Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

Albert Einstein, Klassenbester …

Dass Albert Einstein ein schlechter Schüler war, ist ein ebenso falsches wie hartnäckiges Gerücht. Dank der nun elektronisch im Internet verfügbar gemachten rund 5000 Dokumente aus Einsteins persönlichem Nachlass (die Papiere selbst waren im Rahmen des Einstein Paper Project des California Institute of Technology bereits in gedruckter Form publiziert worden) kann man aber beispielsweise nachlesen,…

Ich hatte ja gehofft, das Thema “männliche Beschneidung” für längere Zeit nicht mehr aufs Tapet bringen zu müssen – aber wie ich aktuellen Berichten in den USA entnehmen kann, plant die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention), eine Empfehlung zur Entfernung der Vorhaut als Vorbeugung gegen Aids auszusprechen. Die Nachrichtenlage dazu ist im…

Wir verlassen uns oft ganz selbstverständlich auf unser Gedächtnis – doch das ist alles andere als verlässlich. Den folgenden Artikel, der auf der Meinungsseite der New York Times heute erschien, fand ich vor allem deshalb interessant, weil er dieses Problem unter anderem am Beispiel von Neil DeGrasse Tyson illustriert: Why Our Memory Fails Us.

Das Thema sexuelle Gewalt an Colleges und Universitäten stand ja in den vergangenen Tagen hier schon gleich zweimal zur Debatte. Aber es wird mich – und vermutlich auch meine LeserInnen – noch eine Zeitlang beschäftigen; nicht so sehr, weil es ein neuer Trend ist (ganz im Gegenteil), sondern eher weil sich langsam überhaupt erst mal…

Das Problem der sexuellen Gewalt an amerikanischen Hochschulen beschäftigt mich nun doch noch ein bisschen länger: In der Sonntagsausgabe der New York Times erschien gestern der Meinungsbeitrag Mishandling Rape, verfasst vom Yale-Juraprofessor Jed Rubenfeld. Und den fand ich, in gewisser Weise, noch verstörender als den Bericht des Massachusetts Institute of Technology zu dem gleichen Thema.…

Freispruch für Erdbebenforscher

Es geht hier um die sechs italienischen Erdbebenexperten, die für ihre – nach Ansicht der Behörden grob fahrlässige – Nicht-Vorhersage des Erdbebens von l’Aquila zu jeweils sechs Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden waren. Ob es wirklich ein kompletter Freispruch ist, kann ich auf der Basis dieses nature-Artikels nicht ganz klar einschätzen; dort ist die…

Wer Augen (und noch genug Zugriffsberechtigungen für Artikel der New York Times) hat, der lese – aber mit Skepsis: Das amerikanische Tageblatt hat auf der Titelseite seiner Montagsausgabe einen Artikel über Geoengineering: Climate Tools Seek to Bend Nature’s Path. Und auch wenn darin vorsichtige Stimmen zu Wort kommen, ist doch die Tendenz spürbar, den aktiven…

Selbstironie – Understatement oder Angeberei?

Das Problem haben Akademiker ja öfter: Sie müssen einen – mehr oder weniger knappen – Lebenslauf abfassen, der dann in Konferenzprogrammen oder Buchumschlägen oder auf Webseiten allen Interessierten schildern, soll, wie wichtig und einflussreich man doch sei. Doch wie findet man die Balance zwischen dem vornehmen Understatement (= die eigene Leuchtkraft unter dem sprichwörtlichen Scheffel…

Das Wochenendmagazin der New York Times bringt ein umfangreiches Porträt von James Randall Zwinge, besser bekannt als The Amazing Randy oder, in Skeptikerkreisen, als James Randi (obwohl man ihn hier, wie ich vermute, eigentlich gar nicht mehr vorstellen muss…) – lesenswert? (Auch wenn sich manche LeserInnen vielleicht an der Szene reiben werden, in der Bewunderung…

Ebola – eine versäumte Chance?

Ich hatte in meinen früheren Beiträgen zur aktuellen Ebola-Problematik zumindest teilweise darauf hingewiesen, dass das aktuelle Ausmaß der Infektion auch als eine Folge von Versäumnissen verstanden werden kann. Versäumnisse, früher zu intervenieren, beispielsweise, oder die Entwicklung eines Impfstoffes – an der bereits sehr gezielt gearbeitet wurde – dann konsequent weiter zu verfolgen. Letzteres hat nun…