Es gibt natürlich eine reichhaltige Literatur über “polarization phenomena in opinion dynamics”, also wie sich Filterblasen in ihrer Echokammer immer weiter verstärken. Ein einfaches mathematisches Modell dazu wird jetzt in einer Arbeit von S. Banisch und E. Olbricht am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften beschrieben.

Zu einer Frage kann man die Meinungen 1 und -1 haben, welche eine Person pi mit den “internen Bewertungen” Qi(1) und Qi(-1) vertritt. (Das mißt sozusagen, wie stark diese Person die Ansichten 1 und -1 vertritt oder ablehnt.) Wenn Qi(1)>Qi(-1), dann neigt die Person pi eher der Meinung 1 zu. Wenn Qi(-1)>Qi(1), dann neigt sie eher der Meinung -1 zu.

Das Modell beruht auf einem freien Parameter α, der “Lernrate”, die die Autoren in ihren Experimenten mit α=0,05 ansetzen.

Das Modell ist dann einfach folgendes:
wenn die Person pi mit den “internen Bewertungen” Qi(1) und Qi(-1) der Person pj mit den “internen Bewertungen” Qj(1) und Qj(-1) begegnet,
– dann ändert sich Qi(1) um
α(Qj(1)-Qj(-1)).
(Also Qi(1) wächst wenn Qj(1) größer ist als Qj(-1), und es fällt wenn Qj(1) kleiner ist als Qj.)
– entsprechend verhält es sich mit Qj(1)
– und genau entgegengesetzt mit Qi(-1) und Qj(-1).

Die N verschiedenen Personen denkt man sich auf einem Graphen in der Ebene angeordnet. (Sie haben also jeweils einen räumlichen Abstand zueinander.) Man legt einen Radius r fest, innerhalb dessen Personen sich beeinflussen können. Ältere Arbeiten zeigen, dass ab einem Schwellwert rN>4,52 sich große Cluster mit einheitlichen Meinungen bilden.

Veranschaulichen kann man das, indem man die Personen rot und blau färbt, je nachdem ob Meinung 1 oder Meinung -1 überwiegt, also ob Qi(1)>Qi(-1) oder umgekehrt.

Und dann kann man den Prozeß laufen lassen und beobachten, wie sich einzelne Gegenden zunehmend rot und blau einfärben:

Die Autoren haben den MATHLAB-Code in ihrer Arbeit offengelegt, so dass also jeder selbst Experimente machen und die Entwicklung der Filterblasen beobachten kann.

Sven Banisch, Eckehard Olbrich (2018). Opinion polarization by learning from social feedback The Journal of Mathematical Sociology : 10.1080/0022250X.2018.1517761
Link

Kommentare (38)

  1. #1 Joseph Kuhn
    5. Januar 2019

    Müsste man nicht empirisch testen, ob das Modell auch wirklich Filterblasen beschreibt? Vielleicht funktionieren echte Filterblasen ja ganz anders und das Ganze ist nur eine mathematische Spielerei ohne Entsprechung in der sozialen Wirklichkeit, sozusagen “Modellplatonismus” im Sinne von Hans Albert?

  2. #2 Beobachter
    5. Januar 2019

    Man stolpert schon über Begrifflichkeiten (#1):
    Was ist eine “echte Filterblase” – gibt`s auch unechte?
    Wer definiert es wie und warum?

    Im Grunde ist ja nur eines klar: Man wirft sich gegenseitig vor, der andere lebe in einer, wenn man unterschiedlicher Meinung ist … 😉

    Wie Mehrheitsmeinungen zustande kommen oder auch manipulativ erzeugt werden können, hängt von so vielen Faktoren und Bedingungen ab, dass ich (als Mathe-Nichtfachmann) bezweifle, dass man überhaupt ein mathematisches Modell daraus machen kann.

    Und rein filosofisch kommt man “der Filterblase” wohl auch nicht so recht bei – am ehesten vielleicht noch mit größeren “Beobachtungsstudien” wie z. B. Befragungen der Besucher von AfD-Großkundgebungen … 😉

  3. #3 Laie
    5. Januar 2019

    So ein Zusammenhang über die Zeit ist erwartbar. Das Modell erscheint mir etwas zu einfach. Mein Änderungsvorschlag für ein genaueres Modell:

    Kein fixes α, bei α(Qj(1)-Qj(-1)). sondern
    αQj(1)-βQj(-1), wobei α,β ausgehend von fixen Ausgangswerten in einem gewissen Bereich über die Zeit variieren dürfen.

    Auch die Vernetzung nicht als fix ansetzen, sondern als eine Mischung aus einem eher fixen Bereich und einem dynamischen Vernetzungsbereich.

    Wie man wohl die Halbwertszeitszeit des Wissen, die wiederum in Abhängigkeit des Alters, der Persönlichkeitsstruktur und anderen massgeblichen Einflüssen richtig abbildet, das ja auch das Vergessen der Eigenen Meinung mit einem gewissen variablen Faktor mitbeinflusst korrekt abbildet, ist mir leider auch nicht klar, aber vielleicht nicht ganz unwichtig. Mir wäre da die Meinung von Gehirnerforschenden eine Hilfestellung.

    Die Variabilität von Meinungen selbst, die ja auch durch das “Stille-Post-Prinzip” bekannt ist, oder die Verluste beim Weitererzählen von irgendwas (z.B. Meinung X) nach n Stufen zu einem anderen (z.B. Meinung Y) wird, wäre auch noch abzubilden.

  4. #4 Joseph Kuhn
    5. Januar 2019

    @ Beobachter:

    “Was ist eine “echte Filterblase””

    Hier war gemeint: eine in der realen Welt, im Unterschied zum mathematischen Modell.

  5. #5 rolak
    5. Januar 2019

    Hier war gemeint

    Das kann doch einen Beobachter nicht erschüttern, Joseph, so stabil, wie er seine/sie ihre Sicht in 4 Abschnitten in diesen thread zementiert:
    1- sinnleeres Hinterfragen nicht einmal im Ansatz mehrdeutiger Formulierungen
    2- unter der gnädigen Annahme, der Satz sei keine Buchstabensuppe, bleibt nurmehr ein ungerechtfertigter Schluß von sich auf andere
    3- Ein lupenreines arg.ad.ignorantiam
    4- Durch gezielten GänsefüßchenEinsatz sowohl das Thema als auch seine Untersuchung als Unsinn einsortieren.

    Und das alles bei dem nick – immerhin steht obenan im Artikel klar und deutlich, daß ein gerüttelt Maß an Untersuchungen existiert, deren Ergebnis durch die vorgestellte Modellierung gut reproduziert wird. Um das beim Beobachten zu übersehen, reichen schon keine Scheuklappen mehr, da brauchts ne Augenbinde.
    Man hätte ja auch ins bereits verlinkte paper blicken können, doch wer nicht sehen will…

  6. #6 Joseph Kuhn
    5. Januar 2019

    @ rolak:

    “immerhin steht obenan im Artikel klar und deutlich, daß ein gerüttelt Maß an Untersuchungen existiert, deren Ergebnis durch die vorgestellte Modellierung gut reproduziert wird”

    In dem Punkt ist “Beobachter” unschuldig, die Augenbinde wäre da meine. Wo steht, dass das vorgestellte Modell empirisch getestet wurde?

    • #7 rolak
      5. Januar 2019

      Nee, so herum habe ich es nicht formuliert, nicht das das Modell empirisch überprüft worden sei, sonder daß daß Modell zur bisherigen Empirik paßte. Und das glaskugele ich aus

      Es gibt natürlich eine reichhaltige Literatur über “polarization phenomena in opinion dynamics”, also wie sich Filterblasen in ihrer Echokammer immer weiter verstärken. Ein einfaches mathematisches Modell dazu

      (Hervorhebung von mir) (und dem paper).

  7. #8 Beobachter
    5. Januar 2019

    @ rolak, # 5:

    Lass´ mich zumindest hier mit deinen persönlichen Angriffen und Unterstellungen in Ruhe.
    Und weder Joseph Kuhn noch Thilo brauchen deine kommentatorische unterstützende Assistenz.

    Hast du selbst “ins verlinkte paper geblickt”, und verstehst du es?
    Bist du auch Fachmann in Mathematik, so wie du offenbar Fachmann in allen anderen Bereichen bist?

    Ich habe mit keinem Wort behauptet oder gemeint, dass das vorgestellte mathematische Modell mit seinen Untersuchungen “Unsinn” sei –
    ich kann dazu gar kein Urteil abgeben, weil mir dazu das Fachwissen fehlt (so wird es hier vermutlich den meisten Lesern gehen – außer dir natürlich).

    Ich habe (als Mathe-Nichtfachmann, s. o.) lediglich Zweifel daran geäußert, dass man einen so komplexen Sachverhalt, ein so vielschichtiges Problem, der/das von so vielen (schwerlich messbaren!) Faktoren abhängt, in ein mathematisches Modell pressen kann, das die Realität beschreiben/abbilden soll.

    Zumal man schon an grundlegenden Begriffen und deren allgemeingültiger Definition scheitert.

  8. #9 rolak
    5. Januar 2019

    mit deinen persönlichen Angriffen

    Na wenn Du schon die grobe Keule schwingst, Beobachter, dann bitte auch per Zitat zeigen, was an der Kritik des Geschriebenen ein persönlicher Angriff sein soll.
    Zu den drei Fragen: Ja / in wesentlichen Teilen / wer hat das wo behauptet?

  9. #10 Beobachter
    5. Januar 2019

    Nachtrag zu # 8::

    zu rolak, # 7:

    Wie “aufschlussreich”, “repräsentativ” und “genau belegt” … !

    Das Modell bezieht sich also auf die “natürlich reichhaltige Literatur” über …
    Und daraus kann man sich`s aussuchen und zugrunde legen, wie`s/was gerade passt … ?!

  10. #11 Kai
    5. Januar 2019

    Solche Modellierungsansätze kenne ich sonst von Krebszellenmodellen und ähnlichem (z.B. zelluläre Automaten).
    Das wichtige dabei: Es geht nicht darum, ein realistisches Modell zu haben, sondern man will ein minimalistisches Modell. Klar, eine Krebszelle lässt sich nicht mit zwei Parametern beschreiben. Wenn ich aber ein Modell habe, dass nur aus zwei Parametern besteht, und welches in der Lage ist das Wachstum von Krebszellen zu simulieren, dann sagt mir das: die ganze Komplexität ist gar nicht notwendig und es gibt ein simples, intrinsisches Gruppenverhalten welches diesen Effekten zugrunde liegt.

    Ich behaupte, hier geht es um ähnliches. Darum hat @Laie natürlich Recht, dass viele Aspekte in diesem Modell nicht berücksichtigt werden. Aber das will und wollte man auch gar nicht. Interessant ist einfach, dass sich “dieselbe” (und Joseph hat Recht, dass muss natürlich empirisch untersucht werden) Struktur entsteht wie in sozialen Netzwerken. Und das mit nur einem freien Parameter. Im Endeffekt will man dabei etwas über die Gruppendynamik erfahren, die zur Entstehung von Filterblasen beiträgt.

  11. #12 Laie
    6. Januar 2019

    Ich denke es gibt beides, auf was Joseph Kuhn und der Beobachter beziehen in #1, #3 und #4.
    “Echte” Filterblasen, die durch Gruppenzugehörigkeit und ausschliessen von anderer Meinung, d.h. nicht mal zuzuhören, erfolgen. Unterschiedliche Meinungen, die von einigen Gruppenzugehörigen als “Filterblase” missverstanden werden. Beides muss nicht ausschliesslichen Charakter haben, d.h. beliebige anteilsmässige Mischformen sind möglich.

    @rolak
    Sowohl Kuhn als auch der Beobachter und meine Wenigkeit bemängeln die Zuverlässigkeit und Aussagekraft des beschriebenen mathematischen Modells.
    Ihr Beitrag #5 kommt leider schon unobjektiv und untergriffig daher. Die Frage nach der Abbildung der Realität in ein (zwangsweise reduziertes) Modell ist immer zulässig und wichtig, um somit einen ungefähren Gültigkeitsbereich angeben zu können.
    Manchmal sind reduzierte Modelle notwendig oder nicht vermeidbar, weil der Rechenaufwand nicht mehr beherrschbar wäre, was aber bei diesem Modell sicher nicht der Fall ist.

    @Kai
    Ja, das wollte ich anmerken. Ob und wie bei zu vielen freien Parametern das Modell noch “funktioniert”.
    Hier ist sicherlich eine interdiziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachbareiche notwendig.

  12. #13 Joseph Kuhn
    6. Januar 2019

    Das Modell zeigt zunächst nur, wie zwei Merkmale in einer Interaktion mit einem freien Parameter clustern. Ob das ädaquat das Entstehen von Filterblasen modelliert, oder die Herausbildung von Pflanzengemeinschaften, oder von Verzehrsgewohnheiten, wäre zu prüfen.

  13. #14 uwe hauptschueler
    7. Januar 2019

    Wenn man obiges Modell auf diesen Blog anwendet zu welchem Ergebniss käme man? Wird hier in einer Filterblase diskutiert?

  14. #15 Thilo
    7. Januar 2019

    Ich kann mich ja täuschen, aber ich finde, dass hier noch ziemlich kontrovers diskutiert wird.

  15. #16 Joseph Kuhn
    7. Januar 2019

    @ Thilo:

    Ich stimme dir zu. Aber nur, um deiner Aussage ein logisches Problem zu bescheren 😉

  16. #17 Beobachter
    7. Januar 2019

    @ Joseph Kuhn, # 16:

    Welches “logische Problem” glauben Sie denn zu bescheren ?

  17. #18 Quanteder
    7. Januar 2019

    #14
    @uwe hauptschueler, auch mein Gefühl sagt mir, das wir hier in einer Filterblase diskutieren. Ob das Gefühl von Thilo ihm eine Täuschung vorgaukelt kann ja mathematisch sicherlich dargestellt werden.

    Was sind Filterblasen? Sind diese ein rein mathematisches Objekt oder eine physikalische Realität, welche mittels Mathematik beschrieben und vorhergesagt werden kann? Kann ich physikalische Realität mit sozialem Verhalten auf der Erde/imUniversum mathematisch vollständig/teilweise beschreiben?
    Das wäre mein Denk/Bewegungsrahmen, welche ich zwischen 1 und -1 legen würde. Quasi meine Filterblase mit der ich soziales Verhalten modellieren würde 🙂
    Eine weitere Eigenschaft von Filterblasen: Personen innerhalb von Filterblasen können ihr eigenes zwanghaftes Verhalten nicht darstellen/modellieren. Dies kann nur durch Beobachter erfolgen.
    Ob meine Aussagen stimmen . . . .. wer weiss das schon?

  18. #19 bote 19
    7. Januar 2019

    Joseph Kuhn 1
    über die Clusterbildung gibt es Beobachtungen.
    Bei Tiefbauarbeiten hat man festgestellt, dass bei einem Arbeiter einer arbeitet. Bei 2 Arbeitern arbeiten beide. Bei 3 Arbeitern arbeitet auch nur einer und 2 schauen zu. Bei vier Arbeitern arbeiten alle (leider finde ich die Quelle dafür nicht mehr) und so geht es immer weiter. Dahinter steckt die Neigung des Menschen andere für sich arbeiten oder denken zu lassen. Und jeder Kapo, der etwas intelligent ist, überlegt sich genau, wieviel Leute er für eine Arbeit abstellt. In der Literatur wird die optimale Teamgröße mit 5 – 7 angegeben. Wird die Arbeitsgruppe größer, wird auch der prozentuale Anteil der Zugucker größer.
    Wenn man dieses Modell als Grundlage für Koalitionsbildungen bei Parteien nähme, kommt man vielleicht zu interessanten Ergebnissen.

  19. #20 bote 19
    8. Januar 2019

    uwe hauptschüler
    von einer Blase kann man nur reden, wenn es ein Außerhalb der Blase gibt.
    Wenn sich 20 Menschen vor einem Kino treffen und das Kino hat noch geschlossen, dann ist schon eine Blase entstanden, weil alle 20 Wartenden ein gleiches Ziel haben, nämlch das die Kasse bald geöffnet wird.
    Innerhalb dieser Blase bilden sich Untergruppen. Die eine Gruppe beschließt sich ruhig zu verhalten und sie unterhalten sich vielleicht über Helene Fischer. die andere Gruppe ist sich einig, dass es unverschämt ist, sie solange warten zu lassen und beschließt gemeinsam weg zu gehen. Eine dritte Gruppe wird konstruktiv und ruft den Hausmeister des Kinos an, der hat vielleicht nur verschlafen.
    wenn jetzt die Gruppen untereinander noch Kontakt mit den anderen Gruppen aufnehmen, dann geschieht das, was hier als Mehrheitsmeinung bezeichnet wird. Einzelne Untergruppen schließen sich zusammen zu einer Mehrheit.
    Und dieser Zusammenschluss ist abhängig von der “Logik der Argumente”.
    Und hier wird jetzt behauptet, dass sich die Wahrscheinlichkeiten , wie solche Zusammenschlüsse stattfinden können, dass sich diese Wahrscheinlichkeiten mathematisch berechnen lassen.

  20. #21 uwe hauptschueler
    8. Januar 2019

    Mal angenommen es gibt zwei Blasenmodelle, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, wie lässt sich rausfinden welches Modell die Wirklichkeit besser abbildet? An den Blasen lässt sich ja nur schwer Einfluss nehmen.

  21. #22 Beobachter
    8. Januar 2019

    zu # 21:

    Doch, im wirklichen Leben schon – ganz einfach:
    Raus aus der Blase ! 😉

  22. #23 Quanteder
    8. Januar 2019

    #21
    Tja, uwe hauptschueler, da haben wir den Schlamassel. Beide Blasen bilden die Wirklichkeit ab. Du meinst sicherlich welche Blase ist besser für die Wirklichkeit. Zeit ist die Lösung für den Schlamassel, beobachte wer den Wettstreit gewinnen wird.
    #22
    Wie einer Blase entrinnen, wenn mir diese gar nicht bewusst ist? Eine Blase kann von Außen aufgelöst werden, wenn die Gesellschaft den Insassen der Blase das gibt, wonach ihnen dürstet: Entweder Aufklärung oder Zeit wird es richten.

  23. #24 Beobachter
    8. Januar 2019

    @ Quanteder, #23:

    Man kann sich vieler Dinge bewusst werden, wenn man darüber reflektiert und nachdenkt –
    vorausgesetzt, man ist noch eigenständiger Gedanken fähig.
    Außerdem wird ja niemand dazu gezwungen, “Insasse einer Blase” zu sein, wie Insassen/Strafgefangene im Knast … 😉

  24. #25 Joseph Kuhn
    8. Januar 2019

    “Beobachter” spricht in seinem Kommentar einen interessanten Punkt an, nämlich dass niemand gezwungen würde, Insasse einer Blase zu sein, was psychologisch gesehen auf jeden Fall richtig ist. Daran schließen zwei Fragen an:

    1. Wie interpretiert man im Hinblick darauf das Modell? Beschreibt es einen Determinismus des vollständigen Zerfalls einer Gesellschaft mit gemischten Meinungsmilieus in Blasen? Ist es ein Modell des Untergangs der liberalen Gesellschaft?

    2. Ob z.B. das Aufkommen der sozialen Medien solche Tendenzen begünstigt, wie oft von manchen (in der einen Blase?) argumentiert wird, oder ob damit eine Pluralisierung und Demokratisierung der öffentlichen Meinungsbildung heraus aus den Blasen der Mainstreammedien befördert wird, wie andere (in der anderen Blase?) argumentieren, ist eine empirisch-soziologische Fragestellung. Was sagt also die Soziologie hier? Kennt jemand die Studienlage?

    Ich persönlich halte das Modell, was die Beschreibung der öffentlichen Meinungsbildung als unaufhaltsamen Prozess des Zerfalls in Blasen angeht, für falsch.

  25. #26 Quanteder
    9. Januar 2019

    Bei Wikipedia https://de.m.wikipedia.org/wiki/Filterblase unter Diskussion findet ihr: „Der Harvard-Informatik- und Juraprofessor Jonathan Zittrain bezweifelt das Ausmaß der Verzerrung des Suchergebnisses, das Google mit seinem personalisierten Filter erreicht. Er sagt, dass der Einfluss der personalisierten Suche auf das Suchergebnis nur gering sei.[3] Außerdem gibt es Berichte, dass der User bei Google die personalisierte Suche umgehen kann, wenn er möchte,[22] indem er die Suchhistorie löscht[5] oder andere Methoden einsetzt. Ein Sprecher von Google sagt, dass zusätzliche Algorithmen in Googles Suchmaschine integriert wurden, um die „Personalisierung zu begrenzen und die Vielfalt der Suchergebnisse zu erhöhen“.[3] Um sich grundsätzlich vor Tracking durch Webseitenbetreiber zu schützen, kann der Benutzer Plug-ins im Browser installieren, mit speziellen Einstellungen kann dazu z. B. Adblock Plus verwendet werden.“
    Jetzt verbindet diese Information mit Thilos Beitrag Die Mathematik des Till Lindemann . Was passiert in eurem Hirn?

  26. #27 Beobachter
    10. Januar 2019

    Bevor man sich über die blasige Beschaffenheit der öffentlichen Meinung(sbildung) filosofisch, soziologisch, politologisch, psychologisch usw. mittels entsprechender Studien und “Einlesen” Gedanken macht –
    sollte man sich selbst vielleicht erst mal einigermaßen darüber klar werden, welche grundlegenden Wertevorstellungen man selber hat bzw. haben und vertreten/verteidigen will.

    Dazu “passiert im Hirn (und im Herz)” (vermutlich) vieler Leute ziemlich wenig …

  27. #28 Laie
    10. Januar 2019

    @Quanteder
    Durch die Meinungsvielfalt vom Meinungsmonopolisten (gugl) die Filter Blase entleeren?

  28. #29 Quanteder
    10. Januar 2019

    #28
    Kläre jeden Insassen über die Zusammenhänge von Lokalität und Nichtlokalität [L||NL] auf: Aufklärung 2.0
    Beobachter bringt es mittels seinem „filosofisch“ eher auf den Punkt: https://www.stupidedia.org/stupi/Filosofisch

    Jetzt einmal selber nachdenken und reflektieren: In welcher Gesellschaft wollen wir gut und gerne leben? Mit gugl funktioniert es nicht.

  29. #30 Beobachter
    auf dem Boden der Realität
    10. Januar 2019

    zu # 29:

    Und mit der “sinnfreien Enzyklopädie” STUPIDEDIA funktioniert es erst recht nicht –
    nur “Nonsens” und “Witzigkeit” hilft selten weiter.

    Jedenfalls habe ich “filosofisch” nicht daher, sondern schreibe es dann so, wenn aus tiefsinnigem filosofieren bei den betreffenden Filosofie-“Experten” NICHTS folgt, weder theoretisch noch praktisch.
    Und die Philosophie bestenfalls als intellektuelles Gehirn-Jogging zur bequemen Freizeitbeschäftigung missbraucht wird …

  30. #31 Laie
    11. Januar 2019

    @Quanteneder
    Gute Frage. Etwa: Wie im “Paradies”, die Leut’ sind nett, brav und anständig, ohne Ausschluss von Schläue, Intellektualität und Vielfalt.
    Frei von Gangstern und bösen Ideologien aller Art, ob nun im privatisiertem oder staatlichem Bereich?
    Aber doch schwer zu sagen, bin kein Philosoph / Filosof der dies könnte …

    Aber auch: Mir ist der FiloFisch auch graFisch ins Auge gesprungen, stupidedia-unabhängig.
    Hier ist Beherrschung 4.0 angesagt, um mit der Digitalisierung 4.0 Schritt zu halten.

    So eben wurden ein paar Politiker 4.0 digitalisiert – die Politikerblase schrie auf : “Skandal – Datenklau!”
    Warum? Gilt nicht andernfalls gemäss dem Lied mit Text ungefähr so: “Kein SchXein ruft mich an, keine SXX interessiert sich für mich …”.

    Nach Lobos Schmalfrisur-Philosophie sind “Digital-Natives” im Vorteil.
    Wenn man nun die der einen Filter Blase mit denen der anderen kombiniert, wird es dann besser?

    @Beobachter
    Meine Bewertung der Filosofen /Philosophen ist fast exakt gleich.
    Theoriegebäude, für die Praxis (meist) untauglich. “Fachkräftemangel” auch im philosophischen?
    Ohne schräger Ironie geht’s halt auch nicht …

  31. #32 Quanteder
    11. Januar 2019

    #31
    Quanteneder => Quantenwürfel [mit 3 * 2Quadraten(welche immer 7Augenbeherbergen)und immer21ergeben] => diesen stecke in eine Quantensphäre => welche einen Einheitskreis mit umliegender Einheitssphäre darstellt = Paradies aus dem Adam||Eva ausgebrochen sind, weil sie vom Baum der Erkenntnis genascht haben 0> die Sc(h)lange Zeit hat dem Schöpfer ein Schnippchen geschlagen = denn wer aus einem Quantenfeld Licht werden lässt muss sich später nicht wundern, ebenso Zeit erschaffen zu haben => es bedarf der Selbsterkenntnis und etwas eigener Zeit, um zu dieser Erkenntnis (in diesem Fall von sich Selbst) zu gelangen => um den Ebenbildern auf der Erde den Weg zum Ausgangspunkt zu weisen 🙂

    [Zeit + Psychologie] haben S. Freud, W. Reich und C.G. Jung hervor gebracht. Letzterer forschte seine letzten 20 Jahre zum Gebiet der Selbsterkenntnis geforscht.
    Selbsterkenntnis+Zeit bilden unter bestimmten Bedingungen einen Quantenzustand, welche von Zeit „gemessen“/geöffnet wird und sich als kollabierte Welle in einen 3D-Raum legt und in diesem Bewegung verursacht => immer in Richtung „Zurückzum Ausgangspunkt“ (oder Zukunft?)

    Selbsterkenntnis in Form eines Quantenzustandes ge-oder erlebt kann als Singularität verstanden werden und öffnet ein Verstehen von Lokalität in einem ∞Umfeld von Nichtlokalität => die Folge davon wäre zum Beispiel QM mit der ART zu beschreiben: natürlich auf der Grundlage von L||NL . . . ..

  32. #33 Quanteder
    12. Januar 2019

    Hier ein Beispiel einer anderen (keine echte?) Filterblase und zugleich ein filosofisch´es Thema:
    http://scienceblogs.de/mathlog/2019/01/11/computerbilder-mit-verschobenen-quadraten-und-verschiedenen-mal-arten/

    „Ich bin mir daru ̈ber imKlaren, daß all das, was ich hier demonstriert habe, in der realen Welt gar nicht wirklich existiert. ”Die Zahlen sind freie Scho ̈pfungen des menschlichen Geistes.““ (3)
    (3) R. Dedekind, Was sind und was sollen die Zahlen? Vieweg, Braunschweig 1888

    Hier wird reale Welt und freie Schöpfung von Zahlen klar getrennt, damals und gegenwärtig. Als ob sich eine schützende Blase um Mathematik und des denkenden Menschen bildet und beide von der realen Welt abschirmt.

  33. #34 Laie
    13. Januar 2019

    @Quanteneder
    Nach Einstein würfelt Gott nicht. Einstein kannte jedoch noch nicht den Zauberwürfel, der begeisterte alle im 3 dimensionalen Raum.
    Vielleicht auch hinter dem Ereignis- Erkenntnis-Horizont der Realität Filterblase, wo sich das Höherdimensionale der Stringwelten auf Branen breit macht.
    Mit dem höherdimensionaligen Zauberwürfel zu würfeln – es kann nichts darüber ausgesagt werden.

    Wer die Einheitsspähre verlassen will, muss den Ereignishorizont durchbrechen, die Dimensionen brechen,
    die komplexen Zahlen erweitern. Wenn es nicht anders geht, dann leihweise mittels Tunneleffekt.

    Adam und Eva waren Wissenschaftler innen und aussen, was waren ihre Erkenntnisse?
    Zurück zum Ausgangspunkt ist spannend, wer dreht die Zeit zurück und räumt alles wieder auf?

    Die Selbsterkenntnis im Moment der Erkenntnis kann schon morgen wieder verflogen sein, das Gehirn ist unzuverlässig. Papier geduldiger. Die Nichtlokalität ist zu gross, der Speicher zu klein, die Evolution nicht abgeschlossen, Mathematik mit eingeschlossen.

    Wo sich Mathematik und Realität treffen ist es angenehm, und wo nicht, dort wird es interessant.

  34. #35 Quanteder
    15. Januar 2019

    #34
    Falls du eine Lösung suchst, dann wirst du Lokalität in dein Denken einfliessen lassen müssen. Nichtlokalität allein bringt dich nicht weiter.
    Lokalität bringt eine Struktur in deine angeschnittenen Themen von #34 . . . ..

  35. #36 Laie
    19. Januar 2019

    @Quanteder
    Also öfters mal die Perspektive wechseln? 🙂

  36. #37 Quanteder
    19. Januar 2019

    #36
    Schau mal was [Lokalität||Nichtlokalität] oder auch [Ma||Ph] in einer Filterblase (oder auch 1- oder Einheitsraum) einbringt:

    „Per·s·pek·ti·ve
    /pɛrspɛkˈtiːvə,Perspektíve/
    Substantiv, feminin [die]
    1. Darstellung räumlicher Verhältnisse in der Ebene eines Bildes”die Perspektive dieser Skizze stimmt nicht”

    2. BILDUNGSSPRACHLICH: 
Standpunkt, von dem aus etwas gesehen wird”interessante Perspektiven eröffnen sich”

    3. BILDUNGSSPRACHLICH
: Aussicht für die Zukunft”eine gute Perspektive”

    Per·s·pek·tiv
    /Perspektív/
    Substantiv, Neutrum [das]
    1. Fernrohr aus mehreren Rohrstücken in handlicher Größe, die man ineinanderschieben kann Spektiv
    Herkunft
    zu spätlateinisch perspectivus, Perspektive“ . . . .. aus KI google

    Wohin du dich auch bewegst, du bewegst dich nie ausserhalb eines [Einheitskreises || 1-Zustandes] weil [Ma||Ph] dies kosmologisch nicht zulassen.
    Stell dir einen Zustand vor, in welchem deine Standortkoordinaten innerhalb eines Zeitlos-Zustandes ermittelbar sind. Verbinde einmal π mit [L||NL]: setze Lokalität in den Mittelpunkt und Nichtlokalität in den Kreisumfang. Wie du auch deine Perspektive auf dem Kreisumfang (NL) setzt, der Mittelpunkt (L) kann diese Veränderung synchron wahrnehmen. Warum ist das so? Weil Quantengravitation und Gravitation im Weltall (ART) über [L||NL] verbunden sind und der/ein/jeder Mensch die Gesamtheit des Universums spiegeln kann (Genesis).

    Wie kann meine Aussage bewiesen werden? Indem meine Aussagen am Verhalten von Filterblasen überprüft werden.
    Dann bestünde die Möglichkeit, die Struktur von Filterblasen zu optimieren (ein gewichtiges gesellschaftliches Problem).
    Es bestünde die Möglichkeit weitere Schritte im Erarbeiten einer Weltformel zu gehen. Dies würde aber begleitet sein von vehementen gesellschaftlichen Veränderungen (welche auch ohne Weltformel erfolgen werden) 🙂

  37. #38 Laie
    24. Januar 2019

    Ja, man* kann seine eigene Filterblase zugunsten anderer Filterblasen** im Perspektivenwechsel temporär aufgeben, als Quantenfluktation des eigenen Erlebnishorizonts, in Begleitung eines nicht vorhersehbaren Tunneleffekts.

    Aber, diese anderen Blasen*** – oft unverdaulich…

    * Weil: Qualität eine Rolle spielt, die Quantität – zu viele Quanten – viel Lärm um Nichts – Qualitätssicherung, kann ja jeder Industrie 4.0!

    **
    Kommt auch darauf an. Z.B: Wer?

    ***
    Der eigenen Filterblase ist auch nicht zu trauen – nur, den Alternativen? Bei näherer Betrachtung nur sehr selten, und höchstens punktweise?