Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

Manchmal fallen Aprilscherze ja auf die Nase, weil sie nicht schräg genug sind. Es ist ja immer ein schmaler Grat zwischen dem, was zu leicht als unglaubwürdig erkennbar ist und was zu spezifisch ist, um überhaupt Scherzqualitäten zeigen zu können. Aber mein jüngster Aprilscherz ist im Rückblick eine Fehlzündung, weil er schlichtweg von der Realität…

Wie jeder in meinem Profil lesen kann, arbeite ich am Massachusetts Institute of Technology, bin also von “Amts” wegen (von wegen Amt – Teilzeitstelle!) bei solchen Themen eher befangen. Das sollte man wissen. Aber es geht mir hier eher um eine Meta-Betrachtung: Heute wurde von der Pressestelle des MIT diese Warnung vor Krebsgefahr durch Nanopartikel…

Lesetipp: 50 Jahre Plattentektonik

Vorab noch einmal zur Entschuldigung: Diese Tage sind mit meiner Lehrtätigkeit, aber auch mit journalistischen Aufträgen so ausgefüllt, dass viel mehr als die gelegentlichen Lesetipps nicht drin sind. Heute geht es um die Plattentektonik, genauer gesagt, darum, dass vor ziemlich genau 50 Jahren, am 27. März 1964, ein schweres Erdbeben (Stärke 9.2) Alaska im wörtlichen…

“What’s the use of having developed a science well enough to make predictions if, in the end, all we’re willing to do is stand around and wait for them to come true?” Auf Deutsch: Wozu ist eine Wissenschaft gut, die weit genug fortentwickelt wurde, um Vorhersagen zu treffen, wenn alles, was wir dann zu tun…

Ich habe mal ganz überschlägig nachgezählt und dabei festgestellt, dass von den rund 200 Studierenden (in den Fächern Computerwissenschaften, Chemie- und Maschinenbauingeneurwesen), die ich in diesem Semester betreue, rund 40 Prozent weiblich sind. Das ist zwar, angesichts der normalen Geschlechterverteilung innerhalb der Bevölkerung, leicht unterdurchschnittlich, aber vielleicht immer noch innerhalb der statistisch zu erwartenden Schwankungen…

Gut, dass sie gewählt haben

Als ich am Sonntagmorgen dieses Foto auf der Titelseite der New York Times* gesehen habe, ging mir vieles durch den Kopf: der Tod der deutschen Fotografin Anja Niedenhaus, beispielsweise, die bei einer Reportage i Afghanistan von einem Polizisten erschossen wurde… Oder die Tatsache, dass auf dem Bild nur Männer zu sehen sind (was nicht bedeutet,…

Draußen: Ein Truthahn beim Stadtbummel

Ein paar Tage habe ich noch anderweitig alle Hände voll zu tun, aber dann wird’s hier im Blog wieder ein bisschen belebter (ob man das nun als ein Versprechen auffassen wird oder eine Drohung, das muss ich jedem/jeder selbst überlassen). Doch diesen Schnappschuss vom Harvard Square in Cambridge wollte ich dann doch teilen: Der wilde…

Solarzellen für den Nachteinsatz

Das Problem mit Solarenergie ist, dass nachts die Sonne nicht scheint. Klingt trivial, ist es aber nicht, denn Strom muss immer dann „produziert“ werden, wenn er gebraucht wird. Eine Lösung wären natürlich hochleistungsfähige Akkumulatoren, aber das treibt die Kosten für Solarstrom nur noch weiter in die Höhe – und die liegen derzeit sowieso noch weit…

Seit einiger Zeit laufe ich beinahe täglich an den Labors von Professor Donald Sadoway vorbei, einem Materialwissenschaftler am Massachusetts Insitute of Technology, der 2012 vom Magazin Time zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt gezählt wurde. Aktuell hatte ich nun die Gelegenheit, Sadoway für eine Magazin-Geschichte (die ich erst noch schreiben muss – dass ich…

Durch unseren Server-Umzug, kombiniert mit einer arbeitsreichen Woche für den SB.de-Redakteur (= ich), ist die Nachricht vom empirischen Nachweis eines wesentlichen Bestandteils der Urknall-Theorie zwar nicht untergegangen, aber doch ein bisschen unter dem Radar durchgesegelt. So hätte ich beispielweise gerne ein paar Fragen an Alan Guth gestellt, den ich durch meine Beschäftigung am Massachusetts Institute…