fehl am Platz.
    zu 3), “Luceo, ergo mihi licet”:
    Wenn man glaubt, aufgrund höherem Reflexionsvermögens zu einem wichtigeren (und schutzwürdigerem) Verkehrsteilnehmer geworden zu sein, ist das ein beliebter Trugschluß und ein Lotterielos für die Notaufnahme. Man sollte gar nicht erst an diese Versuchung denken. Fragt sich dann natürlich, wozu die Weste überhaupt gut ist …
    zu 4), “warum nicht die anderen”:
    Die Warnwestenpflicht in Deutschland gilt für das Fahrzeug verlassende Personen auf Autobahnen und außerhalb geschlossener Ortschaften, also Bereichen, in denen jederzeit Differenzgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr zwischen Person und Fahrzeug auftreten können. Auf Landstraßen im Dunklen sind Warnwesten für alle Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Motorradfahrer, Radfahrer, Rollstulhlfahrer, Fußgänger, Hirsche, Rehe, Wildschweine, Vögel, Kleintiere usw.) sinnvoll und wichtig. Wo sind die meisten Radfahrer unterwegs? Genau: nicht außerhalb geschlossener Ortschaften – und erst recht nicht auf Autobahnen.
    Jürgen schreibt:

    Aber bei Warnwesten zieht dieses Argument schon gar nicht: Seit dem 1.7 müssen Autofahrer solche Westen mit sich führen und bei Pannen – oder anderen Situationen, die sie zwingen, sich auf oder unmittelbar an der Fahrbahn aufzuhalten – diese Westen auch tragen.

    und übersieht dabei, daß Personen diese Westen dann tragen müssen, wenn sie sich an Orten aufhalten, an denen sie nicht sein dürfen (vgl. “Fußgänger auf Bundesautobahnen”). Genau dies trifft eben für Radfahrer nicht zu: sie sollen nach Willen der Initiatoren eine Weste dort tragen, wo sie sowieso zuhause sind: auf der Straße in der Ortschaft. Dort, wo ohnehin der Autofahrer in der Pflicht ist, verstärkt auf alle anderen Verkehrsteilnehmer zu achten. Wenn der Kfz-Führer dazu nicht in der Lage ist, liegt wohl eher die Schuld bei ihm. Denn, Gegenbeispiel: wenn ich als Radfahrer voll beleuchtet einen Fußgänger umniete, der sich ohne reflektierende Kleidung und ohne Sturzhelm zu nah an meinen Radweg herangewagt hat … wer wird dann wohl der Schuldige sein?
    Bottom line: ich sehe es nicht ein, wieder einmal einer Vorschrift ausgeliefert zu sein, die wider honigsüßer Fürsorgebekundung ausschließlich der Bequemlichkeit von Autofahrern dient. Soll sich das Pack gefälligst endlich mal mit dem unbequemen Gedanken herumschlagen, in einer Mordmaschine zu sitzen – und ENDLICH mal sich auch dementsprechend zu verhalten. (Ich hab übrigens einen Führerschein und bin auch häufig mit Kfz unterwegs, also können sich die PS-Fetischisten ihr Geheule sparen.)
    Vielleicht sollte man Autofahrern eher mal Pflichtstunden aufm Rad aufdrücken, damit sie mal bemerken, was sie da auf der Straße eigentlich tun.
    Ich denke, ich bin durchaus in der Lage, selber zu entscheiden, in welchen Situationen Reflektoren aufm Rad sinnvoll sind – und dann zieh ich sie auch an.

    *jawoll, Shitstorm ahoi. 🙂

  10. #10 Fliegenschubser
    19. Januar 2015

    Ich bin vom Nutzen einer Warnweste überzeugt, allerdings nicht von der Umsetzbarkeit einer Warnwestentragepflicht. Wir schaffen es ja nicht einmal, die Beleuchtungspflicht durchzusetzen. Das ist in meinen Augen ein viel größeres Problem: Radfahrer ohne Licht. Die derzeitigen Regeln, wie ein verkehrsicheres Rad (Lampen und Reflektoren!) auszusehen hat, sind eigentlich gar nicht schlecht. Aber es halten sich einfach viel zu wenige daran…

  11. #11 MartinF
    19. Januar 2015

    Ich fahre seit 30 Jahren mit dem Fahrrad, ohne Helm und Weste versteht sich, denn es ist für mich eine normale Alltagstätigkeit die nicht gefährlicher ist als andere Dinge des Lebens. Und ja, ich lebe noch, hatte zwar auch Unfälle aber auf den Kopf gefallen bin ich dabei nie. Von mir aus soll jeder so fahren wie er mag, solange ich frei von Pflicht UND sozialen Zwängen auch so fahren kann wie ich mag.

    Dahingehend sind die Argumente von Bullet nicht von der Hand zu weisen. Wenn ich totgefahren werde, bin ich Opfer, nicht Täter und für mich ist der Ansatz falsch, dass sich das Opfer zu schützen hat und schuld an seinem Schicksal ist. Die Einseitigkeit dieser Maßnahmen im Bezug zum “gefährlichen” Radverkehr sind geprägt von stark verzerrter Risikowahrnehmung welche auch Herr Schönsteins Argumente prägt, wenn ich davon ausgehe, dass er tatsächlich glaubt was er erzählt. Wie wärs denn damit?
    Warnwesten und Helme (Integral für Motorrad und Auto) für alle Verkehrsteilnehmer, sowie Überrollkäfige in jedem Auto und mind. fünf große Reflektorstreifen als Pflicht für Kraftfahrzeuge aller Art. Dazu Tempo 30 Innerorts und 70 Außerorts. Damit rettet man problemlos ein paar hundert Leben im Jahr aber soweit will niemand gehen.

    Mir macht die aktuelle Entwicklung große Sorgen. Der Glaube an die Gefährlichkeit des Radfahrens führt evtl. sogar noch zu Selbiger. Irgendwann gewöhnt sich der Autofahrer an Warnwestenträger und fährt mit reduzierter Aufmerksamtkeit normale Radfahrer ohne Weste über den Haufen, weil er nicht mehr mit Ihnen rechnet. Wenn man dann noch keinen Helm trägt, ist man wahrscheinlich komplett selber Schuld…trotz Einhaltung aller Verkehrsregeln.

    Herzlichen Dank, Herr Schönstein.

  12. #12 Sockenschuss
    19. Januar 2015

    @ Bullet
    Nix shitstorm, Zustimmung!
    @ Jürgen Schönstein
    Ich will aber nicht! Auch wenn man nachweist, dass Muscheln mit Pommes und Pipapo meine Leber endgültig verfetten lassen, werde ich darauf dennoch nicht verzichten. Fahrradfahren ohne Helm und Schutzweste macht einfach Spaß: einfach drauf und los.
    Was ist wohl sinnvoller? Kleinkinder mit Blaulicht und Sirene auszustatten, damit nicht mehr soviele angefahren werden, oder den Autoverkehr gezielt lahmzulegen?
    Ein Leben ohne Risiko gibts eh nicht, und noch mehr Placebomaßnahmen um Menschen ein Nullrisikogefühl zu vermitteln, führen nur zu mehr Pegida, nach dem Motto: hab ich keine Probleme, erfinde ich halt welche.
    P.S: dass Gurte schützen, habe ich nie bezweifelt, Helme mögen auch zuweilen ihre Berechtigung haben, aber irgendwann ist dann auch gut.

  13. #13 Earonn
    19. Januar 2015

    Warnweste habe ich auch benutzt, weil ich auf kurviger, nicht beleuchteter Landstrasse ohne Seitenstreifen auch bei Dunkelheit unterwegs war (und gern schwarze Kleidung trage). Helm habe ich bis heute nicht, keine gute Begruendung dafuer.

    Ich sehe allerdings auch das Problem, dass hier an Symptomen gedoktort wird. Es bestaerkt die Wahrnehmung des Autos als unbestrittene Numero Uno, der sich alle anderen anzupassen haben.
    Und es klingt nach einer billigen Scheinloesung, wie ja bereits angesprochen: wozu teure Radwege, wenn man die Unfallzahlen auch mit einer billigen Westenverordnung druecken kann?

    Beleuchtung, naja. Mir sind inzwischen zu viele Radfahrer zu gut beleuchtet. Spaetestens wenn man beim Anblick des flackernden Vorderlichts als Epileptiker den Kopf wegdrehen muss, um keinen Anfall zu bekommen, ist fuer mich eine Grenze ueberschritten.

    Ich finde beides sinnvoll. Doch es sollte nicht vorgeschrieben werden.

  14. #14 georg
    19. Januar 2015

    @Jürgen Schönstein

    Hier noch mal ein link, zwar nicht auf die Studie (Dorothy L. Robinson: Kopfverletzungen und die Helmpflicht für Radfahrer) direkt, sondern auf einen Bericht über sie: BICYCLE RESEARCH REPORT NR. 81

    Die Hauptauswirkung der Einführung der allgemeinen Helmpflicht für Rad-fahrer in Australien war ein Rückgang der Fahrradnutzung. Daneben stieg das Verletzungs- und Todesrisiko für die verbliebenen Radfahrer.

  15. #15 Stefan Wagner
    https://demystifikation.wordpress.com/2014/12/13/schneepflug/
    19. Januar 2015

    @Earonn:
    Flackern darf das Licht lt. StVO heute schon nicht, nur bei Einsatzfahrzeugen mit Sonderrechten.

    Zum Preis: Ich habe meine Weste in einem dieser 1-Euro-Läden gekauft, Preis 1 Euro. Da verträgt man auch einen Diebstahl pro Jahr.

    Tagsüber sehe ich deren Sinn aber nicht. Ich habe meine oft abends/nachts an, bzw. vorzugsweise im Winter, aber der Sinn wird teils durch den Rucksack konterkariert. Würden alle Rucksäcke mit solchen Streifen ausgestattet wäre auch schon viel geholfen. Ähnliches gilt für Winterkleidung die auch Fußgänger tragen.

    Ich habe eine leicht abschüssige Brücke vor der Tür, an deren Ende eine Ampel steht, die oft rot ist. Wenn man aber von ferne beobachtet wie es gerade grün wird kann man sich ausrechnen, dass man diese mit Vollgas, also etwa 30-35 km/h bekommt, und danach wird es noch steiler, den Hang hinab. Unten ist aber wieder eine Ampel die nicht synchronisiert ist, d.h. wenn man Glück hat sieht man in der passenden Entfernung dass es grün wird, und kann voll Stoff geben und ist dann auf dem Rad in der Senke 50km/h schnell – nur muss ich da meist rechts abbiegen und komme so selten zu dem Vergnügen.

    Mitte Dezember aber dann doch, nur dass ich 20m vor der Kreuzung den unbeleuchteten Fußgänger in dunklem Mantel mit Ehefrau mitten auf der Fahrbahn sah aber der offenbar mich nicht. Es war feucht und ich musste sehen wie ich bremse und ob ich dann noch um die Kurve komme – eigentlich wollte ich aber geradeaus,

    Wenn ich den rechtzeitig gesehen hätte, hätte ich ihn wegklingeln können, aber in der Stadt sind auch zw. parkenden Autos hervortretende Fußgänger oft nicht zu sehen. Da mein Rad beleuchtet ist haben die zwar oft Chancen mich zu sehen, außer sie schauen auf ihr Smartphone, das dann aber wiederum sie oft beleuchtet so dass ich sie doch sehe.

    Alltags-/Winterkleidung sollte mehr Reflektoren haben, v.a. bei Fußgängern.

    Auf der Landstraße, wo die Autos 100 fahren, sollte jeder so eine Reflektorweste tragen.

    Blinklichter ziehen zu sehr die Aufmerksamkeit auf sich. Das sollte scharf verfolgt werden.

  16. #16 Bullet
    19. Januar 2015

    zu Stefan Wagner:

    Ich habe meine oft abends/nachts an, bzw. vorzugsweise im Winter, aber der Sinn wird teils durch den Rucksack konterkariert. Würden alle Rucksäcke mit solchen Streifen ausgestattet wäre auch schon viel geholfen.

    Jupp.

  17. #17 Jürgen Schönstein
    19. Januar 2015

    Schade, ich hatte auf einen heftigeren Shitstorm gehofft 😉

    Ganz ehrlich: Ich bin auch kein Fan von Vorschriften. Am besten hat es wohl YeRainbow in #5 zusammengefasst: Wenn es sinnvoll ist, sollte es keiner Vorschrift bedürfen.

    Aber ich bin auch überzeugt, dass es sinnvoll und im eigenen Interesse der RadfahrerInnen ist, möglichst viel zu ihrer eigenen Sicherheit zu tun. Ich habe im Laufe meines 56-jährigen Lebens schon mehrfach den Asphalt geknutscht, mal mit, mal ohne Fremdbeteiligung, und sogar – wenn auch vor sehr langer Zeit – wegen Kopfverletzungen zwei Wochen im Krankenhaus verbracht. Und nicht ein einziges dieser Erlebnisse würde ich auch nur im mindesten wiederholen wollen.

    Natürlich wäre es besser, wenn unsere Verkehrsinfrastruktur den RadlerInnen mehr Ellbogenfreiheit gewähren würde, und es wäre noch viel besser, wenn wir eine Verkehrsmentalität hätten, die eher das MIteinander als das Gegeneinander betont – aber so lange es das nicht gibt, sind passive Schutzmaßnahmen immer noch besser als gar keine. Weil nämlich die Autofahrer im schlimmsten Fall eine Blechbeule auszubessern haben, während die Radfahrer die Delle im Schädel und anderen ziemlich kostbaren Körperteilen abbekommen. Hierzu fällt mir eine Redewendung aus meiner fränkischen Heimat ein: “Geschieht meiner Mutter ganz Recht, dass ich kalte Hände habe, warum sie hat mir auch keine Handschuhe gekauft.” Mit anderen Worten: Es hilft nicht viel, die Schuld bei anderen zu finden, wenn man selbst die schwersten Konsequenzen erleiden muss.

    Was mich an der Diskussion um Radhelme immer überrascht und eigentlich sogar erschreckt hat, war nicht etwa die Ablehnung des Radhelmtragens – das soll jede(r) immer noch für sich selbst entscheiden. Nein, ganz offensichtlich gibt es die Position, dass auch andere keine Radhelme tragen sollen – und da wirds’ dann schon sehr missionarisch-fanatisch. Und zur Frage, warum dann nicht auch Fußgänger entsprechende Schutzkleidung tragen: Das würde ich gerne, spätens nach dem gebrochenen Ellenbogen als Folge eines Sturzes auf dem Gehweg. Und wenn ich mir die Eisplatten auf den Fußwegen und Straßen heute morgen in Cambridge anschaue, dann wünsche ich mir eigentlich nichts lieber, als dass es eine Mode gäbe, die mir erlaubt, mich entsprechend zu schützen, ohne blöd angeschaut zu werden. Mit Radhelmen ist das schon so: Als ich im Sommer mal relativ spontan das Bike-Sharing ausprobiert hatte (ohne meinen Helm dabei zu haben), wurde ich mit meinem “nackten” Kopf schon ziemlich unbilligend angeschaut, von Autofahrern wie von Mit-RadlerInnen. Das Argument “Ich komm mir dann so blöd vor” funktioniert hier inzwischen als Pro-Helm-Argument…

  18. #18 käse
    20. Januar 2015

    Bei meinem Fahrrad ist eine Warnweste auf jeden Fall unwirksam, da man sie nicht sieht. Mit einem Helm könnte ich mein Rad gar nicht mehr fahren, da ich dann nicht mehr hineinpasse. Ich werde oft angesprochen dass man mich mit dem niedrigen Fahrzeug nicht sehen würde, seltsamerweise immer von solchen die mich schon aus mehreren hundert Meter Entfernung gesehen haben. Seit ich dieses Fahrrad fahre und die Radwege ignoriere, haben sich die gefährlichen Situationen drastisch reduziert, obwohl ich erheblich schneller und in stärkerem Verkehr unterwegs bin. Die meisten gefährdende Situationen die ich hatte waren auf Radwegen oder zu geringe Uberholabstände, bei denen nicht das Sehen sondern die Ignoranz das Problem waren, wobei der Radweg der beste Weg ist um nicht beachtet und an der nächsten Einmündung abgeschossen zu werden. Es ist statistisch erwiesen das Radwege ein 5 – 12 fach erhöhtes Unfallrisiko aufweisen, während der Nutzen von Helm und wohl auch der Weste bei genauer Betrachtung im statistischen Rauschen untergeht. Auch das immer wieder dramatisierte Fahren ohne Licht ist nicht einmal für 1 Prozent der Fahrradunfälle verantwortlich.

    Mit den Diskussionen über Beleuchtung, Helm und Warnwesten wird nur von den tatsächlichen Gefahren beim Radfahren, die in Deutschland übrigens pro Zeiteinheit ähnlich hoch wie beim Autofahren sind, abgelenkt.

  19. #19 rolak
    20. Januar 2015

    Radwege ignoriere

    Immer wieder verblüffend zu lesen, wie gut Selbstrechtfertigung offensichtlich funktioniert, wenn es um das Ignorieren der VerkehrsOrdnung geht…

  20. #20 georg
    20. Januar 2015

    @Jürgen Schönstein
    “2. Verdirbt Radfahrern die Lust aufs Radeln
    Hmm, dazu finde ich keine Studie. …”
    Konntest Du diesbzgl. Deinen Kenntnisstand inzwischen erweitern (Radhelmpflicht Australien)?

    “… ganz offensichtlich gibt es die Position, dass auch andere keine Radhelme tragen sollen”
    Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, wie man so eine Position vertreten kann.

    ” Und zur Frage, warum dann nicht auch Fußgänger entsprechende Schutzkleidung tragen: Das würde ich gerne, …”
    Dann mach’s doch. Du könntest dir ja zur Tarnung ein paar Skater über die Schulter hängen. Dann sieht das Ganze völlig natürlich aus 😉

  21. #21 Struppi
    20. Januar 2015

    Wenn weniger Leute Rad fahren würden, wäre schon viel geholfen 🙂
    Jeder der in einer Studentenstadt wohnt, kennt die Situation am Semsteranfang in “Anflugschneisen” der Uni. Oder um etwas weniger polemisch zu wirken, das Hauptproblem der Fahrradunfälle sind nach meiner Überzeugung die Unkenntnis oder das Nichtwissenwollen der Regeln im Strassenverkehr, insbesondere des §1

    Insofern fände ich es gut, wenn Warnwesten und Helme eine “abschreckende” Wirkung auf Verkehrteilnehmer hat, die z.b. Angst um ihre Frisur haben. Ich sehe das als Argument für ein Westenpflicht 🙂

    Ich trage aber selbst weder das ein noch das andere

  22. #22 käse
    20. Januar 2015

    @rolak
    Wie kommst du darauf dass ich die Verkehrsordnong ignoriere?

  23. #23 rolak
    20. Januar 2015

    Wie kommst du darauf?

    Nur für den Fall, daß Du weder das liest, was Du schreibst, noch das, was Du beantwortest, käse, wiederhole ich gerne das schon oben gemachte Zitat auf die Chance hin, daß es diesmal gelesen wird. Sogar in etwas ausführlicher:

    Seit ich dieses Fahrrad fahre und die Radwege ignoriere

  24. #24 schorsch
    20. Januar 2015

    Es ist natürlich völlig blödsinnig, die Pflicht, funktionierende Bremsen am Auto zu haben oder bei roter Ampel stehen zu bleiben mit einer evtl. gesetzlichen Pflicht, Warnwesten zu tragen, in einen Korb zu werfen. Geht es bei ersteren darum, Dritte vor Gefahren zu schützen, die sie nicht selbst zu verantworten haben, würde bei einer Warnwestenpflicht ganz im Gegenteil eine Pflicht, sich selbst vor Gefahren durch Dritte zu schützen, statuiert.

    Ein solches Gesetz wäre ein massiver Eingriff in Freiheitsrechte, der noch weit über eine Helmpflicht hinausginge. Ein solches Gesetz wäre der Einzug einer ‘Wohlverhaltenspflicht’ zugunsten der Sozialkassen und ganz sicher mit dem Freiheitsverständnis unseres Grundgesetzes nicht zu vereinbaren.

  25. #25 Ralf
    20. Januar 2015

    @rolak
    ich nehem and käse fährt sowas

    http://www.go-one.de/?slides=go-one-evo-r

    Bei der Benutzungspflicht von Radwegen gilt der Radweg muß für das Fahrad geeignet sein.
    z.B Bin auch mit einem normalen Rad nicht verpflichtet einen nicht geräumten Radweg zu benutzen.

    Das ist der Grund warum ich keine Gesetze mag, jeder fühlt sich im Recht und schaltete den gesunden Menschenverstand völlig aus.

  26. #26 rolak
    20. Januar 2015

    sowas
    .. muß für das Fahrad geeignet sein .. nicht geräumten

    Das hat alles nichts mit ‘ignorieren’ zu tun, Ralf, was nur dann das richtige Wort ist, wenn Radwegpflicht besteht aber (eben) ignoriert wird.

    Diese Ignoranz gegenüber Regelungen, dieses rücksichtslos andere beschneiden grassiert leider, alleine heute auf dem recht kurzen Weg zum Einkaufen und zurück hat es (unter anderem) ein* PKW-Fahrer* nur äußerst knapp geschafft vor dem Zebrastreifen anzuhalten um ua mich rüberzulassen, ein* Fußgänger* fast geschafft vor die StraßenBahn zu laufen (SandBremsung Bahn), ein* Radfahrer* geschafft mir auf dem Bürgersteig die Tasche aus der Hand zu fahren. Und selbstverständlich haben sich alle beschwert über diese unverschämten Behinderungen, weil sie sich alle im Recht fühlten.

  27. #27 Robert aus Wien
    20. Januar 2015

    1. Zu den Warnwesten: Eine solche Warnweste, wie sie für Autofahrer vorgeschrieben ist, möchte ich beim Radfahren sicher nicht tragen, weil man in der ganz bestimmt ordentlich schwitzt. Da hab ich lieber meine bewährte Funktionswäsche, die den Schweiß ordentlich abführt.

    2. Zum Helmverleih: Sie wollen im Ernst einen Helm ausborgen, in den vorher Hunderte von anderen Radfahrern geschwitzt haben? Also ich nicht.

  28. #28 Robert aus Wien
    20. Januar 2015

    @Ralf zum Thema Liegedreirad:
    In Österreich ist die Rechtslage sogar so, daß man mit einem Dreirad ab einer bestimmten Breite gar nicht mehr am Radweg fahren darf. (Ähnliches gilt übrigens für Anhänger.) Mit Dreirädern unter dieser Breite darf man zwar am Radweg fahren, aber es entfällt die Benutzungspflicht. Leider ist das vielen Leuten, die mit dem Auto unterwegs sind, gar nicht bewußt.
    Ich fahre übrigens auch ein Liegedreirad, aber ein unverkleidetes. Aber auch hier bringt eine Warnweste relativ wenig. Wie übrigens auch Pedalreflektoren und m.E. auch Helme, letztere deswegen, weil Sie mit so einem Rad kaum so stürzen können, daß der Kopf irgendwo anschlägt. Und wenn der Kopf Kontakt zu einem Auto bekommt, wird der Helm wenig nutzen.

  29. #29 Sulu
    20. Januar 2015

    Rote Ampeln

    Ich persönlich fühle mich irgendwie gedemütigt und wie ein Trottel, wenn ich nachts an leerer Straße, ganz allein an einer roten Ampel stehe, weil das Licht eben gerade rot ist. Deswegen ignoriere ich das auch, wenn die Straße frei ist…

    Ein interessantes Projekt… keine Ahnung inwieweit das mehrheitsfähig wäre: http://www.zeit.de/auto/2010-06/shared-space

    Verdirbt Radfahrern die Lust aufs Radeln

    So ganz falsch finde ich das nicht. Wenn ich abends zu einer Party/Kneipe fahren will wird es ja bereits eng mit dem Bike. Trinken und dann nach Hause fahren, kann ja bereits teuer werden. Wenn ich dann noch mit Weste und Helm in die Kneipe… da wird es dann doch eher das Taxi.

    Insgesamt fände ich es wesentich sinnvoller, wenn der Autoverkehr zugunsten der Radfahrer reglemtiert wird. Wegen mir auch autofreie Innenstädte… anstatt das Radfahren immer mehr zu reglemtieren. Kopenhagen z.B. hat die Infrastruktur für Radler sehr gut gelöst.

  30. #30 Ralf
    20. Januar 2015

    @Robert asu Wien
    Ich fahre ein Liegedrreirad mit Unterstützung bis 45 kmh und darf somit auch nur auf Radwegen fahren die für Mofas zugelassen sind. Liegedreiräder ohne Motor sind aber auf deutschen Radwegen erlaubt.

  31. #31 Hobbes
    20. Januar 2015

    @Sulu:
    Das hat mich damals richtig überrascht als ich in eine Großstadt gezogen bin. Auf dem platten Land wartet man an einer roten Ampel meist auch wenn gerade kein Auto in Sichtweite ist. In der Stadt werden alle roten Ampeln ignoriert sofern man gerade über die Straße kommt ohne das einer in die Eisen gehen muss.
    Hat vermutlich damit zu tun das man auf dem platten Land weniger Ampeln hat und damit rechnen muss das auf einer leeren Straße auch mal einer mit 120 angebrettert kommt.

  32. #32 Ilona
    20. Januar 2015

    Übrigens fällt auch die Benutzungspflicht von Schlaglochpolognesen namens “Radweg” weg 🙂

    Ich finde noch eine andere bestehende Regelung für Fahrräder bescheuert: eine HELL klingende Klingel ist vorgeschrieben – somit eine die ältere Verkehrsteilnehmer meist kaum wahrnehmen können!

    Bevor man Radfahrern Helm- oder Westenpflicht aufdrückt sollte man definitiv eher am Holländischen Modell der Verkehrsführung für Radler orientieren.

    Momentan herrscht einfach extrem auf deutschen Straßen “Ich, Auto Straße, du Radler Fahrradweg, also du hier nix dürfen, uga uga!!!”.. auch wenn der Radweg a) nicht benutzungspflichtig ist, b) voller Schnee ist, c) das eigene Mehrspurige Rad nicht Fahrradwegpflichtig ist, d) gar nicht DA ist! .. aber haupsache erstmal knapp am bösenbösen Fahrradfahrer vorbeiheizen >.>

    Ebenso sollte mehr darauf hingewiesen werden dass Radwege definitiv nicht Teil des Fußgängerwegs sind – und somit weder quer über diesen gespannte Hundeleinen, noch Schulgruppen, noch Werbeanhänger oder Mülltonnen dort etwas zu suchen haben. So ein Verhalten traut sich erstaunlicherweise nämlich auf Autofahrwegen niemand, aber mit Radlern kann mans ja machen.. Besonders witzig sind natürlich Hindernisse wenn links der Bordstein mitsamt brausendem Verkehr ohne Seitenlinie (was ist das? Gibbet hier nich!) ist, und rechts ein schööön breiter (matschiger wenn man Pech hat) Grünstreifen hinter dem irgendwann der Gehweg liegt. *Ghrgs*

    Ich glaub ich rüste um, verkauf mir nen Rad, besorg mir nen Schlittenhund, kauf nen Hundewagen und mach damit meine Einkäufe :/

  33. #33 käse
    21. Januar 2015

    @rolak
    Ich ignoriere hauptsächlich Radwege die so clever beschildert oder angelegt wurden dass sie nicht mehr benutzungspflichtig sind. Der Rest ist hier mit einem Fahrrad wie meinem einfach unzumutbar. Ich ignoriere also nicht die Verkehrsordnung sondern lege sie zu meinen Gunsten aus. Da ich wie Herr Schönstein davon überzeugt bin dass Radfahrer möglichst viel für ihre eigene Sicherheit tun sollten, ignoriere ich die Radwege wo es geht und das geht fast immer. Wenn hier ignorieren nicht das richtige Wort dafür ist darfst du dier gerne ein anderes Wort dafür suchen.

    In Sachen Arroganz gegenüber Regeln und Gesetze kann ich dir Zustimmen, denn wenn die Planer diese Wege nicht (warscheinlich unbeabsichtigt) so clever angelegt und beschildert hätten, hätte ich sie schon erfolgreich weggeklagt. Die Warnwesten dienen doch auch nur dem Zweck bei Nacht mit geringerem Risiko gegen das Sichtfahrgebot zu verstoßen.

  34. #34 owo
    21. Januar 2015

    @Jürgen Schönstein
    > „Dem kann ich ganz anekdotisch entgegen halten, dass zumindest auf den Straßen von Cambridge (Massachusetts) sehr viele Radfahrer bei jedem Wetter (also auch im Winter, bei Schnee und Eis) unterwegs sind, praktisch alle Helm und sehr viele eben auch diese reflektierenden Westen – nebst anderen Reflektoren am Körper – tragen. Sie tun das ganz freiwillig;“

    Alles vernünftige Leute dort, spätestens mit dem gerade erschienen CIA Folterreport wissen wir das mit Sicherheit über unsere Nachbarn. Oder woran liegt das selbstauferlegte vorbildliche Verhalten im Straßenverkehr?

  35. #35 Jürgen Schönstein
    21. Januar 2015

    Zum allgemeinen Verständnis: Die Aussage “Ich tue xyz (lies: Radfahren ohne Helm, Radfahren freihändig, Radfahren gegen die Verkehrsrichtung, Radfahren mit platten Reifen, Radfahren mit oder ohne, unter oder über, auf oder neben wasauchimmer) schon seit Jahren, und ich habe bisher keinen Unfall gehabt” beweist hinsichtlich der Unfallwahrscheinlichkeit nur, dass die derart Argumentierenden mit Wahrscheinlichkeiten nicht so richtig umgehen können. Die Wahrscheinlichkeit für individuelle Radfahrerinnen und Radfahren, beim Radfahren keinen Unfall zu haben, ist nun mal um ein Erhebliches größer als die Wahrscheinlichkeit, einem Unfall zum Opfer zu fallen. Aber ebenso wie die Wahrscheinlichkeit für eine einzelne Person, im Lotto zu gewinnen, extrem gering ist, gibt es doch regelmäßig Volltreffer. Das ist halt das Problem mit der Statistik: Sie sagt nicht, dass jeder genau das gleiche geringe Stückchen Unfallrisiko abkriegt, es daher für alle und jede(n) minimal ist. Einige trifft’s immer, und die dann voll. Bei der Unfallverhütung geht es nicht um Unfälle, die nicht passieren, sondern um die Vorbeugung gegen jene, die es dann unweigerlich doch geben wird. Und ja, auch in den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern, die ja gerne als die Radfahr-Paradiese hier genannt werden (dummerweise scheinen dort die gesonderten Radwege, die ja gerne hier mit verteufelt werden) werden Radfahrer in Unfälle verwickelt – im Schnitt zwar weniger als beispielsweise in Deutschland, aber dieser Vorsprung ist für die, denen dabei ein paar Knochen oder andere kostbare Körperteile verbeult werden, dann auch ziemlich egal. Ihre Knochen gehen genau so kaputt wie die ihrer deutschen Pendants.

  36. #36 owo
    21. Januar 2015

    Eben, sogar nutzlose Reflektoren an Pedalen von Liegerädern oder verkleideten Velomobilen sind immer nützlich – sind sie nicht angebracht sieht das Gesetzt ein leckeres Bußgeld vor. Ob die reflektierende Weste während der Fahrt reflektiert oder nicht, beispielsweise weil der Fahrer hinter seinem Sitz versteckt oder gebückt auf dem Rennrad strampelt oder die 1-Euro-Weste nach dem zweiten Regen ihre Funktion weitgehend verloren hat ist unerheblich. Die muss einfach nur getragen werden, weil Gesetz ist Gesetz. Im Zweifel erzwingen wir die aufrechte Haltung, natürlich nur zum Selbstschutz. (So wie der zum Radweg deklarierte Bürgersteig benutzungspflichtig wird, Schild dran und schon hat man eine Fahrrad freundliche Stadt und zufriedene Autofahrer. Schade zwar um die einst sorglos spielenden Kinder, Passanten, Haustiere – aber Gesetz ist Gesetz und wer A sagt muss auch B sagen können.)

    Bereits jetzt gilt die gesetzlich vorgeschriebene Fahrradbeleuchtung, bestehend aus Licht und Reflektoren vorne und hinten, Reflektoren an den Pedalen und den Seiten der Räder. Fragen sich KFZ-Fahrer tatsächlich, was das komische zappelnde Licht da am Straßenrand wohl sein könnte und, weil eine menschliche Silhouette nicht umgehend zweifelsfrei ausgemacht werden kann, ob man das überfahren darf? Und falls die Fahrradbeleuchtung zu funzelig ist, warum begrenzt der Gesetzgeber die Lichtanlage auf 6 Volt?

    Warum darf und muss ich (jeder), bekleidet mit schwarzen Handschuhen und Trikot, im Dunkeln per Handzeichen meine Richtungsänderung anzeigen? Beim KFZ kann ich den Blinker schon mal als „Brechstange“ benutzen, als getarnter Radfahrer funktioniert das ohne Leuchtkraft nicht. Übrigens, immer mehr Hunde tragen im Dunkeln ein selbstleuchtendes Halsband, als Radfahrer finde ich soviel Umsicht ausgezeichnet, warum aber verstecken ansonsten fürsorgliche Eltern ihre freilaufenden Kinder in dunklen Sachen?

  37. #37 rolak
    21. Januar 2015

    Ich ignoriere .. für eigene Sicherheit

    Sag mal, käse, ist Dir eigentlich klar, daß Du völligen Käse redest? Nicht nur, daß das von Dir ‘Fahrrad’ genannte Gefährt rechtlich zu den Leichtkrafträdern gehört (kein Pedelec, sondern EBike) und somit überhaupt nichts mit Fahrrädern zu tun hat (deswegen ja auch die ‘für Mofas’-Regelung), nein Du mußt auch noch unbedingt diesen verqueren Blödsinn von dem segensreichen Ignorieren gemeingültiger Regelungen weiterfaseln.
    Ist Dir nicht klar, daß Du es genauso rechtfertigen kannst, Deinem Nachbarn den Schädel einzuschlagen, weil Deiner Meinung nach sein Rauchen Deine Sicherheit gefährdet? Oh gnädige kognitive Dissonanz, verschone sein Weltbild..

    Mal allgemein zu den ach so unbenutzbaren Radwegen. Das ist keine Eigendefinition (mein Fahrrad hält das nicht aus *jammer*) und es ist schon gar keine Eigenauslegung machbar (in München liegt Schnee auf dem Muß-Radweg, da kann ich in Hamburg auf der Straße fahren) — auch wenn diese grotesk klingenden Varianten tagtäglich genauso gelebt werden. Zur Umfahrung der Schadstelle darf bis zur nächsten abgesenkten RadwegAuffahrt auf die Fahrbahn ausgewichen werden, nicht mehr, nicht weniger.
    Dieser EigenRegel-Blödsinn führt fast jedesmal zu verschärftem Aufruhr gegen die Polizei (‘ihr habt ja keine Ahnung!!!’) und entsprechend höheren BußgeldBescheiden, wenn hier mal eine der viel zu seltenen RadfahrerKontrollen stattfindet.

  38. #38 owo
    21. Januar 2015

    > „Zur Umfahrung der Schadstelle darf bis zur nächsten abgesenkten RadwegAuffahrt auf die Fahrbahn ausgewichen werden, nicht mehr, nicht weniger.“

    So pauschal klein muss der Radfahrer sich nicht machen, der Radweg muss straßenbegleitend und benutzbar und zumutbar sein (http://bernd.sluka.de/Radfahren/rechtlich.html).

  39. #39 rolak
    21. Januar 2015

    Wenn Du den Text hinter Deinem link mal komplett lesen würdest, owo, würdest Du feststellen, daß das von mir recht kurz Beschriebene dort in Ausführlich und SonderfallUmfassend wiederholt wird.
    Und bedenke: All das sind nur Ausnahmen von einer sonst geltenden Regel.

  40. #40 georg
    21. Januar 2015

    @Jürgen Schönstein

    … beweist hinsichtlich der Unfallwahrscheinlichkeit nur, dass die derart Argumentierenden mit Wahrscheinlichkeiten nicht so richtig umgehen können …

    Bei mir entsteht allmählich der Eindruck, dass Du wissenschaftliche Studien zu dem Thema, wie die verlinkte, konsequent ignorierst. HEAD INJURIES AND BYCICLE HELMET LAWS Das verwundert mich, ehrlich gesagt, schon ein bisschen.

  41. #41 Ralf
    21. Januar 2015

    @rolak
    Käse hat sich noch nicht ausgelassen was für ein Rad er/sie genau besitzt. Das Liegerad Pedelec ist meins.

    Es gibt mehr Liegeradfahrer als man denkt 🙂

    Grundsätzlich denke ich Käse ignoriert Fahradwege aber nicht die STVO weil er sie nach STVO benutzen darf aber nicht muß.

    Ich gebe zu das ich ab und zu auch mal die STVO missachte wenn ich auserorts einen breiten wenig befahrenen Radweg benutze.

  42. #42 michael
    21. Januar 2015

    > weil er sie nach STVO benutzen darf aber nicht muß.

    Wenn da ein gewisses blaues Schild steht, muß er den Radfahrweg sehr wohl benutzen.

  43. #43 owo
    21. Januar 2015

    @rolak #39
    > „Wenn Du den Text hinter Deinem link mal komplett lesen würdest,“

    Falls du das nächste mal aus dem Auto/Forum herraus Hilfssheriff der Verkehrserziehung/Staatsanwalt spielst, dann hast du jetzt eine umfassendere Argumentationshilfe zur Hand. (EndOfVergleichLängeDicke)

  44. #44 rolak
    21. Januar 2015

    noch nicht ausgelassen

    ooops, das kommt davon, wenn ich Antworten zu nur erinnerten Texten schreibe, Ralf, sorry. Allerdings ist der ZusatzAntrieb beim Pedelec im Gegensatz zu Deinem 45er-Gefährt auf 25km/h beschränkt.

    aus dem Auto/Forum herraus

    Welches Auto, welches Forum, owo?

    dann hast du jetzt

    Was gabs denn Neues?

  45. #45 owo
    21. Januar 2015

    Der Tagesspiegel schreibt:
    „Diese Konstellation – Rechtsabbieger rammt geradeaus fahrenden Radler – ist seit Jahren die Hauptursache für schwere und tödliche Unfälle mit Radlern.“

    Wenn jetzt alle Autos in Warnfarbe gestrichen wären, würden sie von Radfahrern deutlich besser erkannt werden.

  46. #46 käse
    22. Januar 2015

    @rolak
    Das Spekulieren solltest du Ralf überlassen, er hat das Fahrrad bis auf eine Buchstaben richtig erraten. Mein Fahrrad ist ein Evo K und hat keinen Motor. Das hat die Polizei auch schon festgestellt, aber das ignorieren der Radwege hat sie nie gestört. Die Benutzbarkeit für so ein Fahrrad hängt weniger von der Beschädigung des Radwegs als von den zu engen Kurvenradien und steilen Rampen an den Auf- und Abfahrten bei denen es aufsetzten kann. Bei der STVO gibt es Ausnahmen von der Regel und die nehme ich ganz nach den Regeln in Anspruch. Ich weiß nicht warum du weiterhin so ein verqueren Blödsinn faselst, aber es ist ganz legal. Mir scheint du bist ein Autofahrer der Angst um sein Revier hat, denn wenn es dir um das pedantische Einhalten von Regeln ginge müsstest du dich für die Abschaffung der meisten benutzungspflichtigen Radwege einsetzen, da die meisten widerrechtlich angeordnet sind.

    Oh gnädige kognitive Dissonanz, verschone sein Weltbild..

    gebe ich dir gerne zurück.

    @michael
    Wenn irgendwo ein Radweg mit einem der gewissen blauen Schilder ist, muss ich ihn überhaupt nicht benutzten, nur wenn er zur selben Straße gehört auf der ich fahren will. Da haben es die Planer hier sehr oft verbockt, was ich dann für meine Sicherheit nutze und ihn nicht befahre.

  47. #47 rolak
    22. Januar 2015

    “Das Spekulieren” fand nicht statt, käse, sondern eine Verwechslung, wie schon ausführlich geklärt. Doch weiterhin gilt: Ignorieren kannst Du nur etwas für Dich Geltendes, jedes Ignorieren der StVO ist ein Verstoß. Oder, letzte Stufe vor Kindergarten: Wenn für Dein Gefährt keine Radwegpflicht gilt, kannst Du die Regeln dafür außer Acht lassen, aber nicht ignorieren (Du befolgst sie ja ordnungsgemäß nicht).

    ein Autofahrer der Angst um sein Revier hat

    Mit Lesen haben es hier viele überhaupt nicht, ne? Kein Wunder eigentlich, wenn gleichzeitig keine allgemeingültigen Regeln für sich selber akzeptiert werden…

  48. #48 georg
    22. Januar 2015

    @Jürgen Schönstein
    Von Dir gibt es leider immer noch kein Statement zu der wissenschaftlichen Studie über die Auswirkungen der Einführung der Radhelmpflicht in Australien, auf die ich in diesem Fred schon mehrfach hingewiesen habe. Stattdessen argumentierst Du mit persönlichen Anekdoten und Vermutungen und belehrst andere darüber, dass sie mit persönlichen Anekdoten und Vermutungen argumentieren würden und Wahrscheinlichkeiten nicht angemessen beurteilen könnten.
    Jetzt bin ich schon etwas enttäuscht. Mal sehen, ob ich in Deinem nächsten Artikel zum Thema erneut Aussagen lesen darf, wie:

    Hmm, dazu finde ich keine Studie. … Mangels besserer Untersuchungen würde ich erst mal vermuten, dass der Effekt auf die Fahrradnutzung eher gering wäre. …

    Es war einmal ein Journalist mit einem besonders wachen Auge auf die Wissenschaft …

  49. #49 Jürgen Schönstein
    22. Januar 2015

    @georg #48
    Lass stecken, und lies mal hier: https://injurystats.wordpress.com/

  50. #50 georg
    22. Januar 2015

    @Jürgen Schönstein

    Danke für den link.