“Wenn Forschern die Demokratie lästig wird” titelt Spiegel Online heute – und berichtet, Klimaforscher spielen mit dem Gedanken an eine autoritäre Regierungsform, um die globale Erwärmung zu bewältigen.

Ich zitiere mal die Kernsätze:

Um eine global nachhaltige Lebensweise zu realisieren, bräuchten wir umgehend eine “große Transformation”, fordert etwa Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung. Was genau damit gemeint ist, bleibt oft vage. Ein Teil, wenn nicht sogar das Herzstück dieser großen Transformation ist in den Augen mancher Klimaforscher – und anderer Wissenschaftler, die sich an der Diskussion beteiligt haben – ein anderes Politikregime: “Wir benötigen eine autoritäre Regierungsform, um den Konsens der Wissenschaft zur Treibhausgasemissionen zu implementieren,” argumentieren die Australier David Shearman and Joseph Wayne Smith in ihrem Buch “The Climate Change Challenge and the Failure of Democracy”.

Der bekannte Klimaforscher James Hansen fügt ebenso resigniert wie ungenau hinzu, dass im Fall der Klimaveränderung der demokratische Prozess nicht funktioniere. In “The Vanishing Face of Gaia” wiederum schreibt James Lovelock, dass wir die Demokratie aufgeben müssten, um den Herausforderungen der Klimaveränderungen gerecht zu werden. Wir befänden uns in einer Art Kriegszustand.

Also, einerseits wird Schellnhuber und Hansen vorgeworfen, sie wären vage, resigniert und ungenau. Gleichzeitig werden im selben Absatz demokratiekritische Zitate verschiedener “Klimaforscher” angeführt.

Und im letzten Absatz:

Klimaforscher haben sich anscheinend von der – nicht nur umweltdeterministischen – Gesellschaftstheorie Diamonds beeindrucken lassen. Allerdings ziehen sie daraus den falschen Schluss, dass nur autoritär geführte Regime wirksame und richtige Entscheidungen zum Problem des Klimawandels treffen könnten. Die Geschichte lehrt uns, dass das Gegenteil der Fall ist.

Deshalb kann auch das heutige China – im Gegensatz zu den Hoffnungen der australischen Wissenschaftler Shearman und Smith – in dieser Hinsicht kein Vorbild sein.

Man spricht also zunächst über (angebliche) Gesellschaftstheorien der Klimaforscher, und zitiert dann als Beleg die Wissenschaftler Shearman und Smith.

Liebe Spiegel-Redakteure: manchmal kann es hilfreich sein, kurz Google oder Wikipedia zu bemühen, bevor man einen langen Artikel schreibt. Wenn man das tut, erfährt man über die zitierten “Klimaforscher” (von denen die verschiedenen Zitate bzgl. der benötigten autoritären Regierungsform bzw. der notwendigen Aufgabe der Demokratie stammen) folgendes:

David Shearman ist emeritierter Medizin-Professor
Joseph Wayne Smith ist Rechtsanwalt und Philosoph
James Lovelock ist ein 90-jähriger Mediziner, der als Mitbegründer der Gaia-Hypothese zur Physiologie der Erde bekannt ist

Also: die Zitate bzgl. der benötigten autoritären Regierungsform bzw. der notwendigen Aufgabe der Demokratie stammen von Autoren, die (zumindest beruflich) mit der Klimaforschung nichts zu tun haben.

Die Zitate dieser Autoren als Beleg für die Haltung der Klimaforscher zu bringen, ist entweder Ignoranz oder bewußte Irreführung. Erst recht, wenn im selben Absatz wie diese Zitate dann echte Klimaforscher wie James Hansen namentlich erwähnt werden und Behauptungen über die gesellschaftstheoretieschen Schlüsse der Klimaforscher aufgestellt werden.

Noch ein Wikipedia-Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Arglistige_T%C3%A4uschung

Nachtrag (30.12.): Jörg Zimmermann meint, daß auch Lovelock im Artikel falsch vereinnahmt wurde.

Kommentare (99)

  1. #1 Rolf Grießhammer
    29. Dezember 2009

    Zunächst einmal bin ich bei meinen Recherchen und dem Nachdenken über den Klimawandel zu der Auffassung gekommen, dass eher “mehr Demokratie” nötig wäre – eine autoritäte Regierungsform und Konsens schliessen sich nach meiner Auffassung gegenseitig aus. Und Kopenhagen scheiterte daran, dass es nicht gelang, einen Konsens zu finden – der Ruf nach Autorität geht daher in die falsche Richtung.
    Das zweite Problemfeld ist im Kommentar von ‘ff’ angesprochen: Wissenschaftskommunikation. Es ist für Nicht-Klimaforscher ziemlich mühsam, sich ein halbwegs korrektes Bild zu verschaffen und wenn es skeptische Fragen, Einwände und Bedenken gibt, sollten meiner Ansicht nach Wissenschaftler das auch ernst nehmen.
    Die Schwierigkeit besteht vielleicht darin, dass wissenschaftliches Denken nicht unbedingt bei allen Zeitgenossen als bekannt vorausgesetzt werden kann, mithin gelegentlich begründungspflichtig und erklärungsbedürftig ist.

  2. #2 Rolf Grießhammer
    29. Dezember 2009

    Zunächst einmal bin ich bei meinen Recherchen und dem Nachdenken über den Klimawandel zu der Auffassung gekommen, dass eher “mehr Demokratie” nötig wäre – eine autoritäte Regierungsform und Konsens schliessen sich nach meiner Auffassung gegenseitig aus. Und Kopenhagen scheiterte daran, dass es nicht gelang, einen Konsens zu finden – der Ruf nach Autorität geht daher in die falsche Richtung.
    Das zweite Problemfeld ist im Kommentar von ‘ff’ angesprochen: Wissenschaftskommunikation. Es ist für Nicht-Klimaforscher ziemlich mühsam, sich ein halbwegs korrektes Bild zu verschaffen und wenn es skeptische Fragen, Einwände und Bedenken gibt, sollten meiner Ansicht nach Wissenschaftler das auch ernst nehmen.
    Die Schwierigkeit besteht vielleicht darin, dass wissenschaftliches Denken nicht unbedingt bei allen Zeitgenossen als bekannt vorausgesetzt werden kann, mithin gelegentlich begründungspflichtig und erklärungsbedürftig ist.

  3. #3 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Sag mal Jungs,

    kann es sein, dass ihr was übersehen habt?

    Der Artikel ist nicht von Spiegel Online-Redakteuren, sondern von Nico Stehr und Hans von Storch …

  4. #4 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Sag mal Jungs,

    kann es sein, dass ihr was übersehen habt?

    Der Artikel ist nicht von Spiegel Online-Redakteuren, sondern von Nico Stehr und Hans von Storch …

  5. #5 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Pardon Ludmila, hab Dich zu spät gesehen 😉

    (ich bin natürlich befangen, da ich hin und wieder für SpOn schreibe ….)

  6. #6 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Pardon Ludmila, hab Dich zu spät gesehen 😉

    (ich bin natürlich befangen, da ich hin und wieder für SpOn schreibe ….)

  7. #7 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Ja, aber zuerst einmal sind die Autoren anzuscheißen. Die beiden sind ja auch nicht irgendwer. Sie stehen zuerst einmal gerade für Ihren Text. Es ist keine Kolumne, aber beide Autoren werden sogar mit Bild vorgestellt, also eine Art Gast-Autor. Was sie in ihrem Artikel schreiben, ist ihr Verzapftes. Zunächst einmal.

  8. #8 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Ja, aber zuerst einmal sind die Autoren anzuscheißen. Die beiden sind ja auch nicht irgendwer. Sie stehen zuerst einmal gerade für Ihren Text. Es ist keine Kolumne, aber beide Autoren werden sogar mit Bild vorgestellt, also eine Art Gast-Autor. Was sie in ihrem Artikel schreiben, ist ihr Verzapftes. Zunächst einmal.

  9. #9 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Aber das macht es ja nicht besser.
    Stimmt. 🙂

  10. #10 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Aber das macht es ja nicht besser.
    Stimmt. 🙂

  11. #11 Rolf Grießhammer
    29. Dezember 2009

    @radicchio: die Fragen sind berechtigt, insbesondere die erste… nehmen wir als Zielvorstellung eine Gesellschaft, die aus ‘sozial reifen Gruppen’ besteht, dann gehören Entscheidungsfähigkeit und Handlungsfähigkeit unbedingt dazu. Demokratie kann nicht bedeuten, endlos zu diskutieren, wenn das Haus brennt – endloses Palaver ohne Entscheidungen könnte man eher Demokratismus nennen. Kritik am Zustand der Demokratie und die Frage danach, wer wirklich regiert, okay: das ist dann eben auch eine Frage, wie reif die demokratischen Gesellschaften sind. Und könnte auch ein Anstoss sein, über eine Weiterentwicklung nachzudenken.

  12. #12 Rolf Grießhammer
    29. Dezember 2009

    @radicchio: die Fragen sind berechtigt, insbesondere die erste… nehmen wir als Zielvorstellung eine Gesellschaft, die aus ‘sozial reifen Gruppen’ besteht, dann gehören Entscheidungsfähigkeit und Handlungsfähigkeit unbedingt dazu. Demokratie kann nicht bedeuten, endlos zu diskutieren, wenn das Haus brennt – endloses Palaver ohne Entscheidungen könnte man eher Demokratismus nennen. Kritik am Zustand der Demokratie und die Frage danach, wer wirklich regiert, okay: das ist dann eben auch eine Frage, wie reif die demokratischen Gesellschaften sind. Und könnte auch ein Anstoss sein, über eine Weiterentwicklung nachzudenken.

  13. #13 Christian Reinboth
    29. Dezember 2009

    In der WELT stand vor zwei Wochen ganz genau der gleiche Unsinn:

    http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2009/12/kleiner-aussetzer-in-der-welt-klimaforschung-und-totalitarismus.php

    Als “Beweis” hat man auf die Zusammenfassung eines Vortrags von Prof. Saretzki verwiesen (übrigens auch kein Klima- sondern ein Politikwissenschaftler). Dort fand sich die Frage, ob autoritäre Regierungsformen eventuell besser mit Umweltproblemen umgehen können. Wer sich die Mühe gemacht hat, sich die im Netz frei verfügbaren Folien bis zum Ende durchzusehen konnte sofort sehen, dass Saretzki zu dem Fazit kommt, dass genau das nicht der Fall ist. Was die WELT leider nicht davon abgehalten hat, daraus trotzdem die Verschwörungstheorie “Ziel der Klimaforschung ist die Diktatur” zu spinnen…

  14. #14 Ludmila
    29. Dezember 2009

    Vielleicht sollte man mal bei Spiegel und der Welt anfragen, wann denen Recherche lästig geworden ist?

  15. #15 ff
    29. Dezember 2009

    In der Tat ein wenig billig diese beiden Artikel.
    Um was es eigentlich geht ist das Unbehagen, das mehr und mehr Menschen erfasst, die sich mit dieser Großprognose nicht anfreunden können, auch deshalb weil sich ex post noch nie eine Großprognose mit dem tatsächlich Geschehenen decken ließ.

    Großprognosen, in diesem Fall Prognosen das chaotische (sehr komplexe) Erdklimasystem betreffend, haben ein religiöses Element und schüren Misstrauen. Auch weil es erfahrungsgemäß Geld kostet, in diesem Fall Billionen Euro. Zahlungsfolgen, die man sich als Steuerbürger so nicht wünscht oder zumindest bestens begründet sehen will.

    Werden Meinungen oder wissenschaftliche Sichten, in diesem Fall die Klimatrendprognose, von Wissenschaftlern, die zudem noch der Regierung in Funktion von Beratern nahe stehen, offensiv vertreten, sehr offensiv vertreten und Kritiker abgebügelt oder wird generell dramatisiert – gerne auch einmal Schellnhuber-Interviews betrachten oder looky here -, dann entsteht so zu sagen Skepsis, Skeptizimus und Antireligionismus.

    Verständige und wortgewandte Wissenschaftler, auch in diesem Blogbiotop gibt es einige davon, die das Wort Kritiker in Anführungszeichen schreiben und abbügeln, was sich abbügeln lässt, nun ja, die generieren typischerweise Misstrauen.
    Verkauft wird das in den Medien nun etwas billig in einer Debatte über Herrschaftssysteme. Der Verkauf der Vertreter der Erwärmungstrendprognose war allerdings bisher ebenfalls oft stark simplifizierend.

  16. #16 Christian A.
    29. Dezember 2009

    Ich kenne mindestens noch ein Beispiel aus den frühen 90ern noch, in dem der Spiegel extreme Voreingenommenheit mit mieser Recherche verband. Ging um Chaosforschung damals, die Spiegelleute wollten wohl nicht wahrhaben, dass es sowas wie komplexe Systeme gibt.
    Will sagen: Das ist nicht das erste Mal, dass der Spiegel die arme Wahrheit auf BILD-Niveau (nur mit mehr Worten) durch die Mangel dreht. Ganz miese Show von denen!

  17. #17 Rolf Grießhammer
    29. Dezember 2009

    Zunächst einmal bin ich bei meinen Recherchen und dem Nachdenken über den Klimawandel zu der Auffassung gekommen, dass eher “mehr Demokratie” nötig wäre – eine autoritäte Regierungsform und Konsens schliessen sich nach meiner Auffassung gegenseitig aus. Und Kopenhagen scheiterte daran, dass es nicht gelang, einen Konsens zu finden – der Ruf nach Autorität geht daher in die falsche Richtung.
    Das zweite Problemfeld ist im Kommentar von ‘ff’ angesprochen: Wissenschaftskommunikation. Es ist für Nicht-Klimaforscher ziemlich mühsam, sich ein halbwegs korrektes Bild zu verschaffen und wenn es skeptische Fragen, Einwände und Bedenken gibt, sollten meiner Ansicht nach Wissenschaftler das auch ernst nehmen.
    Die Schwierigkeit besteht vielleicht darin, dass wissenschaftliches Denken nicht unbedingt bei allen Zeitgenossen als bekannt vorausgesetzt werden kann, mithin gelegentlich begründungspflichtig und erklärungsbedürftig ist.

  18. #18 Christian A.
    29. Dezember 2009

    @ff: Das sind zwei Zitate aus nur einem Artikel. Und billig sind die nicht; die Autoren haben in hohem Maße unredlich gearbeitet, indem die Leute zu Klimaforschern machen, die diese Auszeichnung nicht verdienen. Und diese Leute machen die Spiegelautoren in ihrem Artikel dann zu Anwälten der von ihnen dargestellten Position, dass die Klimaforscher doch die Weltdiktatur wollen.

    Um was es eigentlich geht ist das Unbehagen, das mehr und mehr Menschen erfasst, die sich mit dieser Großprognose nicht anfreunden können, auch deshalb weil sich ex post noch nie eine Großprognose mit dem tatsächlich Geschehenen decken ließ.

    1. Was unterscheidet eine “Großprognose” von einer gewöhnlichen Prognose?
    2. Nein, es geht darum dass der Spiegel gezielt Sachverhalte falsch darstellt.

  19. #19 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Sag mal Jungs,

    kann es sein, dass ihr was übersehen habt?

    Der Artikel ist nicht von Spiegel Online-Redakteuren, sondern von Nico Stehr und Hans von Storch …

  20. #20 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Pardon Ludmila, hab Dich zu spät gesehen 😉

    (ich bin natürlich befangen, da ich hin und wieder für SpOn schreibe ….)

  21. #21 Thilo Kuessner
    29. Dezember 2009

    @ Marcus Anhäuser:
    Aber die Redaktion hat den Artikel doch wohl auf Spiegel Online veröffentlicht und ist damit auch für den Inhalt verantwortlich. (Er ist ja auch nicht als Kolumne o.ä. gekennzeichnet.)

  22. #22 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Ja, aber zuerst einmal sind die Autoren anzuscheißen. Die beiden sind ja auch nicht irgendwer. Sie stehen zuerst einmal gerade für Ihren Text. Es ist keine Kolumne, aber beide Autoren werden sogar mit Bild vorgestellt, also eine Art Gast-Autor. Was sie in ihrem Artikel schreiben, ist ihr Verzapftes. Zunächst einmal.

  23. #23 Thilo Kuessner
    29. Dezember 2009

    Daß die Autoren bekannt sind, wußte ich nicht. (Ich wußte bisher nicht einmal, daß es in Friedrichshafen eine Universität gibt.) Aber das macht es ja nicht besser.

  24. #24 Marcus Anhäuser
    29. Dezember 2009

    Aber das macht es ja nicht besser.
    Stimmt. 🙂

  25. #25 radicchio
    29. Dezember 2009

    “Demokratisch organisierte Gesellschaften seien zu schwerfällig, um den Klimawandel zu vermeiden; sie handelten weder rechtzeitig noch umfassend.” (zitat aus dem spon-artikel)

    diese aussage ist völlig zutreffend. und zwar nicht nur bezühlich des klimawandels. man erinnere sich nur an die unsäglichen debatten um die “große steuerreform”, die sicher am st. nimmerleistag umgesetzt werden wird. beispiele für die trägheit dieser gesellschaftsform gibts zu hauf.

    diese tatsache wirft 3 fragen auf:
    1. ist das, was hier demokratie genannt wird, eine solche?
    2. sind die regierenden überhaupt in der lage, mehr als marginale änderungen herbeizuführen?
    oder 3. “regiert” nicht in wahrheit jemand ganz anderes und die gewählten vertreter sind eine art politisches kasperltheater zur aufrechterhaltung der illusion von freiheit und demokratie?

    wir sollten davon ausgehen, dass unsere gesellschaftsform nicht die letztgültige ist.

  26. #26 Rolf Grießhammer
    29. Dezember 2009

    @radicchio: die Fragen sind berechtigt, insbesondere die erste… nehmen wir als Zielvorstellung eine Gesellschaft, die aus ‘sozial reifen Gruppen’ besteht, dann gehören Entscheidungsfähigkeit und Handlungsfähigkeit unbedingt dazu. Demokratie kann nicht bedeuten, endlos zu diskutieren, wenn das Haus brennt – endloses Palaver ohne Entscheidungen könnte man eher Demokratismus nennen. Kritik am Zustand der Demokratie und die Frage danach, wer wirklich regiert, okay: das ist dann eben auch eine Frage, wie reif die demokratischen Gesellschaften sind. Und könnte auch ein Anstoss sein, über eine Weiterentwicklung nachzudenken.

  27. #27 Thilo Kuessner
    29. Dezember 2009
  28. #28 radicchio
    29. Dezember 2009

    thilo, dieser artikel ist eher durchschnitt *gg*

    aber im ernst: die hiesige gesellschaftsform auch mal im grundsatz zu hinterfragen, muss gestattet sein.

    und als alternative dann china oder die ddr ins feld zu führen, ist einfach bullshit. als sich die franzosen von ihrer monarchie getrennt haben, stand auch nicht da alte rom als neues modell auf dem plan.

  29. #29 Thilo Kuessner
    29. Dezember 2009

    Nur zur Erinnerung: der Klimagipfel ist an Ländern wie China und Saudi-Arabien gescheitert, weniger an den Demokratien.
    Und über “bessere Gesellschaftsformen” sollte besser woanders diskutiert werden, das gehört hier nicht zum Thema. In diesem Artikel ging es einfach nur darum, daß auf Spiegel-Online Klimaforscher (und Wissenschaftler allgemein) verantwortlich gemacht werden für das Gerede (oder Geschreibe) von Leuten, die mit der Klimaforschung nicht viel zu tun haben.

  30. #30 mrbaracuda
    29. Dezember 2009

    @Thilo

    Bei Saudi Arabien kann ich mir den Grund schon denken, aber was war es bei China? Ungebremstes Wachstum, oder gab es da noch etwas anderes?

  31. #31 itz
    29. Dezember 2009

    Erst mal eine grundsätzliche Frage: Welche Qualifikationen benötigt man, um sich als Klimawissenschaftler bezeichnen zu dürfen? Eisenbahningenieur? 😉

    Dann zu den Klimawissenschaftlern:
    – David Shearman ist emeritierter Medizin-Professor …”and a Visiting Research Fellow at the University’s Department of Geography and Environmental Sciences and Law School. Professor Shearman was an Assessor for the Intergovernmental Panel on Climate Change Third Assessment Report and will be an Assessor for the Panel’s Fourth Assessment Report. Professor Shearman has been a Visiting Associate Professor at Yale University and is currently Secretary of Doctors for the Environment Australia, an organisation which aims to address health issues arising from damage to the environment. The organisation is a member of the International Society of Doctors for the Environment which pursues the same aim worldwide. Professor Shearman is also a former President of the Conservation Council of South Australia.”
    – Joseph Wayne Smith ist Rechtsanwalt und Philosoph…”Dr Smith’s research for this work was supported by the Australian National Health and Medical Research Council in view of the major public health issues posed by global warming.”
    – James Lovelock ist ein 90-jähriger Mediziner, der als Mitbegründer der Gaia-Hypothese zur Physiologie der Erde bekannt ist…und in der Wikipedia List of climate scientists aufgeführt wird.

    Davon abgesehen bezeichnen Nico Stehr und Hans von Storch die genannten Herren nie als Klimawissenschaftler („…in den Augen mancher Klimaforscher – und anderer Wissenschaftler…“).

    Last but not least einige Zitate aus dem Hause Herrn Schellnhubers (Ist der stellv. Direktor de PIK Prof. Dr. Edenhofer Volkwirt, Philosoph, Journalist oder darf man ihn als Klimawissenschaftler bezeichnen?)
    „Ein Untätigsein wäre unentschuldbar, da die erforderlichen Maßnahmen der industrialisierten Welt keine unzumutbaren Opfer abverlangen. Im Gegenteil: Sie erfordern in erster Linie strukturelle Veränderungen, die finanzierbar sind, und Veränderungen der sozialen Verhaltensweisen und Gewohnheiten – und diese können als Chance betrachtet werden, zu den wahren Werten des Lebens zurückzukehren.
    (…)
    Es muss erkannt werden, dass das Umweltproblem zuallererst ein Problem des öffentlichen Ethos ist und somit schwer zu lösen, ohne bestimmte Arten der gesellschaftlichen Organisation, unseres Zusammenlebens und des Wertesystems der bürgerlichen Gesellschaft in Frage zu stellen.
    und
    „Ausgangspunkt für unsere strategischen Überlegungen ist der Begriff der
    Sustainability-Transition. Er soll auf den Bereich der Lebensstile angewandt werden
    – und zwar so, dass deren bewusste Umgestaltung im Sinne eines energie- und
    klimapolitischen Ziels anvisiert wird. Daher sprechen wir in diesem Zusammenhang
    auch von einer „Politik der Lebensstile“. Damit ist nicht in erster Linie die politische
    Intervention in Lebensstile oder deren Randbedingungen gemeint, obwohl auch dies notwendig und sinnvoll sein kann.

    Wie im Spiegel-Artikel richtig bemerkt: „Was genau damit gemeint ist, bleibt oft vage.“
    Aber angesichts der genannten Bemerkungen (Hervorhebungen von mir) kann man schon mal nervös werden.
    Ich hänge an meinen Verhaltensweisen, unser Wertesystem finde ich ganz passabel und an meinen Lebensstil gibt es nichts auszusetzen…:-)

  32. #32 radicchio
    29. Dezember 2009

    “Ich hänge an meinen Verhaltensweisen, unser Wertesystem finde ich ganz passabel und an meinen Lebensstil gibt es nichts auszusetzen”

    ohne ihr verhalten genau zu kennen, sollten sie sich darüber im klaren sein, dass “wir” als erste welt verantwortlich für erheblichen raubbau an der natur sind. da gäbe es, ließe man den eigenen bauchnabel mal unbeachtet, einiges zu ändern an werten, verhaltenweisen und lebensstil.

    aber das sollte ja nicht thema sein. wir wollten ja drüber reden, wer dazu befähigt oder befugt ist, was wozu zu äußern.

  33. #33 Thilo Kuessner
    29. Dezember 2009

    @ itz: Man kann von Schellnhubers Interviews halten, was man will (ich persönlich finde sie merkwürdig), aber jedenfalls fordert er nirgendwo eine Abkehr von der Demokratie.

    Und Shearman, Smith und Lovelock sind KEINE Klimaforscher, auch wenn sie von irgendwem so bezeichnet werden. Daß Shearman im Ruhestand Veranstaltungen des Department of Environmental Sciences besucht, ist sein gutes Recht, das macht ihn aber noch nicht zu einem Klimaforscher.

    Und inhaltlich geht es doch beim Klimaschutz i.W. um technologische Fragen, also erneuerbare Energien, effizientere Autos etc.pp. Ich sehe nicht, was solche technologischen Entwicklungen mit dem Wertesystem oder der Staatsform zu tun haben.

  34. #34 itz
    30. Dezember 2009

    @Thilo Kuessner

    „Man kann von Schellnhubers Interviews halten, was man will (ich persönlich finde sie merkwürdig), aber jedenfalls fordert er nirgendwo eine Abkehr von der Demokratie.“

    Nur eine „Kulturrevolution“ bzw. „große Transformation“. Ich wüsste nur zu gerne, was er damit meint. Merkwürdig ist der richtige Ausdruck.

    „Und Shearman, Smith und Lovelock sind KEINE Klimaforscher, auch wenn sie von irgendwem so bezeichnet werden. Daß Shearman im Ruhestand Veranstaltungen des Department of Environmental Sciences besucht, ist sein gutes Recht, das macht ihn aber noch nicht zu einem Klimaforscher.“

    Shearman war immerhin Assessor bei den Intergovernmental Panel on Climate Change Assessment Reports. Auf mich macht das Eindruck. 😉
    Und Lovelock hat neben der Erd- auch noch die Marsatmosphäre erforscht. Man könnte ihn sogar als Klimataforscher bezeichnen…
    Bleibt mir also nur meine Frage zu wiederholen: Welche Qualifikationen benötigt man, um sich als Klimawissenschaftler bezeichnen zu dürfen?

    „Und inhaltlich geht es doch beim Klimaschutz i.W. um technologische Fragen, also erneuerbare Energien, effizientere Autos etc.pp. Ich sehe nicht, was solche technologischen Entwicklungen mit dem Wertesystem oder der Staatsform zu tun haben.“

    Sie sehen das nicht, ich sehe das nicht. Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker und deren Souffleure das auch so sehen.

  35. #35 ff
    30. Dezember 2009

    Es ist an dieser Stelle vielleicht noch ergänzenswert, dass eine wie auch immer geartete “Klimalösung” international und zentral umgesetzt muss; internationalistisch und zentralistisch, wenn man so will.
    Es stellen sich dann automatisch Fragen die pol. Strukturen dieser Lösung betreffend und es bietet sich an über Herrschaftssysteme nachzudenken, auch internationale.

    In bestimmten pol. Kreisen erfreut sich die Idee einer Weltregierung seit eh und je einer grossen Beliebtheit, andere sind aus Gründen des absehbaren Bürokratismus und der mangelnden Kompetivität strikt dagegen. Kurzum, hier lauern Gegensätze.

    Vermutlich kocht sich “also so irgendwie” der Brei mit den Vorwürfen zum Thema Demokratietreue hoch.
    Am Rande: Nicht einmal bei Schellnhuber hege ich hier Zweifel. 🙂

  36. #36 wert
    30. Dezember 2009

    @thilo

    “Nur zur Erinnerung: der Klimagipfel ist an Ländern wie China … gescheitert”

    Hast Du Dich auch nur 10 minuten mal hingesetzt und Dir angeschaut was China dazu zu sagen hat? Mal wirklich ehrlich jetzt – hast Du Dich auch nur einmal gefragt ob es zu dieser “Tatsache” die im Westen ueberall nachgeplappert wird nicht vielleicht auch eine andere Darstellung giebt – ja vielleicht sogar einen komplett verstaendlichen Grund.
    Vielleicht koenntest Du sogar Dir vorstellen, so nur so die wage Moeglichkeit, philosophisch, in einem parallel Universum vielleicht, das eine Seite der anderen nur solche Vorderungen vorlegt von der sie schon im Vornherein weiss das sie von der anderen nicht acceptiert werden koennen. Mensch, Du bist doch intelligent – lass Dich doch nicht so oft benutzen. Das Merkel Level ist doch normalerweise unter Deinem.

  37. #37 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Ludmilla

    mir ging es nur um die richtige Reihenfolge. Die Autoren wurden im Thilos Kritik mit keinem Wort erwähnt, er sprach nur von den Spiegel Redakteuren. ich hatte den Eindruck es müsse sich um einen Artikel eines der Redakteure handeln. Dann klickte ich auf den KLink und war völlig überrascht, dass es kein Artikel von einem Kollegen war, sondern von zwei Wissenschaftlern, die über Wissenschaftler schreiben.

    Da würde ich eigentlich erwarten, dass man sich zuerst bei denen/über diese beschwert und nicht dem Reflex folgt “Boah, SpOn ist ja so doof.” Das kann man dann ja immer noch machen.

  38. #38 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Ludmilla

    mir ging es nur um die richtige Reihenfolge. Die Autoren wurden im Thilos Kritik mit keinem Wort erwähnt, er sprach nur von den Spiegel Redakteuren. ich hatte den Eindruck es müsse sich um einen Artikel eines der Redakteure handeln. Dann klickte ich auf den KLink und war völlig überrascht, dass es kein Artikel von einem Kollegen war, sondern von zwei Wissenschaftlern, die über Wissenschaftler schreiben.

    Da würde ich eigentlich erwarten, dass man sich zuerst bei denen/über diese beschwert und nicht dem Reflex folgt “Boah, SpOn ist ja so doof.” Das kann man dann ja immer noch machen.

  39. #39 antiangst
    30. Dezember 2009

    Natürlich ist die Art, in der sich Menschen organisieren nicht darauf optimiert, Probleme die in 100 Jahren auftreten könnten, vorsorglich zu lösen, unabhängig vom politischen System, denn menschliches Handeln basiert erstmal auf den unmittelbaren aktuellen Eigeninteressen. Das ist auch sinnvoll, denn die Lösungsstrategien zu übergeordneten Interessen der ferneren Zukunft haben ein enormes Irrtumpotenzial und gehören eher in den Bereich der Ideologie, die auch nur ein Mittel im politischen Machtkampf zur Durchsetzung aktueller Ziele ist.

  40. #40 Thilo Kuessner
    30. Dezember 2009

    ff :Es ist an dieser Stelle vielleicht noch ergänzenswert, dass eine wie auch immer geartete “Klimalösung” international und zentral umgesetzt muss; internationalistisch und zentralistisch, wenn man so will.
    Es stellen sich dann automatisch Fragen die pol. Strukturen dieser Lösung betreffend und es bietet sich an über Herrschaftssysteme nachzudenken, auch internationale.
    In bestimmten pol. Kreisen erfreut sich die Idee einer Weltregierung seit eh und je einer grossen Beliebtheit

    Solche Behauptungen werden nicht wahrer dadurch, daß man sie (unter wechselnden Pseudonymen) in Varianten immer wieder wiederholt. Wer sollen diese politischen Kreise sein, die eine Weltregierung anstreben?

  41. #41 ff
    30. Dezember 2009

    Das Essay von v.Storch und Stehr kann durchaus als gelungene Polemik verstanden werden; bei v.Storch ist davon auszugehen, dass er hinreichend Einblicke in die interne klimatologische Debatte hat, um

    Allerdings ziehen sie [die Klimaforscher] daraus den falschen Schluss, dass nur autoritär geführte Regime wirksame und richtige Entscheidungen zum Problem des Klimawandels treffen könnten.

    feststellen zu können.

    Die Anlese hier bei SB ist somit etwas gewagt (“Warum Journalisten und andere Ahnungslose die Klimaforscher in ein falsches Licht rücken.”).
    Der geschätzte Blogautor hat irgendwo in den Kommentaren auch ein Missverstehen eingeräumt.

    Was stand sonst noch so im Artikel?
    – Der prognostizierte Klimatrend wurde als wissenschaftlich stabil geschildert.
    – Ein Plädoyer für demokratiebasierte Lösungen als die Geeignetesten wurde gehalten.

    Auf jeden Fall ein spannendes Thema, das uns noch einige Dekaden beschäftigen wird. Vielleicht kann man den Essay auch als Aufforderung an die Kollegen verstehen souveräner zu berichten, dabei der Gesellschaft das Handeln zu überlassen, vertrauensvoll.

  42. #42 ff
    30. Dezember 2009

    @Thilo

    Wer sollen diese politischen Kreise sein, die eine Weltregierung anstreben?

    Hatte die international orientierten Sozialisten im Auge. Bis 1989 war das jedenfalls ein oft erklärtes Ziel, in letzter Zeit ist es hier ein wenig ruhiger geworden. Ich weiss nicht, inwieweit Du politischen Debatten folgst, jedenfalls steht auch heute noch steht das Ideal einer gerechten Weltregierung im Raum, bei ökologisch orientierten Debatten beispielsweise.
    Das war aber nicht der Kommentarschwerpunkt.

  43. #43 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Ludmilla
    Insofern finde ich es schon richtig zuerst zu schreiben, dass SpON doof ist und erst hinterher die verantwortlichen Autoren vorzuführen.

    Thilo hat die Autoren mit keinem Wort erwähnt auch nicht hinterher. Er ist überhaupt nicht darauf eingegangen, wer das alles geschrieben hat. Niemand von Euch hat ein Wort über die Autoren verloren. Wer sie sind? Was ihre Motivation sein könnten, dies zu schreiben, ob sie überhaupt qualifiziert sind?

    Thilo sagt, er kennt sie nicht. Okay. Möglicherweise war ihm gar nicht klar, dass der Text nicht von Spiegel-Redakteuren geschrieben wurde, sondern von Wissenschaftlern, die sich seit einigen Jahren zum Thema äußern (kann er uns ja beantworten).

    Ich habe auch erst gedacht: Moment, wer hat das denn geschrieben? Normalerweise steht das ja zwischen Teaser und Haupttext oder am Ende (Kürzel). Fehlanzeige. Dann erst sah ich, dass die Namen im Teaser, den ich vorher nicht gelesen hatte, kursiv geschrieben sind, was so viel bedeutet wie: Diese Leute haben dies und das zu sagen.

    Dann erst habe ich die Autoren-Bilder am linken Rand gesehen.

    Also. Haut auf SpOn rum wie er wollt. Ich finde: die Kritik an einem Artikel richte ich zuerst an den Autor, dann an das Medium.

  44. #44 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Ludmilla
    Insofern finde ich es schon richtig zuerst zu schreiben, dass SpON doof ist und erst hinterher die verantwortlichen Autoren vorzuführen.

    Thilo hat die Autoren mit keinem Wort erwähnt auch nicht hinterher. Er ist überhaupt nicht darauf eingegangen, wer das alles geschrieben hat. Niemand von Euch hat ein Wort über die Autoren verloren. Wer sie sind? Was ihre Motivation sein könnten, dies zu schreiben, ob sie überhaupt qualifiziert sind?

    Thilo sagt, er kennt sie nicht. Okay. Möglicherweise war ihm gar nicht klar, dass der Text nicht von Spiegel-Redakteuren geschrieben wurde, sondern von Wissenschaftlern, die sich seit einigen Jahren zum Thema äußern (kann er uns ja beantworten).

    Ich habe auch erst gedacht: Moment, wer hat das denn geschrieben? Normalerweise steht das ja zwischen Teaser und Haupttext oder am Ende (Kürzel). Fehlanzeige. Dann erst sah ich, dass die Namen im Teaser, den ich vorher nicht gelesen hatte, kursiv geschrieben sind, was so viel bedeutet wie: Diese Leute haben dies und das zu sagen.

    Dann erst habe ich die Autoren-Bilder am linken Rand gesehen.

    Also. Haut auf SpOn rum wie er wollt. Ich finde: die Kritik an einem Artikel richte ich zuerst an den Autor, dann an das Medium.

  45. #45 cws
    30. Dezember 2009

    Die kritisierten Kritiker sind nicht alleine, wenn es um die mangelnde klimarelevante Kompetenz und Ausbildung geht. Sie stehen da an der Seite des Vorsitzenden des Weltklimarates, Rajendra Pachauri.

    Dazu auch:
    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5611640/Chef-des-Weltklimarats-wegen-Nebenjobs-im-Fokus.html
    und Wikipedia
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rajendra_Kumar_Pachauri

    Es ist eben nicht so einfach, dass man sagen kann: Es sind die Guten gegen die Bösen.

  46. #46 Jörg
    30. Dezember 2009
  47. #47 Jörg
    30. Dezember 2009
  48. #48 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Thilo
    ist wirklich eine Nebendebatte. Nils Simons Artikel macht es so, wie ich es erwartet hätte. Er kritisiert die Autoren für ihren Artikel. SpOn ist ja erstmal nur die Plattform, die ihnendie Möglichkeit bietet ihre Meinung kund zu tun. Es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren, wie viel der Redakteur redigiert hat oder nicht.

    Inhaltlich ist erst einmal der Autor verantwortlich. Er hat recherchiert, er hats geschrieben, er setzt seinen guten Namen dafür ein. Die Redaktion ist natürlich mitverantwortlich, weil sie ihm die Fläche bietet und ihren Namen “riskiert”. Da ist es natürlich das Risiko eines Redakteurs, wie viel er nachrecherchiert. Wenn ich mir Leute auf die Seite hole von dem Kaliber, tue ich das ja auch in der Hoffnung/dem Glauben, dass sie wissen was sie tun. Stellt sich nachher heraus, er hat/sie haben Bockmist verzapft, gibts natürlich Ärger, denn wie ihr richtig anmerkt, bin ich/meine Redaktion/mein Chef) natürlich mitverantwortlich. (“Ruf aus dem Chefredakteursbüro: “Welcher Vollidiot hat diesen Autor betreut?”) Dann überlege ich zweimal, ob ich von dem Autor noch mal einen Text nehme. Dass möchte ich dann eben nicht mehr mitverantworten. Oder aber man will ihn trotzdem haben, weil er so berühmt ist, dann habe ich die ganze Arbeit am Hals, weil der selbst bei einfachsten Dingen schludert (alles schon vorgekommen).

    Aber: Zuerst mal ist derjenige, der den Text schreibt inhaltlich verantwortlich, sonst kann ich es auch selbst schreiben. Deswegen setzt er ja seinen Namen darunter. Er muss es vertreten können und gegen Kritik verteidigen und ist deshalb auch die erste Anlaufstelle für Kritik. Sonst lass ich den Namen weg, und die Leute können sich bei mir, dem Redakteur, oder meinem Chef beschweren.

    Juristisch ist das dann nochmal was anderes. Aber das führt jetzt zu weit.

    Natürlich kann man trotzdem darüber diskutieren, warum ein Magazin einem Autor Platz zur Verfügung stellt und einen fehlerhaften Artikel publiziert.

    Hier finde ich aber gerade bei so “prominenten” Autoren (Fotos!) interessant, wieso sie für ihre These so einen Kram schreiben? Vielleicht wundert sich der Redakteur jetzt, oder ärgert sich und weist die Autoren darauf hin und bittet um Erklärung.

    Die würde mich jetzt auch mal interessieren.

    Genug jetzt aber auch. Nebenschauplatz zu.

  49. #49 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Thilo
    ist wirklich eine Nebendebatte. Nils Simons Artikel macht es so, wie ich es erwartet hätte. Er kritisiert die Autoren für ihren Artikel. SpOn ist ja erstmal nur die Plattform, die ihnendie Möglichkeit bietet ihre Meinung kund zu tun. Es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren, wie viel der Redakteur redigiert hat oder nicht.

    Inhaltlich ist erst einmal der Autor verantwortlich. Er hat recherchiert, er hats geschrieben, er setzt seinen guten Namen dafür ein. Die Redaktion ist natürlich mitverantwortlich, weil sie ihm die Fläche bietet und ihren Namen “riskiert”. Da ist es natürlich das Risiko eines Redakteurs, wie viel er nachrecherchiert. Wenn ich mir Leute auf die Seite hole von dem Kaliber, tue ich das ja auch in der Hoffnung/dem Glauben, dass sie wissen was sie tun. Stellt sich nachher heraus, er hat/sie haben Bockmist verzapft, gibts natürlich Ärger, denn wie ihr richtig anmerkt, bin ich/meine Redaktion/mein Chef) natürlich mitverantwortlich. (“Ruf aus dem Chefredakteursbüro: “Welcher Vollidiot hat diesen Autor betreut?”) Dann überlege ich zweimal, ob ich von dem Autor noch mal einen Text nehme. Dass möchte ich dann eben nicht mehr mitverantworten. Oder aber man will ihn trotzdem haben, weil er so berühmt ist, dann habe ich die ganze Arbeit am Hals, weil der selbst bei einfachsten Dingen schludert (alles schon vorgekommen).

    Aber: Zuerst mal ist derjenige, der den Text schreibt inhaltlich verantwortlich, sonst kann ich es auch selbst schreiben. Deswegen setzt er ja seinen Namen darunter. Er muss es vertreten können und gegen Kritik verteidigen und ist deshalb auch die erste Anlaufstelle für Kritik. Sonst lass ich den Namen weg, und die Leute können sich bei mir, dem Redakteur, oder meinem Chef beschweren.

    Juristisch ist das dann nochmal was anderes. Aber das führt jetzt zu weit.

    Natürlich kann man trotzdem darüber diskutieren, warum ein Magazin einem Autor Platz zur Verfügung stellt und einen fehlerhaften Artikel publiziert.

    Hier finde ich aber gerade bei so “prominenten” Autoren (Fotos!) interessant, wieso sie für ihre These so einen Kram schreiben? Vielleicht wundert sich der Redakteur jetzt, oder ärgert sich und weist die Autoren darauf hin und bittet um Erklärung.

    Die würde mich jetzt auch mal interessieren.

    Genug jetzt aber auch. Nebenschauplatz zu.

  50. #50 Ludmila
    30. Dezember 2009

    @Marcus: Klar, zuallererst sind die Autoren “schuld”. Aber so dumm sind die Redakteure, die das abnehmen ja auch nicht, dass die nicht wissen und erkennen sollten, dass das ein polemischer Text mit extrem starken Behauptungen ist. Meinst Du denn nicht auch, dass je stärker ein Text ist, auch die abnehmenden Redakteure mal zumindest mal am Rand nachsehen sollten, ob das überhaupt so stimmen kann, was die da verzapfen? Auch wenn die Autoren “nicht irgendwer” sind?

    Nur so am Rande: In meinem Arbeitsumfeld ziehen wir regelmäßig über SpON her und halten die Seite für einen schlecht getarnten Journalistenscherz. SpON hat in den letzten Jahren massiv auf Boulevardisierung gesetzt. Die auf Kosten der Qualität ging, die eh nie so besonders hoch war. Ich kann die Seite nicht mehr lesen.

    Und auch der Spiegel als Print genießt bei uns nicht unbedingt großes Vertrauen. Mein Chef bringt immer den Spruch: “BILD ist für Lieschen Müller und Spiegel für Dr. Lieschen Müller.” Ich gebe zu, früher hab ich den Spiegel sogar ganz gerne gelesen. Inzwischen bin ich entweder dem Blatt irgendwie entwachsen oder aber das Niveau ist massiv abgestürzt. Ok, Spiegel halte ich immer noch für besser als Focus und Stern. Immerhin. Aber das kann auch eher an meinem Geschmack liegen, weil mir Focus und Stern zu konservativ sind.

  51. #51 CO2-Maschine
    30. Dezember 2009

    Was stand sonst noch so im Artikel?
    – Der prognostizierte Klimatrend wurde als wissenschaftlich stabil geschildert.
    – Ein Plädoyer für demokratiebasierte Lösungen als die Geeignetesten wurde gehalten.

    Bei Punkt 2 bin ich anderer Meinung: Hier wird in Wirklichkeit mit einem ganz billigem Trick der Idee einer totalitären Weltregierung (natürlich zu unser allem Wohle) unter dem Deckmantel der Warnung zunächst noch ganz vorsichtig – garniert mit Alibibeteuerungen zum Modell ‘Demokratie’ – der Weg bereitet.

    Der Artikel strotzt nur so von Argumenten, die nur scheinbar das Infragestellen des Modells ‘Demokratie’ kritisieren, tatsächlich aber massiv unterstützen.

    Punkt 1 (“als wissenschaftlich stabil geschildert”) wird einem nochmal per Dauer-Gehirnwäsche eingehämmert, obwohl das Gegenteil der Fall ist! Was geht hier eigentlich inzwischen ab?

    Dr. Nils-Axel Mörner (Stockholm University, Schweden; past president (1999-2003) of the INQUA Commission on Sea Level Changes and Coastal Evolution, and
    leader of the Maldives Sea Level Project) zur Mär des Meeresspiegelanstieges:

    “Claim That Sea Level Is Rising Is a Total Fraud”
    http://www.larouchepub.com/eiw/public/2007/2007_20-29/2007-25/pdf/33-37_725.pdf

  52. #52 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Ludmilla

    mir ging es nur um die richtige Reihenfolge. Die Autoren wurden im Thilos Kritik mit keinem Wort erwähnt, er sprach nur von den Spiegel Redakteuren. ich hatte den Eindruck es müsse sich um einen Artikel eines der Redakteure handeln. Dann klickte ich auf den KLink und war völlig überrascht, dass es kein Artikel von einem Kollegen war, sondern von zwei Wissenschaftlern, die über Wissenschaftler schreiben.

    Da würde ich eigentlich erwarten, dass man sich zuerst bei denen/über diese beschwert und nicht dem Reflex folgt “Boah, SpOn ist ja so doof.” Das kann man dann ja immer noch machen.

  53. #53 Ludmila
    30. Dezember 2009

    @Marcus: Wird nicht auch die BILD verklagt, wenn was Falsches in der Zeitung steht und nicht der Autor? Ist es nicht schon so, dass große Medien alleine aufgrund der großen Leserzahl mehr Verantwortung für Mist übernehmen müssen als ein einzelner Autor? Der erst gar nicht von derart vielen Leuten gelesen worden wäre, wenn die SpON-Redaktion dem das nicht abgenommen hätte?

    SpON ist immer noch – egal wie gut oder schlecht die Qualität ist – eine recht populäre Plattform, die viel gelesen wird. Und jetzt nenn mich altmodisch, aber irgendwie denke ich, dass ein Medium, mit derart vielen Lesern es mehr verdient einen auf den Deckel zu bekommen als irgendeine obskure Webseite von zwei Autoren, die eh von niemandem gelesen wird.

    Große Plattform + doofe Autoren = ungleich mehr Schaden = mehr Schelte

    Ok, inzwischen scheint es ganz modern zu sein so zu tun, als ob Journalismus oder auch Bildung irgendein x-beliebiges Wirtschaftsprodukt sei. Komischerweise wird dann aber andererseits immer noch so getan, als ob es doch kein normales Produkt sei, wenn es denn in den Kram passt. Wenn z.B. das “Recht der Öffentlichkeit auf Information” beschworen wird. Meist in Zusammenhang mit irgendeiner Peinlichkeit eines echten oder gefühlten Prominenten oder beim Versuch eine trauernde Familie Gaffern vorzuführen.

    So ein bisschen muss man sich schon entscheiden: Wer Rechte in Anspruch nimmt und das tun die großen Medien mit schöner Regelmäßigkeit, muss auch die entsprechende Verantwortung tragen.

    Insofern finde ich es schon richtig zuerst zu schreiben, dass SpON doof ist und erst hinterher die verantwortlichen Autoren vorzuführen. Umgekehrt, wenn es ganz gut läuft, tut SpON ja auch nicht so, als ob die nichts mit dem tollen Artikel zu tun haben.

  54. #54 ff
    30. Dezember 2009

    Es ist sehr ungewöhnlich die Autorenschaft eines Artikels durch eine Aussage wie “Die Wissenschaftler Nico Stehr und Hans von Storch warnen vor dieser antidemokratischen Strömung.” quasi en passant offenzulegen.

    Keine Ahnung, was man sich beim SPOn dabei gedacht hat, Moment, …, ich prüfe noch mal was, …, gleich wieder da, …, OK, es gibt da beim SPIEGEL den Publizisten Henryk M. Broder. Dessen Rezensionen, Polemiken etc. sind anscheinend immer korrekt gekennzeichnet, manchmal auch durch ein “HMB meint” gleich am Anfang, um klarer herauszustellen, dass der Leser es mit einer Meinung zu tun hat, die nicht redaktionskonform sein muss.

    Also bei diesem Artikel wars ein wenig merkwürdig mit der Autorenschaft, auch diese dann vom Text her schnell klar wird. Das kann ja keine SPOn-Kraft geschrieben haben.

    Wobei es natürlich grundsätzlich sehr gut ist, wenn Radketeure auch solche Essays “abnehmen”. 🙂

  55. #55 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Ludmilla
    Insofern finde ich es schon richtig zuerst zu schreiben, dass SpON doof ist und erst hinterher die verantwortlichen Autoren vorzuführen.

    Thilo hat die Autoren mit keinem Wort erwähnt auch nicht hinterher. Er ist überhaupt nicht darauf eingegangen, wer das alles geschrieben hat. Niemand von Euch hat ein Wort über die Autoren verloren. Wer sie sind? Was ihre Motivation sein könnten, dies zu schreiben, ob sie überhaupt qualifiziert sind?

    Thilo sagt, er kennt sie nicht. Okay. Möglicherweise war ihm gar nicht klar, dass der Text nicht von Spiegel-Redakteuren geschrieben wurde, sondern von Wissenschaftlern, die sich seit einigen Jahren zum Thema äußern (kann er uns ja beantworten).

    Ich habe auch erst gedacht: Moment, wer hat das denn geschrieben? Normalerweise steht das ja zwischen Teaser und Haupttext oder am Ende (Kürzel). Fehlanzeige. Dann erst sah ich, dass die Namen im Teaser, den ich vorher nicht gelesen hatte, kursiv geschrieben sind, was so viel bedeutet wie: Diese Leute haben dies und das zu sagen.

    Dann erst habe ich die Autoren-Bilder am linken Rand gesehen.

    Also. Haut auf SpOn rum wie er wollt. Ich finde: die Kritik an einem Artikel richte ich zuerst an den Autor, dann an das Medium.

  56. #56 ff
    30. Dezember 2009

    Ich habe jetzt gerade die Autoren-Bilder im linken Bereich gesehen, man hat mit der Zeit vermutlich einen reklamemeidenden und textboxen fixierten Tunnelblick entwickelt. 🙂
    Dort, wo die Nennung der Autoren normalerweise erfolgt, also zu Artikelbeginn oder am Ende, stand nüscht.

    OK, Thilo schreibt weiter oben, dass er die Autorenschaft zur Kenntnis genommen hat. Ich will das nicht bewerten. Wirklich nicht.

    Niemand von Euch hat ein Wort über die Autoren verloren. Wer sie sind? Was ihre Motivation sein könnten, dies zu schreiben, ob sie überhaupt qualifiziert sind?

    muss aber doch zurückgewiesen werden. 🙂

    Beste Grüße!
    ff

  57. #57 Alex
    30. Dezember 2009

    Also deutlicher als mit Autorenfotos, Kurzbiographie und Erwähnen im Vorspann kann man einen Gastbeitrag ja fast nicht mehr kennzeichnen. Soll die Redaktion vielleicht in blinkender Schrift noch “Achtung, Diskussionsbeitrag/Polemik von zwei Forschern!” drüberschreiben?
    Aber immer wieder putzig die Beißreflexe à la “Alle Spiegel-Redakteure sind blöd, wollen nur manipulieren, und früher war eh alles viel besser” 😉

    Und inhaltlich: Warum haben Forscher, die sich mit den medizinischen, politischen und philosophischen Aspekten des Klimawandels beschäftigen “beruflich mit der Klimaforschung nichts zu tun”? Dürfen sich nur Hardcore-Klimatologen zum Thema äußern (und als Klimaforscher tituliert werden)? Das erscheint mir doch ein ziemlich eingeschränktes Weltbild.

    Ach ja, der Anreißer auf der SB-Startseite

    Warum Journalisten und andere Ahnungslose die Klimaforscher in ein falsches Licht rücken: Thilo Kuessner weiß mehr.

    ist schon etwas … gewagt.

  58. #58 Thilo
    30. Dezember 2009

    @ Alex: Der Anreißer ist nicht von mir.

    @ Marcus Anhäuser: Das ist zwar ein Nebenschauplatz, aber vielleicht kannst Du uns ja als Insider aufklären: Fallen namentlich unterschriebene Artikel nicht in die Verantwortung der Redaktion? Mir scheint, daß mindestens die Hälfte der Artikel auf Spiegel Online mit Namen des Autors versehen sind. Sind das dann alles Artikel, für die Spiegel Online gar nicht verantwortlich ist?

    Thilo hat die Autoren mit keinem Wort erwähnt auch nicht hinterher. Er ist überhaupt nicht darauf eingegangen, wer das alles geschrieben hat. Niemand von Euch hat ein Wort über die Autoren verloren. Wer sie sind? Was ihre Motivation sein könnten, dies zu schreiben, ob sie überhaupt qualifiziert sind?

    M.E. wäre es Aufgabe der Redaktion zu prüfen, wie objektiv die Autoren sind, dafür ist sie schließlich da. Wenn mich die Privatmeinung irgendwelcher Leute interessiert, kann ich auch deren private Webseite lesen. Wenn ein Artikel dagegen in einer Zeitschrift erscheint, gehe ich jedenfalls davon aus, daß die FAKTISCHE Korrektheit der aufgestellten Behauptungen überprüft wurde.

    @ ff: Der Vergleich mit Broder hinkt ein wenig. Bei Broder weiß tatsächlich jeder Leser, wer er ist. Bei Wissenschaftlern ist das per se nicht der Fall, deren Namen kennt außerhalb des eigenen Fachgebiets in der Regel niemand.

  59. #59 Jörg
    30. Dezember 2009
  60. #60 ff
    30. Dezember 2009

    Wobei das Potsdam-Memorandum einerseits mit der Forderung nach einem globalen Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft kommt, dabei bereits spezielle Weltorganisationen im Auge hat und sich anderseits, für mich sehr überraschend, gar nicht mit der Frage beschäftigt, wie sich die geforderten Maßnahmen durch freiheitliche demokratische Systeme zusammen mit Diktaturen umsetzen lassen. Das interessiert die Teilnehmer gar nicht – wobei diese sich ansonsten nun wirklich nicht gerade in politischer Zurückhaltung üben.
    (Bemerkenswert auch die kleinen Abweichungen zum deutschsprachigen Text, LOL.)

    MFG
    ff

  61. #61 Thilo Kuessner
    30. Dezember 2009

    @ ff: ????
    Die einzige “Weltorganisation”, von der im verlinkten Memorandum die Rede ist, ist die GEOSS.

  62. #62 ff
    30. Dezember 2009

    @Thilo
    Ergänzend:
    “dabei bereits spezielle zu konstituierende Weltorganisationen im Auge hat” – soll ich die noch skizzieren?
    Es ist in der Tat dieses Potsdam-Memorandum, da folge ich gerne dem von Jörg verlinkten Kommentar, dass v.Storch und Stehr zu ihrer Streitschrift motiviert haben könnte. Eine andere Motivlage sehe ich noch in der besonderen Kenntnis v.Storchs die Klimatologie bzw. deren Personal betreffend. Das aber nur nebenbei. 🙂

  63. #63 Thilo Kuessner
    30. Dezember 2009

    soll ich die noch skizzieren?

    Es wäre in der Tat ganz nett, wenn Sie Ihre vagen Andeutungen ein wenig konkretisieren und z.B. mit Zitaten belegen würden.

  64. #64 ff
    30. Dezember 2009

    Ich appelliere da jetzt aber wirklich an Fähigkeiten i.p. Textverständnis, aber gut, wenns denn sein muss, habb aber eigentlich kein Bock.

    Stellen Sie sich aufzusetzenden globalen Institutionen [1], die das Papier im Rahmen der geforderten “G[sic]roßen Transformation” impliziert, einfach mal vor, Beispiele:
    – globale C02-Behörde, die Messwerte verwaltet
    – globales “Finanzministerium” für die Zwecke der Umverteilung (“multinationales Finanzierungssystem”)
    – ein globaler Sanktionierungsapparat (die UN könnte hier geboosted werden)
    – ein weltweiter Förderapparat für Klimatechnologien müsste bereit stehen (“Portfolioansatz”)
    – dann im Rahmen der geforderten “Zielvereinbarung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft” noch verschiedenste Apparate, die die Umsetzung bearbeiten, “Innovationsprogramme” für die Grundbedürfnisse (“Energie, Luft, Wasser, Nahrung, Gesundheit”)

    Aus dem Memorandum kann man noch wesentlich mehr herausholen, da steckt doch wirklich alles drin, LOL. 🙂

    Jedenfalls, wie dem auch sei, äh, …, diese Perspektive schmeckt jedenfalls wohl einigen nicht, auch wenn sie m.E. eine lächerliche Utopie ist, Nils Simon meint hierin eine mögliche Motivationslage für die hier erörterte Streitschrift erkannt zu haben. Und da gebe ich ihm gerne recht, auch wenn letztlich nur die beiden Wissenschaftler selbst wissen, warum sie losgelegt haben. (BTW, wissen Sie genau, warum Sie sich zur Rezension haben hinreißen lassen? 🙂

    [1] bi- oder nlateral (und vielleicht noch en passant) geht da nüscht mehr

    Ganz voraussichtlich bis 2010 (es kann dort auch ein wenig später werden), guten Rutsch und so!!
    ff

  65. #65 Thilo Kuessner
    30. Dezember 2009

    Aus dem Memorandum kann man noch wesentlich mehr herausholen

    Wenn man über genügend Phantasie verfügt, zweifellos….

    Also, wo ist denn nun im Memorandum von “zu konstituierenden Weltorganisationen” die Rede?

  66. #66 Marcus Anhäuser
    30. Dezember 2009

    @Thilo
    ist wirklich eine Nebendebatte. Nils Simons Artikel macht es so, wie ich es erwartet hätte. Er kritisiert die Autoren für ihren Artikel. SpOn ist ja erstmal nur die Plattform, die ihnendie Möglichkeit bietet ihre Meinung kund zu tun. Es ist jetzt müßig darüber zu spekulieren, wie viel der Redakteur redigiert hat oder nicht.

    Inhaltlich ist erst einmal der Autor verantwortlich. Er hat recherchiert, er hats geschrieben, er setzt seinen guten Namen dafür ein. Die Redaktion ist natürlich mitverantwortlich, weil sie ihm die Fläche bietet und ihren Namen “riskiert”. Da ist es natürlich das Risiko eines Redakteurs, wie viel er nachrecherchiert. Wenn ich mir Leute auf die Seite hole von dem Kaliber, tue ich das ja auch in der Hoffnung/dem Glauben, dass sie wissen was sie tun. Stellt sich nachher heraus, er hat/sie haben Bockmist verzapft, gibts natürlich Ärger, denn wie ihr richtig anmerkt, bin ich/meine Redaktion/mein Chef) natürlich mitverantwortlich. (“Ruf aus dem Chefredakteursbüro: “Welcher Vollidiot hat diesen Autor betreut?”) Dann überlege ich zweimal, ob ich von dem Autor noch mal einen Text nehme. Dass möchte ich dann eben nicht mehr mitverantworten. Oder aber man will ihn trotzdem haben, weil er so berühmt ist, dann habe ich die ganze Arbeit am Hals, weil der selbst bei einfachsten Dingen schludert (alles schon vorgekommen).

    Aber: Zuerst mal ist derjenige, der den Text schreibt inhaltlich verantwortlich, sonst kann ich es auch selbst schreiben. Deswegen setzt er ja seinen Namen darunter. Er muss es vertreten können und gegen Kritik verteidigen und ist deshalb auch die erste Anlaufstelle für Kritik. Sonst lass ich den Namen weg, und die Leute können sich bei mir, dem Redakteur, oder meinem Chef beschweren.

    Juristisch ist das dann nochmal was anderes. Aber das führt jetzt zu weit.

    Natürlich kann man trotzdem darüber diskutieren, warum ein Magazin einem Autor Platz zur Verfügung stellt und einen fehlerhaften Artikel publiziert.

    Hier finde ich aber gerade bei so “prominenten” Autoren (Fotos!) interessant, wieso sie für ihre These so einen Kram schreiben? Vielleicht wundert sich der Redakteur jetzt, oder ärgert sich und weist die Autoren darauf hin und bittet um Erklärung.

    Die würde mich jetzt auch mal interessieren.

    Genug jetzt aber auch. Nebenschauplatz zu.

  67. #67 Thilo Kuessner
    31. Dezember 2009

    Zuerst mal ist derjenige, der den Text schreibt inhaltlich verantwortlich, sonst kann ich es auch selbst schreiben. Deswegen setzt er ja seinen Namen darunter. Er muss es vertreten können und gegen Kritik verteidigen und ist deshalb auch die erste Anlaufstelle für Kritik. Sonst lass ich den Namen weg, und die Leute können sich bei mir, dem Redakteur, oder meinem Chef beschweren.

    Ich dachte immer, der Mehrwert von Zeitungen (z.B. gegenüber Blogs) bestünde gerade darin, daß eine redaktionelle Bearbeitung stattfindet und daß in einer Zeitung nicht einfach jeder seine persönliche, subjektive Sicht der Dinge darstellen kann. (Oder zumindest, daß solche subjektiven “Interpretationen” dann auch klar als Meinung und nicht als Tatsache gekennzeichnet werden.)

  68. #68 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    daß eine redaktionelle Bearbeitung stattfindet
    tja, manchmal mehr, manchmal weniger. Und es muss nicht immer ein Vorteil sein.
    Auch im Peerreview-Prozess rutscht schon mal was durch. Und mancher Redakteur hat so manchen Artikel auch schon verschlimmbessert, aber auch gerettet.

    daß in einer Zeitung nicht einfach jeder seine persönliche, subjektive Sicht der Dinge darstellen kann.
    Nicht jeder, aber ausgesuchte Persönlichkeiten, wie diese Autoren zum Beispiel, in der Hoffnung/dem Glauben, Sie haben was substanzielles beizutragen. Und damit man weiß, dass dies eine explizite Sicht dieser Autoren ist, stellt man sie mit Bild und kurzer Erklärung vor.

  69. #69 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    daß eine redaktionelle Bearbeitung stattfindet
    tja, manchmal mehr, manchmal weniger. Und es muss nicht immer ein Vorteil sein.
    Auch im Peerreview-Prozess rutscht schon mal was durch. Und mancher Redakteur hat so manchen Artikel auch schon verschlimmbessert, aber auch gerettet.

    daß in einer Zeitung nicht einfach jeder seine persönliche, subjektive Sicht der Dinge darstellen kann.
    Nicht jeder, aber ausgesuchte Persönlichkeiten, wie diese Autoren zum Beispiel, in der Hoffnung/dem Glauben, Sie haben was substanzielles beizutragen. Und damit man weiß, dass dies eine explizite Sicht dieser Autoren ist, stellt man sie mit Bild und kurzer Erklärung vor.

  70. #70 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    ich glaube das ist seit dem Relaunch so. Ich habe es auch erst übersehen … Spricht gegen das Layout.

  71. #71 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    ich glaube das ist seit dem Relaunch so. Ich habe es auch erst übersehen … Spricht gegen das Layout.

  72. #72 ff
    31. Dezember 2009

    Ich dachte immer, der Mehrwert von Zeitungen (z.B. gegenüber Blogs) bestünde gerade darin, daß eine redaktionelle Bearbeitung stattfindet und daß in einer Zeitung nicht einfach jeder seine persönliche, subjektive Sicht der Dinge darstellen kann.

    Tja, man lernt immer hinzu, allerdings ist auch diese Ihre neue Sicht wieder falsch (“daß in einer Zeitung jeder seine persönliche, subjektive Sicht der Dinge darstellen kann”). Redakteure folgen grundsätzlich[1] einer vorgegebenen journalistischen Linie, bei der SZ oder FR beispielsweise einer Linie, die man sozialdemokratisch oder linksliberal nennen könnte (Achtung: das ist auch wieder nur eine Sicht auf diese Linie), in aller Regel haben sie aber Handlungsspielraum, wie sich das auch gehört.

    In diesem speziellen Fall haben wir es mit einem Gast-Beitrag, mit einer Streitschrift, wie ich finde, zu tun. So etwas ist durchaus üblich, die Redaktion macht sich die veröffentlichte Meinung nicht zu eigen, distanziert sich vielleicht sogar (auf Anfrage beispielsweise) davon, genügt aber ihren Standards und erfüllt ihre Aufgabe als “Vierte Gewalt”.

    [1] Es kann also Ausnahmen geben, diese sind oft auch vorgesehen.

    Beste Grüße!
    ff

  73. #73 ff
    31. Dezember 2009

    Also, wo ist denn nun im Memorandum von “zu konstituierenden Weltorganisationen” die Rede?

    Sagt Ihnen “Implikation” etwas?
    Egal, ich habs versucht zu erklären.

    Grüße!
    ff

  74. #74 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Nils
    interessanter Hinweis. Bliebe nur darauf hinzuweisen, dass in der Diplomarbeit “nur” das Printmagazin betrachtet wurde und nicht Spiegel Online. Beide haben eigene Redaktionen und Chefs. Ob sich das auswirkt kann ich nicht sagen. Wichtig wäre vielleicht auch noch, dass es zwischenzeitlich Wechsel in der Chefredaktion gegeben hat (2008), was ja einen Einfluss auf die Blattlinie und auch die Art der Berichterstattung über Klima usw. beeinflusst haben könnte.

    ich wünsch ein frohes Neues. 🙂

  75. #75 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Nils
    interessanter Hinweis. Bliebe nur darauf hinzuweisen, dass in der Diplomarbeit “nur” das Printmagazin betrachtet wurde und nicht Spiegel Online. Beide haben eigene Redaktionen und Chefs. Ob sich das auswirkt kann ich nicht sagen. Wichtig wäre vielleicht auch noch, dass es zwischenzeitlich Wechsel in der Chefredaktion gegeben hat (2008), was ja einen Einfluss auf die Blattlinie und auch die Art der Berichterstattung über Klima usw. beeinflusst haben könnte.

    ich wünsch ein frohes Neues. 🙂

  76. #76 Thilo
    31. Dezember 2009

    “Implikation” bedeutet, daß B logisch aus A folgt. Das ist hier aber nicht der Fall. Sie unterstellen Ihre eigenen Schlußfolgerungen den Autoren des Memorandums. Das hat mit Logik nichts zu tun.

  77. #77 ff
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    Es ging um die Interpretation eines Artikels von Nils Simon, der eine mögliche Motivation v.Storchs und Stehrs interpretierte, die wiederum von mir interpretatorisch und auf Ihren Wunsch hin bearbeitet worden ist.

    Drspockmässig kann ich auch, wenn gewünscht. 😉

    Will mich aber nicht weiter rechtfertigen, die Politik und erst recht die Realität ist komplex, man behilft sich halt mit der so genannten Analyse.

    Macht den Braten aber nicht mehr fett, die Anlese ist verschwunden und einige Aspekte Ihrer Kritik am Artikel teile ich gerne.

    Grüße!
    ff

  78. #78 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    daß eine redaktionelle Bearbeitung stattfindet
    tja, manchmal mehr, manchmal weniger. Und es muss nicht immer ein Vorteil sein.
    Auch im Peerreview-Prozess rutscht schon mal was durch. Und mancher Redakteur hat so manchen Artikel auch schon verschlimmbessert, aber auch gerettet.

    daß in einer Zeitung nicht einfach jeder seine persönliche, subjektive Sicht der Dinge darstellen kann.
    Nicht jeder, aber ausgesuchte Persönlichkeiten, wie diese Autoren zum Beispiel, in der Hoffnung/dem Glauben, Sie haben was substanzielles beizutragen. Und damit man weiß, dass dies eine explizite Sicht dieser Autoren ist, stellt man sie mit Bild und kurzer Erklärung vor.

  79. #79 Thilo Kuessner
    31. Dezember 2009

    Und damit man weiß, dass dies eine explizite Sicht dieser Autoren ist, stellt man sie mit Bild und kurzer Erklärung vor.

    Das sollte man dann aber unter dem Artikel tun. Links im Werbe- und Hintergrundblock bemerkt es doch niemand.

  80. #80 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Thilo
    ich glaube das ist seit dem Relaunch so. Ich habe es auch erst übersehen … Spricht gegen das Layout.

  81. #81 ff
    31. Dezember 2009

    @Marcus
    Wir wollen doch gerne festhalten, dass die beiden Kapazitäten ein Recht haben sich frei von redaktioneller Bindung zu äußern und dass deren Äußerungen typischerweise, wenn überhaupt, nur durch die Wahl des Mediums in einen besonderen Kontext gestellt werden können?!
    Die Kritik am Vortrag fiele somit großteilig auf die Autoren zurück und nicht auf das Pubilkationsmedium.

    Hmmm, ich habe einige Ihrer Arbeiten gescannt, sieht gut aus BTW; die Wissenschaftskommunikation wird eine ganz wichtige Rolle haben (einnehmen, kann man ja nicht sagen), also auch Ihnen weiterhin viel Erfolg und die ausgezeichneten S-Blogs werden hier sicherlich profitieren.

    Beste Grüße,
    guten Rutsch und so!
    ff

  82. #82 Nils Simon
    31. Dezember 2009

    Witzig, drei Leute bloggen darüber und finden gleichzeitig und unabhängig voneinander kein gutes Haar an dem Artikel. Ich habe die aktuellen Kapriolen des ehemaligen Nachrichtenmagazins mal zum Anlass genommen, eine zwei Jahre alte Diplomarbeit über die Spiegel-Berichterstattung zum Klimawandel aufzuwärmen. Das erklärt vielleicht einiges.

  83. #83 Marcus Anhäuser
    31. Dezember 2009

    @Nils
    interessanter Hinweis. Bliebe nur darauf hinzuweisen, dass in der Diplomarbeit “nur” das Printmagazin betrachtet wurde und nicht Spiegel Online. Beide haben eigene Redaktionen und Chefs. Ob sich das auswirkt kann ich nicht sagen. Wichtig wäre vielleicht auch noch, dass es zwischenzeitlich Wechsel in der Chefredaktion gegeben hat (2008), was ja einen Einfluss auf die Blattlinie und auch die Art der Berichterstattung über Klima usw. beeinflusst haben könnte.

    ich wünsch ein frohes Neues. 🙂

  84. #84 Nils Simon
    31. Dezember 2009

    Marcus: Das würde mich auch sehr interessieren. Da müsste sich mal ein Medienwissenschaftler mit einem Seminar dransetzen, würde bestimmt ein spannender Sammelband bei rauskommen.

    Dir auch nen guten Rutsch 🙂

  85. #85 Alexander Müller
    5. Januar 2010

    Autoritäre Regime neigen dazu Menschen- und Bürgerrechte zu missachten. Dass möglicherweise zuwenig gegen die Klimaerwärmung unternommen wird, liegt auch an den Klimaforschern selbst. Diese sprechen nämlich keineswegs mit einer Stimme. Wem soll man als Bürger glauben, wenn sich zwei Klimaforscher widersprechen? Was soll man als Bürger denken, wenn man darüber informiert wird, dass Hacker herausgefunden haben, dass es Klimaforscher gibt, die Daten verfälscht haben? Was soll man von der Klimaforschung halten, wenn die Meteorologen noch nicht einmal in der Lage sind das Wetter für die nächsten 7 Tage exakt zu bestimmen? Wie will man da Klimaveränderungen für die nächsten 50 Jahre voraussagen? Auch das mit dem CO2 ist mir als Bürger nicht klar. Man sagt, dass es zur Klimaerwärmung beitrage. Es gibt aber Wissenschaftler, die sagen, dass die CO2-Konzentration angestiegen sei weil die Temperatur angestiegen ist. Sprich, dass im Meer gelagertes CO2 aufgrund einer höheren Wassertemperatur freigesetzt wird und in die Luft gelangt. Dann gibt es Wissenschaftler die sagen, dass es bereits vor der Erfindung des Verbrennungsmotors auf diesem Planeten Zeitepochen gegeben hat, in denen die CO2-Konzentration höher war als heute. Wie wärs, wenn die Klimaforscher diese Dinge einmal für den Laien klar und verständlich darlegen und klären würden? Das wäre doch viel gescheiter als nach einer Diktatur zu schreien!

  86. #86 Alexander Müller
    5. Januar 2010

    Autoritäre Regime neigen dazu Menschen- und Bürgerrechte zu missachten. Dass möglicherweise zuwenig gegen die Klimaerwärmung unternommen wird, liegt auch an den Klimaforschern selbst. Diese sprechen nämlich keineswegs mit einer Stimme. Wem soll man als Bürger glauben, wenn sich zwei Klimaforscher widersprechen? Was soll man als Bürger denken, wenn man darüber informiert wird, dass Hacker herausgefunden haben, dass es Klimaforscher gibt, die Daten verfälscht haben? Was soll man von der Klimaforschung halten, wenn die Meteorologen noch nicht einmal in der Lage sind das Wetter für die nächsten 7 Tage exakt zu bestimmen? Wie will man da Klimaveränderungen für die nächsten 50 Jahre voraussagen? Auch das mit dem CO2 ist mir als Bürger nicht klar. Man sagt, dass es zur Klimaerwärmung beitrage. Es gibt aber Wissenschaftler, die sagen, dass die CO2-Konzentration angestiegen sei weil die Temperatur angestiegen ist. Sprich, dass im Meer gelagertes CO2 aufgrund einer höheren Wassertemperatur freigesetzt wird und in die Luft gelangt. Dann gibt es Wissenschaftler die sagen, dass es bereits vor der Erfindung des Verbrennungsmotors auf diesem Planeten Zeitepochen gegeben hat, in denen die CO2-Konzentration höher war als heute. Wie wärs, wenn die Klimaforscher diese Dinge einmal für den Laien klar und verständlich darlegen und klären würden? Das wäre doch viel gescheiter als nach einer Diktatur zu schreien!

  87. #87 Sophie
    5. Januar 2010

    Ihr Anhnungslosen (sorry für die Deutlichkeit),

    selbst in angeblich liberalen Zeitungen wie der SZ sind längst Leitartikel erschienen, die feststellten, dass das KLimaproblem die Demokratie an ihre Grenze führe, die Demokratie das Klimaproblem nicht lösen könnte (SZ-Autor: Andreas Zielke).

    Also, bitte. Das Thema ist tatächlich hoch relevant. Es geht womöglich wirklich bald ums Ganze (um die Gesellschaftsform). Das Thema sollte also unbedingt ernsthaft und klug diskutiert werden.

    Gruß

  88. #88 Thilo Kuessner
    5. Januar 2010

    @ Sophie:
    Primär ging es im Beitrag oben darum, daß im SpOn-Artikel namentlich genannte Klimaforscher wie Hansen gezielt in die Nähe von Aussagen gerückt werden, die sie nie getätigt haben. Das ist schlichter Rufmord.

  89. #89 Alexander Müller
    5. Januar 2010

    Autoritäre Regime neigen dazu Menschen- und Bürgerrechte zu missachten. Dass möglicherweise zuwenig gegen die Klimaerwärmung unternommen wird, liegt auch an den Klimaforschern selbst. Diese sprechen nämlich keineswegs mit einer Stimme. Wem soll man als Bürger glauben, wenn sich zwei Klimaforscher widersprechen? Was soll man als Bürger denken, wenn man darüber informiert wird, dass Hacker herausgefunden haben, dass es Klimaforscher gibt, die Daten verfälscht haben? Was soll man von der Klimaforschung halten, wenn die Meteorologen noch nicht einmal in der Lage sind das Wetter für die nächsten 7 Tage exakt zu bestimmen? Wie will man da Klimaveränderungen für die nächsten 50 Jahre voraussagen? Auch das mit dem CO2 ist mir als Bürger nicht klar. Man sagt, dass es zur Klimaerwärmung beitrage. Es gibt aber Wissenschaftler, die sagen, dass die CO2-Konzentration angestiegen sei weil die Temperatur angestiegen ist. Sprich, dass im Meer gelagertes CO2 aufgrund einer höheren Wassertemperatur freigesetzt wird und in die Luft gelangt. Dann gibt es Wissenschaftler die sagen, dass es bereits vor der Erfindung des Verbrennungsmotors auf diesem Planeten Zeitepochen gegeben hat, in denen die CO2-Konzentration höher war als heute. Wie wärs, wenn die Klimaforscher diese Dinge einmal für den Laien klar und verständlich darlegen und klären würden? Das wäre doch viel gescheiter als nach einer Diktatur zu schreien!

  90. #90 Thilo Kuessner
    6. Januar 2010

    @ A.Müller:
    http://www.scienceblogs.de/primaklima/ beantwortet viele dieser Fragen.

  91. #91 Kai Laborenz
    6. Januar 2010

    @Alexander
    Es gibt kein wissenschaftliches Thema, zu dem es nicht (mindestens) eine Minderheitentheorie gibt. Es gibt auch Leute, die die Evolutionstheorie nicht “glauben” wollen und es noch nicht so lange her, dass auch eine “flache” Erde noch ihre Anhänger hatte (http://de.wikipedia.org/wiki/Flat_Earth_Society).

    Das Problem ist, dass es bei der Frage ums Klima und erst Recht wenn es um die daraus folgenden Maßnahmen geht, (wirtschaftliche und ideologische) Verlierer gibt, die diese Minderheitenpostionen unterstützen und ihnen dadurch eine gefühlte Bedeutung verleihen, die sie in Wahrheit nicht haben.

    Tatsächlich sind sich die Experten in den grundlegenden Fragen sehr weitgehend einig und Kritik an wichtigen Elementen der Theorie hat sich bisher immer entweder als fehlerhaft oder absichtlich manipulativ entpuppt.
    Die gehackten Email sind ein gutes Beispiel für diese Art Desinformationspolitik. Dazu mehr unter http://www.huffingtonpost.com/2009/12/12/climate-change-science-no_n_389783.html oder http://www.youtube.com/watch?v=P70SlEqX7oY .

    Das oben verlinkte Klimablog ist eine gute Anlaufstelle (auch um mal die Diskussionen mitzuerleben), etwas tiefer in die Materie geht es auf http://realclimate.org.

    Tatsächlich schreit niemand nach einer Diktatur (außer vielleicht ein paar “Libertäre”, die dringend ein passendes Feindbild brauchen).

  92. #92 Moiseev18VLADISLAV
    19. Oktober 2010

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    18. September 2012