Was haben wir hier in den Bergen von Massachusetts schon alles gesehen? Fischotter und Biber, Purpurgimpel und Stachelschweine – und heute kommt ein Bär dazu. Ursus americanus, der amerikanische Schwarzbär. Vergangene Nacht streunte er um unser Haus, plünderte den Komposthaufen und zerlegte den Vogelfutterspender (der eigentlich bärensicher montiert war, aber das wusste der Bär wohl nicht). Wie es sich für einen Allesfresser gehört. Falls es eines Beweises bedarf, dass ich ein unverbesserlicher Optimist bin: Ich habe versucht, diesen Schwarzbären in einer finsteren Nacht (der Beinahe-Vollmond war hinter einer dicken Wolkendecke verborgen) ohne Blitz zu fotografieren – und das kam dabei heraus:
IMG_0046
Selbst mit dem Besten, was meine Bildbearbeitungssoftware hergibt, ist da leider nur ein Schatten zu erkennen. Aber durchs Fenster mit Blitzlicht fotografieren geht halt nicht, und rausgehen – nee, das wollte ich dann doch nicht. Nicht nur wegen der rund 200 Kilo Schwarzbär, die durchaus ungemütlich werden können, sondern vor allem auch wegen des unerträglichen Regens. Nasskalt ist’s hier, da würde selbst ein November neidisch …

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Kommentare (12)

  1. #1 michael
    26. Mai 2013

    Ein eigenen Hausbären. Ist doch was.

  2. #2 griesl
    26. Mai 2013

    ging dir das herz ? wahrscheinlich, ansonsten würdest du ja nicht darüber schreiben.
    tolle erfahrung.
    mensch und natur.
    mich irritiert der umstand, dass du es auf subjektive wetterumstände schiebst, die dir ein näherkommen verweigerten. warum nicht einsehn, dass du furchtsam/ehrfürchtig warst und deshalb nicht die nähe gesucht hast.

    ich würde schutz suchen bzw mich in dieser wähnen wollen. selbst wenn die sonne scheint, würde ich mich ohne kenntnis der verhaltensweisen, nicht an ein potentiell gefährliches tier ranwagen.

    ps. unterstellung ist gratis 😉

  3. #3 verbannt
    26. Mai 2013

    Hier sind ja Nachts alle Katzen grau, scheint, die Schwarzbären ändern ihre Farbe nicht. 🙂

    http://www.theonion.com/video/breaking-news-some-bullshit-happening-somewhere,16928/

  4. #4 Toni
    26. Mai 2013

    Also ich hätte ihn aus zwei Gründen schon mit Blitz fotografiert

    a) um ein schönes Foto zu bekommen und

    b) um ihn damit vielleicht zu vertreiben, um eine schönere Nacht zu haben – schläft sich das den gut, wenn man weiß, daß der Bär noch draußen “rummacht” und jeder Zeit durchs Fenster einsteigen könnte?

    Das Wetter ist im übrigen da drüben anscheinend genauso “beschissen” wie bei uns – heute hier im Allgäu den ganzen Tag “eiskalter Dauerregen”, wobei Regen ja noch geht – so siehts in höheren Lagen des Allgäus / des Bregenzerwaldes am 26.05.2013 aus Klimmaerwärmung pur:

    http://www.bergfex.at/warth-schroecken/webcams/c3250/

  5. #5 Jürgen Schönstein
    26. Mai 2013

    @griesl
    Ich war Bären schon im Freien deutlich näher (ca 3 Meter, aber nicht ganz geplant). Dennoch, wie ich gesagt hatte, erstens war es der Respekt vor den 200 Kilogramm Schwarzbär, und zweitens das Wetter. Von der Veranda aus wäre ich erst mal in Sicherheit gewesen, aber die Kamera ist nicht regenfest …

    @Toni
    Blitzen durchs Fenster hatte ich ja probiert – aber außer einem Lichtblitz kommt da nichts ins Bild (wg. Reflexion). Aber diese Bären sind eher scheu; die Chance, dass sie in verschlossene Häuser einbrechen, scheint so gering zu sein, dass ich davon bisher nicht gehört habe.

  6. #6 nordlicht
    28. Mai 2013

    Danke erstmal für’s bloggen, immer wieder gut und interessant zu lesen.
    Blitzlicht durch Scheibe funktioniert übrigens, wenn Du das Objektiv direkt an die Scheibe hältst, bzw. so nah wie möglich ran und gegenüber dem Blitz abschatten – das Bild find ich sooo schlecht garnicht.

  7. #7 griesl
    30. Mai 2013

    @jschönstein
    unterstellung war gratis 😀
    “Nicht nur wegen der rund 200 Kilo Schwarzbär, die durchaus ungemütlich werden können, sondern “vor allem” auch wegen des unerträglichen Regens”
    klang für mich eher nach 2. und dann 1.
    ist ja egal.
    einfach hammer ^^

  8. #8 Roland B.
    1. Juni 2013

    Blitzen durchs Fenster?
    Entweder Blitz und Kamera trennen, Blitz im 45°-Winkel auf die Scheibe richten.
    Oder das Fenster öffnen.

  9. #9 A.P.
    2. Juni 2013

    Fenster öffnen?

  10. #10 Jürgen Schönstein
    2. Juni 2013

    @Roland B. #8 A.P. #9
    Die Fenster im Keller – der wegen der Hanglage, hier diesem Haus, ebenerdig ist – lassen sich nicht öffnen.

  11. […] der in praktsch allen Regionen Amerikas heimische Schwarzbär. Ein Exemplar hatte sich ja schon mal vor meinem Haus blicken lassen, und auch bei Tag hat schon mal der eine oder andere sich in der Gegend gezeigt (leider nie, wenn […]

  12. […] großartig darin, Fersengeld zu geben, wenn er Menschen auch nur hört. Das einzige Bild, das ich früher mal von einem Bären (vermutlich der Mutter dieses Besuchers) machen konnte, ist eher […]