Um nicht wieder bezichtigt zu werden, in einem Blog mit der Rubrik “Politik” politische Themen anzusprechen, wollte ich meine Gedanken zu den Ereignissen in Clausnitz eigentlich für mich behalten. Aber da sie mir seit 24 Stunden nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen, schreibe ich sie jetzt doch hin – schließlich bin ich fühle ich mich als Totalausländer immer irgendwie mit betroffen, wenn irgendwo Menschen alleine schon wegen ihrer Herkunft verachtet, bedroht oder ausgegrenzt werden (und das war, zumindest in jenen Jahren der Bush-Administration, als Deutschland nicht mit in den Krieg gegen Saddam Hussein ziehen wollte und plötzlich alles Deutsche als suspekt behandelt wurde, durchaus eine sehr persönliche Erfahrung). Doch was mich beim Betrachten der Bilder am meisten verstört, ist noch nicht mal der grölende Mob, und noch nicht mal dessen Missbrauch der einstmals durchaus ehrenwerten Feststellung, dass das Volk aus Menschen – also aus einem “wir” – besteht. Leider muss in so einem Volk ja auch Platz für Dumpfbacken und Ewiggestrige sein, selbst wenn man sich manchmal wünscht, dass sich das mit griffigen Lösungen ändern ließe… Auch das Bild vom Polizisten, der ein verängstigtes Kind mit Gewalt aus dem Bus zerrt, ist zwar erschreckend, aber angesichts dessen, was wir von der Staatsgewalt gewöhnt sind, nicht mehr überraschend genug, um als “unvorstellbar” zur Ausnahme deklariert zu werden. Die Erklärung der Polizei hingegen, dass die Flüchtlinge selbst schuld und daher auch Ermittlungen gegen sie notwendig seien, hätte ich vielleicht auf der Seite des Postillon (oder in den USA, der Onion) zu lesen erwartet…

Und das ist es, was mich am meisten erschreckt: Nicht die Akteure selbst, seien es nun die grölenden Dumpfbacken, die vermutlich nicht zu komplexerem Denken fähig sind, und noch nicht mal der Polizist, der seine Wut (vermutlich eher auf Flüchtlinge, die er beschützen muss, statt sich aufs entspannte Wochenende vorzubereiten, aber vielleicht doch sogar auf die Demonstranten – egal, Wut ist Wut) an einem kaum den Kinderschuhen entwachsenen Jugendlichen auslässt – die wissen’s vielleicht nicht besser, oder können nicht anders. Mich erschrecken die, die Zeit und Gelegenheit und eigentlich auch den ausreichenden Intellekt zum Nachdenken haben, und dennoch finden, dass das so sein muss. Und dass “wir”, das “Volk”, uns wehren müssen, weil ja sonst die Fremden unsere Werte gefährden. Welche Werte waren das nochmal? Toleranz, Gastfreundschaft, Besonnenheit, Hilfsbereitschaft, (nee, wohl nicht) Gewaltbereitschaft, Arroganz, Fremdenhass, Sturheit, Rechthaberei, vielleicht? Wenn solche Werte durch den Zuzug fremder Menschen gefährdet werden, dann kann ich nur sagen: Ja, bitte! Und bitte schnell!

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Kommentare (172)

  1. #1 Alderamin
    29. Februar 2016

    @raumstat

    aber durch die gemachten Fehler kam es eben zu einer, zumindest gefühlten, Okkupierung. Denn die Ossis hatten meist selbst nicht die Mittel um die platt gemachten Betriebe wieder aufzubauen, so gingen sie meist an Westdeutsche.

    Die DDR-Betriebe hätten aber nur dann gerettet werden können, wenn die DDR ein separates Land mit eigener Währung und sehr niedrigen Löhnen geblieben wäre. Das war den dortigen Bürgern aber nicht zu verkaufen. Es ist nicht optimal gelaufen aber es gab schlichtweg keine akzeptierte Alternative.

    Auch Politiker kamen in Scharen aus dem Westen.wieder aufzubauen, so gingen sie meist an Westdeutsche.

    Ja, und unser aller Kanzlerin kommt jetzt aus dem Osten. Was die besorgten Ost-Bürger allerdings nicht daran hindert, auch auf sie zu schimpfen. Es wäre ja gut, wenn man die Trennung von Ost und West langsam mal aus dem Kopf bekäme.

    Aus den “Argumenten” bei Mob oben trieft nur so der Neid, den man auch ansonsten bei Pegida-Anhängern zu hören bekommt. “Wieso kriegen die alles reingedrückt, und wir kriegen nix?” Dabei hat niemand bisher auch nur auf einen Cent von seinem Eigentum oder Lohn oder Rente oder Hartz IV verzichten müssen, und “die da” bekommen auch nur so viel, dass sie gerade über die Runden kommen, wohlmöglich in Massenunterkünften ohne Privatsphäre untergebracht. Natürlich viel besser als in Syrien, aber wer neidisch auf die ist, muss ein Schräubchen locker haben. Oder er verwendet selbst den Neid als vorgeschobenes Argument, weil er eigentlich ein Fremdenfeind oder Rassist ist.

  2. #2 raumstat
    29. Februar 2016

    @Alderamin
    Dass das verschwindet, was nicht Marktfähig war, ist ja okay. Aber selbst die gut laufenden Betriebe gingen ja meist in Staatseigentum über und wurden dann billig verkauft. Natürlich fühlen sich die Ossis dann betrogen, wenn IHRE Volksbetriebe an Leute aus dem Westen verkauft werden. (Und teilweise dann geschlossen werden, nur um mögliche Konkurrenz los zu werden oder um billig an neue Produktionsmittel zu kommen)
    zum zweiten Teil: Natürlich ist deren Argumentation totaler, rasistischer Unsinn.
    Es ging mir nur darum, das immer gemeint wird die Ossis sollten doch froh sein so vom Westen “beglückt” worden zu sein. Aber was bringt einem eine neue tolle Straße von Soli-Mitteln, wenn man dafür 10-15 Jahre in prekären/ohne Arbeitsverhältnisse leben muss.

  3. #3 raumstat
    29. Februar 2016

    Natürlich ist diese Ost-West unterscheidung heutzutage total überflüssig. Aber solange selbst die Poltik das noch Unterschiede macht, wird das nicht besser.

  4. #4 Alderamin
    29. Februar 2016

    @raumstat

    Dass das verschwindet, was nicht Marktfähig war, ist ja okay. Aber selbst die gut laufenden Betriebe gingen ja meist in Staatseigentum über und wurden dann billig verkauft.

    Man kann einen Betrieb nur dann billig verkaufen, wenn er nichts wert ist, also keine oder kaum Gewinne abwirft. Um die DDR-Wirtschaft, die weit unter West-Niveau lag, weiterlaufen zu lassen, hätte die DDR ein Billig-Land wie Rumänien bleiben müssen, mit eigener schwacher Währung, und sich allmählich nach oben arbeiten, was in Korea oder China 20+ Jahre gedauert hat (wäre also heute soweit). Es konnte unmöglich funktionieren, mit West-Gehältern (ich weiß, sie waren 30% geringer als im Westen, aber das macht noch kein Billiglohn-Land aus) die Betriebe so weiter zu führen, wie das der Fall war. Genau so, wie heute Griechenland damit Probleme hat, dass sie den Euro haben und ihn nicht zur eigenen Wirtschaftsförderung abwerten können, so war die D-Mark Fluch und Segen zugleich für den Osten – kurzfristiger Reichtum und langfristiger Tod der ansässigen Betriebe.

    Da aber die DDR nie als eigenständiges Land von der damaligen Bundesrepublik anerkannt worden war, waren seine Einwohner alle Deutsche, denen man das Recht auf Einreise in die 11 alten Bundesländer nicht verweigern konnte. Es wäre ja keiner da geblieben, wenn dort Löhne wie in Rumänien bezahlt worden wären. Damit musste die DDR-Wirtschaft zwangsläufig untergehen und nur im Westen gab es genug Kapital, um eine neue Wirtschaft aufzubauen (unbestritten holten da westliche Firmen auch ihre Schäfchen ins Trockene, am Ende zählt in der Wirtschaft, was unter’m Strich steht, und zwar bei den Aktionären, nicht bei den Angestellten). Es gab schlichtweg keine andere durchführbare Möglichkeit. Und das war ja auch genau der Grund, warum Ulbricht die Mauer hatte bauen lassen. Sein Staat wäre sonst sher schnell ausgeblutet.

    Das fühlte sich wohl für viele wie eine Besetzung an, aber die Alternative, auf die D-Mark zu verzichten und jahrelang in relativer Armut zu leben, hätte dann wohl auch keiner haben wollen. Wir haben alle zusammen inm vereinigten Deutschland eine Menge Opfer aufgebracht, in West und vor allem Ost, um den Osten hochzuziehen, und es kann nicht alles schlecht sein, was rausgekomemn ist, wenn ich mir z.B. Rostock heute anschaue. Dieser Riesen-Unternehmung verdanken wir heute zum größten Teil die 2 Billionen Euro Staatsverschuldung, die die Republik heute hat. Für den Aufbau Ost haben wir alle deutlich größere Einbußen gehabt, als für die Flüchtlinge heute. Dass gerade von dort (und auch von den Russlanddeutschen, die als Flüchtlinge zu uns kamen) heute Beschwerden über die staatliche Unterstützung von Flüchtlingen (hier geht es um das lebensnotwendige Minimum) kommen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Jeder ist sich halt doch selbst der nächste.

  5. #5 Alderamin
    29. Februar 2016

    @raumstat

    Natürlich ist diese Ost-West unterscheidung heutzutage total überflüssig. Aber solange selbst die Poltik das noch Unterschiede macht, wird das nicht besser.

    Tut sie das? Inwiefern?
    Es gibt auch Armut im Westen.

  6. #6 Anderer Michael
    29. Februar 2016

    user unknown 3. Block 47.
    Ob Sie es mir glauben. Die Großschreibung des Satzes hatte keinenHintersinn. Ich bin ungemerkt auf die entsprechende Taste gekommen und war zu faul den Satz nochmal zu schreiben. Wenn ich gewusst hätte, dass Großschreibung anbrüllen bedeutet, dann hätte ich diesen nochmal geschrieben.
    Im Prinzip haben Sie mit allem recht. ich habe aber beobachtet, dass es bei den Bürgerversammlungen zum Thema Flüchtlinge vielfach überhaupt gar nicht um Meinungsaustausch ging. Fragesteller, egal ob aus Unverständnis oder wegen Kritik, waren nicht sonderlich erwünscht (das ist ein Eindruck). Sehr deutliche Fragen werden ignoriert.
    Bei einem solchen wichtigen Punkt muss sensibler mit dem Bürgerwillen umgegangen werden. Deutschland ist nicht der Privatbesitz der Frau Merkel. Man kann es mit der repräsentativen Demokratie auch übertreiben.

    Dass Pegida und AfD Journalisten nicht besonders positiv entgegentreten, kann ich in einigen Fällen nachvollziehen. Die ARD wollte einmal offen sein und allen Manipulationsunterstellungen entgegentreten. Ein Bericht mit Interviews zu einer Pegida-Veranstaltung wurde gesendet. Gleichzeitig alle Interviews in voller Lage im Internet veröffentlicht. Der Schuss ging nach hinten los. Die meisten Befragten konnten sehr kenntnisreich und differenziert Auskunft geben (1). Bei einer älteren Dame war die Auswahl des gesendeten Satzes besonders auffällig. Ein sehr merkwürdiger Satz über Religion aus dem Zusammenhang gerissen wurde gesendet. Im gesamten Interview war dieser Satz keinesfalls so komisch. Die ältere Dame hatte auch erstaunliche Detailkenntnisse zu Afrika, Umweltproblemen und sozialen Verwerfungen dort sowie der Mitschuld westlicher Industrie und Regierungen daran. Man merkte richtig, wie der Reporter sie abwürgte und sie stehen lies, weil keine blöden Sprüche von ihr kamen.

    1. das bedeutet nicht, dass ich deswegen mit allen dort geäußerten Meinungen übereinstimme. Ich bin desweiteren weder AfD noch Pegidamitglied und war noch nie auf deren Veranstaltunen

  7. #7 raumstat
    29. Februar 2016

    @Alderamin
    “Tut sie das? Inwiefern?
    Es gibt auch Armut im Westen.”
    Es gibt genügend Gesetze, die da einen Unterschied machen.

    Ich finde, man hätte die Unternehmen in AG´s umwandeln und den Beschäftigten die Mehrheit der Aktien überschreiben sollen. Das hätte zum einen wahrscheinlich viele im Osten gehalten und zum anderen hätten sie sich mehr mit dem neuen Wirtschaftssystem auseinandersetzen müssen. Vielleicht wäre dann auch mehr Kapital im Osten geblieben.
    Natürlich sieht es in Rostock jetzt toll aus. Rostock ist ja auch ein aufstrebender Ballungsraum. Die Wende hat aber vor allem die kleineren Städte getroffen, wo jetzt auch das ganze radikale Gesindel umherläuft.

    Das wir gerade eine Ostdeutsche Kanzlerin und einen Ostdeutschen Präsidenten haben ist natürlich Ironie. Wenn man sich mal in den Landtagen umsieht, sind es haufenweise Berufspolitiker aus dem Westen die dort sitzen.

  8. #8 Alderamin
    1. März 2016

    @raumstat

    Es gibt genügend Gesetze, die da einen Unterschied machen.

    Es gab (gibt?) Fördermaßnahmen für Firmen, die sich im Osten ansiedeln, aber eine grundsätzliche Benachteiligung des Ostens wäre mir neu. Hast Du ein konkretes Beispiel?

    Ich finde, man hätte die Unternehmen in AG´s umwandeln und den Beschäftigten die Mehrheit der Aktien überschreiben sollen.

    Aktien werden verkauft, um Kapital aufzubringen, mit der dann beispielsweise eine Modernisierung finanziert werden kann (das kostet dann auch schnell mal ein paar Millionen in einem Betrieb von 100 Leuten; kannst Dir ausrechnen, was die Aktien dann gekostet hätten). Hätte man die Mehrheit der Aktien an die Mitarbeiter verschenkt, dann hätte man von denen kein Kapital eingeholt, das hilft der Firma und den Mitarbeitern erstmal gar nicht. Bevor man an die was verteilen kann, muss erst einmal etwas verdient werden, und dazu braucht es das Kapital. Das ist ja genau das, was die Investoren geleistet haben. Aber da die das Geld aufgebracht haben, schöpfen sie natürlich auch den Gewinn ab. Immerhin schaffen sie dabei Arbeitsplätze.

    Die Wende hat aber vor allem die kleineren Städte getroffen, wo jetzt auch das ganze radikale Gesindel umherläuft.

    Ja, weil da viele weggezogen sind. Wir haben Verwandtschaft in Thüringen, die hat erzählt, wie die Leute da wegzogen und die Häuser leer stehen. Keine Bürger – keine Steuereinnahmen – kein Geld für Infrastruktur. Und keine Kunden für den lokalen Kleinhandel. Man hätte also noch mehr Geld aus dem Westen da reintun müssen, d.h. noch mehr “Okkupation”. Hätte man die DDR als eigenen Staat bestehen lassen, wäre die Flucht noch viel schlimmer geworden.

    Also, es ist sicher für den Osten hart gewesen und im Detail hätte man es sicher besser machen können, aber wie man’s grundsätzlich hätte viel besser machen können – ich weiß es nicht. Nur mit viel mehr Geld aus dem Westen, aber das musste man den Wählern hier ja auch verkaufen können. Vielleicht hätte man dem Osten weniger versprechen sollen. Aber dann wären vielleicht noch mehr Leute gegangen.

    Wenn man sich mal in den Landtagen umsieht, sind es haufenweise Berufspolitiker aus dem Westen die dort sitzen.

    Na ja, kandidiert doch halt und wählt Euresgleichen. Mit einem lokalen Parteiverband muss es doch machbar sein, lokale Politiker zu wählen.

    Wir hatten in NRW aber auch schon Steinbrück (Schleswig-Holstein) als Ministerpräsident. Olaf Scholz kommt aus Osnabrück (Niedersachsen) und regiert in Hamburg, dafür ist Stepahn Weil Hamburger, der Niedersachsen regiert. Torsten Albig (SH) kommt aus Bremen. Nur Bayern hat immer nur Bayern als Ministerpräsidenten gehabt (jedenfalls nach dem Krieg).

    Brandenburg hat Woidke aus dem Kreis Forst, Brandenburg
    Sachsen hat Tillich aus dem Kreis Bautzen, Sachsen.
    Sachsen-Anhalt hat Haseloff aus dem Kreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt.

    Geht doch.

    Nur MVP und Thüringen haben Ministerpräsidenten aus dem Westen, wobei Ramelow und Sellering schon seit 1994 in den neuen Bundesländern leben, ab wann darf man sie als Einheimische werten?

    So “schlecht” sieht es also nicht aus. Ich kann jetzt nicht jeden einzelnen Landesabgeordneten recherchieren, aber auf unterer Ebene scheint es mir eher wahrscheinlicher, lokale Politiker zu finden als auf höherer, wo der Einzugsbereich (Gehalt, Qualifikation) größer ist.

    Ich denke, bei der vermeintlichen Benachteiligung des Ostens spielt sich viel im Bauchgefühl ab. Wenn man dann konkret nachschaut, stellt man fest, dass es gar nicht so ist bzw. nicht mehr.

    Und im Zusammenhang mit Flüchtlingen stellt man fest, dass es wegen denen keinem irgendwie schlechter geht oder gegangen ist. War bei den 750000 Flüchtlingen aus den Balkankriegen in den 90ern übrigens auch nicht anders. Die meisten dieser Menschen sind längst wieder zurück in die Heimat gezogen.

  9. #9 raumstat
    1. März 2016

    @Alderamin
    Die Unternehmer bekommen im Osten mehr Förderungen, dafür wird immer versucht die Sozialleistungen im Osten kleiner zu halten. Selbst beim Mindestlohn gab es doch wieder eine Debatte, ob man den Osten nicht davon ausschließen sollte.
    Dieser Blödsinn muss endlich aufhören. Wir müssen in arme und reiche Regionen unterscheiden und nicht Ost und West!

    Worauf ich mit den AG´s hauptsächlich hinaus wollte ist, dass man die Bevölkerung mehr hätte einbinden sollen bei der Umstellung der Wirtschaft.

    “Ramelow und Sellering schon seit 1994 in den neuen Bundesländern leben”
    Es ging mir ja eben darum, dass direkt nach der Wende welche kamen, was bei einigen ein Gefühl der Okkupation ausgelöst hat.
    Dass das Unsinn ist, darüber brauchen wir nicht streiten. Ich wollte nur einen kurzen Einblick geben, dass gewisse Verhalten eben einen Grund haben. Viele fühlen sich zum Bespiel auch dadurch benachteiligt, dass nach über 25 Jahren die Renten immernoch nicht angepasst sind. (Die Gründe dafür sind mir schon klar, würde es aber für eine exzelente Wirtschaftförderung halten)

    Wir sollten mal wieder zum Thema zurück kehren. 😉
    Auch die Syrer, Iraker,…. werden zu mindestens 66% wieder in ihre Heimat zurück kehren. Letztens habe ich irgendwo mitbekommen, das ca. 70% vorher in Lagern der UN waren und von dort ein zweites mal geflohen sind: vor hunger und krankheit. Sprich, diese “Krise” ist zu großen Teilen hausgemacht, weil man mal wieder zu geizig war.

    Was mich immer ankotzt ist, dass man immer so “überrascht” tut von den Flüchtlingen.
    Das hat zwar die UN und die Polizeigewerkschaft schon 2012 prognostiziert, aber egal. Hat wohl keiner mit gerechnet das sie tatsächlich übers Mittelmeer kommen.

  10. #10 Anderer Michael
    1. März 2016

    User unknown:
    Sie schrieben:
    “Ja, wir sind ein Volk feiger Opportunisten, das überrascht mich nicht.”
    Kann man so stehen lassen, ich frage mich nur, warum das so ist ? Zum Thema Flüchtlinge gibt es eine vorgeschriebene Einheitsmeinung, wer davon abweicht ist selber schuld und hat die Konsequenzen zu tragen.
    Aber es gibt noch ganz andere Kaliber. Philip Meinhod schrieb in der TAZ vom 27/28. 2. in der Rubrik die Wahrheit einen Artikel : ” Weg mit dem Kretin unter den Völkern der Welt” daraus nur zwei Zitate.

    “…….dessen Insassen von Neid und Niedertracht getriebene Charaktere sind, die ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe durch ein nationales Größenselbst zu kompensieren suchen. Ein Land, das auf der Karte so aussieht, als hätte jemand in die Mitte Europas gekotzt, eine stinkende und stückige Lache Erbrochenes……..
    Und so bleibt nur die Hoffnung, dass der von Biedermeiern und Brandstiftern angesichts der weltweiten Flüchtlingszahlen herbeifantasierte Volkstod tatsächlich eintritt und hierzulande in zwei, drei Generationen etwas anderes, Schönes, Gutes entstehen möge. Allein: Anzunehmen ist dies leider nicht, denn was die Überlebensfähigkeit angeht, hat der Deutsche die Widerstandskraft von Unkraut. ”

    Das soll Satire sein, auch wenn es nirgendwo steht. Wenn es keine wäre, könnte man den Artikel nur als widerlichen menschenverachtenden Rassismus unterster Schublade bezeichnen.
    Wenn doch Satire geschmacklos, und sich über die Bombenopfer Dresden Februar 1945 lustig zu machen.?Fehlt Herrn Meinhold jeder anständige Charakterzug oder beschreibt er sich nur selber ?
    Mit Unkraut sind auch Sie gemeint, User unknown, (laut Herrn Meinhold, nicht meine Auffassung)

  11. #11 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/02/24/deutsche-geselligkeit/
    6. März 2016

    “Ja, wir sind ein Volk feiger Opportunisten, das überrascht mich nicht.”
    Kann man so stehen lassen, ich frage mich nur, warum das so ist ?

    Weil der Deutsche gemütlich ist, und Widerspruch, Streit ist ungemütlich.

    Selbst unsere Nationalhymne nennt als erste Tugend die Einigkeit, nicht etwa eine tolerante Diversität.

    Mit Unkraut sind auch Sie gemeint, User unknown,

    Wer sich angesprochen fühlt, der ist wohl auch gemeint. Ich fühle mich nicht angesprochen.

    Ich würde niemals zu solchen Pauschalisierungen greifen 😉 (<- Satireindikator für Doofe, die es sonst nicht raffen), weil Pauschalisierungen sind doch immer falsch!

  12. #12 Anderer Michael
    6. März 2016

    Streit um des Streites willen ist überflüssig, sich bei sachlichen Themen zu engagieren aber nicht.Egal ob es um TIPP oder eine unsinnige Ampelschaltung vor einer Grundschule geht (1). Die Bereitschaft lässt in den letzten Jahren nach.

    “Wer sich angesprochen fühlt, der ist wohl auch gemeint.”
    Ist das nicht zu einfach. Ich diffamiere die Angehörigen einer Religion oder eine Bevölkerung pauschal, wenn sich einer beschwert, sage ich: ” Es ist doch nur Satire, genauer ein Satireindikator für Doofe!.”
    Wenn Meinhold schreibt: “…warum die Alliierten ihr im Februar 1945 in Dresden so vielversprechend begonnenes Projekt der Entnazifizierung nicht einfach auf ganz Deutschland ausgeweitet haben? …”
    Er macht sich über die Opfer eines Bombenangriffes lustig. Gehört das zu unseren Werten, die wir behalten wollen oder die Herr Schönstein gefährdet sehen möchte ?

    1. Das wollte ich mal ändern, habe beim Bürgermeister angerufen und dieser erklärte mir, dass diese Schaltung seit langer Zeit ein unveränderliches Ärgernis sei und er erläuterte mir die Gründe, die nicht in der Verantwortung des Bürgermeisters lagen. Das ist Realsatire. So gesehen und in Erinnerung an diesen Anruf muss ich Herrn Meinhold zumindestens in dem einen oder anderen Nebensatz recht geben.

  13. #13 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/03/02/in-der-kantine/
    7. März 2016

    Streit um des Streites willen ist überflüssig, sich bei sachlichen Themen zu engagieren aber nicht.Egal ob es um TIPP oder eine unsinnige Ampelschaltung vor einer Grundschule geht (1). Die Bereitschaft lässt in den letzten Jahren nach.

    Von Streit um des Streites willen hast bislang nur Du geredet.
    Und wo lässt die Bereitschaft zum Engagement nach – bei Dir, deutschlandweit, europaweit, weltweit? Von welcher Zeitspanne reden wir? Den letzten Wochen, Jahrzehnten, Jahrtausenden?

    Kannst Du das irgendwie belegen oder ist das gefühlte Sozialkritik, womöglich nur Nebeneffekt eines zunehmenden Kulturpessimismus bei Dir?

    Was haben die Bombenopfer mit Entnazifizierung zu tun?

    Würdest Du auch den Artikel, auf den Du dich beziehst, verlinken können? Was hat Hr. Schönstein mit dem Artikel zu tun?

  14. #14 Anderer Michael
    7. März 2016

    Das Verlinken beherrsche ich nicht. Der Artikel erschien in der TAZ , Wochend-Ausgabe vom 27/28. 2.16, S.40, Titel: “Weg mit dem Kretin unter den Völkern der Erde”. Ich habe die Zeitung vor mir, ist auch aber auch im Internet abrufbar

    Herr Schönstein hat redaktionell nichts mit dem Artikel zu tun, das Thema des hiesigen Blogs waren u.a. Werte, und zwar positive Werte und eben Verhaltensweisen ( negative Werte ), derenExistenz erwünschterweise “gefährdet” werden sollten.

    “Was haben die Bombenopfer mit Entnazifizierung zu tun?”
    Richtig, gar nichts. Die Entnazifizierung fand nach dem Krieg statt, hatte nicht zum Ziel Menschen, massenhaft zu töten, sondern auch eine Umerziehung. Wenn Herr Meinhold die zivilen Opfer eines verherrenden Bombenangriffes als Beginn einer Entnazifizierung bezeichnet, und es auf ganz Deutschland umgesetzt sehen möchte, was möchte er wohl sagen? Vielleicht, nur ein toter Deutscher ist ein guter Deutscher? Es sollte bestimmt nur Satire sein, aber auch diese hat Grenzen, die Grenze der Geschacklosigkeit hat er verlassen.
    Das Phänomen, dass die Bereitschaft sich gesellschaftlich zu engagieren nachlässt bzw andere Formen annimmt, wird seit Jahren öffentlich diskutiert.

  15. #15 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/01/27/der-biodeutsche/
    7. März 2016

    Das Verlinken beherrsche ich nicht. Der Artikel erschien in der TAZ , Wochend-Ausgabe vom 27/28. 2.16, S.40, Titel: “Weg mit dem Kretin unter den Völkern der Erde”. Ich habe die Zeitung vor mir, ist auch aber auch im Internet abrufbar

    Wenn es Dir nicht wichtig genug ist, Deinen Text in die Diskussion einzuführen in dem Du uns einen Link postest – wir haben ja nicht alle ein Tazabo – wieso sollte es uns so wichtig sein?

    > https://www.taz.de/!5278594/

    Tja – die Wahrheitsseite der Taz, überall bekannt als deren Satireseite. Wenn es Deinen Geschmack nicht trifft, einfach überschlagen, wäre mein Rat.

    Und zur angeblichen nachlassenden Bereitschaft, bla, bla, bla: Granderwasser, Homöopathie, Astrologie & Christentum werden auch seit Jahren und Jahrtausenden öffentlich diskutiert – das will nix heißen.

  16. #16 raumstat
    8. März 2016

    “Selbst unsere Nationalhymne nennt als erste Tugend die Einigkeit, nicht etwa eine tolerante Diversität.” Ist es nicht nahezu dasselbe?
    Es bedeutet doch beides, jedem ein Leben nach seinen Vorstellungen leben zu können, solange er unseren Staat anerkennt und unterstützt. Also der zusammenhalt ALLER, ohne jemanden auszugrenzen weil er ne krumme Nase hat, ne dunklere Haut hat, lispelt oder weiß der Kuckuck.

  17. #17 Anderer Michael
    Zu Besuch in Krähwinkel
    8. März 2016

    Wie klänge es:
    “Tolerante Diversität(1), Recht und Freiheit
    für das deutsche … “,und schon die nächste Klippe” Vaterland”. Wenig später “brüderlich”. Eine Herausforderung für Neusprech und politische Korrektheit.
    Dann passt die Melodie nicht mehr. Man könnte es mit Rap versuchen, wäre mal was neues. Was soll´s ! Vergebene Lebemüh. Letztendlich ,nur satirisch gesehen, wünscht sich mancher schmerbäuchig ein deutschlandfreies Europa, damit Deutsche “kostbare Atemluft nicht mehr in fleisch- und biergetränkte Für….. verwandeln”(2)

    1: Ist Biodiversität nicht zeitgemäßer?
    2: Bitte Respekt, dass sind die Werte und Worte eines deutschen Literaturpreisträgers.

  18. #18 raumstat
    8. März 2016

    @Anderer Michael
    leider total am Thema vorbei.

    Um mal auf das Thema ihres total ausweichendes Kommentars zu kommen:
    Es heißt schließlich “Vaterland” und nicht “blond-haar-blauaugenland”
    Und ich weiß ja nicht wie sie mit Brüdern umgehen, wenn sie denn welche haben. Aber “brüderlich” bedeutet für mich nicht den anderen auszuschließen, weil er etwas anders ist sondern Fürsorglich miteinander umzugehen und einander beizustehen!

  19. #19 Anderer Michael
    8. März 2016

    Meines Wissen ist das Thema Werte (1), unsere Werte im positiven und Verhaltensweisen weniger schöner Art, die Herr Schönstein bewusst in Anführungszeichen geschrieben hat. Zitat: “Gewaltbereitschaft, Arroganz, Fremdenhass, Sturheit, Rechthaberei, vielleicht? Wenn solche Werte durch den Zuzug fremder Menschen gefährdet werden, dann kann ich nur sagen: Ja, bitte! Und bitte schnell!” Im Prinzip nicht dagegen einzuwenden, wenn 1. besagte Eigenschaften tatsächlich kennzeichnend für unsere Gesellschaft sind
    und 2. durch den Zuzug dieses zum Besseren gewendet werden würde.
    Nun ich bin nicht dieser Meinung zumindestens was These 1. betrifft. These 2 Einwanderung ,geplant und nach unseren Interessen, hat sicherlich Vorteile. Unabhängig davon ist die Frage, wie wir bei humanitären Krisen Hilfe leisten können und auch Flüchtlinge aufnehmen. Und ob wir uns in solchen Situationen zum erpressungsfähigen Spielball eines faschistoiden Folterstaates machen sollen, dessen Oligarchie Flüchtlinge auspresst wie eine Zitrone.
    Andererseits so ganz sicher bin ich mir nicht mehr, ob Herr Schönstein mit These 1 da und dort nicht doch recht hat, und vielleicht wesentlich mehr Wahrheit in seinem Satz steckt, als ich es aktuell vermute. Insbesondere wenn ich mir so die Werte und Worte des von mir zitierten deutschen Literaturpreistägers vor Augen halte.

    Manchmal hilft Galgenhumor. Sie sind vermutlich in den neuen Bundesländern sozialisiert. Kennen Sie den Witz?. Ein russischer und ein tschechischer Soldat sind auf Streife, sie finden einen Schatz. Der Russe schlägt begeistert vor: “Komm, wir teilen brüderlich!” Der Tscheche antwortet etwas zurückhaltend:” Ach nein. Lieber jedem die Hälfte!”

    1. Damit will ich nicht sagen, dass die Probleme nach der Wiedervereinigung, “Die Treuhand” und die Angleichung der Lebensverhältnisse bedeutungslos und uninteressant sind.

  20. #20 raumstat
    9. März 2016

    @Alderamin
    kleiner Nachtrag, eigentlich wollte ich beim Thema bleiben, aber das stach mir ins Auge.
    http://www.spiegel.tv/filme/opendoku-goldrausch/
    nach dem Bericht sind 85% aller Betriebe die Überlebt haben in Westdeutsche hand gekommen. Das da ein Gefühl der Okkupation entsteht, sollte nicht weiter verwunderlich sein.

  21. #21 Alderamin
    12. März 2016

    @raumstat

    Ich bezweifle das ja nicht. Ich sagte nur, dass ich keine Idee hätte, wie es grundsätzlich anders hätte laufen können und vom Großteil der Bevölkerung auch so akzeptiert worden wäre.

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