„Es zeichnet sich ab, dass die Menschheit den Kampf gegen das Coronavirus und seine Mutanten verliert. Selbst wenn die Welt in Vakzinen schwömme, wäre eine globale Herdenimmunität kaum erreichbar. Viele Zeitgenossen haben sich, vom Internet mit Informationen überfüttert, zu Impfskeptikern und Do-it-yourself-Experten entwickelt.“

So der Aufmacher der Titelgeschichte des aktuellen SPIEGEL. Ullrich Fichtner schreibt dort viele bedenkenswerte Dinge. 75 Prozent aller Covid-19-Impfstoffe seien bislang in nur zehn Ländern verimpft worden. wurden? Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern sei gerade einmal ein Prozent der Menschen vollständig geimpft. Die weltweite Impfung nicht mit aller Macht anzugehen, hätte unabsehbare Folgen für die internationale Zusammenarbeit, die Hindernisse auf dem Weg seien aber entmutigend groß – nicht nur, weil es nicht genug Impfstoff gibt. In manchen Ländern, in Kasachstan, in Gabun oder Ungarn, in weiten Teilen Südosteuropas seien Impfskeptiker in der Mehrheit. Aber auch in Brasilien, in Japan oder Mexiko, in Deutschland und Frankreich seien die Minderheiten der Zögerlichen und Zuwartenden womöglich zu groß, als dass auf einen kollektiven Schutz aller – durch die Impfung der meisten – gehofft werden könne. Beizeiten wirkte es so, als hielten manche Leute die fahrlässige Ansteckung von Mitbürgern mit möglicher Todesfolge für ein Grundrecht, das der Staat gefälligst nicht anzutasten habe.

Ein Leser hat mich darauf hingwiesen, dass in dem Artikel auch der Mathematiker Émile Borel vorkommt. Borel, der übrigens auch Bürgermeister und Minister war, kann wohl als Schöpfer der modernen Wahrscheinlichkeitstheorie angesehen werden: er entwickelte die abstrakte Maßtheorie, die seit Kolmogorows Lehrbuch von 1933 für die axiomatische Definition von Wahrscheinlichkeiten verwendet wird. Borel selbst hatte seine Maße auch schon gerne mal als Wahrscheinlichkeiten interpretiert, aber nicht eine „offizielle“ Definition von Wahrscheinlichkeiten auf ihnen aufgebaut. So beantwortete er 1909 die Frage, ob die Ziffern einer zufällig gewählten reellen Zahl gleichverteilt sind. Dafür bewies er das Borel-Cantelli-Lemma und darauf aufbauend (für Bernoulli-verteilte Zufallsvariablen) das starke Gesetz der großen Zahlen, wonach in einer reellen Zahl mit Wahrscheinlichkeit 1 alle Ziffern mit relativer Häufigkeit 1/10 vorkommen.
Im SPIEGEL wird nun ein „1943 erschienenes Büchlein“ zitiert, gemeint ist wohl Les probabilités et la vie, demzufolge „Ereignisse mit einer hinreichend geringen Wahrscheinlichkeit niemals vorkommen, oder wir müssen zumindest unter allen Umständen so handeln, als ob sie unmöglich wären.“
Fichtner argumentiert nun – mit Verweis auf David Spiegelhalter – aus der Wahrscheinlichkeit eines Sechsers im Lotto lese „der normale Mensch nicht, wie Borel es getan hätte, dass der Großgewinn ausgeschlossen ist, sondern er glaubt im Gegenteil, dass er doch immerhin eine gute Chance auf den Sechser habe“. (Eine Behauptung, der ich nicht unbedingt folgen würde. Jeder von uns kennt Geschichten über Lottogewinner, die ihre Millionen recht bald wieder verloren hatten. Das ist sicher kein Zufall, sondern dürfte schon daran liegen, dass eben nur Lotto spielt, wer auch sonst nicht mit Zahlen umgehen kann.)
Über die Realität extrem unwahrscheinlicher Ereignisse kann man viel schreiben. Manche meinen, dass ein Atomunfall wie im japanischen Fukushima so unwahrscheinlich ist, dass er nie passieren könnte. Borel selbst hatte ja bewiesen, dass die Ziffern einer Zahl mit Wahrscheinlichkeit 1 gleichverteilt sind. Allerdings sind Zahlen mit nicht gleichverteilten Ziffern in der Mathematik von großer Bedeutung – darunter fallen alle ganzen und allgemeiner alle rationalen Zahlen. Die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen eines Impfschadens zu sterben, ist jedenfalls groß genug, dass dieser Fall bei 82 Millionen Impfungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einige Mal vorkommen wird. Sie ist freilich viel geringer als die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen von Covid-19 zu sterben.

Die Verwirrung der Gedanken und Gefühle ist nicht sehr verwunderlich, denn das Leben mit der Pandemie ist eine ständige Überforderung. Der Irrgarten der Tabellen und Grafiken, das Erfordernis, exponentielle Entwicklungen zu verstehen, das Gerechne mit R-Werten, Inzidenzen und prozentualer Krankenhausauslastung, all das gehört wirklich nicht zur Allgemeinbildung. In solchen Lagen muss man hoffen, dass die zuständigen Stellen überdurchschnittlich gute Arbeit leisten, und man müsste vertrauen können und Autorität anerkennen. Aber daran mangelt es eben fast überall.

Kommentare (26)

  1. #1 hto
    19. Juli 2021

    “Beizeiten wirkte es so, als hielten manche Leute die fahrlässige Ansteckung von Mitbürgern mit möglicher Todesfolge für ein Grundrecht, das der Staat gefälligst nicht anzutasten habe.”

    Zivilisation im geistigen Stillstand – Mensch ist eben ein (a)sozial- und multikulturell-gespaltenes Wesen (Modell a) dieser Welt- und “Werteordnung”, vernunftbegabt, aber konsum- wie profitautistisch gebildet zu hierarchiescher Suppenkaspermentalität und überhaupt, wir konfusionieren SCHLIEßLICH und ENDLICH im nun “freiheitlichen” Wettbewerb, mit “gesundem” Konkurrenzdenken, surfen stets reformistisch den Zeitgeist, des “Zeitalters der Kommunikation”, in herkömmlich-gewohnter Schuld- und Sündenbocksuche, was manche, bzw. die “anderen” betrifft – wer sich zuerst bewegt hat verloren!? 🙂

  2. #2 schorsch
    19. Juli 2021

    Gibt es Borels ‘Lebenswahrscheinlichkeiten’ evtl. irgendwo auch online?

    Ich beschäftige mich gerade mit der Frage, wie weit die IT meines Arbeitgebers einem Unwetter der Ahr- oder Erft-Klasse standhalten könnte bzw. mit welchen Maßnahmen deren Überlebensfähigkeit sichergestellt werden kann.

    Dabei muß ich natürlich auch fragen, ob die vergleichsweise geringe Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses meinen Aufwand bzw. den aufgrund meiner Schlußfolgerungen zu erbringenden Umbauaufwand noch rechtfertigt. Da wäre ein Werk zum Thema “Wahrscheinlichkeiten und das (reale) Leben” als philosophische Stütze vielleicht ganz sinnvoll.

    Meine Kollegen aus der Technik sind diese Fragestellung jedenfalls deutlich pragmatischer angegangen – die haben zwei Paletten Sandsäcke gekauft.

  3. #3 rolak
    20. Juli 2021

     irgendwo auch online?

    Mit etwas Brimborium: zB dort.

  4. #4 Herr ɟuǝs
    20. Juli 2021

    Haben die wenigstens aufgepaßt 😉
    daß sie nicht die falschen Säcke mit dem falschen Sand drin haben?

  5. #5 Christian Meesters
    20. Juli 2021

    … entmutigend groß …

    tja

  6. #6 Drachenlord
    20. Juli 2021

    Wir müssen alle kaggduschne. Denn wird des mit da korona besser

  7. #7 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/
    20. Juli 2021

    Das ist sicher kein Zufall, sondern dürfte schon daran liegen, dass eben nur Lotto spielt, wer auch sonst nicht mit Zahlen umgehen kann.)

    Das halte ich für ein Gerücht.

    Wer für einen Euro Lotto spielt, der kauft sich dafür die Erlaubnis, bis zur Ziehung davon zu träumen, was er mit dem Jackpot anstellen würde. Wer keine Erbtante hat, der braucht das vielleicht.

    Ab und zu einen Euro dafür zu opfern ist auch kein vorprogrammierter Ruin, wenn man 1-2x im Jahr spielt. Außerdem besteht die kleine, aber nicht mikroskopische Chance, mehr zu gewinnen, als man eingesetzt hat.

    Der Mensch ist, wie jeder rational denkende Mensch einräumen wird, zu einem großen Anteil irrational. Er ist ungesunde Nahrungsmittel und stellt einen Stuhl auf den Tisch, um die Halogenstrahler zu wechseln.

    Außerdem gibt es viele Millionen Kinder, für die noch keine Impfempfehlung vorliegt – alleine deren Zurückhaltung könnte die Herdenimmunität vereiteln, muss man doch mit den neuen Varianten mit einer höheren Impfquote als den 60-70% rechnen, die noch vor einem Jahr geschätzt wurden.

    Auf dem afrikanischen Kontinent liegt das Land mit der höchsten, aggregierten pro-Kopf-Infektion, Tunesioen, auf Platz 76. Das lässt sich teils damit erklären, dass die medizinische Infrastruktur nicht genügt, um ein realistisches Bild abzugeben, dass autoritäre Herrscher die Zahlen unterdrücken und daran, dass die Altersstruktur in Afrika sehr viel weniger alte Menschen aufweist. Gibt es weitere Einflüsse?

    Wie erklärt sich die Trendwende in Indien? Haben die so viel Impfstoff?

    Vertrauen und Autorität kann man nicht einfordern; man muss sie sich erarbeiten.

  8. #8 hto
    20. Juli 2021

    “… denn das Leben mit der Pandenke ist eine ständige Überforderung.”

    Das Leben mit dem Denken im Besonderen und überhaupt, ist auch an der Wirksamkeit von Antibiotika ablesbar – wenn die resistenten Bakterien lachen könnten, dann würde das Lachen inzwischen wohl schon ohrenbetäubend sein.
    Klar, da hat der “freiheitlich”-liberale Staat gefälligst auch nix zu melden!? 🙂

  9. #9 Thilo
    20. Juli 2021

    @hto: ist korrigiert

  10. #10 Dr. Webbaer
    20. Juli 2021

    Viele Länder sind auch heute noch sozusagen mehrheitsorientiert, die Mehrheit in diesen Ländern mit nicht selten vglw. jungen Bevölkerungen priorisiert nicht selten anders als wie es in Ländern, die sozusagen minderheitenorientiert sind, vorgenommen wird.
    Dort wird dann nicht selten zunehmende Letalität bei Alten und Kranken oder generell bei Vorerkrankten in Kauf genommen, auch weil die Sozialkosten anders als höher eingestuft werden, wenn in Abwehrhaltung und Depression sozusagen verharrt wird.

    Vermutlich ist es bei den (wie einige finden : nicht ausreichend getesteten) Impfmitteln (die in der Regel nicht selten zehnjährige Zertifikationsverfahren durchlaufen) i.p. “Corona” so, dass ihr Nutzwert den Schadwert weit übersteigt (ganz klar ist dies nicht, der Schreiber dieser Zeilen hofft inständig, dass sich keine besonderen Langzeitschäden ergeben), regt aber gerne auch an auf die Therapie zu schauen,

    es wäre doch ganz wundervoll, wenn “Corona”-Therapien, die anfänglich wohl auch teils mittlerweile so eingeräumt oft ungünstige Intubation bedeuteten, viel erfolgreicher sein könnten, die Letalität drastisch senken, was einigen auch sehr cool zu sein scheint, wenn dann Ungeimpften nicht mehr sozusagen hinterher gejagt werden müsste.

    Wichtig hier auch N-Klassengesellschaft zu vermeiden, denn wenn Impfpflicht nicht kommt und stattdessen unterschiedlich berechtigt wird, entsteht so etwas, was dann in liberaler Demokratie langfristig kaum auszuhalten wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  11. #11 Dr. Webbaer
    20. Juli 2021

    Bonuskommentar hierzu, unter mathematisch Interessierten, wie sozial Bemühten, Mathematiker einschließend :

    Fichtner argumentiert nun – mit Verweis auf David Spiegelhalter – aus der Wahrscheinlichkeit eines Sechsers im Lotto lese „der normale Mensch nicht, wie Borel es getan hätte, dass der Großgewinn ausgeschlossen ist, sondern er glaubt im Gegenteil, dass er doch immerhin eine gute Chance auf den Sechser habe“. (Eine Behauptung, der ich nicht unbedingt folgen würde. Jeder von uns kennt Geschichten über Lottogewinner, die ihre Millionen recht bald wieder verloren hatten. Das ist sicher kein Zufall, sondern dürfte schon daran liegen, dass eben nur Lotto spielt, wer auch sonst nicht mit Zahlen umgehen kann. [Thilo])

    …kann zur gemeinten Veranstaltung wie folgt erklärt werden :

    Der Lotto-Betrieb mit geringer Gewinnwahrscheinlichkeit auf einen Hauptgewinn, die “Million” ist gemeint, motiviert den Spielteilnehmer, obwohl er in der BRD wohl durchschnittlich einen 50-prozentigen Einsatzverlust erwarten muss, so, dass gehofft wird so, nur so, eigenes Talent anders reich zu werden liegt eben anzunehmernderweise nicht vor, zum Millionär zu werden.

    Es liegt für so gemeinte Rezipienz also eine Art Dienstleistung vor, die zwar steuerlich und vom Betreiber wenig fair gestaltet ist, aber für den (bereits : idealtypisierten) Spielteilnehmer in praxi die einzige Möglichkeit bedeutet reich zu werden.

    ‘Der normale Mensch glaubt nicht, dass er eine gute Chance auf den Sechser hat’ und es ist auch nicht so, dass ‘nur Lotto spielt, wer nicht mit Zahlen umgehen kann’ – müsste aus diesseitiger Sicht insofern falsch beobachtet und eingeschätzt sein, der hier gemeinte Spielteilnehmer handelt rational.

    HTH (“Hope This Helps”)
    Dr. Webbaer (bisher kein Lottospieler, lol)

  12. #12 hwied
    20. Juli 2021

    Nach einer Studie soll es in Deutschland 6,2 Millionen Menschen mit einer starken Lese- und Rechtschreibschwäche geben. Die lesen also keine Zeitung, auch nicht diesen Beitrag hier.
    Interessant zu wissen wäre, ob diese Leute sich über- oder unterproportional impfen lassen.
    Wenn sie sich unterproportional impfen lassen, dann ist die Wahrscheinlichkeit dass sie sich anstecken mindestens 10x höher als bei Geimpften. Und wenn wir jetzt noch überlegen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einem Lese-und Rechtschreibschwachem zu begegnen, = 7,5 %
    und davon sind 1/10 latent angesteckt, dann liegt das Risiko für uns bei 0,75 %.
    Zum Glück erfahren das die Lese-und Rechtschreibschwachen nicht, sie lesen ja nicht, und sie würden sich schuldig fühlen.(Über die Grenzen der Wahrscheinlichkeit)
    hope, this helps, too.

  13. #13 Thilo
    21. Juli 2021

    Nach allem, was man liest, sind die Impfverweigerer in allen Bildungsschichten zu finden, keineswegs überproportional unter Leuten mit Leseschwäche.

  14. #14 hwied
    21. Juli 2021

    thilo,
    wir haben selbst eine/n Gebildete/n in der Verwandtschaft. Für uns unbegreiflich.

  15. #15 Dr. Webbaer
    21. Juli 2021

    Dr. Webbaer hat einige Zeit mit sich gerungen, ob er sich impfen lassen soll, auch weil sozusagen alle in seiner Umgebung geimpft sind, Dr. Webbaer ist ja auch genereller Impfbefürworter (vs. ‘Impfverweigerer’, ein merkwürdiger Begriff, der unterstellerisch ist), hat sich bisher abär noch nicht so durchgerungen, schlicht, weil Risk-Reward-Ratio, die auch hier anzulegen ist, nicht mit den persönlich gepflegten Präferenzmodellen günstig abgeglichen werden konnte.
    Die Idee von ‘Impflingen’, womöglich ein etwa so taugliches und nettes Wort wie ‘Impfverweigerer’, bei Besuchen in der BRD diskriminiert zu werden, gefällt Dr. Webbaer.

  16. #16 Dr. Webbaer
    21. Juli 2021

    Bonuskommentar hierzu :

    Selbst wenn die Welt in Vakzinen schwömme, wäre eine globale Herdenimmunität kaum erreichbar. [Ullrich Fichtner, “Spiegel”]

    An sich funktioniert sogenante Herdenimmunität so, dass sich Randbedingungen des individuellen Seins, hier sind auch Gruppen, begleitende, gemeint, so verhalten bzw. einstellen, dass sie entweder durch Impfung oder erhaltener anderer Resistenz nur noch wenig übertragen.

    Wichtich (mitellniederdeutsch) auch die Gefährlichkeit von Infektion, “Corona” ist ja sozusagen lächerlich im Vergleich dazu, was die Menschheit zuvor erfahren hat.

    Mit bestimmter Infektion gilt es sich aus diesseitiger Sicht zu arrangieren, statt hohe Proihibitivkosten in Kauf zu nehmen.

    Sicherlich gibt es auch (politische) Macht über Infektionsquellen und deren Bearbertung, die individuell nur schwer aufzugeben ist, wenn die
    Krankheitsweille, die Epidemie abklingt.

    Dr. Webbaer schaut gerne auf diejenigen Personen, die qua Machtabgabe so zu leiden scheinen.

  17. #17 Thilo
    21. Juli 2021

    Ulrich Fichtner hat seinen Kommentar so gemeint, dass auch bei Vorhandensein von Impfstoff die Herdenimmunität nicht erreicht wird, weil es zu viele Leute gibt, die sich nicht entscheiden können zur Impfung.

  18. #18 Jolly
    21. Juli 2021

    @Thilo

    Dabei hat Fichtner nicht berücksichtigt, dass Herdenimmunität auch nach massenhaften Infektionen entstehen kann, nicht nur nach massenhaften Impfungen.

  19. #19 Thilo
    21. Juli 2021

    Das ist aber eine eher theoretische Möglichkeit, weil wir von einer solchenHerdenimmunität durch Infektionen sehr weit entfernt sind, selbst wenn man die zweifellos vorhandene Dunkelziffer symptomfreier Infektionen bei jungen Leuten berücksichtigt.

  20. #20 Jolly
    21. Juli 2021

    @Thilo

    Die Kohortenstudie in München hat im April die Seroprävalenz mit 6,5 % angegeben. Sagen wir grob, heute hätten 10 % in Deutschland die Krankheit bemerkt oder unbemerkt durchlitten und 50 % sind gemimpft. Da fehlt nicht mehr viel.

    Wenn die Maßnahmen zurückgefahren werden, dadurch die Inzidenzen wieder exponentiell steigen, sind wir, auch wenn die Impraten zurückgehen, so oder so, sehr bald bei der Herdenimmunität.

    Dass die Seuche weiter grassiert, sollte allen Ungeimpften klar sein. Der Schutz durch Herdenimmunität schützt nicht das Individuum. Erst recht nicht, wenn es sozial aktiv ist oder gar die Herde verläßt und auf Reisen geht.

  21. #21 hwied
    22. Juli 2021

    Mit Wahrscheinlichkeiten kommen wir bei Menschen nicht weit. Betrachten wir nur einmal die Verteilung des Eigentums. Da hilft die Gausssche Normalverteilung nicht.
    Das Eigentum erhöht auch die Lebenserwartung. Ob das Eigentum die Lebenserwartung im Falle von Corona erhöht, dazu fehlen noch die Statistiken.
    Mit der Intelligenz scheint corona nicht zu korrelieren, wie thilo schon vermutet hat.

  22. #22 Dirk Freyling
    Erde
    24. Juli 2021

    So sieht die Impffolgenrealität derzeit in den USA aus…
    Betroffene berichten:
    „…Ein gewisser Prozentsatz von Menschen – in die Tausende – die den Covid-Impfstoff hatten, leiden unter lähmenden Symptomen. Unser Leben ist in vielen Fällen durch die schrecklichen Symptome ruiniert worden und viele von uns sind arbeitsunfähig. Die weit verbreitete allgemeine Verleugnung – sogar Mobbing – derjenigen, die mit Symptomen konfrontiert sind, macht die Sache noch schlimmer.
    Wir treffen immer wieder auf Ärzte, die nicht wissen, wie sie uns helfen können, da dies noch kein von der CDC und der FDA anerkanntes Problem ist. Viele Ärzte weigern sich sogar, uns zu sehen, wenn der Impfstoff als mögliche Ursache erwähnt wird…“
    https://www.vaxlonghaulers.com/

  23. #23 Dr. Webbaer
    25. Juli 2021

    Howdy, Kommentatorenfreund “Jolly | Joker” und hierzu kurz :

    Dass die Seuche weiter grassiert, sollte allen Ungeimpften klar sein. Der Schutz durch Herdenimmunität schützt nicht das Individuum. Erst recht nicht, wenn es sozial aktiv ist oder gar die Herde verläßt und auf Reisen geht. [Ihre Nachricht]

    Es kann bei vielen Infektionsmaßnahmen keine Ausmerzung, keine Annihilation die Infektionsquelle meinend, geben, wenn die Schadwirkung nicht ausreicht derart umzusetzen, was oft der Fall ist.

    Insofern ‘grassiert’ es sozusagen, Adaption, Mitigation und generell Arragement sozusagen ist terrestrisch idR die Folge.
    Cool wäre neben der Prävention insbesondere auch die Therapie.
    Was wäre mit “COVID-19” morgen, wenn stets vergleichsweise zuverlässig geheilt werden könnte?

    Impfung ist als Maßnahme im Vorfeld nie erste medizinische Wahl.

    Sog. Herdenimmunität ist schon vergleichsweise cool, stellen Sie sich, Kommentatorenfreund “Joker | Jolly”, die hier gemeinte Menge gerne als zusammengehörig und Resilienzen meinend vor.

    MFG
    WB

  24. #24 Dr. Webbaer
    25. Juli 2021

    Mit Wahrscheinlichkeiten kommen wir bei Menschen nicht weit. [Kommentatorenfreund ‘hwied’]

    Es ist schon so, dass viele Problematiken nur im probabilistischen Sinne bearbeitet werden können, insofern die (Formal-)Wissenschaft der Mathematik einen besonderen Wert hat.
    Sie meinen sicherlich, Kommentatorenfreund ‘hwied’, dass oft mit Wahrscheinlichkeiten, die Prognosen spezifizieren sollen, unsachlich und dem Gegenstand nicht umfänglich angemessen argumentiert wird, falls so, wäre Dr. Webbaer bei Ihnen; die Stringenz ist oft ausreichend, um analysieren und Lösungen finden zu können.
    Dr. Webbaer mag aber, neben Physikern, den ganz harten Naturwissenschaftlern, auch gerade Mathematiker, weil die so-o viel können und verstehen, die diesbezügliche Ausbildung ist besonders anspruchsvoll.
    Sehr cool sind Mathematiker auch dann, wenn sie gleichzeitig Physiker sind, vielleicht wollen Sie bei Gelegenheit einmal bei Dr. Josef Honerkamp bei den Scilogs.de reinschauen…

    MFG
    WB

  25. #25 hwied
    26. Juli 2021

    Kommentatorfreund Dr. Webbaer,
    Sie haben es richtig verstanden. Im Journalismus muss man provozierende Aussagen machen, wenn man gehört werden will oder einen Gemeinplatz infrage stellt.
    Sie vertreten die Meinung, dass eine Impfpflicht nicht notwendig ist, weil sie nicht zu ihrem antikollektiven Gesellschaftsbild passt.
    Statistiken kann man auf zweierlei Arten auslegen, Vorsichtig stringent, das Risiko scheuend, Mutig stringent , das Risiko inkauf nehmend.
    Dem Begriff der Wahrscheinlichkeit „wird so der Zahn gezogen“. Befürworter wie Gegner argumentieren mit der Wahrscheinlichkeit.
    So war das von mir gemeint.
    Bei der Klimadebatte haben wir eine ähnliche Situation. Die Statistiken liegen vor, aber wir haben keinen Konsens über die Schlussfolgerungen.
    „Reine Wissenschaft“ reicht nicht aus als Grundlage für nachhaltige Politik. Es fehlt der Faktor Mensch in seinem „Egoismus“, der durchaus auch kollektiv gesehen werden kann. Siehe Beispiel China und Indien, bei ihrer Ablehnung den Ausstieg aus der Kohleverstromung früher vorzunehmen. Die gleiche Logik wird von den Impfgegnern angewandt.

  26. #26 hto
    27. Juli 2021

    Wir “leben” in einer “Gemeinschaft”, wo wir, als jede/jeder “Einzelne”, zum systematisch-vorrangigen Wohle des “freiheitlichen” Wettbewerbs stets gezwungen sind Kompromisse zu machen, wenn wir / die/der “Einzelne” keinen absoluten Rückzieher machen will/kann, also ist die Impfpflicht auch ein systematisches MUSS.

    Eine andere / wirklich-wahrhaftige Welt OHNE … ist möglich, allerdings will Mensch sie bisher ja nicht!