Gut eine Woche habe ich es geschafft, nicht über den Fall Tim Hunt zu schreiben. Ich nehme an, dass jede/(r), der/die hier mitliest, im Großen und Ganzen weiß, worum es da ging, aber ich will den Satz, den er am 9. Juni auf einer Konferenz losgelassen hat und zu dem er offenbar auch weiterhin steht, noch einmal im Wortlaut wiedergeben, ehe ich mich weiter dazu auslasse:

Let me tell you about my trouble with girls … three things happen when they are in the lab … You fall in love with them, they fall in love with you and when you criticise them, they cry.
(Quelle: Guardian)

Das Problem beginnt schon damit, erwachsene und hoch gebildete Frauen als “girls”, als Mädchen zu bezeichnen. Doch selbst wenn ihn diese – vielleicht mit seinem Alter zu erklärende – Herablassung nicht entlarven würde: seine halbherzigen und in gewisser Weise sogar noch entlarvenderen Entschuldigungen tun es dann. Er bedauert offenbar nicht so sehr, was er gesagt hatte, sondern dass er es vor so vielen JounalistInnen gesagt hatte. Und dafür dass diese Frauen Mädels – wenn seine Beobachtungen stimmen – immer losheulen, hat er auch eine Erklärung, die ihm eigentlich selbst zu denken geben sollte:

“It’s terribly important that you can criticise people’s ideas without criticising them and if they burst into tears, it means that you tend to hold back from getting at the absolute truth.

Science is about nothing but getting at the truth and anything that gets in the way of that diminishes, in my experience, the science.”

Aha. Frauen können also nur die Wahrheit nicht ertragen, meint er… Auf die Idee, dass es vielleicht an seinem Ton liegen könnte (eventuell spielt dabei auch die Anrede “Mädchen” eine Rolle?), scheint er nicht einen Moment zu kommen. Na gut, er findet, das müsse man(n) aushalten können, wenn man Wissenschaft betreiben will. Aber warum ist er dann so weinerlich, wenn ihm der gleiche scharfe Ton entgegenbläst?

Ich gestehe, dass ich etwas übersensibilisiert bin, weil ich in den vergangenen zwei Tagen insgesamt etwa 70 Aufsätze zum Thema Frauen in der Wissenschaft lesen musste, und die Beweislage für Sexismus als Ursache des eklatanten Gender Gap ist ziemlich solide. Wie anders ließe sich beispielsweise erklären, dass ein PLoS ONE-Reviewer den beiden australischen Evolutionsbiologinnen Fiona Ingleby und Megan Head riet, ihren Artikel (oh, die Ironie!) über just diesen Gender Gap dadurch aufzubessern, dass sie “ein oder zwei männliche Biologen” als Co-Autoren finden? Oder warum hielt es die Science-Berufsratgeberin Dr. Alice Huang (Ask Alice) für notwendig, einer jungen Postdoc-Forscherin, die Probleme damit hatte, dass ihr Fachbetreuer immer versucht, ihr in die Bluse zu starren, den Rat zu geben, dies hinzunehmen und dazu auch noch gute Miene zu machen?

Ja, vielleicht wollte Hunt wirklich nur witzig sein, wie er es zu seiner Rechtfertigung reklamiert. Aber er ist, wie ich vermute, ein hochintelligenter Mensch. Und darum könnte ihm eigentlich schon aufgefallen sein, dass dieses Thema nun mal nicht witzig ist – jedenfalls nicht aus der Sicht der Frauen. Und dass es nicht die Pflicht der ZuhörerInnen ist, seinen missverständlichen (?) Worten den von ihm gewünschten Sinn und Bedeutung zu geben, sondern dass diese Verantwortung immer bei den Sprechenden liegt.

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Kommentare (129)

  1. #1 Joseph Kuhn
    19. Juni 2015

    Nicht nur, dass er Frauen als “girls” bezeichnet, sie scheinen ihm auch nur als potentielle Beziehungspartnerinnen (“three things happen when they are in the lab …”) in den Sinn zu kommen, nicht als fachlich ernstzunehmende Kolleginnen.

  2. #2 Karl Mistelberger
    19. Juni 2015

    Der oben zitierte Artikel des Guardian wurde 6436 mal kommentiert; nicht ohne Grund. Es lohnt sich durchaus ihn ganz durchzulesen und dafür den Inhalt des obigen Posts zu entsorgen.

    “Let me tell you about my trouble with girls. Three things happen when they are in the lab. You fall in love with them, they fall in love with you, and when you criticise them, they cry,” he told delegates.

    Die Äußerung ist natürlich eine Steilvorlage für K( r )ampfhennen. Doch auf die Idee, dass Hunt sie mit etwas anderem im Sinn als einem Augenzwinkern gesagt hat wäre ich nie gekommen.

    In meiner Laborzeit gab es zwei Girls am Physikalischen Institut, eine akademische Rätin und eine spätere Professorin. Beide sind mir in guter Erinnerung und hätten wahrscheinlich diesem Artikel zugestimmt: Brian Cox criticises ‘disproportionate’ reaction to Tim Hunt’s comments

    Was den hervorgehobenen Teil des Zitats betrifft, habe ich bei Jahrzehnte langer Ingenieurstätigkeit eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht. Kritik an der Sache wurde von den Girls gerne in Kritik an der Person umgemünzt und in diesem Sinne ausgenutzt. Die Boys dagegen kamen anfangs besser damit zurecht, gegen Ende meiner beruflichen Laufbahn hatten sie allerdings mit den Girls gleichgezogen.

  3. #4 BMI23
    19. Juni 2015

    Ein prophetischer Satz des Nobelpreisträgers: “… und wenn du sie kritisierst, dann heulen sie.” Ab und zu brauchen die Femastasen halt einen Aufreger.

  4. #5 CM
    19. Juni 2015

    “It’s terribly important that you can criticise people’s ideas without criticising them…
    Dem stimme ich zu – nicht ohne zu sagen, dass das Wissenschaftssystem nicht selten Leute selektiert, deren Empathiefähigkeit gering ist. Und natürlich ist es gelegentlich schwierig rein sachlich zu argumentieren – wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein …

    Aber
    ” … and if they burst into tears, it means that you tend to hold back from getting at the absolute truth.”
    das ist nicht falsch, lenkt aber von dem Umstand ab, dass da wohl etwas total falsch gelaufen ist.

    Denn wenn die Person vorne an der Tafel / der Projektionswand oder am Diskussionstisch in Tränen ausbricht, dann hat diese Person entweder
    – ein phsychisches Problem, dass nichts mit der Atmosphäre in der Gruppe zu tun hat oder
    – (sehr viel häufiger) ein Problem, dass etwas mit der Atmosphäre in der Gruppe zu tun hat.

    Als ArbeitsgruppenleiterIn sollte das in jedem Fall zu denken geben und zu unmittelbaren Handeln animieren. Das Leute (beiderlei Geschlechts) vor Gruppen zusammenbrachen (, weil der Arbeitsgruppenleiter (männlich) ein A… war), habe ich erlebt – selbstkritische Wahrnehmung und das Bestreben etwas dagegen zu tun nicht (oder allenfalls ohne Konsequenz).

    Und, na ja:
    “Kritik an der Sache wurde von den Girls gerne in Kritik an der Person umgemünzt und in diesem Sinne ausgenutzt. Die Boys dagegen kamen anfangs besser damit zurecht, gegen Ende meiner beruflichen Laufbahn hatten sie allerdings mit den Girls gleichgezogen.”

    Nun, man kann sich auch an Unkultur gewöhnen. Ich zumindest lebe in einem Umfeld, in dem es für die Meisten (Jungs) undenkbar ist einen Kurs zu Projektmanagement, Mitarbeiterführung, etc. zu besuchen (wenn nicht verpflichtend) – “soft skills” are for wimps! 😉

  5. #6 Turi
    19. Juni 2015

    Und natürlich kriechen bei diesem Thema die dämlichsten Kommentatoren aus den Büschen:
    @Karl Mistelberger: Das TIm Hunt seine Aussagen “witzig” gemeint hat macht die Sache nicht nur nicht besser, sie zeigt wie unglaublich tief Sexismus in der Gesellschaft verankert ist. Wenn er ein “Witz” über Schwule gemacht hätte wären Sie ja hoffentlich auch nicht der Meinung, das sei ja nur ein Witz und nicht so schlimm.
    @BMI23: Am lautesten heulen momentan Tim Hunt und die Herren die ihn verteidigen. Denn es kann ja nicht angehen das ihr Altherrenclub kritisiert wird ….

  6. #7 inge schuster
    19. Juni 2015

    Witch Hunt

    Die Reaktion die auf Tim Hunts Sager folgte, finde ich ungeheuerlich. Als Frau und Wissenschafter finde ich sie ungeheuerlich.

    Ich nehme an, dass kaum einer der Journalisten, die nun über Hunt herzogen, ihn jemals bei einem wissenschaftlichen Vortrag/einer Vorlesung erlebt hat (und über Hunts Arbeiten Bescheid weiss). Er hätte sonst gewusst, dass Hunt sehr gerne und sehr viel lacht und witzige Bonmots einstreut. (Alle Bilder, die man im Netz von Hunt sehen kann – zumindest bis vor einer Woche – zeigen ihn als fröhlich lachenden Wissenschafter).

    Mir persönlich wäre der Sager Hunts kaum als diskriminierend aufgefallen (ebensowenig wie der Sager Einsteins als er Marilyn Monroes Wunsch: “I want to have your child. With my looks and your brains, it will be a perfect child!” (angeblich) mit den Worten kommentierte “But what if it has my looks and your brains?”) In meinem Forschungslabor, das ich 3 Jahrzehnte leitete, hat es ja immer recht “lockere” Kommentare von und über “girls” and “boys” gegeben, die nicht im geringsten die Stimmung trübten, als vielleicht diskriminierend aufgefasst wurden.

    Das was jetzt passiert ist eine Hexenjagd, Auswüchse eines Feminismus – der mich an den Stalinismus erinnert . Dies tut aber der Sache der Frauen nichts Gutes. Durch Sprachverhunzungen und Quotenregelungen werden Frauen nicht “sichtbarer”, fallen höchstens negativ auf. In meinem nicht allzu kleinen Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich kaum eine Frau, die sich einer gegenderten Sprache bediente, die auf die Vermutung, sie hätte auf Grund einer Quote Karriere gemacht, nicht beleidigt reagierte.

    Tim Hunt hat vor einigen Jahren seine Einstellung dazu etwa so formuliert: “Wissenschaftler sehen Wissenschaftler als Wissenschaftler. Meiner Meinung nach ist es egal, ob es sich um Mädchen oder Jungen handelt.”

    Wer Hunt in einem relativ rezenten Interview (2014) hören möchte: http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2001/hunt-interview.html

  7. #8 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @Karl Mistelberger #2
    Ich bin von Ihnen ja schon einiges gewöhnt, aber so einen Griff ins Klo schaffen selbst Sie selten: Weil die zwei Frauen (!), die Sie kennen, dann doch eine akademische Karriere gemacht haben, ist bewiesen, dass es gar keine Diskriminierung gegen Frauen in der Wissenschaft gibt? Was daran “witzig” (oder meinewegen “augenzwinkernd”) sein soll, müssten Sie mir dann doch erklären. Ihren letzten Satz sollten Sie auch noch einmal auf seine Sinnhaltigkeit prüfen – davon scheint eine Menge ausgelaufen zu sein…

    Und ja, was Brian Cox dem Guardian gesagt hatte, habe ich auch längst gelesen, aber eigentlich mit Rücksicht auf Brian Cox nicht verlinkt. Denn letzlich sagt er nur, dass das, was Hunt verzapft hat, zwar Mist war, aber weil er halt Tim Hunt und ein Nobelpreisträger ist, müsse man ihm das nachsehen. NIcht gerade eine überzeugende Position, eigentlich eher peinlich.

  8. #9 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @inge schuster #7
    Hexenjagd? Ich glaube, Sie sollten noch einmal nachlesen, wie man mit Hexen umgegangen ist. Mit dem Rücktritt von einem Ehrenamt kamen die nicht davon… Und welche “Sprachverhunzungen” meinen Sie? Dass man erwachsene Frauen nicht als “Mädchen” bezeichnen sollte?

    Was Ihren Hinweis auf Enstein und Marilyn Monroes Hirn angeht: Hat er nie gesagt (siehe auch hier). Und selbst wenn, wäre es keine Entschuldigung für Hunts Verhalten im 21. Jahrhundert.

  9. #10 abundzu
    19. Juni 2015

    @Jürgen
    Das ist jetzt aber keine schöne Argumentationsmethode, absichtlich die Worte von Inge Schuster zu misinterpretieren und so zu tun als ob sie, damit gemeint hätte, dass das was mit Hunt passiert das gleiche ist wie mit Hexen.

    Hier mal aus dem deutschen Wiktionary
    Bedeutungen:
    [1] historisch: Verfolgung von einer als Hexe bezeichneten Person [2] übertragen: öffentlich geführte, verleumdende Kampagne gegen eine Person

    und bevor sie gegen “verleumden” protestieren hier mal die synonyme anschauen.
    Besser noch aus dem englischen(und dass müssten sie doch wohl kennen), wie auch der Titel des Kommentars, zu Witch Hunt:

    2.An attempt to find and publicly punish a group of people perceived as a threat, usually on ideological or political grounds.

    Für mich ist das ein Hinweis, dass sie sich gar nicht mit dem inhalt des Kommentars auseinandersetzten wollen, weil er eben nicht in ihre Ideologie passt.

    Und hier noch meine persöhnliche Meinung: Ja, was er gesagt hat war unsensible und dumm, auch wenn es als Witz gemeint war. Die Frage die sich mir stellt, ist ob die Reaktion darauf angemessen ist und da sage ich ganz klar nein. Das ist “Mob justice” und nichts weiter. Es gibt viele Gründe sich gegen solche auswüchse des ideologisch geprägten “Social Outrage” zu wehren. Ich empfehle, wenn sie etwas Zeit haben, diese Lektüre (nicht spezifisch zu Tim Hunt):
    http://slatestarcodex.com/2015/06/14/fearful-symmetry/

  10. #11 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @abundzu
    Soso, man darf also niemanden wörtlich nehmen, sondern muss immer nur nach übertragenen Bedeutungen suchen. Aber selbst wenn ich das akzeptiere, ist’s immer noch keine “Hexenjagd”: Dieser Begriff schließt selbst im übertragenen Sinn ein, dass die verfolgte (!) Gruppe (!) für etwas verleumded (!) wird, was sie eigentlich gar nicht getan oder gemeint hat.

    Der Haken ist nur: Tim Hunt meint, was er gesagt hat – das hat er ja in seiner “Entschuldigung” und wohl auch auf Anfragen nochmal wiederholt. Und er bedauert auch nicht, was er da verzapft hat – zum Beispiel, dass Frauen Sexobjekte sind (darauf läuft’s ja raus) und dass es besser wäre, wenn man Frauen nicht mit Männern in Labors zusammen arbeiten ließe – sondern dass er es vor Journalistinnen und Journalisten gesagt hatte, die dies natürlich, offenbar ganz überraschend für ihn, entsprechend berichten.

    Was mich an dem Begriff der “Hexenjagd” aber vor allem stört ist, dass Hunt dadurch zum Opfer stilisiert werden soll, obwohl er für das, was nun abläuft, ganz alleine verantwortlich ist. Er wurde nicht aus dem Zusammenhang heraus zitiert (der Zusammenhang ist klar und wurde ja von ihm wiederholt bestätigt), er wurde auch nicht für eine privat geäußerte Meinung kritisiert, sondern für eine, die er öffentlich und auf einer speziell zu desem Thema organisierten Konferenz vorgetragen hatte. Und seit wann wird Mist allein schon dadurch unanfechtbar, weil er “augenzwinkernd” gesagt wird? Dieser selbstgefällig-augenzwinkernde Sexismus ist das Problem, was jede(r), der/die sich auch nur ein bisschen länger mit dem Thema befasst, in zahlreichen Publikationen wiederfinden kann. In diesem Sinn bin ich Tim Hunt sogar irgendwie dankbar, dass er nicht geschickt genug war, seine Ansichten länger hinterm Berg zu halten, sondern klar, wenn auch ungewollt, belegt hat, woran’s hier krankt.

  11. #12 BMI23
    19. Juni 2015

    https://www.youtube.com/watch?v=2haQJ-dfNFE

    Ich sehe da gewisse Parallelen.

  12. #13 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @BMI23
    Das überrascht mich nicht. Sagt aber mehr über Sie als über das Thema aus….

  13. #14 abundzu
    19. Juni 2015

    @Jürgen
    Doch darf man, wenn es wortwörlich gemeint ist. Aber wenn hier ganz offensichtlich ein Wortgebrauch gemacht wird der eben nicht Wortwörtlich ist, ihn dann als solchen absichtlich zu misinterpretieren um sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzten zu müssen, dann ist das unaufrichtig. Und das sie hier Frau Inge Schuster ganz absichtlich missverstehen unterstelle ich ihnen einfach. Wortklauberei trägt hier nichts zur Diskussion bei, ich hatte ja absichtlich noch die englische Definition zitiert.
    “An attempt to find and publicly punish a group of people perceived as a threat, usually on ideological or political grounds.”
    Und dass das hier zutrifft, lässt sich kaum abstreiten, unabhängig davon ob er auch gesagt und gemeint hat was ihm Vorgeworfen wird. (Und nein, ich zweifele das Zitat nicht an. Er wurde öffentlich und privat abgestraft aus politischen Gründen, ob das jetzt Recht oder Unrecht ist das ist eine seperate Sache.)

    Das Tim meint was er sagt sehe ich als sehr “far streched” selbst The Daily Beast zitiert ihn mit:
    “stupid and ill-judged remarks.” He added: “I am mortified to have upset my hosts, which was the very last thing I intended. I also fully accept that the sentiments as interpreted have no place in modern science and deeply apologize to all those good friends who fear I have undermined their efforts to put these stereotypes behind us.”

    Für mich sind das deutliche Worte, die gegenüber den Zitaten die er gegenüber dem Author gemacht haben soll:
    “honesty,” , “trying to be honest.” Das allei sieht für mich sehr nach Cherry Picking aus. The Daily Best ist nun nicht bekannt als eine neutrale Quelle.

    Und vom Guardian:
    “I stood up and went mad,” he admits. “I was very nervous and a bit confused but, yes, I made those remarks – which were inexcusable – but I made them in a totally jocular, ironic way. There was some polite applause and that was it, I thought. I thought everything was OK. No one accused me of being a sexist pig.”

    Ich bin ja nicht dagegen, dass man sich mit seinen Komentaren auseinander setzt. Aber das man einem die gesamte Berufliche Zukunft kaputt macht weil er einen Witz gemacht hat, da stellt sich für mich die Frage nach der Proportionalität. Das er jetzt nicht als Frauenbeauftragter im ERC eingesetzt wird dafür hätte ich volles Vertändniss, aber er kann nun garkeinen Wissenschaftlichen Beruf mehr ausüben und da hätt ich mir gewünscht, dass man z.B. die Fraun mit denen er bisher zusammengearbeitet hat befragt wie er sich ihnen gegenüber verhalten hat und dann Entscheidet anstelle einfach dem öfentlichen Druck nachgeben. Das erinnert mich dann zusehr an Justine Sacco.

    Der Begriff Hexenjagd ist, besonders im deutschen, etwas unglücklich. Nein unschuldig ist er nicht, aber wie gesagt proportionalität, und bisheriges Handeln spielen für mich eine grössere Rolle als eine (einmalige?) Aussage. Jetzt so zu tu als ob diese Aussage und diese Aussage allein (nichts anderes was er sonst jemals zum Thema gesagt hat) ist representativ für seine Ansichten zum Thema ist auch nicht besonder ehrlich.

    Achja ich wär mir auch nicht sicher ob ich so glücklich wäre:
    “In diesem Sinn bin ich Tim Hunt sogar irgendwie dankbar, dass er nicht geschickt genug war, seine Ansichten länger hinterm Berg zu halten”
    http://slatestarcodex.com/2014/12/17/the-toxoplasma-of-rage/

    (Zwei mal der gleiche Blog ist zufal, ich such das nächste mal einen anderen zu findenl)

  14. #15 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @abundzu
    Also nochmal der Reihe nach: Sie unterstellen mir etwas (und geben’s auch zu), obwohl Sie die Basis der Unterstellung (dass Hexenjagd ein neutrales Wort ist, das ich absichtlich falsch interpretiere) selbst negieren – halbherzig vielleicht, aber doch klar: “Der Begriff Hexenjagd ist, besonders im Deutschen, etwas unglücklich.” Nicht nur “etwas”, aber im Prinzip sind wir uns da schon mal einig – er passt nicht wirklich. Und wenn man ihn benutzt, dann drückt man sich unpassend aus.

    Okay, weiter: Hunt “versucht…ehrlich zu sein”. Und was beweist das? Dass er glaubt, Recht zu haben. Doch das ist genau das Problem.

    Seine “gesamte berufliche Zukunft” ist nun ruiniert? Der Mann ist pensioniert, hat zwei Ehrenämter aufgeben müssen – das ist schon alles. Sie behaupten, er könne “nun garkeinen Wissenschaftlichen Beruf” (sic!) mehr ausüben – wo steht das? Er hat Rückendeckung von so vielen prominenten Kollegen (und auch Kolleginnen) bekommen, da wird sich sicher was machen lassen.

    Entscheidend ist auch nicht, wie er sich Frauen gegenüber verhalten hat oder verhält, selbst wenn seine Aussage ja genau sein eigenes Verhalten beschreibt, sondern dass er etwas gesagt hat, was die Position von Frauen herabwürdigt und damit das bereits bestehende und sehr gravierende Problem (als eifriger Googler werden Sie dafür sicher die enstprechenden Quellen finden; einige habe ich oben und hier schon verlinkt) eher verschärfen dürfte. Wenn es nicht sogar echte Gefahren bringt: Die Behauptung, dass “Mädchen” die sexuelle Begehrlichkeit von Männern auch erwidern, sollte er lieber nochmal überdenken – das klingt auf erschreckende Weise nach “die wollen’s doch auch”. Und das ist ein gefährlicher Irrtum, wie ihm diese Zahlen vielleicht veranschaulichen könnten.

    Und hat er sich wirklich entschuldigt? Lesen wir doch mal genauer: Als erstes entschuldigt er sich bei den koreanischen GastgeberInnen – also nicht für den Inhalt dessen, was er gesagt hat, sondern dass er es auf ihrem Forum gesagt hat. Ist schon mal sehr halbherzig (sich zu entschuldigen dafür, wo man etwas getan hat, ist etwas ganz anderes, als sich dafür zu entschuldigen, was man getan hat). Und was kommt dann? Eine “Entschuldigung” dafür, dass andere offenbar missverstanden hatten, was er sagen wollte. Das ist die gleiche, feige “Entschuldigung”, die wir auch von Politikern gehört haben: Ich entschuldige mich nicht dafür was ich gesagt habe (dabei bleibe ich), sondern nur dafür, dass sich manche (ergänze “Idioten”) davon auf den Schlips getreten fühlten.

    Ach, ich wäre mir nicht so sicher ob ich so glücklich wäre

    Wo habe ich gesagt, dass ich “glücklich” darüber bin? Im Gegenteil. Aber ich versuche, der Sache wenigestens etwas Positives abzugewinnen.

    Fassen wir also zusammen: Sie unterstellen und verdrehen, was ich geschrieben habe, misrepräsentieren, was Hunt gesagt hat – und das alles, um mich für eine Antwort auf einen Kommentar zu kritisieren, die Sie als absichtlich missverstehend aufgefasst haben? Es ist schon erstaunlich, wie solche Balken splittern können, wenn man sie ins Auge kriegt…

  15. #16 BMI23
    19. Juni 2015

    Ich unterstelle einfach mal Unredlichkeit. Zitate zum Gebrauch des Ausducks Hexenjagd: http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=22&Wort_id=3164578&bl=2

    Und jetzt nicht dumm stellen, Herr Schönstein!

  16. #17 inge schuster
    19. Juni 2015

    @ JS
    wie abundzu richtig bemerkt: Sie mißverstehen mich und das offensichtlich mit voller Absicht.

    “ich sollte nachlesen, wie man mit Hexen umgegangen ist?”

    Das, was mit Tim Hunt passiert ist nicht weniger arg: man hat in einer entwürdigenden Weise und ohne ihn überhaupt anzuhören einen Vollblutwissenschafter seines Lebensinhalts beraubt. Jemand, der noch sehr viel vorhatte, noch so viel “first hand science” zu leisten gewillt war, der darüber hinaus auch ein Aushängeschild exzellenter europäischer Wissenschaftskommunikation darstellte.

    Verglichen damit, ist das was gegen ihn spricht, eine Lappalie – eine unüberlegte Bemerkung, die witzig sein sollte. Wer nie dergleichen fallen gelassen hat, werfe den ersten Stein!

    Bezüglich Mißverständnis: beim “Einsteinzitat” hatte ich ja explizit “(angeblich)” davor gesetzt.
    ——————————————

    Im übrigen: wo war Ihr Aufschrei als Präsident Erdogan Ende November 2014 in einer Rede meinte: eine komplette Gleichstellung der Geschlechter sei “gegen die Natur”? (Bin ich jetzt nicht nur PC-incorrect, sondern auch islamophob?)

    .

  17. #18 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @inge schuster #17
    Ich verstehe Sie mit voller Absicht. Sie sagen “Hexenjagd”, und ich sage, der Vergleich zielt aber so was von daneben. Und ansonsten scheinen Sie mich mit jemandem zu verwechseln: Warum sollte ich 1. alle Bemerkungen des Präsidenten Erdogan kennen? 2. einen Politiker, dessen Ansichten ich sowieso nicht teile, mit solchen Aussagen ernst nehmen? Und 3.: Woher wollen Sie wissen, dass ich nicht aufgeschrien habe?

    Eine “Bemerkung, die witzig sein sollte” ist eben schon mal was anderes als eine Bemerkung, die witzig war. Und selbst wenn sie witzig gewesen wäre, macht sie Witze über etwas, das nicht witzig ist. Weder, dass Hunt darüber witzelt, wie seine sexuelle Begehrlichkeit allein schon durch die Anwesenheit von Frauen geweckt wird, noch seine mangelnde Einsicht, dass es auch an ihm, seinem Ton und seiner herablassenden Art (die er mit dem Wort “Mädchen” ja deutlich signalisiert) liegen könnte, wenn seine Kritik nicht als Kritik an der Sache, sondern als Kritik an der Person aufgefasst wird. Er glaubt, dass Frauen neben Männern keinen Platz im Labor hätten, einfach nur, weil sie Frauen sind – und es scheint ziemlich plausibel, dass diese Haltung dann auch in seiner Kritik durchscheint.

    Und nee, Einstein hat das nicht mal “angeblich” gesagt, sondern ganz einfach gar nicht gesagt.

  18. #19 abundzu
    19. Juni 2015

    Also, ihre ursprüngliche Aussage war:
    “Hexenjagd? Ich glaube, Sie sollten noch einmal nachlesen, wie man mit Hexen umgegangen ist. Mit dem Rücktritt von einem Ehrenamt kamen die nicht davon”
    Damit sagen sie, dass Frau Schuster impliziert Herr Hunt hätte es so schlimm wie Hexen zur Zeit der Hexenverfolgung, obwohl sie genau wussten (meine Unterstellung ist, dass sie wussten was gemeint war), dass hier der erweiterte Wortsinn gemeint war. Gegen den dürfen sie auch was haben nur diese absichtliche Missinterpretation passt mir nicht und dass wollte ich zum Ausdruck bringen.

    Ok weiter im Text, da war ich wohl nicht deutlich genug:
    In der Quelle die sie angeben, dafür das Hunt das wohl alles ernst gemeint hat, und auch zu dem steht gibt es im Daily Beast nur zwei Zitate die sehr aus dem Zusammenhang gerissen stehen, wohingegen seine Entschuldigungen mit deutlich mehr Kontext und Deutlichkeit verfügbar sind.

    Die “gesamte berufliche Zukunft…” war nicht durchdacht meinerseits, ist großer beruflicher Schaden etwas auf dass wir uns einigen können? (Es wird sicherlich etwas dauern bis sich eine Institution sich traut ihn “anzufassen”)

    “Entscheidend ist auch nicht, wie er sich Frauen gegenüber verhalten hat oder verhält”
    Da sind wir unterschiedlicher Meinung. Wenn seine Aussage sein Verhalten beschreiben würde, dann wäre die Sachlage eine andere, aber im Moment kann ich nirgends finden, dass dem so wäre.

    Zu seiner Entschuldigung lesen wir mal wirklich genau
    “I am mortified to have upset my hosts”
    Er ist bestürzt seine Gastgeber verärgert zu haben.
    Für mich ist das keine Entschuldigung wo er etwas gemacht hat sondern bei wem.

    “deeply apologize to all those good friends who fear I have undermined their efforts to put these stereotypes behind us”

    Entschuldige ich mich zutiefst bei all den guten Freunden die fürchten, dass ich ihre Bemühungen diese Stereotype hinter uns zu lassen, untergraben habe.

    Das ist keine Entschuldigung das er Missverstanden wurde sondern, dass er die Bemühungen von anderen durch seine Aussagen zurückgeworfen hat.
    [Nachtrag:
    Ich hab es jetzt zehnmal durchgelesen. Wo man sich streiten kann ist “who fear” ? Das kann man so verstehen, dass er impliziert die Befürchtungen sind nicht wahr aber er entschuldigt sich trotzdem oder aber so dass er sich bei allen Entschuldigt die durch seine Aussagen betroffen waren.]

    “Wo habe ich gesagt, dass ich “glücklich” darüber bin? Im Gegenteil. Aber ich versuche, der Sache wenigestens etwas Positives abzugewinnen.”

    Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass auch wenn sie hier nach etwas positivem suchen, möglicherweise gerade das Gegenteil erreicht wird.

    Ich wollte zwei mehr oder minder separate Gedanken zum Ausdruck bringen: Zum einen halte ich das absichtliche missinterpretieren von anderen in einer Diskussion für unangemessen. Zum anderen geht es mir um die Proportionalität zwischen Geschehenem und Folge. Kritik ja, Ausschluss vom Beruf/Ehrenamt nur weil ein genügend großer Öffentlicher Aufschrei da ist nur wenn es der “Tat angemessen ist”. Ich bin jetzt auch kein Fan davon wenn UCL/ERC nun aufeinmal sich anders Entscheiden und ihn zurückholen nur weil sich der Wind der öffentlichen Entrüstung gedreht hat.

  19. #20 Jürgen Schönstein
    19. Juni 2015

    @abundzu #19
    Verzerrungen helfen nicht: Hunt entschuldigt sich nicht für das, was er gesagt hat, sondern “the sentiments as interpreted“. Er gibt also anderen die Schuld. Und er entschuldigt sich auch nicht bei denen, die sich durch diese Aussagen brüskiert fühlten, sondern nur bei seinen Freunden. Also auch hierin halbherzig. Mit der Generalausrede “es war doch alles nur ein Scherz” ist es da einfach nicht getan (daher auch mein Widerstand gegen inge schusters Verteidigung des “Witzes”). Warum Hunt da falsch liegt, wurde ihm nun wirklich ausführlich genug erklärt.

    Und ja, die Proportionalität: Berühmter Wissenschaftler redet gewaltigen Unsinn auf einer internationalen Konferenz, der eine breite Öffentlichkeit brüskiert -> berühmter Wissenschaftler beharrt auf seinem Unsinn -> sein internationaler Ruf ist lädiert, was ihn -> für Ehrenämter, die er seinem Ruf zu verdanken hat, nicht mehr tragbar macht. Wo ist da eine Fehlproportionalität zu entdecken?

  20. #21 Michel
    Sofa
    19. Juni 2015

    Hab auch schon einen guten Vortrag von ihm gehört. Na und? Jetzt wird ar offensichtlich zum alten Trottel und ein Rückzug ins Private wäre ihm anzuraten.

  21. #22 BMI23
    20. Juni 2015

    #16

    Dumm stellen durch Ignorieren?

  22. #23 Jürgen Schönstein
    20. Juni 2015

    @BMI23
    Weder noch. Aber Dummgeschwätz wird hier nach Kräften ignoriert.

  23. #24 Roland K.
    21. Juni 2015

    Treiben wir es mit “political correctness” inzwischen nicht viel zu weit?
    So jemand einen Witz macht, der mich trifft/beinhaltet o.ä.,dann bleiben mir ZWEI Möglichkeiten, nämlich entweder mitzulachen oder beleidigt zu sein. Das hängt, zugegeben, vom persönlich vorhandenen Sinn für Humor ab ……..

  24. #25 Lulu
    21. Juni 2015

    @Roland K.

    Angenommen, Hunt hätte einen rassistischen Witz gemacht. Würdest du die darauffolgende Kritik ebenfalls als übertriebene “political correctness” bezeichnen?

    Und noch eine Frage: wie viele Jahre lang würdest du schaffen, mit zu lachen, wenn du mehrmals täglich mit Witzen auf deine Kosten konfrontiert wärst?

  25. #26 BMI23
    21. Juni 2015

    Hunt hat eben keinen rassistischen Witz gemacht, nur nen blöden.
    Und im Übrigen: Getroffener Hund bellt.

  26. #27 Alisier
    21. Juni 2015

    Hm…..noch mal hm….
    Wie wärs denn, wenn viele ein wenig runterkämen? Nur weil ein alter Mann das blödsinnige Verhalten, das in seiner Jugend leider üblich war nicht ändern und immer noch nicht darüber nachdenken kann, ist das noch kein Weltuntergang.
    Ich wehre mich gegen solch bescheuerten Sprüche schon sehr lange und auch konsequent. Dennoch halte ich es für verfehlt und grundfalsch einen Einzelnen zum Abschuss freizugeben.
    Vor allem, weil das nicht wirklich hilft, schon gar nicht die latent
    Misogynen zum Nachdenken anzuregen.
    Besonnene Reaktionen und subversives Argumentieren gefallen mir einfach besser als die erwarteten Reflexe.
    Und ich verabscheue den Pranger, und es ist mir völlig egal, wer ihn aufstellt.

  27. #28 Lulu
    22. Juni 2015

    @BMI23

    Hunt hat eben keinen rassistischen Witz gemacht, nur nen blöden.

    Ah. Rassistische Witze gehen also gar nicht. Frauenfeindliche sind okay. Verstehe.

    Und im Übrigen: Getroffener Hund bellt.

    Angenommen, Hunt hätte einen rassistischen Witz gemacht und dafür kritisiert worden. Würdest du einem Menschen, auf dessen Kosten dieser Witz gemacht worden ist, und der seinen Unmut darüber äußert, ebenfalls das gleiche unterstellt?

  28. #29 Adent
    22. Juni 2015

    @BMI23

    Und im Übrigen: Getroffener Hund bellt.

    Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung.

  29. #30 rolak
    22. Juni 2015

    Selbsterkenntnis etc pp ad lib

    So nicht, Adent – den Spruch haste von mein’ Vatter geklaut!EinsElf

    Doch so schön wie er hier paßt …

  30. #31 Adent
    23. Juni 2015

    @rolak
    Nix da rolak, von meiner Mutter, da müssen wir wohl mal klären wer das Urheberrecht hat 😉

  31. #32 rolak
    23. Juni 2015

    klären

    Schwere Säbel, auf 50 Meter.

  32. #33 Adent
    24. Juni 2015

    @rolak
    Okay, Samstag 7 Uhr im Stadtwald bei Nebel.

  33. #34 BMI23
    28. Juni 2015

    @Lulu #28
    Hübscher Strohmann, dann mal feste druff mit der Nazikeule!

  34. #36 s.s.t.
    28. Juni 2015

    @BMI23

    Zeigt eigentlich wieder nur mal wie schnell und vor allem wie kritiklos irgendeine Meldung aus dem www aufgeblasen wird.

    Mag sein, dass die Meldung ‘wahr’ (zumindest im Auge des Betrachters) ist, was ich jedoch kritisiere ist eben die Kritiklosigkeit bei der Überprüfung von Behauptungen; Marspyramiden und Fuelsaver sind halt überall zu finden, um von den HP-und Astro-Anekdoten ganz zu schweigen; augenscheinlich reichen eben doch (halbwegs glaubwürdig vorgetragene) Behauptungen, wenn es nur der Sache dient.

  35. #37 Lulu
    29. Juni 2015

    @BMI23

    Weder Strohmann, noch Nazikeule. Nicht mal ein Nazikeulchen. Interpretiere nichts in meine Kommentare hinein, was überhaupt nicht da ist.

    Ich möchte lediglich nachvollziehen, warum für manche Leute Witze, die Menschen anderer Ethnien diskriminieren, ein No-Go sind. Witze, die Menschen eines anderen Geschlechts diskriminieren, aber in Ordnung zu sein scheinen.

    Würdest du Hunt genauso rechtfertigen, wenn einen ‘Witz’ nicht über Frauen, sondern über z.B. Schwarze gemacht hätte?

  36. #38 BMI23
    29. Juni 2015

    Hat er überhaupt einen Witz über Weiber gemacht?

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-3141158/A-flawed-accuser-Investigation-academic-hounded-Nobel-Prize-winning-scientist-job-reveals-troubling-questions-testimony.html

    Die Denunziantin hat eine Agenda!

    btw wir bleiben beim “Sie”, ich kann selbst entscheiden, wer mich duzen darf.

  37. #39 Lulu
    29. Juni 2015

    @BMI23

    Hat er überhaupt einen Witz über Weiber gemacht?

    Auf die Beleidigung gehe ich nicht ein.

    Hunt hat selbst im Nachhinein behauptet, einen Witz gemacht haben zu wollen.

    btw wir bleiben beim “Sie”, ich kann selbst entscheiden, wer mich duzen darf.

    Falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte: zumindest auf SB ist es üblich, dass Kommentatoren sich gegenseitig duzen.

    btw Du weichst aus.

  38. #40 BMI23
    30. Juni 2015

    @Lulu #39

    Auf die Beleidigung gehe ich nicht ein.

    Das war doch keine Beleidigung, nur ein Test, ob Sie der deutschen Sprache mächtig sind.
    Begriffspaare: Mann – Weib, Herr – Frau! Das könnte man wissen.

  39. #41 BMI23
    30. Juni 2015

    Tim Hunt´s Quasi-Rauswurf zieht weitere Kreise: Jonathan Dimbleby hat die Schnauze voll und verzichtet auf seine Ehren-Fellowship bei UCL.

    http://www.thetimes.co.uk/tto/science/article4483554.ece

    Jetzt dürfen wir gespannt sein, wer der nächste Ehren-Fellow bei UCL wird.
    Qualifikation? Vagina?

    Auch lesenswert zum selben Thema: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_professor_und_die_frauen_teil_zwei

  40. #42 Lulu
    30. Juni 2015

    @BMI23

    Das war doch keine Beleidigung, nur ein Test, ob Sie der deutschen Sprache mächtig sind. Begriffspaare: Mann – Weib, Herr – Frau! Das könnte man wissen.

    Der aktuellen deutschen Sprache bin ich durchaus mächtig.

    Du weichst übrigens immer noch aus.

  41. #43 BMI23
    30. Juni 2015

    Wenn das die Frage war:
    “Würdest du Hunt genauso rechtfertigen, wenn einen ‘Witz’ nicht über Frauen, sondern über z.B. Schwarze gemacht hätte?”

    Wir sollten Tim Hunt mal dazu bringen vor Negern einen Negerwitz zu erzählen. Wäre wahrscheinlich nicht so schlimm, wenn er ihn vor männlichen Negern erzählt. Negerinnen würden wahrscheinlich genauso reagieren wie Connie St. Louis.

  42. #44 Lulu
    30. Juni 2015

    @BMI23

    Alles klar. Weitere Diskussion mit dir hat sich somit erledigt.

  43. #45 Adent
    1. Juli 2015

    @Lulu
    Mit einem Typen, der nachgewiesenermaßen einen Brain Mentality Index von 23 hat lohnt sich wirklich keine Diskussion.

  44. #46 Bullet
    1. Juli 2015

    nur ein Test, ob Sie der deutschen Sprache mächtig sind. Begriffspaare: Mann – Weib, Herr – Frau! Das könnte man wissen.

    Du hast das etwas neuere Begriffspaar “Deutscher – Jude” vergessen. (Das ist natürlich keine “Nazikeule”, sondern eine höchstrichterliche nach deutscher Gesetzgebung offizielle Sprachregelung. Aber eben aus einem völlig zu Recht untergegangenen Deutschland.)
    Auch das könnte man wissen: was noch vor 70 Jahren gut war, kann heute Scheiße sein.

  45. #47 Orci
    1. Juli 2015

    So ähnlich seh ich das auch. Er hat halt gedacht, der Altherrenwitz wäre heute noch lustig und war’s eben nicht. Ja mei. Die Einstellung, dass der andere den Witz gefälligst lustig zu finden hat, begnet mir auch immer wieder. Vielleicht in Zukunft ja etwas weniger häufig – obwohl ich fürchte, dass man, bis sich die Idee durchgesetzt hat, das man vielleicht einfach keine dummen Witze über bestimmte Sachen macht, in der Öffentlichkeit gleich gar, wird man noch einigen Leuten auf die Finger klopfen müssen.

  46. #48 BMI23
    1. Juli 2015

    Nobelpreisträger läßt nen blöden Spruch raus, der fehlinterpretiert werden kann: weltweite Empörung der Feminist_*/?Innen.

    ISIS köpft Frauen wegen “Hexerei”: dröhnendes Schweigen der Berufsempörten!

    http://www.welt.de/politik/ausland/article143318634/Jetzt-koepft-der-IS-auch-Frauen-wegen-Hexerei.html

    @Bullet: Wo ist die Logik?

  47. #49 Jürgen Schönstein
    1. Juli 2015

    @BMI23
    So, jetzt hast Du lange genug Zeit gehabt, Dich hier auszukotzen, und wir wissen nun wirklich alle, welche Geisteshaltung Du vertrittst. Wenn es die von Dir so verpönten “Berufsempörten” nicht gäbe, wüsstest Du vermutlich nicht mal, dass es ISIS gibt (woher auch). Und auch ansonsten war nun genug polemisches Dummgeschwätz von Dir hier zu lesen – mehr braucht’s nun wirklich nicht mehr. Tschüss!

  48. #50 rolak
    1. Juli 2015

    Phil Plait schreibt auch etwas zum Thema.

  49. #51 Adent
    2. Juli 2015

    @Jürgen
    Hmm, ein Post von mir erscheint nicht, hast du den Thread gesperrt?

  50. #52 Orci
    2. Juli 2015

    @Rolak:

    Die Parallelen zu Gamergate kamen mir auch in den Sinn…

  51. #53 wiener
    2. Juli 2015

    Hier klingt es jetzt so, als hätte er nur einen sehr verunglückten Witz über sich selber gemacht.. Dann wäre die Aufregung in der Tat ungerechtfertigt:
    http://www.independent.co.uk/news/people/richard-dawkins-demands-apology-from-sir-tim-hunts-critics-and-claims-leaked-transcript-shows-sexist-comments-were-lighthearted-banter-10341160.html

    “The official quotes Sir Tim as saying: “It’s strange that such a chauvinist monster like me has been asked to speak to women scientists. Let me tell you about my trouble with girls. Three things happen when they are in the lab: you fall in love with them, they fall in love with you, and when you criticise them they cry. Perhaps we should make separate labs for boys and girls? Now seriously, I’m impressed by the economic development of Korea. And women scientists played, without doubt an important role in it. Science needs women and you should do science despite all the obstacles, and despite monsters like me.”

  52. #54 Orci
    3. Juli 2015

    Gibt es einen speziellen Grund, warum dieser zweite Teil erst einige Tage (2 Wochen?) später publik wurde?

    Nebenbei muss ich zugeben: Ich dachte, Frau St. Louis hätte in einer Zeitung einen Artikel geschrieben. War der Auslöser für alles was danach kam tatsächlich ein Tweet?

  53. #55 DasKleineTeilchen
    3. Juli 2015

    so, @jürgen; jetzt wär aber ernsthaft mal zeit für n kleines update, die sache stellt sich nämlich langsam wirklich wie die hysterie einer vermeintlichen journalistin mit profilneurose dar:

    http://unfashionista.com/2015/07/02/the-royal-societys-diversity-committee-pre-judged-timhunt-now-ucl-should-give-him-due-process/

    tim hunt (wiener hats ja schon zitiert, aber zur bekräftigung paste ichs jetzt trotzdem noch mal):

    “Let me tell you about my trouble with girls. Three things happen when they are in the lab: you fall in love with them, they fall in love with you, and when you criticise them they cry. Perhaps we should make separate labs for boys and girls?….”

    Now, seriously, I’m impressed by the economic development of Korea. And women scientists played, without doubt an important role in it. Science needs women, and you should do science, despite all the obstacles, and despite monsters like me.”

    “…monsters like me”…

    @jürgen: es wäre wirklich schön, diese nummer auch von dir wenigstens bischen relativiert zu sehen, thnx.

  54. #56 DasKleineTeilchen
    3. Juli 2015

    oha, ich hab das gleiche wie adent; post im nirvana?

  55. #57 Karl Mistelberger
    5. Juli 2015

    > #8 Jürgen Schönstein, 19. Juni 2015
    > Weil die zwei Frauen (!), die Sie kennen, dann doch eine akademische Karriere gemacht haben, ist bewiesen, dass es gar keine Diskriminierung gegen Frauen in der Wissenschaft gibt?

    Nein. Meine Aussage lautet: Die beiden Frauen am physikalischen Institut hätten meiner Einschätzung nach dem Inhalt des Artikels von Brian Cox zugestimmt.

    > Ihren letzten Satz sollten Sie auch noch einmal auf seine Sinnhaltigkeit prüfen – davon scheint eine Menge ausgelaufen zu sein…

    Ich wiederhole: Kritik an der Sache wurde von den Girls gerne in Kritik an der Person umgemünzt und in diesem Sinne ausgenutzt. Die Boys dagegen kamen anfangs besser damit zurecht, gegen Ende meiner beruflichen Laufbahn hatten sie allerdings mit den Girls gleichgezogen.

    Zur Verdeutlichung: Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn wurde meine Kritik an der Sache von den Männern überwiegend als solche anerkannt, von den Frauen wurde Sachkritik aber mit wenigen Ausnahmen als Kritik an der Person bezeichnet.

    Drei Jahrzehnte später war die auffallend unterschiedliche Bewertung der Sachkritik nicht mehr vorhanden. Die Männer heulten wie die Frauen.

  56. #58 michael
    5. Juli 2015

    @mistelberger

    Anders ausgedrückt: Zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn haben Sie nur die Frauen niedergemacht, zum Ende die Männer auch.

  57. #59 Andreas
    6. Juli 2015

    Herrmistelberger,

    Genau solche Erfahrungen könnte ich schon in der Studentenzeitung erleben und danach bis zum Postdoc immer wieder. Gerne werden fachliche Kritiken in persönliche umgemünzt. Leider musste ich es sogar erleben, dass eine Professorin sich von ihren Mitarbeiterinnen also gerade auch von den Frauen bedroht fühlte und generell sich persönlich angegriffen fühlte. Ich hatte genug Damen, die dann aufgelöst zu mir kamen weil leider sich mal wieder bestätigte, dass Frauen gerne unterschwellig und psychologisch sehr verletzten kämpfen. Dabei ist egal ob der “Gegner” weiblich ist oder männlich. Summe meiner Erlebnisse mit Frauen die keine Suchkriterien abkönnen: zwölf Damen.

    Der Text oben hat auch einen entscheidenden logischen Verknüpfungsfehler; den des GenderGaps. Es sollte langsam bekannt s n, dass der angebliche Unterschied von ca. 23% nicht korrekt ist. Der “wahre” Wert liegt bei eher 5% und es gibt Untersuchungen, die auflisten welches die Gründe für diesen Unterschied sind.

  58. #60 Adent
    6. Juli 2015

    @Andreas

    Der Text oben hat auch einen entscheidenden logischen Verknüpfungsfehler; den des GenderGaps. Es sollte langsam bekannt s n, dass der angebliche Unterschied von ca. 23% nicht korrekt ist. Der “wahre” Wert liegt bei eher 5% und es gibt Untersuchungen, die auflisten welches die Gründe für diesen Unterschied sind.

    Das dürfen Sie gern erläutern, a) welche “falschen” 23% meinen Sie und welche “wahren” 5%?
    Gern auch mit Belegen.

  59. #61 Jürgen Schönstein
    6. Juli 2015

    @DasKleineTeilchen @Adent
    Wenn ein Kommentator gesperrt ist, dann sind auch alle an den Kommentator gerichteten Beiträge blockiert…

  60. #62 Jürgen Schönstein
    6. Juli 2015

    @Karl Mistelberger
    Anekdoten bleiben immer nur Anekdoten. Davon abgesehen, dass Sie vermutlich gar nicht wissden können, was Ihre ehemaligen Kolleginnen zu der Sache denken – aber vielleicht fragen Sie die einfach mal. Selbst dann wären es noch immer Anekdoten, aber wenigstens ohne Spekulation.

    Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich ja inzwischen weiß, wie Sie diskutieren und argumentieren, und dass Sie dabei offenbar (jedenfalls, wenn Sie hier kommentieren) den persönlichen Angriff kaum unterdrücken können. Daher wäre ich geneigt, mich der Interpretation von @michael #57 anzuschließen.

  61. #63 Adent
    6. Juli 2015

    @Jürgen
    Ah ok, das wußte ich nicht.
    Weißt du was Andreas mit dem “falschen” GenderGap meint?

  62. #64 Jürgen Schönstein
    6. Juli 2015

    @Adent #63
    Keine Ahnung…

  63. #65 Adent
    7. Juli 2015

    @Andreas
    Also Andreas du darfst gern nochmal nachliefern, oder war es nur ein Hit and Run?

  64. #66 Rückbetrachter
    7. Juli 2015

    @Jürgen Schönstein

    Sie mögen ja mit Ihrer Argumentation recht haben, wenn man auf basis der ersten Pressemeldungen diskutiert. Dass mit der Kenntnis des vollständigen Zitates diese Basis nicht mehr vorhanden ist und die erwähnte “Hexenjagd” (ich würde es modisch Shitstorm nennen) unzweifelhaft eine ebensolche war schreit doch förmlich nach einer Korrektur Ihres Artikels.
    Persönlich scheint es mir, dass es der “Denunziantin” mit dem Zitat außerhalb des Zusammenhangs einzig um die Diskreditierung des Herrn Hunt ging, wissend, dass bis die Wahrheit an den Tag gekommen ist, der Shitstorm schon längst seine Arbeit getan hat. Mich an Ihrer Stelle würde die Mitarbeit daran ganz schön wurmen…

  65. #67 Adent
    7. Juli 2015

    @Rückbetrachter
    Den Artikel von Phil Plait haben sie schlichtweg ignoriert oder wie? Da ist nichts von Denunziantin zu sehen.
    Verlinkt in Rolaks #50

  66. #68 s.s.t.
    20. Juli 2015

    Unterdessen hat eine russische Journalistin, die bei der umstrittenen Tischrede Hunts anlässlich eines internationalen Kongresses für naturwissenschaftliche Journalistinnen in Südkorea zugegen war, der „Times“ den Mitschnitt eines Teils der Ansprache zugänglich gemacht. Darauf ist zu hören, wie Hunt unter dem Gelächter des Publikums erklärt: „Ich gratuliere allerseits, weil ich hoffe, ich hoffe, ich hoffe – ich hoffe wirklich – dass nichts Sie zurückhält, vor allem nicht Monster wie ich“. Tim Hunt hatte stets behauptet, dass seine Bemerkungen als Witz gemeint gewesen seien. Nach Darstellung seiner Kritiker sei die Tischrede auf eisiges Schweigen gestoßen.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/universitaet-enterbt-wegen-rauswurf-tim-hunts-13710575.html

  67. #69 Steffmann
    25. Juli 2015

    Tim Hunt ist als weisser, alter, männlicher Sexist gebrandmarkt, Connie St. Louis ist eine schwarze, feministische Aktivistin, und Deborah Blum lehrt, auch wenn das nach dieser Nacht im Netz überraschen mag, am angesehenen MIT. Es sind privilegierte Aktivistinnen, und der Mob im Netz ist hilfsbereit auf ihrer Seite.

    http://blogs.faz.net/deus/2015/07/24/der-fall-tim-hunt-tonmitschnitt-bringt-seine-verfolger-in-bedraengnis-2730/

  68. #70 Steffmann
    25. Juli 2015

    Da von Dir keine Reaktion kommt, sage ich, was ich denke:

    Jürgen, lese und lerne. Es ist nicht ehrenrührig, sich zu irren. Aber es ist schwach, wenn man sich nicht korrigieren kann, bei offensichtlichem Irrtum.

  69. #71 Jürgen Schönstein
    26. Juli 2015

    @Steffmann #70
    Ich war mir nicht bewusst, dass ich durch jeden Reifen springen muss, den man mir hier hinhält. Lies bitte, was ICH geschrieben habe (ich muss nicht die Texte anderer AutorInnen erklären oder rechtfertigen). Und da geht es darum, dass man als SprecherIn die Verantwortung selbst fürs Missverstandene trägt. Nicht mehr, nicht weniger.

  70. #72 Steffmann
    26. Juli 2015

    Ach Jürgen,

    da hat irgendjemand mit Einfluss und vielen Followern etwas ins Internet gestellt, dass sich nun nachweislich als falsch und sogar, bösartig verändert darstellt.

    Und Du machst einen auf “Ups, wer pinkelt mich denn hier an”

    Du hast schlichtweg in deiner Gutgläubigkeit gedacht: Na so eine Sauerei, das entspricht aber nicht meinem moralischem Verständnis !
    Aber damit bist Du keinen Deut besser. Im Gegenteil, die Art und Weise, wie Du BMI23 aus deinem blog entsorgt hast, fand ich sogar sehr schwach. Der Typ hatte lediglich eine abweichende Meinung, getrollt hat er nicht.

  71. #73 Steffmann
    26. Juli 2015

    Ach Jürgen, nicht dein Ernst. Solang Jahre habe ich grossen Respekt vor Dir gehabt. Aber nun, meine Kommentare werden ausgefiltert ? Ist das deine Vorstellung von Meinungsfreiheit und Demokratie ? Nein, denn es ist ja dein blog. Da darf es nur eine Meinung geben ?

  72. #74 Steffmann
    26. Juli 2015

    Ups. Sofortige Entschuldigung. Ich hatte 2 Kommentare geschrieben ohne buzzwords oder links, deswegen dachte ich, das wäre gewollt.

    Grosses Entschuldigungszeichen für diese bösartige Unterstellung.

  73. #75 Jürgen Schönstein
    28. Juli 2015

    @Steffmann
    Lass mal stecken, ja? BMI23 hat ziemlich unpassende Sachen von sich gegeben, die ich in meinem Blog nicht akzpetieren muss. “Weiber”? Er (sie?) wollte rumtrollen, aber das muss ja nicht in meinem Blog sein.

    Und ich habe auch nichts falsch verstanden – noch nicht einmal die Einlassungen von Tim Hunt selbst gegenüber anderen Medien, die ich ja verinkt habe. Die Sache ist im Kern ziemlich simpel: Er hat versucht, über ein Thema, das viele Betroffene nicht witzig finden, Witze zu machen – die sind daneben gegangen. Und dann hat er weinerlich reagiert und sich als Opfer präsentiert. Alles keine starke Leistung.

    Waren im Publikum Aktivistinnen? Ja klar doch! Genau da gehören sie hin! Es ging um ein Thema, das Aktivistinnen beschäftigt. Was hat dies damit zu tun, dass Hunt wie alle RednerInnen die Verantwortung für seine/ihre Aussagen nicht auf das Publikum abwälzen kann? Was beweist es, dass einige ZuhörerInnnen an einer Stelle gelacht haben? Dass dann alle anderen, die es nicht komisch fanden, gefälligst das Maul halten sollen?

    Die Logik ist ziemlich schräg – es ist ein Ablenkungsmanöver. Und ich beibe bei dem, was ich oben geschrieben habe – lies es ruhig ein paarmal durch, folge den Links, und dann wirst Du verstehen, dass es hier um mehr geht als einen alten Mann, der nicht zu wissen scheint, was in welchem Forum der passende Ton ist.

  74. #76 Jürgen Schönstein
    28. Juli 2015

    @Steffmann
    P.S.: Hinsichtlich des Sperrwortes – lies bitte #61. Und selbst wenn Du Dich für die voreilige Beschuldigung entschuldigt hast, nutz’ den Anlass, mal darüber nachzudenken, wie objektiv und gründlich Du dann vielleicht auch alles andere hier gelesen hast…

  75. #77 Theres
    28. Juli 2015

    @Jürgen
    Wenn ich alles richtig verstand, hat die Dame, die diese Sache lostrat, schlicht das Meiste ausgelassen und diesen Shitstorm losgetreten, aus dem Grund, dass sie endlich mal Geld verdienen wollte (oder so).
    Anders ausgedrückt, das war reine Rufschädigung, und nicht ein Fehler Hunts. Der konnte sich nur nicht rechtzeitig wehren, weil er zur entsprechenden Zeit unterwegs war (und danach war er ungeschickt).

  76. #78 hampel
    31. Juli 2015

    @Jürgen

    Ein Wissenschaftler ,der seit Jahren mit Frauen im Labor arbeitet, sich dabei selbst in seine heutige Frau verliebt hat, dem Kolleginnen und Studentinnen nur das beste bescheinigen , spricht auf einer Konferenz über Frauen in der Wissenschaft.
    Dabei macht er einen Witz über sich selbst. Dieser Witz wird nachträglich so verzerrt und mit Unwahrheiten ausgeschmuckt – angebliche”deathly silence” followed , “now seriously” fehlt plötzlich – dass eine Rede, die eigentlich ein Loblied auf Frauen in der Wissenschaft ist, zum sexistischen rant einer senilen “lab rat” wird.
    Es ist eine Lehrstunde für Medien , die blind einem Twitter Shitstorm nachrennen, kritisches Nachdenken und Recherche für die vermeintlich gute Sache über Bord schmeißen.
    Dennoch ist der richtige Beitrag hier auf den Scienceblogs , gerade bei einem Journalisten, natürlich

    si tacuisses , oder : Wenn ein Nobelpreisträger Unsinn redet

    Oh irony. .

    Hunt hat sicher nicht glücklich agiert, dass er aber auf dem Heimweg schon aus seinen Ämtern gedrängt und medial gemeuchelt wird… ist doch der Skandal der jetzt langsam offensichtlich wird. Warum also dem Text keinen Anhang zufügen oder editieren?

    Ps: ja, auch das BBC Interview von Hunt ist nicht gerade eindeutig und mit den neuen Infos zumindest nicht mehr nützlich um Hunt sexistisches Gedankengut zu unterstellen.

  77. #79 Jürgen Schönstein
    31. Juli 2015

    @hampel #78
    Ich erklär’s auch Dir gerne noch einmal, obwohl das eigentlich schon ziemlich eindeutig in meinem Blogbeitrag steht: Wenn jemand Witze über etwas machen will, was sein Publikum – jedenfalls ein erheblicher Teil desselben – nicht witzig findet, dann darf er sich nicht wundern, wenn ihm dieser “Witz” dann um die Ohren gehauen wird. Lasst alle mal die Kirche im Dorf: Hunt hat den Shitstorm durchaus wissentlich provoziert, auch wenn die Provokation vielleicht etwas anders gemeint war. Selbst Brian Cox (Link weiter oben) fand die Bemerkungen “very ill-advised” – also ziemlich daneben, will heißen, sie wären besser ungesagt geblieben. Und das deckt sich, wie Du zugeben musst, mit meiner Analyse.

    Wie man die Folgen (Verlust zweier Ehrenämter) einschätzt, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Aber letztlich ist der einzige bleibende Schaden der, den er selbst seinem Ruf angetan hat (die Worte, um die es geht, sind belegt, und er bestreitet sie auch nicht. Sie sind auch nicht aus dem Zusammenhng gerissen). Wie gesagt: Si tacuisses …

  78. #80 hampel
    31. Juli 2015

    @Jürgen
    Danke für die Antwort.

    Gut, da sehen wir es wohl einfach anders.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hunt den Shitstorm “wissentlich provoziert” hat, wie und warum sollte er das getan haben?

    Was er sagt wäre besser ungesagt geblieben, da bin ich schon noch bei dir, aber ich kann deiner Analyse nicht folgen, dass besagtes BBC Interview noch entlarvender ist.
    (Das ist kein Interview, nur weitere Halbsätze ohne Zusammenhang)

    Was er sagt und “ehrlich meint” , ist doch nur , dass er selbst manchmal Probleme hatte wenn Beziehungen und Beruf durcheinander gerieten. Trotzdem denkt er aber am Ende sind trotz aller Probleme, alle zusammen besser dran. Das ist ehrlich und irgendwie naiv bis dumm in seinem “Witz” formuliert.

    Diese Bemerkungen von ihm sind natürlich eine Sache über die man diskutieren kann, aber so?
    Ein Tweet über den Sexisten Tim Hunt dem alle, inklusive Hunts “Arbeitgeber”, ohne genauere Recherche oder andere Quellen , blind nacheifern?

    Sorry für die vielleicht etwas scharfen Worte im vorigen Post, ich finde es aber irgendwie einfach nur bedauerlich was da passiert ist. Von allen Seiten! Das nur wenige Medien und Journalisten sich jetzt daran trauen selbstkritisch den Fall nochmal in Ruhe aufzurollen ist beschämend. (Ausgerechnet The sun und daily mail..come on.. really?)

    Die Konsequenzen für Hunt sind ja nur das eine Thema.
    Wichtiger, oder schlimmer, wird der Schaden für die Presse und den Feminismus sein. Nulldenker wie BMI23 und die “LÜGENPRESSE” – Schreihälse werden sich bestätigt fühlen.
    Deshalb: Si tacuisses…

  79. #81 Steffmann
    31. Juli 2015

    Lass mal stecken, ja? BMI23 hat ziemlich unpassende Sachen von sich gegeben, die ich in meinem Blog nicht akzpetieren muss. “Weiber”? Er (sie?) wollte rumtrollen, aber das muss ja nicht in meinem Blog sein.

    Sach ma, spinnst du jetzt ? Weiber ist die sprachliche Entsprechung von “Kerlen”. Schau mal bitte, wie oft dieser Begriff verwendet wird.
    Nächster Punkt:

    Er hat versucht, über ein Thema, das viele Betroffene nicht witzig finden, Witze zu machen

    Deswegen hat das Auditorium auch gesammelt gelacht. Du warst nicht dabei, kennst den Kontext nicht, bist aber trotzdem auf den Zug “Frauendiskreminierung” aufgesprungen. Das werfe ich dir vor.

    Dass dann alle anderen, die es nicht komisch fanden, gefälligst das Maul halten sollen?

    Hmm ? Also jemand postet Satire, die jemand anderem nicht gefällt. Und wird dann umgebracht. Dann ist die Satire also böse und muss unterbunden werden, weil dadurch ja jemand Schaden nehmen könnte ?
    Denke nochmal darüber nach.

  80. #82 Steffmann
    31. Juli 2015

    Jürgen, du liegst hier falsch. Siehe es ein.

  81. #83 Jürgen Schönstein
    31. Juli 2015

    Ich liege nicht falsch. Ich sehe es aber anders als Du. Sieh’ das ein.

  82. #84 Steffmann
    31. Juli 2015

    Ach. Wenn es ideologisch nicht passt, schneiden wir den Threat zusammen ? Welcher politischer Ausrichtung das entspricht, muss ich dir nicht erklären. Auf jeden Fall sind alle kritischen Kommentarte auf einmal weg.

  83. #85 Steffmann
    31. Juli 2015

    Äußerst verwirrend. Eben waren alle Kommentare von mir, hampel und Theres nicht mehr zu sehen. Jetzt sind sie wieder da. Davor hatte ich die Seite dreimal geladen, weil ich sicher sein wollte, dass die Kommentare wirklich nicht mehr da sind. Jetzt sind sie wieder da..Ich hoffe, wir können uns einfach auf Argumente einigen.

  84. #86 Steffmann
    31. Juli 2015

    Ich liege nicht falsch. Ich sehe es aber anders als Du. Sieh’ das ein.

    Und warum ist dann mein Antwortpost auf dein Kommentar nicht aufgetaucht ? Ich bin dann mal hier weg. Dein blog, deine Regeln, aber du schneidest dir hier deinen eigenen Film zusammen. Möglicherweise bist du finanziell dazu gezwungen, das kann ich nciht beurteilen. Für mich bist du unseriös und damit gestorben.

  85. #87 Jürgen Schönstein
    31. Juli 2015

    @Steffmann:
    Tut mir leid, wenn ich jetzt etwas galliger klinge, aber warum unterstellst Du mir dauernd irgendwelche zensierenden Absichten? Alles, was sich aktuell geändert hat (und das solltest Du eigentlich als versierter Netizen gemerkt haben, schau mal, was unter den Kommentaren rechts nun zu sehen ist – eine Kommentar-Seitenangabe!), dass ich einen Seitenumbruch bei langen Kommentarsträngen eingeführt habe. Vielleicht hast Du genau in dem Moment geklickt, als ich diese Änderung (die sich die MobilleserInnen erbeten haben, weil dies die Ladezeiten verkürzt) durchgeführt habe – aber gelöscht wurde nichts, und daher wäre es mir schon recht, wenn Du vor der nächsten Anschuldigung erst mal durchatmest und dann schaust, ob es vielleicht eine simple technische Erklärung gibt.

    Zur Sache: Meine Argumente sind deutlich und unmissverständlich dargelegt. Hunt ist kein “Opfer”, sondern jemand, der sich selbst in die Sache reingeredet hat. Das ist alles, was hier steht. Und mehr braucht’s dazu auch nicht. Wer glaubt, dass sexistische “Witze” (und dass es ein solcher war, auch wenn man die humorige Qualität sowieso bezweifeln kann), ein passender Diskussionsbeitrag auf einer Konferenz zum Thema “Frauen in der Wissenschaft” sind, der hat nicht kapiert, worum es geht. Und wenn Frauen dies nicht witzig finden, dann ist das begreiflich.

  86. #88 Steffmann
    31. Juli 2015

    @Jürgen:

    siehe #31. Deine Argument sind eben NICHT deutlich unmissverständlich dargellegt. Aufgrund der neuen Faktenlage sind sie IM GEGENTEIL eigentlich widerlegt.

  87. #89 Jürgen Schönstein
    31. Juli 2015

    @Steffmann
    Nochmal: Warum gehst Du erst mal davon aus, dass ich hier manipuliere, obwohl Du eigentlich inzwischen mitbekommen haben solltest, dass beispielsweise alle Kommentare, in denen die Namen gesperrter KommentatorInnen vorkommen, auch automatisch erst mal im Spamfilter landen (gilt für @hampel und für Deinen Kommentar) – das ist nichts, was ich automatisch ändern kann, sondern nur von Hand, und in den Spamfilter schaue ich nicht alle paar Sekunden rein. Schon gar nicht, wenn ich Antworten auf Kommentare schreiben muss…

    Ich finde es schon ironisch, wenn ausgerechnet Kommentatoren, die ein “das darf man doch nicht so ernst nehmen” als Argument bringen, dann in so einer Weise überreagieren, ohne dass es dafür einen echten Anlass gibt.

    Die Sperrung des obigen Kommentators erfolgte, weil er/sie auf mehreren Seiten hier ziemlich unappetitlich herumgetrollt hat. Und ja, auch weil ich von anderen KommentatorInnen gebeten wurde, diesem diskussions(zer)störenden Treiben Einhalt zu gebieten.

    Und sowohl an Dich als auch an @hampel:

    Hunt ist ein intelligenter Mensch, das er Worte, die er sagt, vorher gut überlegt hat (vor allem, wenn sie Teil einer vorbereiteten Rede sind), darf man also annehmen. Was er NICHT ist: ein Satiriker. Und die Veranstaltung war auch kein “Roast”, keine Satire, kein Jux. Ja, sicher, er hat es “ironisch” gemeint, mit “Augenzwinkern”, und vielleicht haben einige ZuhörerInnen auch von Herzen gelacht. Das ändert nichts daran, dass es andere verletzt hat – und dass er sich, als dies (in welchem Zeitalter lebt er eigentlich, hat er noch nichts von Twitter gehört) weiter verbreitet wird, nur halbherzig entschuldig hat. Also nicht etwa für das, was er gesagt hat, sondern dafür, WO er es gesagt hat, und dass er seine Freunde damitb in eine peinliche Situation gebracht hat.

    Selbst wenn der ganze Saal vor Lachen gewiehert hätte, wären Hunts Sprüche sexistisch (ich sage nicht, dass er ein Sexist ist, aber dass er sexistisches Zeugs geredet hat) und protestwürdig. Seit wann ist es denn ein Argument, dass eine Aussage allein schon deswegen unanfechtbar ist, weil sie dem Publikum gefallen hat? Donald Trump kauft sich auch seine Claqueure, wenn er Reden hält – ist damit all der Schwachfug, den er verbreitet, abgesegnet?

    Kurzum: Meine Argumentation basiert allein auf Hunts Aussagen (sowohl in der Rede als auch in der Entschuldigung), und diese Aussagen hat er auch mehrfach bestätigt. Und ja, selbst sein Freund Brian Cox hält sie für total fehlplatziert – warum liege ich also falsch, wenn ich das ebenso sehe?

  88. #90 Steffmann
    31. Juli 2015

    @Jürgen:

    Interessant, dass du dieses Thema enorm ernst nimmst. Das zeitgt sich schon daran, das du deinen Originalbeitrag ständig änderst.
    Das soll keine negative Kritik sein, nur darauf hinweisen, dass dir das Thema (wie mir auch) wichtig ist.

    Zum Thema:

    Kurzum: Meine Argumentation basiert allein auf Hunts Aussagen (sowohl in der Rede als auch in der Entschuldigung), und diese Aussagen hat er auch mehrfach bestätigt.

    Warum du falsch liegst ? Ganz einfach, Mr. Hunt ist laut allen Mitarbeitern kein Chauvinist. Angeblich ist er sogar ür die weiblichen Mitarbeiterin ein hervorragender Vorgesetzter. Er hat einfach nur einen blöden Witz gemacht.

    Aber wenn es um Ideologie geht, dann geht die Ratio flöten…….

  89. #91 Steffmann
    31. Juli 2015

    Na ja, traurig dass wir beide darüber streiten müssen. Verstehe mich nicht falsch, Gleichbehandlung ist auch heute noch ein Thema. Aber feminsitische Radikale wie die Frau St. Louis (die sich eine zwiefelhaft Qualifikation gekauft haben) sind keine Referenz für die moralische Integrität des Hr.Hunt.

  90. #92 Jürgen Schönstein
    31. Juli 2015

    @Steffman

    Das zeitgt sich schon daran, das du deinen Originalbeitrag ständig änderst.

    Welche Änderungen meinst Du? Das ist schon ein ziemich Vorwurf, denn normaler Weise markiere ich alle Änderungen (abgesehen von der nachträglichen Korrektur von Tippfehlern) sehr deutlich.

    Und was Du nicht verstehst bist, dass es keine Rolle spielt, wer die Nachricht von Hunts Sprüchen verbreitet hat (er hat ja bestätigt, dass er genau das gesagt hat, was ihm nun vorgehalten wird), und auch nicht, dass er selbst vermutlich Frauen immer ziemlich fair behandelt hat (obwohl mich die Beobachtung, dass er sie zum Weinen bringt, daran zweifeln lässt) – es geht darum, dass er in seiner prominenten Rolle etwas gesagt hat, was der Sache, nämlich der Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft, eine Schaden zufügt. Oder zugefügt hätte, wenn es unwidersprochen geblieben wäre. Dass der WIderspruch heftiger ausfiel als er erwartet hätte, ist sein Problem, nicht das der Zuhörerinnen.

  91. #93 Steffmann
    31. Juli 2015

    @Jürgen:

    obwohl mich die Beobachtung, dass er sie zum Weinen bringt, daran zweifeln lässt

    Ich bezweifle, das du das selber beobachtet hast. Du beziehst Dich vielmehr auf dieses Zitat: “You fall in love with them, they fall in love with you and when you criticise them, they cry”. Und damit bedienst du dich einem Stilmittel, dass zwar weit verbreitet, aber nicht fair ist. Du reisst Teilaussagen aus dem Kontext.

  92. #94 Steffmann
    31. Juli 2015

    nämlich der Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft, eine Schaden zufügt. Oder zugefügt hätte, wenn es unwidersprochen geblieben wäre. Dass der WIderspruch heftiger ausfiel als er erwartet hätte, ist sein Problem, nicht das der Zuhörerinnen.

    Wenn ich sowas lese, frage ich mich immer, wer hier der Macho ist. Derjeinige, der auf die geschlechtlichen Unterschiede in der Zusammenarbeit hinweist oder derjenige, der so tut, als ob diese nicht existieren.

  93. #95 Steffmann
    31. Juli 2015

    Jeder Mensch tätigt manchmal Aussagen, die man falsch verstehen kann. Die allermeisten werden diesbezüglich sich entweder rechtfertigen können oder keine Konsequenzen zu befürchten haben. Die Hexenjagd auf Tim Hunt war ein Paradebeispiel dafür, dass sich vermeintlich harmlose Witze karrierebedingt auswirken können.
    Die Konsequenz aus der Geschichte ist, dass zukünftig jeder weiss, ich darf keine unkorrekten Späss mehr machen. Das kostet mich die Karriere. Viel Spass auf den Symposien 2016 – 2030. Zum Lachen gehen wir zukünftig alle in den Keller. Und warum ? Weil sich “Shatif” St. Louis eine Rechnung mit den Männern offen hatte

  94. #96 Jürgen Schönstein
    1. August 2015

    @Steffmann
    Wenn ich Dich richtig verstehe, dann liege ich allein deswegen falsch, weil ich Deine Sichtweise nicht teile. Interessant, aber kein echtes Kriterium für mich. Meine Argumentation ist transparent:
    1. Hunt hat gesagt, was er gesagt hat. Öffentlich, vor Journalistinnen auf einer Konferenz zu genau dem Thema, zu dem er zitiert wird.
    2. Was er gesagt hat, war dumm. Sagt er sogar selber.

    Aus 1. und 2. ergeben sich einige mögliche Schlussfolgerungen:
    a) Er redet und sagt dabei Dinge, die er nicht meint. Warum sagt er sie dann?
    b) Er meint, was er sagt, findet aber, dass man das ganze Thema (zu dem er ja eingeladen war) doch nicht so ernst nehmen solle. Deswegen hält er es auch für angebracht, Witze über dieses Thema zu machen.
    c) Er redet, ohne seinen Verstand zu gebrauchen.

    Weder a), b) oder c) sind eines Nobelpreisträgers in seiner “offiziellen” Rolle würdig. Es war keine private Konversation, keine unbedachte Bemerkung, die von einem allzu neugieren Schnüffler aufgeschnappt und kolportiert wurde, sondern ein öffentlicher Vortrag, zu dem er in seiner Funktion als eminenter Wisenschaftler und Nobelpreisträger – und vermutlich auch, weil man ihn für jemanden hielt, dem das Thema am Herzen liegt – eingeladen wurde. Was, um alles in der Welt, hat ihn glauben lassen, dass dies ein Thema wäre, das am besten mit frauenfeindlichen Witzen illuminiert wird? Warum ist er überrascht, wenn dieser Teil seiner Rede in Weiterverbreitung (dazu gleich noch ein Spruch) breites Missbehagen auslöst?

    Zur Weiterverbreitung: Selbst wenn es die Putzfrau gewesen wäre – so lange die Worte korrekt und in ausreichendem Zusammenhang (beides ist gegeben, auch wenn Du es nicht wahrhaben willst – aber das ist ein Problem, bei dem ich Dir nicht weiterhelfen kann) weiterverbreitet wurden, sind sie zu Recht Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Es war, wie ich nun schon x-mal erläutern musste, eine ÖFFENTLICHE Rede, vor JournalistInnen. Das Telegraph-Stück über Frau St.Louis hingegen ist ein ganz mieses Schmierenstück, in dem so getan wird, als ob sie die Aussagen Hunts erfunden hätte – obwohl Hunt sie ja bestätigt hat. Und egal, was ihre Motive waren – es waren Hunts eigene Worte, mit denen er sich um Kopf und Kragen geredet hat.

    Man darf auf Konferenzen keine Witze mehr machen? So lange es dabei um Witze auf Kosten einer Minderheit geht (und ja, in der Wissenschaft sind Frauen eine Minderheit), wäre dies wirklich zu begrüßen. Sind schlechte Witze über Frauen und andere Minderheiten wirklich die einzige Fom von Humor, die Du kennst? Das wäre wirklich erschreckend…

    Aber spannender finde ich hier, warum Du hier so selbstsicher mir allerlei Übeltaten (Sperrungen, Beiträge verändern, Kommentare löschen etc) vorwirst und dabei auch immer gleich die Interpretation meiner Gesinnung publizierst – aber wenn sich’s als Irrtum Deinerseits entpuppt, ganz unverblümt so tust, als ob nichts geschehen wäre.

    Und teilst Du wirklich Hunts Ansicht von den Unterschieden zwischen Männern und “Mädchen”? Dass sie Sexobjekte sind und keine Kritik abkönnen? Eine Lernfrage meinerseits, ich weiß ha sonst gar nicht, mit wem ich es hier zu tun habe…

    Mach Dir mal die Mühe, mit ein paar Tagen Abstand meinen Originalbeitrag (der auch weiterhin unverändert ist) und die nachfolgenden Kommentare zu lesen; dauert vielleicht ein bisschen, ist es aber wert. Und dann schau mal, wie viele Deiner angeblichen Punkte – vom Sperren bis zu der Frage, ob Hunt das wirklich gesagt hat – längst abgeklärt sind. Und ob alle Vorwürfe, die Du gegen mich erhebst, unbegründet waren. Bis dahin werde ich, zur Deeskalation, erst mal nicht weiter auf Deine Bemerkungen eingehen.

  95. #97 hampel
    1. August 2015

    @Jürgen

    Hunt hat keine vorbereite Rede gehalten. Er wurde kurzfristig gebeten, ein paar Worte zu sagen.
    (klar, es entschuldigt nichts, zeigt aber gut, WIE falsch die Geschichte immer noch erzählt wird.)

    Hunts “Witz” war nicht über Minderheiten (Frauen) sondern über sich selbst und seine Probleme.
    Genau deshalb fehlt auch der Zusammenhang, scheinbar nach wie vor.
    Noch mal ganz deutlich: Hunt hat sich im Labor in seine heutige Frau verliebt. Das ist allgemein bekannt, besonders bei dem anwesenden Publikum. Wäre ernsthaft jemand, der als “chauvinist monster” bekannt sein sollte, auf die Konferenz eingeladen worden?
    Warum sollte ausgerechnet Hunt spontan zu dem Lunch von/vor Wissenschaftlerinnen sprechen?

    Seine Worte wurden auch nicht korrekt wiedergegeben.
    (Die hier im Blog zitierten durchaus, aber nicht alles, was im Original Tweet stand)

    Den Akzent auf “Girls” zu legen, oder wie Joseph in #1 Hunt zu unterstellen, ihm kämen Frauen nur als Sexobjekte in den Sinn, halte ich deswegen auch nicht mehr für sinnvoll. Es ist klar, dass Hunt, außerhalb dieses “Witzes” , immer von “Women” (-Scientists) spricht.

    Du kannst zu “si tacuisses” stehen, deine gutes Recht.
    Ich verstehe aber eins nicht:
    Warum behauptest du weiterhin, der Zusammenhang wäre immer schon gegeben gewesen? Es wurde ja nicht einmal klar gemacht, dass Hunt OFFENSICHTLICH versucht einen Witz zu machen,(He WASN’T joking!) oder dass er in seiner Rede eigentlich Frauen lobt?

    Ohne in den Streit zwischen Steffmann und dir geraten zu wollen, aber ich muss ihm bei einem zustimmen: Was wird jetzt passieren? Niemand wird mehr so ehrlich sein wollen und über seine eigenen Probleme reden oder versuchen mit etwas Humor über das Thema zu reden.
    Nichts Tolles..

    Ich schließe mal mit einem Zitat:

    What if they had reported the story accurately?
    And here’s the answer: There would have been no story to report.

  96. #98 rolak
    1. August 2015

    wie Joseph in #1 Hunt zu unterstellen, ihm kämen Frauen nur als Sexobjekte in den Sinn

    Lies doch bitte mal ein wenig in der nicht allzu umfänglichen Quelle herum, hampel, vielleicht fällt Dir ein kleines Problem auf.

  97. #99 Steffmann
    1. August 2015

    ie Joseph in #1 Hunt zu unterstellen, ihm kämen Frauen nur als Sexobjekte in den Sinn

    Lies doch bitte mal ein wenig in der nicht allzu umfänglichen Quelle herum, hampel, vielleicht fällt Dir ein kleines Problem auf.

    War ja klar, dass sich Rolak beim Verfasser durch verlinken anbiedert.Sorry, aber entweder du du diskustierst hier mit den genannten Argumenten mit, oder du lässt es bleiben. Eine Einschleimeraktion wie #48 bringt weder dem Thema noch dir selbst etwas.

  98. #100 Steffmann
    1. August 2015

    Um das zu konkretisieren Rolak. Wenn dir schon ein Fehler in der Argumentation von Hampel auffällt, warum benennst du ihn nicht einfach ? Wozu dieses Theater mit Quelle ? Was soll das ? Zu feige, sich der Diskussion zu stellen ? Oder zu intellektuell um mit dem Pöbel zu sprechen ? Was denn nu ?

  99. #101 Steffmann
    2. August 2015

    Jürgen:

    Ich gehe auf deine Kommentar nicht ein. Du hast dich damit selbst disqualifiziert. Diese Aussage:

    Und teilst Du wirklich Hunts Ansicht von den Unterschieden zwischen Männern und “Mädchen”? Dass sie Sexobjekte sind und keine Kritik abkönnen? Eine Lernfrage meinerseits, ich weiß ha sonst gar nicht, mit wem ich es hier zu tun habe…

    zeigt die Art und Weise, wie shitsorms Menschen die Existens kosten können. Denn, du erstens reisst du du hier eine Aussage aus dem Kontext (hatten wir schon) und zweitens hast du keinerlei Datenbasis, so etwas zu behaupten, geschweige den zu beweisen, tust es aber dennoch.

  100. #102 Steffmann
    2. August 2015

    @Jürgen:

    Als Wissenschaftler solltest du in der Lage sein, eigene Aussagen in Frage zu stellen. Du kennst alle Mechanismen, die zu einem Fehlurteil führen können. Aber all das interessiert dich nicht. Nochmal zur Erinnerung: Ein Kollege ist Opfer eines unverhältnismäßigem shitstorms im Internet geworden. Der Sachverhalt ist geklärt und es war nicht gerechtfertigt bzw. unverhältnismäßig. Anstatt Solidarität zu zeigen bist DU mit auf diesen Zug aufgesprungen. Sollte Ähnliches Dir widerfahren, hoffe ich, dass deine fans mehr zu dir halten.

  101. #103 Basilios
    Sayonara Zetsubō Sensei
    2. August 2015

    @Steffmann
    Anstatt fleißig weitere Kommentare zu produzieren empfehle auch ich Dir ein paar Tage Ruhe.

  102. #104 Franz Nörgel
    2. August 2015

    Das ist es doch

  103. #105 Franz Nörgel
    2. August 2015

    Und noch besser

  104. #106 Franz Nörgel
    2. August 2015

    Aber jetzt:

  105. #107 hampel
    3. August 2015

    @rolak

    Ja, ich bitte auch um genaueres hinweisen.
    Die Diskussion und Enthüllungen sind ja inzwischen etwas weiter gewandert. Ich will aber gerne lernen.

    Am Anfang des “Skandals” hätte ich Joseph wahrscheinlich auch noch zugestimmt.

  106. #108 rolak
    3. August 2015

    itte auch um genaueres hinweisen

    Du hast schlicht und einfach Joseph eine Aussage unterschoben, die er nicht gemacht hat, hampel, und Dich über Deine Phantasie von seinem Text aufgeregt. So etwas nennt man euphemistisch ‘einen Strohmann aufstellen’, obwohl hier mindestens ‘unverschämt’ angemessen wäre.

    Oder möchtest Du noch eine 1:1 Gegenüberstellung der Wörter, kleine Bildchen dazu als Anleitung?

  107. #109 BreitSide
    Beim Deich
    3. August 2015

    Liegt das an meinem Browser oder warum fangen bei jeder Seite die Kommentare mit “#1” an?

    @Steffmann 31. Juli 2015 “Sach ma, spinnst du jetzt ? Weiber ist die sprachliche Entsprechung von “Kerlen”. Schau mal bitte, wie oft dieser Begriff verwendet wird.”

    Ich weiß ja nicht, in welcher deutschsprachigen Region Du sozialisiert bist, aber für mich hat “Weiber” definitiv pejorativen Charakter. “Kerle” ist wesentlich positiver konnotiert (Wilde Kerle, ein toller, ein ganzer Kerl…). Für “Weiber” gibt es keine derartigen positiven Zuschreibungen.

    Und ja, früher war das anders. Sogar das “Ave Maria” hieß früher “Du bist gebenedeit unter den Weibern”, aber das ist exakt aus dem Grund geändert worden, dass heute das Wort “Weiber” eben eher ein Schimpfwort ist.

  108. #110 BreitSide
    Beim Deich
    3. August 2015

    @Jürgen: Was ganz ähnliches hab ich auch mal erlebt: Ein Vortrag eines super Juristen, der sonst durch trockenen, aber guten Humor auffällt. Nun aber spricht er vor einem mehrheitlich weiblichen Publikum (sinngemäß):

    “Das schlimmste an einem Frauengefängnis ist ja, dass man da unter Frauen sein muss.” – eisige Stille…

    Hätte er wenigstens sowas gesagt wie “Es soll ja Leute geben, die sagen,…” oder ähnlich, nein, hat er nicht. Ich kenne auch jede Menge dreckiger Witze über Frauen, Blondinen, Juden, Lepra, Schwule, Mantafahrer etc., aber die kann ich halt nicht überall bringen. Und ich bin kein Nobelpreisträger…

  109. #111 Steffmann
    3. August 2015

    @BreitSide:

    Ich weiß ja nicht, in welcher deutschsprachigen Region Du sozialisiert bist

    Ähm ja, natürlich. Wenn die Aussage nicht mit der eigenen übereinstimmt, ist man falsch sozialisiert, du Internatsschüler.

    Und höre bitte auf, hier germanistisch rumzuschwurbeln, um deine Fan-Zugehörigkeit zu dokumentieren. Das ist peinlich. Kerle sind Kerle und Weiber sind Weiber. Punkt.

    Ob das Wort Weib von der weiblichen Bevölkerung als Schmipfwort empfunden wird oder nicht, ist offen. Es gibt dazu keine verlässliche Studie. Auf wissen.de wir das so definiert:

    »Frau« ohne Rücksicht auf Alter, Stand und Heirat verwendet wurde. Eine negative Belegung (»böses Weib«, »altes Weib«) findet sich etwa seit 1500, trotzdem meinte Weibsbild bis ins 17. Jahrhundert eine edle Frau, während die Weibsen und das Weibsstück zur selben Zeit bereits das Ende allen Charmes einläuteten.

    Natürlich sagt heute keiner mehr Weib. Aber ich werde auch nicht als Kerl angesprochen. Oder Du ?

  110. #112 BreitSide
    Beim Deich
    3. August 2015

    Geht´s vielleicht auch einen Tick freundlicher?

    Gar nichts ist offen. Du hast mit Deinem Zitat exakt meinen Standpunkt bekräftigt. Danke auch:-)))

    Für “Kerl” findest Du sicher auch einen so überzeugenden Beleg für meinen Standpunkt;-))))

  111. #113 BreitSide
    3. August 2015

    Guckdu hier: https://de.wiktionary.org/wiki/Kerl

    “Kerl” ist neutral und hängt völlig vom Kontext ab.
    “Weib” ist ausschließlich negativ belegt.

    Danke nochmal fürs Gespräch…:-))

  112. #114 Steffmann
    3. August 2015

    @Breitside:

    Geht´s vielleicht auch einen Tick freundlicher?

    Sorry Alter, damit hast du dich disqualifizeirt:

  113. #115 Steffmann
    3. August 2015

    @BreitSide:

    Nochmal, wenn du eine Frau findest, die diese Diskussion wirklich hilfreich für das Thema Gleichberechtigung findet, dann hast du meine Zustimmung. Aber das ist doch in Wirklichkeit nur Wichtigtuerei. Mir ist noch keine moderne Frau über den Weg gelaufen, die sich an den Begrifflichkeiten “Kerl” oder “Weib” gestört hätte.

  114. #116 Jürgen Schönstein
    3. August 2015

    @Steffman

    Sorry Alter, damit hast du dich disqualifizeirt:

    Soso, Du enstcheidest also in meinem Blog, wer sich fürs Mitreden qualifiziert oder disqualifiziert. Und allein Du weißt, was die “moderne Frau” stört oder nicht – ebenso, wie Du, ganz ohne irdgend eine nachvollziehbare Begründung, automatisch weißt, wer Recht hat (natürlich immer Du), und wer nicht (im Zweifelsfalle alle anderen, es sei denn, sie stimmen Dir zu). Du wirfst anderen Wichtigturerei vor, obwohl der einzige, der hier mit aufgeblasenen Backen andere runtermeiert, mit dem Nicknamen Steffman hier schreibt. Schlicht, Du weißt als einziger, was Sache ist – verschwende darum dieses Wissen doch nicht an uns Ignoranten hier, die Dir nie Recht geben werden, und auch Deine Wortmacht nie zu schätzen wissen werden. Und damit Dir der Abschied von hier leichter fällt, habe ich Dich nun auch auf die Sperrliste gesetzt. Ich hab’ den Pöbeleien, Anschuldigungen, Beleidigungen von Mitkommentatoren etc. nun lange genug zugeschaut. Und falls Du nun schreist, das sei Zensur – schau den Begriff einfach mal nach. Was ich hier tue, nennt sich “Bloghygiene”. Und ich kann damit ganz gut leben.

  115. #117 Basilios
    Sayonara Zetsubō Sensei
    3. August 2015

    Bloghygiene find ich gut..

  116. #118 hampel
    8. August 2015

    @rolak

    Sorry! mea culpa.

    Joseph hat von “Beziehungspartnerinnen” gesprochen, “Sexobjekte” kam erst später von Jürgen. (Ich dachte dein Hinweis zur Quelle bezieht sich auf Jürgens Text)

    Joseph hat als erster darauf hingewiesen, dass Hunt seine Kolleginnen nur als mögliche Beziehungspartnerinnen sieht, daraus wurde später von Jürgen “Sexobjekte”.
    Beides sind unhaltbare Aussagen, Joseph formuliert es aber im Konjunktiv und vorsichtig , deswegen hätte ich nicht ihn falsch zitieren sollen -> mea culpa
    Ich will Joseph nichts unterstellen und denke nur das Beste von ihm!

    Aber, mir ging es ja auch darum , zu zeigen wie ein Satz reicht , Phantasien und Wut zu beflügeln. Vor lauter Entrüstung ist aus “you fall in love” –>”mögliche Beziehungspartnerinnen”–> “Frauen =Sexobjekte” geworden. Deswegen denke ich auch weiterhin, dass meine Kritik an Jürgen valid ist.

    Again, am 19 Juni hätte ich Joseph auch zugestimmt.
    Wenn Jürgen aber am 1 August noch viele Schritte weitergeht und Hunt( und indirekt Steffmann) unterstellt, für ihn seien Mädchen “Sexobjekte” ist das für mich völlig unverständlich. Es ist nicht gerechtfertigt und böswillig (oder ignorant?) , ich verstehe Steffmanns Ärger und Kritik daran.

    Ich hoffe das war jetzt Strohmann-frei und deutlich genug.
    (französisch “Épouvantail” ist übrigens weitaus schöner und deutlicher als “Strohmann” 🙂 )

  117. #119 BreitSide
    Beim Deich
    8. August 2015

    …upps…;-)

  118. #120 Karl Mistelberger
    9. August 2015

    > #8 Jürgen Schönstein, 19. Juni 2015
    > Was daran “witzig” (oder meinewegen “augenzwinkernd”) sein soll, müssten Sie mir dann doch erklären.

    > Und ja, was Brian Cox dem Guardian gesagt hatte, habe ich auch längst gelesen, aber eigentlich mit Rücksicht auf Brian Cox nicht verlinkt. Denn letzlich sagt er nur, dass das, was Hunt verzapft hat, zwar Mist war, aber weil er halt Tim Hunt und ein Nobelpreisträger ist, müsse man ihm das nachsehen. NIcht gerade eine überzeugende Position, eigentlich eher peinlich.

    Was der Guardian zitiert hat ist auch nicht die volle Passage der Äußerung von Tim Hunt.

    “In England und den USA gibt es die schöne Tradition, Reden mit Scherzen zu würzen. Die Scherze dürfen ruhig frech und ein wenig anzüglich sein. Als der Nobelpreisträger Sir Tim Hunt in Südkorea vor jungen Wissenschaftlerinnen gesprochen hat, begann er so: “Es ist seltsam, dass ein chauvinistisches Monster wie ich gefragt wurde, vor Wissenschaftlerinnen zu sprechen. Lassen Sie mich von meinen Problemen mit Frauen erzählen. Drei Dinge passieren, wenn sie im Labor sind: Du verliebst dich in sie, sie verlieben sich in dich, und wenn du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen. Vielleicht sollten wir getrennte Labore für Männer und Frauen einrichten? Spaß beiseite, ich bin beeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung Koreas. Und Wissenschaftlerinnen spielten dabei zweifellos eine wichtige Rolle. Wissenschaft braucht Frauen, und Sie sollten Wissenschaft betreiben trotz all der Hindernisse und trotz solcher Monster wie mir.” ”

    Aus http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/29/harald-martenstein-scherze-witze

    Vielleicht ist Ihnen nun klarer, was mit “augenzwinkernd” gemeint ist.

  119. #121 Jürgen Schönstein
    9. August 2015

    Karl Mistelberger
    Und es gibt zumindest in den USA, wo ich seit einem Vierteljahrhundert lebe (vermutlich aber auch im ganzen Rest der Welt) die schöne Tradition, unpassende Witze unpassend zu finden. Ganz abgesehen davon: Es ist zumindest in den USA absolut keine “schöne Tradition”, Witze über Minderheiten zu machen. So lange Hunt über sich als “chauvinistisches Monster” gewitzelt hat (und an der Stelle hat das Publikum, den Berichten zufolge, auch noch gelacht), war das “Augenzwinkern” auch noch erkennbar. Aber was an der Bemerkung über Frauen dann passend/komisch/augenzwinkernd wäre (setzen Sie hier einfach irgend eine andere Minderheitengruppe ein – am besten eine, mit der Sie sich unter Umständen sogar identifizieren können; alte Männer vielleicht?), erschließt sich damit immer noch nicht. Und wenn man merkt, dass der Witz nicht ankam, dann ist es eben nicht damit getan zu sagen “war doch nur ein Witz”, sondern dann muss man sich eine klarere Position einfallen lassen. Die Verantwortung dafür liegt IMMER beim Redner

  120. #122 Karl Mistelberger
    10. August 2015

    > #19 Jürgen Schönstein, 9. August 2015

    > Aber was an der Bemerkung über Frauen dann passend/komisch/augenzwinkernd wäre, erschließt sich damit immer noch nicht.

    Zumindest den anwesenden Gästen war bekannt, dass Tim Hunt seine Frau im Labor kennen gelernt hat. 😉

    > setzen Sie hier einfach irgend eine andere Minderheitengruppe ein – am besten eine, mit der Sie sich unter Umständen sogar identifizieren können; alte Männer vielleicht?

    Lieber jung fühlen als alt sein.

    > Und wenn man merkt, dass der Witz nicht ankam, dann ist es eben nicht damit getan zu sagen “war doch nur ein Witz”, sondern dann muss man sich eine klarere Position einfallen lassen.

    Die Debatte um den wegen angeblich sexistischer Sprüche gefeuerten Nobelpreisträger Tim Hunt nimmt eine neue Wendung: Die britische “Times” berichtet über eine Aufzeichnung des fraglichen Abends, aus der klar hervorgeht, dass Hunt die umstrittenen Sätze als Scherz markierte und das Publikum auch entsprechend reagierte.

    > Die Verantwortung dafür liegt IMMER beim Redner

    Hier lenken Sie ab. Die Verantwortung Hunts für seine Äußerungen habe ich nie in frage gestellt. Den darauf hin inszenierten Shit Storm finde nicht nur ich absolut inadäquat. Eine diesbezügliche Umfrage in SPON zu Tim Hunts dadurch erzwungen Rücktritt als Honorarprofessor ergibt:

    Ja, es ist richtig, dass er gehen musste: 1.225 (5,22%)
    Nein, es war ein Fehler, ihn zur Aufgabe zu zwingen: 21.587 (91,93%)
    Das ist mir egal: 671 (2,86%)

  121. #123 Jürgen Schönstein
    10. August 2015

    @Karl Mistelberger

    Hier lenken Sie ab.

    Nein, hier komme ich of das Thema meines Beitrags zurück. Und das war: Hunt ist für den Shitstorm selbst verantwortlich. Und nur darum geht es. Ob seine “Entlassung ” (aus zwei Ehrenämtern!) angemessen war oder nicht, steht in meinem Beitrag nicht zur Diskussion. Das kann man diskutieren (und ich wäre da sicher auf der Seite zu finden, die die Angemessenheit zumindest in Frage stellt), war aber hier nicht das Thema. Und wenn so viele Menschen hinter Hunt stehen, dann dürfte er sich um seine Zukunft ja wohl keine Sorgen machen müssen, also war die angebliche “Hexenjagd” (wer weiterhin dieses Wort verwenden will, sollte erst mal diesen Bericht lesen und dann überlegen, ob er/sie den Begriff für das, was Hunt widerfahren ist, immer noch angemessen findet) ja letzlich erfolglos…

  122. #124 Karl Mistelberger
    10. August 2015

    Sie formulierten:

    Ja, vielleicht wollte Hunt wirklich nur witzig sein, wie er es zu seiner Rechtfertigung reklamiert. Aber er ist, wie ich vermute, ein hochintelligenter Mensch. Und darum könnte ihm eigentlich schon aufgefallen sein, dass dieses Thema nun mal nicht witzig ist – jedenfalls nicht aus der Sicht der Frauen. Und dass es nicht die Pflicht der ZuhörerInnen ist, seinen missverständlichen (?) Worten den von ihm gewünschten Sinn und Bedeutung zu geben, sondern dass diese Verantwortung immer bei den Sprechenden liegt.

    Jeder Sprecher hat das Recht darauf, dass seine Äußerungen unverfälscht weitergegeben werden. Der Shit Storm nahm seinen Ausgang von der vorsätzlich grob verfälschten Wiedergabe durch Connie St. Louis:

    Der „Fall“ Tim Hunt: Tonmitschnitt bringt seine Verfolger in Bedrängnis

    A very flawed accuser: Investigation into the academic who hounded a Nobel Prize winning scientist out of his job reveals troubling questions about her testimony

  123. #125 Jürgen Schönstein
    10. August 2015

    @Karl Mistelberger
    ** müder Seufzer /**
    Alles schon beantwortet: WER die Worte Hunts berichtet, ist doch für die Worte selbst (die er nicht bestreitet, soviel also zurm Vorwurf der “inkorrekten Wiedergabe”) völlig irrelevant. Auch die Tatsache, dass seine Selbstironie (“chauvinistsches Monster”) erst mal mit freundlichem Gelächter quittiert wurde, sagt nichts darüber aus, ob die ZuhörerInnen am Ende immer noch so amüsiert waren (und die von Ihnen verlinkten Quellen notieren das Gelächter eben nur nach dieser Bemerkung, interessanter Weise). Kleine Anekdote am Rande: Auf dem Weg zu einer Pressenkonferenz mit der damaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice in New York hatte ich gegenüber meinem damaligen Spiegel-Kollegen Jan Fleischhauer eine Bemerkung darüber fallen lassen, dass der erwartete Informationsgehalt wohl eher dünn ausfallen werde. Was dieser mit einer Bemerkung darüber beantwortete, dass er das ganz anders sehe, denn er (Fleischhauer) sei ein großer Fan von George W. Bush und seiner Amtsführung. Das Lachen über diese vermeintlich scherzhafte Bemerkung blieb mir wenig später im Hals stecken, als mir klar wurde, dass Fleischhauer dies durchaus ernst gemeint hatte. So viel also zum Lachen als Indikator für volles Verständnis von Aussagen.

    Und selbst wenn die “Anklägerin” an anderer Stelle in ihrem Bericht einen Fehler gemacht hat: Der Shitstorm wirde durch genau jene Bemerkungen ausgelöst, die Hunt selbst bestätigt und im Kern gegenüber der BBC sogar wiederholt hat. Und genau darum geht’s – dass Sie lieber Ablenkungsmanövern folgen wollen und überhaupt nicht wirklich sehen, wo das Problem liegt (siehe Ihre persönliche Einschätzung im Kommentar hier: “Kritik an der Sache wurde von den Girls gerne in Kritik an der Person umgemünzt und in diesem Sinne ausgenutzt.”) liegt außerhalb dessen, was ich beeinflussen oder beantworten kann.

  124. #126 Jürgen Schönstein
    10. August 2015

    @Karl Mistelberger et al.
    Da rolak bereits darauf verlinkt hatte, müsste ich es hier eigentlich gar nicht noch einmal erwähnen. Aber auch Phil Plait hatte sich bereits u.a. mit den “Argumenten” der Daily Mail (die er, um es ganz unumwunden zu sagen, zudem für ein “Brechmittel” hält – sie ist definitiv kein Qualitäts-Presseerzeugnis, schon gar nicht, was ihren Wissenschaftsjournalismus angeht) hinreichend und klar auseinander gesetzt. Und wie Don Alfonso – auch nicht gerade ein Vorbild an Objektivität – von seinem Schreibtisch aus weiß, was wirklich passiert ist, wüsste ich jetzt auch mal ganz gerne. Nochmal: Wenn die stärkste Entlastungs-“Quelle” die – ebenfalls nicht bei der Rede anwesende – Daily Mail ist, dann hat sich wohl jedes weitere Argument erledigt. Mehr noch: Ich würde mich wahrscheinlich gewaltig schämen, wenn ich mich in irgend einer Argumentation auf die beiden hier verlinkten Quellen berufen müsste…

  125. #127 Sebi
    15. August 2015

    >> So lange Hunt über sich als “chauvinistisches Monster” gewitzelt hat (und an der Stelle hat das Publikum, den Berichten zufolge, auch noch gelacht), war das “Augenzwinkern” auch noch erkennbar. Aber was an der Bemerkung über Frauen dann passend/komisch/augenzwinkernd wäre (setzen Sie hier einfach irgend eine andere Minderheitengruppe ein – am besten eine, mit der Sie sich unter Umständen sogar identifizieren können; alte Männer vielleicht?), erschließt sich damit immer noch nicht.

    Offensichtlich hat er sich doch selbst in die Rolle des “chauvinistischen Monsters” begeben um in dieser Funktion dann den Spruch rauszuhauen. Damit wollte es vermutlich tatsächliche Chauvinisten, die so etwas tatsächlich sagen würden, auf die Schippe nehmen. Das ist doch ein recht gängiges Stilmittel. Oder interpretieren Sie die Sache anders?

  126. #128 Karl Mistelberger
    31. August 2015

    > #25 Jürgen Schönstein, 10. August 2015
    > Nochmal: Wenn die stärkste Entlastungs-”Quelle” die – ebenfalls nicht bei der Rede anwesende – Daily Mail ist, dann hat sich wohl jedes weitere Argument erledigt. Mehr noch: Ich würde mich wahrscheinlich gewaltig schämen, wenn ich mich in irgend einer Argumentation auf die beiden hier verlinkten Quellen berufen müsste…

    Schämen tun Sie sich wohl nie, auch dann nicht wenn Sie mit pauschalen Argumenten (“ist ja Daily Mail”) Ihre persönliche Bankrotterklärung liefern!

    Cathy Young:

    The “Tim Hunt, misogynist scientist” narrative has been falling apart piece by piece over the past month.

  127. […] Gefühle verletzt haben sollte”, was ich ja hier dem ansonsten sicher zu Recht angesehen Nobelpreisträger Tim Hunt und seinen ApologetInnen hier vorgeworfen habe), sondern direkt, ohne wenn und aber. Und er gibt zu, dass er versteht, dass sich die Frauen […]