Ooh, uuh, …

Okay, ehe ich böse e-Mails bekomme: das war eine Fälschung.
Das Original ist aber nicht wirklich besser:

Kommentare (18)

  1. #1 Björn Reinhardt
    1. Juli 2011

    Es sollte nicht so sein, aber es macht einen irgendwie wütend.

    Ich glaube, das liegt daran, dass man versucht, mit einer vernünftigen und eigentlich nicht zu widerlegenden Argumentationsstruktur deutlich zu machen, dass Evolution ein Fakt ist, und aus welchen Gründen auch immer wird all das ignoriert und einfach was anderes in den Raum gestellt.

    So als wäre logische Argumentation eine Wahl die man zulassen oder nicht zulassen könnte. Man hat irgendwie kein Mittel mehr, um hier Vernunft zu verbreiten.

    Man merkt daran irgendwie, dass man nicht die gesamte Menschheit mit Vernunft zu richtigen Vorstellungen und damit auch zu richtigen Entscheidungen bewegen kann.

  2. #2 Björn Reinhardt
    1. Juli 2011

    :) Aber mir fällt dabei auch auf, dass man den Kommentar genausogut anders schreiben könnte:

    Es sollte nicht so sein, aber es macht einen irgendwie wütend.

    Ich glaube, das liegt daran, dass man versucht, mit einer vernünftigen und eigentlich nicht zu widerlegenden Argumentationsstruktur deutlich zu machen, dass Gott ein Fakt ist, und aus welchen Gründen auch immer wird all das ignoriert und einfach was anderes in den Raum gestellt.

    So als wäre die göttliche Schöpfung eine Wahl die man zulassen oder nicht zulassen könnte. Man hat irgendwie kein Mittel mehr, um hier den rechten Glauben zu verbreiten.

    Man merkt daran irgendwie, dass man nicht die gesamte Menschheit mit der frohen Botschaft zum rechten Glauben und damit auch zu richtigen Entscheidungen bewegen kann.

  3. #3 Björn Reinhardt
    1. Juli 2011

    Wenn man die Logik nicht als zwingend akzeptiert, warum sollte man dann Variante 1 für den richtigeren Kommentar halten?

  4. #4 Franzl
    1. Juli 2011

    Irgendjemand hier liest Pharyngula :)

  5. #5 Verfassungsfreund
    1. Juli 2011

    Oh Mein Gott! Oh Mein Gott! Oh Mein Gott!

    Das traurige ist, dass die Parodie mehr Hoffnung auf intelligentes Leben in den USA macht, als die tatsächlichen Äußerungen der realen Meinungsmacher (und ich benutze diesen Ausdruck nicht ironisch) vermuten lassen. 8-(
    Seien wir ehrlich: die Ansichten von “Miss USA” sind ein wesentlicher Einflussfaktor für bestimmte Bevölkerungsteile. Und die Ansichten die hier vermittelt werden sind katastrophal.

    Es ist wahrlich beängstigend zu sehen wie weit die wissenschaftsfeindliche Propaganda die US-amerikanische Öffentlichkeit schon weichgespühlt hat….

    Andererseits… Erhöht das nicht die Chancen für China/Asien und Europa? Nein, ich glaube nicht, denn “Fortschritt” ist eben *kein* Nullsummenspiel bei dem jemand anderer das gewinnt, was man selbst verliert.

    Bei diesen Perspektiven fällt es schwer ruhig zu schlafen.

  6. #6 Jan von nebenan
    1. Juli 2011

    @Verfassungsfreund: Mal sehen, wie lange es dauert bis wir uns wieder in der Steinzeit befinden. Wäre ja nicht das erste Mal, dass eine recht hochentwickelte Zivilisation zusammenbricht… 😉

  7. #7 egal
    1. Juli 2011

    Ich bin mir nicht ganz sicher aber stelle ich da Tendenzen fest? Wirkt auf mich so, dass vorallem republikanisch regierte Bundesstaaten deutlich Kreationismus-affiner sind als die demokratisch regierten ?

    Insgesamt macht mich das Video sehr traurig. Es gab mal Zeiten da freute man sich wenn man seine Ketten ablegen konnte. Heute legt man sie sich freiwillig wieder an.

  8. #8 ma_il
    1. Juli 2011

    Ich fand’ die Parodie auf jeden Fall sehr amuesant. Genauso, wie das “Original” erschreckend ist.
    Aber es gilt natuerlich: wer sich informieren moechte, hat die Moeglichkeiten – in den USA genau wie hier. Die Unmuendigkeit ist voellig selbstverschuldet.

  9. #9 Ex-Esoteriker
    1. Juli 2011

    Mein Englisch ist milde gesagt “unter aller Sau ;-(”

    Worum geht es den hier?

  10. #10 Wurgl
    1. Juli 2011

    Ja! Die Parodie war eindeutig amüsanter. “Niemand kennt die Wurzel aus 16 wirklich!”

    *schenkelklopf*

    Aber ich frag mich, ob die Meinung dort repräsentativ ist. Ich kenne nur sehr wenige Amis persönlich und die sind allesamt keine typischen Amerikaner. Und über dieses Thema wurde nie gesprochen.

    In Europa hab ich mit solchen Verblendeten nur vereinzelt zu tun gehabt und dort nur in wenigen Diskussionsforen. Ist das tatsächlich eine so weit verbreitete Meinung? Hat die Bibel tatsächlich einen so hohen Stellenwert?

    Wobei ich zugeben muss, dass ich als Papierkathole keinen blassen Schimmer davon habe, welchen Stellenwert die Bibel bei den Evangelen einnimmt.

  11. #11 Thilo
    1. Juli 2011

    Franzl: Irgendjemand hier liest Pharyngula :)

    Gar nicht, ich hatte das Video bei
    The Reference Frame gesehen.

  12. #12 adenosine
    1. Juli 2011

    Wahrscheinlich reicht es doch für den Betrieb einer technischen Zivilisation aus, wenn etwa 5% der Bevölkerung verstehen, wie Technik oder Mathematik funktionieren. Ob der Rest nun an Homöopathie, UFOs, Astrologie, Feng shui oder Kreationismus glaubt, ist dann irrelevant. Gefährlich wird es doch erst, wenn man die 5% nicht mehr zusammenkriegt. Vielleicht kann man ja auch an Esoterisches glauben, und trotzdem technische Arbeiten hinkriegen?

  13. #13 Verfassungsfreund
    1. Juli 2011

    @Ex-Esoteriker: Der erste Film ist eine Parodie, der zweite das Original. Im Original werden die Anwärterinnen auf “Miss USA” (ja, Schönheitsköniginnen) gefragt ob “Evolution” in der Schule unterrichtet werden soll…
    Das Erschreckende: alle (also ca. 48, aber ich habe nicht gezählt) bis auf ZWEI sagen “Nein”, “Keine Ahnung”, aber meist “Das ist doch so was wie die Schöpfunglehre aus der Bibel. Also sollte man doch beides lehren und die Schüler können dann selbst entscheide was sie glauben wollen”.

    DAS ist unglaublich bitter. Denen hat offensichtlich niemand erklärt dass einen Unterschied zwischen Wissenschaft und Schöpfungsmythen (egal welcher Religion) gibt.

    Um es mal einzuordnen: Das ist so als würde die deutsche Fussballnationalmanschaft geschlossen die D-Mark zurück fordern, weil damals alles billiger war.

    Es geht nicht darum zu behaupten Fussballspieler (oder Schönheitsköniginnen) wären dumm oder schlau. Es geht mir um den EINFLUSS den diese Art von Idolen, besonders auf junge Menschen haben.
    Und wenn diese Meinungsmacher dann völligen Blödsinn verzapften und damit das Gehirn von jungen Menchen vernebeln (ich wollte schon “vergiften” schreiben…) ist das nicht mehr gefährlich sondern schon tragisch.
    Und es geht auch gar nicht darum ob die wirklich glauben was die da erzählen, es geht darum dass die Schönheitsköniginnen glauben das erzählen zu MÜSSEN um bei der Öffentlichkeit anzukommen.
    Was sagt das denn über die (gefühlte) Erwartung der US-amerikanischen Befölkerung aus?

    Ach ja, die Parodie geht einen Schritt weiter und fragt *erfundene* Schönheitsköniginnen ob MATHEMATIK in der Schule gelehrt werden soll, mit den selben antworten wie im Original. (Bis auf eine Königin die statt im Kleid mit toupierten Haaren im karrierten Hemd mit Kurzhaarfrisur und Brille da sitzt und zurückfragt: “Soll das jetzt ein Scherz sein?”)

    Ganz ehrlich, die Parodie macht zumindest ein wenig Hoffnung dass es da noch Leute gibt die diesen Wahnsinn durchschauen, das Original ist nur eine endlose Abfolge von extremistisch christlicher Propaganda.

  14. #14 Ex-Esoteriker
    1. Juli 2011

    Ahh, also doch, es ging um Evolution, vielleicht ist mein Englisch doch noch nicht ganz verloren :-)

    Und es geht auch gar nicht darum ob die wirklich glauben was die da erzählen, es geht darum dass die Schönheitsköniginnen glauben das erzählen zu MÜSSEN um bei der Öffentlichkeit anzukommen.

    Mein erster Gedanke an die Mädels dazu: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die *** halten.

    Schon gruselig, wenn man keine Ahnung hat und nur Müll von sich gibt. Ich würde mich sehr schämen und sehr rot anlaufen.

  15. #15 YeRainbow
    3. Juli 2011

    Die frage hätte doch sein sollen: Sollte das Newtonsche Fallgesetz in den Schulen gelehrt werden?
    – oh, nein, Fallgesetz und Schwerkraft – ich glaube nicht daran….

    seufz.

  16. #16 Sven Türpe
    4. Juli 2011

    Verfassungsfreund,

    Das Erschreckende: alle (also ca. 48, aber ich habe nicht gezählt) bis auf ZWEI sagen “Nein”, “Keine Ahnung”, aber meist “Das ist doch so was wie die Schöpfunglehre aus der Bibel. Also sollte man doch beides lehren und die Schüler können dann selbst entscheide was sie glauben wollen”.

    Das ist nicht erschreckend, sondern in Deutschland gelebte Verfassung: “(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.” Ich habe keine eigenen Erfahrungen mit Religionsunterricht, aber ich vermute, dass die Schöpfungslehre dort eine Rolle spielt. Dass Schüler beides gelehrt bekommen, Evolution und Schöpfung, dürfte demnach deutscher Alltag sein. Amerikanischer eher nicht.

  17. #17 Kallewirsch
    4. Juli 2011

    Ich habe keine eigenen Erfahrungen mit Religionsunterricht, aber ich vermute, dass die Schöpfungslehre dort eine Rolle spielt.

    Ich bin zwar Österreicher und kein Deutscher, aber ich war auf einer Privatschule, die von einem Kloster (Stift Kremsmünster) als Gymnasium geführt wird. Ich denke das qualifiziert als “Religionsunterricht”.
    Nun muss ich dazu sagen, dass die meisten Menschen eine völlig falsche Vorstellung davon haben/hatten, wie es auf diesen (dieser) kirchlich geführten Schulen zugeht. Natürlich gibt es mehr religiöse Themen, klar. Aber zb Schöpfungsgeschichte war da nie ein Thema. Ich würde sogar sagen, dass diese Schule eine sehr weltliche/naturwissenschaftliche Einstellung hat. Kremsmünster hatte schon sehr bald eine astronomische Beobachtungsstation, die meterologischen Aufzeichnungen sind weltweit die am längsten zurückreichenden, die Patres dort sind stolz darauf nicht im Glashaus zu sitzen, sondern schon seit vielen Jahrhunderten Kontakt mit wichtigen Personen (auch aus den Naturwissenschaften) zu pflegen, sie legten naturwissenschaftliche Sammlungen an, etc.
    Unsere Religionsunterricht drehte sich wesentlich mehr um die Kernbotschaft des christlichen Glaubens, der Art und Weise wie man miteinander umgeht. Dinge wie zb die Schöpfungsgeschichte habe ich dort immer als eine Art schmückendes Beiwerk empfunden, das hauptsächlich deshalb in der Bibel existiert, damit die Geschichte(n) in einem Rahmen und nicht im luftleeren Raum existieren. Mir wurde beigebracht, dass eine wortwörtliche Lesung der Bibel mehr oder weniger Unsinn ist, es geht um die Gedankengänge, die sozialen Ideen, die in den Texten enthalten sind. Und natürlich auch diese ganzen Heilslehren, für die ich mich nie begeistern konnte.

    Kurz zusammengefasst: Was jemand aus dem Relegionsunterricht mitnimmt, hängt zu einem großen Teil von demjenigen ab, der ihn hält und wie seine Sicht der Dinge ist. So wie ich das kennen gelernt habe, gibt es da aber anscheinend ein weites Spielfeld, auf dem man sich bewegen kann.

  18. #18 Verfassungsfreund
    4. Juli 2011

    @Sven Türpe,

    offensichtlich habe ich nicht weit genug ausgeholt um dir die Situation verständlich zu machen.
    Evolution ist eine naturwissenschaftliche Theorie die gut belegt ist und in der Schule als wichtige Grundlage der Biologie gelehrt werden sollte.
    Die christliche/hinduistische/germanische/… Schöpfungsgeschichte ist ein religionswissenschaftliches Thema das in der Schule im Rahmen des Religionsunterrichts gelehrt werden sollte.

    Beides (Religion und Biologie) sind wichtige Fächer und sollten unbedingt in der Schule, im KORREKTEN Zusammenhang vermittelt werden um wichtige Einblicke in verschiedene Aspekte des Lebens zu bekommen.
    Religiöse Schöpfungsmythen sind KEINE naturwissenschaftliche Theorien und sollten also auch nicht als wisschenschaftliches Gegenmodell zur Evolution dargestellt werden. Besonders nicht in der Schule!

    In den Äusserungen der überwiegenden Mehrheit der “Schönheitsköniginnen” ist deutlich zu erkennen das sie von der Propaganda der christlichen Extremisten weichgekocht wurden. “Teach the controversy” und “let the kids decide for themselves” sind KEINE Lösungen, denn das würde den christlichen Schöpfungsmythos auf eine Ebenen mit der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie katapultieren, und da gehört ein wissenschaftlich nicht belegbarer Mythos nun einfach nicht hin.

    Für die Positionen der Schönheitsköniginnen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder glauben die WIRKLICH das religiöse Schöpfungsmythen den selben Stellenwert wie wissenschaftlich belegte Theoriegebilde haben, das wäre tragisch, oder sie glauben es nicht, sagen es aber trotzdem, um die Sympathie der religiös motivierten Eltern zu behalten oder um zu verhindern das diese Gruppe sie als gottlose Ungläubige zur Zielscheibe macht. Das wäre noch fataler. 8-(

    Wenn man von der Darbietung der Schöneitsköniginnen auf die gesamte US-amerikanische Öffentlichkeit extrapoliert, und das tue ich hier schamlos, scheint diese Gesellschaft so weit von christlichen Fundamentalisten unterwandert zu sein, dass es eher akzeptabel ist in der Öffentlichkeit den christlichen Fundamentalisten nach dem Mund zu reden, als für den wissenschaftlichen Fortschritt aufzustehen (falls man den Unterschied versteht). 8-(

    Das ist ein beängstigender Gedanke.