Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

Na, wie das wohl geht, dachte ich, als ich diese Betreffzeile in meiner Inbox las: “Sauberes Wasser ohne Chemie”. Geht es da etwa um Wasser ohne chemische Elemente, also ohne Wasserstoff und ohne Sauerstoff – und natürlich auch ohne die chemischen Prozesse, die dafür sorgen, dass sich zwei Wasserstoffatome und ein Sauerstoff zu einem dipolaren…

Falls sich jemand wundert, warum ich – nach meiner Kritik an dem lautesten der derzeit aktiven US-Präsidentschaftskandidaten – nun scheinbar unerwartet die Worte gescheit und Trump im gleichen Satz verwende: Hier geht es nicht um das egozentrische Großmaul (zumindest nicht an erster Stelle), sondern um Dr. John G. Trump, der von 1936 bis 1973 am…

Rituelles Menschenopfer der Azteken, dargestellt auf Seite 141 (folio 70r) des Codex Magliabechiano, via Wikimedia Commons

“Ritual human sacrifice promoted and sustained the evolution of stratified societies” verkündet eine Überschrift in der aktuellen Ausgabe von nature – Menschenopfer hätten demnach den Zweck gehabt, die Entwicklung einer sozialen Hierarchie voranzutreiben. Und das klingt, wenn man sich (wie ich jedenfalls, und vermutlich auch viele MitleserInnen) Menschenopfer spontan erst mal als eine rituelle Gabe…

(Bitte den Hinweis am Schluss beachten) Die Hominininen-Species Homo neanderthalensis ist ja vor einigen Tagen ganz unverschuldet wieder in die Schlagzeilen geraten, als der österreichische “Politiker” (ich setz’ das mal in Anführungszeichen, da ich mir nicht ganz sicher bin, ob diese Bezeichnung hier zutrifft, denn laut Wikipedia haben Politiker “das Ziel, durch ihr Denken Probleme…

Gestern habe ich mich noch echauffiert darüber, dass ein schon im Trailer ziemlich dubios anmutender “Dokumentarfilm” über die Impfschäden-Autismus-Verschwörung auf dem TriBeCa-Filmfestival gezeigt werden sollte. Das war – dankenswerter Weise – verfrüht: Der Film wurde aus dem Programm genommen, nachdem der Festival-Gründer Robert De Niro und die Festivalleitung sich gemeinsam mit Fachleuten den Film noch…

Ich muss was dazu schreiben (muss wie in “ich kann nicht anders”), und dennoch fehlen mir die Worte: Im Programm der kommenden Tribeca-Filmfestspiele wird ein Dokumentarfilm mit dem Titel Vaxxed – From Cover-Up to Catastrophe gezeigt, den von einem gewisser Andrew Wakefield gedreht hat – genau jener Wakefield, der als federführender Autor eines im Februar…

Brot im Korb

Biochemie.Ich bin mir nicht sicher, wie gut dieser Begriff den Appetit anregt (ich kenne Leute, die ab hier schon entsetzt wären), aber eigentlich ist alles, was uns ernährt – das schließt natürlich unseren eigenen Stoffwechsel mit ein – hundertprozentig angewandte Biochemie. Ob beim Kochen, Backen, Brauen oder sonstigen Zubereitungen – da werden Moleküle vermischt, Gärungsprozesse…

Marcus Anhäuser hat in seinem ScienceBlog Plazeboalarm ja schon das um- beziehungsweise Kopf-auf-Tischkante-hauende Klimawandel-Konzept der AfD vorgestellt. Hier noch einmal ein Kernsatz daraus: Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens. Mensch, dass wir da nicht früher drauf gekommen sind! Mit diesem Argument – x ist nicht schädlich, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil…

Wenn man die Anhängerschaft des aktuell führenden republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten fragt, was sie an ihm bewundern, dann fällt nahezu unausweichlich der Satz: “Er spricht aus, was andere sich nicht trauen.” (Und nein, ich werde den Namen des Kandidaten nicht nennen und schon gar nicht verlinken – aus hygienischen Gründen.) In ähnlicher Form scheint diese Bewunderung auch…

Enten1

Schnee war gestern. Heute war es zwar noch kalt, aber alles außer den Temperaturen war frühlingshaft – eine Einladung zum Spaziergang. So ein frischer Wind bläst einem ja, wie man hoffen möchte, die finsteren Gedanken weg. Aber so viel Wind kann ich mir gar nicht um die Ohren blasen lassen, um nicht ein gewisses Entsetzen…